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Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: Kla­re Wor­te für Soli­da­ri­tät, Viel­falt und glei­che Rechte

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Laut Sophie Koch sind Demons­tra­tio­nen wie der CSD gera­de für jun­ge Men­schen wich­tig: Sie kön­nen Mut machen, zu sich selbst zu ste­hen, Sicht­bar­keit zu zei­gen und zu erfah­ren, dass sie mit ihrer Iden­ti­tät nicht allein sind.

Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: „Wir wer­den nie wie­der lei­se sein“

Leer – Mit deut­li­chen Wor­ten hat sich Sophie Koch, Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Akzep­tanz sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Viel­falt, beim 5. CSD in Leer an die que­e­re Com­mu­ni­ty und die zahl­rei­chen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer gewandt. In ihren Gruß­wor­ten wür­dig­te sie das Enga­ge­ment der Orga­ni­sa­to­ren und Hel­fer und mach­te zugleich deut­lich, dass die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um Gleich­be­rech­ti­gung und Akzep­tanz wei­ter­ge­führt wer­den müsse.

Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: „Wir wer­den nie wie­der lei­se sein“

Sophie Koch, Mit­glied des säch­si­schen Land­ta­ges und Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Akzep­tanz sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Viel­falt. Sie sprach beim 5. CSD in Leer zu den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern der Ver­an­stal­tung. Foto: Ingo Ton­sor @ LeserECHO

Koch beton­te zunächst, dass sie als Que­er-Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung spre­che, jedoch nicht als Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung. Sie zeig­te Ver­ständ­nis für den teil­wei­se deut­li­chen Unmut inner­halb der Com­mu­ni­ty gegen­über der aktu­el­len Bun­des­re­gie­rung. Gleich­zei­tig stell­te sie ihre per­sön­li­che Ver­bin­dung zum The­ma her­aus: Sie sei selbst que­er, kom­me aus dem Osten Deutsch­lands und sei in einem klei­nen Dorf aufgewachsen.

Beson­ders bewegt zeig­te sich Koch ange­sichts der Grö­ße und Sicht­bar­keit des CSD in Leer. Sie erklär­te, sie hät­te sich in ihrer eige­nen Jugend einen sol­chen CSD gewünscht. Ver­an­stal­tun­gen wie die­se könn­ten für jun­ge Men­schen ein ent­schei­den­der Moment sein, erst­mals offen zu sich selbst zu ste­hen und das Gefühl zu bekom­men, mit der eige­nen Iden­ti­tät nicht allein zu sein.

„Der Wind gegen uns wird rauer“

Mit Blick auf die zuneh­men­de Que­er­feind­lich­keit sprach Koch von einem rau­er wer­den­den gesell­schaft­li­chen Kli­ma. Gera­de des­halb sei­en CSD-Ver­an­stal­tun­gen und poli­ti­sche Demons­tra­tio­nen wich­ti­ger denn je. Deutsch­land­weit gebe es inzwi­schen mehr als 250 ent­spre­chen­de Ver­an­stal­tun­gen, an denen Mil­lio­nen Men­schen teilnähmen.

Die Que­er-Com­mu­ni­ty habe dabei eine beson­de­re Stär­ke, so Koch: die Fähig­keit, immer wie­der gemein­sam sicht­bar zu wer­den und für ihre Rech­te auf die Stra­ße zu gehen. Sie rief die Teil­neh­mer dazu auf, sich von aktu­el­len Ent­wick­lun­gen nicht ent­mu­ti­gen zu las­sen. Trotz aller Wider­stän­de müs­se die Com­mu­ni­ty selbst­be­wusst auf­tre­ten und deut­lich machen, dass sie eine star­ke gesell­schaft­li­che Mehr­heit hin­ter sich habe.

Ein zen­tra­les Anlie­gen ihrer Rede war die geplan­te Ergän­zung des Arti­kels 3 des Grund­ge­set­zes. Koch kün­dig­te an, sich wei­ter­hin dafür ein­zu­set­zen, dass der Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der sexu­el­len Iden­ti­tät aus­drück­lich im Grund­ge­setz ver­an­kert wird. Auch die voll­stän­di­ge recht­li­che Aner­ken­nung quee­rer Fami­li­en sei ein Ziel, für das wei­ter gekämpft wer­den müsse.

Dank an Orga­ni­sa­to­ren und Helfer

Aus­drück­lich wür­dig­te Koch die Arbeit der Men­schen, die den CSD in Leer orga­ni­siert und mög­lich gemacht hat­ten. Sie dank­te den Orga­ni­sa­to­ren, Stand­be­trei­bern, Ord­nern und zahl­rei­chen Hel­fern, die teil­wei­se über Mona­te hin­weg Zeit und Ener­gie in die Ver­an­stal­tung inves­tiert hätten.

Beson­ders posi­tiv hob sie die sicht­ba­re Unter­stüt­zung durch Eltern und Groß­el­tern her­vor. Die Prä­senz von Initia­ti­ven wie „Eltern gegen Rechts“ und „Omas gegen Rechts“ habe für sie ein wich­ti­ges Signal aus­ge­sen­det: Fami­lie kön­ne ganz unter­schied­lich aus­se­hen, und jun­ge Men­schen soll­ten unab­hän­gig von ihrer sexu­el­len oder geschlecht­li­chen Iden­ti­tät Unter­stüt­zung erfahren.

Auch das Selbst­be­stim­mungs­ge­setz sprach Koch an. Sie bezeich­ne­te des­sen Ein­füh­rung als einen wich­ti­gen poli­ti­schen Erfolg der Com­mu­ni­ty und erklär­te, dass die­ses Gesetz bestehen blei­ben wer­de. Grund­sätz­lich müs­se die Rich­tung wei­ter­hin nach vor­ne gehen, nicht zurück.

Appell: „Nutzt eure Stimme“

Mit Blick auf die anste­hen­den Wah­len rief Koch die Men­schen dazu auf, ihre demo­kra­ti­sche Stim­me zu nut­zen und auch im per­sön­li­chen Umfeld für Mehr­hei­ten ein­zu­tre­ten, die die Rech­te quee­rer Men­schen unterstützen.

Zum Abschluss ihrer Gruß­wor­te rich­te­te sie den Blick noch ein­mal auf die Men­schen­men­ge vor der Büh­ne. Die Viel­falt inner­halb der quee­ren Com­mu­ni­ty sei kei­ne Schwä­che, son­dern eine beson­de­re Stär­ke. Auch Men­schen, die sich ansons­ten viel­leicht nie begeg­nen wür­den, ver­bin­de beim CSD ein gemein­sa­mer Gedan­ke: Soli­da­ri­tät und der Ein­satz für glei­che Rechte.

Koch bedank­te sich abschlie­ßend erneut bei allen Betei­lig­ten des 5. CSD in Leer und rich­te­te einen per­sön­li­chen Gruß an die Com­mu­ni­ty: „Leer, Hap­py Pride.“

Zahl­rei­che Stän­de auf dem Zoll­haus­ge­län­de boten Infor­ma­tio­nen und Raum für den Aus­tausch mit der quee­ren Com­mu­ni­ty. Ver­tre­ten waren unter ande­rem der Land­kreis Leer, die Poli­zei sowie Par­tei­en wie SPD, Grü­ne, Lin­ke und FDP und vie­le wei­te­re Organisationen.

Was bedeu­tet eigent­lich „que­er“? Ein Begriff für sexu­el­le und geschlecht­li­che Vielfalt

Leer/Ostfriesland. Beim Chris­to­pher Street Day, kurz CSD in Leer Ost­fries­land, ist der Begriff „que­er“ all­ge­gen­wär­tig. Doch was genau bedeu­tet er eigent­lich? Wer ist damit gemeint und woher stammt das Wort? Gera­de weil „que­er“ heu­te ganz selbst­ver­ständ­lich in gesell­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen ver­wen­det wird, lohnt sich ein genaue­rer Blick auf sei­ne Bedeu­tung und Geschichte.

„Que­er“ wird heu­te vor allem als Sam­mel­be­griff für Men­schen ver­wen­det, deren sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder geschlecht­li­che Iden­ti­tät nicht der klas­si­schen gesell­schaft­li­chen Vor­stel­lung von Hete­ro­se­xua­li­tät und einer ein­deu­ti­gen Zuord­nung als Mann oder Frau ent­spricht. Der Begriff umfasst damit unter­schied­li­che Lebens­wei­sen und Identitäten.

Dabei ist „que­er“ kei­ne ein­zel­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder Geschlechts­iden­ti­tät. Viel­mehr dient das Wort als Ober­be­griff. Men­schen kön­nen sich bei­spiels­wei­se als les­bisch, schwul, bise­xu­ell, pan­se­xu­ell, trans, nicht-binär, inter­ge­schlecht­lich, ase­xu­ell oder aro­man­tisch ver­ste­hen und sich gleich­zei­tig unter dem Begriff „que­er“ wiederfinden.

Ein Begriff, der vie­le Men­schen einschließt

Zum quee­ren Spek­trum gehö­ren unter ande­rem Les­ben und Schwu­le, also Men­schen, die sich zum glei­chen Geschlecht hin­ge­zo­gen füh­len. Auch bise­xu­el­le und pan­se­xu­el­le Men­schen kön­nen sich als que­er ver­ste­hen. Bei ihnen spielt die sexu­el­le bezie­hungs­wei­se roman­ti­sche Anzie­hung zu Men­schen unter­schied­li­cher Geschlech­ter eine Rolle.

Eine wei­te­re Grup­pe sind trans Men­schen. Damit sind Men­schen gemeint, deren geschlecht­li­che Iden­ti­tät nicht oder nicht voll­stän­dig mit dem Geschlecht über­ein­stimmt, das ihnen bei der Geburt zuge­wie­sen wurde.

Auch nicht-binä­re Men­schen kön­nen unter den Begriff que­er fal­len. Sie ver­ste­hen sich nicht aus­schließ­lich als Mann oder Frau und bewe­gen sich damit außer­halb der klas­si­schen Ein­tei­lung in zwei Geschlechter.

Zum Spek­trum gehö­ren außer­dem inter­ge­schlecht­li­che Men­schen. Bei ihnen wei­sen die kör­per­li­chen Geschlechts­merk­ma­le Vari­an­ten auf, die sich nicht ein­deu­tig in die tra­di­tio­nel­len Kate­go­rien „männ­lich“ oder „weib­lich“ ein­ord­nen lassen.

Auch ase­xu­el­le und aro­man­ti­sche Men­schen kön­nen sich als que­er ver­ste­hen. Ase­xu­el­le Men­schen emp­fin­den wenig oder kei­ne sexu­el­le Anzie­hung, wäh­rend aro­man­ti­sche Men­schen wenig oder kei­ne roman­ti­sche Anzie­hung empfinden.

Wich­tig ist dabei: Que­er ist in ers­ter Linie eine mög­li­che Selbst­be­zeich­nung. Nicht jeder Mensch, der einer die­ser Grup­pen zuge­rech­net wer­den könn­te, bezeich­net sich selbst auch als queer.

Vom Schimpf­wort zur Selbstbezeichnung

Die Geschich­te des Begriffs ist beson­ders inter­es­sant. „Que­er“ stammt aus dem Eng­li­schen und bedeu­te­te ursprüng­lich unter ande­rem „selt­sam“, „son­der­bar“ oder „anders“. Über vie­le Jahr­zehn­te wur­de das Wort vor allem im eng­lisch­spra­chi­gen Raum als abwer­ten­de Bezeich­nung für homo­se­xu­el­le Men­schen verwendet.

Im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te sich die Bedeu­tung. Tei­le der betrof­fe­nen Gemein­schaf­ten began­nen, den Begriff bewusst für sich selbst zu ver­wen­den und ihm damit eine neue Bedeu­tung zu geben. Aus einer Belei­di­gung wur­de zuneh­mend eine selbst­be­wuss­te Bezeich­nung für Men­schen, die sich außer­halb klas­si­scher Vor­stel­lun­gen von Sexua­li­tät und Geschlecht sehen.

Heu­te wird „que­er“ des­halb von vie­len Men­schen posi­tiv ver­stan­den. Gleich­zei­tig gibt es Men­schen, die den Begriff auf­grund sei­ner frü­he­ren Ver­wen­dung nicht für sich ver­wen­den möchten.

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War­um der Begriff beim CSD eine wich­ti­ge Rol­le spielt

Beson­ders sicht­bar wird die Bedeu­tung des Wor­tes beim Chris­to­pher Street Day. Der CSD erin­nert an den his­to­ri­schen Kampf quee­rer Men­schen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für glei­che Rech­te. Gleich­zei­tig sind die Ver­an­stal­tun­gen heu­te Demons­tra­ti­on, poli­ti­sche Kund­ge­bung und viel­fach auch ein gro­ßes öffent­li­ches Fest.

Auch beim 5. CSD in Leer stan­den Sicht­bar­keit und gesell­schaft­li­che Akzep­tanz im Mit­tel­punkt. Unter dem Mot­to „Sicht­bar. Laut. Jetzt erst recht!“ gin­gen Men­schen auf die Stra­ße, um für Viel­falt und gegen Aus­gren­zung ein Zei­chen zu setzen.

Dabei geht es für vie­le Teil­neh­mer nicht allein um die eige­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder geschlecht­li­che Iden­ti­tät. Es geht auch um die grund­sätz­li­che Fra­ge, wie eine Gesell­schaft mit­ein­an­der umge­hen möch­te: mit Respekt, Akzep­tanz und der Mög­lich­keit, das eige­ne Leben selbst­be­stimmt zu führen.

„Que­er“ ist kein fes­tes Etikett

Der Begriff kann des­halb ganz unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen haben. Für man­che Men­schen ist „que­er“ eine per­sön­li­che Iden­ti­tät, für ande­re ein poli­ti­scher oder gesell­schaft­li­cher Begriff. Wie­der ande­re nut­zen ihn als prak­ti­sche Sam­mel­be­zeich­nung für unter­schied­li­che For­men sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Vielfalt.

Was Men­schen gemein­sam haben, lässt sich daher nicht auf eine ein­zel­ne Lebens­wei­se redu­zie­ren. Gera­de die­se Offen­heit ist für vie­le ein Grund, den Begriff zu verwenden.

Que­er beschreibt somit kei­ne ein­zel­ne Grup­pe, son­dern ein brei­tes Spek­trum unter­schied­li­cher Men­schen und Lebens­rea­li­tä­ten. Im Mit­tel­punkt steht dabei die Vor­stel­lung, dass sexu­el­le Ori­en­tie­rung und geschlecht­li­che Iden­ti­tät viel­fäl­ti­ger sind, als es tra­di­tio­nel­le gesell­schaft­li­che Vor­stel­lun­gen lan­ge ver­mit­telt haben.

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen und Leer fährt wieder

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Frie­sen­brü­cke in Wee­ner eröff­net: Wun­der­line ver­bin­det Leer und Gro­nin­gen wieder

Wee­ner. Nach fast elf Jah­ren Unter­bre­chung ist die Frie­sen­brü­cke über die Ems wie­der für den Bahn­ver­kehr frei­ge­ge­ben. Mit einer Son­der­fahrt wur­de am Don­ners­tag, 1. Okto­ber 2026, die neue Ver­bin­dung zwi­schen Gro­nin­gen und Leer offi­zi­ell eröff­net. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber, sol­len die regu­lä­ren Per­so­nen­zü­ge wie­der grenz­über­schrei­tend verkehren.

Die Wie­der­eröff­nung mar­kiert einen wich­ti­gen Schritt für die soge­nann­te Wun­der­line zwi­schen Gro­nin­gen, Leer und künf­tig Bre­men. Die rund 173 Kilo­me­ter lan­ge Ver­bin­dung soll die Nie­der­lan­de und Deutsch­land bes­ser mit­ein­an­der ver­knüp­fen und ins­be­son­de­re für Pend­ler, Stu­die­ren­de, Arbeit­neh­mer und Tou­ris­ten eine wich­ti­ge grenz­über­schrei­ten­de Ver­bin­dung darstellen.

Ste­phan Christ: „Nach fast elf Jah­ren ist die Frie­sen­brü­cke end­lich fertig“

Zur Eröff­nung äußer­te sich Ste­phan Christ, ver­kehrs­po­li­ti­scher Spre­cher der Grü­nen-Land­tags­frak­ti­on, erfreut über die Wie­der­auf­nah­me des Zugverkehrs.

Christ bezeich­ne­te die Fer­tig­stel­lung nach fast elf Jah­ren als wich­ti­gen Schritt. Damit sei die Stre­cke für den inter­na­tio­na­len Zug­ver­kehr zwi­schen den Nie­der­lan­den und Deutsch­land wie­der befahr­bar. Der Zer­stö­rung der alten Brü­cke durch einen Frach­ter im Dezem­ber 2015 sei eine jah­re­lan­ge Unter­bre­chung mit meh­re­ren Ver­zö­ge­run­gen gefolgt.

Umso grö­ßer sei die Freu­de dar­über, dass die Wun­der­line nun wie­der durch­gän­gig fah­ren könne.

Beson­ders hob Christ auch die neue Bedeu­tung der Brü­cke für den Fuß- und Rad­ver­kehr her­vor. Die­ser wer­de nicht mehr ledig­lich gedul­det, son­dern habe nun offi­zi­ell einen eige­nen Platz auf der Brü­cke. Neben der Bahn­tras­se befin­det sich ein 2,5 Meter brei­ter Fuß- und Rad­weg. Das Land Nie­der­sach­sen habe des­sen Bau mit mehr als sechs Mil­lio­nen Euro gefördert.

Gleich­zei­tig rich­tet Christ den Blick bereits auf die nächs­te Auf­ga­be. Nun sei der Bund am Zug. Die Stre­cke zwi­schen Olden­burg und Leer müs­se aus­ge­baut wer­den, damit die Züge wie geplant künf­tig bis Bre­men durch­fah­ren könnten.

 

 

Foto: Ste­phan Christ (links) und Tammo Len­ger — Foto­nach­weis: privat

Tammo Len­ger: „Ein ech­ter Mei­len­stein für die Region“

Auch Tammo Len­ger, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der der Grü­nen-Kreis­tags­frak­ti­on Leer, bezeich­net die Wie­der­eröff­nung als bedeu­ten­den Tag für die Region.

Für die Men­schen vor Ort sei die Frei­ga­be ein ech­ter Mei­len­stein. Über zehn Jah­re hät­ten Anwoh­ner und Pend­ler mit Umwe­gen, Ersatz­ver­keh­ren und Unsi­cher­heit leben müssen.

Ursprüng­lich war die Wie­der­auf­nah­me des Zug­ver­kehrs bereits für Ende 2024 vor­ge­se­hen. Die Eröff­nung wur­de jedoch mehr­fach ver­scho­ben. Umso wich­ti­ger sei es nun, dass die­ses Kapi­tel abge­schlos­sen wer­den könne.

Len­ger betont zudem die euro­päi­sche Bedeu­tung der Ver­bin­dung. Die Wie­der­eröff­nung sei ein wich­ti­ges Zei­chen für Euro­pa, weil die Bahn­stre­cke Men­schen und Regio­nen über die deutsch-nie­der­län­di­sche Gren­ze hin­weg mit­ein­an­der verbinde.

Bahn­hof Ihr­ho­ve wie­der in Betrieb

Mit der Wie­der­auf­nah­me der Ver­bin­dung gibt es eine wei­te­re wich­ti­ge Neue­rung für die Regi­on: Der Bahn­hof Ihr­ho­ve wird nach mehr als fünf Jahr­zehn­ten wie­der als Halt genutzt. Nach Anga­ben von Len­ger stärkt dies den länd­li­chen Raum spürbar.

Gleich­zei­tig sieht er wei­te­ren Hand­lungs­be­darf. Der Bahn­hof in Ihr­ho­ve müs­se zusätz­lich an den RE15 in Rich­tung Müns­ter ange­bun­den werden.

Die Reak­ti­vie­rung des Bahn­hofs Ihr­ho­ve gehört zu den Maß­nah­men im Zuge der Wie­der­auf­nah­me des grenz­über­schrei­ten­den Bahn­ver­kehrs. Auch der Bahn­hof Bun­de wur­de für die neue Ver­bin­dung reaktiviert.

Frie­sen­brü­cke nach Unfall 2015 kom­plett neu gebaut

Die neue Frie­sen­brü­cke war not­wen­dig gewor­den, nach­dem das Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 mit der dama­li­gen Klapp­brü­cke kol­li­diert und die­se schwer beschä­digt hat­te. Der Bahn­ver­kehr zwi­schen Leer und Gro­nin­gen war dar­auf­hin für fast elf Jah­re unterbrochen.

Die neue Kon­struk­ti­on ist eine tech­nisch auf­wen­di­ge Hub-Dreh­brü­cke und gilt als größ­te Eisen­bahn-Hub-Dreh­brü­cke Euro­pas. Neben der Bahn­stre­cke ver­fügt sie über den neu­en Fuß- und Rad­weg sowie eine sepa­ra­te Dienst- und Rettungsroute.

Für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer war die neue Brü­cke bereits im Sep­tem­ber 2025 frei­ge­ge­ben wor­den. Seit dem 1. Okto­ber 2026 ist nun auch die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung wie­der hergestellt.

Regu­lä­rer Zug­ver­kehr star­tet am 5. Oktober

Die offi­zi­el­le Eröff­nung erfolg­te zunächst mit einer Son­der­fahrt. Ab Mon­tag, 5. Okto­ber 2026, sol­len wie­der regu­lä­re Per­so­nen­zü­ge zwi­schen Gro­nin­gen und Leer verkehren.

Damit ist ein ent­schei­den­der Abschnitt der Wun­der­line abge­schlos­sen. Für einen voll­stän­di­gen Aus­bau der Ver­bin­dung bis Bre­men sind jedoch wei­te­re Maß­nah­men erforderlich.

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Sil­via Sin­ning begeis­tert in Jem­gum: Song­poe­tin sorgt für Stan­ding Ovations

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Song­poe­tin Sil­via Sin­ning begeis­tert Publi­kum im Bür­ger­haus Jemgum

Jem­gum. Am Sams­tag, 26. Sep­tem­ber, wur­de das Bür­ger­haus Jem­gum zum Schau­platz eines beson­de­ren Kon­zert­abends. Um 19.30 Uhr füll­te sich der Saal zuse­hends mit Besu­che­rin­nen und Besu­chern im Alter von etwa acht bis 80 Jah­ren. Das Inter­es­se war so groß, dass kurz­fris­tig noch Stüh­le für drei zusätz­li­che Rei­hen auf­ge­stellt wer­den mussten.

Im Mit­tel­punkt des Abends stand die Song­poe­tin Sil­via Sin­ning aus Leer, die zahl­rei­che selbst getex­te­te und kom­po­nier­te Lie­der aus ihrem umfang­rei­chen Reper­toire präsentierte.

Musi­ka­li­sche Viel­falt ohne Schubladen

Rund ein­ein­halb Stun­den lang nahm Sil­via Sin­ning ihr Publi­kum mit auf eine musi­ka­li­sche Rei­se. Dabei beglei­te­te sie sich selbst am Kla­vier, an der Gitar­re und am Saxo­fon.

Ange­kün­digt war das Kon­zert als „sti­lis­ti­sche Viel­falt auf hohem Niveau“. Tat­säch­lich erwies sich das Pro­gramm als musi­ka­li­sches Cross­over, das sich kaum in eine bestimm­te Schub­la­de ein­ord­nen lässt.

So prä­sen­tier­te Sin­ning unter ande­rem einen Reg­gae auf Platt­deutsch sowie einen Folk-Song mit einem Bos­sa-Nova-Zwi­schen­teil auf Por­tu­gie­sisch. Ein wei­te­res Stück ver­band Pop, Rock und Latin und setz­te sich inhalt­lich mit dem Frie­den und den Grund­wer­ten unse­res Grund­ge­set­zes auseinander.

Die musi­ka­li­sche Band­brei­te kam beim Publi­kum sicht­bar gut an. Bei meh­re­ren Lie­dern gab es bereits wäh­rend des Vor­trags Sze­nen­ap­plaus. Teil­wei­se stimm­ten die Kon­zert­be­su­cher sogar direkt in die Refrains ein.

Über­ra­schungs­gäs­te sor­gen für zusätz­li­chen Klang

Für eine beson­de­re Über­ra­schung sorg­ten wei­te­re Musi­ker, die im Ver­lauf des Kon­zerts auf die Büh­ne kamen. Ingo Arndt unter­stütz­te das Kon­zert an den Con­gas und am Cajón, wäh­rend Mar­kus Schoor­mann den E‑Bass übernahm.

Zusätz­lich stieß der Frie­dens- und Frei­heits­chor aus Leer dazu. Gemein­sam prä­sen­tier­ten die Musi­ker zwei Hym­nen, mit denen sie das Publi­kum eben­falls begeisterten.

Aus dem ursprüng­lich als Solo­auf­tritt ange­kün­dig­ten Kon­zert wur­de damit zeit­wei­se ein musi­ka­li­sches Zusam­men­spiel aus Song­poe­tin, Band und Chor.

Stan­ding Ova­tions für Sil­via Sin­ning und ihre Mitstreiter

Am Ende belohn­te das Publi­kum die Künst­ler mit lang anhal­ten­dem Applaus und Stan­ding Ova­tions. Nach einer schwung­vol­len und einer besinn­li­chen Zuga­be ver­ab­schie­de­te sich Sil­via Sin­ning gemein­sam mit den Musi­kern und dem Chor von den Konzertbesuchern.

Doch auch nach dem letz­ten Ton war der Abend noch nicht vor­bei. Im Anschluss an das Kon­zert ent­wi­ckel­te sich ein reger Aus­tausch über das musi­ka­li­sche Erleb­nis und die ver­schie­de­nen Facet­ten des Abends.

Wei­te­res Kon­zert in Leer geplant

Wer Sil­via Sin­ning erneut live erle­ben möch­te, soll dazu bereits im Janu­ar 2026 Gele­gen­heit bekom­men. Ein ähn­li­ches Kon­zert ist im Musik­ate­lier von Sil­via Sin­ning in Leer geplant.

Der Kon­zert­abend im Bür­ger­haus Jem­gum hat dabei gezeigt, dass selbst kom­po­nier­te Musik, unter­schied­li­che Stil­rich­tun­gen und mehr­spra­chi­ge Tex­te ein Publi­kum über Gene­ra­tio­nen hin­weg errei­chen können.

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Frie­sen­brü­cke über die Ems: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Millionen

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Frie­sen­brü­cke: Aus 30 Mil­lio­nen Euro wur­den 277 Mil­lio­nen Euro

Weener/Westoverledingen. Die Frie­sen­brü­cke über die Ems ver­bin­det die ost­frie­si­schen Kom­mu­nen Wee­ner und Wes­t­ov­er­le­din­gen und ist ein wich­ti­ger Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen in den Nie­der­lan­den. Nach der Kol­li­si­on mit dem Fracht­schiff „Ems­moon“ am 3. Dezem­ber 2015 war die rund 335 Meter lan­ge Eisen­bahn­brü­cke nicht mehr nutz­bar. Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land kri­ti­siert nun die Ent­wick­lung von Kos­ten und Bau­zeit beim Ersatzneubau.

Unfall mach­te wich­ti­ge Ver­bin­dung unpassierbar

In der Nacht zum 3. Dezem­ber 2015 kol­li­dier­te das Fracht­schiff „Ems­moon“ mit der Frie­sen­brü­cke. Die Eisen­bahn­klapp­brü­cke wur­de dabei so schwer beschä­digt, dass sie anschlie­ßend nicht mehr genutzt wer­den konnte.

Die Fol­gen waren weit­rei­chend. Die Frie­sen­brü­cke ist Bestand­teil der Bahn­stre­cke zwi­schen Leer und Gro­nin­gen und damit eine wich­ti­ge Ver­bin­dung zwi­schen Deutsch­land und den Nie­der­lan­den. Gleich­zei­tig stellt sie eine bedeu­ten­de Que­rungs­mög­lich­keit für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer dar.

Ins­be­son­de­re für den Fahr­rad­tou­ris­mus sowie für die Men­schen in der Regi­on bedeu­te­te der Aus­fall erheb­li­che Ein­schrän­kun­gen. Die nächs­te Mög­lich­keit, die Ems zu Fuß oder mit dem Fahr­rad zu über­que­ren, liegt rund zehn Kilo­me­ter entfernt.

Ursprüng­lich waren rund 30 Mil­lio­nen Euro vorgesehen

Nach dem Unfall plan­te die Deut­sche Bahn als Eigen­tü­me­rin der Frie­sen­brü­cke zunächst einen kon­struk­tiv opti­mier­ten Ersatz der bis­he­ri­gen Klapp­brü­cke. Damit soll­te die Bahn­ver­bin­dung ver­gleichs­wei­se schnell wie­der­her­ge­stellt werden.

Nach dama­li­gen Pla­nun­gen wur­de von einer Bau­zeit von rund fünf Jah­ren aus­ge­gan­gen. Die Wie­der­in­be­trieb­nah­me war für 2021 vor­ge­se­hen. Die Kos­ten wur­den zunächst auf etwa 30 Mil­lio­nen Euro geschätzt.

Nach Dar­stel­lung des Bun­des der Steu­er­zah­ler änder­te sich die­se Pla­nung jedoch grundlegend.

Land, Kom­mu­nen und Werft for­der­ten grö­ße­re Durchfahrtsbreite

Das Land Nie­der­sach­sen, die anlie­gen­den Kom­mu­nen und eine gro­ße, an der Ems ansäs­si­ge Werft setz­ten sich für eine deut­lich grö­ße­re Durch­fahrts­brei­te für Schif­fe ein.

Statt der bis­he­ri­gen 25 Meter soll­te die neue Brü­cke eine Durch­fahrts­brei­te von 56 Metern ermög­li­chen. Dafür wur­de eine neu­ar­ti­ge Kon­struk­ti­on als Hub-Dreh­brü­cke ins Spiel gebracht.

Hin­ter­grund waren unter ande­rem die Ein­schrän­kun­gen bei Schiffs­über­füh­run­gen der Werft. Bei der bis­he­ri­gen Brü­cke muss­te der mitt­le­re Brü­cken­teil bei ent­spre­chen­den Über­füh­run­gen mit einem Schiffs­kran aus­ge­ho­ben und anschlie­ßend wie­der ein­ge­setzt wer­den. Dadurch konn­te die Brü­cke teil­wei­se bis zu drei Tage für den Ver­kehr gesperrt werden.

Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler hät­te aller­dings auch der ursprüng­lich geplan­te 1:1‑Ersatz kon­struk­tiv so opti­miert wer­den kön­nen, dass sich die Sperr­zeit auf etwa einen Tag reduziert.

Ent­schei­dung für die Hub-Drehbrücke

Mit­te 2017 ent­schied sich das Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­te­ri­um für die Hub-Dreh­brü­cke. Das Land Nie­der­sach­sen sag­te gleich­zei­tig eine Betei­li­gung an den zusätz­li­chen Kos­ten zu.

Zu die­sem Zeit­punkt wur­den die Kos­ten für die neue Kon­struk­ti­on auf rund 50 Mil­lio­nen Euro geschätzt. Die Inbe­trieb­nah­me war nun für 2024 vorgesehen.

Der Bund der Steu­er­zah­ler kri­ti­siert ins­be­son­de­re, dass nach sei­ner Dar­stel­lung zuvor kei­ne Wirt­schaft­lich­keits­rech­nung für unter­schied­li­che Brü­cken­va­ri­an­ten vor­ge­le­gen habe. Die Ent­schei­dung für die auf­wen­di­ge­re Kon­struk­ti­on sei viel­mehr poli­tisch getrof­fen worden.

Kos­ten stei­gen auf 66 und anschlie­ßend 96 Mil­lio­nen Euro

Im April 2018 teil­te die Deut­sche Bahn mit, dass bei der geplan­ten Hub-Dreh­brü­cke auch die vor­han­de­nen Vor­land­brü­cken nicht wei­ter genutzt wer­den könn­ten. Des­halb muss­ten auch die­se Berei­che neu gebaut werden.

Die Kos­ten­pro­gno­se stieg dadurch auf 66 Mil­lio­nen Euro.

Nur einen Monat spä­ter folg­te bereits die nächs­te deut­li­che Erhö­hung. Die Deut­sche Bahn ver­an­schlag­te die Kos­ten nun auf 96 Mil­lio­nen Euro. Dabei wur­den unter ande­rem Risi­ken im Zusam­men­hang mit dem auf­wen­di­gen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren berücksichtigt.

Der Ersatz der Frie­sen­brü­cke ent­wi­ckel­te sich damit zuneh­mend zu einem kom­plet­ten Neubauprojekt.

Bau­ar­bei­ten begin­nen erst 2021

Die umfang­rei­chen Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren führ­ten dazu, dass die Bau­ar­bei­ten erst im Som­mer 2021 begin­nen konnten.

Auch die Kos­ten­pro­gno­se stieg wei­ter an. Nach Anga­ben des Bun­des der Steu­er­zah­ler wur­den zunächst 125 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2021, anschlie­ßend 210 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2022 und schließ­lich 277 Mil­lio­nen Euro im Jahr 2024 veranschlagt.

Als Grün­de für die Kos­ten­stei­ge­run­gen wur­den unter ande­rem gestie­ge­ne Mate­ri­al- und Per­so­nal­kos­ten genannt.

Der Bund der Steu­er­zah­ler sieht aller­dings auch einen Zusam­men­hang mit der außer­ge­wöhn­li­chen Kon­struk­ti­on. Mit der neu­en Frie­sen­brü­cke ent­stand eine euro­pa­weit ein­zig­ar­ti­ge Hub-Dreh­brü­cke. Dadurch habe man beim Bau tech­nisch Neu­land betreten.

Neue Frie­sen­brü­cke seit 2025 für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer geöffnet

Eine ers­te wich­ti­ge Etap­pe wur­de im Sep­tem­ber 2025 erreicht. Nach fast zehn Jah­ren war die neue Frie­sen­brü­cke wie­der für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer nutzbar.

Für den Bahn­ver­kehr dau­er­te die Wie­der­her­stel­lung noch län­ger. Die Frei­ga­be für Züge ist nach der aktu­el­len Pla­nung für Herbst 2026 vorgesehen.

Damit könn­te die wich­ti­ge Bahn­ver­bin­dung zwi­schen Leer und Gro­nin­gen nach fast elf Jah­ren wie­der voll­stän­dig her­ge­stellt werden.

Kri­tik des Bun­des der Steuerzahler

Der Bund der Steu­er­zah­ler Deutsch­land stellt bei sei­ner Kri­tik ins­be­son­de­re die Ent­wick­lung von Kos­ten, Bau­zeit und Pla­nung in den Mit­tel­punkt. Nach sei­ner Dar­stel­lung hät­te ein deut­lich güns­ti­ge­rer und schnel­ler umsetz­ba­rer Ersatz der ursprüng­li­chen Klapp­brü­cke zur Ver­fü­gung gestanden.

Aus den zunächst ver­an­schlag­ten rund 30 Mil­lio­nen Euro für einen 1:1‑Ersatz wur­de eine Kos­ten­pro­gno­se von zuletzt 277 Mil­lio­nen Euro für die neue Hub-Drehbrücke.

Der Fall Frie­sen­brü­cke zeigt damit ein­drucks­voll, wie stark sich Kos­ten und Zeit­plan eines Infra­struk­tur­pro­jekts ver­än­dern kön­nen, wenn sich die ursprüng­li­che Pla­nung grund­le­gend ändert.

Bei­trags­bild: Ingo Ton­sor @LeserECHO

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