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CDU Ost­fries­land for­dert Zukunft für VW Emden und zwei­ten Marinehafen

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CDU-Bezirks­vor­sit­zen­der Ulf Thie­le for­der­te in sei­ner Rede beim Bezirks­par­tei­tag im Fähr­haus in Emden die Ent­wick­lung eines „Ost­fries­land­plans 2.0“. Die­ser sol­le vor allem als Inno­va­ti­ons­stra­te­gie für die Regi­on die­nen und erneu­er­ba­re Ener­gien, Indus­trie, Mit­tel­stand, mari­ti­me Wirt­schaft sowie die Hoch­schu­le Emden/Leer stär­ker mit­ein­an­der verknüpfen.

CDU Ost­fries­land beschließt Zukunfts­pro­gramm für Land­wirt­schaft, Indus­trie und Häfen

Bezirks­par­tei­tag in Emden: CDU for­dert kla­re Zukunfts­per­spek­ti­ve für VW Emden, einen zwei­ten Mari­ne­ha­fen an der Ems und einen „Ost­fries­land­plan 2.0“

Emden, 15. August 2026. Die CDU Ost­fries­land hat auf ihrem Bezirks­par­tei­tag in Emden zen­tra­le poli­ti­sche Leit­li­ni­en für die kom­men­den Jah­re beschlos­sen. Unter dem Mot­to „Ganz klar für Ost­fries­land“ ver­ab­schie­de­ten die Dele­gier­ten am Sonn­abend im Fähr­haus am Emder Bor­kum­kai ein umfang­rei­ches Arbeits­pro­gramm für die Region.

Im Mit­tel­punkt stan­den die Zukunft der Land­wirt­schaft, die Siche­rung indus­tri­el­ler Arbeits­plät­ze, die Ent­wick­lung der ost­frie­si­schen Häfen, erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff sowie der Aus­bau der Infra­struk­tur und die Stär­kung der Kom­mu­nen und des länd­li­chen Raumes.

Als Gäs­te dis­ku­tier­ten unter ande­rem der Prä­si­dent des Land­volks Nie­der­sach­sen und Vize­prä­si­dent des Deut­schen Bau­ern­ver­ban­des, Dr. Hol­ger Hen­nies, sowie der Gene­ral­se­kre­tär der CDU Nie­der­sach­sen und agrar­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Dr. Mar­co Mohr­mann, mit den Dele­gier­ten. Auch die poli­ti­sche Lage vor der Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber spiel­te eine wich­ti­ge Rolle.

Land­volk­prä­si­dent Hen­nies for­dert mehr Pla­nungs­si­cher­heit für die Landwirtschaft

Dr. Hol­ger Hen­nies ver­wies auf die beson­de­re Bedeu­tung Nie­der­sach­sens als Agrar­land. Die land­wirt­schaft­li­chen Betrie­be sei­en leis­tungs­fä­hig und inno­va­tiv, stün­den gleich­zei­tig aber zuneh­mend unter wirt­schaft­li­chem Druck.

Hohe Pro­duk­ti­ons­kos­ten, wach­sen­de Auf­la­gen und feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit wür­den Inves­ti­tio­nen erschwe­ren und damit die Zukunft vie­ler Fami­li­en­be­trie­be gefährden.

„Unse­re Land­wirt­schaft braucht nicht immer neue Auf­la­gen, son­dern ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, unter denen unse­re Betrie­be wett­be­werbs­fä­hig pro­du­zie­ren und inves­tie­ren kön­nen. Wer hei­mi­sche Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on will, muss den Fami­li­en­be­trie­ben auch eine wirt­schaft­li­che Zukunft ermög­li­chen“, sag­te Hennies.

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on bestand nach Anga­ben der CDU brei­te Über­ein­stim­mung dar­über, dass Land­wirt­schaft, Natur- und Kli­ma­schutz nicht gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den dürf­ten. Gefor­dert wur­den pra­xis­taug­li­che Lösun­gen, Pla­nungs­si­cher­heit und eine stär­ke­re Ori­en­tie­rung am Verursacherprinzip.

Mohr­mann: Arbeit müs­se sich wie­der stär­ker lohnen

Dr. Mar­co Mohr­mann for­der­te sowohl in der agrar­po­li­ti­schen Dis­kus­si­on als auch in sei­ner Rede zur poli­ti­schen Lage einen grund­le­gen­den Kurs­wech­sel. Nie­der­sach­sen müs­se sei­ne wirt­schaft­li­chen Stär­ken wie­der stär­ker in den Mit­tel­punkt stel­len. Unter­neh­men, Land­wirt­schaft und Beschäf­tig­te soll­ten von unnö­ti­gen Belas­tun­gen ent­las­tet werden.

Mit Blick auf die Land­wirt­schaft erklär­te Mohr­mann: „Wir müs­sen wie­der dafür sor­gen, dass die­je­ni­gen, die Lebens­mit­tel erzeu­gen, inves­tie­ren und Arbeits­plät­ze sichern, nicht durch immer neue Kos­ten und Auf­la­gen aus­ge­bremst wer­den. Land­wirt­schaft braucht unter­neh­me­ri­sche Frei­heit, Ver­läss­lich­keit und fai­re Wettbewerbsbedingungen.“

Mit Blick auf die Kom­mu­nal­wah­len stell­te Mohr­mann zudem das The­ma Leis­tungs­ge­rech­tig­keit in den Mit­tel­punkt. Men­schen, die arbei­ten und mit ihren Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben zur Finan­zie­rung des Gemein­we­sens bei­tra­gen, müss­ten am Monats­en­de spür­bar mehr von ihrem Ein­kom­men behal­ten können.

Die CDU müs­se ins­be­son­de­re auf kom­mu­na­ler Ebe­ne zei­gen, dass sie kon­kre­te Pro­ble­me lösen kön­ne, wirt­schaft­li­che Ver­nunft mit sozia­ler Ver­ant­wor­tung ver­bin­de und Städ­ten, Gemein­den und Land­krei­sen wie­der grö­ße­re eige­ne Hand­lungs­spiel­räu­me verschaffe.

CDU for­dert lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve für VW-Werk in Emden

Der CDU-Bezirks­vor­sit­zen­de Ulf Thie­le MdL stell­te die Zukunft des Indus­trie­stand­or­tes Emden beson­ders her­aus. Das Volks­wa­gen-Werk sei von gro­ßer Bedeu­tung für die Stadt, aber auch für Beschäf­ti­gung, Kauf­kraft, Zulie­fe­rer und die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät der gesam­ten Region.

Thie­le for­der­te den VW-Kon­zern auf, bestehen­de Ver­ein­ba­run­gen ein­zu­hal­ten. Wenn die Beschäf­tig­ten und die Werk­lei­tung in Emden ihren Teil der ver­ein­bar­ten Kos­ten­zie­le erfüll­ten, müs­se auch der Volks­wa­gen-Vor­stand zu sei­nen Zusa­gen stehen.

„Der Tigu­an gehört dann wie zuge­sagt nach Emden. Und für mich ist eben­so klar: Auch das künf­ti­ge Nach­fol­ge­mo­dell des ID.7 muss in Emden gebaut wer­den“, sag­te Thiele.

Die For­de­rung wur­de auch in den beschlos­se­nen Leit­an­trag auf­ge­nom­men. Die CDU Ost­fries­land erwar­tet dem­nach aus­drück­lich Ver­trags­treue des VW-Vor­stan­des und bei Errei­chen der ver­ein­bar­ten Ein­spar­zie­le die zuge­sag­te Pro­duk­ti­on des ID. Tigu­an am Stand­ort Emden.

Emden soll zwei­ter Mari­ne­ha­fen­stand­ort werden

Eine wei­te­re zen­tra­le For­de­rung betrifft die mari­ti­me Bedeu­tung Emdens. Thie­le sprach sich dafür aus, den Emder Hafen neben Wil­helms­ha­ven zu einem Mari­ne­ha­fen­stand­ort der Deut­schen Mari­ne auszubauen.

Emden ver­fü­ge über geeig­ne­te Flä­chen, mari­ti­me Kom­pe­tenz, Hafen­in­fra­struk­tur und eine stra­te­gisch güns­ti­ge Lage. Ange­sichts der ver­än­der­ten Sicher­heits­la­ge in Euro­pa sei­en zusätz­li­che mari­ti­me Fähig­kei­ten und belast­ba­re Hafen­struk­tu­ren notwendig.

Auch die­se For­de­rung wur­de in den Leit­an­trag auf­ge­nom­men. Die Bun­des­re­gie­rung soll dem­nach die ver­füg­ba­ren Außen­ha­fen­flä­chen Emdens, ins­be­son­de­re am Rysumer Nacken, als stra­te­gi­schen Mari­ne­ha­fen­stand­ort der Deut­schen Mari­ne neben Wil­helms­ha­ven ent­wi­ckeln. Gleich­zei­tig soll die Pro­duk­ti­on von Defence-Gütern im ost­frie­si­schen Mit­tel­stand gestärkt werden.

 

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„Ost­fries­land­plan 2.0“ soll Inno­va­ti­on und Arbeits­plät­ze schaffen

Mit dem Leit­an­trag „Ganz klar für Ost­fries­land – Star­ker länd­li­cher Raum, ver­läss­li­che Infra­struk­tur und wirt­schaft­li­che Dyna­mik“ ver­ab­schie­de­te die CDU ein umfang­rei­ches poli­ti­sches Arbeitsprogramm.

Eine zen­tra­le Rol­le spielt dabei die Idee eines „Ost­fries­land­plans 2.0“. Dahin­ter steht eine neue Inno­va­ti­ons­stra­te­gie, die die unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und wis­sen­schaft­li­chen Stär­ken der Regi­on stär­ker mit­ein­an­der ver­bin­den soll.

Genannt wer­den ins­be­son­de­re erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff, die mari­ti­me Wirt­schaft, die Auto­mo­bil­in­dus­trie, der Mit­tel­stand sowie die Hoch­schu­le Emden/Leer.

Nach den Vor­stel­lun­gen der CDU soll Ost­fries­land stär­ker als Modell­re­gi­on für Inno­va­ti­on ent­wi­ckelt wer­den. Geplant bezie­hungs­wei­se gefor­dert wer­den unter ande­rem ein inten­si­ve­rer Tech­no­lo­gie- und Wis­sens­trans­fer zwi­schen Hoch­schu­le und Mit­tel­stand, bes­se­re Bedin­gun­gen für Unter­neh­mens­grün­dun­gen und Start-ups sowie neue Finanzierungsinstrumente.

Der Leit­an­trag sieht unter ande­rem Real­la­bo­re für Was­ser­stoff­spei­cher und Netz­sta­bi­li­sie­rung, Tech­no­lo­gie­trans­fer-Gut­schei­ne für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men sowie einen regio­na­len Risi­ko­ka­pi­tal-Grün­der­fonds vor.

„Wir brau­chen jetzt einen Ost­fries­land­plan 2.0. Er muss vor allem eine Inno­va­ti­ons­stra­te­gie für unse­re Regi­on sein“, erklär­te Thie­le. Ziel müs­se es sein, aus der vor­han­de­nen erneu­er­ba­ren Ener­gie neue Inno­va­tio­nen, Inves­ti­tio­nen, Wert­schöp­fung und siche­re Arbeits­plät­ze ent­ste­hen zu lassen.

Das von der CDU for­mu­lier­te Leit­mo­tiv lau­tet dabei: „Indus­trie folgt der Ener­gie.“ Der in Ost­fries­land erzeug­te Strom soll stär­ker vor Ort für indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on, Was­ser­stoff­wirt­schaft und neue Arbeits­plät­ze genutzt werden.

 

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Land­wirt­schaft, Ener­gie und Infra­struk­tur als wei­te­re Schwerpunkte

In der Land­wirt­schaft bekennt sich die CDU zu den bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­ben. Gefor­dert wer­den weni­ger Büro­kra­tie, mehr Pla­nungs­si­cher­heit und fai­re Bedin­gun­gen für regio­na­le Lebens­mit­tel. Außer­dem spricht sich die Par­tei für ein akti­ves Wolfs­ma­nage­ment und einen koope­ra­ti­ven Moor­schutz anstel­le diri­gis­ti­scher Vor­ga­ben aus.

Beim Wirt­schafts­stand­ort setzt die CDU auf die Siche­rung des indus­tri­el­len Drei­ecks aus VW Emden, Ener­con und Mey­er Werft. Gleich­zei­tig sol­len neue Wert­schöp­fungs­mög­lich­kei­ten rund um erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff entstehen.

Für den Emder Hafen for­dert die Par­tei neben der Fahr­rin­nen­an­pas­sung der Außen­ems neue Groß­schiffs­lie­ge­plät­ze sowie einen vom Land finan­zier­ten Hafen­pakt. Der Mas­ter­plan Ems müs­se öko­lo­gi­sche Sanie­rung und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung mit­ein­an­der verbinden.

Wei­te­re For­de­run­gen betref­fen den Lücken­schluss der A20 und die B210n, den Aus­bau von Schie­ne, Glas­fa­ser und Mobil­funk sowie eine zukunfts­fes­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Auch die Hoch­schu­le und die beruf­li­che Bil­dung sol­len gestärkt und die Unter­richts­ver­sor­gung ver­bes­sert werden.

Zudem for­dert die CDU grö­ße­re finan­zi­el­le Hand­lungs­spiel­räu­me für Städ­te, Gemein­den und Landkreise.

„Die­ser Leit­an­trag ist kein Wunsch­zet­tel, son­dern unser poli­ti­scher Arbeits­auf­trag für Ost­fries­land“, sag­te Thie­le. Ost­fries­land sol­le nicht Zuschau­er des Wan­dels sein, son­dern von den Ver­än­de­run­gen wirt­schaft­lich profitieren.

CDU legt Zukunfts­plan für die ost­frie­si­sche Küs­ten­fi­sche­rei vor

Mit einem wei­te­ren Beschluss stell­te sich der Bezirks­par­tei­tag hin­ter die ost­frie­si­sche Küs­ten­fi­sche­rei. Gefor­dert wird ein ergeb­nis­of­fe­ner Fische­rei­dia­log auf Grund­la­ge trans­pa­ren­ter wis­sen­schaft­li­cher und sozio­öko­no­mi­scher Daten.

Dabei soll die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der Fische­rei­be­trie­be stär­ker berück­sich­tigt wer­den. Bereits bestehen­de Fische­rei­ver­bots­zo­nen sol­len auf die euro­päi­schen Flä­chen­zie­le ange­rech­net wer­den. Gleich­zei­tig for­dert die CDU gesi­cher­te Durch­fahrts­rech­te und pra­xis­taug­li­che, dyna­mi­sche Schutzgebiete.

Statt eines rei­nen Flot­ten­ab­baus ver­langt die Par­tei einen ver­bind­li­chen Trans­for­ma­ti­ons­fahr­plan. Die­ser soll die Betrie­be sta­bi­li­sie­ren, die Moder­ni­sie­rung von Flot­te und Häfen ermög­li­chen und lang­fris­tig eine öko­lo­gisch wie wirt­schaft­lich trag­fä­hi­ge Küs­ten­fi­sche­rei sichern.

Dafür soll nach dem Beschluss ein mehr­jäh­ri­ges Inves­ti­ti­ons­pro­gramm von Bund und Land mit einem Finanz­rah­men zwi­schen 90 und 135 Mil­lio­nen Euro auf­ge­legt werden.

Zusätz­lich for­dert die CDU ein ver­bind­li­ches Fische­rei­ha­fen- und Stand­ort­kon­zept. Im Beschluss heißt es: „Die Küs­ten­fi­sche­rei gehört zu Ost­fries­land wie die Dei­che und das Meer.“

Aus­bil­dung auf den Ost­frie­si­schen Inseln soll ver­bes­sert werden

Auch die beson­de­ren Bedin­gun­gen für Aus­zu­bil­den­de auf den Ost­frie­si­schen Inseln waren The­ma des Parteitages.

Die CDU for­dert, den Block­un­ter­richt für wich­ti­ge Aus­bil­dungs­be­ru­fe aus­zu­bau­en. Ab dem Schul­jahr 2027/28 sol­len die Aus­bil­dungs­gän­ge Hotelfachfrau/Hotelfachmann sowie Restaurantfachfrau/Restaurantfachmann für alle Aus­bil­dungs­jah­re an der BBS Bor­kum ein­ge­rich­tet werden.

Ergän­zend soll geprüft und geför­dert wer­den, ob theo­re­ti­sche Aus­bil­dungs­in­hal­te teil­wei­se im Distanz­un­ter­richt ver­mit­telt wer­den können.

Damit sol­len Rei­se­zei­ten und Kos­ten redu­ziert, mehr prak­ti­sche Aus­bil­dungs­zeit in den Betrie­ben ermög­licht und die Nach­wuchs­ge­win­nung für Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie auf den Inseln ver­bes­sert werden.

Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber im Blick

Mit Blick auf die Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber stell­te der Bezirks­par­tei­tag außer­dem die Bedeu­tung der kom­mu­na­len Ebe­ne heraus.

Die CDU wür­dig­te die Arbeit der ehren­amt­li­chen Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und for­dert eine bes­se­re finan­zi­el­le Aus­stat­tung der Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se. Bund und Land müss­ten für über­tra­ge­ne Auf­ga­ben auch die not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­tel bereitstellen.

Das Kon­ne­xi­täts­prin­zip – ver­ein­facht: „Wer die Musik bestellt, bezahlt“ – müs­se kon­se­quent ange­wen­det werden.

Thie­le fass­te den Anspruch der CDU Ost­fries­land am Ende des Par­tei­ta­ges zusam­men: „Wir haben heu­te deut­lich gemacht, wofür die CDU Ost­fries­land steht: für wirt­schaft­li­che Stär­ke statt schlei­chen­den Struk­tur­ver­lust, für eine Land­wirt­schaft mit Zukunft, für siche­re Arbeits­plät­ze, star­ke Häfen und Kom­mu­nen, die wie­der han­deln können.“

Die Par­tei wol­le die anste­hen­den Ver­än­de­run­gen nicht ledig­lich beglei­ten, son­dern aktiv aus Ost­fries­land her­aus gestal­ten. Das zen­tra­le Mot­to des Bezirks­par­tei­ta­ges lau­te­te ent­spre­chend: „Ganz klar für Ostfriesland.“

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Kreis­wahl im Land­kreis Leer: Aus­zäh­lungs­feh­ler in zwei Wahl­be­zir­ken – SPD-Man­dat wechselt

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Wahl­ein­spruch gegen Kreis­wahl im Land­kreis Leer: Aus­zäh­lungs­feh­ler in zwei Wahl­be­zir­ken entdeckt

Kreis­wahl vom 13. Sep­tem­ber 2026 muss kor­ri­giert wer­den – Sitz­ver­tei­lung bleibt unver­än­dert, bei der SPD zieht jedoch ein ande­rer Kan­di­dat in den Kreis­tag ein

Im Land­kreis Leer gibt es nach der Kreis­tags­wahl vom 13. Sep­tem­ber 2026 Kor­rek­tu­ren beim amt­li­chen Wahl­er­geb­nis. Die Wahl­lei­tung des Land­krei­ses Leer hat gegen das fest­ge­stell­te Ergeb­nis der Kreis­wahl Ein­spruch ein­ge­legt. Grund dafür sind Aus­zäh­lungs­feh­ler, die nach­träg­lich in zwei Wahl­be­zir­ken fest­ge­stellt wurden.

Betrof­fen sind aus­schließ­lich die Kreis­tags­wahl, nicht die gleich­zei­tig durch­ge­führ­te Land­rats­wahl. Die Feh­ler haben kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die grund­sätz­li­che Sitz­ver­tei­lung im Kreis­tag. Aller­dings füh­ren die kor­ri­gier­ten Stim­men dazu, dass bei der SPD ein ande­rer Kan­di­dat ein Man­dat erhält. Über den Wahl­ein­spruch muss der neu gewähl­te Kreis­tag in sei­ner kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung am 16. Novem­ber 2026 ent­schei­den. Land­kreis Leer

Zwei Wahl­be­zir­ke sind betroffen

Die Feh­ler bei der Aus­zäh­lung wur­den in zwei Wahl­lo­ka­len fest­ge­stellt. Betrof­fen sind:

  • der Wahl­be­zirk War­singsfehn-West in der Gemein­de Moormerland
  • das Schüt­zen­haus Völ­len­er­kö­nigs­fehn in der Gemein­de Westoverledingen

In bei­den Fäl­len wur­den bei der Über­prü­fung Abwei­chun­gen fest­ge­stellt, die eine Kor­rek­tur des Wahl­er­geb­nis­ses erfor­der­lich machen.

876 gül­ti­ge Stim­men in War­singsfehn-West nicht berücksichtigt

Im Wahl­be­zirk War­singsfehn-West in Moorm­er­land konn­ten die Wahl­be­rech­tig­ten bei der Kreis­tags­wahl bis zu drei Stim­men vergeben.

Bei der Aus­zäh­lung waren Stimm­zet­tel, auf denen alle drei Stim­men aus­schließ­lich für eine Par­tei, eine Wäh­ler­ge­mein­schaft oder eine ein­zel­ne Per­son abge­ge­ben wor­den waren, zu Sta­peln zusam­men­ge­fasst wor­den. Die­se Sta­pel wur­den bei der wei­te­ren Aus­zäh­lung jedoch nicht berücksichtigt.

Dadurch wur­den in die­sem Wahl­be­zirk ins­ge­samt 876 gül­ti­ge Stim­men nicht gewertet.

Über­tra­gungs­feh­ler in Völlenerkönigsfehn

Auch im Wahl­be­zirk Schüt­zen­haus Völ­len­er­kö­nigs­fehn in Wes­t­ov­er­le­din­gen wur­de ein Feh­ler festgestellt.

Dort kam es bei der Über­tra­gung der ermit­tel­ten Ergeb­nis­se in die Wahl­nie­der­schrift zu einem Feh­ler. Eine Nach­zäh­lung ergab, dass die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler tat­säch­lich 825 gül­ti­ge Stim­men abge­ge­ben hat­ten. In der Wahl­nie­der­schrift waren dage­gen ledig­lich 754 gül­ti­ge Stim­men ein­ge­tra­gen worden.

Damit fehl­ten in der ursprüng­li­chen Ergeb­nis­über­mitt­lung 71 gül­ti­ge Stim­men.

Fast alle Par­tei­en und Wäh­ler­grup­pen betroffen

Von den feh­ler­haf­ten Aus­zäh­lun­gen in den bei­den Wahl­be­zir­ken sind nahe­zu alle Wahl­vor­schlags­trä­ger betroffen.

Aus­ge­nom­men sind die Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten „MOIN Land­kreis Leer“ und „Stim­me des Bür­gers Rhau­der­fehn“ sowie der Ein­zel­wahl­vor­schlag Jun­ker. Alle übri­gen Par­tei­en und Wäh­ler­grup­pen sind von den Kor­rek­tu­ren betroffen.

Durch die erfor­der­li­che Anpas­sung ver­än­dern sich die Stim­men­zah­len meh­re­rer Par­tei­en bezie­hungs­wei­se Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten sowie ein­zel­ner Kan­di­da­tin­nen und Kandidaten.

Sitz­ver­tei­lung im Kreis­tag bleibt unverändert

Trotz der fest­ge­stell­ten Feh­ler bleibt die Sitz­ver­tei­lung des Kreis­ta­ges ins­ge­samt unver­än­dert. Die Kor­rek­tur hat also kei­ne Aus­wir­kun­gen dar­auf, wie vie­le Sit­ze die ein­zel­nen Par­tei­en und Wäh­ler­ge­mein­schaf­ten im Kreis­tag erhalten.

Den­noch bewer­tet die Kreis­wahl­lei­tung den Feh­ler als erheb­lich, weil er man­dats­re­le­vant ist. Durch die kor­ri­gier­ten Stim­men ver­schiebt sich inner­halb der SPD ein Sitz zwi­schen zwei Wahlbereichen.

Der Sitz wech­selt vom Wahl­be­reich IV mit Wee­ner, Bun­de und Jem­gum in den Wahl­be­reich II mit Moorm­er­land und Hesel.

Das bedeu­tet: Für die SPD wür­de nach dem kor­ri­gier­ten Ergeb­nis Cars­ten Jans­sen in den Kreis­tag ein­zie­hen. Lukas Enno Oltrop wür­de dage­gen nicht das Man­dat erhalten.

Sta­tis­ti­sche Auf­fäl­lig­kei­ten führ­ten zur Überprüfung

Auf­ge­fal­len waren die Feh­ler zunächst durch sta­tis­ti­sche Auf­fäl­lig­kei­ten bei den Wahl­er­geb­nis­sen. Dabei zeig­te sich ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis zwi­schen der Zahl der gül­ti­gen Stimm­zet­tel und der Gesamt­zahl der gül­ti­gen Stimmen.

Bei der Kreis­tags­wahl kön­nen die Wahl­be­rech­tig­ten bis zu drei Stim­men ver­ge­ben. Nicht jeder Wäh­ler und nicht jede Wäh­le­rin nutzt die­se Mög­lich­keit voll­stän­dig. Im Durch­schnitt wur­den im Land­kreis Leer jedoch 2,94 Stim­men pro gül­ti­gem Stimm­zet­tel abgegeben.

Die Ergeb­nis­se der bei­den betrof­fe­nen Wahl­be­zir­ke wichen von die­sem Wert auf­fäl­lig ab.

Bür­ger ent­deckt Auf­fäl­lig­kei­ten mit­hil­fe einer KI-Anwendung

Der ent­schei­den­de Hin­weis kam von einem Bür­ger, der die Kom­mu­nal­wahl­er­geb­nis­se aus ganz Nie­der­sach­sen mit­hil­fe einer KI-basier­ten Web­an­wen­dung über­prüft hatte.

Dabei ent­deck­te er unter ande­rem im Land­kreis Leer sta­tis­ti­sche Auf­fäl­lig­kei­ten. Die Kreis­wahl­lei­tung ord­ne­te dar­auf­hin eine Nach­zäh­lung an.

Die Über­prü­fung bestä­tig­te schließ­lich den Ver­dacht: In den bei­den Wahl­be­zir­ken waren bei der Aus­zäh­lung bezie­hungs­wei­se bei der Über­tra­gung der Ergeb­nis­se Feh­ler aufgetreten.

Neu­er Kreis­tag ent­schei­det über Wahleinspruch

Über den Wahl­ein­spruch der Wahl­lei­tung muss nun der neu gewähl­te Kreis­tag ent­schei­den. Die Ent­schei­dung soll in der kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung am 16. Novem­ber 2026 getrof­fen werden.

Für die Wäh­le­rin­nen und Wäh­ler bedeu­tet die Kor­rek­tur vor allem: Das Wahl­er­geb­nis der Kreis­tags­wahl wird in den betrof­fe­nen Berei­chen ange­passt. Die Zusam­men­set­zung des Kreis­ta­ges nach der Zahl der Sit­ze bleibt dabei unver­än­dert. Ledig­lich bei der SPD ver­än­dert sich der kon­kre­te Mandatsträger.

Der Land­kreis Leer hat­te am 13. Sep­tem­ber 2026 neben der Kreis­tags­wahl auch die Land­rats­wahl durch­ge­führt. Im Land­kreis waren dabei ins­ge­samt 54 Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­te zu wählen

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Dr. Mar­kus Rohe neu­er SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Stadt­rat Leer

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Dr. Mar­kus Rohe ist neu­er Vor­sit­zen­der der SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat Leer. (Foto: Ute Müller)

Dr. Mar­kus Rohe ist neu­er SPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der im Stadt­rat Leer

Leer – Die neue SPD-Stadt­rats­frak­ti­on in Leer hat nach der Kom­mu­nal­wahl ihre Arbeit auf­ge­nom­men und einen neu­en Frak­ti­ons­vor­stand gewählt. Dr. Mar­kus Rohe über­nimmt künf­tig den Vor­sitz der SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat Leer. Er folgt damit auf Heinz Die­ter Schmidt, der die Frak­ti­on vie­le Jah­re geführt hat­te und bei der Kom­mu­nal­wahl aus Alters­grün­den nicht erneut für den Stadt­rat kandidierte.

Die Wahl des neu­en Frak­ti­ons­vor­stands gehör­te zu den ers­ten Auf­ga­ben der neu zusam­men­ge­setz­ten SPD-Frak­ti­on. Dr. Mar­kus Rohe wur­de dabei eben­so wie die wei­te­ren Vor­stands­mit­glie­der ein­stim­mig in sein Amt gewählt. Nach Anga­ben der SPD unter­strei­che das Ergeb­nis die gro­ße Geschlos­sen­heit inner­halb der neu­en Stadtratsfraktion.

Neu­er Vor­stand der SPD-Frak­ti­on im Stadt­rat Leer

Neben dem neu­en Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Dr. Mar­kus Rohe gehö­ren Sil­ke Men­ge und Jar­no Beh­rens als stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de dem Frak­ti­ons­vor­stand an. Tom­ke Lüb­be­hü­sen über­nimmt das Amt der Schrift­füh­re­rin. Ihre Stell­ver­tre­te­rin ist Anke Schlingmann.

Frak­ti­ons­ge­schäfts­füh­rer bleibt Hau­ke Satt­ler. Er ist bereits seit vie­len Jah­ren in die­ser Funk­ti­on tätig und bringt ent­spre­chend umfang­rei­che Erfah­rung in die Arbeit der SPD-Frak­ti­on im Leera­ner Stadt­rat ein.

Mit Dr. Mar­kus Rohe steht damit ein erfah­re­nes Rats­mit­glied an der Spit­ze der SPD-Frak­ti­on. Er über­nimmt den Vor­sitz in einer neu­en Wahl­pe­ri­ode, die nach der Kom­mu­nal­wahl mit einer ver­än­der­ten Zusam­men­set­zung des Stadt­ra­tes beginnt.

Aus­schuss­be­set­zung und Zusam­men­ar­beit im Stadtrat

In den kom­men­den Wochen wird sich die SPD-Frak­ti­on unter ande­rem mit der Beset­zung der Aus­schüs­se des Stadt­ra­tes beschäf­ti­gen. Gleich­zei­tig sol­len Gesprä­che über die zukünf­ti­ge Zusam­men­ar­beit im Leera­ner Stadt­rat geführt werden.

Dr. Mar­kus Rohe beton­te, dass die SPD-Frak­ti­on ein kon­struk­ti­ves und fai­res Mit­ein­an­der mit allen demo­kra­ti­schen Mit­glie­dern und Frak­tio­nen des neu­en Stadt­ra­tes anstre­be. Die Grund­la­ge für eine ent­spre­chen­de Zusam­men­ar­beit soll in den kom­men­den Wochen gelegt werden.

Bis zur Kon­sti­tu­ie­rung des neu­en Stadt­ra­tes am 3. Novem­ber ste­hen daher wei­te­re Gesprä­che und Abstim­mun­gen an. Dabei geht es neben der Beset­zung der Aus­schüs­se auch dar­um, die Zusam­men­ar­beit wäh­rend der gesam­ten neu­en Wahl­pe­ri­ode vorzubereiten.

Mit der Wahl des Frak­ti­ons­vor­stands hat die SPD-Stadt­rats­frak­ti­on in Leer damit einen ers­ten orga­ni­sa­to­ri­schen Schritt nach der Kom­mu­nal­wahl gemacht. Dr. Mar­kus Rohe steht künf­tig an der Spit­ze der Frak­ti­on und wird deren Arbeit im neu­en Leera­ner Stadt­rat maß­geb­lich mitgestalten.

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Fern­mel­de­mu­se­um Leer: His­to­ri­sche Tech­nik soll für Ost­fries­land erhal­ten bleiben

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Nico Blo­em besuch­te das Fern­mel­de­mu­se­um Leer gemein­sam mit Mit­glie­dern des Ver­eins­vor­stands. Auch der ehe­ma­li­ge Leera­ner Land­rat Bern­hard Bramla­ge, der den Ver­ein unter­stützt, nahm an dem Gespräch teil.

Fern­mel­de­mu­se­um Leer vor Her­aus­for­de­run­gen: Nico Blo­em sagt Unter­stüt­zung zu

His­to­ri­sche Tech­nik und ost­frie­si­sche Fern­mel­de­ge­schich­te: Das Fern­mel­de­mu­se­um Leer gibt Ein­bli­cke in eine längst ver­gan­ge­ne Kom­mu­ni­ka­ti­ons­welt. Bei einem Besuch mach­te sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em ein Bild von der Samm­lung und beton­te: „Das muss erhal­ten werden.“

Leer – Das Fern­mel­de­mu­se­um Leer im ehe­ma­li­gen Tele­kom-Gebäu­de an der Bavink­stra­ße bewahrt ein Stück Kul­tur- und Tech­nik­ge­schich­te Ost­fries­lands. Zahl­rei­che his­to­ri­sche Gerä­te erin­nern dort an die Ent­wick­lung der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on. Bei einem Besuch über­zeug­te sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em aus Wee­ner von der Arbeit des Ver­eins. An dem Gespräch nahm auch der ehe­ma­li­ge Leera­ner Land­rat Bern­hard Bramla­ge teil, der sich eben­falls für den Erhalt des Muse­ums einsetzt.

Das Team um den Ver­eins­vor­sit­zen­den Wal­ter Brück­mann hat seit der Grün­dung des Ver­eins und des Muse­ums viel auf­ge­baut. In den Räu­men des ehe­ma­li­gen Tele­kom-Gebäu­des befin­den sich zahl­rei­che Ori­gi­nal­stü­cke aus der Fern­mel­de­ge­schich­te Ost­fries­lands. Die Aus­stel­lung reicht von alten See­ka­beln über Tele­fo­ne unter­schied­li­cher Bau­jah­re und Gene­ra­tio­nen bis hin zu his­to­ri­schen Tele­fon­zel­len, Fern­schrei­bern, Ver­mitt­lungs­stel­len und Morsetastern.

„Wir konn­ten ein­fach die alte Tech­nik nicht weg­wer­fen“, erklärt Brück­mann. Aus die­ser Hal­tung ist inzwi­schen eine umfang­rei­che Samm­lung ent­stan­den, die nicht nur his­to­ri­sche Gerä­te bewahrt, son­dern auch deren Funk­ti­ons­wei­se nach­voll­zieh­bar macht.

Ehe­ma­li­ge Fern­mel­de­tech­ni­ker hal­ten Tech­nik am Leben

Der Ver­ein zählt der­zeit rund 50 Mit­glie­der, etwa zehn von ihnen enga­gie­ren sich regel­mä­ßig im Muse­um. Sie restau­rie­ren his­to­ri­sche Gerä­te, set­zen sie instand und berei­ten sie für die Aus­stel­lung auf.

Vie­le Ver­eins­mit­glie­der sind ehe­ma­li­ge Fern­mel­de­tech­ni­ker. Sie ver­fü­gen daher nicht nur über tech­ni­sches Wis­sen, son­dern ken­nen einen gro­ßen Teil der aus­ge­stell­ten Gerä­te noch aus ihrer eige­nen beruf­li­chen Ver­gan­gen­heit. Gleich­zei­tig ver­bin­det der Ver­ein die his­to­ri­sche Tech­nik mit moder­nen Entwicklungen.

Ein beson­de­res Bei­spiel dafür ist ein alter Fern­schrei­ber. Über das his­to­ri­sche Gerät kön­nen inzwi­schen sogar Anfra­gen an ChatGPT gestellt und beant­wor­tet wer­den. Damit zeigt das Muse­um auf unge­wöhn­li­che Wei­se, wie sich Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infor­ma­ti­ons­tech­nik über Jahr­zehn­te ent­wi­ckelt haben.

Muse­um steht vor finan­zi­el­len und räum­li­chen Herausforderungen

Trotz des Enga­ge­ments der Ver­eins­mit­glie­der steht das Fern­mel­de­mu­se­um vor meh­re­ren Pro­ble­men. Ein wesent­li­cher Punkt ist die feh­len­de Bar­rie­re­frei­heit: Das Gebäu­de ver­fügt über kei­nen Aufzug.

Hin­zu kom­men stei­gen­de Kos­ten. Zwar kön­nen die Räu­me der­zeit noch miet­frei genutzt wer­den, doch die finan­zi­el­le Situa­ti­on macht eine lang­fris­ti­ge Wei­ter­ent­wick­lung schwie­rig. „Auf die Dau­er ist das Muse­um unter den der­zei­ti­gen Bedin­gun­gen nicht zu hal­ten“, sagt Wal­ter Brückmann.

Damit stellt sich für den Ver­ein zuneh­mend die Fra­ge, wie das Fern­mel­de­mu­se­um Leer dau­er­haft gesi­chert und gleich­zei­tig wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den kann.

Nico Blo­em zeigt sich beein­druckt von der Aus­stel­lung und emp­fiehlt einen Besuch im Fern­mel­de­mu­se­um Leer: Die viel­fäl­ti­ge Samm­lung und die his­to­ri­schen Gerä­te sei­en für alle Alters­klas­sen sehenswert.

Nico Blo­em sieht Zukunfts­per­spek­ti­ve im Museum

Nico Blo­em zeig­te sich bei sei­nem Besuch beein­druckt und signa­li­sier­te sei­ne Bereit­schaft, bei der Suche nach einer Per­spek­ti­ve zu hel­fen. Vor­aus­set­zung sei aller­dings ein ent­spre­chen­des Kon­zept, das den wei­te­ren Weg des Muse­ums aufzeigt.

Für Blo­em ist das Fern­mel­de­mu­se­um mehr als eine Samm­lung alter tech­ni­scher Gerä­te. Es ver­mit­telt einen Ein­blick in die tech­ni­sche Ent­wick­lung der Regi­on und macht anhand kon­kre­ter Ori­gi­nal­stü­cke nach­voll­zieh­bar, wie Kom­mu­ni­ka­ti­on frü­her funktionierte.

Beson­ders beein­druckt zeig­te sich der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te vom per­sön­li­chen Enga­ge­ment der Ver­eins­mit­glie­der. „Ich bin wirk­lich sehr ange­tan, mit wel­chem Herz­blut hier gear­bei­tet wird“, erklär­te Blo­em. Die Aus­stel­lung sei für alle Alters­klas­sen sehens­wert.

Rund 300 Besu­cher pro Jahr

Das Fern­mel­de­mu­se­um ver­fügt der­zeit über kei­ne regel­mä­ßi­gen Öff­nungs­zei­ten. Wer die Aus­stel­lung besich­ti­gen möch­te, kann einen Besuch über die Inter­net­sei­te www.femule.de anmelden.

Trotz die­ser ein­ge­schränk­ten Zugangs­mög­lich­kei­ten fin­den jähr­lich bereits rund 300 Besu­che­rin­nen und Besu­cher den Weg in das Muse­um in der Bavink­stra­ße. Die Samm­lung bie­tet dabei nicht nur ehe­ma­li­gen Fern­mel­de­tech­ni­kern Gele­gen­heit, Erin­ne­run­gen auf­zu­fri­schen. Auch jün­ge­re Besu­cher kön­nen nach­voll­zie­hen, wie sich die Kom­mu­ni­ka­ti­on von Tele­fo­nen, Fern­schrei­bern und Ver­mitt­lungs­stel­len bis hin zu moder­ner digi­ta­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on ent­wi­ckelt hat.

Für den Ver­ein steht nun die Fra­ge im Mit­tel­punkt, wie das Fern­mel­de­mu­se­um Leer lang­fris­tig erhal­ten wer­den kann. Die vor­han­de­ne Samm­lung, das tech­ni­sche Fach­wis­sen der Mit­glie­der und das Besu­cher­inter­es­se bil­den dafür eine Grund­la­ge. Ent­schei­dend wird jedoch sein, ein trag­fä­hi­ges Kon­zept für die Zukunft und die damit ver­bun­de­nen räum­li­chen und finan­zi­el­len Anfor­de­run­gen zu entwickeln.

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