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Leeraner Bahnhof im Fokus: Aufräumaktion schafft Platz und Ordnung für Fahrräder
Aufräumaktion am Leeraner Bahnhof für mehr Ordnung und Platz
Nicht alle Räder, die sich im Bereich der Fahrradabstellflächen am Leeraner Bahnhof befinden, werden regelmäßig genutzt. Um für mehr Ordnung und Platz zu sorgen, führt das Bürgerbüro der Stadtverwaltung Leer in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Baubetriebshof der Stadtwerke Leer AöR regelmäßig eine Aufräumaktion durch.
Am 16. November 2023 werden Räder, die den Anschein erwecken, nicht mehr im Gebrauch zu sein, markiert. Nach einer Zeitspanne von 4 Wochen erfolgt eine Überprüfung, ob diese Räder tatsächlich nicht bewegt wurden. Die als nicht benutzten oder fahruntauglich identifizierten Fahrräder werden dann am 19. Dezember 2023 vom Baubetriebshof der Stadtwerke Leer AöR entfernt.
Falls jemand wider Erwarten feststellt, dass sein Rad entfernt wurde, besteht die Möglichkeit, es beim Baubetriebshof abzuholen, wo es sicher verwahrt wird. Diese Maßnahme dient nicht nur dazu, einen besseren Gesamteindruck für Bahnreisende zu gewährleisten, die am Leeraner Bahnhof ankommen, sondern erleichtert auch das Abstellen von Fahrrädern für Pendler erheblich.
Die Initiative trägt dazu bei, dass die Fahrradabstellflächen effizienter genutzt werden können und eine angenehmere Umgebung für alle Nutzer des Bahnhofs schafft. Durch die regelmäßige Überprüfung und Entfernung von nicht defekten oder defekten Fahrrädern wird nicht nur die Ästhetik verbessert, sondern auch die Sicherheit und Zugänglichkeit des Bahnhofsbereichs erhöht. Die Stadt Leer setzt somit auf eine nachhaltige Lösung, um die Infrastruktur des Bahnhofs im Sinne der Fahrradfahrer und Pendler weiter zu optimieren.
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Emsverschlickung im Rheiderland: Folgen für Entwässerung und Wasserwirtschaft
Im Rahmen ihrer Sommertour sprach die SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk mit dem Oberdeichrichter Meint Hensmann (rechts) und dem Obersielrichter Heinrich van Lessen unter anderem über die Verschlickung der Ems. Foto: SPD-Büro
Emsverschlickung im Rheiderland: Wasserwirtschaft stärker in den Blick nehmen
Die Verschlickung der Ems ist längst nicht mehr nur ein Thema für die Schifffahrt. Bei einem Gespräch in Jemgum informierte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk über die Folgen für Entwässerung, Hochwasser- und Küstenschutz sowie die gesamte Wasserwirtschaft im Rheiderland.
JEMGUM. Die Verschlickung der Ems bleibt eine große ökologische und wasserwirtschaftliche Herausforderung. Dabei geht es längst um mehr als die Frage, wie die Bundeswasserstraße für die Schifffahrt funktionsfähig gehalten werden kann. Auch der Hochwasser- und Küstenschutz, die Entwässerung, die Landwirtschaft und langfristig die Trinkwasserversorgung sind von den Entwicklungen betroffen.
Bei ihrer Sommertour sprach die SPD-Bundestagsabgeordnete Anja Troff-Schaffarzyk in Jemgum mit dem Oberdeichrichter Meint Hensmann und dem Obersielrichter Heinrich van Lessen über die aktuellen Herausforderungen. Dabei wurde deutlich, dass es bereits interessante Lösungsansätze gibt, deren Umsetzung jedoch häufig durch rechtliche und bürokratische Vorgaben sowie unterschiedliche Interessen erschwert wird.
Pilotprojekt „Emsschlick“ soll neue Wege aufzeigen
Ein Schwerpunkt des Gesprächs war das Pilotprojekt „Emsschlick“. Dabei werden neue Möglichkeiten für den Umgang mit dem anfallenden Schlick erprobt.
Ein Ansatz besteht darin, aufbereiteten Schlick beziehungsweise einen daraus gewonnenen Kleiersatz auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Binnenland einzusetzen. Nach den bisherigen Erfahrungen kann das Material positive Auswirkungen auf die Böden haben.
„Der Emsschlick ist für viele Menschen keine abstrakte Umweltfrage, sondern ein ganz konkretes Problem im Alltag“, erklärte Anja Troff-Schaffarzyk. Umso erfreulicher sei es, dass die Verwertung des Schlicks auf landwirtschaftlich genutzten Flächen im Binnenland funktioniere. Der aufbereitete Kleiersatz könne sich positiv auf die Böden auswirken.
„Diesen Lösungsansatz müssen wir dringend weiterverfolgen“, appellierte die Bundestagsabgeordnete.
Zwischen Umweltschutz und Bundeswasserstraße
Gleichzeitig ist sich Troff-Schaffarzyk bewusst, dass die Verschlickung der Ems nicht mit einem einzelnen Projekt gelöst werden kann. Die Anforderungen sind komplex: Einerseits müsse die Wasserqualität verbessert werden, andererseits müsse die Ems als Bundeswasserstraße funktionsfähig bleiben.
„Genau diesen politischen und fachlichen Spagat müssen wir hinbekommen“, betonte die Abgeordnete.
Damit treffen unterschiedliche Interessen aufeinander. Der Schutz der Gewässer und der Umwelt steht ebenso im Mittelpunkt wie die Aufrechterhaltung der Funktion der Ems als wichtige Wasserstraße.
Verschlickte Entwässerungsgräben erschweren die Wasserabfuhr
Im Gespräch in Jemgum ging es auch um die praktischen Auswirkungen der zunehmenden Verschlickung. Die Räumung von Schlick und Pflanzenresten aus Entwässerungsgräben ist aufwendig und verursacht zusätzlichen Arbeits- und Kostenaufwand.
Auch die Teekabfuhr war Thema des Gesprächs. Hinzu kommen mögliche indirekte Auswirkungen der Emsverschlickung auf die Gewinnung und Aufbereitung von Rohwasser.
Besonders relevant ist die Situation für die Entwässerung im Rheiderland. Wenn Gewässer und Vorfluter stark verschlickt sind, wird es für Schöpfwerke, Siele und andere Entwässerungssysteme schwieriger, Wasser zuverlässig abzuführen.
Das stellt die Arbeit der Deich- und Sielacht vor zusätzliche Herausforderungen. Gleichzeitig können die Folgen unmittelbar die landwirtschaftlichen Betriebe und Anwohner im Rheiderland betreffen.
Wasserwirtschaft muss langfristig gedacht werden
Für Anja Troff-Schaffarzyk zeigt sich deshalb immer deutlicher, dass die Emsverschlickung in einem größeren Zusammenhang betrachtet werden muss.
„Die Emsverschlickung ist somit nicht nur eine Frage der Schifffahrt und der Entwässerung. Sie kann auch die Gewinnung und Aufbereitung von Rohwasser erschweren“, erklärte die Bundestagsabgeordnete.
Zusätzliche Bedeutung bekommt das Thema durch weitere Veränderungen der Wasserverhältnisse. Zunehmende Versalzung und längere Trockenphasen seien bereits heute spürbar und müssten bei den Planungen berücksichtigt werden.
„Mit der zunehmenden Versalzung und längeren Trockenphasen, wie wir sie schon jetzt haben, müssen wir deshalb die Auswirkungen auf unsere gesamte Wasserwirtschaft im Blick haben“, forderte Troff-Schaffarzyk.
Das Gespräch in Jemgum machte damit deutlich: Die Herausforderungen rund um die Ems reichen weit über die Schifffahrt hinaus. Für den Rheiderlandraum wird es zunehmend wichtig, Entwässerung, Hochwasser- und Küstenschutz, Gewässerqualität, Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung gemeinsam zu betrachten und langfristig aufeinander abzustimmen.

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Stadtradeln 2026 in Leer: 470.024 Kilometer für Klimaschutz und Platz zwei
Stadt Leer erradelt 470.024 Kilometer beim Stadtradeln 2026
2.783 Teilnehmer haben in drei Aktionswochen im Mai insgesamt 470.024 Kilometer für das Stadtradeln in Leer gesammelt. Damit belegt die Stadt voraussichtlich erneut den zweiten Platz im bundesweiten Ranking der Städte zwischen 10.000 und 50.000 Einwohnern. Gleichzeitig wurden rund 77 Tonnen CO₂ vermieden.
LEER. Beim Stadtradeln 2026 hat Leer erneut ein starkes Ergebnis eingefahren. Insgesamt 2.783 Teilnehmer legten während der drei Aktionswochen im Mai gemeinsam 470.024 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Dadurch konnten nach Berechnung der Organisatoren rund 77 Tonnen CO₂ vermieden werden.
Für die Stadt Leer bedeutet das voraussichtlich erneut einen zweiten Platz im bundesweiten Stadtradeln-Ranking in der Kategorie der Städte mit 10.000 bis 50.000 Einwohnern. Ganz abgeschlossen ist die bundesweite Auswertung allerdings noch nicht: Der Klimaschutz-Wettbewerb läuft noch bis Ende September. Deshalb kann sich an der aktuellen Platzierung noch etwas ändern.
In der niedersächsischen Wertung liegt Leer nach aktuellem Stand sogar auf dem ersten Platz in dieser Einwohnerkategorie.
Leer muss sich nur Tuttlingen geschlagen geben
Bei der Siegerehrung am Dienstagabend blickte Bürgermeister Claus-Peter Horst zufrieden auf das Ergebnis. Bundesweit müsse sich Leer derzeit lediglich dem „ewigen Konkurrenten aus Tuttlingen“ geschlagen geben.
„Damit können wir uns sehen lassen“, sagte Horst mit Blick auf die erreichten Kilometer.
Ganz an die bisherigen Rekordwerte konnte die Stadt allerdings nicht anknüpfen. Bei den neun vorherigen Teilnahmen wurden durchschnittlich rund 506.000 Kilometer erradelt. Mit 470.024 Kilometern liegt das Ergebnis des Jahres 2026 somit unter diesem bisherigen Durchschnitt.
Dennoch zeigt die hohe Beteiligung, welchen Stellenwert das Fahrrad in Leer inzwischen hat. Nach Angaben der Stadt wurden die Bedingungen für Radfahrer in den vergangenen Jahren verbessert. Gleichzeitig machte Bürgermeister Horst deutlich, dass auch in Zukunft noch viel zu tun sei, um den Radverkehr weiter zu fördern und die Infrastruktur zu verbessern.
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Erfolgreiche Teilnehmer beim Stadtradeln ausgezeichnet
Im Rahmen der Veranstaltung wurden die erfolgreichsten Teilnehmer und Teams ausgezeichnet. Bürgermeister Claus-Peter Horst, Klimaschutzmanagerin Cindy Grätz sowie Vertreter der Sponsoren überreichten die Auszeichnungen.
Unterstützt wurde das Stadtradeln in Leer von OVB, Sparkasse Leer-Wittmund, AS Steuerberatungsgesellschaft, Multi, Spaß mit Sport und Forterro.
Besonders beeindruckend sind dabei die Leistungen einzelner Teilnehmer. Bei den Frauen erreichte Martina Wiechmann mit 1.775 Kilometern den ersten Platz. Bei den Männern setzte sich Jens van Dieken mit insgesamt 2.402 Kilometern an die Spitze.
Die erfolgreichsten Einzelfahrerinnen
- Martina Wiechmann: 1.775 Kilometer
- Marion Lohmeyer: 1.444 Kilometer
- Birgit Plötz: 1.324 Kilometer
Die erfolgreichsten Einzelfahrer
- Jens van Dieken: 2.402 Kilometer
- Rainer Wiechmann: 1.889 Kilometer
- Philip Giertz: 1.677 Kilometer
VierRadler mit 1.504 Kilometern pro Kopf
Auch bei den Teams gab es beeindruckende Leistungen. Bewertet wurden die Teams nach ihrer durchschnittlichen Kilometerleistung pro Kopf.
Den ersten Platz belegte das Team VierRadler unter Kapitän Rainer Wiechmann mit durchschnittlich 1.504 Kilometern pro Kopf.
Auf Platz zwei folgte das Team Kaiserwald mit Kapitänin Fentje Markus und durchschnittlich 677 Kilometern pro Kopf. Den dritten Platz erreichte der RSV Leer unter Kapitän Rainer Reimers mit durchschnittlich 605 Kilometern pro Kopf.
Die Teams mit der höchsten durchschnittlichen Kilometerleistung
- VierRadler, Kapitän Rainer Wiechmann: 1.504 Kilometer pro Kopf
- Team Kaiserwald, Kapitänin Fentje Markus: 677 Kilometer pro Kopf
- RSV Leer, Kapitän Rainer Reimers: 605 Kilometer pro Kopf
Jens Kruse als Stadtradeln-Star
Als besonderer Teilnehmer wurde außerdem Jens Kruse als Stadtradeln-Star ausgezeichnet. Er brachte es während der Aktion auf beeindruckende 2.340 Kilometer.
Kindergärten und Schulen sammeln ebenfalls Kilometer
Auch Kinder und Jugendliche waren beim Stadtradeln in Leer aktiv. In verschiedenen Kategorien des Schulcups wurden die erfolgreichsten Kindergärten und Schulen ausgezeichnet.
Bei den Kindergärten setzte sich der Kindergarten Kunterbunt mit 417,5 Kilometern an die Spitze. Platz zwei ging an den Kindergarten Pusteblume mit 370,3 Kilometern. Die KiTa Niedersachsenring erreichte mit 136,0 Kilometern den dritten Platz.
Schulcup – Kindergärten
- Kindergarten Kunterbunt: 417,5 Kilometer
- Kindergarten Pusteblume: 370,3 Kilometer
- KiTa Niedersachsenring: 136,0 Kilometer
Bei den Grundschulen lag die Grundschule Logabirum mit 135,4 Kilometern vorn. Dahinter folgten die Grundschule Bingum mit 119,2 Kilometern und die Ludgeri-Schule mit 42,8 Kilometern.
Schulcup – Grundschulen
- Grundschule Logabirum: 135,4 Kilometer
- Grundschule Bingum: 119,2 Kilometer
- Ludgeri-Schule: 42,8 Kilometer
In der Sekundarstufe I belegte das Lern- und Förderzentrum am Deich mit 104,6 Kilometern den ersten Platz. Die RS Möörkenschule Leer kam auf 22,6 Kilometer, die RS Friesenschule Leer auf 19,8 Kilometer.
Schulcup – Sekundarstufe I
- Lern- und Förderzentrum am Deich: 104,6 Kilometer
- RS Möörkenschule Leer: 22,6 Kilometer
- RS Friesenschule Leer: 19,8 Kilometer
Bei der Sekundarstufe II gewann das Teletta-Groß-Gymnasium mit 34,4 Kilometern. Das Ubbo-Emmius-Gymnasium erreichte 11,2 Kilometer und die Berufsbildende Schule I 10,8 Kilometer.
Schulcup – Sekundarstufe II
- Teletta-Groß-Gymnasium: 34,4 Kilometer
- Ubbo-Emmius-Gymnasium: 11,2 Kilometer
- Berufsbildende Schule I: 10,8 Kilometer
Stadtradeln in Leer verbindet Klimaschutz und Bewegung
Das Stadtradeln ist ein bundesweiter Wettbewerb, bei dem Kommunen, Teams und Einzelpersonen möglichst viele Fahrradkilometer sammeln. Im Mittelpunkt stehen dabei die Förderung des Radverkehrs, aktiver Klimaschutz und die Motivation, das Fahrrad im Alltag häufiger zu nutzen.
Mit 470.024 Kilometern, 2.783 Teilnehmern und rund 77 Tonnen eingespartem CO₂ hat Leer auch 2026 eindrucksvoll gezeigt, wie viel gemeinsam auf zwei Rädern bewegt werden kann.
Ob Leer am Ende tatsächlich erneut den zweiten Platz im bundesweiten Ranking erreicht, steht erst nach Abschluss der gesamten Aktion fest. Bis Ende September können sich die Platzierungen noch verändern. Eines steht aber bereits fest: Das Ergebnis zeigt erneut die große Begeisterung für das Fahrradfahren in Leer.
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Mord in Emden: Landgericht Aurich verhängt lebenslange Freiheitsstrafe
Lebenslange Freiheitsstrafe nach Mord in Emden: Landgericht Aurich verurteilt 38-Jährigen
Das Landgericht Aurich hat einen 38-jährigen Mann wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt. Der Angeklagte soll Ende Januar 2026 in einer Wohnung in Emden einen 55-jährigen Mann mit äußerster Gewalt angegriffen haben. Das Opfer erlag zwei Tage später seinen schweren Verletzungen.
Mord in Emden: 55-Jähriger stirbt nach schwerem Angriff
Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aurich hat am 1. September 2026 einen 38-jährigen Angeklagten wegen Mordes sowie gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 11 Ks 4/26 geführt.
Nach den Feststellungen des Gerichts hielt sich der vielfach vorbestrafte Angeklagte Ende Januar 2026 in einer Wohnung in Emden auf, die dem Milieu der Obdachlosen- und Alkoholiker-Szene zugeordnet wurde.
Zwischen dem Angeklagten und dem späteren Opfer, einem 55-jährigen Mann, hatte es bereits seit längerer Zeit Spannungen gegeben. Hintergrund war unter anderem die Annäherung des Angeklagten an die Lebensgefährtin des 55-Jährigen.
Gewalttat in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar
In der Nacht vom 29. auf den 30. Januar 2026 trafen der Angeklagte und der 55-Jährige in der Wohnung aufeinander. Nach den Feststellungen der Schwurgerichtskammer war das spätere Opfer zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines massiven Alkohol- und Drogenkonsums stark intoxikiert und dadurch wehrlos.
Gegen etwa 0:30 Uhr versuchte der 55-Jährige, sich verbal gegen Intimitäten zwischen seiner Lebensgefährtin und dem Angeklagten zu wehren. Daraufhin geriet der Angeklagte nach den gerichtlichen Feststellungen in Wut.
Er schlug dem Mann mehrfach mit Schlagschutzhandschuhen gegen den Kopf. Anschließend trat er wiederholt mit beschuhten Füßen gegen den Oberkörper und den Kopf des Opfers. Die Gewalt setzte er demnach auch dann fort, als der 55-Jährige bereits das Bewusstsein verloren hatte.
Der Mann erlitt schwerste Schädel-Hirn-Verletzungen sowie weitere Verletzungen am Oberkörper. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er am 31. Januar 2026 an den Folgen des Angriffs verstarb.
Auch Lebensgefährtin des Opfers angegriffen
Während des Geschehens griff der Angeklagte nach den Feststellungen des Gerichts außerdem die Lebensgefährtin des 55-Jährigen an.
Er zog die Frau an den Haaren zu Boden und trat ihr mehrfach ins Gesicht. Dabei erlitt sie Verletzungen und erhebliche Schmerzen.
Für diesen Angriff wurde der 38-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Einzelfreiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt.
Gericht wertet die Tötung als Mord aus niedrigen Beweggründen
Die Schwurgerichtskammer wertete die Tötung des 55-Jährigen als Mord aus niedrigen Beweggründen.
Nach den Feststellungen des Gerichts betrachtete der Angeklagte den 55-Jährigen als minderwertig und sprach ihm jede Gleichrangigkeit ab. Aus dieser Haltung heraus habe er mit äußerster Gewalt auf den Versuch des Mannes reagiert, sich gegen die Demütigungen zur Wehr zu setzen.
Für die Tötung verhängte das Landgericht Aurich deshalb eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Aus dieser Strafe und der Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung bildete die Kammer eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe.
Gericht schließt erhebliche Einschränkung der Schuldfähigkeit aus
Auch die Frage der Schuldfähigkeit spielte im Verfahren eine wichtige Rolle. Der Angeklagte war zum Tatzeitpunkt erheblich alkoholisiert.
Eine erhebliche Verminderung der Schuldfähigkeit aufgrund der Alkoholisierung schloss die Kammer jedoch aus. Nach den Feststellungen des Gerichts waren sowohl die Einsichtsfähigkeit als auch die Steuerungsfähigkeit des alkoholgewöhnten Angeklagten nicht wesentlich eingeschränkt.
Urteil noch nicht rechtskräftig
Das Landgericht Aurich verhängte damit am 1. September 2026 eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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