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Hor­nis­sen und Wes­pen sind fried­li­cher als all­ge­mein gedacht

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Foto: Hel­ge May

Kein Grund zur Panik

Hor­nis­sen und Wes­pen sind fried­li­cher als all­ge­mein gedacht

Ob der Som­mer früh oder spät in die Gän­ge kommt, auf eines ist Ver­lass: Zu Kuchen oder Eis im Frei­en gesel­len sich schnell unge­be­te­ne Gäs­te. Der NABU gibt Tipps für den rich­ti­gen Umgang mit Wes­pen, Hor­nis­sen und Co.

Wer drau­ßen Obst­ku­chen, Saft und Eis genießt, lockt mit den süßen Spei­sen unge­be­te­ne Gäs­te an — Wes­pen. Der Ärger ist vor­pro­gram­miert – eini­ge schla­gen nach den hung­ri­gen gelb-schwar­zen Flie­gern und erzäh­len Hor­ror­ge­schich­ten. Nach wie vor hal­ten vie­le Men­schen Wes­pen und Hor­nis­sen für gefähr­lich. Die Lis­te der Vor­ur­tei­le ist lang.

Auf­klä­rung ist auch heu­te noch drin­gend not­wen­dig, denn kaum eine Tier­grup­pe ruft so hef­ti­ge Reak­tio­nen her­vor wie die­se unter dem wis­sen­schaft­li­chen Begriff Haut­flüg­ler zusam­men­ge­fass­ten Insek­ten. „Die Tat­sa­che, dass nur weni­ge Men­schen mit der Lebens­wei­se von Wes­pen oder Hor­nis­sen ver­traut sind, hat zur Bil­dung von Mythen und Vor­ur­tei­len bei­getra­gen“, erklärt NABU-Exper­tin Mela­nie von Orlow.

Durch eine bes­se­re Ein­schät­zung zum Teil bekann­ter Situa­tio­nen kön­nen selbst Hor­nis­sen und Men­schen fried­li­che Nach­barn wer­den. So ist es im Som­mer rat­sam, süße Nah­rungs­mit­tel im Frei­en abzu­de­cken. Außer­dem ist es sinn­voll, nicht nach anflie­gen­den Tie­ren zu schlagen.

Angst­schweiß kann übri­gens Angrif­fe aus­lö­sen. Dabei flie­gen nur zwei der acht in Deutsch­land hei­mi­schen Wes­pen­ar­ten auf Cola, Steak und Kuchen. Die Gemei­ne Wes­pe und die Deut­sche Wes­pe haben den Wes­pen ins­ge­samt einen schlech­ten Ruf ein­ge­brockt. Die Leid­tra­gen­den sind die Hor­nis­sen und die im Frei­en, in Büschen oder unter Vor­dä­chern nis­ten­den Lang­kopf­wes­pen, deren Nes­ter oft „vor­sorg­lich“ aus­ge­räu­chert werden.

So gehen Sie mit Wes­pen rich­tig um

NABU-Tipps zum gedeih­li­chen Miteinander

  • Am Kaf­fee­tisch und beim Gril­len: Wes­pen ste­chen sobald sie sich bedroht füh­len. Ver­mei­den Sie des­halb hef­ti­ge Bewe­gun­gen.
  • Auch das Weg­pus­ten der Tie­re ist nicht rat­sam: Das im Atem ent­hal­te­ne Koh­len­di­oxid gilt im Wes­pen­nest als Alarmsignal.
  • Nur zwei der acht hei­mi­schen Wes­pen­ar­ten ste­hen auf Süß­spei­sen und Fleisch / Wurst, näm­lich Deut­sche Wes­pe und Gemei­ne Wes­pe. Es ist sinn­voll, Nah­rungs­mit­tel im Frei­en abzu­de­cken und Res­te weg­zu­räu­men. Nach dem Essen soll­te bei Kin­dern der Mund abge­wischt wer­den, um die Wes­pen nicht anzulocken.
  • Um von den unge­lieb­ten Tisch­gäs­ten gänz­lich in Ruhe gelas­sen zu wer­den, emp­fiehlt sich eine Ablenk­füt­te­rung. Die Schü­le­rin­nen Mai­ke Sie­ler und Hen­ri­ke Wei­de­mann fan­den bei einem Expe­ri­ment für „Jugend forscht“ her­aus, dass sich über­rei­fe Wein­trau­ben dazu am bes­ten eig­nen. Fünf bis zehn Meter vom Ort des eigent­li­chen Gesche­hens ent­fernt auf­ge­stellt, hal­ten die Früch­te die Wes­pen in Schach. Vor­sicht: Unver­dünn­te Mar­me­la­de oder rei­ner Honig wir­ken als Ablen­kung weni­ger gut. Sie machen die Tie­re aggres­siv. Vom Kauf von mit süßem Saft oder Bier gefüll­ten Wes­pen­fal­len rät der NABU ganz ab. Die Tie­re ster­ben in der Flüs­sig­keit einen qual­vol­len Tod. Zudem gehen nur alte Tie­re in die Fal­le. Das akti­ve Volk wird nicht dezimiert.
  • Wes­pen kön­nen von Gerü­chen wie Par­fum, Cremes, Holz­mö­bel­po­li­tur oder ähn­li­chen Düf­ten ange­zo­gen wer­den. Außer­dem flie­gen Sie ger­ne auf bun­te Kleidung.
  • Sobald man doch ein­mal gesto­chen wur­de, hilft es, eine hal­bier­te Zwie­bel auf den Stich zu drü­cken. Durch die äthä­ri­schen Öle und Ver­duns­tungs­käl­te wird der Schmerz und die Schwel­lung gelindert.

Am und im Haus

  • Um Wes­pen, Bie­nen und ande­re Insek­ten aus dem Haus zu hal­ten, emp­fiehlt es sich, Flie­gen­ga­ze an Fens­tern und Türen anzu­brin­gen, ins­be­son­de­re an Küchen‑, Bad- und Kinderzimmerfenstern.
  • Haben sich trotz aller Vor­keh­run­gen Wes­pen ins Haus ver­irrt, wird ein Glas über das Insekt gestülpt und vor­sich­tig ein Stück Papier als Boden unter­ge­scho­ben, um das Tier wie­der nach drau­ßen zu bringen.
  • Wes­pen­nes­ter am Haus dür­fen nicht ein­fach ein­ge­schlos­sen wer­den, da sich die Tie­re dann einen ande­ren Aus­gang suchen und so ins Haus gelan­gen kön­nen. Am ver­schlos­se­nen Ein­flug­loch müs­sen Sie dann mit aggres­si­ven Wes­pen rechnen.
  • Bleibt man auf einer Distanz von zwei bis drei Metern zum Nest und ver­sperrt die Flug­bahn der Wes­pen nicht, füh­len sie sich nicht bedroht.
  • Obst recht­zei­tig abern­ten und auf­sam­meln. Blatt­läu­sen mit bio­lo­gi­schen Maß­nah­men vor­beu­gen bezie­hungs­wei­se die­se bekämp­fen, da die süßen Aus­schei­dun­gen der Läu­se Wes­pen anziehen.
  • Als ein­zi­ge Wes­pen­art flie­gen Hor­nis­sen auch bei Nacht – dem­entspre­chend kön­nen sie sich dann an Par­ty­be­leuch­tun­gen, erleuch­te­ten Fens­tern oder Haus­ein­gangs­be­leuch­tun­gen sam­meln. Hier soll­te man die Gele­gen­heit beim Schop­fe packen, unnö­ti­ge Licht­ver­schmut­zung zu been­den oder zumin­dest zu begren­zen: Haus- und Weg­be­leuch­tun­gen soll­ten mit Bewe­gungs­mel­dern ver­se­hen sein, um wirk­lich nur bei Bedarf zur Ver­fü­gung zu ste­hen. Dau­er­haf­te Beleuch­tun­gen soll­ten mög­lichst schwach aus­fal­len, bei­spiels­wei­se durch Ver­wen­dung von LED-Strah­lern. Unnö­tig sind Licht­quel­len, die ihr Licht unge­rich­tet abstrah­len, wie Kugel­leuch­ten oder Leuch­ten mit Reflek­to­ren­schirm. Sie soll­ten bes­ser gegen ziel­ge­rich­te­te Punkt­strah­ler ersetzt wer­den. Wer sich an der Licht­far­be nicht stört, soll­te Natri­um­dampf­lam­pen wäh­len, deren Licht­spek­trum für nächt­li­che Insek­ten schlecht wahr­nehm­bar ist. Am bes­ten aber ist es, Licht­quel­len wann immer mög­lich abzu­schal­ten oder erst in Betrieb zu neh­men, wenn das Fens­ter geschlos­sen ist – das gilt auch für den Fernseher.
  • Wes­pen kön­nen Holz­ver­scha­lun­gen oder Holz­ver­klei­dun­gen leicht beschä­di­gen, da sie das Holz als Grund­stoff zum Bau ihrer Nes­ter ver­wen­den. Wenn Sie sicher gehen möch­ten, dass Ihre Holz­ver­klei­dun­gen intakt blei­ben, soll­ten Sie die­se mit umwelt­freund­li­chen Lacken und Far­ben regel­mä­ßig pflegen.
  • Nach den ers­ten Frost­näch­ten im Herbst gehen die Wes­pen ein. Man kann das Nest dann gefahr­los ent­fer­nen. Es emp­fiehlt sich, die Stel­le gut zu säu­bern, denn Wes­pen ori­en­tie­ren sich am Geruch. Woh­nungs­su­chen­de Köni­gin­nen könn­ten sonst im nächs­ten Jahr wie­der an der Stel­le ein­fin­den, an der es „nach Wes­pe riecht“.
  • Falls sich Wes­pen an ungüns­ti­ger Stel­le ange­sie­delt haben, wen­den Sie sich an Fach­kun­di­ge vor Ort für eine Bera­tung. Manch­mal gibt es sogar die Mög­lich­keit, ein pro­ble­ma­ti­sches Nest scho­nend umsie­deln zu las­sen anstatt es gleich dem Schäd­lings­be­kämp­fer zu über­las­sen. Falls eine Abtö­tung unum­gäng­lich ist, wen­den Sie sich an öko­lo­gisch arbei­ten­de Schäd­lings­be­kämp­fer, die sich zum Bei­spiel am Berufs­ver­band­sie­gel des vFöS (Ver­ein zur För­de­rung der öko­lo­gi­schen Schäd­lings­be­kämp­fung) erken­nen las­sen. Las­sen Sie sich immer erklä­ren und zei­gen, wel­che Mit­tel der Schäd­lings­be­kämp­fer ein­set­zen will. Ins­be­son­de­re bei der Abtö­tung von Wes­pen­nes­tern in Roll­la­den­käs­ten kann es zu einer unnö­ti­gen Raum­luft­kon­ta­mi­na­ti­on kom­men, wenn unge­eig­ne­te Mit­tel ein­ge­setzt werden.
  • Übri­gens besteht kein grund­sätz­li­cher Anspruch des Nach­barns auf Ent­fer­nung des Nes­tes. Man haf­tet also nicht für das Nest und sei­ne Fol­gen, es sei denn, man hat es gezielt und bewusst dort angesiedelt.
  • Die meis­ten Wes­pen­ar­ten sind kurz­zy­klisch und ab Ende August wie­der ver­schwun­den. Die Nes­ter, die dann noch aktiv sind und wach­sen, sind Nes­ter der Deut­schen oder der Gemei­nen Wes­pe. Gene­rell kann man sagen, dass alle Arten, deren Nes­ter man sieht – also frei­hän­gend im Gebüsch oder unter dem Schup­pen­dach – den „unpro­ble­ma­ti­schen“ Arten zuzu­ord­nen sind, die früh­zei­tig ver­schwin­den und die auch kei­ne Bau­schä­den verursachen.
  • Wes­pen­nes­ter in Roll­la­den­käs­ten oder unter Dach­zie­geln sind in der Regel Nes­ter von Kurz­kopf­wes­pen. Die­se kön­nen, müs­sen aber nicht Schä­den an der Bau­sub­stanz anrich­ten. Ach­ten Sie auf das Aus­tra­gen von Mate­ri­al, wie Däm­mung bei­spiels­wei­se. Ein knab­bern­des Geräusch ist dahin­ge­gen kein Hin­weis auf Nage­tä­tig­keit: Wie bei Hor­nis­sen bet­teln die Lar­ven mit Kratz­ge­räu­schen an den Zell­wän­den; zudem klin­gen die Lauf­ge­räu­sche der Tie­re auf den Waben wie Nagen. Aller­dings kann es beson­ders im Herbst dazu kom­men, dass die Wes­pen die Wär­me suchen und in Innen­räu­me kom­men.
  • Hor­nis­sen machen kei­ne unmit­tel­ba­ren Bau­schä­den durch Bena­gen, wie das zum Bei­spiel Wes­pen tun kön­nen. Aller­dings koten sie unter­halb des Nes­tes flüs­sig ab, dies kann Schä­den am Bau­werk, wie Ver­fär­bung oder Gerü­che ver­ur­sa­chen. Sofern mög­lich, bie­tet sich das Unter­stel­len eines Eimers oder Wan­ne mit Kat­zen­streu an – zumin­dest soll­te man unter dem Nest Befind­li­ches ent­fer­nen oder abdecken.
  • Hor­nis­sen genie­ßen durch die Bun­des­ar­ten­schutz­ver­ord­nung beson­de­ren Schutz. Wer­den Nes­ter ohne Geneh­mi­gung zer­stört oder umge­sie­delt, kann es zu hohen Geld­bu­ßen kom­men. Ist die Umsied­lung eines Hor­nis­sen­nes­tes not­wen­dig und nur eine Zer­stö­rung sinn­voll, bean­tra­gen Sie dies bit­te bei Ihrer Stadt oder Gemein­de. Auf jeden Fall soll­ten Sie einen Exper­ten zu Hil­fe bitten.

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Bau­prei­se in Nie­der­sach­sen stei­gen 2026 deut­lich: Woh­nungs­bau wird 5 Pro­zent teurer

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Bau­prei­se in Nie­der­sach­sen stei­gen im August 2026 um 5,0 Prozent

Neu­bau von Wohn­ge­bäu­den so teu­er wie seit drei Jah­ren nicht mehr – Roh­bau und Aus­bau deut­lich teurer

HANNOVER. Die Bau­prei­se für Wohn­ge­bäu­de in Nie­der­sach­sen sind im August 2026 deut­lich gestie­gen. Wie das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) mit­teilt, ver­teu­er­ten sich die Prei­se für den Neu­bau kon­ven­tio­nell gefer­tig­ter Wohn­ge­bäu­de im Ver­gleich zum August 2025 um 5,0 Pro­zent. Damit wur­de der stärks­te Preis­an­stieg seit August 2023 ver­zeich­net. Damals waren die Prei­se im Jah­res­ver­gleich um 6,1 Pro­zent gestiegen.

Auch gegen­über dem vor­he­ri­gen Berichts­mo­nat Mai 2026 leg­ten die Bau­prei­se wei­ter zu. Der Bau­preis­in­dex für den Neu­bau von Wohn­ge­bäu­den erhöh­te sich inner­halb von drei Mona­ten um 1,1 Pro­zent. Im August 2026 lag der Index bei 141,8 Punk­ten, bezo­gen auf das Basis­jahr 2021 mit einem Wert von 100.

Roh­bau­ar­bei­ten fast 5 Pro­zent teurer

Bei den Roh­bau­ar­bei­ten an Wohn­ge­bäu­den stie­gen die Prei­se im August 2026 gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat um 4,9 Pro­zent. Einen beson­ders gro­ßen Anteil an den Roh­bau­ar­bei­ten und damit auch am Gesamt­in­dex haben Beton- und Mauerarbeiten.

Die Prei­se für Beton­ar­bei­ten erhöh­ten sich gegen­über August 2025 um 3,9 Pro­zent, bei Mau­er­ar­bei­ten betrug der Anstieg 3,5 Pro­zent.

Noch deut­li­cher ver­teu­er­ten sich ver­schie­de­ne wei­te­re Arbei­ten. Beson­ders stark stie­gen die Prei­se für:

  • Erd­ar­bei­ten: +8,2 Prozent

  • Ramm‑, Rüt­tel- und Press­ar­bei­ten: +7,1 Prozent

  • Abdich­tungs­ar­bei­ten: +7,1 Prozent

  • Zim­mer- und Holz­bau­ar­bei­ten: +7,1 Prozent

  • Dach­de­ckungs­ar­bei­ten: +6,1 Prozent

  • Klemp­ner­ar­bei­ten: +5,4 Prozent

Damit lagen zahl­rei­che wich­ti­ge Leis­tun­gen beim Bau eines Wohn­ge­bäu­des deut­lich über dem Preis­ni­veau des Vorjahres.

Aus­bau­ar­bei­ten ver­teu­ern sich um 5,1 Prozent

Noch etwas stär­ker als die Roh­bau­ar­bei­ten ent­wi­ckel­ten sich die Prei­se für Aus­bau­ar­bei­ten. Sie lagen im August 2026 5,1 Pro­zent über dem Niveau des Vor­jah­res­mo­nats.

Beson­ders kräf­ti­ge Preis­stei­ge­run­gen regis­trier­te das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen bei Dämm- und Brand­schutz­ar­bei­ten an tech­ni­schen Anla­gen. Die­se ver­teu­er­ten sich um 9,2 Pro­zent. Bei raum­luft­tech­ni­schen Anla­gen betrug der Anstieg 8,0 Pro­zent.

Auch ande­re Aus­bau­leis­tun­gen wur­den deut­lich teurer:

  • Tisch­ler­ar­bei­ten: +6,8 Prozent

  • Maler- und Lackier­ar­bei­ten: +6,8 Prozent

  • Metall­bau­ar­bei­ten: +6,3 Prozent

  • Heiz­an­la­gen und zen­tra­le Was­se­r­er­wär­mungs­an­la­gen: +5,1 Prozent

Tisch­ler­ar­bei­ten und Metall­bau­ar­bei­ten zäh­len dabei eben­so wie Heiz­an­la­gen und zen­tra­le Was­se­r­er­wär­mungs­an­la­gen zu den anteils­stär­ke­ren Berei­chen inner­halb der Ausbauarbeiten.

Nahe­zu unver­än­dert blie­ben dage­gen die Prei­se für Auf­zugs­an­la­gen, Fahr­trep­pen, Fahr­stei­ge und För­der­an­la­gen. Hier wur­de gegen­über August 2025 ein leich­ter Rück­gang von 0,3 Pro­zent festgestellt.

Auch Instand­hal­tung und Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren wer­den teurer

Nicht nur der Neu­bau von Wohn­ge­bäu­den ist von der Preis­ent­wick­lung betrof­fen. Auch bei bestehen­den Woh­nun­gen und Gebäu­den zogen die Prei­se deut­lich an.

Die Kos­ten für Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren in einer Woh­nung stie­gen im August 2026 gegen­über dem Vor­jah­res­mo­nat um 5,6 Pro­zent. Bei Instand­hal­tungs­ar­bei­ten an Wohn­ge­bäu­den ohne Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren lag der Anstieg bei 5,5 Pro­zent.

Damit müs­sen auch Eigen­tü­mer, Ver­mie­ter und Bau­her­ren bei Reno­vie­rungs- und Instand­hal­tungs­maß­nah­men mit höhe­ren Kos­ten rechnen.

Bau­prei­se auch bei Büro- und Gewer­be­ge­bäu­den gestiegen

Die Preis­stei­ge­run­gen beschränk­ten sich nicht auf den Woh­nungs­bau. Auch bei ande­ren Bau­werks­ar­ten wur­den im August 2026 deut­lich höhe­re Prei­se festgestellt.

Der Neu­bau von Büro­ge­bäu­den ver­teu­er­te sich gegen­über August 2025 um 5,4 Pro­zent. Bei gewerb­li­chen Betriebs­ge­bäu­den betrug der Anstieg 5,1 Pro­zent.

Beson­ders deut­lich fiel die Preis­ent­wick­lung beim Stra­ßen­bau aus. Die Prei­se lagen im August 2026 6,2 Pro­zent über dem Niveau des Vor­jah­res­mo­nats. Damit setz­te sich die über­durch­schnitt­li­che Preis­ent­wick­lung im Stra­ßen­bau gegen­über den übri­gen betrach­te­ten Bau­werks­ar­ten fort.

Bau­kos­ten blei­ben ein wich­ti­ger Fak­tor für Bauherren

Die aktu­el­len Zah­len des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen zei­gen, dass sich das Bau­en in Nie­der­sach­sen im Jah­res­ver­gleich erneut spür­bar ver­teu­ert hat. Beson­ders betrof­fen sind sowohl der Roh­bau als auch der Aus­bau. Mit einem Plus von 5,0 Pro­zent beim Neu­bau von Wohn­ge­bäu­den wur­de im August 2026 der höchs­te Anstieg seit drei Jah­ren erreicht.

Für pri­va­te Bau­her­ren, Woh­nungs­un­ter­neh­men und gewerb­li­che Inves­to­ren bedeu­tet die Ent­wick­lung, dass die Kal­ku­la­ti­on von Neubau‑, Reno­vie­rungs- und Instand­hal­tungs­pro­jek­ten wei­ter­hin mit stei­gen­den Bau­kos­ten ver­bun­den ist.

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Stei­gen­de Bau­kos­ten und Bau­zin­sen erschwe­ren den Weg ins Eigenheim

Der Traum vom eige­nen Zuhau­se wird für vie­le Men­schen in Deutsch­land zuneh­mend schwe­rer erreich­bar. Die Bau­prei­se stei­gen seit Jah­ren, und gleich­zei­tig müs­sen Bau­her­ren deut­lich höhe­re Finan­zie­rungs­kos­ten ein­kal­ku­lie­ren. Anfang Okto­ber 2026 lagen die Bau­zin­sen für eine zehn­jäh­ri­ge Zins­bin­dung je nach Finan­zie­rung bei rund 4,5 Pro­zent; seit Anfang Juli sind die Zin­sen laut Finanz­tip um etwa 0,6 Pro­zent­punk­te gestiegen.

Hin­zu kom­men die aktu­el­len Bau­prei­se: In Nie­der­sach­sen ver­teu­er­te sich der Neu­bau von Wohn­ge­bäu­den im August 2026 inner­halb eines Jah­res um 5,0 Pro­zent. Für vie­le Fami­li­en bedeu­tet die­se Kom­bi­na­ti­on aus höhe­ren Bau­kos­ten und höhe­ren Zin­sen, dass die Finan­zie­rung eines Eigen­heims immer schwie­ri­ger wird. Was frü­her für brei­te Bevöl­ke­rungs­schich­ten erreich­bar war, setzt heu­te häu­fig ein erheb­li­ches Eigen­ka­pi­tal und ein ent­spre­chend hohes Ein­kom­men voraus.

Deutsch­land bleibt beim Wohn­ei­gen­tum Schluss­licht in Europa

Das zeigt sich auch bei der Wohn­ei­gen­tums­quo­te. Nach aktu­el­len Euro­stat-Daten leb­ten 2024 in Deutsch­land 53 Pro­zent der Bevöl­ke­rung in einem Miet­ver­hält­nis. Damit war Deutsch­land das ein­zi­ge EU-Land, in dem mehr Men­schen zur Mie­te als im eige­nen Zuhau­se leb­ten. Der Anteil der Men­schen, die in den eige­nen vier Wän­den leben, lag damit bei rund 47 Pro­zent. In Rumä­ni­en waren es dage­gen 94 Pro­zent, in der Slo­wa­kei 93 Pro­zent und in Ungarn 92 Prozent.

Deutsch­land ent­wi­ckelt sich damit immer stär­ker zum Mie­ter­land. Gleich­zei­tig über­nimmt der Staat bei Men­schen, die Grund­si­che­rungs­geld bezie­hen, die ange­mes­se­nen Kos­ten für Unter­kunft und Hei­zung. Die­se Leis­tun­gen wer­den aus Steu­er­mit­teln finan­ziert. Das Geld wird in der Regel an die Leis­tungs­be­rech­tig­ten gezahlt, die damit ihre Mie­te beglei­chen; unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen kann das Job­cen­ter die Kos­ten auch direkt an den Ver­mie­ter überweisen.

Dar­aus ergibt sich eine grund­sätz­li­che poli­ti­sche und gesell­schaft­li­che Fra­ge: Ist es auf Dau­er sinn­voll, immer grö­ße­re öffent­li­che Mit­tel für das Woh­nen auf­zu­wen­den, wäh­rend gleich­zei­tig der Zugang zu selbst genutz­tem Wohn­ei­gen­tum für vie­le Men­schen schwie­ri­ger wird? Kri­ti­ker sehen dar­in eine pro­ble­ma­ti­sche Ent­wick­lung, weil öffent­li­che Mit­tel dau­er­haft Miet­kos­ten absi­chern, wäh­rend der Ver­mö­gens­auf­bau durch Wohn­ei­gen­tum für vie­le Haus­hal­te zuneh­mend außer Reich­wei­te gerät.

Von einer pau­scha­len „Umver­tei­lung von unten nach oben“ zu spre­chen, greift aller­dings zu kurz. Die staat­li­che Über­nah­me ange­mes­se­ner Wohn­kos­ten dient zunächst der sozia­len Absi­che­rung und stellt sicher, dass Men­schen in finan­zi­el­ler Not ihre Woh­nung nicht ver­lie­ren. Gleich­zei­tig ist die Fra­ge berech­tigt, ob die Woh­nungs- und Bau­po­li­tik stär­ker dar­auf aus­ge­rich­tet wer­den müss­te, Wohn­ei­gen­tum wie­der für brei­te­re Bevöl­ke­rungs­schich­ten erschwing­lich zu machen.

Denn wer sich heu­te kein Eigen­heim leis­ten kann, bleibt häu­fig dau­er­haft Mie­ter. Damit flie­ßen über Jahr­zehn­te Miet­zah­lun­gen an Eigen­tü­mer, wäh­rend gleich­zei­tig der Staat bei einem Teil der Haus­hal­te die Wohn­kos­ten über Sozi­al­leis­tun­gen mit­fi­nan­ziert. Die­se Kom­bi­na­ti­on aus stei­gen­den Bau­kos­ten, hohen Bau­zin­sen, einer nied­ri­gen Wohn­ei­gen­tums­quo­te und stei­gen­den staat­li­chen Wohn­kos­ten ist eine Ent­wick­lung, über die Poli­tik und Gesell­schaft grund­le­gend dis­ku­tie­ren müssen.

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Küs­ten­schutz in Ost­fries­land: Deich in der Krumm­hörn für den stei­gen­den Mee­res­spie­gel gerüstet

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Chris­ti­an Mey­er (Zwei­ter von rechts) besich­tig­te das abge­schlos­se­ne Deich­pro­jekt. Die Arbei­ten in der Krumm­hörn zeig­ten ihn Dr. Tho­mas Schone­boom (links) vom NLWKN sowie Gerd-Udo Hei­kens und Frank Rosen­berg (rechts) von der Deich­acht Krummhörn.

Küs­ten­schutz in Ost­fries­land: Gro­ße Deich­er­hö­hung in der Krumm­hörn abgeschlossen

4,3 Kilo­me­ter Deich für den stei­gen­den Mee­res­spie­gel ertüch­tigt – 27,5 Hekt­ar Salz­wie­sen renaturiert

Upleward/Manslagt. Der Küs­ten­schutz in Ost­fries­land wird wei­ter ver­stärkt: Die umfang­rei­che Deich­er­hö­hung zwi­schen Uple­ward und Mans­lagt in der Krumm­hörn ist abge­schlos­sen. Auf einer Län­ge von ins­ge­samt 4,3 Kilo­me­tern wur­de der Deich für die Her­aus­for­de­run­gen des Kli­ma­wan­dels und den erwar­te­ten Anstieg des Mee­res­spie­gels ertüch­tigt. Par­al­lel dazu wur­den auf rund 27,5 Hekt­ar Salz­wie­sen rena­tu­riert, um den wert­vol­len Natur­raum im Deich­vor­land öko­lo­gisch aufzuwerten.

Nie­der­sach­sens Umwelt­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er infor­mier­te sich bei einem Besuch vor Ort über das abge­schlos­se­ne Bau­pro­jekt, das von der Deich­acht Krumm­hörn und dem Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­trieb für Was­ser­wirt­schaft, Küs­ten- und Natur­schutz (NLWKN) umge­setzt wurde.

„Küs­ten­schutz ist eine durch die Kli­ma­kri­se drän­gen­de Dau­er­auf­ga­be und die­ses Pro­jekt ist ein sehr gutes Bei­spiel dafür. Es zeigt: Wir las­sen nicht nach und stär­ken den Küs­ten­schutz wei­ter, denn die Mee­res­spie­gel stei­gen wei­ter an – und wir müs­sen die Men­schen best­mög­lich schüt­zen, die hin­ter den Dei­chen leben und arbei­ten“, sag­te Chris­ti­an Mey­er bei sei­nem Besuch in der Krumm­hörn. Gleich­zei­tig dank­te der Minis­ter allen Betei­lig­ten für ihren Ein­satz bei dem umfang­rei­chen Projekt.

20 Kilo­me­ter Dei­che seit 2010 verstärkt

Der nun abge­schlos­se­ne Abschnitt ist Teil einer grö­ße­ren Küs­ten­schutz­maß­nah­me der Deich­acht Krumm­hörn. Seit 2010 wur­den die Haupt­dei­che der Deich­acht bereits auf einer Gesamt­län­ge von rund 20 Kilo­me­tern ent­lang der Außen­ems und im Bereich des Hafens von Emden erhöht und verstärkt.

Das jetzt fer­tig­ge­stell­te Pro­jekt umfasst den 4,3 Kilo­me­ter lan­gen Abschnitt zwi­schen Uple­ward und Mans­lagt. Mit den Arbei­ten am ers­ten Teil­ab­schnitt wur­de bereits im Jahr 2019 begonnen.

Ober­deich­rich­ter Gerd-Udo Hei­kens von der Deich­acht Krumm­hörn beton­te die Bedeu­tung des Pro­jekts für die Region.

„Wir freu­en uns sehr, dass wir die­ses wich­ti­ge Deich­bau­pro­jekt gemein­sam umset­zen konn­ten. Ins­ge­samt leben in unse­rem 48.000 Hekt­ar gro­ßem Ver­bands­ge­biet, wovon rund ein Drit­tel unter NHN lie­gen, etwa 130.000 Men­schen. Durch die Küs­ten­schutz­an­la­gen wer­den rund 15 Mil­li­ar­den Euro an Sach­wer­ten geschützt.“

Die­se Zah­len ver­deut­lich­ten die gro­ße Bedeu­tung des Küs­ten­schut­zes in der Regi­on. Hei­kens dank­te zugleich allen Betei­lig­ten für die Zusam­men­ar­beit und die finan­zi­el­le Unterstützung.

Deich auf bis zu 9,40 Meter über NHN erhöht

Der ursprüng­li­che Vor­land­deich war zuletzt in den 1970er-Jah­ren aus­ge­baut wor­den. Er ver­füg­te damals über eine Höhe von rund 7,80 Metern über Nor­mal­hö­hen­null (mNHN).

Neue Berech­nun­gen der For­schungs­stel­le Küs­te im NLWKN haben erge­ben, dass der Deich unter Berück­sich­ti­gung eines Vor­sor­ge­ma­ßes für einen kli­ma­wan­del­be­ding­ten Mee­res­spie­gel­an­stieg von einem Meter auf eine Höhe von 8,70 mNHN aus­ge­baut wer­den muss.

Damit der Deich auch nach den erwar­te­ten Sackun­gen und Set­zun­gen lang­fris­tig die erfor­der­li­che Soll­hö­he erreicht, wur­de er im Zuge der Bau­maß­nah­me auf eine Höhe von maxi­mal 9,40 mNHN erhöht.

„Damit der Deich auch nach dem Abklin­gen der zu erwar­ten­den Sackun­gen und Set­zun­gen die Soll­hö­he erreicht, wur­de er auf eine Höhe von maxi­mal 9,40 mNHN erhöht. Der Deich­quer­schnitt wur­de so her­ge­stellt, dass für den Fall ver­stärk­ter Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels eine wei­te­re Anpas­sung mög­lich ist“, erläu­tert Dr. Tho­mas Schone­boom vom NLWKN in Aurich.

Auch für mög­li­che zukünf­ti­ge Anfor­de­run­gen wur­de vor­ge­sorgt. Zwi­schen der Deich­bin­nen­bö­schung und dem Deich­ver­tei­di­gungs­weg befin­det sich eine rund 13 Meter brei­te Bin­nen­ber­me. Soll­te eine wei­te­re Erhö­hung erfor­der­lich wer­den, kön­nen die Deich­acht und der NLWKN hier künf­tig den Deich um bis zu einen wei­te­ren Meter erhö­hen, ohne die Außen­bö­schung ver­än­dern zu müssen.

Nie­der­sach­sen inves­tiert deut­lich mehr in den Küstenschutz

Das Land Nie­der­sach­sen hat die finan­zi­el­len Mit­tel für den Küs­ten- und Hoch­was­ser­schutz in die­sem Jahr deut­lich erhöht.

Für die Pla­nung und Umset­zung von Küs­ten­schutz­maß­nah­men ste­hen erst­mals rund 82 Mil­lio­nen Euro zur Ver­fü­gung. Zusätz­lich wer­den wei­te­re 42 Mil­lio­nen Euro für den Hoch­was­ser­schutz im Bin­nen­land bereitgestellt.

Lan­des­weit wer­den damit mehr als 280 Maß­nah­men umge­setzt, geplant oder fort­ge­führt. Rund 160 die­ser Pro­jek­te ent­fal­len auf den Küs­ten­schutz. Ein Schwer­punkt liegt dabei auf der Erhö­hung von Dei­chen zu soge­nann­ten Kli­ma­dei­chen, die auf den erwar­te­ten Anstieg des Mee­res­spie­gels vor­be­rei­tet werden.

Dar­über hin­aus wur­de das Son­der­ver­mö­gen für den Hoch­was­ser- und Küs­ten­schutz um 254 Mil­lio­nen Euro erhöht. In den kom­men­den Jah­ren soll außer­dem das Per­so­nal beim NLWKN wei­ter auf­ge­stockt wer­den, um unter ande­rem Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren und wei­te­re Auf­ga­ben schnel­ler bear­bei­ten zu können.

„Mit der Kli­ma­kri­se stei­gen nicht nur die Mee­res­spie­gel, son­dern Stark­re­gen­er­eig­nis­se und Hoch­was­ser­ge­fah­ren neh­men im gan­zen Land deut­lich zu. Dar­auf müs­sen wir uns vor­be­rei­ten“, erklär­te Umwelt­mi­nis­ter Chris­ti­an Meyer.

Für Nie­der­sach­sen mit mehr als 600 Kilo­me­tern Haupt­deich­li­nie an der Küs­te sei Vor­sor­ge von beson­de­rer Bedeu­tung, so der Minis­ter. Der Küs­ten­schutz die­ne dabei sowohl dem Schutz der heu­te in den Küs­ten­re­gio­nen leben­den Men­schen als auch kom­men­den Generationen.

NLWKN plan­te und beglei­te­te die Deicherhöhung

Die jetzt abge­schlos­se­ne Deich­er­hö­hung in der Krumm­hörn wur­de von der NLW­KN-Betriebs­stel­le Aurich geplant und wäh­rend der Umset­zung begleitet.

Die natur­schutz­fach­li­che Pla­nung und Umset­zung der Salz­wie­sen­re­na­tu­rie­rung erfolg­te gemein­sam durch die NLW­KN-Betriebs­stel­len Nor­den und Aurich.

Das Bau­pro­jekt ver­bin­det damit zwei wich­ti­ge Auf­ga­ben: den lang­fris­ti­gen Schutz der Bevöl­ke­rung und Sach­wer­te vor Sturm­flu­ten sowie die öko­lo­gi­sche Ent­wick­lung des wert­vol­len Natur­raums vor dem Deich.

Salz­wie­sen­re­na­tu­rie­rung auf 27,5 Hektar

Das Deich­vor­land erfüllt eine wich­ti­ge Funk­ti­on für den Küs­ten­schutz. Es wur­de in den Jah­ren 1974 und 1975 durch Auf­spü­lung als Küs­ten­schutz­maß­nah­me hergestellt.

Heu­te hat das Vor­land meh­re­re Funk­tio­nen. Durch sei­ne see­gangs­min­dern­de Wir­kung trägt es dazu bei, den Deich­fuß vor den Kräf­ten bran­den­der Wel­len zu schüt­zen. Gleich­zei­tig kann es im Fall eines Deich­ver­sa­gens dazu bei­tra­gen, Schä­den zu reduzieren.

Dar­über hin­aus ist das Gebiet Bestand­teil des Natio­nal­parks Nie­der­säch­si­sches Wat­ten­meer und gehört zum FFH- und Vogel­schutz­ge­biet. Es bie­tet damit Lebens­raum für zahl­rei­che wert­vol­le Tier- und Pflanzenarten.

Am nörd­li­chen Ende des 4,3 Kilo­me­ter lan­gen Deich­ab­schnitts befin­det sich ein Such­raum für Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­men. Die ent­spre­chen­den Flä­chen sind im Vor­land­ma­nage­ment­plan für den Bereich der Deich­acht Krumm­hörn ausgewiesen.

In den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten war das Vor­land durch soge­nann­te Begrüp­pung, also den Aus­hub von Grä­ben in den Lah­n­ungs­fel­dern, sowie durch die Abla­ge­rung feins­ter Schweb­stof­fe in Höhe und Brei­te gewachsen.

Bereits im Vor­land­ma­nage­ment­plan von 2017 hat­ten Küs­ten­schutz und Natur­schutz gemein­sa­me Zie­le und Schwer­punk­te fest­ge­legt. Dabei soll­ten die unter­schied­li­chen fach­li­chen Anfor­de­run­gen mit­ein­an­der ver­bun­den werden.

Ins­ge­samt wur­den drei Berei­che fest­ge­legt, in denen Salz­wie­sen­re­na­tu­rie­run­gen durch­ge­führt wurden.

Wei­ter fort­ge­schrit­te­ner Bau­ab­lauf mit fast fer­tig­ge­stell­tem Pflasterdeckwerk.
Fer­tig­ge­stell­te Rena­tu­rie­rung im Vor­land. Vor­ne Teil 2026, Mit­te 2020, hin­ten 2025.

Natür­li­che Ent­wick­lung der Salz­wie­sen soll geför­dert werden

Die Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­men umfas­sen ins­ge­samt rund 27,5 Hekt­ar. Ziel ist es, den Erhal­tungs­zu­stand der Salz­wie­sen im Vor­land des Dyks­ter­kru­ger Hel­lers zu verbessern.

Dafür wur­den güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für eine mög­lichst eigen­dy­na­mi­sche Ent­wick­lung geschaf­fen. Dazu gehö­ren natür­li­che Pro­zes­se wie Ero­si­on und Sedi­men­ta­ti­on, die Ent­wick­lung mäan­drie­ren­der Prie­le sowie natur­na­he Reliefstrukturen.

Auch für die Vogel­welt wur­den die Lebens­be­din­gun­gen ver­bes­sert. Ins­be­son­de­re die Habi­ta­te für Brut­vö­gel der Röh­rich­te und Salz­wie­sen wur­den auf­ge­wer­tet. Dabei ent­stan­den bezie­hungs­wei­se ent­wi­ckel­ten sich Berei­che mit höhe­rer, mitt­le­rer und nied­ri­ger Salzwiesenvegetation.

Die Maß­nah­men sol­len damit sowohl die öko­lo­gi­sche Viel­falt als auch die natür­li­che Ent­wick­lung des Deich­vor­lands fördern.

Ers­te Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­me bereits 2020 umgesetzt

Die geziel­te Absen­kung des Gelän­de­ni­veaus im Deich­vor­land begann bereits im Jahr 2020. Die Absen­kung star­tet in einem aus­rei­chen­den Abstand von etwa 300 Metern see­wärts der Deich­li­nie.

In den Jah­ren 2025 und 2026 wur­den die Arbei­ten fortgesetzt.

Ers­te Ergeb­nis­se zei­gen nach Anga­ben des NLWKN, dass die bereits im Jahr 2020 umge­setz­te Rena­tu­rie­rungs­maß­nah­me erfolg­reich ver­lau­fen ist. Die­se ers­te Maß­nah­me wur­de auf einer Teil­flä­che von rund 9,3 Hekt­ar als Kom­pen­sa­ti­ons­maß­nah­me für den Deich­bau durchgeführt.

Dabei ent­stand gleich­zei­tig ein wich­ti­ger Syn­er­gie­ef­fekt zwi­schen Natur- und Küs­ten­schutz: Der bei der Absen­kung des Gelän­de­ni­veaus ent­nom­me­ne Boden konn­te zu gro­ßen Tei­len für den Deich­bau ver­wen­det werden.

Damit ver­bin­det das Pro­jekt in der Krumm­hörn den Schutz vor den Fol­gen des stei­gen­den Mee­res­spie­gels mit der öko­lo­gi­schen Ent­wick­lung des Natio­nal­parks und der wert­vol­len Salz­wie­sen­land­schaft an der ost­frie­si­schen Küste.

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Deutsch­land­ti­cket wird 2027 teu­rer: 66,80 Euro – Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert ein­fa­che­ren Nahverkehr

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Deutsch­land­ti­cket soll 2027 teu­rer wer­den – Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert ein­fa­chen Nahverkehrstarif

Der Preis für das Deutsch­land­ti­cket soll ab 2027 auf 66,80 Euro pro Monat stei­gen. Der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band (vzbv) kri­ti­siert die erneu­te Preis­er­hö­hung. Nach Ansicht der Ver­brau­cher­zen­tra­le könn­te ein regel­mä­ßi­ger Preis­an­stieg dazu füh­ren, dass das Ticket für immer mehr Men­schen finan­zi­ell unat­trak­tiv wird.

Gleich­zei­tig for­dert der vzbv einen bun­des­weit ein­heit­li­chen Nah­ver­kehrs­ta­rif für Gele­gen­heits­fah­rer. Bus und Bahn sol­len damit auch für Men­schen ein­fa­cher nutz­bar wer­den, die kein monat­li­ches Abon­ne­ment benötigen.

Deutsch­land­ti­cket: Ver­brau­cher­zen­tra­le warnt vor wei­te­rer Preisspirale

Das Deutsch­land­ti­cket hat den Zugang zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr in Deutsch­land deut­lich ver­ein­facht. Mit einem ein­heit­li­chen Ticket kön­nen Fahr­gäs­te den Nah­ver­kehr bun­des­weit nut­zen, ohne sich mit unter­schied­li­chen Ver­bund­gren­zen, Tarif­zo­nen und regio­na­len Ticket­mo­del­len aus­ein­an­der­set­zen zu müssen.

Nach Ansicht des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands wird die­ser Vor­teil jedoch durch die ange­kün­dig­ten Preis­stei­ge­run­gen zuneh­mend geschwächt.

„Das Deutsch­land­ti­cket hat gezeigt, wie attrak­tiv ein ein­fa­cher und bun­des­weit nutz­ba­rer öffent­li­cher Nah­ver­kehr sein kann. Wenn das Ticket nun regel­mä­ßig teu­rer wird, droht die­ser Erfolg schritt­wei­se aus­ge­höhlt zu wer­den“, sagt Ramo­na Pop, Vor­stän­din des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands.

Der neue Preis von 66,80 Euro ab 2027 soll über einen neu­en Preis­in­dex bestimmt wer­den. Damit ent­fällt zwar das jähr­li­che poli­ti­sche Rin­gen um die kon­kre­te Höhe des Ticket­prei­ses. Gleich­zei­tig sieht der vzbv die Gefahr einer auto­ma­ti­sier­ten Preisspirale.

Deutsch­land­ti­cket für Gele­gen­heits­fah­rer nicht immer passend

Nach Ein­schät­zung der Ver­brau­cher­zen­tra­le ist das Deutsch­land­ti­cket vor allem für Men­schen attrak­tiv, die Bus und Bahn regel­mä­ßig nut­zen. Für Per­so­nen mit einem gerin­ge­ren Mobi­li­täts­be­darf kann sich ein monat­li­ches Abon­ne­ment dage­gen finan­zi­ell weni­ger lohnen.

Gera­de ange­sichts stei­gen­der Sprit­prei­se sei­en attrak­ti­ve Alter­na­ti­ven zum Auto wich­tig, erklärt Ramo­na Pop. Für Men­schen, die Bus und Bahn nur gele­gent­lich nut­zen, sei das Deutsch­land­ti­cket auf­grund der Preis­ent­wick­lung jedoch immer sel­te­ner eine pas­sen­de Lösung.

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le kri­ti­siert des­halb, dass ein ein­fa­cher Zugang zum bun­des­wei­ten Nah­ver­kehr der­zeit im Wesent­li­chen an das Deutsch­land­ti­cket gekop­pelt sei.

Ver­brau­cher­zen­tra­le for­dert bun­des­weit ein­heit­li­chen Nahverkehrstarif

Als Alter­na­ti­ve schlägt der Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­band einen bun­des­weit ein­heit­li­chen Nah­ver­kehrs­ta­rif für Gele­gen­heits­fahr­ten vor.

Das Modell soll sich am Grund­prin­zip des Deutsch­land­ti­ckets ori­en­tie­ren: Statt unter­schied­li­cher Ent­fer­nun­gen, Tarif­zo­nen und Ver­bund­gren­zen sol­len ein­fa­che Zeit­kar­ten die Nut­zung von Bus und Bahn ermöglichen.

Vor­ge­se­hen sind nur weni­ge, leicht ver­ständ­li­che Ticket­an­ge­bo­te mit fes­ten Nut­zungs­zei­ten. Die­se sol­len einen Zeit­raum von 15 Minu­ten bis zu 24 Stun­den abde­cken. Das Ange­bot soll bun­des­weit gel­ten und sowohl digi­tal als auch ana­log nutz­bar sein.

Damit könn­ten Fahr­gäs­te bei­spiels­wei­se eine Zeit­kar­te für eine bestimm­te Nut­zungs­dau­er kau­fen, ohne sich vor­her mit den jewei­li­gen regio­na­len Tarif­gren­zen beschäf­ti­gen zu müssen.

Schluss mit dem „Tarif­dschun­gel“ im Nahverkehr?

Die Ver­brau­cher­zen­tra­le sieht ins­be­son­de­re bei Gele­gen­heits­fah­rern wei­ter­hin einen kom­pli­zier­ten Zugang zum öffent­li­chen Nah­ver­kehr. Je nach Regi­on gel­ten unter­schied­li­che Ver­kehrs­ver­bün­de, Tarif­zo­nen und Ticketangebote.

„Gera­de Gele­gen­heits­nut­zer ste­hen wei­ter­hin vor einem unüber­sicht­li­chen Fli­cken­tep­pich aus Ver­bund­gren­zen, Tarif­zo­nen und unter­schied­li­chen Ticket­an­ge­bo­ten“, sagt Ramo­na Pop.

Das Ziel müs­se des­halb ein Tarif­sys­tem sein, das in ganz Deutsch­land nach den­sel­ben Grund­sät­zen funktioniert.

„Wer in Deutsch­land Bus und Bahn nutzt, braucht ein Tarif­sys­tem, das über­all gleich funk­tio­niert. Das Deutsch­land­ti­cket ist ein erfolg­rei­cher Anfang, den Tarif­dschun­gel zu been­den. Das­sel­be Prin­zip brau­chen auch Gele­gen­heits­fah­re­rin­nen und ‑fah­rer“, so Pop.

Ver­brau­cher­zen­tra­le: Ein­fa­cher Zugang soll erhal­ten bleiben

Nach Auf­fas­sung des Ver­brau­cher­zen­tra­le Bun­des­ver­bands braucht es neben dem Deutsch­land­ti­cket ein zusätz­li­ches, ein­fa­ches und bun­des­weit ein­heit­li­ches Ange­bot für Men­schen, die kein Abon­ne­ment abschlie­ßen möch­ten oder bei denen sich das Deutsch­land­ti­cket auf­grund der Nut­zungs­häu­fig­keit preis­lich nicht rechnet.

Der Vor­schlag der Ver­brau­cher­zen­tra­le setzt dabei auf weni­ge ver­ständ­li­che Zeit­kar­ten statt eines kom­ple­xen Sys­tems aus Ent­fer­nungs­stu­fen und Tarifzonen.

Damit soll der öffent­li­che Nah­ver­kehr auch für Gele­gen­heits­fah­rer ein­fa­cher zugäng­lich wer­den. Der vzbv ver­bin­det die For­de­rung ins­be­son­de­re mit dem Ziel, attrak­ti­ve Alter­na­ti­ven zur Nut­zung des Autos zu schaffen.

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Wein­ge­nuss am Gro­ßen Meer: Wein­pro­be mit Wein­kis­te Ost­fries­land in Südbrookmerland

Wein­ge­nuss am Gro­ßen Meer: Edle Trop­fen und pri­ckeln­de Sek­te in Südbrookmerland Süd­brook­mer­land – Am Sams­tag, 19. Sep­tem­ber 2026, steht das...

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Weih­nachts­kon­voi Moorm­er­land 2026: 125 fest­lich geschmück­te Fahr­zeu­ge für den guten Zweck

Luft­auf­nah­me vom Weih­nachts­markt in Moorm­er­land aus dem ver­gan­ge­nen Jahr. Die ein­drucks­vol­le Droh­nen­auf­nah­me stammt von Rolf-Die­ter Boots­mann von Luft­bli­cke Nord­west. Weih­nachts­kon­voi...

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Wein­fest an der Hengst­for­der Müh­le 2026: Wein, Musik und Genuss in Apen

Wein­fest an der Hengst­for­der Müh­le: Zwei genuss­vol­le Aben­de in Apen Wein­fest 2026 in Apen-Hengst­for­de: Am 11. und 12. Sep­tem­ber ver­wan­delt sich...

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Fest der Kul­tu­ren in Leer am 6. Sep­tem­ber 2026 mit Musik, Tanz und Sonnenschein

25. Fest der Kul­tu­ren in Leer: Ein bun­tes Jubi­lä­um der Begegnung Am Sonn­tag, 6. Sep­tem­ber 2026, von 11 bis 18...

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Ruder­re­gat­ta in Leer am 12. und 13. Sep­tem­ber 2026 mit Nachtsprint

84. Ruder­re­gat­ta in Leer: Span­nen­de Ren­nen und Nacht­sprint am 12. und 13. Sep­tem­ber 2026 Leer – Am 12. und 13. Sep­tem­ber...

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