Wirtschaft

Der Arbeits­markt im Febru­ar 2021

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„Die Zahl der arbeits­lo­sen Men­schen ist im Febru­ar gering­fü­gig gestie­gen. Kurz­ar­beit sichert wei­ter in gro­ßem Umfang Beschäf­ti­gung und ver­hin­dert Arbeits­lo­sig­keit. Ein­zel­ne Bran­chen spü­ren die Fol­gen des Lock­downs, ins­ge­samt erholt sich die Beschäf­ti­gung aber.“ sag­te der Vor­stands­vor­sit­zen­de der Bun­des­agen­tur für Arbeit (BA), Det­lef Schee­le, heu­te anläss­lich der monat­li­chen Pres­se­kon­fe­renz in Nürnberg.

Arbeits­lo­sen­zahl im Febru­ar:
+4.000 auf 2.904.000

Arbeits­lo­sen­zahl im Vor­jah­res­ver­gleich:
+509.000

Arbeits­lo­sen­quo­te gegen­über Vor­mo­nat: 
unver­än­dert bei 6,3 Prozent

Arbeits­lo­sig­keit, Unter­be­schäf­ti­gung und Erwerbslosigkeit

Mit 2.904.000 liegt die Zahl der Arbeits­lo­sen gering­fü­gig um 4.000 höher als im Vor­mo­nat. Sai­son­be­rei­nigt ist sie um 9.000 gestie­gen. Die Arbeits­lo­sen­quo­te lag wie im Janu­ar bei 6,3 Pro­zent. Im Ver­gleich zum Febru­ar des vori­gen Jah­res hat sich die Arbeits­lo­sen­zahl um 509.000 erhöht. Die Arbeits­lo­sen­quo­te ver­zeich­net im Vor­jah­res­ver­gleich ein Plus von einem Pro­zent­punkt. Die nach dem ILO-Erwerbs­kon­zept vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt ermit­tel­te Erwerbs­lo­sen­quo­te belief sich im Janu­ar auf 4,6 Prozent.

Die Unter­be­schäf­ti­gung, die auch Ver­än­de­run­gen in der Arbeits­markt­po­li­tik und kurz­fris­ti­ger Arbeits­un­fä­hig­keit berück­sich­tigt, lag im Febru­ar bei 3.692.000 Per­so­nen. Das waren 359.000 mehr als vor einem Jahr.

Kurz­ar­beit

Vor Beginn von Kurz­ar­beit müs­sen Betrie­be eine Anzei­ge über den vor­aus­sicht­li­chen Arbeits­aus­fall erstat­ten. Nach aktu­el­len Daten zu geprüf­ten Anzei­gen wur­de vom 1. bis ein­schließ­lich 24. Febru­ar für 500.000 Per­so­nen kon­junk­tu­rel­le Kurz­ar­beit ange­zeigt. Das seit Novem­ber höhe­re Niveau der Anzei­gen ist auf die erneu­ten Ein­däm­mungs­maß­nah­men infol­ge der gestie­ge­nen Infek­ti­ons­zah­len zurückzuführen.

Aktu­el­le Daten zur tat­säch­li­chen Inan­spruch­nah­me ste­hen bis Dezem­ber zur Ver­fü­gung. So wur­de nach vor­läu­fi­gen hoch­ge­rech­ne­ten Daten der Bun­des­agen­tur für Arbeit im Dezem­ber für 2,39 Mil­lio­nen Arbeit­neh­mer kon­junk­tu­rel­les Kurz­ar­bei­ter­geld gezahlt. Die Inan­spruch­nah­me des Kurz­ar­bei­ter­gelds hat­te nach dem bis­he­ri­gen Höchst­stand im April mit knapp 6 Mil­lio­nen suk­zes­si­ve abge­nom­men, stieg im Novem­ber mit den erneu­ten Ein­däm­mungs­maß­nah­men aber wie­der an.

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Erwerbs­tä­tig­keit und sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäftigung

In Fol­ge der Coro­na-Kri­se hat­ten sich Erwerbs­tä­tig­keit und Beschäf­ti­gung deut­lich ver­rin­gert, zuletzt sta­bi­li­sier­ten sie sich jedoch auf dem nied­ri­ge­ren Niveau. Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes ist die Zahl der Erwerbs­tä­ti­gen (nach dem Inlands­kon­zept) im Janu­ar 2021 sai­son­be­rei­nigt gegen­über dem Vor­mo­nat um 16.000 gestie­gen. Mit 44,36 Mil­lio­nen Per­so­nen fiel sie im Ver­gleich zum Vor­jahr um 739.000 nied­ri­ger aus. Die sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung, deren Daten nur bis Dezem­ber 2020 rei­chen, nahm in die­sem Monat sai­son­be­rei­nigt um 64.000 zu. Im Ver­gleich zum Vor­jahr ist die sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­ge Beschäf­ti­gung im Dezem­ber nach Hoch­rech­nun­gen der BA um 52.000 auf 33,69 Mil­lio­nen Beschäf­tig­te gesun­ken. Stär­ker von den coro­nabe­ding­ten Maß­nah­men ist die gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gung betrof­fen. Nach vor­läu­fi­gen, hoch­ge­rech­ne­ten Daten der BA gab es im Dezem­ber mit 7,01 Mil­lio­nen um 529.000 weni­ger gering­fü­gig ent­lohn­te Beschäf­tig­te (ins­ge­samt) als im Vor­jah­res­mo­nat. Fast die Hälf­te des Rück­gangs ging auf das Gast­ge­wer­be zurück.

Arbeits­kräf­te­nach­fra­ge

Im Febru­ar waren 583.000 Arbeits­stel­len bei der BA gemel­det, 107.000 weni­ger als vor einem Jahr. Sai­son­be­rei­nigt hat sich der Bestand der bei der BA gemel­de­ten Arbeits­stel­len um 3.000 ver­rin­gert. Der BA-Stel­len­in­dex (BA‑X) – ein Indi­ka­tor für die Nach­fra­ge nach Per­so­nal in Deutsch­land – blieb im Febru­ar 2021 unver­än­dert bei 97. Er liegt damit 18 Punk­te unter dem Vorjahreswert.

Geld­leis­tun­gen

1.092.000 Per­so­nen erhiel­ten im Febru­ar 2021 Arbeits­lo­sen­geld, 203.000 mehr als vor einem Jahr. Die Zahl der erwerbs­fä­hi­gen Leis­tungs­be­rech­tig­ten in der Grund­si­che­rung für Arbeit­su­chen­de (SGB II) lag im Febru­ar bei 3.867.000. Gegen­über Febru­ar 2020 war dies ein Anstieg von 108.000 Per­so­nen. 7,1 Pro­zent der in Deutsch­land leben­den Per­so­nen im erwerbs­fä­hi­gen Alter waren damit hilfebedürftig.

Aus­bil­dungs­markt

Von Okto­ber 2020 bis Febru­ar 2021 mel­de­ten sich bei den Agen­tu­ren für Arbeit und den Job­cen­tern 294.000 Bewer­be­rin­nen und Bewer­ber für eine Aus­bil­dungs­stel­le. Das waren 40.000 weni­ger als im Vor­jah­res­zeit­raum. Der Rück­gang ist dabei nicht mit einem rück­läu­fi­gen Inter­es­se von jun­gen Men­schen an der Berufs­aus­bil­dung gleich­zu­set­zen. Viel­mehr unter­blei­ben Mel­dun­gen, weil die gewohn­ten Zugangs­we­ge ver­sperrt sind und durch digi­ta­le Alter­na­ti­ven nicht voll­stän­dig ersetzt wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig waren 387.000 Aus­bil­dungs­stel­len gemel­det, 37.000 weni­ger als vor einem Jahr. Hier spie­geln sich die Ein­schrän­kun­gen und Unsi­cher­hei­ten durch die Pan­de­mie sowie die Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­se in der Wirt­schaft wider. Der Aus­bil­dungs­markt ist im Febru­ar aber noch sehr stark in Bewe­gung. Des­halb ist es für eine fun­dier­te Bewer­tung zu früh.


 

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Wirtschaft

Fort­er­ro über­nimmt 3E Daten­tech­nik: Soft­ware­stand­ort Leer wächst zum euro­päi­schen Branchenzentrum

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Nach der erfolg­rei­chen Ver­trags­un­ter­zeich­nung: (v. l. n. r.) Bernd Hill­brands (Mana­ging Direc­tor Win­dows & Doors, Fort­er­ro), Moritz Ebert und Ger­hard Ebert (Geschäfts­füh­rung 3E Daten­tech­nik GmbH) sowie Mar­cus Pan­nier (Pre­si­dent Fort­er­ro) beim gemein­sa­men Abschluss­fo­to zur besie­gel­ten Übernahme.

Fort­er­ro baut Windows-&-Doors-Sparte wei­ter aus: 3E Daten­tech­nik wird Teil der euro­päi­schen Softwarefamilie

Soft­ware­stand­ort Leer gewinnt wei­ter an Bedeutung

Der euro­päi­sche Soft­ware­kon­zern Fort­er­ro treibt den Aus­bau sei­ner Spar­te „Win­dows & Doors“ wei­ter vor­an. Wie das Unter­neh­men am Mon­tag bekannt­gab, wird die 3E Daten­tech­nik GmbH Teil der Unter­neh­mens­grup­pe. Damit wächst die von Leer aus geführ­te Spar­te erneut und stärkt ihre Posi­ti­on als euro­päi­sche Kom­plett­lö­sung für die Fenster‑, Türen- und Fassadenbranche.

Mit der geplan­ten Über­nah­me gewinnt Fort­er­ro einen erfah­re­nen Spe­zia­lis­ten für Soft­ware­lö­sun­gen im Holz- und Kunst­stoff­fens­ter­bau sowie für digi­ta­les Doku­men­ten­ma­nage­ment hin­zu. Der Abschluss der Akqui­si­ti­on wird in Kür­ze erwartet.

Leer ent­wi­ckelt sich zum euro­päi­schen Zen­trum der Branchensoftware

Die Spar­te „Fort­er­ro Win­dows & Doors“ ent­stand 2024 nach der Über­nah­me der dama­li­gen Orgada­ta AG durch Fort­er­ro. Seit­dem baut das Unter­neh­men sei­ne Soft­ware­kom­pe­tenz für den hand­werk­li­chen und indus­tri­el­len Mit­tel­stand gezielt aus.

Bereits vor Orgada­ta gehör­te das bri­ti­sche Soft­ware­un­ter­neh­men Busi­ness Micros zur Grup­pe. Im April 2026 kam zudem das renom­mier­te Soft­ware­haus Klaes GmbH hin­zu, das auf Lösun­gen für den Holz- und Kunst­stoff­fens­ter­bau spe­zia­li­siert ist. Mit 3E folgt nun der vier­te Bau­stein inner­halb der wach­sen­den euro­päi­schen Softwarefamilie.

Ver­ant­wort­lich für den Geschäfts­be­reich ist Bernd Hill­brands, Grün­der von Orgada­ta. Von Leer aus steu­ert er den wei­te­ren Aus­bau der Spar­te. Sein Ziel: eine umfas­sen­de Soft­ware­platt­form für sämt­li­che Berei­che der Fens­ter- und Türenbranche.

„Wir bau­en eine Orga­ni­sa­ti­on auf, die das gesam­te Spek­trum an Soft­ware für die Fens­ter- und Türen­bran­che bedient – vom Alu­mi­ni­um über Holz und Kunst­stoff, mit allen Pro­zes­sen drum­her­um. 3E passt her­vor­ra­gend dazu“, erklärt Hill­brands. Beson­ders die jahr­zehn­te­lan­ge Erfah­rung der Inha­ber­fa­mi­lie Ebert sei ein wich­ti­ger Gewinn für die gemein­sa­me Zukunft.

Fami­li­en­un­ter­neh­men mit mehr als 30 Jah­ren Erfahrung

Die 1993 gegrün­de­te 3E Daten­tech­nik mit Sitz in Ober­ko­chen wird bis heu­te fami­li­en­ge­führt. Geschäfts­füh­rer sind Unter­neh­mens­grün­der Ger­hard Ebert und sein Sohn Moritz Ebert.

Das Unter­neh­men ent­wi­ckelt mit „3E-LOOK“ eine eta­blier­te Soft­ware­lö­sung für Her­stel­ler von Fens­tern und Türen aus Holz und Kunst­stoff. Beson­ders stark ver­tre­ten ist 3E bei indus­tri­el­len Mit­tel­ständ­lern in Deutsch­land, Öster­reich, der Schweiz, Frank­reich, den Nie­der­lan­den und Großbritannien.

Ein wei­te­res wich­ti­ges Geschäfts­feld ist das digi­ta­le Doku­men­ten­ma­nage­ment auf Basis der Soft­ware ELO. Damit erwei­tert 3E das bis­he­ri­ge Port­fo­lio von Fort­er­ro Win­dows & Doors um Lösun­gen für das soge­nann­te papier­lo­se Büro – ein Bereich, der inner­halb der Spar­te bis­lang neu ist.

Ergän­zung für bestehen­des Softwareportfolio

Wäh­rend die in Leer ent­wi­ckel­te Soft­ware „Logi­k­al“ im Alu­mi­ni­um­be­reich welt­weit als Stan­dard­lö­sung gilt und nach Unter­neh­mens­an­ga­ben in mehr als 100 Län­dern von über 18.000 Anwen­dern genutzt wird, bringt Klaes beson­de­re Stär­ken im Holz- und Kunst­stoff­seg­ment ein.

Mit 3E erwei­tert Fort­er­ro die­ses Ange­bot nun zusätz­lich um Lösun­gen für den indus­tri­el­len Mit­tel­stand sowie um digi­ta­le Doku­men­ten­ma­nage­ment-Sys­te­me. Damit ent­steht ein immer brei­te­res Soft­ware­an­ge­bot ent­lang der gesam­ten Wert­schöp­fungs­ket­te der Branche.

 

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Kei­ne unmit­tel­ba­ren Ver­än­de­run­gen für den Stand­ort Leer

Für die Mit­ar­bei­ten­den am Leera­ner Nes­se­ufer soll sich durch die Über­nah­me zunächst nichts ver­än­dern. Die Teams arbei­ten wei­ter­hin eigen­stän­dig, auch die Mar­ke 3E bleibt bestehen.

Gleich­zei­tig eröff­net die Zusam­men­ar­beit inner­halb der Grup­pe neue Mög­lich­kei­ten – ins­be­son­de­re bei Zukunfts­the­men wie Cloud-Tech­no­lo­gien oder Künst­li­cher Intel­li­genz. Durch die Bün­de­lung von Know-how ver­schie­de­ner Unter­neh­men sol­len Inno­va­tio­nen künf­tig schnel­ler ent­wi­ckelt wer­den können.

Hill­brands sieht dar­in vor allem einen stra­te­gi­schen Vor­teil für den Stand­ort Leer: „Wir wol­len unse­re Kun­den in Zukunft noch brei­ter unter­stüt­zen, sodass sie auch unter sich wan­deln­den Markt­be­din­gun­gen wei­ter erfolg­reich pro­du­zie­ren kön­nen. Jeder Schritt, den wir als Fort­er­ro Win­dows & Doors gehen, stärkt unse­re Posi­ti­on – und damit auch den Stand­ort Leer.“

Fort­er­ro zählt zu den füh­ren­den Indus­trie-Soft­ware­an­bie­tern Europas

Fort­er­ro wur­de 2012 gegrün­det und hat sich seit­dem zu einem der füh­ren­den Anbie­ter für Indus­trie­soft­ware in Euro­pa ent­wi­ckelt. Das Unter­neh­men beschäf­tigt nach eige­nen Anga­ben mehr als 2.800 Mit­ar­bei­ten­de an über 40 Stand­or­ten welt­weit und betreut mehr als 25.000 Industrieunternehmen.

Die Lösun­gen des Kon­zerns sind spe­zi­ell auf die Anfor­de­run­gen regio­na­ler Märk­te zuge­schnit­ten und sol­len Unter­neh­men dabei unter­stüt­zen, ihre Effi­zi­enz und Wett­be­werbs­fä­hig­keit nach­hal­tig zu steigern.

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Wirtschaft

1.000-Euro-Prämie belas­tet Mit­tel­stand zunehmend

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Jörg Dittrich, Prä­si­dent des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks (ZDH) Foto: ZDH/Henning Schacht

Belas­tungs­pro­be für den Mit­tel­stand: Die 1.000-Euro-Prämie als poli­ti­sche Sackgasse

Die jüngs­ten Ergeb­nis­se der Koali­ti­ons­klau­sur sor­gen im deut­schen Hand­werk und Mit­tel­stand für erheb­li­che Unru­he. Im Zen­trum der Kri­tik steht dabei die Erwar­tung der Poli­tik, dass Arbeit­ge­ber die wirt­schaft­li­che Last der Infla­ti­on und stei­gen­den Lebens­hal­tungs­kos­ten durch eine steu­er- und abga­ben­freie Prä­mie von bis zu 1.000 Euro auf­fan­gen sol­len. Was auf dem Papier nach einer Ent­las­tung für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger klingt, droht in der Rea­li­tät zu einer mas­si­ven Mehr­be­las­tung für klei­ne und mitt­le­re Betrie­be zu werden.

Ver­ant­wor­tung darf nicht blind abge­wälzt werden

Jörg Dittrich, Prä­si­dent des Zen­tral­ver­ban­des des Deut­schen Hand­werks (ZDH), fin­det deut­li­che Wor­te zur aktu­el­len Lage: Dass ein wesent­li­cher Teil der Ver­ant­wor­tung für die Ent­las­tung der Bevöl­ke­rung fak­tisch den Arbeit­ge­bern zuge­scho­ben wird, sei ange­sichts der fra­gi­len wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on eine ris­kan­te Strategie.

Wäh­rend die Poli­tik die 1.000-Euro-Prämie als Instru­ment zur Kauf­kraft­stär­kung bewirbt, bleibt die ent­schei­den­de Fra­ge unbe­ant­wor­tet: Woher sol­len die Betrie­be in Zei­ten sin­ken­der Auf­trags­zah­len und explo­die­ren­der Kos­ten die Liqui­di­tät neh­men, um die­se Zah­lun­gen tat­säch­lich zu leisten?

  • Fra­gi­le Ertrags­la­ge: Vie­le Hand­werks­be­trie­be kämp­fen bereits mit einer ange­spann­ten Liqui­di­tät. Eine zusätz­li­che Zah­lung – auch wenn sie steu­er­frei bleibt – ist für vie­le schlicht nicht darstellbar.

  • Stei­gen­de Insol­venz­zah­len: Die wirt­schaft­li­che Rea­li­tät spie­gelt sich in der Sta­tis­tik wider. Der Druck auf den Mit­tel­stand wächst, wäh­rend ech­te Ent­las­tungs­schrit­te für Unter­neh­men, wie etwa der Abbau des Soli­da­ri­täts­zu­schlags, ausbleiben.

Kurz­fris­ti­ge Pflas­ter statt struk­tu­rel­ler Reformen

Zwar wird die Sen­kung der Ener­gie­steu­er um 17 Cent pro Liter als rich­ti­ger Schritt begrüßt, um zu ver­hin­dern, dass der Staat als „Kri­sen­pro­fi­teur“ auf­tritt, doch die Maß­nah­men grei­fen zu kurz. Die Poli­tik scheint dar­auf zu set­zen, dass der Mit­tel­stand als Puf­fer fun­giert, wäh­rend struk­tu­rel­le Ant­wor­ten auf die tief­grei­fen­den wirt­schaft­li­chen Ver­än­de­run­gen fehlen.

Statt die Ver­ant­wor­tung für den sozia­len Frie­den über Ein­mal­zah­lun­gen an die Betrie­be zu dele­gie­ren, for­dert das Hand­werk ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, die über kurz­fris­ti­ge Über­brü­ckun­gen hinausgehen.


Die For­de­run­gen und Posi­tio­nen im Detail

Nach­fol­gend sind die zen­tra­len Stand­punk­te des ZDH zu den Berei­chen Steu­ern, Finan­zen und Wirt­schafts­po­li­tik zusammengefasst:

Bereich Steu­ern und Finanzen

  • Ener­gie­steu­er: Die Sen­kung um 17 Cent pro Liter ist ein über­fäl­li­ger Schritt. Betrie­be und Bür­ger dür­fen nicht allein unter dem Druck der Kri­se ste­hen, wäh­rend der Staat profitiert.

  • Feh­len­de Ent­las­tung für Unter­neh­men: Es wird kri­ti­siert, dass kei­ne kurz­fris­tig wirk­sa­men Schrit­te wie die Abschaf­fung des Soli­da­ri­täts­zu­schlags vor­ge­se­hen sind.

  • Ein­kom­men­steu­er­re­form: Die­se muss zwin­gend so aus­ge­stal­tet wer­den, dass sie gezielt zur Ent­las­tung von Per­so­nen­un­ter­neh­men beiträgt.

Bereich Wirt­schafts­po­li­tik

  • Struk­tu­rel­le Aus­rich­tung: Ange­sichts geo­po­li­ti­scher Risi­ken rei­chen kurz­fris­ti­ge Maß­nah­men nicht aus. Ant­wor­ten müs­sen lang­fris­tig und struk­tu­rell sein.

  • Ener­gie­kos­ten: Die im Koali­ti­ons­ver­trag vor­ge­se­he­ne Sen­kung der Strom­steu­er für alle auf das euro­päi­sche Min­dest­maß muss zeit­nah umge­setzt werden.

  • Prio­ri­sie­rung der Finan­zen: Zur Sicher­stel­lung der Finan­zie­rung wich­ti­ger wirt­schaft­li­cher Ent­las­tun­gen soll­ten ande­re Maß­nah­men, wie bei­spiels­wei­se die Müt­ter­ren­te, zeit­lich ver­scho­ben werden.

  • Zukunfts­si­che­rung: Ziel muss eine zügi­ge Aus­wei­tung des Ener­gie­an­ge­bots, die Redu­zie­rung von Abhän­gig­kei­ten und eine lang­fris­tig trag­fä­hi­ge Auf­stel­lung der sozia­len Siche­rungs­sys­te­me sein.

Nur mit einem sol­chen Gesamt­an­satz lässt sich die Wett­be­werbs­fä­hig­keit des Stand­orts Deutsch­land nach­hal­tig sichern und ver­hin­dern, dass der Belas­tungs­druck den Mit­tel­stand dau­er­haft überfordert.

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Wirtschaft

Neu­wa­gen­markt im Wan­del: Alter­na­ti­ve Antrie­be domi­nie­ren 2026

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Elek­tro­mo­bi­li­tät im Auf­wind: Fast zwei Drit­tel der Neu­wa­gen mit alter­na­ti­vem Antrieb

Der deut­sche Auto­mo­bil­markt setzt im Jahr 2026 ein deut­li­ches Zei­chen in Rich­tung Dekar­bo­ni­sie­rung. Wie die aktu­el­le Pres­se­mit­tei­lung des Kraft­fahrt-Bun­des­am­tes (KBA) aus Flens­burg belegt, hat die Akzep­tanz alter­na­ti­ver Antriebs­for­men im ers­ten Quar­tal einen neu­en Höchst­stand erreicht. Mit einem Markt­an­teil von 63,5 Pro­zent am Gesamt­zu­las­sungs­vo­lu­men sind Fahr­zeu­ge mit umwelt­freund­li­che­ren Moto­ren längst kein Nischen­pro­dukt mehr, son­dern bestim­men das Stra­ßen­bild der Neuzulassungen.

Mas­si­ve Zuwäch­se bei Elek­tro- und Hybridmodellen

Von den ins­ge­samt 699.404 neu zuge­las­se­nen Per­so­nen­kraft­wa­gen (Pkw) ent­fie­len zwi­schen Janu­ar und März 444.008 Ein­hei­ten auf alter­na­ti­ve Antrie­be. Dazu zäh­len neben rei­nen Elek­tro­au­tos (BEV) auch Hybrid- und Plug-in-Model­le sowie gas- und was­ser­stoff­be­trie­be­ne Fahr­zeu­ge. Dies ent­spricht einer Stei­ge­rung von 19,4 Pro­zent gegen­über dem Vorjahreszeitraum.

Beson­ders dyna­misch ent­wi­ckelt sich das Seg­ment der Fahr­zeu­ge mit Elek­tro­an­trieb (BEV, Plug-in und Brenn­stoff­zel­le). Hier ver­zeich­ne­te das KBA ein Plus von 33,4 Pro­zent im Ver­gleich zu 2025. Ins­ge­samt wur­den 235.750 sol­cher Fahr­zeu­ge zuge­las­sen, was mehr als jedem drit­ten Neu­wa­gen (33,7 Pro­zent) entspricht.

Der rei­ne Elek­tro­an­trieb als Wachstumstreiber

Ein genaue­rer Blick auf die Sta­tis­tik zeigt, dass ins­be­son­de­re die rei­nen bat­te­rie­elek­tri­schen Fahr­zeu­ge (BEV) die trei­ben­de Kraft hin­ter die­sem Boom sind:

  • Zulas­sungs­zahl: 159.630 Neufahrzeuge

  • Markt­an­teil: 22,8 Pro­zent am Gesamtmarkt

  • Wachs­tums­ra­te: Beein­dru­cken­de +41,3 Pro­zent im Ver­gleich zum Vorjahr

Mar­ken im Fokus: BMW und Import­mar­ken domi­nie­ren bei den Alternativen

Wäh­rend klas­si­sche Ver­bren­ner wei­ter Markt­an­tei­le ver­lie­ren, pro­fi­lie­ren sich eini­ge Mar­ken beson­ders stark durch ihre alter­na­ti­ve Flot­te. BMW sticht unter den deut­schen Her­stel­lern her­vor: Über 83 Pro­zent der im ers­ten Quar­tal neu zuge­las­se­nen BMW-Model­le ver­füg­ten über einen alter­na­ti­ven Antrieb.

Auch bei den Import­mar­ken zeigt sich eine kla­re Ver­schie­bung. Mar­ken wie BYD oder rei­ne Elek­tro­mar­ken ver­zeich­nen teils drei­stel­li­ge Zuwachs­ra­ten, was den inten­si­ven Wett­be­werb auf dem deut­schen Markt für Elek­tro­mo­bi­li­tät unterstreicht.

Fazit: Die Ver­kehrs­wen­de nimmt Fahrt auf

Die Zah­len des ers­ten Quar­tals 2026 bele­gen, dass die Trans­for­ma­ti­on der Auto­mo­bil­bran­che unum­kehr­bar scheint. Mit einem BEV-Anteil, der fast ein Vier­tel des Mark­tes aus­macht, und einem all­ge­mei­nen Anteil alter­na­ti­ver Antrie­be von über 60 Pro­zent, rückt das Ziel einer emis­si­ons­frei­en Mobi­li­tät in greif­ba­re Nähe. Der Trend zeigt: Die deut­schen Auto­fah­rer set­zen ver­stärkt auf Elek­tri­zi­tät und inno­va­ti­ve Antriebstechnologien.


Hin­ter­grund: Als alter­na­ti­ve Antrie­be defi­niert das KBA Fahr­zeu­ge mit Elek­tro (BEV), Hybrid, Plug-in-Hybrid, Brenn­stoff­zel­le, Gas oder Was­ser­stoff. BEV (Bat­tery Elec­tric Vehic­les) bezeich­nen dabei aus­schließ­lich elek­trisch betrie­be­ne Fahrzeuge.

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Allgemein

Creditreform‑Studie: Ein­zel­han­del bricht ein – auch Leer betroffen

Deutsch­lands Innen­städ­te ver­lie­ren ihr Gesicht – Immer mehr klei­ne Geschäf­te verschwinden Deutsch­lands Innen­städ­te ste­hen vor einem tief­grei­fen­den Wan­del. Der Ein­zel­han­del,...

Lokal

Hand­werk setzt auf Sta­bi­li­tät: Wie­der­wahl von Hei­ner Hei­jen und Führungsteam

Der neue Vor­stand der Ober­meis­ter­ver­samm­lung (v.l.): Tho­mas Drees­mann (Geschäfts­füh­rer der KH Leer­Witt­mund), Kreis­hand­werks­meis­ter Hei­ner Hei­jen, Uwe Jan­ßen, Alex­an­der Nan­nen, Wil­helm...

Lokal

Deut­sche Bahn inves­tiert in Sau­ber­keit – Con­ne­mann begrüßt Maß­nah­men für die Region

Kampf gegen Kip­pen, Graf­fi­tis und Co.: Deut­sche Bahn star­tet „Früh­jahrs­putz“ an Bahn­hö­fen in Wee­ner, Leer und Papenburg Berlin/Weener/Leer/Papenburg. Bahn­hö­fe sind...

Lokal

Kli­ni­kum Leer: Infek­ti­ons­zah­len deut­lich unter Bundesschnitt

Noso­ko­mia­le Infek­tio­nen im Kli­ni­kum Leer deut­lich unter Bundesdurchschnitt Leer/Ostfriesland. Die Kli­ni­ken in Leer und im Rhei­der­land ver­zeich­nen für das Jahr...

Lokal

Star­ke För­de­rung für Flachs­meer: 659.000 Euro für Lehrschwimmbecken

Blo­em: 659.000 Euro vom Land für die Sanie­rung des Lehr­schwimm­be­ckens in Flachsmeer Wes­t­ov­er­le­din­gen. Das Land Nie­der­sach­sen unter­stützt die Sanie­rung des Lehr­schwimm­be­ckens...

Lokal

Som­mer­fest im Tier­heim Jüb­ber­de – da kommt was Großes!

Som­mer­fest im Tier­heim Jüb­ber­de: Fami­li­en­freund­li­cher Tag am 05. Juli 2026 Das Tier­heim Jüb­ber­de lädt am Sonn­tag, 05. Juli 2026, von 11...

Blaulicht

Poli­zei mel­det exhi­bi­tio­nis­ti­sche Hand­lung, Pfef­fer­spray-Ein­satz und Dachstuhlbrand

POL-LER: Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/ Emden für den 27.05.2026       Nort­moor — Exhi­bi­tio­nis­ti­sche Handlungen Am 26.05.2026 kam es...

Veranstaltung

35. Emder Mat­jes­ta­ge — Pro­gramm-High­lights an allen Festtagen

35. Emder Mat­jes­ta­ge 2026: Ein Fest für die gan­ze Familie  Vom 29. bis zum 31. Mai 2026 ver­wan­delt sich Emden...

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Reich­wei­ten­stark kom­mu­ni­zie­ren: Ver­net­zung von Face­book und Por­ta­len ohne Paywalls

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Frei­er Zugang zu regio­na­len News: Lese­r­ECHO-Ver­lag for­ciert media­le Teilhabe

Medi­en für alle: Lese­r­ECHO-Ver­lag stärkt regio­na­le Teil­ha­be durch kos­ten­freie Newsportale In einer Zeit, in der Infor­ma­tio­nen zuneh­mend hin­ter Bezahl­schran­ken ver­schwin­den,...

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Digi­ta­le Zukunft in Leer: KI, Robo­tik und Inno­va­ti­on bei der Digi­tal-Tour 2026 erleben

Digi­ta­le Zukunft direkt vor der Haus­tür: Digi­tal-Tour 2026 macht Sta­ti­on in Leer LEER – Künst­li­che Intel­li­genz ist längst kein blo­ßes Schlag­wort...

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Bun­tes Trei­ben am See: Das Julia­nen­park­fest 2026 lädt zum gro­ßen Fami­li­en­tag nach Leer

Das Julia­nen­park­fest 2026 in Leer: Ein Fest für die gan­ze Fami­lie im Her­zen der Stadt LEER. Es ist wie­der so weit:...

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Tre­cker Treck Wit­ten­sand 2026: PS-Gewalt, Qualm und Action für die gan­ze Familie

Tre­cker Treck Wit­ten­sand 2026: Kraft­vol­les Motor­sport-Spek­ta­kel für die gan­ze Familie Am Sonn­tag, den 16. August 2026, ver­wan­delt sich Wit­ten­sand wie­der...

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Som­mer­kon­zert der Gitarren­ju­gend Loga für die Sup­pen­kü­che Leer

Impres­si­on aus dem Vor­jahr: Die Gitarren­ju­gend Loga beim Bene­fiz­kon­zert 2025. (Foto: Wolf­gang Vogelsang) Gitarren­ju­gend Loga lädt zum gro­ßen Som­mer­kon­zert in...

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Hei­mat­mu­se­um Leer: Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag 2026: Muse­en mit Freu­de entdecken

Kos­ten­los am 17. Mai: Inter­na­tio­na­ler Muse­ums­tag lädt zum Ent­de­cken ein Am Sonn­tag, 17. Mai 2026, lädt das Hei­mat­mu­se­um Leer zum Inter­na­tio­na­len...

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Kom over de Brug: Kunst, Musik & Som­mer­fee­ling in Blauwestad

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13. Mit­tel­al­ter­li­ches Heer­la­ger­tref­fen zu Tim­mel: Zeit­rei­se am Pfingstwochenende Tim­mel ver­wan­delt sich in eine leben­di­ge Kulis­se ver­gan­ge­ner Jahr­hun­der­te. Vom 23. bis...

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Zwei Tage Aus­nah­me­zu­stand: Flachs­meer freut sich auf sein Schüt­zen­fest mit gro­ßem Festumzug

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Kunst- und Hand­wer­ker­markt Gro­te­gas­te am 7. Juni 2026

Krea­ti­vi­tät und Tra­di­ti­on: Kunst- und Hand­wer­ker­markt in Gro­te­gas­te lädt ein Gro­te­gas­te – Wenn sich am Sonn­tag, den 7. Juni 2026, der...

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