Wirtschaft

Insol­ven­zen in Deutsch­land, Jahr 2021

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Bei­trag von: Cre­dit­re­form e.V.

Das Insol­venz­ge­sche­hen des Jah­res 2021 ist wei­ter­hin durch Son­der­ef­fek­te ver­zerrt. Die Zahl der Gesamt­in­sol­ven­zen ist in die­sem Jahr sprung­haft um fast 60 Pro­zent ange­stie­gen. Mar­kant sind dabei vor allem die gegen­läu­fi­gen Ent­wick­lun­gen bei Unter­neh­mens- und Privatinsolvenzen.

Sprung­haf­ter Anstieg der Verbraucherinsolvenzen

Die Zahl aller Insol­ven­zen in Deutsch­land hat um fast 60 Pro­zent zuge­nom­men. Im Jahr 2021 wur­den ins­ge­samt 122.100 Insol­venz­fäl­le regis­triert. Im Vor­jahr (2020) waren es 76.730 Fäl­le. Die­ser stei­le Anstieg war aus­schließ­lich auf ein deut­li­ches Plus der Ver­brau­cher­insol­ven­zen (plus 80,9 Pro­zent) sowie der „sons­ti­gen“ Insol­ven­zen (plus 70,2 Pro­zent) zurück­zu­füh­ren. Aus­schlag­ge­bend für die­se Ent­wick­lung war ein neu­es Gesetz zur Ver­kür­zung des Rest­schuld­be­frei­ungs­ver­fah­rens, das über­schul­de­ten Ver­brau­chern einen schnel­le­ren und leich­te­ren Weg aus der Über­schul­dung ermög­licht. Dazu der Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung, Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit dem Blick auf die Geset­zes­än­de­rung hat­ten im Vor­jahr vie­le betrof­fe­ne Ver­brau­cher mit ihrem Insol­venz­an­trag noch gewar­tet. Nun ist es 2021 zu mas­si­ven Nach­hol­ef­fek­ten gekommen.“

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wei­ter rückläufig

Anders als bei den Ver­brau­chern setz­te sich bei den Unter­neh­men der Rück­gang der Insol­ven­zen fort. Gegen­über dem Vor­jahr nahm die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen um 10,8 Pro­zent auf noch 14.300 Fäl­le im Jahr 2021 ab. „Bei den Unter­neh­mens­plei­ten haben wir den nied­rigs­ten Wert seit Ein­füh­rung der Insol­venz­ord­nung (InsO) im Jahr 1999 gemes­sen und zäh­len nur noch halb so vie­le Insol­ven­zen wie 2012“, so Hantzsch wei­ter. Im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie hat­ten staat­li­che Ein­grif­fe und mas­si­ve Finanz­hil­fen die Wirt­schaft gestützt. Trotz der erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen in vie­len Wirt­schafts­be­rei­chen und einer ins­ge­samt schwa­chen Kon­junk­tur­ent­wick­lung wur­de eine Insol­venz­wel­le so unter­drückt. Hantzsch dazu: „Die Kehr­sei­te der Medail­le ist aber die wach­sen­de Zahl an poten­ti­el­len Zom­bie­un­ter­neh­men, deren Ent­ste­hen durch die wei­ter fort­ge­führ­te Sub­ven­ti­ons­po­li­tik geför­dert wird.“

Rück­läu­fig war das Insol­venz­ge­sche­hen in allen vier Haupt­wirt­schafts­be­rei­chen, beson­ders deut­lich aber im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (minus 26,8 Pro­zent), wo bun­des­weit noch 930 Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen zu ver­zeich­nen waren (2020: 1.270). Das Gros des Insol­venz­ge­sche­hens in Deutsch­land ent­fällt wei­ter­hin auf den Dienst­leis­tungs­sek­tor, der ins­ge­samt 8.280 Insol­ven­zen umfass­te. Gegen­über dem Vor­jahr (9.320 Fäl­le) war aber ein deut­li­cher Rück­gang (minus 11,2 Pro­zent) zu beob­ach­ten. 3.000 Insol­ven­zen gab es im Han­del (2020: 3.240) und 2.090 im Bau­ge­wer­be (2020: 2.210).

Mehr klei­ne Unter­neh­men betroffen

Gegen den Trend kam es bei Kleinst­un­ter­neh­men mit Umsät­zen unter 250.000 Euro im Jahr zu mehr Insol­venz­fäl­len. Mit 7.340 Fäl­len bzw. einem Anteil von 51,4 Pro­zent an allen Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen war mehr als jede zwei­te Insol­venz in die­sem Jahr eine von Kleinst­un­ter­neh­men (2020: 7.290 Fäl­le; 45,4 Pro­zent). Mit Andau­ern der Coro­na-Kri­se hat­ten die­se Fir­men immer weni­ger Reser­ven. Grö­ße­re und bekann­te­re Unter­neh­men fin­den sich in der dies­jäh­ri­gen Insol­venz­sta­tis­tik wesent­lich sel­te­ner als im Vor­jahr. Nur halb so vie­le Insol­venz­fäl­le wie im Vor­jahr über­schrit­ten eine Umsatz­grö­ße von 25 Mio. Euro (2021: 150 Fäl­le; 2020: 330 Fäl­le). Aller­dings gab es ver­ein­zel­te Groß­in­sol­ven­zen im Immo­bi­li­en- und im Finanz­sek­tor, so dass die Schä­den für die Insol­venz­gläu­bi­ger auf hohem Niveau blie­ben. Im Jahr 2021 sum­mier­ten sich die offe­nen For­de­run­gen auf schät­zungs­wei­se 54,0 Mrd. Euro – nach 42,6 Mrd. Euro im Vorjahr.

Von der Insol­venz betrof­fen waren in die­sem Jahr rund 143.000 Arbeit­neh­mer; eine deut­lich gerin­ge­re Zahl als im Vor­jahr (2020: 332.000). Der Groß­teil der Insol­venz­fäl­le (84,7 Pro­zent) betraf klei­ne Unter­neh­men mit weni­ger als fünf Mitarbeitern.

„Jun­ge“ Insol­ven­zen sind sel­ten geworden

Der Ana­ly­se der Rechts­for­men der betrof­fe­nen Unter­neh­men zeigt, dass in die­sem Jahr vie­le Kleinst­un­ter­neh­men das Plei­te­ge­sche­hen domi­nie­ren. So waren 45,2 Pro­zent (2020: 41,1 Pro­zent) Ein­zel­un­ter­neh­men, Gewer­be­be­trie­be oder gehör­ten den Frei­en Beru­fen an. Ver­rin­gert hat sich der Anteil der GmbH (von 41,8 auf 37,7 Pro­zent). Mitt­ler­wei­le geht aber gut jede zehn­te Unter­neh­mens­in­sol­venz in Deutsch­land (10,5 Pro­zent) auf das Kon­to der Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (UG).

Fort­ge­setzt hat sich der Trend, wonach weni­ger die jun­gen, son­dern vor­ran­gig schon älte­re Unter­neh­men in die Insol­venz gehen. Gera­de ein­mal jedes zwei­te insol­ven­te Unter­neh­men in Deutsch­land (49,5 Pro­zent) war jün­ger als zehn Jah­re. Noch im Jahr 2015 lag die­ser Anteil bei 59,5 Pro­zent. Deut­lich mehr insol­ven­te Fir­men als im Vor­jahr hat­ten ein Alter zwi­schen 11 und 20 Jah­ren (2021: 28,0 Pro­zent; 2020: 26,3 Pro­zent). 22,5 Pro­zent der insol­ven­ten Unter­neh­men waren indes älter als 20 Jah­re. Dazu Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit der rück­läu­fi­gen Grün­dungs­tä­tig­keit in den letz­ten Jah­ren sind auch der Unter­neh­mens­be­stand in Deutsch­land und damit die Insol­venz­kan­di­da­ten älter geworden.“

Kre­dit­wür­dig­keit in der Kri­se verschlechtert

Die Aus­wer­tung von Unter­neh­mens­bo­ni­tä­ten, agg­re­giert nach Bran­chen, zeigt eine doch spür­ba­re Ver­schlech­te­rung der Kre­dit­wür­dig­keit in den Berei­chen, die von der Coro­na-Kri­se am stärks­ten in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wur­den. So muss­ten bei­spiels­wei­se das Gast­ge­wer­be und die Unter­hal­tungs­bran­che eine star­ke Ver­schlech­te­rung der Boni­täts­ein­stu­fung im Ver­gleich zum Vor-Coro­na-Jahr 2019 hin­neh­men. In Berei­chen wie der Ver­sor­gungs- und Ent­sor­gungs­wirt­schaft blie­ben die Boni­täts­no­ten in die­sem Zeit­raum dem­ge­gen­über nahe­zu unverändert.


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Wirtschaft

Bun­des­haus­halt 2027: Zins­aus­ga­ben stei­gen auf 41,9 Mil­li­ar­den Euro

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Bun­des­haus­halt 2027: Zins­aus­ga­ben stei­gen deut­lich – Bund plant mit 118,7 Mil­li­ar­den Euro neu­er Schulden

Im Regie­rungs­ent­wurf für den Bun­des­haus­halt 2027 stei­gen die Aus­ga­ben für den Schul­den­dienst des Bun­des deut­lich. Nach den vor­lie­gen­den Haus­halts­plä­nen sind im Ein­zel­plan 32 „Bun­des­schuld“ ins­ge­samt rund 43,61 Mil­li­ar­den Euro an Aus­ga­ben vor­ge­se­hen. Das sind knapp 9,96 Mil­li­ar­den Euro mehr als im Haus­halt 2026, für den rund 33,65 Mil­li­ar­den Euro ver­an­schlagt wurden.

Der wesent­li­che Grund für den Anstieg sind höhe­re Zins­aus­ga­ben. Für den Schul­den­dienst sind 2027 ins­ge­samt rund 41,77 Mil­li­ar­den Euro ein­ge­plant. Im Jahr 2026 waren dafür noch rund 30,19 Mil­li­ar­den Euro vorgesehen.

Net­to­kre­dit­auf­nah­me steigt auf 118,73 Mil­li­ar­den Euro

Auch die geplan­te Neu­ver­schul­dung des Bun­des nimmt wei­ter zu. Für die Net­to­kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts sind 2027 rund 118,73 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. 2026 lag der ent­spre­chen­de Ansatz bei rund 97,96 Mil­li­ar­den Euro.

Im Ein­zel­plan „Bun­des­schuld“ wer­den unter ande­rem die Kre­dit­auf­nah­me und der Schul­den­dienst des Bun­des sowie Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus Bürg­schaf­ten, Garan­tien und sons­ti­gen Gewähr­leis­tun­gen abgebildet.

Bun­des­an­lei­hen ver­ur­sa­chen größ­ten Teil der Zinsausgaben

Den größ­ten Ein­zel­pos­ten bei den Zin­sen bil­den die Bun­des­an­lei­hen. Dafür sind 2027 rund 24,01 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. Im Jahr 2026 waren es rund 20,14 Mil­li­ar­den Euro.

Auch bei ande­ren Bun­des­wert­pa­pie­ren stei­gen die Zinsausgaben:

  • Bun­des­ob­li­ga­tio­nen: 4,54 Mil­li­ar­den Euro nach 3,19 Mil­li­ar­den Euro
  • Bun­des­schatz­an­wei­sun­gen: 2,69 Mil­li­ar­den Euro nach 2,43 Mil­li­ar­den Euro
  • Grü­ne Bun­des­wert­pa­pie­re: rund 1,27 Mil­li­ar­den Euro nach 865,6 Mil­lio­nen Euro

Damit wird die Belas­tung durch die Finan­zie­rung der bestehen­den und neu auf­ge­nom­me­nen Schul­den zuneh­mend größer.

Auch Infra­struk­tur-Son­der­ver­mö­gen schlägt bei den Zin­sen zu Buche

Erst­mals wer­den im Ein­zel­plan 32 in grö­ße­rem Umfang auch die Zins­aus­ga­ben für das Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät sichtbar.

Für 2027 sind dafür rund 2,31 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. 2026 waren es noch rund 673 Mil­lio­nen Euro.

Bei ande­ren Son­der­ver­mö­gen mit eige­ner Kre­dit­er­mäch­ti­gung wer­den die jewei­li­gen Zins­kos­ten dage­gen wei­ter­hin inner­halb des ent­spre­chen­den Son­der­ver­mö­gens ausgewiesen.

Zins­aus­ga­ben sol­len bis 2030 wei­ter stark steigen

Beson­ders deut­lich wird die Ent­wick­lung beim Blick auf die mit­tel­fris­ti­ge Finanz­pla­nung der Bun­des­re­gie­rung. Dem­nach sol­len die Zins­aus­ga­ben des Bun­des wei­ter erheb­lich steigen:

  • 2027: rund 41,9 Mil­li­ar­den Euro
  • 2028: rund 55,2 Mil­li­ar­den Euro
  • 2029: rund 68,1 Mil­li­ar­den Euro
  • 2030: rund 80,7 Mil­li­ar­den Euro

In die­sen Zah­len sind laut Finanz­pla­nung auch die Zins­aus­ga­ben für das Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät enthalten.

Ab 2028 berück­sich­tigt die Finanz­pla­nung zudem Zins­zah­lun­gen für Kre­di­te, die das Son­der­ver­mö­gen Bun­des­wehr auf­neh­men soll. Hin­ter­grund ist das geplan­te Aus­lau­fen die­ses Son­der­ver­mö­gens und die anschlie­ßen­de Bedie­nung der auf­ge­nom­me­nen Kredite.

Bun­des­re­gie­rung ver­weist auf höhe­ren Schul­den­stand und gestie­ge­ne Renditen

Die Bun­des­re­gie­rung begrün­det den star­ken Anstieg der Zins­aus­ga­ben ins­be­son­de­re mit dem höhe­ren Schul­den­stand des Bun­des sowie mit gestie­ge­nen Ren­di­ten für Bun­des­wert­pa­pie­re.

Nach den Anga­ben in der Finanz­pla­nung hät­ten sich die Ren­di­ten infol­ge des Iran-Krie­ges und der damit ver­bun­de­nen gestie­ge­nen Infla­ti­on bezie­hungs­wei­se Infla­ti­ons­er­war­tun­gen erhöht. Dies wir­ke sich ins­be­son­de­re auf Anlei­hen mit kur­zen Lauf­zei­ten sowie auf die Vor­sor­ge für Schluss­zah­lun­gen bei infla­ti­ons­in­de­xier­ten Bun­des­wert­pa­pie­ren aus.

Weni­ger Aus­ga­ben für Bürg­schaf­ten und Garantien

Gleich­zei­tig sieht der Haus­halts­ent­wurf einen Rück­gang bei den Aus­ga­ben für Ent­schä­di­gun­gen und Kos­ten aus Bürg­schaf­ten, Garan­tien und sons­ti­gen Gewähr­leis­tun­gen vor.

Hier­für sind 2027 rund 1,73 Mil­li­ar­den Euro ein­ge­plant. 2026 waren es noch rund 3,37 Mil­li­ar­den Euro.

Von den für 2027 vor­ge­se­he­nen Mit­teln entfallen:

  • rund 470 Mil­lio­nen Euro auf inlands­be­zo­ge­ne Gewährleistungen
  • rund 1,26 Mil­li­ar­den Euro auf aus­lands­be­zo­ge­ne Gewähr­leis­tun­gen und Umschuldungen.

Die Zah­len zei­gen damit vor allem eines: Die Finan­zie­rungs­kos­ten des Bun­des gewin­nen im Haus­halt zuneh­mend an Gewicht. Wäh­rend für 2027 bereits rund 41,8 Mil­li­ar­den Euro für den Schul­den­dienst vor­ge­se­hen sind, rech­net die mit­tel­fris­ti­ge Finanz­pla­nung bis 2030 mit einem Anstieg der jähr­li­chen Zins­aus­ga­ben auf mehr als 80 Mil­li­ar­den Euro.

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Real­löh­ne in Nie­der­sach­sen stei­gen 2026 nur um 0,7 Pro­zent – Infla­ti­on bremst Kaufkraft

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Real­löh­ne in Nie­der­sach­sen stei­gen im zwei­ten Quar­tal 2026 nur leicht

Nomi­nal­löh­ne legen um 3,5 Pro­zent zu – nach Abzug der Infla­ti­on blei­ben 0,7 Pro­zent mehr im Portemonnaie

HANNOVER. Die Beschäf­tig­ten in Nie­der­sach­sen haben im zwei­ten Quar­tal 2026 erneut höhe­re Brut­to­löh­ne erhal­ten. Aller­dings fiel der Anstieg der tat­säch­li­chen Kauf­kraft deut­lich gerin­ger aus. Nach Anga­ben des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) erhöh­ten sich die Nomi­nal­löh­ne gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal um 3,5 Pro­zent. Unter Berück­sich­ti­gung der gestie­ge­nen Ver­brau­cher­prei­se blieb davon ein Real­lohn­plus von 0,7 Pro­zent.

Nomi­nal­löh­ne stei­gen um 3,5 Prozent

Die Nomi­nal­löh­ne umfas­sen die Brut­to­mo­nats­ver­diens­te ein­schließ­lich Son­der­zah­lun­gen. Im zwei­ten Quar­tal 2026 lagen die­se in Nie­der­sach­sen durch­schnitt­lich 3,5 Pro­zent über dem Niveau des glei­chen Quar­tals im Vorjahr.

Damit ent­sprach die Zuwachs­ra­te exakt dem Anstieg, der bereits ein Jahr zuvor ver­zeich­net wor­den war.

Auf den ers­ten Blick bedeu­tet das eine spür­ba­re Stei­ge­rung der Ein­kom­men. Ent­schei­dend für die tat­säch­li­che finan­zi­el­le Situa­ti­on der Beschäf­tig­ten ist jedoch, wie stark gleich­zei­tig die Prei­se für Waren und Dienst­leis­tun­gen gestie­gen sind.

Infla­ti­on bremst Kaufkraft

Im glei­chen Zeit­raum erhöh­ten sich die Ver­brau­cher­prei­se in Nie­der­sach­sen durch­schnitt­lich um 2,8 Pro­zent. Dadurch fiel der Anstieg der preis­be­rei­nig­ten Brut­to­mo­nats­ver­diens­te – also der Real­löh­ne – wesent­lich gerin­ger aus.

Der Real­lohn­in­dex erhöh­te sich im zwei­ten Quar­tal 2026 gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal ledig­lich um 0,7 Pro­zent.

Für Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer bedeu­tet das: Zwar sind die Brut­to­löh­ne gestie­gen, ein gro­ßer Teil des nomi­na­len Ein­kom­mens­zu­wach­ses wur­de jedoch durch die höhe­ren Ver­brau­cher­prei­se auf­ge­zehrt. Die tat­säch­li­che Kauf­kraft nahm des­halb nur ver­gleichs­wei­se gering­fü­gig zu.

Real­lohn­ent­wick­lung so schwach wie seit 2023 nicht mehr

Der Anstieg der Real­löh­ne um 0,7 Pro­zent fiel laut Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen so nied­rig aus wie zuletzt im drit­ten Quar­tal 2023. Damals lag die Real­lohn­stei­ge­rung bei 0,8 Prozent.

Eine nega­ti­ve Real­lohn­ent­wick­lung wur­de zuletzt im zwei­ten Quar­tal 2023 regis­triert. Damals gin­gen die Real­löh­ne um 0,5 Pro­zent zurück.

Die aktu­el­len Zah­len zei­gen damit, dass die Beschäf­tig­ten in Nie­der­sach­sen zwar wei­ter­hin nomi­na­le Lohn­zu­wäch­se ver­zeich­nen, die Ent­wick­lung der Kauf­kraft aber deut­lich ver­hal­te­ner ausfällt.

Die wich­tigs­ten Zah­len im Überblick

  • Nomi­nal­löh­ne: +3,5 Pro­zent gegen­über dem 2. Quar­tal 2025
  • Ver­brau­cher­prei­se: +2,8 Prozent
  • Real­löh­ne: +0,7 Prozent
  • Real­lohn­ent­wick­lung im 3. Quar­tal 2023: +0,8 Prozent
  • Letz­te nega­ti­ve Real­lohn­ent­wick­lung: 2. Quar­tal 2023 mit ‑0,5 Prozent

Die Zah­len stam­men aus der Pres­se­mit­tei­lung Nr. 085 vom 27. August 2026 des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Niedersachsen.

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Wirtschaft

Sued­Link soll Strom­kos­ten sen­ken: Was Ver­brau­cher davon haben

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Sued­Link: Elb­que­rung zwi­schen Schles­wig-Hol­stein und Nie­der­sach­sen abgeschlossen

Tun­nel­bohr­ma­schi­ne erreicht nach 5,2 Kilo­me­tern den Ziel­schacht in Wisch­ha­fen – wich­ti­ger Mei­len­stein für eine der zen­tra­len Strom­tras­sen der Energiewende

Ein wich­ti­ger Bau­ab­schnitt des Sued­Link ist abge­schlos­sen: Eine Tun­nel­bohr­ma­schi­ne hat nach rund ein­ein­halb Jah­ren den rund 5,2 Kilo­me­ter lan­gen Tun­nel unter der Elbe zwi­schen Wewels­fleth in Schles­wig-Hol­stein und Wisch­ha­fen in Nie­der­sach­sen fer­tig­ge­stellt. Die Maschi­ne erreich­te jetzt den Ziel­schacht auf nie­der­säch­si­scher Sei­te. Damit ist der Tun­nel­vor­trieb für die Elb­que­rung beendet.

Den sym­bo­li­schen Tun­nel­durch­schlag voll­zo­gen am Mon­tag Nie­der­sach­sens Ener­gie­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er gemein­sam mit Schles­wig-Hol­steins Minis­ter­prä­si­dent Dani­el Gün­ther und Ina Kamps, COO des für den Sued­Link ver­ant­wort­li­chen Netz­be­trei­bers Tennet.

Mey­er bezeich­ne­te den Abschluss der Elb­que­rung als wich­ti­gen Schritt für die künf­ti­ge Ener­gie­ver­sor­gung Deutsch­lands. „End­lich ist ein wei­te­rer und wich­ti­ger Schritt für eine kli­ma­freund­li­che und güns­ti­ge Ver­sor­gung aus hei­mi­schen Erneu­er­ba­ren Ener­gien geschafft“, erklär­te der nie­der­säch­si­sche Energieminister.

Rund 320 Kilo­me­ter Sued­Link ver­lau­fen durch Niedersachsen

Der Sued­Link gehört zu den größ­ten Infra­struk­tur­pro­jek­ten der deut­schen Ener­gie­wen­de. Die rund 700 Kilo­me­ter lan­ge Gleich­strom­ver­bin­dung soll künf­tig die wind­rei­chen Regio­nen Nord­deutsch­lands mit den Ver­brauchs- und Indus­trie­re­gio­nen in Bay­ern und Baden-Würt­tem­berg verbinden.

Nach der geplan­ten Inbe­trieb­nah­me ab 2028 soll über die Strom­tras­se ins­be­son­de­re Wind­strom aus dem Nor­den in die süd­li­chen Regio­nen Deutsch­lands trans­por­tiert werden.

Für Nie­der­sach­sen hat das Pro­jekt eine beson­de­re Bedeu­tung. Rund 320 Kilo­me­ter der Sued­Link-Tras­se ver­lau­fen durch das Bun­des­land – damit liegt fast die Hälf­te der Gesamt­stre­cke auf nie­der­säch­si­schem Gebiet.

„Damit über­nimmt unser Bun­des­land eine wich­ti­ge Rol­le bei der Umset­zung eines der zen­tra­len Netz­aus­bau­vor­ha­ben Deutsch­lands“, sag­te Mey­er. Gleich­zei­tig beton­te er die Bedeu­tung der Zusam­men­ar­beit mit den Kom­mu­nen und den Men­schen ent­lang der Tras­se. Ein Pro­jekt die­ser Grö­ßen­ord­nung kön­ne nur gemein­sam mit den betrof­fe­nen Regio­nen umge­setzt wer­den. Mey­er dank­te den Kom­mu­nen und Bür­gern für die kon­struk­ti­ve Beglei­tung und kün­dig­te an, Nie­der­sach­sen wer­de den wei­te­ren Bau des Sued­Link mit Nach­druck unterstützen.

Sued­Link soll Strom­kos­ten senken

Nach Ein­schät­zung des nie­der­säch­si­schen Ener­gie­mi­nis­ters kommt dem Sued­Link auch eine wich­ti­ge Rol­le bei der Ent­wick­lung der Strom­prei­se zu. Die Lei­tung soll dazu bei­tra­gen, güns­ti­gen Wind­strom aus Nord­deutsch­land dort­hin zu trans­por­tie­ren, wo er benö­tigt wird.

„Sued­Link spielt eine ent­schei­den­de Rol­le, um die Strom­kos­ten in Deutsch­land deut­lich zu ver­rin­gern“, erklär­te Mey­er. Teu­re fos­si­le Reser­ve­kraft­wer­ke, die mit Koh­le oder Gas betrie­ben wer­den, könn­ten durch güns­ti­gen und über­schüs­si­gen Wind­strom aus dem Nor­den ersetzt werden.

Dadurch sol­len nach Anga­ben des Minis­ters Kos­ten in Mil­li­ar­den­hö­he ein­ge­spart und die Strom­prei­se lang­fris­tig ent­las­tet wer­den. Gleich­zei­tig wer­de Sued­Link zu einem wich­ti­gen Bestand­teil auf dem Weg zu einem kli­ma­neu­tra­len Deutschland.

Weni­ger Redis­patch durch bes­se­re Netzkapazitäten

Neben dem Trans­port von Wind­strom soll die neue Strom­tras­se auch dazu bei­tra­gen, soge­nann­te Redis­patch-Kos­ten zu redu­zie­ren. Dabei han­delt es sich unter ande­rem um Kos­ten, die ent­ste­hen, wenn Wind­ener­gie­an­la­gen wegen feh­len­der Netz­ka­pa­zi­tä­ten ihre Strom­pro­duk­ti­on dros­seln oder voll­stän­dig abre­geln müssen.

Durch zusätz­li­che Über­tra­gungs­ka­pa­zi­tä­ten soll künf­tig mehr erzeug­ter Wind­strom tat­säch­lich genutzt und über gro­ße Ent­fer­nun­gen trans­por­tiert wer­den kön­nen. Gleich­zei­tig soll Sued­Link die Ver­sor­gungs­si­cher­heit stär­ken und das deut­sche Ener­gie­sys­tem ins­ge­samt robus­ter machen.

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Voll­stän­di­ge Erd­ver­ka­be­lung als For­de­rung Niedersachsens

Ein beson­de­res Merk­mal des Sued­Link ist die voll­stän­di­ge Erd­ver­ka­be­lung. Nie­der­sach­sen hat­te sich nach Anga­ben des Ener­gie­mi­nis­te­ri­ums bereits seit Jah­ren für die­se Form der Umset­zung eingesetzt.

Die Strom­lei­tun­gen wer­den dabei nicht als klas­si­sche Frei­lei­tun­gen errich­tet, son­dern unter­ir­disch ver­legt. Nach Ein­schät­zung von Mey­er hat die voll­stän­di­ge Erd­ver­ka­be­lung wesent­lich dazu bei­getra­gen, die Akzep­tanz des Pro­jekts in den betrof­fe­nen Regio­nen zu erhöhen.

Auch die zwi­schen dem Netz­be­trei­ber Ten­net und der Land­wirt­schaft ver­ein­bar­ten Ent­schä­di­gungs­re­ge­lun­gen spiel­ten dabei eine wich­ti­ge Rolle.

„Die voll­stän­di­ge Erd­ver­ka­be­lung war der rich­ti­ge Weg“, sag­te Mey­er. Sie schaf­fe Akzep­tanz vor Ort, schüt­ze die berech­tig­ten Inter­es­sen der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer und tra­ge dazu bei, gro­ße Infra­struk­tur­vor­ha­ben schnel­ler umzusetzen.

Netz­aus­bau soll mit Wind- und Solar­ener­gie Schritt halten

Mey­er ver­wies zugleich auf die wach­sen­de Bedeu­tung Nie­der­sach­sens für die deut­sche Ener­gie­ver­sor­gung. Das Bun­des­land habe beim Aus­bau der erneu­er­ba­ren Ener­gien deut­lich an Tem­po zuge­legt. Nun müs­se auch der Aus­bau der Strom­net­ze ent­spre­chend vorankommen.

„Als Ener­gie­land Num­mer eins über­neh­men wir Ver­ant­wor­tung für die Ener­gie­ver­sor­gung Deutsch­lands“, so der Ener­gie­mi­nis­ter. Der Aus­bau der Strom­net­ze sei des­halb eben­so wich­tig wie der Aus­bau von Wind- und Solarenergie.

Nur wenn bei­de Berei­che gemein­sam vor­an­kä­men, kön­ne die Ener­gie­wen­de dau­er­haft und bezahl­bar gelin­gen, erklär­te Meyer.

Mit Blick auf die Bun­des­po­li­tik warn­te der nie­der­säch­si­sche Ener­gie­mi­nis­ter zugleich davor, den Aus­bau der Strom­net­ze zu ver­lang­sa­men. Ein „Aus­brem­sen des Netz­aus­baus durch Bun­des­en­er­gie­mi­nis­te­rin Rei­che“ wäre nach sei­ner Ein­schät­zung „fatal“.

Mit dem Abschluss des Tun­nel­vor­triebs unter der Elbe ist beim Sued­Link nun ein wei­te­rer tech­nisch anspruchs­vol­ler Abschnitt bewäl­tigt. Die Elb­que­rung zwi­schen Wewels­fleth und Wisch­ha­fen bil­det damit einen wich­ti­gen Bau­stein für die geplan­te Strom­ver­bin­dung zwi­schen Nord- und Süddeutschland.

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