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Nie­der­sach­sen schlägt „Ost­frie­si­sche Land­schaft” und „Para­men­tik” als imma­te­ri­el­le Kul­tur­er­be vor

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Nie­der­sach­sen ist reich an Tra­di­tio­nen. Loka­les Brauch­tum, Ritua­le, Kul­tur­tech­ni­ken, Aus­drucks­for­men, tra­di­tio­nel­les Wis­sen und Kön­nen prä­gen und fes­ti­gen die kul­tu­rel­le Iden­ti­tät Nie­der­sach­sens. Zwei die­ser leben­di­gen und lan­des­ty­pi­schen Tra­di­tio­nen schlägt das Nie­der­säch­si­sche Minis­te­ri­um für Wis­sen­schaft und Kul­tur (MWK) nun für die Auf­nah­me in das bun­des­wei­te Ver­zeich­nis des imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes vor: die „Ost­frie­si­sche Land­schaft” und die „Para­men­tik”.

„Mit der Ost­frie­si­schen Land­schaft und der Para­men­tik schla­gen wir zwei Bei­spie­le dafür vor, wie Wis­sen von Gene­ra­ti­on zu Gene­ra­ti­on über­lie­fert wird und iden­ti­täts­stif­ten­de Tra­di­tio­nen auch in der heu­ti­gen Zeit gelebt wer­den”, so Nie­der­sach­sens Kul­tur­mi­nis­ter Björn Thüm­ler. „Bei­de Anträ­ge ste­hen zugleich stell­ver­tre­tend für alle nie­der­säch­si­schen Gemein­schaf­ten und Grup­pen, die auch in den Mona­ten der Coro­na-Pan­de­mie die kul­tu­rel­len Tra­di­tio­nen und Aus­drucks­for­men leben­dig gehal­ten haben.”

Die Ost­frie­si­sche Land­schaft steht für den kon­kre­ten Aus­druck eines Lebens­ge­fühls in der Regi­on Ost­fries­land, der sei­nen Hin­ter­grund in der noch heu­te gepfleg­ten und geleb­ten kul­tu­rel­len Tra­di­ti­on der Frie­si­schen Frei­heit hat. Zugleich ist die Ost­frie­si­sche Land­schaft eine moder­ne Insti­tu­ti­on, die staat­li­che Auf­ga­ben wahr­nimmt und in der legi­ti­men Rechts­nach­fol­ge der his­to­ri­schen Land­stän­de in der Tra­di­ti­on der Frie­si­schen Frei­heit steht. Die Ost­frie­si­sche Land­schaft ist eine öffent­li­che Wis­sen­schafts- und Kul­tur­ein­rich­tung in spät­mit­tel­al­ter­li­cher Tradition.

Die Para­men­tik ist eine geleb­te Tra­di­ti­on der Tex­til­kunst und Fer­ti­gung von Lit­ur­gi­schen Gewän­dern für Kir­chen­räu­me in den Far­ben des Kir­chen­jah­res. In der Para­men­tik fin­den vie­le tra­di­tio­nel­le Hand­werks­tech­ni­ken wie Webe­rei, Bild­wir­ke­rei, Sti­cken, Fil­zen oder Klöp­peln Anwen­dung. Eine sol­che Para­men­ten­werk­statt ist im Klos­ter St. Mari­en­berg in Helm­stedt zu fin­den. Die­ses nie­der­säch­si­sche Kom­pe­tenz­zen­trum setzt die Tra­di­ti­on auf moder­ne Wei­se fort und macht die Kul­tur auch für Nicht-Fach­leu­te erlebbar.

Hin­ter­grund

Seit 2013 kön­nen sich alle zwei Jah­re nie­der­säch­si­sche Gemein­schaf­ten und Grup­pen, die geleb­te Tra­di­tio­nen ver­tre­ten und wei­ter­ge­ben, beim MWK bewer­ben, um vom Land Nie­der­sach­sen für die Auf­nah­me in das natio­na­le Ver­zeich­nis imma­te­ri­el­ler Kul­tur­gü­ter vor­ge­schla­gen zu wer­den. Im ver­gan­ge­nen Jahr war dies zum fünf­ten Mal mög­lich. Die 2021 ein­ge­gan­ge­nen Anträ­ge wur­den durch eine sechs­köp­fi­ge Jury aus exter­nen Exper­tin­nen und Exper­ten auf Lan­des­ebe­ne geprüft, inten­siv dis­ku­tiert und aus­ge­wer­tet. Die bei­den aus­ge­wähl­ten Tra­di­tio­nen wur­den nun an die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz weitergeleitet.

Im Lau­fe des Jah­res wer­den die von den Bun­des­län­dern ein­ge­reich­ten Anträ­ge von einem unab­hän­gi­gen Exper­ten­gre­mi­um bei der deut­schen UNESCO-Kom­mis­si­on ana­ly­siert. Die Anträ­ge, die den inter­na­tio­na­len Richt­li­ni­en ent­spre­chen, bil­den das bun­des­wei­te Ver­zeich­nis des imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes. Es ist die Grund­la­ge für Anmel­dun­gen zur inter­na­tio­na­len Lis­te des imma­te­ri­el­len Erbes der UNESCO. Auf der natio­na­len Lis­te des imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes befin­den sich aktu­ell sie­ben geleb­te Tra­di­tio­nen und Aus­drucks­for­men aus Nie­der­sach­sen. Der Blau­druck steht zudem auch auf der inter­na­tio­na­len Liste.


SPD-Abge­ord­ne­te sicher: Ost­frie­si­sche Land­schaft wird ein „imma­te­ri­el­les Kulturerbe“

Ost­fries­land – Die SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Han­ne Mod­der (Bun­de), Mat­thi­as Are­nds (Emden), Sascha Laa­ken (Ost­rhau­der­fehn) und Wiard Sie­bels (Aurich) sind zuver­sicht­lich, dass die Ost­frie­si­sche Land­schaft von der Unesco als „imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be“ aner­kannt wird. So reagier­ten sie auf die Ent­schei­dung des Nie­der­säch­si­schen Minis­te­ri­ums für Wis­sen­schaft und Kul­tur (MWK), die Ost­frie­si­sche Land­schaft als „imma­te­ri­el­les Kul­tur­wer­be“ bei der Unesco vorzuschlagen.

„Die Ost­frie­si­sche Land­schaft ist die Nach­fol­ge­rin der ost­frie­si­schen Land­stän­de, die als Ver­fech­ter der Frie­si­schen Frei­heit ein Allein­stel­lungs­merk­mal in der deut­schen Geschich­te haben und eine bemer­kens­wer­te demo­kra­ti­sche Tra­di­ti­on begrün­det haben“, so die SPD-Abge­ord­ne­ten. Noch heu­te gebe die Ost­frie­si­sche Land­schaft die­se Tra­di­ti­on und die­ses Lebens­ge­fühl wei­ter – als welt­of­fe­ne und moder­ne Wis­sen­schafts- und Kul­tur­ein­rich­tung, die heu­te noch in die­ser Form ein­ma­lig ist. „Wir begrü­ßen daher die Ent­schei­dung des Minis­te­ri­ums und sehen gute Chan­cen, dass die Unesco den Vor­schlag auf­greift“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Vor­schlag wur­de jetzt an die Kul­tus­mi­nis­ter­kon­fe­renz wei­ter­ge­lei­tet und wird einem unab­hän­gi­gen Exper­ten­gre­mi­um der deut­schen Unesco-Kom­mis­si­on geprüft. „In jedem Fall ist schon der Vor­schlag ein Lob für die enga­gier­te Arbeit der Ost­frie­si­schen Land­schaft und ihrer Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter in den ver­gan­ge­nen Jah­ren“, mei­nen die SPD-Abgeordneten. 


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OVG Lüne­burg weist Kla­ge gegen Gas­boh­run­gen ab

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Bei­trags­bild / Archiv­fo­to: Ingo Ton­sor @LeserECHO-Verlag

OVG Lüne­burg: Kla­ge gegen Gas­boh­run­gen vor Bor­kum abgewiesen

In einem rich­tungs­wei­sen­den Urteil hat der 7. Senat des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts (OVG) am 21. April 2026 die Kla­ge der Deut­schen Umwelt­hil­fe (DUH) gegen das Erd­gas­för­der­pro­jekt im nie­der­säch­si­schen Küs­ten­meer abge­wie­sen (Az.: 7 KS 64/24). Damit bleibt der Plan­fest­stel­lungs­be­schluss für die umstrit­te­nen Richt­boh­run­gen bestehen.

Hin­ter­grund des Vorhabens

Gegen­stand des Ver­fah­rens war der Rah­men­be­triebs­plan für die Erd­gas­för­de­rung in unmit­tel­ba­rer Nähe zur nie­der­län­di­schen Grenze.

  • Bohr­vor­gang: Geplant sind ins­ge­samt neun Boh­run­gen, die aus dem nie­der­län­di­schen Sek­tor in Tie­fen zwi­schen 1.500 und 4.000 Metern in deut­sches Hoheits­ge­biet eintreten.

  • Infra­struk­tur: Die För­de­rung erfolgt über eine Platt­form, die sich rund 500 Meter west­lich der Gren­ze auf nie­der­län­di­schem Gebiet befindet.

  • Betrof­fe­ne Gebie­te: Das Gas­vor­kom­men lagert teil­wei­se unter öko­lo­gisch sen­si­blen Flä­chen, dar­un­ter das Natur­schutz­ge­biet „Bor­kum Riff“ (Teil des EU-Vogel­schutz­ge­bie­tes) sowie das FFH-Gebiet „Bor­kum Riff­grund“. Die Boh­run­gen selbst berüh­ren die­se Schutz­ge­bie­te jedoch nicht direkt.

Argu­men­ta­ti­on der Deut­schen Umwelthilfe

Die Deut­sche Umwelt­hil­fe sah durch das Vor­ha­ben unzu­läs­si­ge Ein­grif­fe in die angren­zen­den Natur­schutz- und Natu­ra-2000-Gebie­te. Zudem wur­de ange­führt, dass das betrof­fe­ne Are­al auf­grund dor­ti­ger Riff­for­ma­tio­nen als poten­zi­el­les FFH-Gebiet ein­zu­stu­fen sei, was den Ein­griff unzu­läs­sig mache.

 

 

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Die Ent­schei­dung des Senats

Der 7. Senat folg­te der Argu­men­ta­ti­on der Klä­ge­rin nicht und bewer­te­te die Aus­wir­kun­gen der Boh­run­gen als gering­fü­gig:

  1. Boden­ab­sen­kun­gen: Zwar besteht das Risi­ko von Absen­kun­gen des Mee­res­bo­dens um bis zu 7,6 cm über den gesam­ten För­der­zeit­raum. Im Ver­gleich zu den natür­li­chen Sedi­ment­be­we­gun­gen von bis zu +/- 0,5 Metern pro Jahr sei­en die­se jedoch prak­tisch nicht mess­bar und beein­träch­ti­gen die Schutz­zwe­cke nicht.

  2. Seis­mi­sche Akti­vi­tä­ten: Mög­li­che Erd­be­ben mit einer Magni­tu­de von bis zu 2,9 könn­ten zwar spür­bar sein und bei Fischen oder Vögeln kurz­zei­ti­ge Schreck­re­ak­tio­nen aus­lö­sen, erheb­li­che Beein­träch­ti­gun­gen für die Fau­na sei­en jedoch nicht zu erwarten.

  3. Schutz­sta­tus des Are­als: Die Fra­ge, ob es sich um ein poten­zi­el­les FFH-Gebiet han­delt, ließ das Gericht offen, da die Ein­wir­kun­gen ohne­hin zu gering sei­en, um einen Schutz­ver­stoß zu begründen.

Wei­te­re recht­li­che Schritte

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nicht zuge­las­sen. Gegen die­se Nicht­zu­las­sung kann inner­halb eines Monats nach Zustel­lung des Urteils Beschwer­de ein­ge­legt werden.

Das voll­stän­di­ge Urteil wird nach Vor­lie­gen der schrift­li­chen Begrün­dung in der Recht­spre­chungs­da­ten­bank der nie­der­säch­si­schen Jus­tiz veröffentlicht.

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Sicher­heits­kon­zept für Mari­ti­me Kon­fe­renz in Emden

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Archiv­fo­to: Ingo Ton­sor @LeserECHO-Verlag

Umfas­sen­des Sicher­heits­kon­zept für mari­ti­mes Spit­zen­tref­fen in Emden

Mit der 14. Natio­na­len Mari­ti­men Kon­fe­renz (NMK) steht Emden am 29. und 30. April 2026 vor einer logis­ti­schen und sicher­heits­tech­ni­schen Groß­auf­ga­be. Wenn rund 800 Ent­schei­der aus Wirt­schaft und Poli­tik – dar­un­ter Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz als Schirm­herr sowie meh­re­re Bun­des- und Lan­des­mi­nis­ter – in der See­ha­fen­stadt zusam­men­kom­men, genießt der Schutz der Ver­an­stal­tung höchs­te Priorität.

Poli­zei setzt auf Prä­senz und Kooperation

Die Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/Emden hat zur Absi­che­rung die­ses bedeu­ten­den Gip­fel­tref­fens ein umfas­sen­des Ein­satz­kon­zept erstellt. Ziel der ver­stärk­ten Kräf­te ist es, einen stö­rungs­frei­en Ablauf für das hoch­ka­rä­ti­ge Teil­neh­mer­feld zu garan­tie­ren und gleich­zei­tig die Sicher­heit der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu gewähr­leis­ten. Hier­für ste­hen die Ein­satz­kräf­te in kon­ti­nu­ier­li­chem Aus­tausch mit den Ver­an­stal­tern sowie wei­te­ren Sicherheitsbehörden.

Fokus: Öffent­li­cher Raum und Verkehrslage

Um die Ver­an­stal­tungs­or­te her­um wer­den strik­te Sicher­heits­be­rei­che ein­ge­rich­tet, was tem­po­rä­re Ein­schrän­kun­gen im öffent­li­chen Raum erfor­der­lich macht:

  • Sper­run­gen im Stadt­ge­biet: Im direk­ten Umfeld der Nord­see­hal­le sowie ent­lang des Früch­te­bur­ger Weges wer­den Durch­fahrts­sper­ren errich­tet. Ins­be­son­de­re der Park­platz vor der Hal­le ist für den all­ge­mei­nen Ver­kehr gesperrt.

  • Wege­re­ge­lun­gen: Wäh­rend der Geh­weg am Früch­te­bur­ger Weg (Höhe Sport­platz des Johan­nes-Alt­hu­si­us-Gym­na­si­ums) für Pas­san­ten offen bleibt, ist für den Fuß­weg hin­ter der Nord­see­hal­le ent­lang des Hin­ter Tiefs eine zeit­wei­li­ge Sper­rung vorgesehen.

  • Emp­feh­lung: Auf­grund der Kon­trol­len und Sperr­maß­nah­men wird emp­foh­len, den betrof­fe­nen Bereich weit­räu­mig zu umfah­ren. Die Erreich­bar­keit pri­va­ter Grund­stü­cke und der angren­zen­den Schu­len bleibt für Berech­tig­te gewährleistet.

Stren­ge Luft­raum­über­wa­chung und Drohnenverbot

Ein zen­tra­ler Bau­stein des Sicher­heits­kon­zepts betrifft den Luft­raum. Für die Dau­er der Kon­fe­renz wur­de ein offi­zi­el­les Flug­be­schrän­kungs­ge­biet über dem Ver­an­stal­tungs­are­al ein­ge­rich­tet. Der Ein­satz von unbe­mann­ten Flug­sys­te­men (Droh­nen) oder Flug­mo­del­len ist hier strikt unter­sagt. Die Poli­zei weist aus­drück­lich dar­auf hin, dass die Über­wa­chung des Luft­raums kon­se­quent erfolgt und Ver­stö­ße straf­recht­lich ver­folgt wer­den können.

Beglei­tung von Versammlungen

Die Poli­zei stellt zudem die Wahr­neh­mung grund­recht­lich geschütz­ter Ver­samm­lungs­rech­te sicher. Mög­li­che Kund­ge­bun­gen im öffent­li­chen Raum wer­den lage­an­ge­passt beglei­tet, wobei ein beson­de­res Augen­merk dar­auf liegt, die Sicher­heit der Kon­fe­renz­teil­neh­mer mit dem Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung in Ein­klang zu bringen.

Die Sicher­heits­la­ge wird wäh­rend der gesam­ten zwei Tage fort­lau­fend über­prüft und die Maß­nah­men bei Bedarf unmit­tel­bar ange­passt. Die Poli­zei ist bestrebt, die Aus­wir­kun­gen auf den All­tag der Emder Bevöl­ke­rung so gering wie mög­lich zu hal­ten und bit­tet um Ver­ständ­nis für die not­wen­di­gen Sicherheitsvorkehrungen.

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War­tungs­ar­bei­ten am Ems­sperr­werk in Gan­der­sum gestartet

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Koloss am Haken: Per Schwimm­kran wur­den die neu­en Hydrau­lik­zy­lin­der ein­ge­ho­ben (Bild: Lippe/NLWKN).

Mil­li­me­ter­ar­beit in der Mit­te des Flus­ses: Arbei­ten am Ems­sperr­werk angelaufen

Nach der Sturm­flut­sai­son wer­den am Ems­sperr­werk in Gan­der­sum per Schwimm­kran Tei­le der Hydrau­lik erneu­ert. Der dau­er­haf­te Kon­takt mit dem Salz­was­ser der Ems hat an der Tech­nik Spu­ren hinterlassen.

Sechs mas­si­ve Pfei­ler bil­den das Rück­grat des Ems­sperr­werks bei Gan­der­sum, das die Regi­on bereits 20 Mal zuver­läs­sig vor Sturm­flu­ten geschützt hat. Doch die expo­nier­te Lage mit­ten im Fluss for­dert das Mate­ri­al her­aus. Zu Beginn die­ser Woche kam des­halb schwim­men­des Spe­zi­al­ge­rät zum Ein­satz, um meh­re­re elf Meter lan­ge Hydrau­lik­zy­lin­der aus­zu­tau­schen. Ursa­che für die­sen auf­wän­di­gen Ein­satz sind Kor­ro­si­ons­schä­den an den ver­bau­ten Kolbenstangen.

Rost als Gefahr für die Dichtungen

Der stän­di­ge Kon­takt mit sal­zi­gem Was­ser und wech­seln­den Umwelt­ein­flüs­sen führ­te über die Jah­re zu Rost­bil­dung an den gigan­ti­schen Stan­gen, die für das Öff­nen und Schlie­ßen der Hub­to­re ver­ant­wort­lich sind. Abplat­zen­de Beschich­tun­gen bil­den scharf­kan­ti­ge Rän­der, die die emp­find­li­chen Dich­tun­gen beschä­di­gen könn­ten. „Nach drei­und­zwan­zig Jah­ren Ein­satz unter den hier herr­schen­den for­dern­den Bedin­gun­gen haben die Zylin­der das Ende ihrer Ein­satz­zeit erreicht“, so ein Spre­cher des Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­triebs für Was­ser­wirt­schaft, Küs­ten- und Natur­schutz (NLWKN) in Aurich.

Prä­zi­si­ons­ein­satz mit dem Schwimmkran

Da die Bau­tei­le jeweils über 30 Ton­nen wie­gen und sich mit­ten in der Ems befin­den, ist der Ein­satz eines Schwimm­krans unum­gäng­lich. Die­se Arbei­ten sind eine ech­te Mil­li­me­ter­ar­beit, die nur außer­halb der Sturm­flut­sai­son und bei ruhi­ger Wit­te­rung statt­fin­den kann. Bei star­kem Wind oder Wel­len­gang wäre das Risi­ko zu groß, das wich­ti­ge Küs­ten­schutz­bau­werk durch unbe­ab­sich­tig­te Berüh­run­gen zu beschädigen.

Der NLWKN ver­folgt dabei eine Stra­te­gie aus Aus­tausch und Instandsetzung:

  • Aktu­el­ler Schritt: Drei Zylin­der wur­den durch neu ange­fer­tig­te Tei­le ersetzt.

  • Instand­set­zung: Die aus­ge­bau­ten Alt­zy­lin­der wer­den in den kom­men­den Mona­ten generalüberholt.

  • Fort­set­zung im August: Im Spät­som­mer wer­den die rund­erneu­er­ten Zylin­der wie­der ein­ge­baut, um die rest­li­chen schad­haf­ten Kom­po­nen­ten zu ersetzen.

Gute Nach­rich­ten gibt es für den Schiffs­ver­kehr: Die Arbei­ten haben kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Schiff­fahrt. Die Dreh­seg­ment­ver­schlüs­se der Haupt­öff­nun­gen funk­tio­nie­ren nach einem ande­ren Prin­zip als die Hub­to­re der Neben­öff­nun­gen und sind von der Maß­nah­me nicht betroffen.

Schutz­funk­ti­on und Wirtschaftsfaktor

Das Ems­sperr­werk ist für den Küs­ten­schutz an der Ems sowie im Leda-Jüm­me-Gebiet essen­zi­ell. Es kehrt Sturm­flu­ten ab einer Höhe von 3,70 Metern über Nor­mal­null ab und bie­tet damit einen deut­lich höhe­ren Sicher­heits­stan­dard als eine Deich­er­hö­hung auf einer Län­ge von 110 Kilo­me­tern. Neben dem Schutz vor Natur­ge­wal­ten sichert das Sperr­werk durch sei­ne Stau­funk­ti­on die Fle­xi­bi­li­tät bei Schiffs­über­füh­run­gen (bis­her 54 Durch­füh­run­gen) und stärkt damit die Wirt­schafts­kraft zwi­schen Papen­burg und Emden.

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BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händler

BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händ­ler aus Ost­fries­land und dem Emsland Regio­nal. Exklu­siv. Effi­zi­ent.Wer als Hand­werks­be­trieb oder...

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SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on – Lese­r­ECHO für nach­hal­ti­ges Marketing

SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on: War­um Lese­r­ECHO der rich­ti­ge Part­ner für nach­hal­ti­ges Mar­ke­ting ist Im digi­ta­len Wett­be­werb reicht es längst nicht mehr...

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Reich­wei­te, Rele­vanz, Regio­na­li­tät – Media­da­ten der Sei­te „Wir Leeraner“

Media­da­ten – Face­book­sei­te „Wir Leeraner“ Ein Ange­bot des LeserECHO-Verlags Die Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ ist die reich­wei­ten­star­ke Social-Media-Platt­form des Lese­r­ECHO-Ver­lags für...

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Mit SEO erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men vom Lese­r­ECHO-Por­tal profitieren

Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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80er-Par­ty bringt Kult­mu­sik ins LMC Hinte

Das Team DJ, Lopi (li) und Brun­ki (re), wird die Gäste wie­der zurück in eine ande­re Zeit kata­pul­tie­ren. Dies­mal sind...

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Eins­Sein-Mes­se Olden­burg: Impul­se für Gesund­heit und bewuss­te Lebensgestaltung

Die Eins­Sein-Mes­se in Olden­burg bie­tet Mes­se­be­su­chern eine beein­dru­cken­de Viel­falt: Rund 70 Exper­ten prä­sen­tie­ren am 18. und 19. April 2026 in...

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Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Kunst­hand­wer­ker­markt in Gro­te­gas­te lädt ein

Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Wes­t­ov­er­le­din­gen lädt zum gro­ßen Kunst- und Hand­wer­ker­markt in Grotegaste Wes­t­ov­er­le­din­gen. Alle zwei Jah­re ver­wan­delt sich einer der...

Veranstaltung

Arten­viel­falt im Even­burg­park ent­de­cken: Exkur­sio­nen und digi­ta­les Monitoring

Mit dem NABU die Flo­ra und Fau­na des Even­burg­parks ent­de­cken: Exkur­sio­nen in die viel­fäl­ti­ge Parklandschaft In Leer bie­tet sich die...

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Früh­lings­treff 2026 in August­fehn: Sai­son­auf­takt mit Action und Verlosung

Sai­son­auf­takt im Ammer­land: Der Früh­lings­treff 2026 bei Börjes In August­fehn hat der Beginn der Motor­rad­sai­son eine lan­ge Tra­di­ti­on und einen...

Lokal

Vor­trag in Leer: Bio­gra­fien von Über­le­ben­den des KZ Bergen-Belsen

Bild­rech­te: LBZH BS — Mar­tin Bein  Über­le­ben nach dem Grau­en: Vor­trag über Bio­gra­fien aus dem KZ Ber­gen-Bel­sen in Leer LEER. Die Fol­gen...

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Blau-weiß-schwar­ze Nacht: Die HSV-Kult­band kehrt nach Hin­te zurück!

Schon 2019 und 2024 waren die Ham­bur­ger ABSCHLACH! im Live Music Cen­ter Emden in Hin­te zu Gast und prä­sen­tier­ten ihre...

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Ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag in Moorm­er­land bie­tet Früh­jahrs­trends und Wohndesign

Früh­lings­er­wa­chen in Moorm­er­land: Ein Sonn­tag zwi­schen Wohn­de­sign, Trö­del­glück und einer beson­de­ren Premiere Moorm­er­land. Wenn sich der April von sei­ner bes­ten...

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War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Gro­ßes Früh­lings­fest mit Hand­werk und Kulinarik

War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Ein Fest für die Sin­ne mit Hand­werk, Musik und Genuss WARDENBURG. Das Pflan­zen-Cen­ter Warn­ken ver­wan­delt sich am...

Veranstaltung

Vor­trag in Leer the­ma­ti­siert die Unan­tast­bar­keit der Menschenwürde

Die Men­schen­wür­de – für immer unan­tast­bar? Ein Abend zum Mit­re­den in Leer  LEER – „Die Wür­de des Men­schen ist unan­tast­bar.“ Die­ser...

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