Lokal
Startchancen-Programm: Friesenschule Leer kämpft mit Platzmangel und Sanierungsstau
Bei einem Besuch der Friesenschule in Leer sprach der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele auch die baulichen Gegebenheiten, insbesondere den großen Sanierungsbedarf des 1964 bzw. 1966 errichteten Gebäudes an. Mit dem Anbau müssten weitere Ertüchtigungen erfolgen. Das Foto zeigt (von links) den Schulleiter Thomas von Garrel, den Landtagsabgeordneten Ulf Thiele (CDU) und Jessica Okken (Lehrerin, mit dem Startchancenprogramm betraut). Foto: Wahlkreisbüro Ulf Thiele
Investition in die Zukunft: Friesenschule Leer fit für das Startchancen-Programm machen
Leer. Gute Bildung ist das Fundament für Wohlstand und Chancengerechtigkeit – doch dafür müssen auch die Rahmenbedingungen stimmen. Die Friesenschule in Leer gehört zu den bundesweit rund 4.000 ausgewählten Schulen, die über das milliardenschwere Startchancen-Programm von Bund und Ländern gefördert werden. Um sich ein genaues Bild von den geplanten Maßnahmen und den Herausforderungen vor Ort zu machen, besuchte der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele die Realschule. Das Fazit des Besuchs: Die pädagogischen Weichen sind gestellt, doch bei der baulichen Infrastruktur brennt es an allen Ecken.
Neue pädagogische Konzepte erfordern zusätzlichen Raum
Seit dem Schuljahr 2024/25 läuft das auf zehn Jahre angelegte Startchancen-Programm, das mit insgesamt 20 Milliarden Euro gezielt Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder stärken soll. Im Fokus stehen die Förderung von Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. An der Friesenschule, die von rund 400 Schülerinnen und Schülern besucht wird, ist der Bedarf groß: Der Anteil von Jugendlichen mit Migrationshintergrund liegt hier bei 75 bis 80 Prozent. Dank eines hochmotivierten Kollegiums funktioniere das von Respekt und Toleranz geprägte Miteinander laut der betreuenden Lehrerin Jessica Okken hervorragend.
Um das veränderte pädagogische Konzept erfolgreich umzusetzen, wird vor allem Platz benötigt. Im sogenannten A‑Trakt sollen auf zwei Etagen sechs zusätzliche Gruppenräume entstehen, um die Arbeit in kleineren Lerngruppen zu ermöglichen. „Das ist die Grundlage für die veränderte Pädagogik. Ohne diese Gruppenräume können wir das Konzept nicht umsetzen“, verdeutlichte Schulleiter Thomas von Garrel.
Enormer Sanierungsstau und bürokratische Hürden
Neben der Raumknappheit sorgt der bauliche Zustand des Gebäudes aus den Jahren 1964 und 1966 für Sorgen. Größere Modernisierungen blieben in den letzten Jahrzehnten aus. Besonders augenscheinlich sind die Schäden an der Außenfassade des A‑Traktes, wo an zahlreichen Fenstern das Holz bereits großflächig absplittert. Thiele sieht hier den Landkreis Leer als Schulträger in der Pflicht: „Der Landkreis ist gut beraten, neben dem zeitnahen Anbau auch die Fassadensanierung anzugehen. Das verbessert nicht nur die Lernbedingungen, sondern hilft zugleich beim Energiesparen.“
Kritik gab es im Gespräch zudem an der überbordenden Bürokratie des Förderprogramms. Dass jede einzelne Maßnahme vor dem Mittelabruf erneut gesondert begründet werden muss, binde wertvolle personelle Ressourcen in den Schulen, die eigentlich für den Unterricht benötigt würden.
Thiele fordert Kraftanstrengung gegen Lehrermangel
Für den Abgeordneten Ulf Thiele sind Investitionen in die schulische Infrastruktur reine Zukunftssicherung. Gleichzeitig sparte er nicht mit Kritik an der aktuellen Bildungspolitik der rot-grünen Landesregierung. Die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen sei alarmierend. Neben einer gezielten Kraftanstrengung zur Gewinnung von neuem Lehrpersonal forderte Thiele eine spürbare Entlastung der Lehrkräfte im Alltag:
-
Mehr Schulsozialarbeit zur Unterstützung bei sozialen Herausforderungen.
-
Professionelle Verwaltungsassistenz zur Reduzierung des bürokratischen Aufwands.
-
Verlässlicher IT-Support, damit Lehrkräfte sich wieder auf ihre Kernaufgabe – den Unterricht – konzentrieren können.
Sanierungsstau? Handwerker vor Ort jetzt bei BauWoLe.de finden
Bröckelnder Putz, veraltete Heizungsanlagen oder Fenster, die dringend ausgetauscht werden müssen: Ein Sanierungsstau an der eigenen Immobilie belastet nicht nur Nerven und Geldbeutel, sondern mindert auch langfristig den Wert des Eigentums. Je länger notwendige Reparaturen und Modernisierungen aufgeschoben werden, desto größer und teurer werden oft die Folgeschäden.
Die Lösung liegt meist nah, scheitert in der Praxis aber häufig an der zeitaufwendigen Suche nach qualifizierten Fachbetrieben. Wer kennt es nicht? Telefonate ins Leere, wochenlanges Warten auf Rückmeldungen oder schlichtweg fehlende Kapazitäten bei Betrieben aus der Region.

Effizient gegen den Sanierungsstau: Passende Experten finden
Hier setzt das Portal BauWoLe.de an. Die Plattform verkürzt den Weg zwischen Immobilienbesitzern und dem regionalen Handwerk entscheidend. Anstatt unzählige Betriebe einzeln abzutelefonieren, lässt sich das eigene Bau- oder Sanierungsvorhaben hier gezielt und unkompliziert ausschreiben.
-
Regionale Nähe: Es werden gezielt Handwerker aus der direkten Umgebung vermittelt, was Fahrtkosten spart und die Absprache erleichtert.
-
Gewerkeübergreifend: Ob Dachdecker, Elektriker, Sanitär- und Heizungsbauer oder Maler – für fast jedes Projekt steht das passende Fachpersonal bereit.
-
Zeitersparnis: Einmal inseriert, melden sich interessierte Betriebe mit freien Kapazitäten direkt zurück.
Jetzt aktiv werden und den Immobilienwert sichern
Eine zeitnahe Sanierung verbessert nicht nur den Wohnkomfort, sondern leistet durch moderne Dämmung oder effiziente Anlagentechnik auch einen wichtigen Beitrag zum Energiesparen. Den Sanierungsstau anzugehen, ist somit eine direkte Investition in die Zukunft.
Wer nicht länger auf freie Handwerkertermine warten möchte, startet das eigene Projekt jetzt direkt auf BauWoLe.de und findet zeitnah die passenden Profis für eine fachgerechte Umsetzung vor Ort.

Gute Nachrichten für alle, die im Landkreis Leer und der Umgebung auf dem Laufenden bleiben wollen, ohne tief in die Tasche zu greifen: Das LeserECHO-Portal bietet als digitales Stadt- und Landkreismagazin alle Inhalte vollkommen kostenlos an. Während viele Medien heutzutage auf Paid Content setzen, bleibt dieses Portal eine verlässliche Quelle für freie Informationen – ganz ohne Bezahlschranken und ohne versteckte Abokosten.
Vielfältige Themen direkt aus der Region
Das Magazin deckt die gesamte Bandbreite des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens im Landkreis Leer ab. Leserinnen und Leser finden hier tagesaktuelle Informationen und spannende Berichte, die übersichtlich in verschiedene Kategorien unterteilt sind:
Freizeittipps & Veranstaltungen: Was ist am Wochenende los? Wo finden die besten Kulturevents, Märkte oder Familienausflüge in der Region statt? Das Portal liefert die passenden Inspirationen.
Blaulichtmeldungen: Aktuelle Berichte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten halten die Bevölkerung über wichtige Ereignisse und Einsätze im Kreisgebiet auf dem Laufenden.
Behördenmeldungen: Wichtige Mitteilungen aus den Rathäusern, der Kreisverwaltung und anderen öffentlichen Institutionen direkt und unkompliziert auf einen Blick.
Aus der Wirtschaft: Berichte über lokale Unternehmen, Start-ups, Innovationen und die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Leer.
Freier Zugang zu Informationen für alle
In Zeiten, in denen lokale Nachrichten immer häufiger hinter digitalen Bezahlschranken verschwinden, geht das LeserECHO-Portal einen verbraucherfreundlichen Weg. Das Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern den gleichen Zugang zu relevanten Informationen aus ihrer Heimat zu ermöglichen – mobil auf dem Smartphone oder am heimischen Computer.
Werden Sie Teil der Redaktion: Themen einreichen!
Das Portal versteht sich als Magazin von der Region für die Region. Deshalb ist die Meinung und Aufmerksamkeit der Leserinnen und Leser gefragt. Gibt es ein wichtiges Thema vor Ort, über das berichtet werden sollte? Ein Jubiläum, ein besonderes Event oder eine Geschichte, die den Menschen im Landkreis Leer nicht vorenthalten werden darf?
Hinweise, Themenvorschläge und Pressemitteilungen können jederzeit direkt per E‑Mail an die Redaktion gesendet werden:
Kontakt zur Redaktion: 📧 info@leserecho.de
Lokal
B 70 bei Leer: Ledabrücke am 20. und 21. Oktober wegen Bauwerksprüfung gesperrt
B 70 bei Leer: Ledabrücke am 20. und 21. Oktober jeweils von 9 bis 16 Uhr gesperrt
Die Ledabrücke an der Bundesstraße 70 nahe Leer wird am Dienstag, 20. Oktober, und Mittwoch, 21. Oktober 2026, jeweils von 9 bis 16 Uhr für den Verkehr gesperrt. Grund ist die turnusmäßige Überprüfung des Bauwerkszustandes. Verkehrsteilnehmer müssen während dieser Zeit eine ausgeschilderte Umleitung nutzen.
Ledabrücke an der B 70: Umleitungen für den Verkehr
Die Sperrung der Ledabrücke betrifft den Kraftfahrzeugverkehr. Die Ein- und Ausfahrt in den Südring bleibt jederzeit befahrbar. Auch für Fußgänger und Radfahrer gibt es Einschränkungen: Sie sind von der Sperrung nicht betroffen und können die Brücke einseitig überqueren. Die Durchfahrt für Rettungsdienste ist ebenfalls gewährleistet.
Für Verkehrsteilnehmer aus Richtung Papenburg wird eine Umleitung über die Bundesstraße 438 in Richtung Rhauderfehn, die B 72, die Autobahn 28 und die B 436 nach Leer eingerichtet. Diese Strecke ist als U 1 ausgeschildert.
Wer von Leer in Richtung Papenburg unterwegs ist, nutzt bitte die Gegenrichtung über die B 436, die A 28, die B 72 und die B 438. Diese Umleitung ist als U 2 gekennzeichnet.
Warum wird die Ledabrücke überprüft?
Die turnusmäßige Bauwerksprüfung dient der Sicherheit und dem langfristigen Erhalt der Brücke. Brücken an Bundesfernstraßen werden in regelmäßigen Abständen nach einem systematisierten Verfahren untersucht. Dabei werden der Zustand des Bauwerks beurteilt und festgestellte Schäden nach den Kriterien Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit bewertet.
Die Prüfung nach DIN 1076 wird von einem erfahrenen und besonders geschulten Ingenieur durchgeführt. Dieser beurteilt nicht nur sichtbare Schäden, sondern berücksichtigt auch die statischen und konstruktiven Verhältnisse des Bauwerks.
Bauwerksprüfungen sind wichtig für die Verkehrssicherheit
Die regelmäßige Kontrolle von Brücken gewinnt zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür sind der älter werdende Bestand an Bauwerken und das weiter steigende Verkehrsaufkommen auf den Bundesfernstraßen.
Die Bauwerksprüfung ist ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätsmanagements bei der Erhaltung von Brücken. Sie hilft dabei, Schäden frühzeitig zu erkennen, den Zustand der Bauwerke fachgerecht einzuschätzen und notwendige Maßnahmen für ihre Sicherheit und Dauerhaftigkeit abzuleiten.
Verkehrsteilnehmer sollten die Sperrung der Ledabrücke am 20. und 21. Oktober 2026 bei ihrer Routenplanung berücksichtigen und den ausgeschilderten Umleitungen folgen.
Anzeige
Lokal
Gallimarkt 2026 in Leer: Alle Straßensperrungen, Haltverbote und Verkehrsänderungen im Überblick
Gallimarkt 2026 in Leer: Diese Straßen werden gesperrt und hier gelten Haltverbote
Verkehrsregelungen vom 3. bis zum 21. Oktober – Zufahrten, Einbahnstraßen und zusätzliche Parkplätze für Menschen mit Behinderungen im Überblick
Wenn vom 14. bis zum 18. Oktober 2026 der Gallimarkt und der Galliviehmarkt in Leer stattfinden, gelten im Stadtgebiet umfangreiche Verkehrsregelungen. Die Stadt hat dafür zusätzliche Straßensperrungen, Haltverbote und Änderungen bei den Zufahrtsmöglichkeiten angeordnet. Die Maßnahmen betreffen sowohl den Bereich rund um den Gallimarktsplatz als auch mehrere Straßen in der Innenstadt und im Umfeld des Veranstaltungsgeländes.
Autofahrer sollten die geänderte Verkehrsführung beachten und sich rechtzeitig auf Einschränkungen einstellen. Widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge, die den Verkehrsablauf behindern oder Rettungswege versperren, werden konsequent abgeschleppt.
Gallimarkt 2026: Diese Straßen werden gesperrt
Die verkehrsbehördlich angeordneten Straßensperrungen gelten grundsätzlich vom 9. bis zum 21. Oktober 2026. Für die Dr.-vom-Bruch-Brücke und die Neue Straße gelten gesonderte Regelungen.
Folgende Straßen und Straßenabschnitte sind betroffen:
-
Königstraße
-
Schmiedestraße
-
Garrelsstraße
-
Pferdemarktstraße: ab Süderhammrich in Richtung Große Bleiche
-
Blinke: ab dem Ende der Bushaltebucht vor dem Theater in Richtung Große Bleiche
-
Luth. Schulgang
-
Süderkreuzstraße
-
Kampstraße
Die Dr.-vom-Bruch-Brücke (Rathausbrücke) wird ab dem 14. Oktober 2026 gegen 7 Uhr gesperrt.
In der Neuen Straße kommt es am Eröffnungstag, Mittwoch, 14. Oktober, zu einer temporären Sperrung. Betroffen ist der Abschnitt von der Zufahrt zum Waageparkplatz bis zur Einmündung in die Königstraße.
Haltverbote in zahlreichen Straßen ab dem 5. Oktober
Zusätzliche Haltverbote und eingeschränkte Haltverbote gelten bereits ab Montag, 5. Oktober, und dauern bis zum 21. Oktober 2026. Die Regelungen betreffen folgende Straßen und Bereiche:
-
Industriestraße
-
Blinke
-
Westerende
-
Hafenstraße
-
Hirtenweg
-
Plytenbergstraße
-
Nessestraße
-
Süderkreuzstraße
-
Schmiedestraße
-
Dr.-vom-Bruch-Brücke
-
Steinburgsgang
-
Luth. Schulgang
-
Neue Straße
-
Bgm.-Pustau-Straße
-
Pferdemarktstraße
-
Groninger Straße
-
Bgm.-Dieckmann-Straße
-
Garrelsstraße
-
Patersgang
-
Bullenkamp
-
Breslauer Straße
-
Königstraße
-
Süderhammrich
Autofahrer sollten die vor Ort aufgestellten Verkehrszeichen beachten. Diese legen fest, wo das Parken beziehungsweise Halten untersagt oder nur eingeschränkt erlaubt ist.
Geänderte Zufahrten und Einbahnstraßenregelungen
Auch für Anlieger gelten während des Gallimarktes besondere Verkehrsregelungen. In der Neuen Straße wird für Anlieger ein Zweirichtungsverkehr eingerichtet. Die Zufahrt ist allerdings ausschließlich über die Groninger Straße möglich.
Der Anliegerverkehr zur Blinke kann nur aus Richtung der Ubbo-Emmius-Straße erfolgen.
Im Bereich Westerende/Plytenbergstraße wird eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet.
Die Zufahrt zum Hirtenweg und zum Bullenkamp erfolgt über die Groninger Straße und den Süderhammrich.
Anlieger sollten diese Änderungen bei der Planung ihrer Fahrten berücksichtigen.
Taxi- und Behindertenparkplätze werden eingerichtet
Für Besucher des Gallimarktes werden zusätzliche Verkehrsangebote geschaffen. An der Dr.-vom-Bruch-Brücke, auch als Rathausbrücke bekannt, werden Taxenplätze eingerichtet.
Weitere Parkmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen entstehen auf dem Waageparkplatz sowie vor der Aula der BBS II. Damit werden zusätzliche Stellplätze in der Nähe des Veranstaltungsgeschehens ausgewiesen.
Gallimarktsplatz und BBS-Parkplatz werden früher gesperrt
Bereits vor dem offiziellen Beginn des Gallimarktes kommt es zu Einschränkungen auf wichtigen Parkflächen.
Der Gallimarktsplatz wird ab Samstag, 3. Oktober 2026, gegen 6 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt.
Der Parkplatz der BBS wird ab Freitag, 9. Oktober 2026, um 6 Uhr ebenfalls für jeglichen Verkehr gesperrt.
Die Sperrungen sind im Zusammenhang mit den Vorbereitungen und dem Aufbau für den Gallimarkt und den Galliviehmarkt zu beachten.
Verkehrszeichen sind maßgeblich – Falschparker werden abgeschleppt
Die angeordneten Verkehrsmaßnahmen treten mit der Anbringung beziehungsweise Aufstellung der entsprechenden Verkehrszeichen in Kraft.
Die Stadt weist ausdrücklich darauf hin, dass widerrechtlich abgestellte Kraftfahrzeuge, die den Verkehrsablauf beeinträchtigen oder Rettungswege versperren, konsequent abgeschleppt werden.
Besucher, Anlieger und Verkehrsteilnehmer sollten deshalb auf die Beschilderung achten, ausgewiesene Haltverbote einhalten und Rettungswege unbedingt freihalten.
Mit den umfangreichen Verkehrsregelungen soll der Verkehr während des Gallimarktes und des Galliviehmarktes 2026 geordnet werden. Gerade an den Veranstaltungstagen ist mit einem erhöhten Besucheraufkommen und entsprechendem Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet von Leer zu rechnen.
Anzeige
Lokal
Neue Straße in Leer: Historische Häuser und die Geschichte der Altstadt
Neue Straße in Leer: Historische Häuser erzählen die Geschichte der ostfriesischen Handelsstadt
Leer. Die Neue Straße gehört zu den historisch bedeutsamen Straßen der Leeraner Altstadt. Mit ihren alten Wohn- und Handwerkerhäusern, historischen Packhäusern und charakteristischen Fassaden vermittelt sie bis heute das Bild einer kleinen ostfriesischen Handels- und Hafenstadt. Teile des Gebäudebestands reichen im Kern bis ins 16. und 17. Jahrhundert zurück. Die gesamte historische Gebäudegruppe ist im Denkmalverzeichnis des Landes Niedersachsen eingetragen.
Historische Altstadt mit denkmalgeschütztem Gebäudebestand
Die Neue Straße liegt im Süden der Leeraner Altstadt und setzt den Verlauf der Rathausstraße nach Südwesten fort. Von der Waage führt sie am historischen Marktplatz am Ufer der Leda vorbei und verläuft parallel zum früheren Handelshafen. Nach Westen zweigen die Garrelstraße und die Kampstraße ab. Weiter südlich knickt die Neue Straße nach Südwesten ab und mündet schließlich in den Straßenzug Pferdemarktstraße und Groninger Straße.
Der südliche Abschnitt ist durch einen weitgehend geschlossenen historischen Gebäudebestand geprägt. Die Häuser stehen auf einer alten Parzellenstruktur und säumen den Straßenraum in dichter Folge. Schmale Grundstücke, unterschiedliche Gebäudehöhen und vielfältige Fassadengestaltungen verleihen der Straße ihren besonderen Charakter.
Die Gebäudegruppe „Neue Straße“ ist im Denkmalatlas Niedersachsen als Gruppe baulicher Anlagen gemäß § 3 Absatz 3 Satz 1 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes erfasst. Ihre Bedeutung wird sowohl aus geschichtlicher als auch aus städtebaulicher Sicht begründet.
Anzeige
Wohn- und Handwerkerhäuser aus mehreren Jahrhunderten
Das Straßenbild wird von ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern mit Steildächern bestimmt. Die Gebäude stehen entweder mit ihrem Giebel oder mit ihrer Traufseite zur Straße. Viele der älteren Häuser wurden im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet, sodass sich unterschiedliche Bauphasen und Baustile miteinander verbinden.
Zu den ältesten Gebäuden zählen eingeschossige, giebelständige Wohn- und Handwerkerhäuser, deren bauliche Ursprünge teilweise im 16. und 17. Jahrhundert liegen. Im 18. und 19. Jahrhundert erhielten mehrere dieser Häuser neue, verputzte Straßenfassaden. Beispiele dafür finden sich unter anderem bei den Häusern Neue Straße 45, 46, 48, 51 und 57.
Die jüngeren historischen Gebäude entstanden überwiegend zwischen dem späten 18. und dem späten 19. Jahrhundert. Viele von ihnen sind zweigeschossig und traufständig ausgerichtet. Architektonisch spiegeln sie insbesondere den Klassizismus und den Historismus wider.
Als qualitätvolle klassizistische Beispiele nennt der Denkmalatlas die Wohnhäuser Neue Straße 39, 49 und 52. Das Wohnhaus Neue Straße 56 steht beispielhaft für den späten Historismus. Sichtbares Backsteinmauerwerk und verputzte Fassaden wechseln sich ab und sorgen für ein abwechslungsreiches, zugleich regionaltypisches Straßenbild.
Historische Packhäuser erinnern an den Handel über die Leda
Die Lage am ehemaligen Handelshafen prägte die Nutzung der Grundstücke entlang der Neuen Straße. Insbesondere die östliche, dem Hafen zugewandte Straßenseite bot einen direkten Zugang zum Wasser. Neben Handwerkern siedelten sich deshalb auch Kaufmannsfamilien an.
Die historischen Packhäuser erinnern an die wirtschaftliche Bedeutung des Groß- und Seehandels. Dazu gehören die Packhäuser Neue Straße 41 und 57 sowie das stattliche Wohn-Packhaus Neue Straße 63.
Das Wohn-Packhaus mit der Hausnummer 63 wurde im Jahr 1757 errichtet. Es zählt zu den besonders markanten Gebäuden der Straße und dokumentiert die Verbindung von Wohnen und Warenlagerung, wie sie für historische Handelsorte typisch war.
Auch das Haus Neue Straße 44 nimmt eine besondere Stellung ein. Es wurde 1811 als Gastwirtschaft und Hotel gebaut. Aufgrund seiner Größe hebt es sich deutlich von der übrigen Bebauung ab und erinnert an die einstige Bedeutung der Neuen Straße als eine der Hauptstraßen der Leeraner Altstadt.
Ergänzt wird das Gebäudeensemble durch weitere Pack- und Hinterhäuser, die teilweise von der Straße aus weniger stark in Erscheinung treten.
AnzeigeDie Entstehung der Neuen Straße vor 1700
Die Geschichte der Neuen Straße ist eng mit der Entwicklung Leers zu einem bedeutenden Handelsplatz verbunden. Der älteste Siedlungskern lag im Bereich Kaakspütte und Alte Marktstraße. Am westlichen Ortsrand befand sich die Kirche St. Liudger. Von ihr ist auf dem reformierten Friedhof noch die um das Jahr 1200 in Steinbauweise errichtete Krypta erhalten.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Handel und Schifffahrt verlagerte sich der Schwerpunkt des Ortes im 15. und 16. Jahrhundert nach Südosten in Richtung Leda. Am dortigen Anleger entstand ein neuer Marktplatz. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde auch die Waage verlegt, die sich zuvor im Turm der Liudgerkirche befunden hatte.
Die Neue Straße entstand vor dem Jahr 1700. Sie stellte die Verbindung zwischen dem Markt- und Handelsplatz an der Waage und der Landstraße nach Leerort her. Von dort führten überregionale Handelswege weiter, wobei Fähren über die Ems und die Leda eine wichtige Rolle spielten.
Die Entwicklung Leers wurde im 18. Jahrhundert durch wirtschaftliche Veränderungen zusätzlich begünstigt. Nach der Übernahme des Fürstentums Ostfriesland durch das Königreich Preußen im Jahr 1744 und der schrittweisen Einschränkung des Emder Stapelrechts gewann Leer in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts weiter an Bedeutung und entwickelte sich zu einem wichtigen Seehafen.
Im Jahr 1823 erhielt Leer die Stadtrechte. Mit dem Anschluss an die Hannoversche Westbahn im Jahr 1854 setzte eine weitere Phase der Stadtentwicklung ein. Das Geschäftszentrum verlagerte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend nach Osten in Richtung Bahnhof. Entlang der Brunnen- und Mühlenstraße entstanden gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser.
Für die Neue Straße hatte diese Entwicklung eine besondere Folge: Da sich der Einzelhandel zunehmend an anderer Stelle konzentrierte, blieb der historische Charakter der Straße weitgehend erhalten. Tiefgreifende Abbrüche sowie umfangreiche Um- und Neubauten, wie sie andernorts durch die Ausweitung des Geschäftsbetriebs entstanden, blieben hier größtenteils aus.
„Auf dem Kamp“: Ein Straßenabschnitt mit eigener Geschichte
Der südliche Teil der Neuen Straße wurde ursprünglich ab der Kampstraße als „Auf dem Kamp“ bezeichnet. Bis zum Jahr 1967 trug dieser Abschnitt die Bezeichnung „Kamp“.
Auch die heutige Platzanlage an der Einmündung der Kampstraße entstand erst vergleichsweise spät. Mitte der 1960er-Jahre wurde dort ein Wohnhaus abgebrochen, das unmittelbar nördlich des Gebäudes Neue Straße 45 gestanden hatte. Durch diesen Abriss entstand die kleine Platzfläche, die das Straßenbild heute mitprägt.
Weiter südlich schwenkt die Neue Straße nach Südwesten. Zusammen mit den unterschiedlichen Gebäudeausrichtungen, den historischen Fassaden und der dichten Bebauung entsteht dadurch ein abwechslungsreicher Straßenverlauf, der für das Erscheinungsbild der historischen Altstadt charakteristisch ist.

Altstadtsanierung: Bürgerinitiative bewirkte ein Umdenken
In den 1960er-Jahren plante die Stadt Leer eine umfassende Flächensanierung in der Altstadt, um städtebauliche Missstände zu beseitigen. Die Neue Straße war von diesen Planungen zwar nicht unmittelbar betroffen, dennoch kam es auch dort vereinzelt zum Abbruch historischer Bausubstanz.
Ein entscheidender Wendepunkt war die Gründung der Bürgerinitiative „Altstadtsanierung Leer“ im Juli 1973. Der öffentlichkeitswirksame Protest der Initiative führte im Laufe des Jahres 1974 zu einem Umdenken bei den politischen Entscheidungsträgern.
In der Folge setzte sich zunehmend eine erhaltende, auf einzelne Gebäude ausgerichtete Stadtsanierung durch. Auch in der Neuen Straße wurde damit der historische Gebäudebestand stärker berücksichtigt.
Diese Entwicklung trug dazu bei, dass die Straße ihren kleinstädtischen Charakter bewahren konnte. Das Zusammenspiel aus historischen Wohnhäusern, ehemaligen Handelshäusern, Packhäusern und unterschiedlichen Fassadengestaltungen blieb weitgehend erhalten.
Warum die Neue Straße unter Denkmalschutz steht
Die Denkmalbegründung hebt insbesondere die geschichtliche Bedeutung der Straße für die Orts‑, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte Leers hervor. Der historische Gebäudebestand auf der überkommenen Grundstücksstruktur dokumentiert die städtebauliche Entwicklung und die regionale Baugeschichte vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.
Darüber hinaus vermitteln die unterschiedlichen Gebäudetypen, Baustile und Nutzungen wichtige Einblicke in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Wohn- und Handwerkerhäuser stehen neben ehemaligen Kaufmannshäusern und Packhäusern, die an den früheren Hafen- und Warenhandel erinnern.
Die Neue Straße ist damit mehr als eine historische Häuserzeile. Sie veranschaulicht, wie sich Leer von einem älteren Siedlungskern zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt entwickelte und wie sich wirtschaftliche Veränderungen auf die Stadtstruktur auswirkten.
Die Verlagerung des Geschäftszentrums im 19. Jahrhundert und die Erfolge der erhaltenden Altstadtsanierung seit Mitte der 1970er-Jahre trugen wesentlich dazu bei, dass das historische Straßenbild bis heute erlebbar ist.
Aus diesen Gründen liegt die Erhaltung der gesamten Gebäudegruppe „Neue Straße“ im öffentlichen Interesse.
Quelle: Denkmalatlas Niedersachsen, Landesamt für Denkmalpflege – Denkmalthema „Leer_Altstadt“, Objekt „Neue Straße“, Landkreis Leer.
Bildnachweis: Hans-Albert Dirks
Anzeige



























