Wirtschaft

Insol­ven­zen in Deutsch­land, Jahr 2021

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Bei­trag von: Cre­dit­re­form e.V.

Das Insol­venz­ge­sche­hen des Jah­res 2021 ist wei­ter­hin durch Son­der­ef­fek­te ver­zerrt. Die Zahl der Gesamt­in­sol­ven­zen ist in die­sem Jahr sprung­haft um fast 60 Pro­zent ange­stie­gen. Mar­kant sind dabei vor allem die gegen­läu­fi­gen Ent­wick­lun­gen bei Unter­neh­mens- und Privatinsolvenzen.

Sprung­haf­ter Anstieg der Verbraucherinsolvenzen

Die Zahl aller Insol­ven­zen in Deutsch­land hat um fast 60 Pro­zent zuge­nom­men. Im Jahr 2021 wur­den ins­ge­samt 122.100 Insol­venz­fäl­le regis­triert. Im Vor­jahr (2020) waren es 76.730 Fäl­le. Die­ser stei­le Anstieg war aus­schließ­lich auf ein deut­li­ches Plus der Ver­brau­cher­insol­ven­zen (plus 80,9 Pro­zent) sowie der „sons­ti­gen“ Insol­ven­zen (plus 70,2 Pro­zent) zurück­zu­füh­ren. Aus­schlag­ge­bend für die­se Ent­wick­lung war ein neu­es Gesetz zur Ver­kür­zung des Rest­schuld­be­frei­ungs­ver­fah­rens, das über­schul­de­ten Ver­brau­chern einen schnel­le­ren und leich­te­ren Weg aus der Über­schul­dung ermög­licht. Dazu der Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung, Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit dem Blick auf die Geset­zes­än­de­rung hat­ten im Vor­jahr vie­le betrof­fe­ne Ver­brau­cher mit ihrem Insol­venz­an­trag noch gewar­tet. Nun ist es 2021 zu mas­si­ven Nach­hol­ef­fek­ten gekommen.“

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wei­ter rückläufig

Anders als bei den Ver­brau­chern setz­te sich bei den Unter­neh­men der Rück­gang der Insol­ven­zen fort. Gegen­über dem Vor­jahr nahm die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen um 10,8 Pro­zent auf noch 14.300 Fäl­le im Jahr 2021 ab. „Bei den Unter­neh­mens­plei­ten haben wir den nied­rigs­ten Wert seit Ein­füh­rung der Insol­venz­ord­nung (InsO) im Jahr 1999 gemes­sen und zäh­len nur noch halb so vie­le Insol­ven­zen wie 2012“, so Hantzsch wei­ter. Im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie hat­ten staat­li­che Ein­grif­fe und mas­si­ve Finanz­hil­fen die Wirt­schaft gestützt. Trotz der erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen in vie­len Wirt­schafts­be­rei­chen und einer ins­ge­samt schwa­chen Kon­junk­tur­ent­wick­lung wur­de eine Insol­venz­wel­le so unter­drückt. Hantzsch dazu: „Die Kehr­sei­te der Medail­le ist aber die wach­sen­de Zahl an poten­ti­el­len Zom­bie­un­ter­neh­men, deren Ent­ste­hen durch die wei­ter fort­ge­führ­te Sub­ven­ti­ons­po­li­tik geför­dert wird.“

Rück­läu­fig war das Insol­venz­ge­sche­hen in allen vier Haupt­wirt­schafts­be­rei­chen, beson­ders deut­lich aber im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (minus 26,8 Pro­zent), wo bun­des­weit noch 930 Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen zu ver­zeich­nen waren (2020: 1.270). Das Gros des Insol­venz­ge­sche­hens in Deutsch­land ent­fällt wei­ter­hin auf den Dienst­leis­tungs­sek­tor, der ins­ge­samt 8.280 Insol­ven­zen umfass­te. Gegen­über dem Vor­jahr (9.320 Fäl­le) war aber ein deut­li­cher Rück­gang (minus 11,2 Pro­zent) zu beob­ach­ten. 3.000 Insol­ven­zen gab es im Han­del (2020: 3.240) und 2.090 im Bau­ge­wer­be (2020: 2.210).

Mehr klei­ne Unter­neh­men betroffen

Gegen den Trend kam es bei Kleinst­un­ter­neh­men mit Umsät­zen unter 250.000 Euro im Jahr zu mehr Insol­venz­fäl­len. Mit 7.340 Fäl­len bzw. einem Anteil von 51,4 Pro­zent an allen Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen war mehr als jede zwei­te Insol­venz in die­sem Jahr eine von Kleinst­un­ter­neh­men (2020: 7.290 Fäl­le; 45,4 Pro­zent). Mit Andau­ern der Coro­na-Kri­se hat­ten die­se Fir­men immer weni­ger Reser­ven. Grö­ße­re und bekann­te­re Unter­neh­men fin­den sich in der dies­jäh­ri­gen Insol­venz­sta­tis­tik wesent­lich sel­te­ner als im Vor­jahr. Nur halb so vie­le Insol­venz­fäl­le wie im Vor­jahr über­schrit­ten eine Umsatz­grö­ße von 25 Mio. Euro (2021: 150 Fäl­le; 2020: 330 Fäl­le). Aller­dings gab es ver­ein­zel­te Groß­in­sol­ven­zen im Immo­bi­li­en- und im Finanz­sek­tor, so dass die Schä­den für die Insol­venz­gläu­bi­ger auf hohem Niveau blie­ben. Im Jahr 2021 sum­mier­ten sich die offe­nen For­de­run­gen auf schät­zungs­wei­se 54,0 Mrd. Euro – nach 42,6 Mrd. Euro im Vorjahr.

Von der Insol­venz betrof­fen waren in die­sem Jahr rund 143.000 Arbeit­neh­mer; eine deut­lich gerin­ge­re Zahl als im Vor­jahr (2020: 332.000). Der Groß­teil der Insol­venz­fäl­le (84,7 Pro­zent) betraf klei­ne Unter­neh­men mit weni­ger als fünf Mitarbeitern.

„Jun­ge“ Insol­ven­zen sind sel­ten geworden

Der Ana­ly­se der Rechts­for­men der betrof­fe­nen Unter­neh­men zeigt, dass in die­sem Jahr vie­le Kleinst­un­ter­neh­men das Plei­te­ge­sche­hen domi­nie­ren. So waren 45,2 Pro­zent (2020: 41,1 Pro­zent) Ein­zel­un­ter­neh­men, Gewer­be­be­trie­be oder gehör­ten den Frei­en Beru­fen an. Ver­rin­gert hat sich der Anteil der GmbH (von 41,8 auf 37,7 Pro­zent). Mitt­ler­wei­le geht aber gut jede zehn­te Unter­neh­mens­in­sol­venz in Deutsch­land (10,5 Pro­zent) auf das Kon­to der Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (UG).

Fort­ge­setzt hat sich der Trend, wonach weni­ger die jun­gen, son­dern vor­ran­gig schon älte­re Unter­neh­men in die Insol­venz gehen. Gera­de ein­mal jedes zwei­te insol­ven­te Unter­neh­men in Deutsch­land (49,5 Pro­zent) war jün­ger als zehn Jah­re. Noch im Jahr 2015 lag die­ser Anteil bei 59,5 Pro­zent. Deut­lich mehr insol­ven­te Fir­men als im Vor­jahr hat­ten ein Alter zwi­schen 11 und 20 Jah­ren (2021: 28,0 Pro­zent; 2020: 26,3 Pro­zent). 22,5 Pro­zent der insol­ven­ten Unter­neh­men waren indes älter als 20 Jah­re. Dazu Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit der rück­läu­fi­gen Grün­dungs­tä­tig­keit in den letz­ten Jah­ren sind auch der Unter­neh­mens­be­stand in Deutsch­land und damit die Insol­venz­kan­di­da­ten älter geworden.“

Kre­dit­wür­dig­keit in der Kri­se verschlechtert

Die Aus­wer­tung von Unter­neh­mens­bo­ni­tä­ten, agg­re­giert nach Bran­chen, zeigt eine doch spür­ba­re Ver­schlech­te­rung der Kre­dit­wür­dig­keit in den Berei­chen, die von der Coro­na-Kri­se am stärks­ten in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wur­den. So muss­ten bei­spiels­wei­se das Gast­ge­wer­be und die Unter­hal­tungs­bran­che eine star­ke Ver­schlech­te­rung der Boni­täts­ein­stu­fung im Ver­gleich zum Vor-Coro­na-Jahr 2019 hin­neh­men. In Berei­chen wie der Ver­sor­gungs- und Ent­sor­gungs­wirt­schaft blie­ben die Boni­täts­no­ten in die­sem Zeit­raum dem­ge­gen­über nahe­zu unverändert.


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Wirtschaft

Umsatz­rück­gang und struk­tu­rel­ler Wan­del in der nie­der­säch­si­schen Wirtschaft

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Wirt­schaft in Nie­der­sach­sen 2024: Umsatz­rück­gang trotz stei­gen­der Unternehmenszahlen

Nach einer mehr­jäh­ri­gen Pha­se des Wachs­tums ver­zeich­ne­te die nie­der­säch­si­sche Wirt­schaft im Jahr 2024 erst­mals wie­der einen Umsatz­rück­gang. Wie das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) mit­teilt, sank der Gesamt­um­satz der rund 276.260 umsatz­steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men um 1,8 % auf cir­ca 746 Mrd. Euro. Im Vor­jahr hat­te die­ser Wert noch bei rund 760 Mrd. Euro gelegen.

Trotz der rück­läu­fi­gen Ein­nah­men stieg die Anzahl der Unter­neh­men im Land um 0,6 % an. Damit setzt sich der seit 2021 beob­ach­te­te Trend einer zuneh­men­den Unter­neh­mens­dich­te wei­ter fort.


Kon­trast­rei­che Ent­wick­lung in den Wirtschaftsabschnitten

Die aktu­el­le Sta­tis­tik offen­bart eine deut­li­che Zwei­tei­lung der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung: Wäh­rend klas­si­sche Indus­trie- und Han­dels­be­rei­che mit Ver­lus­ten kämp­fen, flo­riert der Dienstleistungssektor.

1. Rück­gän­ge in der Pro­duk­ti­on und im Großhandel

Der nega­ti­ve Gesamt­trend wird maß­geb­lich durch zwei Schwer­ge­wich­te der nie­der­säch­si­schen Wirt­schaft bestimmt:

  • Ener­gie­ver­sor­gung: Hier brach der Umsatz um 17,0 % (minus 8,0 Mrd. Euro) ein. Das LSN wer­tet dies als eine Rück­kehr auf das Vor­kri­sen­ni­veau nach den außer­ge­wöhn­li­chen Spit­zen­wer­ten der Jah­re 2022 und 2023.

  • Ver­ar­bei­ten­des Gewer­be: Der Sek­tor ver­zeich­ne­te ein Minus von 5,5 % (16,71 Mrd. Euro). Beson­ders betrof­fen waren der Maschi­nen­bau sowie die Metall­erzeu­gung und ‑bear­bei­tung.

  • Groß­han­del: Wäh­rend im Ein­zel­han­del die Zah­len sta­bil blie­ben, muss­te der Groß­han­del einen Rück­gang von 3,66 Mrd. Euro hin­neh­men. Zudem ver­rin­ger­te sich die Anzahl der steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men in der gesam­ten Spar­te „Han­del und Kfz-Instand­hal­tung“ um 913 Betriebe.

2. Wachs­tum im Dienst­leis­tungs­sek­tor und Immobilienwesen

Posi­ti­ve­re Signa­le kamen aus dem Dienst­leis­tungs­be­reich, der die Ver­lus­te der Indus­trie jedoch nicht voll­stän­dig kom­pen­sie­ren konnte:

  • Finanz- und Ver­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen: Ein Plus von 5,06 Mrd. Euro.

  • Frei­be­ruf­li­che, wis­sen­schaft­li­che und tech­ni­sche Dienst­leis­tun­gen: Umsatz­stei­ge­rung um 5,72 Mrd. Euro.

  • Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen sowie Land­wirt­schaft: Die­se Berei­che tru­gen wesent­lich zum Anstieg der Unter­neh­mens­zah­len bei und gene­rier­ten deut­li­che Umsatz­wach­stü­me (zusam­men rund 4,27 Mrd. Euro).


Struk­tu­rel­ler Wan­del erkennbar

Die Daten für das Jahr 2024 ver­deut­li­chen eine struk­tu­rel­le Ver­schie­bung inner­halb der nie­der­säch­si­schen Wirt­schafts­land­schaft. Weg von den klas­si­schen Pro­duk­ti­ons- und Han­dels­be­rei­chen, hin zu einer stär­ke­ren Gewich­tung dienst­leis­tungs­ori­en­tier­ter Sek­to­ren. Da die Zuwäch­se bei den Dienst­leis­tern die schwe­ren Ein­bu­ßen im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be und der Ener­gie­ver­sor­gung jedoch nicht aus­glei­chen konn­ten, schließt das Jahr in der Gesamt­bi­lanz nega­tiv ab.

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Wirtschaft

Neue Anlauf­stel­le beglei­tet Struk­tur­wan­del der deut­schen Küstenfischerei

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Ein leben­di­ges Stück Ost­fries­land: Im Dit­zu­mer Hafen lie­gen die Krab­ben­kut­ter der ein­hei­mi­schen Flot­te bereit für den nächs­ten Fang. Die Fische­rei prägt hier noch immer das Ortsbild.

Struk­tur­wan­del an der Küs­te: Neue Anlauf­stel­le für die Fische­rei nimmt Arbeit auf

Die deut­sche Küs­ten­fi­sche­rei an Nord- und Ost­see steht vor einem tief­grei­fen­den Umbruch. Um die­sen Pro­zess aktiv zu beglei­ten, hat die neue Infor­ma­ti­ons- und Koor­di­nie­rungs­stel­le Trans­for­ma­ti­on Fische­rei (IKTF) in der Ham­bur­ger Hafen­Ci­ty ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Als zen­tra­le Anlauf­stel­le soll sie Fische­rin­nen und Fischer dabei unter­stüt­zen, den Sek­tor wirt­schaft­lich trag­fä­hig und öko­lo­gisch nach­hal­tig für die Zukunft aufzustellen.

Unter­stüt­zung in schwie­ri­gen Zeiten

Die Her­aus­for­de­run­gen für die Betrie­be sind viel­schich­tig: In der Ost­see set­zen schlech­te Umwelt­be­din­gun­gen den Bestän­den von Dorsch und Hering zu, wäh­rend in der Nord­see der Aus­bau der Off­shore-Wind­ener­gie und neue Schutz­ge­bie­te die ver­füg­ba­ren Fang­ge­bie­te ver­knap­pen. Hin­zu kom­men eine ver­al­te­te Flot­te und ein mas­si­ver Nachwuchsmangel.

Die IKTF, die im Auf­trag des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Hei­mat (BMLEH) arbei­tet und am Thü­nen-Insti­tut ange­sie­delt ist, fun­giert hier­bei als:

  • Netz­werk­part­ner: Sie ver­bin­det die Pra­xis mit Poli­tik, Ver­wal­tung und Wissenschaft.

  • För­der­mit­tel-Lot­se: Sie unter­stützt bei der Ver­mitt­lung von Pro­gram­men und zeigt Anpas­sungs­mög­lich­kei­ten auf.

  • Inno­va­ti­ons­mo­tor: Im Fokus ste­hen Pro­jek­te wie der „Fisch­kut­ter der Zukunft“ mit kli­ma­neu­tra­len Antrie­ben sowie nach­hal­ti­ge Fangtechniken.

Per­spek­ti­ven über das Netz hinaus

Ein wesent­li­cher Schwer­punkt der neu­en Stel­le liegt in der Diver­si­fi­ka­ti­on. Da der rei­ne Fisch­fang oft nicht mehr aus­reicht, rücken alter­na­ti­ve Ein­kom­mens­quel­len in den Fokus. Dazu gehö­ren unter anderem:

  • Die Erhe­bung von Mee­res­da­ten für die Wis­sen­schaft wäh­rend der Fangfahrten.

  • Tätig­kei­ten im Bereich des Mee­res-Ran­gings oder tou­ris­ti­sche Ausfahrten.

  • Poten­zia­le in der mari­nen Aqua­kul­tur oder der Freizeitfischerei.

„Die Fische­rei prägt seit Jahr­hun­der­ten die Kul­tur der Küs­te“, betont IKTF-Lei­ter Dani­el Schnei­der. Ziel sei es, den Beruf für jun­ge Men­schen wie­der attrak­tiv zu machen und ver­läss­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ven zu schaf­fen. Durch den engen Aus­tausch zwi­schen For­schung und Pra­xis sol­len Lösun­gen ent­wi­ckelt wer­den, die den Erhalt der Mee­re mit einer erfolg­rei­chen Wirt­schafts­tä­tig­keit in Ein­klang bringen.

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Wirtschaft

Büro­kra­tie und Netz­hür­den belas­ten Solar­bran­che in Ostrhauderfehn

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Das Foto zeigt (v. l. n. r.): Bur­chard Esters, Nor­bert Pie­per (bei­de CDU Ost­rhau­der­fehn), Tim Schul­te (Geschäfts­füh­rer SEZ Solar), Ulf Thie­le MdL, Ilo­na Schul­te (Geschäfts­füh­re­rin SEZ Solar), Gün­ther Lüken (CDU Ost­rhau­der­fehn) und Ger­win Schul­te (SEZ Solar). Im Vor­der­grund steht ein Solar­ko­cher, der als Demons­tra­ti­ons­ob­jekt die enor­me Leis­tungs­fä­hig­keit der Son­nen­en­er­gie ver­an­schau­licht. Foto: Wahl­kreis­bü­ro Ulf Thiele

Solar­bran­che in der Büro­kra­tie-Fal­le: Ulf Thie­le zu Besuch bei SEZ Solar in Ostrhauderfehn

Ost­rhau­der­fehn. Maß­ge­schnei­der­te Lösun­gen und der Mut zur Inno­va­ti­on: Das ist seit über 40 Jah­ren das Erfolgs­re­zept der Son­nen-Ener­gie-Zen­trum GmbH (SEZ Solar) aus Ost­rhau­der­fehn. Was einst in einer Gara­ge begann, ist heu­te ein moder­ner Fami­li­en­be­trieb in zwei­ter Gene­ra­ti­on. Doch trotz des Booms bei Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen brem­sen Büro­kra­tie, Daten­schutz und Netz­pro­ble­me die Bran­che unnö­tig aus.

Der CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ulf Thie­le besuch­te gemein­sam mit Ver­tre­tern der CDU Ost­rhau­der­fehn die Solar­pio­nie­re Ger­win, Ilo­na und Tim Schul­te, um über die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen der Ener­gie­wen­de vor Ort zu sprechen.

Von der Gara­ge zum Bran­chen­pio­nier: 40 Jah­re Erfahrung

Die Geschich­te von SEZ Solar ist eine ech­te ost­frie­si­sche Erfolgs­sto­ry. Ilo­na und Ger­win Schul­te wag­ten bereits vor vier Jahr­zehn­ten den Schritt in den damals völ­lig neu­en Markt der alter­na­ti­ven Ener­gien. „Gro­ße Ideen ent­ste­hen oft im Klei­nen. Die Umset­zung hier ist sehr boden­stän­dig und beein­dru­ckend“, lob­te Ulf Thie­le die Ent­wick­lung des mit­tel­stän­di­schen Unternehmens.

Wäh­rend in den Grün­dungs­jah­ren die Solar­ther­mie im Fokus stand, liegt der Schwer­punkt heu­te auf hoch­mo­der­nen Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen. Geschäfts­füh­rer Tim Schul­te führt die­se Tra­di­ti­on fort, wobei die indi­vi­du­el­le Bera­tung der Kun­den für das Team an ers­ter Stel­le steht.

Büro­kra­tie und Netz­an­schluss als „Brems­klotz“

Trotz der tech­ni­schen Eta­blie­rung schil­der­te Fami­lie Schul­te im Gespräch die mas­si­ven Hür­den im Tagesgeschäft:

  • Zunah­me der Doku­men­ta­ti­on: Frü­her reich­te eine Sei­te für die Anmel­dung beim Netz­be­trei­ber. Heu­te for­dern Netz­ge­sell­schaf­ten umfang­rei­che tech­ni­sche Unter­la­gen, was zu lan­gen Bear­bei­tungs­zei­ten und for­ma­len Rück­wei­sun­gen führt.

  • Ver­al­te­te Netz­in­fra­struk­tur: Die Nie­der­span­nungs­net­ze in Ost­fries­land sind his­to­risch auf Strom­be­zug, nicht auf die mas­si­ve Ein­spei­sung durch Solar­an­la­gen ausgelegt.

  • Daten­schutz-Hür­den: Stren­ge Daten­schutz­re­geln erschwe­ren die digi­ta­le Ver­net­zung und den Auf­bau soge­nann­ter Smart Grids (intel­li­gen­te Stromnetze).

Ulf Thie­le kri­ti­sier­te in die­sem Zusam­men­hang die aktu­el­le Lan­des­po­li­tik: „Büro­kra­tie macht uns nicht hand­lungs­fä­hi­ger, son­dern bremst den Erfin­der­geist aus. Die Lan­des­re­gie­rung bleibt hin­ter ihren Ver­spre­chen zur Büro­kra­tie­ent­las­tung zurück.“

Spei­cher­tech­no­lo­gie und bidi­rek­tio­na­les Laden

Ein wei­te­res zen­tra­les The­ma war die Spei­cher­tech­no­lo­gie. Schul­tes beton­ten das Poten­zi­al des bidi­rek­tio­na­len Ladens. Hier­bei die­nen Elek­tro­fahr­zeu­ge als mobi­le Spei­cher, die Strom bei Bedarf wie­der ins Haus­netz zurück­spei­sen kön­nen. Thie­le for­der­te hier mehr Enga­ge­ment der Auto­mo­bil­her­stel­ler, die­se Tech­nik seri­en­mä­ßig und flä­chen­de­ckend anzubieten.

War­nung vor aggres­si­vem Wett­be­werb und „Drü­cker­me­tho­den“

Mit Sor­ge betrach­ten die Exper­ten von SEZ Solar den zuneh­men­den Wett­be­werbs­druck durch bran­chen­frem­de Ver­triebs­fir­men. Die­se arbei­ten oft mit Sub­un­ter­neh­men statt eige­nem Per­so­nal und set­zen auf aggres­si­ve Call­cen­ter-Akqui­se oder Haustürgeschäfte.

Ulf Thie­le mahn­te zur Vor­sicht: „Bei sol­chen Ange­bo­ten ste­hen Qua­li­tät und Wirt­schaft­lich­keit sel­ten im Mit­tel­punkt. Gut geführ­te Fach­be­trie­be, die sich an Regeln hal­ten, dür­fen nicht das Nach­se­hen gegen­über aggres­si­ven Drü­cker­me­tho­den haben.“

Fazit und poli­ti­scher Ausblick

Ulf Thie­le ver­sprach, die Impul­se aus Ost­rhau­der­fehn in die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit ein­flie­ßen zu las­sen. Hand­lungs­be­darf sieht der Abge­ord­ne­te vor allem bei:

  1. Dem kon­se­quen­ten Büro­kra­tie­ab­bau in Genehmigungsverfahren.

  2. Der Beschleu­ni­gung von Netz­an­schlüs­sen.

  3. Der Schaf­fung fai­rer Wett­be­werbs­be­din­gun­gen für das regio­na­le Handwerk.


 

 

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Frei­er Zugang zu regio­na­len News: Lese­r­ECHO-Ver­lag for­ciert media­le Teilhabe

Medi­en für alle: Lese­r­ECHO-Ver­lag stärkt regio­na­le Teil­ha­be durch kos­ten­freie Newsportale In einer Zeit, in der Infor­ma­tio­nen zuneh­mend hin­ter Bezahl­schran­ken ver­schwin­den,...

Marketing

Online-Anzei­gen rich­tig gestal­ten: Smart­phone & Tablet im Fokus

Online-Anzei­gen: Das rich­ti­ge For­mat für Smart­phone & Tablet In der heu­ti­gen digi­ta­len Welt grei­fen immer mehr Nut­zer über Smart­phones und...

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BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händler

BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händ­ler aus Ost­fries­land und dem Emsland Regio­nal. Exklu­siv. Effi­zi­ent.Wer als Hand­werks­be­trieb oder...

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SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on – Lese­r­ECHO für nach­hal­ti­ges Marketing

SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on: War­um Lese­r­ECHO der rich­ti­ge Part­ner für nach­hal­ti­ges Mar­ke­ting ist Im digi­ta­len Wett­be­werb reicht es längst nicht mehr...

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Reich­wei­te, Rele­vanz, Regio­na­li­tät – Media­da­ten der Sei­te „Wir Leeraner“

Media­da­ten – Face­book­sei­te „Wir Leeraner“ Ein Ange­bot des LeserECHO-Verlags Die Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ ist die reich­wei­ten­star­ke Social-Media-Platt­form des Lese­r­ECHO-Ver­lags für...

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Mit SEO erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men vom Lese­r­ECHO-Por­tal profitieren

Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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Mar­ke­ting: Geschäfts­er­öff­nung: So wird Ihr Event zum unver­gess­li­chen Erlebnis!

Per­fek­te Pla­nung für Ihre Geschäfts­er­öff­nung, Fir­mener­wei­te­rung oder Ihr Firmenjubiläum Eine erfolg­rei­che Geschäfts­er­öff­nung, eine Erwei­te­rung oder ein Fir­men­ju­bi­lä­um sind idea­le Anläs­se,...

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Blau-weiß-schwar­ze Nacht: Die HSV-Kult­band kehrt nach Hin­te zurück!

Schon 2019 und 2024 waren die Ham­bur­ger ABSCHLACH! im Live Music Cen­ter Emden in Hin­te zu Gast und prä­sen­tier­ten ihre...

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War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Gro­ßes Früh­lings­fest mit Hand­werk und Kulinarik

War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Ein Fest für die Sin­ne mit Hand­werk, Musik und Genuss WARDENBURG. Das Pflan­zen-Cen­ter Warn­ken ver­wan­delt sich am...

Veranstaltung

Vor­trag in Leer the­ma­ti­siert die Unan­tast­bar­keit der Menschenwürde

Die Men­schen­wür­de – für immer unan­tast­bar? Ein Abend zum Mit­re­den in Leer  LEER – „Die Wür­de des Men­schen ist unan­tast­bar.“ Die­ser...

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His­to­ri­sche Spu­ren­su­che bei Kri­mi­füh­rung am Muse­ums­ha­fen Leer

Mör­der­jagd im his­to­ri­schen Leer: Kri­mi­füh­rung „Mord am Hafen“ Wer ermor­de­te den Ehe­mann der Wit­we Gesche Mein­ders? Tau­chen Sie ein in das...

Veranstaltung

Lions Musik­preis: Jun­ge Kla­vier­ta­len­te in der Even­burg Leer

Kla­vier­kunst in der Even­burg: Lions Musik­preis sucht Publikumsliebling Der Lions Musik­preis kehrt zurück und stellt in die­sem Jahr ein beson­ders...

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Gar­ten­Ta­geN­ord 2026 laden zur Sai­son­er­oeff­nung nach Wues­t­ing ein

Bei­trags­bild: Gar­ten­Ta­geN­ord — Hol­ler Land­stra­ße 2 — 27798 Hude/Wüsting   Gar­ten­Ta­geN­ord 2026: Inspi­ra­tio­nen für die Grü­ne Oase in Wüsting  ...

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Par­ty-Duo „Die Fid­gets“ sorgt für Stim­mung in Niedersachsen

Die Fid­gets: Par­ty-Power aus Han­no­ver erobert Niedersachsen Leer/Hannover – Wenn in Nie­der­sach­sens Par­ty­hoch­bur­gen die Stim­mung ihren Höhe­punkt erreicht, ste­cken oft...

Veranstaltung

Digi­ta­ler Schutz: VHS Leer klärt über Online-Betrug auf

Sicher im Netz: VHS Leer klärt über Online-Betrug auf Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten, birgt jedoch auch wach­sen­de Gefah­ren. Betrü­ge­ri­sche...

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Knei­pen­fes­ti­val Leer Live: DJ-Beats und Saxo­fon im 360 Grad

DJ Casa & Tobi­as Leon Hacker: Ein ein­ge­spiel­tes Team In der Müh­len­stra­ße 36–38 erwar­tet die Besu­cher von 21:00 bis 24:00 Uhr...

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The Air­let­tes prä­sen­tie­ren Swing-Inter­pre­ta­tio­nen der Neun­zi­ger­jah­re in Leer

Kon­zert­ab­sa­ge „The Air­let­tes“ im Spar­kas­sen­Fo­rum Leer Leer, 1. März 2026 – Das für Mitt­woch, den 4. März 2026, im Spar­kas­sen­Fo­rum Leer...