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Kommunalwahl Leer — SPD Leer präsentiert 39 Kandidaten für die September-Wahl
Strategische Doppelspitze: Die Spitzenkandidaten der SPD Leer für die Stadtratswahl am 13. September. Hauke Sattler (links), Listenführer im Wahlbereich 2, und Jarno Behrens (rechts), Vorsitzender des Ortsvereins und Juso-Landesvorsitzender für den Wahlbereich 1. Gemeinsam führen sie ein 39-köpfiges Team in den Kommunalwahlkampf.
Kommunalwahl in Leer: SPD setzt auf eine Mischung aus Erfahrung und jungem Aufbruch
LEER. In der politischen Landschaft der Kreisstadt Leer werden die Weichen für den kommenden September gestellt. Mit einer bemerkenswerten Geschlossenheit hat der SPD-Stadtverband seine Kandidatenlisten für die Stadtratswahl am 13. September verabschiedet. Insgesamt 39 Bewerberinnen und Bewerber treten an, um die Zukunft der Stadt aktiv mitzugestalten – ein Personalangebot, das die Partei als Spiegelbild einer modernen Volkspartei verstanden wissen will.
Personalstrategie: Zwischen Kontinuität und Generationenwechsel
Auffallend ist die bewusste Akzentuierung des Generationenwechsels. In den beiden Wahlbereichen führen Persönlichkeiten die Listen an, die trotz ihres Alters bereits fest in der Parteistruktur verankert sind. Im Wahlbereich 1 (Bingum, Heisfelde, Nüttermoor, westliche Kernstadt) steht der 24-jährige Jarno Behrens an der Spitze. Als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Leer und Juso-Landesvorsitzender in Niedersachsen verkörpert er den personellen Erneuerungsanspruch. Ihm folgen erfahrene Kräfte wie Silke Menge und Norbert Bakker.
Ähnlich gestaltet sich das Bild im Wahlbereich 2 (Loga, Logabirum und östliche Kernstadt), wo Hauke Sattler auf Listenplatz 1 gesetzt wurde, flankiert von Manuela Nordbrock und Florian Stoye. Mit der 18-jährigen Henrike Kolthoff stellt die SPD zudem die jüngste Kandidatin des Tableaus. Insgesamt fünf Kandidierende entstammen der Juso-Altersklasse (unter 35 Jahre), was die Ambition unterstreicht, verstärkt junge Wählerschichten anzusprechen.
Programmatische Schwerpunkte: Wohnraum und Bildung im Fokus
Inhaltlich orientiert sich die SPD an den drängenden Infrastrukturfragen der Stadt. Das zentrale Thema des Wahlkampfes dürfte die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt werden. Hier fordert die Partei eine Intensivierung des Baus bezahlbarer Wohnungen, um dem demografischen Wandel und der sozialen Spreizung entgegenzuwirken.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bildungsbereich. Die bereits initiierten Investitionen in die Grundschulen sollen konsequent fortgeführt werden. Die Argumentation der Sozialdemokraten ist dabei systemisch: Moderne Lernorte seien die Grundlage für eine langfristig positive wirtschaftliche Entwicklung. Um diese Investitionen zu finanzieren, setzt die SPD auf eine Stärkung des Standorts Leer in den Sektoren Einzelhandel, Hafen und Tourismus.
„Aus Liebe zu Leer“: Der Weg zum Wahltag
Unter dem Slogan „Aus Liebe zu Leer“ zielt die Kampagne auf eine Steigerung der allgemeinen Lebensqualität ab. Neben harten Standortfaktoren wie sicheren Verkehrswegen betont die Partei die Bedeutung des Ehrenamtes in Kultur und Sport als sozialen Kitt der Stadtgesellschaft.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob diese „Mischung aus Jungen und Älteren, Frauen und Männern sowie unterschiedlichen Berufsgruppen“, wie sie Remmer Hein betont, das Vertrauen der Wählerschaft gewinnen kann. Die Bandbreite vom Rechtsanwalt über die Auszubildende bis zum Rentner soll die tiefere Verankerung in allen sozialen Schichten der Leeraner Bürgerschaft demonstrieren.

Kandidatenliste der SPD Leer zur Stadtratswahl
| Platz | Wahlbereich 1 (West) | Wahlbereich 2 (Ost) |
| 1 | Jarno Behrens | Hauke Sattler |
| 2 | Silke Menge | Manuela Nordbrock |
| 3 | Norbert Bakker | Florian Stoye |
| 4 | Anke Schlingmann | Tomke Lübbehüsen |
| 5 | Sönke Eden | Dr. Markus Rohe |
| 6 | Henrike Kolthoff | Simon Bents |
| 7 | Siegbert Knoop | Serhat Özdemir |
| 8 | Andreas Kunstreich-Deutsch | Phillip Winter |
| 9 | Ralph Menge | Dr. Ruven Fleming |
| 10 | Mihdi Acar | Daria Kraft |
| 11 | Patrick Schultze | Joachim Heyduk |
| 12 | Daniela Mohr | Kozi Kezie |
| 13 | Michael Raske | Hermann Visser |
| 14 | Günter Roeden | Dr. Heiner Schröder |
| 15 | Heike Nicolai | Rene Mechler |
| 16 | Uwe Brahms | Heike Robbe |
| 17 | Maike Böttcher | Doris Klinder |
| 18 | Hilmer Nicolai | Roland Gottlieb |
| 19 | Annett Pietzke | Jan-Dieter Ukena |
| 20 | Christina Stoye-Grunau | – |
Kurzübersicht der Gebiete:
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Wahlbereich 1 (A): Bingum, Heisfelde-Nüttermoor, westliche Kernstadt Leer.
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Wahlbereich 2 (B): Östliche Kernstadt Leer, Loga-Logabirum.


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Traditioneller Holzbootsbau in Ditzum begeistert bundesweit junge Nachwuchskräfte
Betriebsleiter Gerjet Bültjer (r.) zeigt Vizepräsidentin Imke Hennig (l.) die Arbeiten in der Schiffshalle. Im Hintergrund der 15 Meter lange historische Segelkutter „Gebrüder“ von Carolinensiel.
Bootsbaukunst aus Ditzum: Wo Tradition auf die nächste Generation trifft
Die H. Bültjer Bootswerft an der Ems ist weit mehr als ein Reparaturbetrieb – sie ist ein lebendiges Denkmal des Holzbootsbaus. In einer Ära von Verbundstoffen und Massenfertigung setzt der Familienbetrieb in fünfter Generation auf das edle Handwerk mit Naturstoffen und zieht damit junge Talente aus ganz Deutschland ins beschauliche Ostfriesland.


Ein Magnet für den Nachwuchs: Ausbildung mit Tiefgang
Während viele Werften entlang der Ems bereits in den 1960er Jahren ihre Tore schließen mussten, behauptet sich die Bültjer Bootswerft seit 127 Jahren als feste Instanz. Heute ist der Betrieb im Fischereidorf Ditzum eine der ersten Adressen für den traditionellen Holzbootsbau.
Das Besondere: Die Werft fungiert als regelrechter Magnet für Auszubildende. Die Bewerber kommen nicht nur aus der Region, sondern aus Metropolen wie München, Köln, Hamburg oder Berlin. Jährlich finden zwei bis drei Azubis ihren Weg in den Betrieb, um das Handwerk des Bootsbauers in der Fachrichtung Neu‑, Aus- und Umbau zu erlernen.
„Unsere Auszubildenden haben entweder eine tiefe Affinität zur Schifffahrt oder den brennenden Wunsch, mit dem Werkstoff Holz zu arbeiten“, erklärt Bootsbauermeister Gerjet Bültjer, der die Werft gemeinsam mit seinem Cousin Andy Bültjer führt.
Exzellenz im Handwerk: Regelmäßige Bundes- und Landessieger
Dass die Ausbildung bei Bültjer zur Elite gehört, belegen die Zahlen der letzten zwei Jahrzehnte: Über 55 junge Menschen wurden hier bereits erfolgreich ausgebildet. Regelmäßig glänzen die Absolventen bei der „Deutschen Meisterschaft im Handwerk“ (DMH).
Zuletzt wurde der frisch ausgelernte Bootsbauer Felix Bruckmann geehrt, der auf Bundesebene den dritten Platz belegte. Imke Hennig, Vizepräsidentin der Handwerkskammer für Ostfriesland, betont bei der Urkundenübergabe die Bedeutung des Betriebs: Durch dieses Engagement werde nicht nur der eigene Fachkräftenachwuchs gesichert, sondern ein küstentypisches Kulturgut bewahrt.

Das Berufsbild Bootsbauer: Selten, gefragt und vielseitig
Der Beruf des Bootsbauers mag selten sein, doch er ist gefragter denn je. Die dreieinhalbjährige Ausbildung deckt ein breites Spektrum ab:
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Neubau und Konstruktion
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Restaurierung historischer Fahrzeuge
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Instandsetzung und technischer Ausbau
Ergänzt wird die praktische Arbeit auf der Werft durch Blockunterricht an der Berufsschule in Brake (Unterweser). Dort erlernen die Fachkräfte auch den Umgang mit modernen Verbundstoffen und Metallen, um für den gesamten Markt gerüstet zu sein.
Full-Service für Holzschiffe bis 150 Tonnen
Als spezialisierter Meisterbetrieb bietet Bültjer eine Infrastruktur, die ihresgleichen sucht. Mit zwei Hallen und drei Helgen können Schiffe mit einem Gewicht von bis zu 150 Tonnen geslippt werden. Das Leistungsportfolio umfasst:
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Holzboots- und Riggbau: Traditionelle Beplankung und Mastbau.
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Technik-Service: Austausch und Überholung technischer Aggregate.
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Elektrik & Elektronik: Planung und Installation moderner Bordnetze.
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Konservierung: Hochwertige Lackierarbeiten und Oberflächenschutz.
Aktuelle Projekte wie die Neubeplankung des 15 Meter langen historischen Segelkutters „Gebrüder“ aus Carolinensiel oder die Restaurierung der „Klaus Störtebeker III“ verdeutlichen die Kapazitäten der Werft.
Holz als Zukunftskapital: Qualität braucht Zeit
Das Herzstück der Werft ist das Lager. Ob Eiche, Kambala, Mahagoni, Lärche oder Teak – das Holz wird traditionell handwerklich verarbeitet und muss perfekt durchgetrocknet sein.
„Wir rechnen pro Zentimeter Dicke mit einem Jahr Lagerzeit“, so Bültjer.
Dieser enorme Bestand an abgelagertem, bestem Bauholz ist das wahre Zukunftskapital des Betriebs. Es garantiert, dass auch in den kommenden Jahrzehnten Boote in Ditzum entstehen und erhalten werden, die den Elementen trotzen und die Ästhetik des klassischen Bootsbaus verkörpern.
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Leda-Sperrwerk: Monatelange Vollsperrung der Betriebsbrücken für Rad- und Fußverkehr
Sanierung am Leda-Sperrwerk: Brücken bis September 2026 voll gesperrt
LEER. Wer das Leda-Sperrwerk für Radtouren oder Spaziergänge nutzt, muss sich auf eine monatelange Sperrung einstellen. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee mitteilt, haben umfangreiche Instandsetzungsarbeiten an den Betriebsbrücken begonnen, die eine Überquerung der Leda an dieser Stelle vorerst unmöglich machen.
Technische Modernisierung erfordert Anhebung
Der Grund für die Maßnahme ist technisch anspruchsvoll: Die Betriebsbrücken erhalten neue Lager. Um diese wichtigen Bauteile austauschen zu können, müssen die gesamten Brückenkonstruktionen angehoben werden. Diese Arbeiten sind für den Erhalt der Infrastruktur und die Sicherheit des Sperrwerks unerlässlich.
Leda-Sperrwerk: Monatelange Vollsperrung der Betriebsbrücken für Rad- und Fußverkehr
Die Bauarbeiten sind bereits am Montag, den 16. März 2026, angelaufen. Nach aktuellem Planungsstand werden die Instandsetzungen das gesamte Sommerhalbjahr in Anspruch nehmen und voraussichtlich Ende September 2026 abgeschlossen sein.
Während des gesamten Zeitraums bleibt die Passage über die Brücken sowohl für den Radverkehr als auch für Fußgänger vollständig gesperrt. Ortskundige werden gebeten, die Sperrung bei der Planung ihrer Routen zu berücksichtigen und entsprechende Ausweichmöglichkeiten zu nutzen.
Quelle: PM Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ems-Nordsee
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