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Wohn­kos­ten: 10,7 % der Bevöl­ke­rung gal­ten 2021 als überbelastet

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  • Beson­ders hohe Über­be­las­tung der Bevöl­ke­rung in Mie­ter­haus­hal­ten mit einem Anteil von 12,8 %
  • Belas­tung durch Wohn­kos­ten für Mie­ter­haus­hal­te in Städ­ten sowie in unters­ter Ein­kom­mens­grup­pe über­durch­schnitt­lich hoch
  • Net­to­kalt­mie­ten im Juli 2022 um 1,7 % gegen­über Juli 2021 gestiegen

WIESBADEN – Für vie­le Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land machen die monat­li­chen Aus­ga­ben für Woh­nen einen gro­ßen Teil der Lebens­hal­tungs­kos­ten aus. In aller Regel sind Aus­ga­ben für Woh­nen und vor allem Mie­ten monat­li­che Fix­kos­ten, bei denen kaum oder nur wenig Ein­spar­po­ten­zi­al besteht. Durch­schnitt­lich 23,3 % ihres ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens muss­ten Haus­hal­te im Jahr 2021 für die Wohn­kos­ten auf­brin­gen, wie das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt (Desta­tis) mit­teilt. Liegt die Wohn­kos­ten­be­las­tung, also der Anteil des für die Wohn­kos­ten auf­ge­wen­de­ten ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens, bei mehr als 40 %, gel­ten Haus­hal­te als über­be­las­tet. Im ver­gan­ge­nen Jahr traf dies auf 10,7 % der Bevöl­ke­rung zu.

Bevöl­ke­rung in Mie­ter­haus­hal­ten muss grö­ße­ren Teil ihres ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens für Wohn­kos­ten auf­wen­den als Eigentümerhaushalte

Betrach­tet man nur die Bevöl­ke­rung in Haus­hal­ten, die zur Mie­te woh­nen, ist die Belas­tung durch Wohn­kos­ten noch grö­ßer. Im Jahr 2021 gal­ten 12,8 % der Bevöl­ke­rung in Mie­ter­haus­hal­ten als über­be­las­tet. Der durch­schnitt­li­che Anteil des ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens, der in die­ser Grup­pe für Wohn­kos­ten auf­ge­wen­det wer­den muss­te, lag bei 27,6 %.

 

 

Ein­per­so­nen­haus­hal­te und Allein­er­zie­hen­de mit höchs­ter Wohn­kos­ten­be­las­tung 2021

Wer im Jahr 2021 in einem Ein­per­so­nen­haus­halt zur Mie­te wohn­te, hat­te durch­schnitt­lich die höchs­te Wohn­kos­ten­be­las­tung. Mehr als ein Drit­tel ihres ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens (35,4 %) gaben die­se Ein­per­so­nen­haus­hal­te im Schnitt für Wohn­kos­ten aus. Fast jede bezie­hungs­wei­se jeder vier­te der allein­le­ben­den Mie­te­rin­nen und Mie­ter (24,7 %) muss­te für die Wohn­kos­ten sogar mehr als 40 % des ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens auf­wen­den und galt somit als überbelastet.

Eine über­durch­schnitt­lich hohe Wohn­kos­ten­be­las­tung hat­ten mit 30,7 % im Jahr 2021 auch allein­er­zie­hen­de Mie­te­rin­nen und Mie­ter mit min­des­tens einem Kind. Dage­gen gaben zwei Erwach­se­ne ohne Kin­der (23,7 %) und zwei Erwach­se­ne mit Kin­dern (24,1 %), die zur Mie­te wohn­ten, durch­schnitt­lich den gerings­ten Anteil am ver­füg­ba­ren Ein­kom­men für Wohn­kos­ten aus.

Men­schen in unters­ter Ein­kom­mens­grup­pe und in Städ­ten am stärks­ten durch Wohn­kos­ten belastet

Noch deut­li­cher unter­schei­det sich die Wohn­kos­ten­be­las­tung der Men­schen in Mie­ter­haus­hal­ten, wenn man fünf gleich gro­ße Ein­kom­mens­grup­pen bil­det (soge­nann­te Ein­kom­mens­quin­ti­le). Das nach Ein­kom­men unters­te Fünf­tel aller Mie­ter­haus­hal­te gab im Jahr 2021 dem­nach durch­schnitt­lich 42,6 % des ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens für Wohn­kos­ten aus. Mehr als ein Drit­tel der Mie­te­rin­nen und Mie­ter (36,2 %) in der unters­ten von fünf Ein­kom­mens­grup­pen leb­te in einem als über­be­las­tet gel­ten­den Haushalt.

Wie stark die Wohn­kos­ten für die betrof­fe­nen Mie­ter­haus­hal­te ins Gewicht fal­len, vari­iert auch je nach­dem, wie dicht besie­delt der ent­spre­chen­de Wohn­ort ist. So war die Wohn­kos­ten­be­las­tung im Jahr 2021 mit durch­schnitt­lich 28,6 % in Städ­ten am größ­ten. In länd­li­chen Gebie­ten muss­ten dem­ge­gen­über im Schnitt ledig­lich 24,9 % des ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für Wohn­kos­ten auf­ge­bracht werden.

 

 

Net­to­kalt­mie­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ste­tig erhöht

Die Ent­wick­lung der Miet­prei­se hat Aus­wir­kun­gen auf die Wohn­kos­ten­be­las­tung. Aktu­ell ist die Teue­rung der Net­to­kalt­mie­ten im Ver­gleich zu den hohen Preis­stei­ge­run­gen in vie­len Berei­chen und im Ver­gleich zur Gesamt­teue­rung mode­rat. Bin­nen Jah­res­frist erhöh­ten sich im Juli 2022 die Net­to­kalt­mie­ten im Durch­schnitt um 1,7 %, die Ver­brau­cher­prei­se ins­ge­samt stie­gen um 7,5 %. Den­noch haben sich die Net­to­kalt­mie­ten über die ver­gan­ge­nen Jah­re ten­den­zi­ell ste­tig erhöht, im Zeit­raum von 2015 bis 2021 um 8,5 %. Die Net­to­kalt­mie­te ist eine bedeu­ten­de Ver­brauchs­aus­ga­be, da sie einen sehr gro­ßen Teil des Haus­halts­bud­gets aus­macht, und ist damit in der Kas­se der pri­va­ten Haus­hal­te deut­lich spür­bar. Bei einer ange­nom­me­nen Net­to­kalt­mie­te von 1 000 Euro liegt der monat­li­che Mehr­be­trag durch die aktu­el­le Teue­rungs­ra­te durch­schnitt­lich bei 17 Euro und sum­miert sich über das Jahr hin­weg auf über 200 Euro.

 

Preis­ent­wick­lung im Bereich Mie­ten und Wohnen
 
Die Preis­ent­wick­lung im Bereich Woh­nen umfasst aller­dings mehr als nur die Net­to­kalt­mie­te, zur soge­nann­ten „Warm­mie­te“ gehö­ren auch ver­schie­de­ne Woh­nungs­ne­ben­kos­ten. Die Teue­run­gen hier­für fal­len deut­lich stär­ker aus und betref­fen nicht nur die Per­so­nen, die zur Mie­te woh­nen. So ver­teu­er­ten sich die Woh­nungs­ne­ben­kos­ten im Juli 2022 um 2,2 % gegen­über dem Vorjahresmonat. 

Der Preis­an­stieg für die Haus­halts­en­er­gie lag bei +42,9 % im Juli 2022 gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat, dar­un­ter ver­teu­er­ten sich Heiz­öl mit +102,6 % und Erd­gas mit +75,1 %. Der Preis­an­stieg bei Strom lag im Juli 2022 bei +18,1 %. Auch für Repa­ra­tu­ren und Instand­hal­tung stie­gen die Prei­se mit +14,4 % bin­nen Jah­res­frist deutlich.

Deutsch­land mit hohem Mie­ter­an­teil im EU-Vergleich

Ins­be­son­de­re in Deutsch­land sind ver­gleichs­wei­se vie­le Men­schen von der Ent­wick­lung der Miet­prei­se betrof­fen. Im Jahr 2021 wohn­te hier­zu­lan­de mehr als jeder zwei­te Mensch (50,5 %) zur Mie­te. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren hat­te Deutsch­land im EU-Ver­gleich stets einen sehr hohen Anteil von Mie­te­rin­nen und Mie­tern an der Gesamt­be­völ­ke­rung. In eini­gen Län­dern wie Öster­reich (45,8 %) und Däne­mark (40,8 %) gibt es ver­gleich­ba­re Antei­le in der Bevöl­ke­rung, die zur Mie­te woh­nen. Auch hier kommt der Preis­ent­wick­lung der Net­to­kalt­mie­ten bei der Infla­ti­ons­mes­sung daher eine beson­de­re Rol­le zu.

Metho­di­sche Hinweise

Die Anga­ben zum Anteil der Wohn­kos­ten am ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­men für die Gesamt­be­völ­ke­rung stam­men aus der Erhe­bung über Ein­kom­men und Lebens­be­din­gun­gen in Euro­pa (EU-SILC). Es han­delt sich um Erst­ergeb­nis­se für das Jahr 2021. Die­se Erhe­bung ist seit dem Erhe­bungs­jahr 2020 als Unter­stich­pro­be in den Mikro­zen­sus inte­griert. Aus­führ­li­che Infor­ma­tio­nen zu den Ände­run­gen sowie den Aus­wir­kun­gen der Neu­ge­stal­tung und der Coro­na-Kri­se sind auf einer eigens ein­ge­rich­te­ten Son­der­sei­te verfügbar.

Der Begriff Wohn­kos­ten bezeich­net die monat­li­chen Kos­ten, die mit dem Recht des Haus­halts auf Woh­nen in der Woh­nung ver­bun­den sind (bei Eigen­tü­mer/-innen: Grund­steu­er; bei Mie­ter/-innen: Miet­zah­lun­gen). Die Neben­kos­ten (Was­ser, Elek­tri­zi­tät, Gas und Hei­zung), die sich aus der tat­säch­li­chen Nut­zung der Woh­nung erge­ben, sind eben­falls berück­sich­tigt. Außer­dem sind ent­hal­ten: Aus­ga­ben für die Instand­hal­tung der Woh­nung bezie­hungs­wei­se des Hau­ses, Hypotheken­zinsen (bei Eigen­tü­mer/-innen), Versicherungs­beiträge (bei Eigen­tü­mer/-innen; bei Mie­ter/-innen, falls die­se die Kos­ten tra­gen) und wei­te­re Kos­ten wie zum Bei­spiel für Müll­ab­fuhr und Straßenreinigung.

Bei den aus­ge­wie­se­nen durch­schnitt­li­chen Antei­len der Wohn­kos­ten wer­den mög­li­cher­wei­se vom Haus­halt erhal­te­ne woh­nungs­be­zo­ge­ne Trans­fer­leis­tun­gen noch nicht abge­zo­gen. Als über­be­las­tet wird ein Haus­halt hin­ge­gen nur kate­go­ri­siert, wenn auch nach Abzug erhal­te­ner Zuschüs­se, wie z. B. des Wohn­gel­des, noch mehr als 40 % des ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­mens für die Wohn­kos­ten auf­ge­wen­det wer­den müssen.

Auch bei allei­ni­ger Betrach­tung der Mie­ter­haus­hal­te soll­te der Anteil der Wohn­kos­ten am ver­füg­ba­ren Haus­halts­ein­kom­men nicht mit der soge­nann­ten Miet­be­las­tungs­quo­te ver­wech­selt wer­den. Die Miet­be­las­tungs­quo­te eines Haus­halts bezeich­net den Anteil am Haus­halts­net­to­ein­kom­men, der für die Brut­to­kalt­mie­te auf­ge­bracht wer­den muss. Das heißt, anders als bei der Wohn­kos­ten­be­las­tung, wer­den für die­se Quo­te die war­men Neben­kos­ten für Hei­zung und Warm­was­ser an den/die Ver­mie­ter/-in sowie wei­te­re Kos­ten, die nicht an den/die Ver­mie­ter/-in gezahlt wer­den, nicht berück­sich­tigt. Außer­dem beruht die durch das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt ver­öf­fent­lich­te Miet­be­las­tungs­quo­te auf einer ande­ren Daten­ba­sis als die Zah­len zur Belas­tung durch Wohn­kos­ten. Sie wird aus der vier­jäh­ri­gen Zusatz­er­he­bung zur Wohn­si­tua­ti­on über die gesam­te Stich­pro­be des Mikro­zen­sus berechnet.

Die Erhe­bung der Net­to­kalt­mie­ten in Deutsch­land ist Teil der Ver­brau­cher­preis­sta­tis­tik und basiert auf einer Stich­pro­ben­er­he­bung (Zufalls­stich­pro­ben­ver­fah­ren sie­he Qua­li­täts­be­richt).

Bei der Berech­nung der Preis­in­di­zes für die Net­to­kalt­mie­ten wird zudem die Regio­na­li­tät berück­sich­tigt durch die Gewich­tung für unter­schied­li­che Kreis­ty­pen. Eben­so wer­den seit 2015 (mit der letz­ten Revi­si­on 2018) nicht nur unter­schied­li­che Kreis­ty­pen, son­dern auch unter­schied­li­che Ver­miet­erty­pen in der Berech­nung ein­be­zo­gen und gewichtet.


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Deutsch­land­ti­cket wird 2027 teu­rer: 66,80 Euro – Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert ein­fa­che­ren Nahverkehr

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Deutsch­land­ti­cket soll 2027 teu­rer wer­den – Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert ein­fa­chen Nahverkehrstarif

Der Preis für das Deutsch­land­ti­cket soll ab 2027 auf 66,80 Euro pro Monat stei­gen. Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) kri­ti­siert die erneu­te Preis­er­hö­hung. Nach Ansicht der Ver­brau­cher­zen­tra­le könn­te ein regel­mä­ßi­ger Preis­an­stieg dazu füh­ren, dass das Ticket für immer mehr Men­schen finan­zi­ell unat­trak­tiv wird.

Gleich­zei­tig for­dert der vzbv einen bun­des­weit ein­heit­li­chen Nah­ver­kehrs­ta­rif für Gele­gen­heits­fah­rer. Bus und Bahn sol­len damit auch für Men­schen ein­fa­cher nutz­bar wer­den, die kein monat­li­ches Abon­ne­ment benötigen.

Deutsch­land­ti­cket: Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt vor wei­te­rer Preisspirale

Das Deutsch­land­ti­cket hat den Zugang zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr in Deutsch­land deut­lich ver­ein­facht. Mit einem ein­heit­li­chen Ticket kön­nen Fahr­gäs­te den Nah­ver­kehr bun­des­weit nut­zen, ohne sich mit unter­schied­li­chen Ver­bund­gren­zen, Tarif­zo­nen und regio­na­len Ticket­mo­del­len aus­ein­an­der­set­zen zu müssen.

Nach Ansicht des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands wird die­ser Vor­teil jedoch durch die ange­kün­dig­ten Preis­stei­ge­run­gen zuneh­mend geschwächt.

„Das Deutsch­land­ti­cket hat gezeigt, wie attrak­tiv ein ein­fa­cher und bun­des­weit nutz­ba­rer öffent­li­cher Nah­ver­kehr sein kann. Wenn das Ticket nun regel­mä­ßig teu­rer wird, droht die­ser Erfolg schritt­wei­se aus­ge­höhlt zu wer­den“, sagt Ramo­na Pop, Vor­stän­din des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands.

Der neue Preis von 66,80 Euro ab 2027 soll über einen neu­en Preis­in­dex bestimmt wer­den. Damit ent­fällt zwar das jähr­li­che poli­ti­sche Rin­gen um die kon­kre­te Höhe des Ticket­prei­ses. Gleich­zei­tig sieht der vzbv die Gefahr einer auto­ma­ti­sier­ten Preisspirale.

Deutsch­land­ti­cket für Gele­gen­heits­fah­rer nicht immer passend

Nach Ein­schät­zung der Ver­brau­cher­zen­tra­le ist das Deutsch­land­ti­cket vor allem für Men­schen attrak­tiv, die Bus und Bahn regel­mä­ßig nut­zen. Für Per­so­nen mit einem gerin­ge­ren Mobi­li­täts­be­darf kann sich ein monat­li­ches Abon­ne­ment dage­gen finan­zi­ell weni­ger lohnen.

Gera­de ange­sichts stei­gen­der Sprit­prei­se sei­en attrak­ti­ve Alter­na­ti­ven zum Auto wich­tig, erklärt Ramo­na Pop. Für Men­schen, die Bus und Bahn nur gele­gent­lich nut­zen, sei das Deutsch­land­ti­cket auf­grund der Preis­ent­wick­lung jedoch immer sel­te­ner eine pas­sen­de Lösung.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le kri­ti­siert des­halb, dass ein ein­fa­cher Zugang zum bun­des­wei­ten Nah­ver­kehr der­zeit im Wesent­li­chen an das Deutsch­land­ti­cket gekop­pelt sei.

Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert bun­des­weit ein­heit­li­chen Nahverkehrstarif

Als Alter­na­ti­ve schlägt der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band einen bun­des­weit ein­heit­li­chen Nah­ver­kehrs­ta­rif für Gele­gen­heits­fahr­ten vor.

Das Modell soll sich am Grund­prin­zip des Deutsch­land­ti­ckets ori­en­tie­ren: Statt unter­schied­li­cher Ent­fer­nun­gen, Tarif­zo­nen und Ver­bund­gren­zen sol­len ein­fa­che Zeit­kar­ten die Nut­zung von Bus und Bahn ermöglichen.

Vor­ge­se­hen sind nur weni­ge, leicht ver­ständ­li­che Ticket­an­ge­bo­te mit fes­ten Nut­zungs­zei­ten. Die­se sol­len einen Zeit­raum von 15 Minu­ten bis zu 24 Stun­den abde­cken. Das Ange­bot soll bun­des­weit gel­ten und sowohl digi­tal als auch ana­log nutz­bar sein.

Damit könn­ten Fahr­gäs­te bei­spiels­wei­se eine Zeit­kar­te für eine bestimm­te Nut­zungs­dau­er kau­fen, ohne sich vor­her mit den jewei­li­gen regio­na­len Tarif­gren­zen beschäf­ti­gen zu müssen.

Schluss mit dem „Tarif­dschun­gel“ im Nahverkehr?

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le sieht ins­be­son­de­re bei Gele­gen­heits­fah­rern wei­ter­hin einen kom­pli­zier­ten Zugang zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr. Je nach Regi­on gel­ten unter­schied­li­che Ver­kehrs­ver­bün­de, Tarif­zo­nen und Ticketangebote.

„Gera­de Gele­gen­heits­nut­zer ste­hen wei­ter­hin vor einem unüber­sicht­li­chen Fli­cken­tep­pich aus Ver­bund­gren­zen, Tarif­zo­nen und unter­schied­li­chen Ticket­an­ge­bo­ten“, sagt Ramo­na Pop.

Das Ziel müs­se des­halb ein Tarif­sys­tem sein, das in ganz Deutsch­land nach den­sel­ben Grund­sät­zen funktioniert.

„Wer in Deutsch­land Bus und Bahn nutzt, braucht ein Tarif­sys­tem, das über­all gleich funk­tio­niert. Das Deutsch­land­ti­cket ist ein erfolg­rei­cher Anfang, den Tarif­dschun­gel zu been­den. Das­sel­be Prin­zip brau­chen auch Gele­gen­heits­fah­re­rin­nen und ‑fah­rer“, so Pop.

Ver­brau­cher­zen­tra­le: Ein­fa­cher Zugang soll erhal­ten bleiben

Nach Auf­fas­sung des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands braucht es neben dem Deutsch­land­ti­cket ein zusätz­li­ches, ein­fa­ches und bun­des­weit ein­heit­li­ches Ange­bot für Men­schen, die kein Abon­ne­ment abschlie­ßen möch­ten oder bei denen sich das Deutsch­land­ti­cket auf­grund der Nut­zungs­häu­fig­keit preis­lich nicht rechnet.

Der Vor­schlag der Ver­brau­cher­zen­tra­le setzt dabei auf weni­ge ver­ständ­li­che Zeit­kar­ten statt eines kom­ple­xen Sys­tems aus Ent­fer­nungs­stu­fen und Tarifzonen.

Damit soll der öffent­li­che Nah­ver­kehr auch für Gele­gen­heits­fah­rer ein­fa­cher zugäng­lich wer­den. Der vzbv ver­bin­det die For­de­rung ins­be­son­de­re mit dem Ziel, attrak­ti­ve Alter­na­ti­ven zur Nut­zung des Autos zu schaffen.

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Erkäl­tungs­sai­son 2026 in Nie­der­sach­sen beginnt: 25 Pro­zent der Krank­schrei­bun­gen wegen Atemwegsinfekten

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Erkäl­tungs­sai­son beginnt: 25 Pro­zent aller Krank­schrei­bun­gen in Nie­der­sach­sen wegen Atemwegsinfekten

Die Erkäl­tungs­sai­son hat in Nie­der­sach­sen begon­nen. Nach aktu­el­len Aus­wer­tun­gen der AOK Nie­der­sach­sen steigt die Zahl der Krank­schrei­bun­gen auf­grund von Erkäl­tungs­krank­hei­ten, grip­pa­len Infek­ten und wei­te­ren aku­ten Atem­wegs­er­kran­kun­gen deut­lich an. In der ver­gan­ge­nen Woche wur­den rund 22.700 Neu­erkran­kun­gen von Arzt­pra­xen an die AOK übermittelt.

Der Herbst bringt nicht nur küh­le­re Tem­pe­ra­tu­ren, son­dern auch einen deut­li­chen Anstieg von Atem­wegs­er­kran­kun­gen. Die aktu­el­len Daten der AOK Nie­der­sach­sen zei­gen, dass die Zahl der Krank­schrei­bun­gen wegen Erkäl­tungs­krank­hei­ten und ande­rer aku­ter Atem­wegs­in­fek­te der­zeit spür­bar zunimmt.

Rund 25 Pro­zent aller ärzt­li­chen Erst­be­schei­ni­gun­gen ent­fal­len aktu­ell in Nie­der­sach­sen auf aku­te Atemwegserkrankungen.

Dr. Jür­gen Peter, Vor­stands­vor­sit­zen­der der AOK Nie­der­sach­sen, erklärt: „Atem­wegs­in­fek­te prä­gen aktu­ell das lan­des­wei­te Krank­heits­ge­sche­hen. Rund 25 Pro­zent aller ärzt­li­chen Erst­be­schei­ni­gun­gen ent­fal­len der­zeit auf aku­te Atem­wegs­er­kran­kun­gen. Unse­re Daten zei­gen, dass sich die Ent­wick­lung auf dem Niveau der Vor­jah­re bewegt.“

Rund 22.700 Neu­erkran­kun­gen in einer Woche

In der ver­gan­ge­nen Woche wur­den den Anga­ben der AOK zufol­ge rund 22.700 Neu­erkran­kun­gen durch Arzt­pra­xen an die Kran­ken­kas­se über­mit­telt. Dabei han­delt es sich um Krank­schrei­bun­gen im Zusam­men­hang mit Erkäl­tungs­krank­hei­ten, grip­pa­len Infek­ten und wei­te­ren aku­ten Atemwegserkrankungen.

Ein Blick auf die ver­gan­ge­nen Jah­re zeigt einen ähn­li­chen sai­so­na­len Ver­lauf. Auch 2024 und 2025 nah­men die Krank­heits­fäl­le im Sep­tem­ber spür­bar zu. In den Herbst- und Win­ter­mo­na­ten stie­gen die Zah­len anschlie­ßend wei­ter an.

Eine belast­ba­re Pro­gno­se für die wei­te­re Ent­wick­lung lässt sich nach Anga­ben der AOK der­zeit noch nicht ableiten.

Grip­pe­wel­le hat noch nicht begonnen

Die eigent­li­che Grip­pe­wel­le hat in Nie­der­sach­sen noch nicht begon­nen. Ers­te Influ­en­za-Fäl­le wer­den aller­dings bereits registriert.

Eine grö­ße­re Rol­le bei den aktu­el­len Krank­schrei­bun­gen spielt Influ­en­za der­zeit noch nicht. Auch COVID-19 spielt bei den Krank­schrei­bun­gen aktu­ell kei­ne Rol­le.

Atem­wegs­in­fek­te gehö­ren regel­mä­ßig zu den häu­figs­ten Ursa­chen für krank­heits­be­ding­te Fehl­zei­ten am Arbeits­platz. Typi­sche Beschwer­den sind bei­spiels­wei­se Schnup­fen, Hus­ten und Hals­schmer­zen.

Bestimm­te Atem­wegs­er­kran­kun­gen kön­nen aller­dings deut­lich schwe­rer ver­lau­fen. Ins­be­son­de­re Influ­en­za und COVID-19 kön­nen zu schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen füh­ren und län­ge­re Aus­fall­zei­ten verursachen.

Imp­fun­gen kön­nen vor schwe­ren Krank­heits­ver­läu­fen schützen

Mit Blick auf die bevor­ste­hen­de Herbst- und Win­ter­sai­son emp­fiehlt die AOK Nie­der­sach­sen, ent­spre­chend den aktu­el­len Impf­emp­feh­lun­gen der Stän­di­gen Impf­kom­mis­si­on (STIKO) die jähr­li­che Grip­pe­schutz­imp­fung durch­füh­ren zu lassen.

Die Imp­fung kann in Haus­arzt­pra­xen oder Apo­the­ken erfolgen.

Beson­ders emp­foh­len wird die Grip­pe­schutz­imp­fung unter ande­rem für:

  • Men­schen ab 60 Jahren
  • Per­so­nen mit bestimm­ten Vorerkrankungen
  • Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner von Pflegeeinrichtungen
  • medi­zi­ni­sches und pfle­ge­ri­sches Personal

Imp­fun­gen kön­nen das Risi­ko schwe­rer Krank­heits­ver­läu­fe deut­lich redu­zie­ren. Gleich­zei­tig tra­gen sie dazu bei, beson­ders gefähr­de­te Men­schen zu schützen.

AOK will Infek­ti­ons­ge­sche­hen regel­mä­ßig veröffentlichen

Die AOK Nie­der­sach­sen will in Kür­ze wie­der wöchent­lich über die Ent­wick­lung des Infek­ti­ons­ge­sche­hens informieren.

Mit Beginn der Grip­pe­sai­son sol­len zusätz­lich regio­na­li­sier­te Erkran­kungs­zah­len für die ein­zel­nen Land­krei­se ver­öf­fent­licht wer­den. Dadurch soll sich die Ent­wick­lung der Atem­wegs­er­kran­kun­gen in Nie­der­sach­sen auch auf regio­na­ler Ebe­ne ver­fol­gen lassen.

Die aktu­el­len Daten zei­gen bereits: Die Erkäl­tungs­sai­son 2026 hat in Nie­der­sach­sen begon­nen. Mit rund 22.700 neu über­mit­tel­ten Erkran­kungs­fäl­len in nur einer Woche und einem Anteil von rund 25 Pro­zent an allen ärzt­li­chen Erst­be­schei­ni­gun­gen gehö­ren aku­te Atem­wegs­in­fek­te der­zeit zu den wich­tigs­ten Grün­den für Krankschreibungen.

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Armut in Deutsch­land: Neu­er Höchst­stand erreicht!

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Pari­tä­ti­scher Armuts­be­richt 2026: Sozia­le Spal­tung ver­schärft sich – 13,3 Mil­lio­nen Men­schen in Armut

Der neue Armuts­be­richt des Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­ban­des unter dem Titel „Wach­sen­de Armut, schrump­fen­de Sicher­heit“ lie­fert alar­mie­ren­de Ergeb­nis­se: Die sozia­le Spal­tung in Deutsch­land nimmt wei­ter zu. Mit 13,3 Mil­lio­nen betrof­fe­nen Men­schen steigt die Armuts­quo­te auf einen Höchst­stand von 16,1 Pro­zent.

Alar­mie­ren­de Trends bei zen­tra­len Bevölkerungsgruppen

Die Kluft zwi­schen ver­schie­de­nen gesell­schaft­li­chen Grup­pen ver­grö­ßert sich ste­tig. Beson­ders betrof­fen sind älte­re Men­schen, Frau­en und Alleinerziehende.

  • Senio­ren: Mit einer Quo­te von 19,5 Pro­zent ist fast jede fünf­te Per­son ab 65 Jah­ren armuts­ge­fähr­det. Bei Frau­en über 75 Jah­ren liegt der Wert sogar bei 21,3 Pro­zent. Der Lebens­abend droht zuneh­mend zur Armuts­fal­le zu werden.

  • Haus­halts­ty­pen: Allein­le­ben­de und Allein­er­zie­hen­de tra­gen das höchs­te Risi­ko. Mit Armuts­quo­ten von 30,3 Pro­zent bei Allein­le­ben­den und 28,9 Pro­zent bei Allein­er­zie­hen­den ist etwa jede drit­te Per­son in die­sen Lebens­la­gen von Armut betroffen.

  • Geschlech­ter­un­ter­schie­de: Frau­en sind mit 16,7 Pro­zent etwas häu­fi­ger von Armut betrof­fen als Män­ner mit 15,6 Pro­zent.

Bei dem ver­wen­de­ten Bei­trags­bild han­delt es sich um eine KI-gene­rier­te Illus­tra­ti­on, die dazu dient, das The­ma des Arti­kels visu­ell zu veranschaulichen.

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Mate­ri­el­le Not und regio­na­le Unterschiede

Die Aus­wir­kun­gen der Armut sind längst im All­tag ange­kom­men – sei es bei der Ent­schei­dung für eine voll­wer­ti­ge Mahl­zeit oder beim Ver­zicht auf Teil­ha­be. Ins­ge­samt 4,6 Mil­lio­nen Men­schen leben in erheb­li­cher mate­ri­el­ler Ent­beh­rung, dar­un­ter etwa 1 Mil­li­on min­der­jäh­ri­ge Kin­der und Jugend­li­che sowie 650.000 Alters­rent­ner.

Auch regio­nal drif­tet Deutsch­land aus­ein­an­der. Wäh­rend in Bay­ern etwa jede ach­te Per­son armuts­ge­fähr­det ist, betrifft dies in Sach­sen-Anhalt mehr als jede fünf­te und in Bre­men sogar mehr als jede vier­te Per­son. Der Abstand zwi­schen dem Bun­des­land mit der nied­rigs­ten und der höchs­ten Quo­te wächst wei­ter – von 14,1 Pro­zent­punk­ten im Jahr 2024 auf nun­mehr 14,9 Pro­zent­punk­te.

Kri­tik an Kürzungsplänen

Dr. Joa­chim Rock, Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Pari­tä­ti­schen Gesamt­ver­ban­des, warnt ein­dring­lich vor den Fol­gen aktu­el­ler poli­ti­scher Debat­ten über Sozi­al­kür­zun­gen. „Wir sehen eine Gesell­schaft, die sozi­al wei­ter aus­ein­an­der­drif­tet. Men­schen spü­ren das. Jetzt immer neue Kür­zun­gen zu dis­ku­tie­ren, schürt Angst und Unsi­cher­heit. Das spielt Popu­lis­ten und Extre­mis­ten in die Hän­de“, so Rock.

Er kri­ti­siert ins­be­son­de­re geplan­te Ein­schnit­te beim Wohn­geld, Unter­halts­vor­schuss sowie in der Jugend- und Ein­glie­de­rungs­hil­fe. „Dass älte­re Men­schen nach einem lan­gen Erwerbs­le­ben und Haus­hal­te mit Kin­dern beson­ders betrof­fen sind, zeigt die schon jetzt bestehen­den Defi­zi­te im Sozi­al­staat. Wer zusätz­li­che Kür­zun­gen betreibt, bekämpft kei­ne Kri­sen, son­dern ver­schärft sie“, warnt der Hauptgeschäftsführer.

Sein Appell an die Bun­des­re­gie­rung ist deut­lich: Der aktu­el­le Kurs müs­se gestoppt wer­den, um eine Poli­tik zu eta­blie­ren, die Armut aktiv bekämpft, statt sie ledig­lich zu verwalten.

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