News

GKV: Defi­zit in Höhe von 17 Mil­li­ar­den Euro. Bei­trags­er­hö­hun­gen geplant

Veröffentlicht

am

Das Kabi­nett hat einen Gesetz­ent­wurf beschlos­sen, mit dem die Bun­des­re­gie­rung die Finan­zen der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen (GKV) im kom­men­den Jahr sta­bi­li­siert. Zudem wird mit ers­ten struk­tu­rel­len Maß­nah­men eine Grund­la­ge zur mit­tel- und lang­fris­ti­gen Siche­rung einer soli­da­ri­schen und nach­hal­ti­gen Finan­zie­rung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung gelegt.

Wir haben für das Jahr 2023 ein vor­aus­sicht­li­ches  vor­ge­fun­den. Mit dem im Gesetz­ent­wurf vor­ge­se­he­nen Maß­nah­men­pa­ket wird ein star­ker Anstieg der Zusatz­bei­trags­sät­ze im kom­men­den Jahr ver­hin­dert. Die finan­zi­el­len Las­ten wer­den auf die Kran­ken­kas­sen, den Bund,  Leis­tungs­er­brin­ger und die Bei­trags­zah­len­den ver­teilt. Der Bund leis­tet im Jahr 2023 einen ergän­zen­den Zuschuss in Höhe von 2 Mil­li­ar­den Euro und ver­gibt ein Dar­le­hen in Höhe von 1 Mil­li­ar­de Euro an den Gesund­heits­fonds. Mit einem kas­sen­über­grei­fen­den Soli­dar­aus­gleich wer­den Finanz­re­ser­ven der Kran­ken­kas­sen von rund 4 Mil­li­ar­den Euro zur Sta­bi­li­sie­rung der Bei­trags­sät­ze her­an­ge­zo­gen und zudem Mit­tel aus dem Gesund­heits­fonds in Höhe von 2,4 Mil­li­ar­den Euro.

Dazu erklärt Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Prof. Karl Lau­ter­bach: „Gera­de in Kri­sen­zei­ten geben die Sozi­al­sys­te­me der Bevöl­ke­rung Sicher­heit. Wir haben ein sehr gro­ßes Defi­zit in der Kran­ken­ver­si­che­rung vor­ge­fun­den. Und wir haben eine schwie­ri­ge Kri­se auf­grund des kata­stro­pha­len Krie­ges in der Ukrai­ne. Des­halb müs­sen mit der Reform alle Betei­lig­ten einen Bei­trag zur kurz­fris­ti­gen Sta­bi­li­sie­rung leis­ten. Dane­ben wer­den wir natür­lich wei­ter an lang­fris­ti­ger wir­ken­den Struk­tur­re­for­men mit dem Ziel aus­ge­gli­che­ner Finan­zen arbei­ten. Für den Kran­ken­haus­be­reich haben wir hier eine erst­klas­si­ge Kom­mis­si­on ein­ge­setzt, die extrem effi­zi­ent arbei­tet. Ins­ge­samt ist unser Ziel, dass die Gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung erst­klas­sig bleibt. Ohne Abstri­che in der Ver­sor­gung. Und Leis­tungs­kür­zun­gen für Ver­si­cher­te blei­ben ausgeschlossen.“

 

 

Die Bestand­tei­le der GKV-Finanz­re­form:

Kon­kret sieht der Ent­wurf u.a. fol­gen­de Inhal­te vor: 

  • Finanz­re­ser­ven: Vor­han­de­ne Finanz­re­ser­ven der Kran­ken­kas­sen wer­den mit einem kas­sen­über­grei­fen­den Soli­dar­aus­gleich zur Sta­bi­li­sie­rung der Bei­trags­sät­ze her­an­ge­zo­gen. Zudem wird die Ober­gren­ze für die Liqui­di­täts­re­ser­ve des Gesund­heits­fonds hal­biert Durch die Hal­bie­rung der Ober­gren­ze für die Liqui­di­täts­re­ser­ve hal­biert und über­stei­gen­de Mit­tel kön­nen für höhe­re Zuwei­sun­gen an die Kran­ken­kas­sen genutzt wer­den, um die Finan­zie­rungs­lü­cke wei­ter zu schließen.
  • Bun­des­zu­schuss: Der bestehen­de Bun­des­zu­schuss zur GKV wird von 14,5 Mrd. Euro für 2023 um 2 Mrd. Euro erhöht.
  • Dar­le­hen Bund: Der Bund gewährt der GKV ein unver­zins­li­ches Dar­le­hen für 2023 von 1 Mrd. Euro an den Gesundheitsfonds.
  • Für das Jahr 2023 ist ein um 5 Pro­zent­punk­te erhöh­ter Her­stel­ler­ab­schlag ins­be­son­de­re für patent­ge­schütz­te Arz­nei­mit­tel vorgesehen.
  • Reform AMNOG: Mit­tel­fris­tig wir­ken­de struk­tu­rel­le Ände­run­gen der Preis­bil­dung von Arz­nei­mit­teln mit neu­en Wirk­stof­fen und ergän­zen­den Maß­nah­men zur Dämp­fung des Ausgabenanstiegs.
  • Erhö­hung des Apo­the­ken­ab­schlags von 1,77 Euro auf 2 Euro je Arz­nei­mit­tel­pa­ckung (auf zwei Jah­re befristet).
  • Das Preis­mo­ra­to­ri­um bei Arz­nei­mit­teln wird bis Ende 2026 verlängert. 
  • Kon­kre­ti­sie­rung der im Pfle­ge­bud­get berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Berufsgruppen.
  • Die extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung von ver­trags­ärzt­li­chen Leis­tun­gen gegen­über soge­nann­ten „Neu­pa­ti­en­ten“ für Ver­trags­ärz­te wird abgeschafft.
  • Begren­zung des Hono­rar­zu­wach­ses für Zahn­ärz­tin­nen und Zahnärzte.
  • Auch der Zusatz­bei­trag für die Bei­trags­zah­le­rin­nen und Bei­trags­zah­ler wird stei­gen. Auf Grund­la­ge der Ergeb­nis­se des GKV-Schät­zer­krei­ses im Herbst wird das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit den durch­schnitt­li­chen Zusatz­bei­trags­satz in der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung fest­le­gen. Eine Anhe­bung des Zusatz­bei­trags um 0,3 Pro­zent­punk­te ist der­zeit nicht unrealistisch.
Anzeige 
Zum Kommentieren klicken

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Energie

Ver­brau­cher­zen­tra­le: Stel­lung­nah­me zur Gasumlage

Veröffentlicht

am

Trans­pa­renz und Fair­ness bei Gas­preis­wei­ter­ga­be gewährleisten

vzbv ver­öf­fent­licht Kurz­stel­lung­nah­me zum Ver­ord­nungs­ent­wurf zur Gas­um­la­ge nach §26 Ener­gie­si­che­rungs­ge­setz (EnSiG)

In einer Kurz­stel­lung­nah­me hat der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) abso­lu­te Trans­pa­renz bei der Wei­ter­ga­be von Zusatz­kos­ten durch Ener­gie­lie­fe­ran­ten an die Endverbraucher:innen ein­ge­for­dert. Dies sei im Ent­wurf der Ver­ord­nung zur Gas­um­la­ge nach §26 EnSiG bis­her nicht geregelt.

Eben­falls müs­se die Ver­ord­nung sicher­stel­len, dass Unter­neh­men ent­spre­chend dem Anteil ihres Ver­brauchs an den umzu­le­gen­den Kos­ten betei­ligt wer­den. Eine Quer­fi­nan­zie­rung durch pri­va­te Haus­hal­te dür­fe es nicht geben.

In sei­ner Stel­lung­nah­me macht der vzbv kon­kre­te Vor­schlä­ge, wie Kos­ten trans­pa­rent und über­prüf­bar wei­ter­ge­ge­ben wer­den kön­nen, wel­che Kos­ten ein­zu­be­zie­hen sind und unter wel­chen Umstän­den Unter­neh­men Ersatz­an­sprü­che gegen­über ihren Lie­fe­ran­ten gel­tend machen müs­sen, um Zah­lun­gen aus der Gas­um­la­ge behal­ten zu dürfen.

Der vzbv fordert:

  • Die Wei­ter­ga­be der Kos­ten an die Endverbraucher:innen durch die Ener­gie­lie­fe­ran­ten muss abso­lut trans­pa­rent sein. Es muss klar wer­den, wel­che Preis­be­stand­tei­le aus wel­chen Grün­den an die Endverbraucher:innen wei­ter­ge­ge­ben werden.
  • Es darf kei­ne Quer­fi­nan­zie­rung von ener­gie­in­ten­si­ven Unter­neh­men
    durch die Grup­pe der pri­va­ten Verbraucher:innen geben. Unter­neh­men
    müs­sen ent­spre­chend dem Anteil ihres Ver­brauchs an den umzu­le­gen­den
    Kos­ten betei­ligt werden.
  • Endverbraucher:innen müs­sen so schnell wie mög­lich Klar­heit dar­über bekom­men, was wann auf sie zukommt. Nur so kön­nen sie die erfor­der­li­chen
    Vor­keh­run­gen (zum Bei­spiel ent­spre­chen­de Rück­la­gen) treffen.
  • Dar­über hin­aus ist uner­läss­lich, dass das erfor­der­li­che Hilfs­pa­ket spä­tes­tens mit der Umla­ge in Kraft tritt.
Anzeige 
Weiterlesen

News

Gas-Umla­ge — Fra­gen und Antworten

Veröffentlicht

am

Gas-Umla­ge: Res­sort­ab­stim­mung zur Kon­kre­ti­sie­rung der § 26 EnSiG-Umla­ge eingeleitet

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz (BMWK) hat heu­te die Res­sort­ab­stim­mung zur Kon­kre­ti­sie­rung des sal­dier­ten Preis­an­pas­sungs­me­cha­nis­mus im Sin­ne des § 26 Ener­gie­si­che­rungs­ge­set­zes (EnSiG) ein­ge­lei­tet. Die­se Maß­nah­me ist ange­sichts der ange­spann­ten Lage auf dem Gas­markt not­wen­dig, um die Gas­ver­sor­gung auch im kom­men­den Win­ter auf­recht zu erhal­ten. Ohne sie wären Gas­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men in der gesam­ten Lie­fer­ket­te gefährdet.

Die Rechts­ver­ord­nung soll in Kür­ze vom Bun­des­ka­bi­nett ver­ab­schie­det wer­den und vor­aus­sicht­lich ab 01.10.2022 grei­fen. Dazu soll sie vor­aus­sicht­lich bis Mit­te August 2022 in Kraft treten.

Die Nut­zung die­ses Instru­ments wird an klar defi­nier­te Bedin­gun­gen geknüpft, zeit­lich befris­tet und in wei­te­ren Schrit­ten durch zusätz­li­che ziel­ge­naue Ent­las­tungs­maß­nah­men flankiert.

Wäh­rend der Res­sort­ab­stim­mung kann es noch zu Anpas­sun­gen kommen.

Die durch Russ­land künst­lich geschaf­fe­ne Ener­gie­knapp­heit und die hier­aus resul­tie­ren­den not­wen­di­gen hohen Kos­ten für Ersatz­be­schaf­fun­gen sind kei­ne gewöhn­li­chen Schwan­kun­gen, die der Markt ohne Wei­te­res noch ver­dau­en könn­te. Daher hat sich die Bun­des­re­gie­rung ent­schie­den, den Mecha­nis­mus des § 26 EnSiG zu nutzen.

Über­grei­fen­des Ziel der Rechts­ver­ord­nung zu Kon­kre­ti­sie­rung des § 26 EnSiG ist es, die Markt­me­cha­nis­men und Lie­fer­ket­ten so lan­ge wie mög­lich auf­recht­zu­er­hal­ten, Insol­ven­zen von Gas­händ­lern und Domi­no­ef­fek­te in der Lie­fer­ket­te der Ener­gie­wirt­schaft zu ver­hin­dern. Durch die ver­min­der­ten Gas­im­por­te Russ­lands ist Gas am Markt deut­lich teu­rer gewor­den. Kön­nen die Ener­gie­un­ter­neh­men die hohen Prei­se nicht bezah­len und somit ihre Ver­trä­ge nicht erfül­len, dro­hen finan­zi­el­le Schief­la­gen bis hin zu Insol­ven­zen. Bre­chen die­se Ener­gie­un­ter­neh­men weg, dro­hen erns­te Stö­run­gen im gesam­ten Markt ent­lang der Lie­fer­ket­te bis hin zum Letzt­ver­brau­cher. Um das zu ver­mei­den, soll die Umla­ge nach § 26 EnSiG zeit­lich befris­tet und unten engen Vor­aus­set­zun­gen akti­viert werden. 

Das Ener­gie­si­che­rungs­ge­setz kennt zwei Mecha­nis­men, um Kos­ten an Ver­brau­cher­grup­pen wei­ter­zu­rei­chen: Die Preis­an­pas­sung nach § 24 EnSiG und den sal­dier­ten Preis­an­pas­sungs­me­cha­nis­mus (Umla­ge) des § 26 EnSiG. Die Bun­des­re­gie­rung und das BMWK haben mit der jetzt aus­ge­ar­bei­te­ten Rechts­ver­ord­nung einen Vor­schlag unter­brei­tet, den Mecha­nis­mus des § 26 EnSiG anstel­le des § 24 EnSiG zu aktivieren.

Der Unter­schied der sal­dier­ten Umla­ge (§ 26 EnSiG) zur Preis­an­pas­sung nach § 24 EnSiG liegt dar­in, dass nach § 24 EnSiG die Preis­wei­ter­ga­be indi­vi­du­ell zwi­schen den betei­lig­ten Lie­fe­ran­ten und ihren jewei­li­gen Kun­den erfolgt, wäh­rend nach der Umla­ge gemäß § 26 die höhe­ren Prei­se auf alle Gas­lie­fe­ran­ten und deren Kun­den wei­ter­ge­wälzt werden.

 

 

Bei einer Preis­an­pas­sung nach § 24 wären Gas­kun­den unter­schied­lich von Preis­schocks betrof­fen: Kun­den von Gas­lie­fe­ran­ten, die bis­her viel Gas aus Russ­land bezo­gen hat­ten (und daher nun gro­ße Men­gen Gas aus ande­ren Quel­len zu hohen Prei­sen beschaf­fen müs­sen), wür­den mit sehr stark stei­gen­den Gas­prei­sen kon­fron­tiert wer­den. Kun­den von Gas­lie­fe­ran­ten, die weni­ger Gas aus Russ­land ein­ge­kauft hat­ten, wären weni­ger von Preis­er­hö­hun­gen betrof­fen. Die­se mehr oder weni­ger zufäl­li­ge, sehr unglei­che Ver­tei­lung der Kos­ten aus den ver­min­der­ten Gas­lie­fe­run­gen aus Russ­land wür­de zu sozi­al und wirt­schaft­lich pro­ble­ma­ti­schen Schief­la­gen und Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen führen.

Bei der nun beschlos­se­nen Umla­ge nach § 26 EnSiG erfolgt ein Aus­gleich der höhe­ren Gas­be­schaf­fungs­prei­se über Gas­lie­fe­ran­ten, die in aller Regel die­se Kos­ten an ihre Kun­den wei­ter­ge­ge­ben wer­den. Die Umla­ge ist für alle Gas-Lie­fe­ran­ten (gerech­net in Cent pro Kilo­watt­stun­de) gleich hoch. Die § 26 EnSiG-Umla­ge erlaubt damit eine fai­re Ver­tei­lung der Las­ten auf vie­le Schultern.

1)    Wie funk­tio­niert der Mecha­nis­mus des § 26 EnSiG?

Der sal­dier­te Preis­an­pas­sungs­me­cha­nis­mus ähnelt einer Umla­ge. Er basiert dar­auf, dass die Kos­ten der Ersatz­be­schaf­fung für Gas ermit­telt wer­den und der Markt­ge­biets­ver­ant­wort­li­che die­se auf die Bilanz­kreis­ver­ant­wort­li­chen (in der Regel Lie­fe­ran­ten) umlegt und die­se sie letzt­lich an alle Gas­end­ver­brau­cher weitergeben.

2)    Wel­che Vor­aus­set­zun­gen defi­niert die Rechtsverordnung?

Die Rechts­ver­ord­nung ist an enge Vor­aus­set­zun­gen geknüpft und befris­tet den Mecha­nis­mus zeitlich.

So ist Vor­aus­set­zung für die Akti­vie­rung, dass eine „erheb­li­che Redu­zie­rung der Gassim­port­men­gen nach Deutsch­land unmit­tel­bar bevor­steht. Die­se Fest­stel­lung wird in der Ver­ord­nung getrof­fen. Seit dem 14.06.2022 hat Russ­land die Lie­fer­men­gen durch die Nord Stream 1 Pipe­line zunächst auf rund 40% redu­ziert. Nach Abschluss der War­tungs­ar­bei­ten am 21.07.2022 wur­de zunächst das nied­ri­ge Niveau von 40% auf­recht­erhal­ten und dann noch ein­mal auf 20 % gesenkt, ohne dass es hier­für einen tech­ni­schen Grund gibt.

3)    Wer hat Anspruch auf finan­zi­el­len Ausgleich?

Die Anspruchs­be­rech­tig­ten des finan­zi­el­len Aus­gleichs sind die von Mehr­kos­ten auf­grund der erheb­li­chen Redu­zie­rung der Gesamt­gas­im­por­te unmit­tel­bar betrof­fe­nen Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men (Gas­im­por­teu­re). Die Mehr­kos­ten für die Ersatz­be­schaf­fung für die aus­blei­ben­den Gas­men­gen aus Russ­land wer­den in dem in der Ver­ord­nung fest­ge­leg­ten Ver­fah­ren ermit­telt und durch Wirt­schafts­prü­fer testiert.

4)    Ab wann greift die Rechts­ver­ord­nung und wie lan­ge gilt die Rechtsverordnung?

Die Rechts­ver­ord­nung ist zeit­lich befris­tet. Sie soll vor­aus­sicht­lich ab dem 01.10.2022 grei­fen, d.h. die Umla­ge soll zum 1.10 umge­setzt wer­den, und zeit­lich befris­tet gel­ten bis zum 30.09.2024. Die Gel­tung bis zum 30.09.2024 bezeich­net den Gesamt­gel­tungs­zeit­raum der Ver­ord­nung. Das EnSiG schreibt vor, dass die Rechts­ver­ord­nung zeit­lich befris­tet sein muss.

In die­sem Gel­tungs­zeit­raum wer­den Erstat­tungs­an­sprü­che der Unter­neh­men berück­sich­tigt, die bis zum 01.04.2024 ent­stan­den, gel­tend gemacht und geprüft wor­den sind. Das heißt, der soge­nann­te Sal­die­rungs­zeit­raum ist der 01.10.2022 bis 01.04.2024. Die Zeit vom 01.04.2024 bis 30.09.2022 dient der admi­nis­tra­ti­ven Abwicklung.

Dass die Umla­ge ab dem 01.10.2022 greift, bedeu­tet auch, dass die Gas­im­por­teu­re bis dahin die Kos­ten selbst tra­gen müs­sen, damit auch unter die­sem Gesichts­punk­te eine fai­re Ver­tei­lung der Las­ten erfolgt.

5)    Gilt die Rechts­ver­ord­nung sowohl für Bestands­ver­trä­ge als auch für Neu­ver­trä­ge und wie funk­tio­niert der Mecha­nis­mus konkret?

Die Rechts­ver­ord­nung gilt für alle Gas­men­gen, die bereits an End­kun­den ver­kauft wur­den (Bestands­ver­trä­ge).

In der aktu­el­len Markt­la­ge ist es so, dass Gas­im­por­teu­re teil­wei­se Lang­frist­lie­fer­ver­trä­ge mit Russ­land geschlos­sen haben, die von rus­si­scher Sei­te nicht mehr erfüllt wer­den, obgleich eine ver­trag­li­che Lie­fer­pflicht besteht und kei­ne tech­ni­schen Grün­de für die Nicht­lie­fe­rung vorliegen.

Gleich­zei­tig haben die Gas­im­por­teu­re in Deutsch­land ihrer­sei­tes Lie­fer­pflich­ten gegen­über ihren Kun­den, vor allem gegen­über Stadt­wer­ken. Die Gas­im­por­teu­re in Deutsch­land kön­nen die­sen Lie­fer­pflich­ten gegen­über den Stadt­wer­ken aktu­ell nur gerecht wer­den, indem sie die aus­ge­fal­le­nen Men­gen aus Russ­land durch den Kauf teu­re­rer Men­gen am Kurz­frist­markt erset­zen. Damit sie die­se Mehr­kos­ten schul­tern kön­nen, bekom­men sie in Zukunft über den Markt­ge­biets­ver­ant­wort­li­chen Tra­ding Hub Euro­pe (THE) eine Erstat­tung gezahlt, die aus der Umla­ge finan­ziert wird. Dazu erhal­ten die Gas­im­por­teu­re gem. § 2 der Rechts­ver­ord­nung einen finan­zi­el­len Erstat­tungs­an­spruch gegen­über dem Markt­ge­biets­ver­ant­wort­li­chen THE. Die Höhe der Mehr­kos­ten ist jeweils dar­zu­le­gen, von einem Wirt­schafts­prü­fer zu tes­tie­ren und bei THE ein­zu­rei­chen. THE zahlt auf Grund­la­ge der WP geprüf­ten Anträ­ge aus. Die Finan­zie­rung die­ses Erstat­tungs­an­spruchs erfolgt über eine Umla­ge an alle Bilanz­kreis­ver­ant­wort­li­chen (Gas­ver­sor­ger); die­se wer­den die Umla­ge vor­aus­sicht­lich voll­stän­dig an die Gas­kun­den wei­ter­rei­chen. Der Umla­ge­me­cha­nis­mus des § 4 der Rechts­ver­ord­nung funk­tio­niert dabei ähn­lich wie ande­re Umla­gen, in Tei­len ver­gleich­bar mit der EEG-Umla­ge. 

6)    Wie hoch ist die Umlage?

Die Höhe der Umla­ge hängt von der Zahl und Höhe der gel­tend gemach­ten finan­zi­el­len Aus­gleichs­an­sprü­che ab. Die Höhe der Umla­ge soll bis Mitte/Ende August 2022 auf der Home­page von THE ver­öf­fent­licht werden.

Quel­le: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Wirt­schaft und Kli­ma­schutz / Foto: LeserECHO-Verlag

 


Anzeige 
Weiterlesen

Anzei­gen

Anzei­gen

auch inter­es­sant:

Blaulicht

Moorm­er­land — Ermitt­lun­gen nach Tötungsdelikt

Moorm­er­land — Ermitt­lun­gen nach Tötungsdelikt Die Staats­an­walt­schaft Aurich und die Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/Emden füh­ren der­zeit inten­si­ve Ermitt­lun­gen zu einem Tötungs­de­likt, wel­ches...

Blaulicht

Dieb­stahl aus SB-Ver­kaufs­wa­gen, Betrug über Face­book “Mar­ket­place”, Wahl­pla­ka­te und Par­tei­haus beschädigt

Moorm­er­land — Dieb­stahl aus SB-Verkaufswagen Ein bis­lang unbe­kann­ter Täter betrat am 09.08.22 zwi­schen 11 und 18 Uhr einen SB-Ver­kaufs­wa­gen an...

Lokal

CDU bean­tragt Ener­gie­spar­plan für den Land­kreis Leer

CDU bean­tragt Ener­gie­spar­plan für den Land­kreis Leer Wie kann der Land­kreis Leer Ener­gie spa­ren? Ange­sichts der Ener­gie­kri­se hält die CDU-Kreis­tags­frak­ti­on die...

Anzeige

7. Fehnt­jer Mei­le / 380 Jah­re Jheringsfehn

20. AUG. UM 17:00 – 21. AUG. UM 19:00   Zum sieb­ten Mal wird in Jhe­rings­fehn anläss­lich des Grün­dungs­ju­bi­lä­um die...

Blaulicht

Woh­nungs­ein­bruch­dieb­stahl, Fah­rer­flucht, Sach­be­schä­di­gun­gen , Schock­an­ru­fe und wei­te­re Meldungen

Moorm­er­land — Fahrerflucht Zwi­schen dem 07.08. um 15 Uhr und dem 08.08. um 11.30 Uhr wur­de ein ord­nungs­ge­mäß gepark­ter blau­er...

Blaulicht

Fahr­rad­dieb gestellt, Ein­bruch in Piz­ze­ria, Unfall durch Reh, Betrug über What’sApp — wei­te­re Meldungen

Leer — Fahr­rad­dieb gestellt Die Poli­zei wur­de am 09.08.22 um 1.45 Uhr wegen eines Fahr­rad­diebs zum Lee­ra­ner Bahn­hofs­ring geru­fen. Vor...

Lokal

Start­klar in die Zukunft: 1,5 Mil­lio­nen mehr für Schwimm- und Sportangebote

Das Akti­ons­proramm „Start­klar in die Zukunft” kommt lan­des­weit gut an. Beson­ders begehrt sind Schwimm­kur­se sowie Sport- und Bewegungscamps. „Das Inter­es­se...

Anzeige

Gro­ßer Cam­ping­spaß mit Play­mo­bil und Ede­ka — Der Traum vom eige­nen Cam­ping Bus zum Grei­fen nah!

Gro­ßer Cam­ping­spaß mit Play­mo­bil und Edeka  Wer träumt nicht davon, ein­fach den All­tags­sor­gen zu ent­flie­hen, von der gro­ßen Frei­heit und Unab­hän­gig­keit?...

auch inter­es­sant:

Lokal

Sper­rung Innenstadtring

Ver­kehrs­be­hörd­li­che Mitteilung   Auf­grund der Eröff­nungs­ver­an­stal­tung Stadt­ra­deln und der Infor­ma­ti­ons­ver­an­stal­tung rund um das The­ma Facit, sind Akti­vi­tä­ten­auf dem Innen­stadt­ring vor­ge­se­hen. Aus...

Blaulicht

Zwei­fa­cher Wider­stand gegen Voll­stre­ckungs­be­am­te, Dieb­stahl einer Geld­bom­be wei­te­re Meldungen

Zwei­fa­cher Wider­stand gegen Vollstreckungsbeamte Emden — Am 07.08.2022 um 02:32 Uhr kommt es am Neu­en Markt vor einer Dis­ko­thek zu...

Blaulicht

Kör­per­ver­let­zung, Bedro­hung, Ver­stoß Waf­fen­ge­setz — wei­te­re Meldungen

Emden — Kör­per­ver­let­zung, Bedro­hung, Ver­stoß Waffengesetz Emden — Am Frei­tag, 05.08.2022, 16.30 Uhr, kam es in der Neu­tor­stra­ße zu einer...

Anzeige

Dama­ged Jus­ti­ce in der Eisen­hüt­te zu Gast.

Dem Ver­ein Eisen­hüt­te Kul­tur ist es wie­der gelun­gen eine Spit­zen­band für die Eisen­hüt­te zu ver­pflich­ten. Am Sams­tag, den 20. August...

Blaulicht

Fah­rer­flucht nach Unfall mit leicht­ver­letz­ten Per­so­nen, Ziga­ret­ten-auto­mat auf­ge­bro­chen — w. Meldungen

Leer — Fah­rer­flucht nach Unfall mit leicht­ver­letz­ten Personen Im Osse­weg an der Kreu­zung zum Süd­ring in Leer kam es am...

Allgemein

Con­ne­mann, Kuh­le­mann und Thie­le fas­sungs­los über För­der-Aus des Bun­des für Sprach-Kitas in Bun­de und Leer.

CDU for­dert Fol­ge­pro­gramm für Sprach-Kitas Con­ne­mann, Kuh­le­mann und Thie­le fas­sungs­los über För­der-Aus des Bun­des für Sprach-Kitas in Bun­de und Leer. Für...

Lokal

Selb­stän­di­ge erhal­ten ab Anfang August geän­der­te Vorauszahlungsbescheide

Finanz­mi­nis­ter Hil­bers: „Auch Rent­ner und Stu­die­ren­de müs­sen ent­las­tet werden” Infor­ma­tio­nen zur Aus­zah­lung der Ener­gie­preis­pau­scha­le: Nie­der­sach­sen wählt ein­fa­chen und trans­pa­ren­ten Weg...

Allgemein

Betrugs­ma­sche: Fal­sche Poli­zei­be­am­te rufen auf Bor­kum an, Bahn-Mit­ar­bei­te­rin von Zug­gast ange­grif­fen — wei­te­re Meldungen

Bor­kum — Betrugs­ma­sche: Fal­sche Poli­zei­be­am­te rufen auf Bor­kum an Eine 65-jäh­ri­ge Bor­ku­me­rin ist am 2.8.22 gegen 14 Uhr von einem Betrü­ger...

Politik

Meta Jans­sen-Kucz: Erd­gas­för­de­rung vor Bor­kum trägt zur Zer­stö­rung der Lebens­grund­la­gen auf der Insel und im Meer bei.

Zur Ankün­di­gung der Lan­des­re­gie­rung, die Erd­gas­för­de­rung in einem zwei­ten Feld vor Bor­kum zu bewil­li­gen, erklärt die Bor­ku­mer Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Meta Janssen-Kucz:...

Lokal

Preis für Strom und Gas steigt bei EWE zum 1. Oktober

Beschaf­fungs­prei­se für Strom und Gas an Ener­gie­märk­ten legen wei­ter­hin zu Krieg in Ukrai­ne und weni­ger Gas­lie­fe­rung durch Nord­stream 1 trei­ben Gaspreis...

Blaulicht

In Gespräch ver­wi­ckelt und bestoh­len, uner­laub­tes Ent­fer­nen vom Unfall­ort — wei­te­re Meldungen

Emden — Fahrerflucht Am 1.8.22 zwi­schen 11 und 14.30 Uhr wur­de ein grü­ner Opel Meri­va auf einem Park­platz in der...

Energie

Ver­brau­cher­zen­tra­le: Stel­lung­nah­me zur Gasumlage

Trans­pa­renz und Fair­ness bei Gas­preis­wei­ter­ga­be gewährleisten vzbv ver­öf­fent­licht Kurz­stel­lung­nah­me zum Ver­ord­nungs­ent­wurf zur Gas­um­la­ge nach §26 Ener­gie­si­che­rungs­ge­setz (EnSiG) In einer Kurz­stel­lung­nah­me...

Blaulicht

FW-LK Leer: Ver­kehrs­un­fall in Hesel

An der Stie­kel­kam­per Stra­ße in Hesel war es in der Nacht zu Mon­tag zu einem Ver­kehrs­un­fall gekom­men. Eine Frau war...

Lokal

15 neue Aus­zu­bil­den­de für die Kreis­ver­wal­tung Leer

Land­rat Mat­thi­as Groo­te (unte­re Rei­he, 2. v.l.) begrüß­te gemein­sam mit Tho­mas Bruns vom Per­so­nal­rat (unte­re Rei­he, links), Haupt­amts­lei­tung (Per­so­nal­che­fin) Anja...

Anzei­gen

Subscribe for notification