News
StVO-Novelle 2020 — Änderungen und neue Verkehrsschilder
Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag
Bundesminister Andreas Scheuer hat die Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und anderer Regelungen vorgelegt.
Die Novelle enthält u. a. folgende Änderungen und neue Bußgelder, die schnellstmöglich in Kraft treten sollen:
Bußgelder für mehr Verkehrssicherheit: Haltverbot auf Schutzstreifen, unerlaubte Nutzung einer Rettungsgasse und weitere Maßnahmen
Mit der StVO-Novelle sollen auch neue bzw. erhöhte Geldbußen einhergehen.
Erhöhung der Geldbußen für das Parken, auf Geh- und Radwegen sowie das Halten auf Schutzstreifen und in zweiter Reihe.
- Das BMVI plant höhere, wirksame Geldbußen für das nunmehr unerlaubte Halten auf Schutzstreifen und in zweiter Reihe sowie für das verbotswidrige Parken auf Geh- und Radwegen. Für diese Verkehrsverstöße werden künftig die Geldbußen von derzeit ab 15 Euro auf bis zu 100 Euro erhöht. Die Erhöhung soll noch 2019 in den Bußgeldkatalog aufgenommen werden.
Bei schwereren Verstößen, zum Beispiel mit Behinderung, Gefährdung oder Sachbeschädigung, ist darüber hinaus künftig der Eintrag eines Punktes in das Fahreignungsregister vorgesehen: wenn durch das verbotswidrige Halten in zweiter Reihe und auf Fahrradschutzstreifen oder Parken auf Geh- und Radwegen andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden, eine Sachbeschädigung erfolgt ist oder das Fahrzeug auf dem Geh- oder Radweg länger als eine Stunde parkt. Die Einstufung des Verstoßes erfolgt durch die zuständigen Behörden vor Ort.
Rettungsgasse
- Künftig kann das unerlaubte Nutzen einer Rettungsgasse genauso verfolgt und geahndet werden wie das Nichtbilden einer Rettungsgasse. Es drohen Bußgelder zwischen 200 und 320 Euro sowie ein Monat Fahrverbot. Zudem droht in Zukunft für diese Verstöße die Eintragung von zwei Punkten im Fahreignungsregister.
- Neu ist auch das Fahrverbot für einen einfachen Verstoß des Nichtbildens einer Rettungsgasse.
Bussonderfahrstreifen, Carsharing und elektrisch betriebene Fahrzeuge: Maßnahmen für saubere Mobilität
Freigabe von Bussonderfahrstreifen
- Grundsätzlich gilt: Bussonderfahrstreifen sind Omnibussen des Linienverkehrs vorbehalten. Die Nutzung durch andere Fahrzeuge wie z. B. Taxen oder Fahrräder ist nur erlaubt, wenn dies jeweils durch ein entsprechendes Zusatzzeichen angezeigt wird. Die Entscheidung darüber liegt bei den zuständigen Straßenverkehrsbehörden. Nun schafft das BMVI eine weitere Freigabemöglichkeit für mehrfachbesetzte Personenkraftwagen. Durch ein entsprechendes Zusatzzeichen kann der Bussonderfahrstreifen für Pkw und Krafträder mit Beiwagen, die mit mindestens 3 Personen besetzt sind, freigegeben werden. Ziel ist es, den motorisierten Individualverkehr weiter zu reduzieren.
Sinnbild mehrfachbesetzte Personenkraftwagen:

Quelle: BMVI
Elektrisch betriebene Fahrzeuge können durch die zuständigen Straßenverkehrsbehörden bereits seit 2015 durch Zusatzzeichen auf Bussonderfahrstreifen zugelassen werden.
Carsharing
- Wir schaffen Vorteile für Carsharing-Fahrzeuge, um diese Form der Mobilität besonders zu fördern. Die geplanten Änderungen der StVO beruhen auf dem Carsharing-Gesetz, das die Voraussetzungen für die zuständigen Straßenverkehrsbehörden schafft, um Parkplätze zukünftig rechtssicher für das Carsharing auszuweisen. Eingeführt werden u. a. ein neues Sinnbild, das als Grundlage für Zusatzzeichen Carsharing-Fahrzeugen bevorrechtigtes Parken ermöglicht, und ein Ausweis zur Kennzeichnung der Carsharing-Fahrzeuge, den Carsharing-Nutzer hierfür gut sichtbar hinter die Windschutzscheibe legen.
Sinnbild Carsharing:

Quelle: BMVI
Sinnbild Plakette des Ausweises zur Kennzeichnung von Carsharing-Fahrzeugen:

Quelle: BMVI
Parkflächen für elektrisch betriebene Fahrzeuge
- Es wird klargestellt, dass die zuständigen Straßenverkehrsbehörden Parkflächen für elektrisch betriebene Fahrzeuge künftig mittels Sinnbild und/oder Markierung auf der Fahrbahn hervorheben können.
Grünpfeil, Fahrradzonen, Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t und weitere Maßnahmen: Stärkung des Radverkehrs
Mindestüberholabstand für Kfz
- Es wird ein Mindestüberholabstand von 1,5 m innerorts und von 2 m außerorts für das Überholen von zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und Elektrokleinstfahrzeugführenden durch Kraftfahrzeuge festgeschrieben. Bisher schreibt die StVO lediglich einen „ausreichenden Seitenabstand“ vor.
Schrittgeschwindigkeit für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t
- Für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 t soll aus Gründen der Verkehrssicherheit innerorts Schrittgeschwindigkeit (7 bis 11 km/h) vorgeschrieben werden. Verstöße können künftig mit einem Bußgeld in Höhe von 70 Euro sanktioniert werden. Zudem wird ein Punkt im Fahreignungsregister eingetragen.
Grünpfeil ausschließlich für Radfahrer
- Mit der StVO-Novelle wird die bestehende Grünpfeilregelung auch auf Radfahrer ausgedehnt, die aus einem Radfahrstreifen oder baulich angelegten Radweg heraus rechts abbiegen wollen. Außerdem wird ein gesonderter Grünpfeil, der allein für Radfahrer gilt, eingeführt.
Verkehrszeichen Grünpfeil für Radfahrer:

Quelle: BMVI
Generelles Haltverbot auf Schutzstreifen
- Schutzstreifen für den Radverkehr trennen den Rad- und den Autoverkehr mit einer gestrichelten weißen Linie (Zeichen 340 der StVO). Autos dürfen dort zwar nicht parken, aber bislang noch bis zu drei Minuten halten. Dies führt vielfach dazu, dass die Radfahrenden Schutzstreifen nicht durchgängig nutzen können, weil ihnen haltende Autos den Weg versperren. Deshalb wollen wir dort ein generelles Haltverbot einführen.
Einrichtung von Fahrradzonen
- Analog zu den Tempo 30-Zonen sollen in Zukunft auch Fahrradzonen angeordnet werden können. Die Regelung soll sich an den Regeln für Fahrradstraßen orientieren: Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Auch Elektrokleinstfahrzeuge sollen hier künftig fahren dürfen.
Verkehrszeichen Beginn einer Fahrradzone:

Quelle: BMVI
Klarstellung zum Nebeneinanderfahren von Radfahrenden
- Das Nebeneinanderfahren von Radfahrenden ist ausdrücklich erlaubt, wenn der Verkehr dadurch nicht behindert wird. Die bisherige Formulierung in der StVO stellt das Hintereinanderfahren in den Vordergrund und kann daher missverstanden werden.
Ausweitung des Parkverbots vor Kreuzungen und Einmündungsbereichen
- Das Parken vor Kreuzungen und Einmündungen soll in einem Abstand von bis zu je 8 m von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten oder bis zu je 5 m vom Beginn der Eckausrundung verboten werden, wenn ein straßenbegleitenderbaulicher Radweg vorhanden ist, der als benutzungspflichtig oder mit Radsinnbildgekennzeichnet ist. Hierdurch soll die Sicht zwischen Straße und Radweg verbessert und dadurch die Sicherheit von Radfahrenden erhöht werden.
Vereinfachung für Lastenfahrräder
- Um speziell für Lastenfahrräder Parkflächen und Ladezonen vorhalten zu können, führen wir ein spezielles Sinnbild „Lastenfahrrad“ ein, das die zuständigen Straßenverkehrsbehörden nutzen können:
Sinnbild Lastenfahrrad:

Quelle: BMVI
Von der neu geschaffenen Regelung zum Abstellen von Fahrrädern außerhalb von Fahrbahnen und Seitenstreifen werden Lastenfahrräder und Räder mit Anhänger ausgenommen.
Verkehrszeichen Radschnellwege
- Das Verkehrszeichen „Radschnellweg“ soll in die StVO aufgenommen werden, um die Kennzeichnung von Radschnellwegen auch unabhängig von der Fahrbahnbeschaffenheit wie z. B. auf sandigem Untergrund möglich zu machen.
Verkehrszeichen Radschnellweg:

Quelle: BMVI
Überholverbot von Radfahrenden
- Mit der Einführung eines neuen Verkehrszeichens sollen die zuständigen Straßenverkehrsbehörden in Zukunft ein Überholverbot von einspurigen Fahrzeugen (u. a. Fahrrädern) für mehrspurige Kraftfahrzeuge z. B. an Engstellen anordnen können.
Verkehrszeichen Verbot des Überholens von einspurigen Fahrzeugen für mehrspurige Kraftfahrzeuge und Krafträder mit Beiwagen:

Quelle: BMVI
Erweiterung der Erprobungsklausel
- Die bestehende Klausel für zeitlich und örtlich begrenzte Anordnungen zur Erprobung verkehrsregelnder oder sichernder Maßnahmen soll künftig unabhängig von einer qualifizierten Gefahrenlage Modellversuche ermöglichen, um den Handlungsspielraum der zuständigen Straßenverkehrsbehörden zu erweitern. Solche Modellversuche sollen im Einvernehmen mit den Kommunen angeordnet werden. Damit wird auch die Mitbestimmung der Kommunen gestärkt. Eine weitergehende Öffnung des Straßenverkehrsrechts für Verkehrsversuche bedarf einer Änderung auf Gesetzesebene, die in einem weiteren Schritt im nächsten Jahr angegangen werden soll.
Vermehrte Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrende in Gegenrichtung
- Durch die Änderung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur StVO sollen die zuständigen Straßenverkehrsbehörden verstärkt zur Prüfung der Öffnungsmöglichkeit von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrende veranlasst und die Zahl der in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraßen dadurch vergrößert werden.
Zeitplan:
- Die Verordnung soll schnellstmöglich in Kraft treten.
- Nach der Länder- und Verbändeanhörung wurde die Änderungsverordnung am 06.11.2019 vom Bundeskabinett zur Kenntnis genommen und anschließend dem Bundesrat zugeleitet.
- Die Länder müssen im Bundesrat der Änderungsverordnung zustimmen.
- In einem zweiten Schritt planen wir weitere Änderungen, unter anderem in der begleitenden Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur StVO.
Hinweis: Alle hier abgebildeten Sinnbilder und Verkehrszeichen werden neu in die StVO eingeführt.
Anzeige:
Läufst du noch oder fährst du schon?
Anzeige
Herz-Gehirn-Kohärenz: Wie HeartMath helfen kann, Stress abzubauen und das Wohlbefinden zu stärken
Heilpraktikerin Astrid Frey aus Westoverledingen zeigt eine Atemübung aus dem HeartMath-Konzept und erläutert, wie die bewusste Verbindung von Atmung, Herz und Gefühlen das persönliche Wohlbefinden unterstützen kann.
Wenn Herz und Gehirn im Einklang sind: Wie HeartMath und Herz-Gehirn-Kohärenz unser Wohlbefinden beeinflussen können
Ein Beitrag von Astrid Frey, Heilpraktikerin aus Westoverledingen
Stress, innere Unruhe und eine hohe Belastung gehören für viele Menschen zum Alltag. Oft fällt es schwer, in solchen Situationen zur Ruhe zu kommen und wieder einen klaren Kopf zu bekommen. Dabei kann es hilfreich sein, die Aufmerksamkeit bewusst auf den eigenen Körper und insbesondere auf die Verbindung zwischen Herz und Gehirn zu richten.
Ein Ansatz, der sich mit dieser Verbindung beschäftigt, ist das HeartMath-Konzept. Es stellt die sogenannte Herz-Gehirn-Kohärenz und den bewussten Umgang mit den eigenen Gefühlen in den Mittelpunkt. Als Heilpraktikerin beschäftige ich mich mit der Frage, wie solche Methoden das persönliche Wohlbefinden unterstützen können.
Herz und Gehirn stehen in engem Austausch
Das Herz ist weit mehr als eine Pumpe, die den Körper mit Blut versorgt. Es steht über das Nervensystem in ständigem Austausch mit dem Gehirn. Dabei spielen verschiedene Nervenbahnen eine Rolle, unter anderem der Vagusnerv, der wesentlich an der Regulation des vegetativen Nervensystems beteiligt ist.
Das vegetative Nervensystem steuert zahlreiche Körperfunktionen, die wir normalerweise nicht bewusst beeinflussen können. Dazu gehören beispielsweise Herzschlag, Atmung und Verdauung. Es reagiert auf körperliche und emotionale Belastungen ebenso wie auf Entspannung und positive Erfahrungen.
Unsere Gefühle können sich deshalb auch körperlich bemerkbar machen: Stress kann den Herzschlag beschleunigen, während Ruhe und Entspannung häufig mit einer veränderten Herzaktivität einhergehen.
Was bedeutet Herz-Gehirn-Kohärenz?
Der Begriff Herz-Gehirn-Kohärenz beschreibt einen Zustand, in dem bestimmte körperliche Regulationsprozesse in einem geordneten und harmonischen Muster ablaufen. Im HeartMath-Konzept wird dabei insbesondere die Herzratenvariabilität (HRV) betrachtet.
Die Herzratenvariabilität beschreibt die natürlichen zeitlichen Schwankungen zwischen zwei Herzschlägen. Ein gesunder Herzrhythmus ist nicht wie das gleichmäßige Ticken einer Uhr. Die Abstände zwischen den einzelnen Herzschlägen verändern sich ständig. Diese Anpassungsfähigkeit hängt unter anderem mit der Aktivität des vegetativen Nervensystems zusammen.
Auch die Atmung beeinflusst den Herzrhythmus: Beim Einatmen steigt die Herzfrequenz häufig etwas an, beim Ausatmen sinkt sie wieder. Dieses natürliche Zusammenspiel wird als respiratorische Sinusarrhythmie bezeichnet.
Eine ruhige, gleichmäßige Atmung kann diese Schwankungen verstärken und zu einem geordneteren Muster der Herzratenvariabilität beitragen. Genau hier setzen verschiedene Atem- und Biofeedback-Übungen an.
Wie HeartMath mit Atmung und Gefühlen arbeitet
Das HeartMath-Konzept verbindet die bewusste Wahrnehmung des Herzbereichs mit einer ruhigen Atmung und dem gezielten Erinnern positiver Gefühle. Dazu können beispielsweise Dankbarkeit, Wertschätzung, Mitgefühl oder ein Gefühl von Geborgenheit gehören.
Die Aufmerksamkeit wird dabei bewusst vom Gedankenkarussell weg und auf den eigenen Körper gelenkt. Ziel ist es, einen Zustand innerer Ruhe und Ausgeglichenheit zu fördern.
Dabei geht es nicht darum, unangenehme Gefühle zu verdrängen oder sich zwanghaft positiv zu stimmen. Vielmehr soll ein bewussterer Umgang mit den eigenen Empfindungen entstehen.
Eine einfache Übung für den Alltag
Eine kurze Übung aus diesem Ansatz lässt sich ohne besondere Hilfsmittel ausprobieren:
-
Einen ruhigen Platz suchen: Setzen Sie sich bequem hin und nehmen Sie eine entspannte Körperhaltung ein.
-
Die Aufmerksamkeit auf den Brustbereich richten: Legen Sie bei Bedarf eine Hand auf die Mitte des Brustkorbs.
-
Ruhig und gleichmäßig atmen: Atmen Sie entspannt ein und aus, ohne die Atmung zu erzwingen.
-
Ein positives Gefühl erinnern: Denken Sie an einen Menschen, einen schönen Ort oder einen Moment, der in Ihnen Dankbarkeit, Freude, Wertschätzung oder Geborgenheit auslöst.
-
Einige Atemzüge dabei bleiben: Versuchen Sie, die ruhige Atmung und das angenehme Gefühl für einige Momente bewusst wahrzunehmen.
Nehmen Sie sich anschließend Zeit, wieder in den Alltag zurückzukehren. Jeder Mensch erlebt solche Übungen unterschiedlich. Manche empfinden schnell mehr Ruhe, bei anderen stellt sich zunächst keine besondere Veränderung ein. Wichtig ist, ohne Leistungsdruck und in einem angenehmen Tempo zu üben. Sollten Schwindel, Atemnot oder andere Beschwerden auftreten, beenden Sie die Übung.
Warum die Herzratenvariabilität interessant ist
Die Herzratenvariabilität ist ein wissenschaftlich untersuchter Parameter, der Hinweise auf die Regulation des vegetativen Nervensystems geben kann. Studien zu langsamer Atmung und HRV-Biofeedback zeigen, dass solche Methoden kurzfristig messbare Veränderungen der Herzrhythmusmuster hervorrufen können. Sie können außerdem dabei helfen, den Umgang mit Stress zu verbessern.
Allerdings ist die Herzratenvariabilität von vielen Faktoren abhängig. Alter, Gesundheitszustand, körperliche Aktivität, Schlaf, Stress und die jeweilige Messmethode spielen eine Rolle. Ein möglichst hoher HRV-Wert ist deshalb nicht automatisch in jeder Situation besser.
Auch sollte zwischen den wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Atemübungen und HRV-Biofeedback und den weitergehenden Aussagen einzelner HeartMath-Ansätze unterschieden werden. Nicht alle Annahmen über eine besondere Herzintelligenz oder eine umfassende Synchronisation von Körper und Gehirn sind wissenschaftlich belegt.
Herzintelligenz: Körper und Gefühle bewusst wahrnehmen
Wenn im Zusammenhang mit HeartMath von „Herzintelligenz“ gesprochen wird, ist damit nicht gemeint, dass das Herz unabhängig vom Gehirn denkt oder Entscheidungen trifft.
Vielmehr geht es um die Fähigkeit, eigene Gefühle und körperliche Signale bewusster wahrzunehmen und in die persönliche Entscheidungsfindung einzubeziehen. Neben dem rationalen Denken können auch Intuition, emotionale Erfahrungen und das eigene Körpergefühl wichtige Orientierung geben.
Das Herz steht dabei sinnbildlich für unsere emotionale Wahrnehmung. Körper und Gefühle beeinflussen sich gegenseitig – und dieses Zusammenspiel können wir bewusster kennenlernen.
Kleine Auszeiten mit großer Bedeutung
Die Übungen lassen sich gut in den Alltag integrieren. Sie können beispielsweise vor einem wichtigen Gespräch, nach einem anstrengenden Arbeitstag oder in Momenten innerer Unruhe hilfreich sein.
Schon wenige Minuten bewusster Atmung und Aufmerksamkeit können eine Gelegenheit schaffen, innezuhalten und die eigene Wahrnehmung neu auszurichten. Entscheidend ist nicht, möglichst schnell einen bestimmten Zustand zu erreichen, sondern sich regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen.
Für mich steht dabei ein Gedanke im Mittelpunkt: Wer lernt, die eigenen Gefühle und Körpersignale bewusster wahrzunehmen, kann einen achtsameren Umgang mit sich selbst entwickeln.
Die Beschäftigung mit der Herz-Gehirn-Verbindung eröffnet dafür einen interessanten Zugang. Sie ersetzt keine medizinische Diagnose oder Behandlung, kann aber eine sinnvolle Ergänzung zu einem bewussten Umgang mit dem eigenen Wohlbefinden sein.
Astrid Frey
Heilpraktikerin
Spiekeooger Str. 12
26810 Westoverledingen
Telefon: 04955 9899844
E‑Mail: info@astridfrey.de

News
K.o.-Tropfen: Bundestag beschließt härtere Strafen – künftig mindestens fünf Jahre Haft bei Vergewaltigung und schwerem Raub
Unbeschwert feiern, tanzen und den Abend genießen – ohne Angst vor K.o.-Tropfen. Doch trotz der verschärften Strafen bleibt Vorsicht wichtig: Getränke niemals unbeaufsichtigt stehen lassen, aufeinander achten und bei verdächtigen Situationen nicht wegschauen. Gemeinsam feiern heißt auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Symbolfoto (KI)
Wer K.o.-Tropfen einsetzt, um Menschen wehrlos zu machen und anschließend zu vergewaltigen oder auszurauben, muss künftig mit deutlich härteren Strafen rechnen. Der Deutsche Bundestag hat am Freitagvormittag (6. November 2026) eine entsprechende Verschärfung des Strafrechts beschlossen.
Im Mittelpunkt der Gesetzesänderung steht die Einstufung von K.o.-Tropfen und anderen heimlich verabreichten Betäubungsmitteln als sogenannte gefährliche Mittel. Damit soll ihr Einsatz bei schweren Sexual- und Raubdelikten künftig strafrechtlich ähnlich behandelt werden wie der Einsatz von Waffen oder gefährlichen Werkzeugen.
Die Mindeststrafe steigt in den entsprechenden Fällen von bisher drei auf fünf Jahre Freiheitsstrafe.
K.o.-Tropfen werden rechtlich wie Waffen und gefährliche Werkzeuge behandelt
K.o.-Tropfen können heimlich in Getränke gemischt werden. Die betroffenen Personen werden dadurch beispielsweise benommen, bewusstlos oder verlieren die Fähigkeit, sich gegen Angriffe zu wehren. Täter nutzen diesen Zustand unter anderem aus, um sexuelle Übergriffe zu begehen oder ihre Opfer auszurauben.
Bislang gab es bei der strafrechtlichen Einordnung eine Besonderheit: Der Bundesgerichtshof hatte am 8. Oktober 2024 entschieden, dass über ein Getränk verabreichte narkotisierende Substanzen nicht als „gefährliche Werkzeuge“ im Sinne der entsprechenden Vorschrift des Sexualstrafrechts gelten.
Genau hier setzt die Neuregelung an. Künftig sollen neben Waffen und gefährlichen Werkzeugen ausdrücklich auch gefährliche Mittel berücksichtigt werden. Voraussetzung ist, dass diese im konkreten Fall geeignet sind, erhebliche Verletzungen oder gesundheitliche Schäden herbeizuführen.
Die Änderungen betreffen insbesondere zwei Bereiche des Strafgesetzbuches:
-
Sexualstraftaten (§ 177 StGB): Der Einsatz gefährlicher Mittel soll bei besonders schweren sexuellen Übergriffen den höheren Strafrahmen auslösen.
-
Schwerer Raub (§ 250 StGB): Auch hier wird die Verwendung gefährlicher Mittel ausdrücklich einbezogen.
In den entsprechenden Fällen erhöht sich die Mindestfreiheitsstrafe von drei auf fünf Jahre.
Breite Zustimmung im Bundestag
Der Gesetzentwurf erhielt im Bundestag die Stimmen von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Die AfD-Fraktion enthielt sich.
Bereits im Vorfeld hatten sich auch Sachverständige in einer Anhörung des Bundestages für eine Erhöhung der Mindeststrafe ausgesprochen.
Hintergrund: Warum wird das Gesetz verschärft?
Auslöser für die Gesetzesänderung war eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs aus dem Jahr 2024. Die bisherige Rechtslage führte dazu, dass der Einsatz von K.o.-Tropfen bei bestimmten Sexualdelikten nicht automatisch den höheren Strafrahmen für den Einsatz gefährlicher Werkzeuge auslöste.
Mit der Neuregelung soll diese rechtliche Lücke geschlossen werden. Der Gesetzgeber will damit der besonderen Gefährlichkeit der heimlichen Betäubung und den möglichen gesundheitlichen Folgen für die Opfer Rechnung tragen.
Die Gesetzesverschärfung soll den strafrechtlichen Schutz von Menschen verbessern, die durch heimlich verabreichte Substanzen wehrlos gemacht und anschließend Opfer schwerer Straftaten werden.
Anzeige

K.o.-Tropfen beim Feiern: Wie Sie sich schützen und im Ernstfall richtig handeln
Unbeschwert feiern, tanzen und Freunde treffen – für viele gehört das zum Wochenende einfach dazu. Doch die Gefahr durch K.o.-Tropfen bleibt ein ernstes Problem. Die farb- und häufig geruchlosen Substanzen können unbemerkt in Getränke gelangen und Betroffene innerhalb kurzer Zeit wehrlos machen. Wer feiern geht, sollte deshalb einige wichtige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Auch Freunde, Begleitpersonen und das Personal in Diskotheken können helfen, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen.
K.o.-Tropfen: Eine unsichtbare Gefahr im Getränk
Als K.o.-Tropfen werden unterschiedliche Substanzen bezeichnet, die Menschen benommen, bewusstlos oder handlungsunfähig machen können. Dazu gehören unter anderem GHB (Gamma-Hydroxybuttersäure), GBL (Gamma-Butyrolacton) und bestimmte Beruhigungsmittel.
Die Substanzen können unbemerkt in Getränke gegeben werden. Je nach Wirkstoff, Dosierung und Kombination mit Alkohol kann die Wirkung unterschiedlich ausfallen. Mögliche Folgen sind starke Benommenheit, Erinnerungslücken, Bewusstlosigkeit und lebensgefährliche Atemprobleme.
Da viele dieser Substanzen kaum zu erkennen sind, lässt sich ein Getränk nicht zuverlässig durch Geruch, Geschmack oder Aussehen kontrollieren.
So können Sie sich beim Feiern schützen
Mit einigen einfachen Verhaltensregeln lässt sich das Risiko verringern. Einen hundertprozentigen Schutz gibt es allerdings nicht.
1. Getränke selbst bestellen
Bestellen Sie Ihre Getränke möglichst selbst und nehmen Sie diese direkt vom Barpersonal entgegen. Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen unbekannte Personen offene Getränke anbieten.
2. Getränke niemals unbeaufsichtigt lassen
Nehmen Sie Ihr Glas mit, wenn Sie die Tanzfläche verlassen oder zur Toilette gehen. Haben Sie Ihr Getränk aus den Augen verloren, sollten Sie es nicht mehr trinken und stattdessen ein neues bestellen.
3. Getränke abdecken
Spezielle Schutzdeckel aus Silikon, sogenannte Party-Sicherheitsdeckel oder Abdeckungen wie die NightCap-Haargummis können das unbemerkte Hinzugeben von Substanzen erschweren. Auch das Abdecken mit der Hand kann eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme sein. Einen vollständigen Schutz bieten diese Hilfsmittel jedoch nicht.
4. Gemeinsam feiern – aufeinander achten
Gehen Sie möglichst mit Freunden aus und vereinbaren Sie, gegenseitig aufeinander aufzupassen. Verlieren Sie Ihre Begleiter nicht aus den Augen. Verabreden Sie außerdem, dass niemand aus der Gruppe allein mit einer fremden Person den Club verlässt, wenn er oder sie sich plötzlich unwohl oder benommen fühlt.
5. Auf das Bauchgefühl hören
Wenn Ihnen eine Situation merkwürdig vorkommt oder Sie sich plötzlich anders fühlen als erwartet, nehmen Sie das ernst. Sprechen Sie Freunde oder das Personal an und holen Sie sich Unterstützung.
Diese Warnsignale können auf K.o.-Tropfen hindeuten
Die Wirkung kann je nach Substanz und aufgenommener Menge bereits nach kurzer Zeit einsetzen. Bei GHB und GBL können erste Anzeichen beispielsweise innerhalb von etwa 10 bis 20 Minuten auftreten.
Besonders aufmerksam sollten Sie bei folgenden Symptomen sein:
-
Plötzlicher starker Rauschzustand: Schwindel, Übelkeit und Benommenheit, obwohl nur wenig oder gar kein Alkohol getrunken wurde.
-
Wahrnehmungsstörungen: Verschwommenes Sehen, Orientierungslosigkeit oder ein ungewöhnliches Gefühl der Verwirrung.
-
Eingeschränkte Motorik: Unsicherer Gang, Koordinationsprobleme und Schwierigkeiten, Bewegungen zu kontrollieren.
-
Verändertes Verhalten: Ungewöhnliche Euphorie, starke Enthemmung oder auffällige Teilnahmslosigkeit.
-
Starke Müdigkeit: Plötzlich einsetzende Schläfrigkeit bis hin zur Bewusstlosigkeit.
Wichtig: Nicht jedes dieser Symptome bedeutet automatisch, dass K.o.-Tropfen im Spiel sind. Auch Alkohol, andere Substanzen oder gesundheitliche Probleme können ähnliche Beschwerden verursachen. Entscheidend ist, die Situation ernst zu nehmen und rechtzeitig Hilfe zu holen.
Was tun, wenn der Verdacht auf K.o.-Tropfen besteht?
Wenn Sie bei sich selbst oder bei anderen entsprechende Anzeichen bemerken, zählt jede Minute. Betroffene sollten nicht allein gelassen werden.
Hilfe holen: Informieren Sie sofort Freunde, das Barpersonal, den Sicherheitsdienst oder das Clubmanagement. Viele Menschen kennen inzwischen auch den Hilferuf „Ist Luisa hier?“, mit dem Betroffene in teilnehmenden Einrichtungen diskret um Unterstützung bitten können.
Nicht allein lassen: Bringen Sie die betroffene Person an einen sicheren Ort und bleiben Sie bei ihr. Lassen Sie sie nicht allein zur Toilette gehen oder mit unbekannten Personen den Club verlassen.
Notruf 112 wählen: Bei Bewusstlosigkeit, Atemproblemen, Krampfanfällen oder starker Benommenheit muss sofort der Rettungsdienst verständigt werden. K.o.-Tropfen können insbesondere in Verbindung mit Alkohol lebensgefährlich sein.
Ist die Person bewusstlos, aber atmet normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage und kontrollieren Sie die Atmung. Bei fehlender oder nicht normaler Atmung beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen und folgen den Anweisungen der Leitstelle. Geben Sie einer benommenen oder bewusstlosen Person nichts zu essen oder zu trinken.
Warum schnelles Handeln auch für den Nachweis wichtig ist
Wer vermutet, Opfer von K.o.-Tropfen geworden zu sein, sollte möglichst schnell medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und die Polizei informieren.
Ein wichtiger Grund: Viele der verwendeten Substanzen lassen sich nur für einen begrenzten Zeitraum im Körper nachweisen. Insbesondere GHB wird relativ schnell abgebaut. Je nach Substanz können Blut- und Urinproben deshalb bereits nach wenigen Stunden negativ ausfallen. Bei GHB kann das Nachweisfenster im Blut nur etwa sechs Stunden und im Urin ungefähr zwölf Stunden betragen. Andere Wirkstoffe können länger nachweisbar sein.
Bei einem konkreten Verdacht sollte deshalb nicht abgewartet werden. Informieren Sie das medizinische Personal ausdrücklich über den Verdacht auf eine mögliche Vergiftung durch K.o.-Tropfen. Eine frühzeitige Sicherung von Blut- und Urinproben kann für spätere Ermittlungen wichtig sein.
Wenn möglich, sollte auch das betroffene Getränk beziehungsweise das Glas aufbewahrt werden. Verzichten Sie darauf, mögliche Spuren zu beseitigen.
Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Auch wenn der Bundestag am 6. November 2026 härtere Strafen für den Einsatz von K.o.-Tropfen bei schweren Sexual- und Raubdelikten beschlossen hat, bleibt die Vorbeugung wichtig.
Wer feiern geht, sollte sein Getränk im Blick behalten. Noch wichtiger ist jedoch, dass Menschen aufeinander achten, ungewöhnliche Veränderungen bei Freunden ernst nehmen und im Zweifel nicht wegsehen.
Denn Feiern soll Spaß machen – und jeder sollte anschließend sicher nach Hause kommen.

News
Rente nach 45 Beitragsjahren: NGG fordert abschlagsfreien Ruhestand
NGG fordert abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren: 1.270 Beschäftigte gehen im Kreis Leer jährlich in den Ruhestand
Landkreis Leer – In den kommenden Jahren werden im Landkreis Leer durchschnittlich rund 1.270 Beschäftigte pro Jahr in den Ruhestand gehen. Bis zum Jahr 2035 werden insgesamt rund 42.800 Menschen im Ruhestand sein. Auf diese Entwicklung weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Region Oldenburg-Ostfriesland, unter Berufung auf Berechnungen des Pestel-Instituts hin. Zugleich fordert die Gewerkschaft, dass Menschen nach 45 Beitragsjahren weiterhin ohne Abschläge in Rente gehen können.
NGG warnt vor Unsicherheit durch geplante Rentenreform
Die geplante Rentenreform der Bundesregierung sorgt nach Einschätzung der NGG Oldenburg-Ostfriesland für erhebliche Verunsicherung. Besonders betroffen seien Beschäftigte, die kurz vor dem Erreichen von 45 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung stehen oder diese bereits erfüllt haben. Sie befürchteten, bei einem Renteneintritt künftig deutliche Abschläge hinnehmen zu müssen.
„Sie befürchten deutliche Abschläge und damit spürbare Einbußen bei ihrer Rente, wenn sie jetzt aus dem Berufsleben ausscheiden wollen“, sagt Ibrahim Ergin, Geschäftsführer der NGG-Region Oldenburg-Ostfriesland.
Die Gewerkschaft setzt sich dafür ein, dass langjährig Versicherte nach 45 Beitragsjahren weiterhin eine abschlagsfreie gesetzliche Altersrente erhalten können. Menschen, die früh ins Berufsleben starten und über Jahrzehnte Beiträge zahlen, dürften dafür nicht benachteiligt werden.
Lange Erwerbsbiografien bedeuten nicht automatisch hohe Renten
Nach Ansicht der NGG ist die Vorstellung falsch, dass Menschen mit besonders langen Erwerbsbiografien grundsätzlich zu den Spitzenverdienern gehören. Viele Beschäftigte seien vielmehr auf eine verlässliche und ungekürzte gesetzliche Rente angewiesen.
Das gelte insbesondere für Arbeitnehmer in körperlich anspruchsvollen Berufen. Dazu zählen nach Angaben der Gewerkschaft unter anderem Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion sowie Mitarbeiter in Bäckereien, Kantinen und Restaurants im Landkreis Leer.
Die NGG warnt die Bundesregierung deshalb davor, bei der geplanten Rentenreform die Lebensleistung von Menschen aus dem Blick zu verlieren, die über Jahrzehnte in die Rentenkasse eingezahlt haben.
Hunderttausende Menschen in Niedersachsen haben 45 Jahre oder länger Beiträge gezahlt
Wie viele Menschen von der Forderung betroffen sein könnten, verdeutlichen Zahlen zur gesetzlichen Altersrente in Niedersachsen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV), auf die sich die NGG-Region Oldenburg-Ostfriesland beruft, bezogen Ende des vergangenen Jahres gut 642.000 Männer eine gesetzliche Altersrente. Darunter waren rund 283.200 Menschen, die mindestens 45 Jahre lang Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hatten.
Bei den knapp 790.000 Frauen mit gesetzlicher Altersrente hatten rund 92.700 mindestens 45 Beitragsjahre erreicht.
Die Zahlen unterstreichen aus Sicht der Gewerkschaft die Bedeutung verlässlicher Regeln für langjährig Versicherte. Die Möglichkeit, nach einem langen Arbeitsleben ohne Rentenabschläge in den Ruhestand zu gehen, sei für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihrer Altersvorsorge.
NGG lehnt weitere Anhebung des Renteneintrittsalters ab
Die Gewerkschaft appelliert an CDU/CSU und SPD, die geplante Rentenreform sozial auszugestalten. Eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters lehnt die NGG ab. Die Bundesregierung solle auf entsprechende Schritte verzichten.
Als Begründung verweist die Gewerkschaft auf die unterschiedlichen körperlichen Anforderungen verschiedener Berufe. Eine steigende Lebenserwartung allein sei aus ihrer Sicht kein ausreichendes Argument dafür, dass Beschäftigte länger arbeiten müssten.
„Es wird dabei immer wieder auf eine steigende Lebenserwartung verwiesen. Doch wer körperlich belastend arbeitet, kann nicht beliebig länger arbeiten“, warnt Ibrahim Ergin.
Für Beschäftigte in körperlich anstrengenden Berufen könne eine Erhöhung des Renteneintrittsalters nach Einschätzung der NGG einer Rentenkürzung durch die Hintertür gleichkommen. Wer jahrzehntelang körperlich gearbeitet habe, könne nicht ohne Weiteres davon ausgehen, bis zu einem höheren Lebensalter beruflich tätig bleiben zu können.
Kritik an geplanter Kapitalrente
Kritisch bewertet die NGG außerdem die geplante Kapitalrente. Die gesetzliche Rentenversicherung müsse aus Sicht der Gewerkschaft eine verlässliche Grundlage der Altersvorsorge bleiben und dürfe nicht von den Risiken der Finanzmärkte abhängig werden.
Darüber hinaus spricht sich die NGG dafür aus, das Rentenniveau weiterhin an die Lohnentwicklung zu koppeln. Damit soll nach ihrer Forderung sichergestellt werden, dass die gesetzliche Rente an der Entwicklung der Arbeitseinkommen teilhat.
Für den Landkreis Leer steht damit eine Frage im Mittelpunkt, die zahlreiche Beschäftigte in den kommenden Jahren betreffen wird: Wie können Menschen nach einem langen Arbeitsleben verlässlich und ohne finanzielle Einbußen in den Ruhestand wechseln? Die NGG Oldenburg-Ostfriesland fordert von der Bundesregierung, bei der Rentenreform insbesondere die Interessen langjährig Versicherter und von Beschäftigten in körperlich belastenden Berufen zu berücksichtigen.
Anzeige
























