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Land­kreis Leer Bil­dung und Teil­ha­be (BuT): Chan­cen­gleich­heit für alle — Zuschüs­se jetzt beantragen!

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Bil­dung und Teil­ha­be (BuT): Chan­cen­gleich­heit für alle

Das Bil­dungs­pa­ket, auch bekannt als Bil­dung und Teil­ha­be (BuT), ist ein bedeu­ten­des sozia­les Instru­ment, das Kin­dern, Jugend­li­chen und jun­gen Erwach­se­nen bis 25 Jah­re aus ein­kom­mens­schwa­chen Fami­li­en ermög­licht, gleich­be­rech­tigt am gesell­schaft­li­chen Leben teil­zu­neh­men. Es zielt dar­auf ab, Bil­dung und sozia­le Teil­ha­be zu för­dern, unab­hän­gig von der finan­zi­el­len Situa­ti­on der Familie.

Wer kann BuT-Leis­tun­gen in Anspruch nehmen?

Berech­tigt sind Kin­der und Jugend­li­che, deren Fami­li­en Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de, Sozi­al­hil­fe, Kin­der­zu­schlag oder Wohn­geld bezie­hen. Auch Emp­fän­ger von Leis­tun­gen nach dem Asyl­be­wer­ber­leis­tungs­ge­setz kön­nen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen BuT-Leis­tun­gen erhalten.

Wel­che Leis­tun­gen umfasst das Bildungspaket?

  1. Kos­ten­über­nah­me für Schul­be­darf: Dazu gehö­ren Schul­hef­te, Stif­te, Sport­uten­si­li­en und Schul­ran­zen, die zwei­mal jähr­lich bezu­schusst werden.

  2. Unter­stüt­zung bei Aus­flü­gen und Klas­sen­fahr­ten: Die Kos­ten für Tages­aus­flü­ge und mehr­tä­gi­ge Klas­sen­fahr­ten wer­den über­nom­men, um allen Schü­lern die Teil­nah­me zu ermöglichen.

  3. Fahrt­kos­ten zur Schu­le: Schü­ler, die nicht zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zur Schu­le gelan­gen kön­nen, erhal­ten einen Zuschuss zu den Fahrtkosten.

  4. Mit­tag­essen in Schu­len und Kitas: Die Kos­ten für das Mit­tag­essen kön­nen bezu­schusst wer­den, um sicher­zu­stel­len, dass alle Kin­der eine aus­ge­wo­ge­ne Ver­pfle­gung erhalten.

  5. Teil­nah­me an kul­tu­rel­len und sport­li­chen Akti­vi­tä­ten: Ein monat­li­cher Pau­schal­be­trag ermög­licht die Teil­nah­me an Ver­eins- und Frei­zeit­an­ge­bo­ten wie Sport­ver­ei­nen oder Musikschulen.

  6. Lern­för­de­rung: Bei gefähr­de­tem Lern­ziel kann eine Kos­ten­über­nah­me für Nach­hil­fe bewil­ligt wer­den, sofern die Schu­le den Bedarf bestätigt.

Wie kön­nen BuT-Leis­tun­gen bean­tragt werden?

Die Bean­tra­gung erfolgt über das Ser­vice­por­tal des Land­krei­ses Leer oder alter­na­tiv über Print-Anträ­ge beim ört­li­chen Sozi­al­amt oder im Job­cen­ter. Jedes Kind oder jeder Jugend­li­che benö­tigt einen eige­nen Antrag. Wich­tig ist die voll­stän­di­ge und recht­zei­ti­ge Ein­rei­chung der Anträ­ge mit den erfor­der­li­chen Unter­la­gen, um Ver­zö­ge­run­gen zu vermeiden.

Schluss­fol­ge­rung

Das Bil­dungs­pa­ket ist ein essen­ti­el­les Instru­ment zur För­de­rung der Chan­cen­gleich­heit und sozia­len Teil­ha­be. Es ermög­licht Kin­dern und Jugend­li­chen aus finan­zi­ell schwä­cher gestell­ten Fami­li­en den Zugang zu Bil­dung und ver­schie­de­nen gesell­schaft­li­chen Akti­vi­tä­ten, die für ihre per­sön­li­che Ent­wick­lung ent­schei­dend sind. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen und Unter­stüt­zung erhal­ten inter­es­sier­te Fami­li­en bei den ört­li­chen Behör­den oder über das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Soziales.

Durch das Bil­dungs­pa­ket wird nicht nur indi­vi­du­el­le För­de­rung ermög­licht, son­dern auch ein wich­ti­ger Bei­trag zur sozia­len Inte­gra­ti­on und zur Über­win­dung von Bil­dungs­un­gleich­hei­ten geleistet.


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Finan­zi­el­le Unter­stüt­zung aus dem Bil­dungs- und Teilhabepaket

Gute Bil­dung darf kei­ne Fra­ge des Ein­kom­mens sein. Das Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­ket (BuT) der Bun­des­re­gie­rung bie­tet finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für Kin­der und Jugend­li­che aus ein­kom­mens­schwa­chen Fami­li­en, um deren Bil­dungs­chan­cen zu ver­bes­sern. Neben Zuschüs­sen für Schul­be­darf und das Mit­tag­essen in der Schu­le gehört auch die För­de­rung von Nach­hil­fe zu den unter­stütz­ten Maß­nah­men. So kön­nen pro­fes­sio­nel­le Lern­an­ge­bo­te kos­ten­los in Anspruch genom­men wer­den, um bes­se­re Bil­dungs- und Ent­wick­lungs­chan­cen zu ermöglichen.

Moti­vie­ren­de Nach­hil­fe durch Lerncoaches

Kin­der, die Schwie­rig­kei­ten in der Schu­le haben, kön­nen dank BuT kos­ten­lo­se Nach­hil­fe erhal­ten. Dies gilt auch, wenn sie nicht unmit­tel­bar ver­set­zungs­ge­fähr­det sind. Vor­aus­set­zung ist, dass der Schü­ler oder die Schü­le­rin nicht älter als 25 Jah­re ist und die besuch­te Schu­le kei­ne aus­rei­chen­de Lern­för­de­rung anbie­tet. Unter­stüt­zung bei der Antrag­stel­lung und der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit Schu­le und Amt wird bereit­ge­stellt, um den Pro­zess zu erleichtern.

Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen

Kin­der und Jugend­li­che haben Anspruch auf Lern­för­de­rung aus dem BuT, wenn ihre Fami­li­en eine der fol­gen­den Leis­tun­gen beziehen:

  • Bür­ger­geld (ehe­mals Arbeits­lo­sen­geld II bzw. Sozi­al­geld nach SGB II)
  • Sozi­al­hil­fe nach SGB XII
  • Leis­tun­gen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Kin­der­zu­schlag nach dem Bun­des­kin­der­geld­ge­setz (BKGG)
  • Wohn­geld

Unter­stüt­zung bei der Bean­tra­gung staat­li­cher Förderung

Schul­fit-Nach­hil­fe bie­tet nicht nur Unter­stüt­zung zur Noten­ver­bes­se­rung, son­dern auch fami­li­en­ori­en­tier­te Hilfs­an­ge­bo­te. Die Bera­tung und Hil­fe zur Inan­spruch­nah­me von Nach­hil­fe im Rah­men des BuT gehö­ren dazu. Die geför­der­te Nach­hil­fe muss vom zustän­di­gen Kreis­amt, Sozi­al­amt oder Job­cen­ter geneh­migt wer­den. Schul­fit beglei­tet Sie von der Antrag­stel­lung bis zum Bescheid und freut sich mit Ihnen über die ers­ten Erfol­ge Ihres Kindes.

Gra­tis Schnupperstunden

Um das Ange­bot ken­nen­zu­ler­nen, bie­tet Schul­fit zwei kos­ten­lo­se Schnup­per­stun­den im Grup­pen­un­ter­richt an:

  • Stand­ort Leer: Heis­fel­der Stra­ße 2, Tele­fon: 0491 – 5951
  • Stand­ort Moorm­er­land: Rudolf-Eucken-Stra­ße 14, Tele­fon: 04954 — 8789

Pro­fes­sio­nel­le Nach­hil­fe und Coaching

Schul­fit bie­tet Nach­hil­fe für alle Klas­sen und Schul­for­men in ver­schie­de­nen Fächern, dar­un­ter Deutsch, Mathe­ma­tik, Eng­lisch, Fran­zö­sisch, Latein, Kunst, Phy­sik, Che­mie, Bio­lo­gie und vie­le mehr. Auch Online-Nach­hil­fe ist möglich.

Wei­te­re Ange­bo­te umfassen:

  • Prü­fungs­vor­be­rei­tun­gen
  • Indi­vi­du­el­les Coaching
  • Erwach­se­nen­bil­dung

Dar­über hin­aus bie­tet Schul­fit Bera­tung zu Lern­ent­wick­lung, Schul­lauf­bahn, Ver­hal­tens­auf­fäl­lig­kei­ten und Lern­the­ra­pie sowie Unter­stüt­zung für Fami­li­en und Sprach­kur­se an.

Kon­takt­in­for­ma­tio­nen

  • Stand­ort Leer: Heis­fel­der Stra­ße 2, Tele­fon: 0491 – 5951
  • Stand­ort Moorm­er­land: Rudolf-Eucken-Stra­ße 14, Tele­fon: 04954 — 8789
  • E‑Mail: info@schulfit-nachhilfe.de
  • Whats­App oder SMS: 0176 24206004

Nut­zen Sie die Mög­lich­kei­ten des Bil­dungs- und Teil­ha­be­pa­kets, um die Bil­dungs­chan­cen Ihres Kin­des zu ver­bes­sern. Wir unter­stüt­zen Sie ger­ne auf die­sem Weg!

Lern­the­ra­pie Ost­fries­land Land­kreis Leer und Moormerland

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen und Leer fährt wieder

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line ver­bin­det Leer und Gro­nin­gen wieder

Wee­ner. Nach fast elf Jah­ren Unter­bre­chung ist die Frie­sen­brü­cke über die Ems wie­der für den Bahn­ver­kehr frei­ge­ge­ben. Mit einer Son­der­fahrt wur­de am Don­ners­tag, 1. Okto­ber 2026, die neue Ver­bin­dung zwi­schen Gro­nin­gen und Leer offi­zi­ell eröff­net. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber, sol­len die regu­lä­ren Per­so­nen­zü­ge wie­der grenz­über­schrei­tend verkehren.

Die Wie­der­eröff­nung mar­kiert einen wich­ti­gen Schritt für die soge­nann­te Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen, Leer und künf­tig Bre­men. Die rund 173 Kilo­me­ter lan­ge Ver­bin­dung soll die Nie­der­lan­de und Deutsch­land bes­ser mit­ein­an­der ver­knüp­fen und ins­be­son­de­re für Pend­ler, Stu­die­ren­de, Arbeit­neh­mer und Tou­ris­ten eine wich­ti­ge grenz­über­schrei­ten­de Ver­bin­dung darstellen.

Ste­phan Christ: „Nach fast elf Jah­ren ist die Frie­sen­brü­cke end­lich fertig“

Zur Eröff­nung äußer­te sich Ste­phan Christ, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen-Land­tags­frak­ti­on, erfreut über die Wie­der­auf­nah­me des Zugverkehrs.

Christ bezeich­ne­te die Fer­tig­stel­lung nach fast elf Jah­ren als wich­ti­gen Schritt. Damit sei die Stre­cke für den inter­na­tio­na­len Zug­ver­kehr zwi­schen den Nie­der­lan­den und Deutsch­land wie­der befahr­bar. Der Zer­stö­rung der alten Brü­cke durch einen Frach­ter im Dezem­ber 2015 sei eine jah­re­lan­ge Unter­bre­chung mit meh­re­ren Ver­zö­ge­run­gen gefolgt.

Umso grö­ßer sei die Freu­de dar­über, dass die Wun­der­line nun wie­der durch­gän­gig fah­ren könne.

Beson­ders hob Christ auch die neue Bedeu­tung der Brü­cke für den Fuß- und Rad­ver­kehr her­vor. Die­ser wer­de nicht mehr ledig­lich gedul­det, son­dern habe nun offi­zi­ell einen eige­nen Platz auf der Brü­cke. Neben der Bahn­tras­se befin­det sich ein 2,5 Meter brei­ter Fuß- und Rad­weg. Das Land Nie­der­sach­sen habe des­sen Bau mit mehr als sechs Mil­lio­nen Euro gefördert.

Gleich­zei­tig rich­tet Christ den Blick bereits auf die nächs­te Auf­ga­be. Nun sei der Bund am Zug. Die Stre­cke zwi­schen Olden­burg und Leer müs­se aus­ge­baut wer­den, damit die Züge wie geplant künf­tig bis Bre­men durch­fah­ren könnten.

 

 

Foto: Ste­phan Christ (links) und Tammo Len­ger — Foto­nach­weis: privat

Tammo Len­ger: „Ein ech­ter Mei­len­stein für die Region“

Auch Tammo Len­ger, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Grü­nen-Kreis­tags­frak­ti­on Leer, bezeich­net die Wie­der­eröff­nung als bedeu­ten­den Tag für die Region.

Für die Men­schen vor Ort sei die Frei­ga­be ein ech­ter Mei­len­stein. Über zehn Jah­re hät­ten Anwoh­ner und Pend­ler mit Umwe­gen, Ersatz­ver­keh­ren und Unsi­cher­heit leben müssen.

Ursprüng­lich war die Wie­der­auf­nah­me des Zug­ver­kehrs bereits für Ende 2024 vor­ge­se­hen. Die Eröff­nung wur­de jedoch mehr­fach ver­scho­ben. Umso wich­ti­ger sei es nun, dass die­ses Kapi­tel abge­schlos­sen wer­den könne.

Len­ger betont zudem die euro­päi­sche Bedeu­tung der Ver­bin­dung. Die Wie­der­eröff­nung sei ein wich­ti­ges Zei­chen für Euro­pa, weil die Bahn­stre­cke Men­schen und Regio­nen über die deutsch-nie­der­län­di­sche Gren­ze hin­weg mit­ein­an­der verbinde.

Bahn­hof Ihr­ho­ve wie­der in Betrieb

Mit der Wie­der­auf­nah­me der Ver­bin­dung gibt es eine wei­te­re wich­ti­ge Neue­rung für die Regi­on: Der Bahn­hof Ihr­ho­ve wird nach mehr als fünf Jahr­zehn­ten wie­der als Halt genutzt. Nach Anga­ben von Len­ger stärkt dies den länd­li­chen Raum spürbar.

Gleich­zei­tig sieht er wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. Der Bahn­hof in Ihr­ho­ve müs­se zusätz­lich an den RE15 in Rich­tung Müns­ter ange­bun­den werden.

Die Reak­ti­vie­rung des Bahn­hofs Ihr­ho­ve gehört zu den Maß­nah­men im Zuge der Wie­der­auf­nah­me des grenz­über­schrei­ten­den Bahn­ver­kehrs. Auch der Bahn­hof Bun­de wur­de für die neue Ver­bin­dung reaktiviert.

Frie­sen­brü­cke nach Unfall 2015 kom­plett neu gebaut

Die neue Frie­sen­brü­cke war not­wen­dig gewor­den, nach­dem das Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 mit der dama­li­gen Klapp­brü­cke kol­li­diert und die­se schwer beschä­digt hat­te. Der Bahn­ver­kehr zwi­schen Leer und Gro­nin­gen war dar­auf­hin für fast elf Jah­re unterbrochen.

Die neue Kon­struk­ti­on ist eine tech­nisch auf­wen­di­ge Hub-Dreh­brü­cke und gilt als größ­te Eisen­bahn-Hub-Dreh­brü­cke Euro­pas. Neben der Bahn­stre­cke ver­fügt sie über den neu­en Fuß- und Rad­weg sowie eine sepa­ra­te Dienst- und Rettungsroute.

Für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer war die neue Brü­cke bereits im Sep­tem­ber 2025 frei­ge­ge­ben wor­den. Seit dem 1. Okto­ber 2026 ist nun auch die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung wie­der hergestellt.

Regu­lä­rer Zug­ver­kehr star­tet am 5. Oktober

Die offi­zi­el­le Eröff­nung erfolg­te zunächst mit einer Son­der­fahrt. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber 2026, sol­len wie­der regu­lä­re Per­so­nen­zü­ge zwi­schen Gro­nin­gen und Leer verkehren.

Damit ist ein ent­schei­den­der Abschnitt der Wun­der­line abge­schlos­sen. Für einen voll­stän­di­gen Aus­bau der Ver­bin­dung bis Bre­men sind jedoch wei­te­re Maß­nah­men erforderlich.

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Sil­via Sin­ning begeis­tert in Jem­gum: Song­poe­tin sorgt für Stan­ding Ovations

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Song­poe­tin Sil­via Sin­ning begeis­tert Publi­kum im Bür­ger­haus Jemgum

Jem­gum. Am Sams­tag, 26. Sep­tem­ber, wur­de das Bür­ger­haus Jem­gum zum Schau­platz eines beson­de­ren Kon­zert­abends. Um 19.30 Uhr füll­te sich der Saal zuse­hends mit Besu­che­rin­nen und Besu­chern im Alter von etwa acht bis 80 Jah­ren. Das Inter­es­se war so groß, dass kurz­fris­tig noch Stüh­le für drei zusätz­li­che Rei­hen auf­ge­stellt wer­den mussten.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand die Song­poe­tin Sil­via Sin­ning aus Leer, die zahl­rei­che selbst getex­te­te und kom­po­nier­te Lie­der aus ihrem umfang­rei­chen Reper­toire präsentierte.

Musi­ka­li­sche Viel­falt ohne Schubladen

Rund ein­ein­halb Stun­den lang nahm Sil­via Sin­ning ihr Publi­kum mit auf eine musi­ka­li­sche Rei­se. Dabei beglei­te­te sie sich selbst am Kla­vier, an der Gitar­re und am Saxo­fon.

Ange­kün­digt war das Kon­zert als „sti­lis­ti­sche Viel­falt auf hohem Niveau“. Tat­säch­lich erwies sich das Pro­gramm als musi­ka­li­sches Cross­over, das sich kaum in eine bestimm­te Schub­la­de ein­ord­nen lässt.

So prä­sen­tier­te Sin­ning unter ande­rem einen Reg­gae auf Platt­deutsch sowie einen Folk-Song mit einem Bos­sa-Nova-Zwi­schen­teil auf Por­tu­gie­sisch. Ein wei­te­res Stück ver­band Pop, Rock und Latin und setz­te sich inhalt­lich mit dem Frie­den und den Grund­wer­ten unse­res Grund­ge­set­zes auseinander.

Die musi­ka­li­sche Band­brei­te kam beim Publi­kum sicht­bar gut an. Bei meh­re­ren Lie­dern gab es bereits wäh­rend des Vor­trags Sze­nen­ap­plaus. Teil­wei­se stimm­ten die Kon­zert­be­su­cher sogar direkt in die Refrains ein.

Über­ra­schungs­gäs­te sor­gen für zusätz­li­chen Klang

Für eine beson­de­re Über­ra­schung sorg­ten wei­te­re Musi­ker, die im Ver­lauf des Kon­zerts auf die Büh­ne kamen. Ingo Arndt unter­stütz­te das Kon­zert an den Con­gas und am Cajón, wäh­rend Mar­kus Schoor­mann den E‑Bass übernahm.

Zusätz­lich stieß der Frie­dens- und Frei­heits­chor aus Leer dazu. Gemein­sam prä­sen­tier­ten die Musi­ker zwei Hym­nen, mit denen sie das Publi­kum eben­falls begeisterten.

Aus dem ursprüng­lich als Solo­auf­tritt ange­kün­dig­ten Kon­zert wur­de damit zeit­wei­se ein musi­ka­li­sches Zusam­men­spiel aus Song­poe­tin, Band und Chor.

Stan­ding Ova­tions für Sil­via Sin­ning und ihre Mitstreiter

Am Ende belohn­te das Publi­kum die Künst­ler mit lang anhal­ten­dem Applaus und Stan­ding Ova­tions. Nach einer schwung­vol­len und einer besinn­li­chen Zuga­be ver­ab­schie­de­te sich Sil­via Sin­ning gemein­sam mit den Musi­kern und dem Chor von den Konzertbesuchern.

Doch auch nach dem letz­ten Ton war der Abend noch nicht vor­bei. Im Anschluss an das Kon­zert ent­wi­ckel­te sich ein reger Aus­tausch über das musi­ka­li­sche Erleb­nis und die ver­schie­de­nen Facet­ten des Abends.

Wei­te­res Kon­zert in Leer geplant

Wer Sil­via Sin­ning erneut live erle­ben möch­te, soll dazu bereits im Janu­ar 2026 Gele­gen­heit bekom­men. Ein ähn­li­ches Kon­zert ist im Musik­ate­lier von Sil­via Sin­ning in Leer geplant.

Der Kon­zert­abend im Bür­ger­haus Jem­gum hat dabei gezeigt, dass selbst kom­po­nier­te Musik, unter­schied­li­che Stil­rich­tun­gen und mehr­spra­chi­ge Tex­te ein Publi­kum über Gene­ra­tio­nen hin­weg errei­chen können.

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Frie­sen­brü­cke über die Ems: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Millionen

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Frie­sen­brü­cke: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Mil­lio­nen Euro

Weener/Westoverledingen. Die Frie­sen­brü­cke über die Ems ver­bin­det die ost­frie­si­schen Kom­mu­nen Wee­ner und Wes­t­ov­er­le­din­gen und ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen in den Nie­der­lan­den. Nach der Kol­li­si­on mit dem Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 war die rund 335 Meter lan­ge Eisen­bahn­brü­cke nicht mehr nutz­bar. Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land kri­ti­siert nun die Ent­wick­lung von Kos­ten und Bau­zeit beim Ersatzneubau.

Unfall mach­te wich­ti­ge Ver­bin­dung unpassierbar

In der Nacht zum 3. Dezem­ber 2015 kol­li­dier­te das Fracht­schiff „Ems­moon“ mit der Frie­sen­brü­cke. Die Eisen­bahn­klapp­brü­cke wur­de dabei so schwer beschä­digt, dass sie anschlie­ßend nicht mehr genutzt wer­den konnte.

Die Fol­gen waren weit­rei­chend. Die Frie­sen­brü­cke ist Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen und damit eine wich­ti­ge Ver­bin­dung zwi­schen Deutsch­land und den Nie­der­lan­den. Gleich­zei­tig stellt sie eine bedeu­ten­de Que­rungs­mög­lich­keit für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer dar.

Ins­be­son­de­re für den Fahr­rad­tou­ris­mus sowie für die Men­schen in der Regi­on bedeu­te­te der Aus­fall erheb­li­che Ein­schrän­kun­gen. Die nächs­te Mög­lich­keit, die Ems zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zu über­que­ren, liegt rund zehn Kilo­me­ter entfernt.

Ursprüng­lich waren rund 30 Mil­lio­nen Euro vorgesehen

Nach dem Unfall plan­te die Deut­sche Bahn als Eigen­tü­me­rin der Frie­sen­brü­cke zunächst einen kon­struk­tiv opti­mier­ten Ersatz der bis­he­ri­gen Klapp­brü­cke. Damit soll­te die Bahn­ver­bin­dung ver­gleichs­wei­se schnell wie­der­her­ge­stellt werden.

Nach dama­li­gen Pla­nun­gen wur­de von einer Bau­zeit von rund fünf Jah­ren aus­ge­gan­gen. Die Wie­der­in­be­trieb­nah­me war für 2021 vor­ge­se­hen. Die Kos­ten wur­den zunächst auf etwa 30 Mil­lio­nen Euro geschätzt.

Nach Dar­stel­lung des Bun­des der Steu­er­zah­ler änder­te sich die­se Pla­nung jedoch grundlegend.

Land, Kom­mu­nen und Werft for­der­ten grö­ße­re Durchfahrtsbreite

Das Land Nie­der­sach­sen, die anlie­gen­den Kom­mu­nen und eine gro­ße, an der Ems ansäs­si­ge Werft setz­ten sich für eine deut­lich grö­ße­re Durch­fahrts­brei­te für Schif­fe ein.

Statt der bis­he­ri­gen 25 Meter soll­te die neue Brü­cke eine Durch­fahrts­brei­te von 56 Metern ermög­li­chen. Dafür wur­de eine neu­ar­ti­ge Kon­struk­ti­on als Hub-Dreh­brü­cke ins Spiel gebracht.

Hin­ter­grund waren unter ande­rem die Ein­schrän­kun­gen bei Schiffs­über­füh­run­gen der Werft. Bei der bis­he­ri­gen Brü­cke muss­te der mitt­le­re Brü­cken­teil bei ent­spre­chen­den Über­füh­run­gen mit einem Schiffs­kran aus­ge­ho­ben und anschlie­ßend wie­der ein­ge­setzt wer­den. Dadurch konn­te die Brü­cke teil­wei­se bis zu drei Tage für den Ver­kehr gesperrt werden.

Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler hät­te aller­dings auch der ursprüng­lich geplan­te 1:1‑Ersatz kon­struk­tiv so opti­miert wer­den kön­nen, dass sich die Sperr­zeit auf etwa einen Tag reduziert.

Ent­schei­dung für die Hub-Drehbrücke

Mit­te 2017 ent­schied sich das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um für die Hub-Dreh­brü­cke. Das Land Nie­der­sach­sen sag­te gleich­zei­tig eine Betei­li­gung an den zusätz­li­chen Kos­ten zu.

Zu die­sem Zeit­punkt wur­den die Kos­ten für die neue Kon­struk­ti­on auf rund 50 Mil­lio­nen Euro geschätzt. Die Inbe­trieb­nah­me war nun für 2024 vorgesehen.

Der Bund der Steu­er­zah­ler kri­ti­siert ins­be­son­de­re, dass nach sei­ner Dar­stel­lung zuvor kei­ne Wirt­schaft­lich­keits­rech­nung für unter­schied­li­che Brü­cken­va­ri­an­ten vor­ge­le­gen habe. Die Ent­schei­dung für die auf­wen­di­ge­re Kon­struk­ti­on sei viel­mehr poli­tisch getrof­fen worden.

Kos­ten stei­gen auf 66 und anschlie­ßend 96 Mil­lio­nen Euro

Im April 2018 teil­te die Deut­sche Bahn mit, dass bei der geplan­ten Hub-Dreh­brü­cke auch die vor­han­de­nen Vor­land­brü­cken nicht wei­ter genutzt wer­den könn­ten. Des­halb muss­ten auch die­se Berei­che neu gebaut werden.

Die Kos­ten­pro­gno­se stieg dadurch auf 66 Mil­lio­nen Euro.

Nur einen Monat spä­ter folg­te bereits die nächs­te deut­li­che Erhö­hung. Die Deut­sche Bahn ver­an­schlag­te die Kos­ten nun auf 96 Mil­lio­nen Euro. Dabei wur­den unter ande­rem Risi­ken im Zusam­men­hang mit dem auf­wen­di­gen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren berücksichtigt.

Der Ersatz der Frie­sen­brü­cke ent­wi­ckel­te sich damit zuneh­mend zu einem kom­plet­ten Neubauprojekt.

Bau­ar­bei­ten begin­nen erst 2021

Die umfang­rei­chen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren führ­ten dazu, dass die Bau­ar­bei­ten erst im Som­mer 2021 begin­nen konnten.

Auch die Kos­ten­pro­gno­se stieg wei­ter an. Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler wur­den zunächst 125 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2021, anschlie­ßend 210 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2022 und schließ­lich 277 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2024 veranschlagt.

Als Grün­de für die Kos­ten­stei­ge­run­gen wur­den unter ande­rem gestie­ge­ne Mate­ri­al- und Per­so­nal­kos­ten genannt.

Der Bund der Steu­er­zah­ler sieht aller­dings auch einen Zusam­men­hang mit der außer­ge­wöhn­li­chen Kon­struk­ti­on. Mit der neu­en Frie­sen­brü­cke ent­stand eine euro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Hub-Dreh­brü­cke. Dadurch habe man beim Bau tech­nisch Neu­land betreten.

Neue Frie­sen­brü­cke seit 2025 für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer geöffnet

Eine ers­te wich­ti­ge Etap­pe wur­de im Sep­tem­ber 2025 erreicht. Nach fast zehn Jah­ren war die neue Frie­sen­brü­cke wie­der für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer nutzbar.

Für den Bahn­ver­kehr dau­er­te die Wie­der­her­stel­lung noch län­ger. Die Frei­ga­be für Züge ist nach der aktu­el­len Pla­nung für Herbst 2026 vorgesehen.

Damit könn­te die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung zwi­schen Leer und Gro­nin­gen nach fast elf Jah­ren wie­der voll­stän­dig her­ge­stellt werden.

Kri­tik des Bun­des der Steuerzahler

Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land stellt bei sei­ner Kri­tik ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung von Kos­ten, Bau­zeit und Pla­nung in den Mit­tel­punkt. Nach sei­ner Dar­stel­lung hät­te ein deut­lich güns­ti­ge­rer und schnel­ler umsetz­ba­rer Ersatz der ursprüng­li­chen Klapp­brü­cke zur Ver­fü­gung gestanden.

Aus den zunächst ver­an­schlag­ten rund 30 Mil­lio­nen Euro für einen 1:1‑Ersatz wur­de eine Kos­ten­pro­gno­se von zuletzt 277 Mil­lio­nen Euro für die neue Hub-Drehbrücke.

Der Fall Frie­sen­brü­cke zeigt damit ein­drucks­voll, wie stark sich Kos­ten und Zeit­plan eines Infra­struk­tur­pro­jekts ver­än­dern kön­nen, wenn sich die ursprüng­li­che Pla­nung grund­le­gend ändert.

Bei­trags­bild: Ingo Ton­sor @LeserECHO

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