Wirtschaft

Insol­ven­zen in Deutsch­land, Jahr 2021

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Bei­trag von: Cre­dit­re­form e.V.

Das Insol­venz­ge­sche­hen des Jah­res 2021 ist wei­ter­hin durch Son­der­ef­fek­te ver­zerrt. Die Zahl der Gesamt­in­sol­ven­zen ist in die­sem Jahr sprung­haft um fast 60 Pro­zent ange­stie­gen. Mar­kant sind dabei vor allem die gegen­läu­fi­gen Ent­wick­lun­gen bei Unter­neh­mens- und Privatinsolvenzen.

Sprung­haf­ter Anstieg der Verbraucherinsolvenzen

Die Zahl aller Insol­ven­zen in Deutsch­land hat um fast 60 Pro­zent zuge­nom­men. Im Jahr 2021 wur­den ins­ge­samt 122.100 Insol­venz­fäl­le regis­triert. Im Vor­jahr (2020) waren es 76.730 Fäl­le. Die­ser stei­le Anstieg war aus­schließ­lich auf ein deut­li­ches Plus der Ver­brau­cher­insol­ven­zen (plus 80,9 Pro­zent) sowie der „sons­ti­gen“ Insol­ven­zen (plus 70,2 Pro­zent) zurück­zu­füh­ren. Aus­schlag­ge­bend für die­se Ent­wick­lung war ein neu­es Gesetz zur Ver­kür­zung des Rest­schuld­be­frei­ungs­ver­fah­rens, das über­schul­de­ten Ver­brau­chern einen schnel­le­ren und leich­te­ren Weg aus der Über­schul­dung ermög­licht. Dazu der Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung, Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit dem Blick auf die Geset­zes­än­de­rung hat­ten im Vor­jahr vie­le betrof­fe­ne Ver­brau­cher mit ihrem Insol­venz­an­trag noch gewar­tet. Nun ist es 2021 zu mas­si­ven Nach­hol­ef­fek­ten gekommen.“

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen wei­ter rückläufig

Anders als bei den Ver­brau­chern setz­te sich bei den Unter­neh­men der Rück­gang der Insol­ven­zen fort. Gegen­über dem Vor­jahr nahm die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen um 10,8 Pro­zent auf noch 14.300 Fäl­le im Jahr 2021 ab. „Bei den Unter­neh­mens­plei­ten haben wir den nied­rigs­ten Wert seit Ein­füh­rung der Insol­venz­ord­nung (InsO) im Jahr 1999 gemes­sen und zäh­len nur noch halb so vie­le Insol­ven­zen wie 2012“, so Hantzsch wei­ter. Im Zuge der Coro­na-Pan­de­mie hat­ten staat­li­che Ein­grif­fe und mas­si­ve Finanz­hil­fen die Wirt­schaft gestützt. Trotz der erheb­li­chen Ein­schrän­kun­gen in vie­len Wirt­schafts­be­rei­chen und einer ins­ge­samt schwa­chen Kon­junk­tur­ent­wick­lung wur­de eine Insol­venz­wel­le so unter­drückt. Hantzsch dazu: „Die Kehr­sei­te der Medail­le ist aber die wach­sen­de Zahl an poten­ti­el­len Zom­bie­un­ter­neh­men, deren Ent­ste­hen durch die wei­ter fort­ge­führ­te Sub­ven­ti­ons­po­li­tik geför­dert wird.“

Rück­läu­fig war das Insol­venz­ge­sche­hen in allen vier Haupt­wirt­schafts­be­rei­chen, beson­ders deut­lich aber im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be (minus 26,8 Pro­zent), wo bun­des­weit noch 930 Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen zu ver­zeich­nen waren (2020: 1.270). Das Gros des Insol­venz­ge­sche­hens in Deutsch­land ent­fällt wei­ter­hin auf den Dienst­leis­tungs­sek­tor, der ins­ge­samt 8.280 Insol­ven­zen umfass­te. Gegen­über dem Vor­jahr (9.320 Fäl­le) war aber ein deut­li­cher Rück­gang (minus 11,2 Pro­zent) zu beob­ach­ten. 3.000 Insol­ven­zen gab es im Han­del (2020: 3.240) und 2.090 im Bau­ge­wer­be (2020: 2.210).

Mehr klei­ne Unter­neh­men betroffen

Gegen den Trend kam es bei Kleinst­un­ter­neh­men mit Umsät­zen unter 250.000 Euro im Jahr zu mehr Insol­venz­fäl­len. Mit 7.340 Fäl­len bzw. einem Anteil von 51,4 Pro­zent an allen Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen war mehr als jede zwei­te Insol­venz in die­sem Jahr eine von Kleinst­un­ter­neh­men (2020: 7.290 Fäl­le; 45,4 Pro­zent). Mit Andau­ern der Coro­na-Kri­se hat­ten die­se Fir­men immer weni­ger Reser­ven. Grö­ße­re und bekann­te­re Unter­neh­men fin­den sich in der dies­jäh­ri­gen Insol­venz­sta­tis­tik wesent­lich sel­te­ner als im Vor­jahr. Nur halb so vie­le Insol­venz­fäl­le wie im Vor­jahr über­schrit­ten eine Umsatz­grö­ße von 25 Mio. Euro (2021: 150 Fäl­le; 2020: 330 Fäl­le). Aller­dings gab es ver­ein­zel­te Groß­in­sol­ven­zen im Immo­bi­li­en- und im Finanz­sek­tor, so dass die Schä­den für die Insol­venz­gläu­bi­ger auf hohem Niveau blie­ben. Im Jahr 2021 sum­mier­ten sich die offe­nen For­de­run­gen auf schät­zungs­wei­se 54,0 Mrd. Euro – nach 42,6 Mrd. Euro im Vorjahr.

Von der Insol­venz betrof­fen waren in die­sem Jahr rund 143.000 Arbeit­neh­mer; eine deut­lich gerin­ge­re Zahl als im Vor­jahr (2020: 332.000). Der Groß­teil der Insol­venz­fäl­le (84,7 Pro­zent) betraf klei­ne Unter­neh­men mit weni­ger als fünf Mitarbeitern.

„Jun­ge“ Insol­ven­zen sind sel­ten geworden

Der Ana­ly­se der Rechts­for­men der betrof­fe­nen Unter­neh­men zeigt, dass in die­sem Jahr vie­le Kleinst­un­ter­neh­men das Plei­te­ge­sche­hen domi­nie­ren. So waren 45,2 Pro­zent (2020: 41,1 Pro­zent) Ein­zel­un­ter­neh­men, Gewer­be­be­trie­be oder gehör­ten den Frei­en Beru­fen an. Ver­rin­gert hat sich der Anteil der GmbH (von 41,8 auf 37,7 Pro­zent). Mitt­ler­wei­le geht aber gut jede zehn­te Unter­neh­mens­in­sol­venz in Deutsch­land (10,5 Pro­zent) auf das Kon­to der Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (UG).

Fort­ge­setzt hat sich der Trend, wonach weni­ger die jun­gen, son­dern vor­ran­gig schon älte­re Unter­neh­men in die Insol­venz gehen. Gera­de ein­mal jedes zwei­te insol­ven­te Unter­neh­men in Deutsch­land (49,5 Pro­zent) war jün­ger als zehn Jah­re. Noch im Jahr 2015 lag die­ser Anteil bei 59,5 Pro­zent. Deut­lich mehr insol­ven­te Fir­men als im Vor­jahr hat­ten ein Alter zwi­schen 11 und 20 Jah­ren (2021: 28,0 Pro­zent; 2020: 26,3 Pro­zent). 22,5 Pro­zent der insol­ven­ten Unter­neh­men waren indes älter als 20 Jah­re. Dazu Patrik-Lud­wig Hantzsch: „Mit der rück­läu­fi­gen Grün­dungs­tä­tig­keit in den letz­ten Jah­ren sind auch der Unter­neh­mens­be­stand in Deutsch­land und damit die Insol­venz­kan­di­da­ten älter geworden.“

Kre­dit­wür­dig­keit in der Kri­se verschlechtert

Die Aus­wer­tung von Unter­neh­mens­bo­ni­tä­ten, agg­re­giert nach Bran­chen, zeigt eine doch spür­ba­re Ver­schlech­te­rung der Kre­dit­wür­dig­keit in den Berei­chen, die von der Coro­na-Kri­se am stärks­ten in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wur­den. So muss­ten bei­spiels­wei­se das Gast­ge­wer­be und die Unter­hal­tungs­bran­che eine star­ke Ver­schlech­te­rung der Boni­täts­ein­stu­fung im Ver­gleich zum Vor-Coro­na-Jahr 2019 hin­neh­men. In Berei­chen wie der Ver­sor­gungs- und Ent­sor­gungs­wirt­schaft blie­ben die Boni­täts­no­ten in die­sem Zeit­raum dem­ge­gen­über nahe­zu unverändert.


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Wirtschaft

Hand­werk 2024/25: Rezes­si­on und Insol­ven­zen belas­ten, aber ers­te Hoff­nungs­zei­chen zei­gen sich

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Wirt­schafts­la­ge und Finan­zie­rung im Hand­werk 2024/25: Opti­mis­mus trotz schwie­ri­ger Rahmenbedingungen

Die aktu­el­le Lage im Hand­werk ist von einem deut­li­chen Stim­mungs­tief geprägt. Nach zwei Jah­ren Rezes­si­on sehen sich die Betrie­be mit einer anhal­tend schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on kon­fron­tiert. Laut der jüngs­ten Pres­se­mit­tei­lung von Cre­dit­re­form ist die Stim­mung im Hand­werk auf dem tiefs­ten Stand seit der Welt­fi­nanz­kri­se. Beson­ders der Bau­sek­tor lei­det unter den Aus­wir­kun­gen der wirt­schaft­li­chen Rück­schlä­ge. Doch neben den Her­aus­for­de­run­gen gibt es auch Zei­chen der Hoffnung.

Stim­mung im Hand­werk auf einem 15-Jahres-Tief

Die zwei­jäh­ri­ge Rezes­si­on hat tief­grei­fen­de Spu­ren im Hand­werk hin­ter­las­sen. Der Geschäfts­la­ge­in­dex ist auf 45,8 Punk­te gefal­len und erreicht damit den nied­rigs­ten Stand seit 2010. Nur noch 51,6 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men bewer­ten ihre Geschäfts­la­ge als gut oder sehr gut, was einen Rück­gang von 3,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr bedeu­tet. Auch die Umsät­ze zei­gen ein durch­wach­se­nes Bild: 26,9 Pro­zent der Betrie­be ver­zeich­ne­ten Rück­gän­ge, wäh­rend 25,4 Pro­zent ein Umsatz­plus meldeten.

„Die Rezes­si­on trifft das Hand­werk mit vol­ler Wucht“, kom­men­tiert Patrik-Lud­wig Hantzsch, Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung. Beson­ders die Bau­wirt­schaft steht unter enor­mem Druck, wäh­rend Hand­werks­be­trie­be im gewerb­li­chen Bedarf leich­te Erho­lungs­ten­den­zen ver­zeich­nen. Die Repa­ra­tur­bran­che, beson­ders im Bereich von Pkw und Haus­halts­ge­rä­ten, zeigt posi­ti­ve Entwicklungen.

Opti­mis­ti­sche Umsatz­er­war­tun­gen, aber vor­sich­ti­ger Ausblick

Trotz der schwie­ri­gen Lage zei­gen sich ers­te Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Die Umsatz­pro­gno­sen der Hand­werks­be­trie­be sind weni­ger pes­si­mis­tisch als im Vor­jahr. Rund 24,3 Pro­zent der Betrie­be erwar­ten ein Umsatz­plus, was dem Vor­jah­res­wert ent­spricht. Doch der Anteil der Pes­si­mis­ten bleibt mit 22,8 Pro­zent hoch. Auch die Ertrags­aus­sich­ten sind wei­ter­hin über­wie­gend nega­tiv, auch wenn eine leich­te Ver­bes­se­rung erkenn­bar ist.

Ein erfreu­li­ches Signal ist die stei­gen­de Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Betrie­be. Der Anteil der Unter­neh­men, die Inves­ti­tio­nen pla­nen, stieg von 41,5 Pro­zent auf 49,2 Pro­zent und erreich­te damit das höchs­te Niveau seit Jah­ren. „Trotz der unsi­che­ren Aus­sich­ten könn­te das Hand­werk gemein­sam mit der Bin­nen­nach­fra­ge zur Sta­bi­li­sie­rung der Kon­junk­tur bei­tra­gen“, so Hantzsch.

Per­so­nal­ab­bau setzt sich fort

Die ange­spann­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen spie­geln sich auch im Per­so­nal­ab­bau wider. 22,9 Pro­zent der Betrie­be haben ihren Per­so­nal­be­stand redu­ziert, wäh­rend nur 19,3 Pro­zent neue Mit­ar­bei­ter ein­stell­ten. Haupt­ur­sa­che für den Per­so­nal­ab­bau ist das Aus­schei­den von Fach­kräf­ten auf­grund des Ren­ten­ein­tritts und eine zurück­hal­ten­de Ein­stel­lungs­po­li­tik auf­grund der unsi­che­ren wirt­schaft­li­chen Lage.

In den kom­men­den Mona­ten dürf­ten sai­so­na­le Effek­te jedoch zu mehr Ein­stel­lun­gen füh­ren. Etwa 21,4 Pro­zent der Unter­neh­men pla­nen, ihr Per­so­nal auf­zu­sto­cken, wäh­rend 10,6 Pro­zent wei­ter­hin Stel­len abbau­en wol­len. Lang­fris­tig bleibt jedoch die Fra­ge, ob dem Hand­werk die Fach­kräf­te feh­len wer­den, warnt Hantzsch.

Insol­ven­zen stei­gen, Eigen­ka­pi­tal­quo­te unter Druck

Die Zahl der Insol­ven­zen im Hand­werk ist 2024 um 18,9 Pro­zent auf ins­ge­samt 4.350 Fäl­le gestie­gen. Beson­ders betrof­fen sind Betrie­be im gewerb­li­chen Bedarf und im Aus­bau­ge­wer­be. „Vie­le Hand­werks­un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re im Bau­be­reich, sehen sich mit weg­bre­chen­den Auf­trä­gen kon­fron­tiert und haben mit stei­gen­den Kos­ten zu kämp­fen. Dies führt zu einem Anstieg der Insol­ven­zen“, erläu­tert Hantzsch.

Dar­über hin­aus ist die Zahl der eigen­ka­pi­tal­schwa­chen Hand­werks­be­trie­be gestie­gen. 34,5 Pro­zent der Unter­neh­men ver­fü­gen über eine Eigen­ka­pi­tal­quo­te von weni­ger als 10 Pro­zent, der höchs­te Wert seit mehr als einem Jahr­zehnt. Die stei­gen­de Abhän­gig­keit von Fremd­ka­pi­tal und unsi­che­ren Kre­dit­kon­di­tio­nen stellt eine zusätz­li­che Belas­tung dar.

Büro­kra­tie als Belas­tung für das Handwerk

Ein wei­te­res gro­ßes Pro­blem für vie­le Hand­werks­be­trie­be ist die zuneh­men­de Büro­kra­tie. 79,3 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men berich­ten von einem Anstieg des Ver­wal­tungs­auf­wands. Etwa ein Drit­tel der Betrie­be gibt an, mehr als zehn Stun­den pro Woche mit admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben zu ver­brin­gen. Der stei­gen­de büro­kra­ti­sche Auf­wand wird von den Betrie­ben als erheb­li­cher Kos­ten­fak­tor und Wett­be­werbs­nach­teil wahr­ge­nom­men. Mehr als die Hälf­te der Betrie­be muss mitt­ler­wei­le Mit­ar­bei­ter für Büro­kra­tie­auf­ga­ben abstel­len, was zu wei­te­ren Kos­ten führt.

„Es ist drin­gend not­wen­dig, den Büro­kra­tie­ab­bau vor­an­zu­trei­ben, um den Unter­neh­men zu hel­fen“, for­dert Hantzsch und appel­liert an die neue Bun­des­re­gie­rung, hier ent­schlos­se­ner zu handeln.

Sta­bi­li­sie­rung in Sicht, aber vie­le Her­aus­for­de­run­gen bleiben

Obwohl die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage des Hand­werks von Her­aus­for­de­run­gen wie stei­gen­den Insol­ven­zen, einem anhal­ten­den Per­so­nal­ab­bau und einer schwa­chen Eigen­ka­pi­tal­quo­te geprägt ist, gibt es auch Hoff­nungs­schim­mer. Die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft steigt, die Stim­mung ist weni­ger pes­si­mis­tisch und es gibt Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Doch die struk­tu­rel­len Pro­ble­me, die in den letz­ten Jah­ren gewach­sen sind, und die Büro­kra­tie­be­las­tung stel­len nach wie vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für die Bran­che dar. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich die wirt­schaft­li­che Lage in den kom­men­den Mona­ten ent­wi­ckeln wird und ob das Hand­werk in der Lage sein wird, sich wie­der nach­hal­tig zu erholen.


 

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News

Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Nie­der­sach­sen stei­gen um ein Drit­tel – Über 15.000 Arbeits­plät­ze bedroht.

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Archiv­fo­to — Sym­bol­bild — Ingo Ton­sor @LeserECHO Emden

Ein Drit­tel mehr Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Nie­der­sach­sen im Jahr 2024

Lan­des­amt für Sta­tis­tik Niedersachsen

Die Zahl der Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen in Nie­der­sach­sen hat im Jahr 2024 einen deut­li­chen Anstieg ver­zeich­net. Nach Anga­ben des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) wur­den ins­ge­samt 1.824 Anträ­ge auf Eröff­nung eines Insol­venz­ver­fah­rens gestellt – ein Anstieg um 33,5 % im Ver­gleich zum Vor­jahr. Beson­ders betrof­fen war das Bau­ge­wer­be, das mit 345 Insol­ven­zen fast jeden fünf­ten Fall ausmachte.

Über 15.000 Arbeits­plät­ze bedroht

Die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Insol­ven­zen sind erheb­lich. Rund 15.500 Arbeits­plät­ze waren durch die Unter­neh­mens­in­sol­ven­zen gefähr­det, wobei der Anstieg der betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten mit 12,1 % weni­ger stark aus­fiel als der Zuwachs der Insol­venz­zah­len. Der Groß­teil der betrof­fe­nen Arbeits­plät­ze kon­zen­trier­te sich auf weni­ge grö­ße­re Unter­neh­men: Allein 23 Unter­neh­men mit mehr als 100 Beschäf­tig­ten hat­ten über 6.000 Angestellte.

Betrach­tet man die Wirt­schafts­zwei­ge, zeig­te sich das ver­ar­bei­ten­de Gewer­be als beson­ders betrof­fen. In die­sem Bereich waren die Arbeits­plät­ze von 4.800 Men­schen bedroht, gefolgt vom Bau­ge­wer­be mit 2.900 und dem Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen mit 2.100 gefähr­de­ten Arbeitsplätzen.


 

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myStro­mer AG: Nach­hal­ti­ges Wachs­tum trotz Her­aus­for­de­run­gen in der Fahrradbranche

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Nach­hal­ti­ges Wachs­tum: myStro­mer AG trotzt den Her­aus­for­de­run­gen der Fahrradbranche

Trotz der tur­bu­len­ten Lage in der Fahr­rad­bran­che ver­zeich­ne­te die myStro­mer AG im Jahr 2023 ein pro­fi­ta­bles Geschäfts­jahr. Die Bran­che sah sich mit hohen Lager­be­stän­den und zuneh­men­den Liqui­di­täts­eng­päs­sen bei Lie­fe­ran­ten, Her­stel­lern und Händ­lern kon­fron­tiert. Umso erfreu­li­cher ist es, dass die myStro­mer Grup­pe, bestehend aus den Mar­ken Stro­mer und Des­ik­nio, ein Wachs­tum von mehr als 10 % (kon­so­li­diert) ver­zeich­nen konnte.

Wäh­rend vie­le Märk­te in Euro­pa sta­gnier­ten oder rück­läu­fig waren, gelang es der myStro­mer AG, ihre Markt­an­tei­le in den Nie­der­lan­den und Bel­gi­en wei­ter aus­zu­bau­en und ihre Markt­füh­rer­schaft zu fes­ti­gen. Selbst im her­aus­for­dern­den E‑Bike-Markt der USA ver­zeich­ne­te das Unter­neh­men ein zwei­stel­li­ges Wachstum.

Die myStro­mer AG berei­tet sich auf wei­te­res Wachs­tum vor und stärkt ihre inter­nen Ent­wick­lungs­kom­pe­ten­zen, indem sie ihre Mit­ar­bei­ter­zahl welt­weit auf ins­ge­samt 180 Per­so­nen erhöh­te. Ein Groß­teil die­ses Per­so­nal­auf­baus betrifft eine 25-köp­fi­ge Digi­tal-Ein­heit in Cluj-Napo­ca (Rumä­ni­en), die neue Ent­wick­lun­gen im Bereich der „Digi­tal Expe­ri­ence“ vorantreibt.

Zu den Höhe­punk­ten des Jah­res 2023 gehör­te die Vor­stel­lung eines ers­ten fahr­ba­ren Pro­to­typs mit einer Solid Sta­te Cera­mic Bat­tery für E‑Bikes auf der Mobi­li­täts­mes­se IAA sowie die erfolg­rei­che Zusam­men­ar­beit mit Ali­nghi Red Bull Racing und die Ein­füh­rung zwei­er Ali­nghi Red Bull Racing Spe­cial Edi­ti­on Stro­mer Modelle.

Mit mehr als 109 Mil­lio­nen gefah­re­nen Pend­ler­ki­lo­me­tern konn­ten die Mit­glie­der der con­nec­ted Stro­mer Com­mu­ni­ty mehr als zwan­zig­tau­send Ton­nen CO2 ein­spa­ren, was einem Äqui­va­lent von mehr als zehn­tau­send Hin- und Rück­flü­gen von Lon­don nach New York ent­spricht – ein bedeu­ten­der Bei­trag für eine nach­hal­ti­ge­re Mobilität.

Co-CEO Dr. Karl Lud­wig Kley kom­men­tiert: „Die Fahr­rad­bran­che hat im ver­gan­ge­nen Jahr deut­lich mehr zu kämp­fen gehabt als in den Boom-Jah­ren wäh­rend und nach Coro­na. Umso mehr freu­en wir uns über das erziel­te Wachs­tum in unse­ren Kern­märk­ten. Gera­de jetzt ist es für uns von wesent­li­cher Bedeu­tung, wei­ter in Inno­va­ti­on und Wachs­tum zu inves­tie­ren, um unse­re Markt­po­si­ti­on auszubauen.“

Aus­blick auf 2024:

Das kom­men­de Jahr ver­spricht Span­nung: Auf der Euro­bike 2024 wird myStro­mer eine neue Kate­go­rie von Stro­mer-Bikes prä­sen­tie­ren und im Lau­fe des Jah­res mit wei­te­ren Neu­hei­ten auf­war­ten. Die För­de­rung des Mobi­li­täts­wan­dels bleibt auch im neu­en Jahr das über­ge­ord­ne­te Ziel von Stro­mer. 2024 steht jedoch auch im Zei­chen der Inno­va­ti­ons­ent­wick­lung und des Aus­baus der Inno­va­ti­ons­füh­rer­schaft. Co-CEO Tomi Viia­la äußert sich zuver­sicht­lich: „Das Jahr 2024 wird für die Bran­che wei­ter­hin her­aus­for­dernd blei­ben, aber den­noch bli­cken wir posi­tiv ins neue Jahr. Wir wer­den den Markt mit meh­re­ren Neu­hei­ten über­ra­schen. Wei­ter­hin glau­ben wir, dass sich die sich abzeich­nen­de Mobi­li­täts­wen­de posi­tiv auf den E‑Bike- und S‑Pe­delec-Markt aus­wir­ken wird. Mit Finan­zie­rungs­lö­sun­gen, Lea­sing-Ange­bo­ten und ent­spre­chen­den Pro­duk­ten, die den Ver­kehr im All­tag ver­ein­fa­chen, för­dern wir die­sen Wandel.“


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Grü­ne Zukunft für Leer: Kli­ma­re­si­li­en­te Stadt­bäu­me gepflanzt

Das Foto zeigt (von links) Cin­dy Grätz, Claus-Peter Horst und Jens Lüning sowie Jonas Hin­richs, Jes­si­ca Zim­mer­mann und Micha­el Dekker....

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Gar­ten­träu­me ver­wirk­li­chen – Stil­vol­le Akzen­te mit Decobyjo

Gar­ten­träu­me ent­de­cken – Inspi­ra­ti­on im Schau­gar­ten von Decobyjo Ein Gar­ten ist weit mehr als nur ein grü­nes Fleck­chen Erde –...

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Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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Mar­ke­ting: Geschäfts­er­öff­nung: So wird Ihr Event zum unver­gess­li­chen Erlebnis!

Per­fek­te Pla­nung für Ihre Geschäfts­er­öff­nung, Fir­mener­wei­te­rung oder Ihr Firmenjubiläum Eine erfolg­rei­che Geschäfts­er­öff­nung, eine Erwei­te­rung oder ein Fir­men­ju­bi­lä­um sind idea­le Anläs­se,...

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Auf­trä­ge für Hand­werks­be­trie­be — bauwole.de bringt neue Kunden!

Das Wind­hund­prin­zip bei bauwole.de: Exklu­si­vi­tät und Seriö­si­tät für Handwerksbetriebe Das Hand­wer­ker­por­tal bauwole.de setzt auf das Wind­hund­prin­zip, also “Wer zuerst kommt,...

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SEO-Agen­tur Ost­fries­land: Goog­le-Ran­king verbessern!

Wie Sie Ihr Goog­le-Ran­king ver­bes­sern: 20 Schrit­te für eine erfolg­rei­che SEO-Strategie SEO-Agen­tur Ost­fries­land: Die Bedeu­tung einer effek­ti­ven SEO-Strategie In der...

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SEO-Agen­tur Ost­fries­land: Die Bedeu­tung eines aktu­ell gehal­te­nen Nach­rich­ten­por­tals für Local SEO

SEO Agen­tur Ost­fries­land: Die Viel­sei­tig­keit des LeserECHO-Verlags Ein­lei­tung: Die Bedeu­tung von Local SEO für Unter­neh­men in Ostfriesland In der Welt...

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Was ver­steht man unter Kybernetik?

Kyber­ne­tik: Die Wis­sen­schaft der Steue­rungs- und Rege­lungs­me­cha­nis­men in kom­ple­xen Systemen Kyber­ne­tik ist eine fas­zi­nie­ren­de inter­dis­zi­pli­nä­re Wis­sen­schaft, die sich mit Steue­rungs-...

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Sicht­bar­keit ist Umsatz: Wie der Lese­r­ECHO-Ver­lag Ihr Unter­neh­men mit geziel­tem Online-Mar­ke­ting in die ers­te Rei­he katapultiert

Im heu­ti­gen digi­ta­len Zeit­al­ter ist die Goo­g­le­su­che das vir­tu­el­le Äqui­va­lent zum Super­markt­re­gal. Wie im Super­markt gilt auch im Online-Mar­ke­ting: Wer...

Lokal

Wes­t­ov­er­le­din­gen för­dert grü­ne Ener­gie: Zuschüs­se für Bal­kon­kraft­wer­ke jetzt beantragen

Gemein­de Wes­t­ov­er­le­din­gen för­dert Bal­kon­kraft­wer­ke mit 45.000 Euro Die Gemein­de Wes­t­ov­er­le­din­gen hat einen wich­ti­gen Schritt unter­nom­men, um die Nut­zung erneu­er­ba­rer Ener­gien...

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Mey­er: „Solar­pa­ket gibt Schub für Aus­bau der Erneuerbaren“

BUNDESKABINETT BESCHLIESST ERLEICHTERUNGEN FÜR BAU UND BETRIEB VON SOLARANLAGE Für Pri­vat­leu­te und gewerb­li­che Betrei­ber soll der Bau und Betrieb von...

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Solar­pa­ket 1: Gesetz­ent­wurf ermög­licht rück­wärts­lau­fen­de Zäh­ler und beschleu­nigt Anmel­dung von PV-Kleinanlagen

  Solar­pa­ket I: Neue Maß­nah­men für einen beschleu­nig­ten Photovoltaik-Ausbau Im Rah­men des Solar­pa­kets 1 gibt es posi­ti­ve Ände­run­gen für Ver­brau­cher,...

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Nie­der­sach­sen treibt sei­ne Pho­to­vol­ta­ikof­fen­si­ve vor­an: Ver­trags­ab­schluss über rund 355.000 qm

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Bun­des­netz­agen­tur warnt vor man­gel­haf­ten Solar­wech­sel­rich­tern für Balkonanlagen

Die Bun­desetz­agen­tur warnt vor mög­li­chen Gefah­ren bei unzu­läs­si­gen Wech­sel­rich­tern für Pho­to­vol­ta­ik-Anla­gen im sta­tio­nä­ren und im Online­han­del. Die Bun­des­netz­agen­tur hat ver­schie­de­ne...