Politik

Bei­trä­ge 2022: Kran­ken­kas­sen haben im 1. Halb­jahr 2021 ein Defi­zit von 1,9 Mrd. Euro verbucht.

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Finanz­ent­wick­lung der GKV im 1. Halb­jahr 2021

Die 103 gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen haben im 1. Halb­jahr 2021 ein Defi­zit von 1,9 Mrd. Euro ver­bucht. Hier­bei ist berück­sich­tigt, dass die Kran­ken­kas­sen in die­sem Jahr pro Quar­tal rund 2 Mrd. Euro ihrer Finanz­re­ser­ven an den Gesund­heits­fonds abfüh­ren. Die Finanz­re­ser­ven der Kran­ken­kas­sen betru­gen Ende Juni 2021 rund 14,8 Mrd. Euro und ent­spre­chen damit im Durch­schnitt 0,6 Monats­aus­ga­ben. Die gesetz­lich vor­ge­se­he­ne Min­dest­re­ser­ve für die ein­zel­nen Kran­ken­kas­sen beträgt 0,2 Monatsausgaben.

“Die Pan­de­mie hat auch im 1. Halb­jahr 2021 die Ein­nah­men- und Aus­ga­ben­ent­wick­lung der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung deut­lich geprägt. Trotz­dem ist es uns gelun­gen, für 2021 die Zusatz­bei­trags­sät­ze der Kran­ken­kas­sen sta­bil und damit die Sozi­al­ab­ga­ben unter 40 Pro­zent zu hal­ten. Das ist auch das gesetz­lich fest­ge­leg­te Ziel für 2022. Sobald im Okto­ber eine aktu­el­le Finanz­pro­gno­se für die GKV vor­liegt, prü­fen wir, ob der von der Koali­ti­on beschlos­se­ne ergän­zen­de Bun­des­zu­schuss von sie­ben Mrd. Euro ange­passt wer­den muss. Klar ist: Die Bun­des­re­gie­rung steht zur gesetz­li­chen Sozi­al­ga­ran­tie.” — Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn

Den Ein­nah­men der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen in Höhe von rund 138,4 Mrd. Euro stan­den Aus­ga­ben von rund 140,3 Mrd. Euro gegen­über. Die Aus­ga­ben für Leis­tun­gen und Ver­wal­tungs­kos­ten ver­zeich­ne­ten bei nahe­zu kon­stan­ten Ver­si­cher­ten­zah­len einen Zuwachs von 6,4 Pro­zent. Der durch­schnitt­lich von den Kran­ken­kas­sen erho­be­ne Zusatz­bei­trags­satz war im 1. Halb­jahr sta­bil bei 1,28 Pro­zent und damit leicht unter­halb des Ende Okto­ber 2020 für das Jahr 2021 bekannt gege­be­nen durch­schnitt­li­chen Zusatz­bei­trags­sat­zes von 1,3 Prozent.


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Unter­schied­li­che Finanz­ent­wick­lung nach Krankenkassenarten

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Ergeb­nis des Gesundheitsfonds

Der Gesund­heits­fonds, der zum Stich­tag 15. Janu­ar 2021 über eine Liqui­di­täts­re­ser­ve in einer Grö­ßen­ord­nung von rund 5,9 Mrd. Euro ver­füg­te, ver­zeich­ne­te im 1. Halb­jahr 2021 ein Defi­zit von 311 Mio. Euro.

Die Bei­trags­ein­nah­men (ohne Zusatz­bei­trä­ge) stie­gen im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um 3,3 Pro­zent. Die­ser Anstieg blieb damit wei­ter hin­ter den Ver­än­de­rungs­ra­ten der Jah­re vor Beginn der Covid-19-Pan­de­mie mit durch­schnitt­lich über vier Pro­zent zurück.

Der Anstieg der gesam­ten Ein­nah­men des Gesund­heits­fonds um 15,6 Pro­zent geht zu einem gro­ßen Teil auf die Erstat­tun­gen des Bun­des im Rah­men der Covid-19-Pan­de­mie zurück. Die­se belie­fen sich im 1. Halb­jahr 2021 auf ca. 10,7 Mrd. Euro.

Ent­wick­lun­gen bei den Ausgaben

Bei den Kran­ken­kas­sen gab es im 1. Halb­jahr 2021 einen abso­lu­ten Aus­ga­ben­zu­wachs bei Leis­tun­gen und Ver­wal­tungs­kos­ten von 6,4 Pro­zent. Die Leis­tungs­aus­ga­ben stie­gen um 6,7 Pro­zent, die Ver­wal­tungs­kos­ten um 0,3 Pro­zent. Bei der Inter­pre­ta­ti­on die­ser Ver­än­de­rungs­ra­ten ist aller­dings zu berück­sich­ti­gen, dass die Aus­ga­ben­zu­wäch­se des 1. Halb­jahrs auf einen sehr nied­ri­gen Aus­ga­ben­so­ckel des ent­spre­chen­den Vor­jah­res­halb­jah­res auf­set­zen, der ins­be­son­de­re im 2. Quar­tal des ver­gan­ge­nen Jah­res wäh­rend des ers­ten Lock­downs von erheb­li­chen Rück­gän­gen bei den von den Kran­ken­kas­sen zu tra­gen­den Aus­ga­ben in einer Rei­he von Leis­tungs­be­rei­chen geprägt war. Da der Aus­ga­ben­so­ckel des 2. Halb­jah­res 2020 deut­lich höher lag als im 1. Halb­jahr, ist ten­den­zi­ell zu erwar­ten, dass sich die Zuwachs­ra­ten im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf wie­der abfla­chen werden.

Zwei­stel­li­ge Aus­ga­ben­zu­wäch­se gab es im 1. Halb­jahr 2021 im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum vor allem bei Heil­mit­tel (+23,4 Pro­zent), bei zahn­ärzt­li­cher Behand­lung (+13,2 Pro­zent) und beim Zahn­ersatz (+22,1 Pro­zent) sowie bei ärzt­li­chen Früh­erken­nungs­maß­nah­men (+13,4 Pro­zent). Die­se hohen Zuwäch­se sind zum einem Teil auf Ein­brü­che im Leis­tungs­ge­sche­hen des Ver­gleichs­halb­jah­res zurück­zu­füh­ren, zu einem ande­ren Teil auf deut­li­che Preis­an­he­bun­gen bei­spiels­wei­se bei Heil­mit­teln oder auf Leis­tungs­aus­wei­tun­gen beim Zahn­ersatz (höhe­re Zuschüsse).

Auch die gro­ßen Aus­ga­ben­be­rei­che haben sich deut­lich auf einer nied­ri­gen Aus­gangs­ba­sis des Vor­jah­res­zeit­raums dyna­misch ent­wi­ckelt. So sind die Aus­ga­ben der Kran­ken­kas­sen für Kran­ken­haus­be­hand­lun­gen um 5,7 Pro­zent, für ambu­lant-ärzt­li­che Behand­lun­gen um 6,8 Pro­zent und für Arz­nei­mit­tel um 4,1 Pro­zent gestie­gen. Die Dyna­mik ist basis­be­dingt bei den Kran­ken­haus­aus­ga­ben auf den star­ken Bele­gungs­rück­gang im ers­ten Lock­down im Früh­jahr 2020 zurück­zu­füh­ren. Aus Bun­des­mit­teln haben die Kran­ken­häu­ser bzw. Vor­sor­ge- und Reha-Ein­rich­tun­gen von Janu­ar bis Juni 2021 ins­ge­samt rund 5,2 Mrd. Euro an Aus­gleichs­zah­lun­gen erhalten.

Die Kran­ken­geld­aus­ga­ben stie­gen im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum um 2,5 Pro­zent. Die dar­in ent­hal­te­nen Auf­wen­dun­gen für Kin­der­kran­ken­geld, die aller­dings ledig­lich rund 4 % der gesam­ten Aus­ga­ben für Kran­ken­geld aus­ma­chen, haben sich hin­ge­gen mehr als ver­dop­pelt. Dies ist vor allem auf die Erwei­te­rung des Anspruchs für Eltern, die ihre Kin­der pan­de­mie­be­dingt zu Hau­se betreu­en, und die Ver­län­ge­rung der mög­li­chen Anspruchs­dau­er zurückzuführen.

Bei der Inter­pre­ta­ti­on der Daten des 1. Halb­jah­res ist grund­sätz­lich zu berück­sich­ti­gen, dass die Aus­ga­ben in vie­len Leis­tungs­be­rei­chen, v. a. bei Ärz­ten und Zahn­ärz­ten, von Schät­zun­gen geprägt sind, da Abrech­nungs­da­ten häu­fig noch nicht oder nur teil­wei­se vorliegen.

Wei­te­re Entwicklung

Mit dem GVWG hat der Gesetz­ge­ber bereits einen ergän­zen­den Bun­des­zu­schuss von 7 Mrd. Euro für das Jahr 2022 beschlos­sen. Fer­ner ist das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit ver­pflich­tet, per Rechts­ver­ord­nung im Ein­ver­neh­men mit dem Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen und Zustim­mung des Bun­des­ta­ges bis Jah­res­en­de die Höhe des ergän­zen­den Bun­des­zu­schus­ses für 2022 so anzu­pas­sen, dass der durch­schnitt­li­che Zusatz­bei­trags­satz sta­bil bei 1,3 Pro­zent und somit der Gesamt­so­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trags­satz auch im kom­men­den Jahr unter 40 Pro­zent bleibt. Die Höhe des Anpas­sungs­be­darfs wird nach Aus­wer­tung der Ergeb­nis­se des GKV-Schät­zer­krei­ses, der im Okto­ber zusam­men­kommt, fest­ge­legt. Der Schät­zer­kreis, der sich aus den Finanz­ex­per­ten des Bun­des­amts für Sozia­le Siche­rung, des GKV-Spit­zen­ver­bands und des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit zusam­men­setzt, hat die gesetz­li­che Auf­ga­be, die Aus­ga­ben und Ein­nah­men der GKV für das lau­fen­de und das kom­men­de Jahr auf Basis dann vor­lie­gen­der aktu­ells­ter Erkennt­nis­se zu prognostizieren.


Politik

5.084 mög­li­che Ver­stö­ße gegen 12-Uhr-Tank­re­ge­lung in Nie­der­sach­sen – jetzt dro­hen Bußgelder

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Nie­der­sach­sen erfasst wei­te­re 5.084 mög­li­che Ver­stö­ße gegen die 12-Uhr-Tankregelung

Hannover/Niedersachsen. In Nie­der­sach­sen sind bei der Über­prü­fung der soge­nann­ten 12-Uhr-Tank­re­ge­lung wei­te­re 5.084 mög­li­che Ver­stö­ße fest­ge­stellt wor­den. Die Fäl­le betref­fen die Mona­te Mai, Juni und Juli und wer­den der­zeit für eine mög­li­che Ahn­dung nach dem Kraft­stoff­preis­an­pas­sungs­ge­setz geprüft.

Nach den bereits ver­öf­fent­lich­ten Zah­len für April lie­gen nun auch die Aus­wer­tun­gen für die drei Fol­ge­mo­na­te vor. Im Mai wur­den 2.139 mög­li­che Ver­stö­ße, im Juni 1.755 und im Juli 1.190 Fäl­le erfasst. Damit wur­den inner­halb die­ser drei Mona­te ins­ge­samt 5.084 mög­li­che Ver­stö­ße gegen die Vor­ga­ben festgestellt.

Betrof­fen waren 577 Tank­stel­len und 453 Preis­ho­heits­in­ha­ber. Als Preis­ho­heits­in­ha­ber gel­ten Unter­neh­men oder Betrei­ber, die über die Kraft­stoff­prei­se der jewei­li­gen Tank­stel­len entscheiden.

Ver­fah­ren wegen mög­li­cher Ver­stö­ße laufen

Die fest­ge­stell­ten Fäl­le wer­den nun im Rah­men von Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren geprüft. Nach den Vor­ga­ben des Kraft­stoff­preis­an­pas­sungs­ge­set­zes ist vor dem Erlass eines kon­kre­ten Buß­geld­be­schei­des zunächst eine Anhö­rung zu den Vor­wür­fen vor­ge­se­hen. Die Ver­fah­ren befin­den sich der­zeit in die­sem Stadium.

Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Grant Hen­drik Ton­ne betont, dass die soge­nann­te 12-Uhr-Rege­lung kei­ne unver­bind­li­che Emp­feh­lung sei. Preis­er­hö­hun­gen außer­halb der erlaub­ten Zeit sei­en ein Rechts­ver­stoß, der ent­spre­chend geahn­det werde.

„Wir prü­fen die mehr als 5.000 gemel­de­ten Fäl­le und ahn­den bestä­tig­te Ver­stö­ße kon­se­quent mit Buß­gel­dern“, erklär­te Ton­ne. Wer die Kraft­stoff­prei­se fest­le­ge, müs­se sich an die gel­ten­den Regeln halten.

Im April wur­den bereits 2.039 Ver­stö­ße festgestellt

Bereits für den Monat April hat­te Nie­der­sach­sen 2.039 Ver­stö­ße fest­ge­stellt. Dafür wur­den jeweils 55 Euro Ver­warn­geld verhängt.

Für Ver­stö­ße ab Mai führt das Land nun Buß­geld­ver­fah­ren durch. Für den Mai ist nach den Anga­ben ein Buß­geld von 100 Euro vor­ge­se­hen. Für die fol­gen­den Mona­te soll das Buß­geld schritt­wei­se erhöht werden.

Nach Anga­ben des Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­ums zeig­te sich zugleich ein posi­ti­ver Trend ab den Zeit­punk­ten, zu denen Ver­war­nungs­geld- und Anhö­rungs­schrei­ben zuge­stellt wur­den. Die sin­ken­den Fall­zah­len sei­en damit auch auf das Tätig­wer­den des Lan­des Nie­der­sach­sen zurückzuführen.

Wirt­schafts­mi­nis­ter for­dert Ände­rung der 12-Uhr-Regelung

Grant Hen­drik Ton­ne for­dert gleich­zei­tig eine Ände­rung der gesetz­li­chen Uhr­zeit für Preis­er­hö­hun­gen an Tank­stel­len. Die der­zei­ti­ge Rege­lung, nach der eine Preis­er­hö­hung ein­mal täg­lich um 12 Uhr erfol­gen darf, gehe am All­tag vie­ler Men­schen vorbei.

Nach Auf­fas­sung des Minis­ters könn­ten ins­be­son­de­re Berufs­tä­ti­ge mit­tags häu­fig nicht von güns­ti­ge­ren Kraft­stoff­prei­sen pro­fi­tie­ren. Wür­den Preis­er­hö­hun­gen erst um 20 Uhr erlaubt, könn­ten nach sei­ner Ein­schät­zung deut­lich mehr Men­schen nach Fei­er­abend noch zu einem güns­ti­ge­ren Preis tanken.

Ton­ne for­dert des­halb den Bund auf, die ent­spre­chen­de gesetz­li­che Rege­lung zu ändern.

Was gilt bei der 12-Uhr-Tankregelung?

Nach dem Kraft­stoff­preis­an­pas­sungs­ge­setz dür­fen Tank­stel­len ihre Prei­se der­zeit ein­mal täg­lich um 12 Uhr erhö­hen. Preis­sen­kun­gen sind dage­gen jeder­zeit möglich.

Die Markt­trans­pa­renz­stel­le für Kraft­stof­fe erfasst die Preis­mel­dun­gen und über­mit­telt die ent­spre­chen­den Daten an die Län­der. Nie­der­sach­sen prüft die gemel­de­ten Fäl­le und ist für die Ahn­dung fest­ge­stell­ter Ver­stö­ße zuständig.

Mit den nun aus­ge­wer­te­ten Mona­ten Mai, Juni und Juli kom­men damit wei­te­re 5.084 mög­li­che Ver­stö­ße zu den bereits für April erfass­ten 2.039 Fäl­len hin­zu. Ob aus den aktu­ell geprüf­ten Fäl­len tat­säch­lich Buß­gel­der ent­ste­hen, wird im wei­te­ren Ver­lauf der jewei­li­gen Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren entschieden.

Bei­trags­bild: KI-Symbolfoto

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Zucker­steu­er vor dem Start? Staud­te for­dert end­lich kla­re Ent­schei­dung aus Berlin

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Die Nie­der­säch­si­sche Minis­te­rin für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft und Ver­brau­cher­schutz Miri­am Staud­te. Bild­rech­te: BRAUERS.COM

Zucker­steu­er: Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Staud­te for­dert kla­res Signal aus Berlin

Nie­der­sach­sens Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Miri­am Staud­te drängt die Bun­des­re­gie­rung zu einer abge­stimm­ten Posi­ti­on bei der geplan­ten Zucker­steu­er. Die Debat­te dür­fe aus ihrer Sicht nicht durch inter­ne Unei­nig­keit wei­ter ver­zö­gert wer­den. Ent­schei­dend sei, den Zucker­kon­sum zu redu­zie­ren und ins­be­son­de­re Kin­der und Jugend­li­che bes­ser vor gesund­heit­li­chen Fol­gen eines hohen Zucker­kon­sums zu schützen.

Staud­te for­dert von der Bun­des­re­gie­rung ein geschlos­se­nes Vor­ge­hen. Bei einem aus ihrer Sicht über­schau­ba­ren The­ma wie der Zucker­steu­er müs­se Ber­lin „unver­züg­lich mit einer abge­stimm­ten Posi­ti­on“ auf­tre­ten. Andern­falls pro­fi­tie­re vor allem die Zucker­in­dus­trie davon, wenn das Vor­ha­ben poli­tisch wei­ter zer­re­det werde.

Die Minis­te­rin äußer­te zugleich den Ver­dacht, dass die aktu­el­le Debat­te mög­li­cher­wei­se durch ein gezielt durch­ge­sto­che­nes inter­nes Papier – einen soge­nann­ten Leak – ange­heizt wor­den sein könn­te. Dadurch kön­ne das Vor­ha­ben zusätz­lich ins Sto­cken geraten.

Ziel: Weni­ger Zucker und mehr Gesundheit

Unab­hän­gig von der kon­kre­ten Aus­ge­stal­tung einer mög­li­chen Zucker­steu­er müs­se aus Sicht Staud­tes vor allem ein Ziel im Mit­tel­punkt ste­hen: Der Zucker­kon­sum soll sin­ken und gesund­heits­schäd­li­che Fol­gen sol­len ein­ge­dämmt werden.

Beson­ders mit Blick auf Kin­der und Jugend­li­che sieht die Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin Hand­lungs­be­darf. Eine poli­ti­sche Grund­satz­ent­schei­dung zuguns­ten der Gesund­heit jun­ger Men­schen sei ihrer Auf­fas­sung nach längst überfällig.

„Wich­tig ist doch, dass end­lich etwas pas­siert und die Zucker­steu­er nun bald kommt“, erklärt Staud­te. Ent­schei­dend sei daher weni­ger die aktu­el­le poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung über ein­zel­ne Details als viel­mehr die grund­sätz­li­che Ent­schei­dung, Maß­nah­men zur Redu­zie­rung des Zucker­kon­sums auf den Weg zu bringen.

Staud­te: Gesund­heit von Kin­dern muss im Mit­tel­punkt stehen

Mit ihrer For­de­rung betei­ligt sich die nie­der­säch­si­sche Ver­brau­cher­schutz­mi­nis­te­rin an der bun­des­wei­ten Debat­te über eine mög­li­che Zucker­steu­er. Sie macht dabei deut­lich, dass sie eine schnel­le poli­ti­sche Ent­schei­dung erwartet.

Aus ihrer Sicht soll­te der Gesund­heits­schutz – ins­be­son­de­re von Kin­dern und Jugend­li­chen – Vor­rang vor den Inter­es­sen der Zucker-Lob­by haben. Eine abge­stimm­te Posi­ti­on der Bun­des­re­gie­rung sei des­halb drin­gend erforderlich.

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Politik

Nico Blo­em: Fron­tal­an­griff auf „Lifestyle-Teilzeit“-Debatte

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Blo­em kri­ti­siert CDU-Vor­stö­ße: „Her­ber Schlag gegen die Beschäftigten“

WEEENER / HANNOVER – Der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em aus Wee­ner bezieht in der aktu­el­len Debat­te um die Ein­schrän­kung der Teil­zeit­ar­beit klar Stel­lung. In einer schar­fen Reak­ti­on auf jüngs­te Vor­schlä­ge aus den Rei­hen der CDU kri­ti­siert Blo­em die Ten­denz, Arbeit­neh­mer­rech­te sys­te­ma­tisch zu schwächen.

Kri­tik an „Lifestyle“-Vorwürfen

Blo­em ord­net die aktu­el­le Dis­kus­si­on in eine Rei­he von Vor­stö­ßen ein, die nach sei­ner Auf­fas­sung den Respekt gegen­über den Arbeit­neh­mern ver­mis­sen las­sen. Ob es um die Kri­tik am Min­dest­lohn, For­de­run­gen nach län­ge­ren Arbeits­zei­ten oder die Debat­te um die tele­fo­ni­sche Krank­schrei­bung gehe – die Rhe­to­rik sei besorgniserregend.

Beson­ders deut­lich kri­ti­siert der Abge­ord­ne­te die Äuße­run­gen von Bun­des­kanz­ler Fried­rich Merz und der Vor­sit­zen­den der Mit­tel­stands- und Wirt­schafts­uni­on, Git­ta Con­ne­mann. Den Vor­wurf einer soge­nann­ten „Life­style-Teil­zeit“ bezeich­net Blo­em als realitätsfern:

„Wer einen Teil­zeit­job hat, hat in der Regel nicht genug Geld, um sei­nen Life­style in der Frei­zeit zu finan­zie­ren. Wer das meint, kennt die Rea­li­tät der Arbeits­welt nicht.“

Fokus auf Kin­der­be­treu­ung und Pfle­ge statt Einschränkungen

Für Blo­em ist Teil­zeit kein Luxus, son­dern für die meis­ten Beschäf­tig­ten eine Not­wen­dig­keit, um den All­tag zwi­schen Beruf, Kin­der­be­treu­ung und der Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen zu bewäl­ti­gen. Eine Ein­schrän­kung des Rechts auf Teil­zeit wür­de nach sei­ner Ein­schät­zung vor allem Frau­en tref­fen und den bestehen­den Fach­kräf­te­man­gel durch einen Rück­gang der Beschäf­ti­gung wei­ter verschärfen.

Statt Arbeit­neh­mer­rech­te zu beschnei­den, for­dert der SPD-Poli­ti­ker Inves­ti­tio­nen in die Infra­struk­tur des Alltags:

  • Bes­se­re Kinderbetreuung

  • Gestei­ger­te Familienfreundlichkeit

  • Stär­kung der Pflege

Schul­ter­schluss mit Arbeit­neh­mern und Unternehmen

Nico Blo­em betont, dass die Men­schen, die täg­lich „ackern“, Wert­schät­zung statt Miss­trau­en ver­dient hät­ten. Er signa­li­siert Gesprächs­be­reit­schaft, sofern es um die Ver­bes­se­rung der Ver­ein­bar­keit von Job und All­tag geht. Abschlie­ßend unter­streicht er sein Enga­ge­ment für die Regi­on: „Ich ste­he an der Sei­te aller Beschäf­tig­ten und Unter­neh­men und wer­de mich wei­ter­hin für sie ein­set­zen, weil ich sehe, was täg­lich geleis­tet wird.“

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Unfall­flucht in Hesel: Brau­ner SUV streift Mitsu­bi­shi auf der Sti­kel­kam­per Stra­ße – Poli­zei sucht Zeugen

Unfall­flucht in Hesel: Brau­ner SUV streift Mitsu­bi­shi in Kur­ve und fährt wei­ter – Poli­zei sucht Zeugen Nach einer seit­li­chen Kol­li­si­on...

Lokal

Win­ter-Öff­nungs­zei­ten der Wert­stoff­hö­fe im Land­kreis Leer: Ab 4. Novem­ber gel­ten neue Zeiten

Win­ter-Öff­nungs­zei­ten der Wert­stoff­hö­fe im Land­kreis Leer: Ab 4. Novem­ber gel­ten geän­der­te Zeiten Ab Mitt­woch, 4. Novem­ber 2026, gel­ten auf meh­re­ren...

Lokal

Coca-Cola-Weih­nachts­truck nach Moorm­er­land holen: Jetzt für Ost­fries­land abstimmen!

Gemein­sam für den guten Zweck: Ver­an­stal­ter, Orga­ni­sa­to­ren, Hel­fer und Ver­tre­ter des Eltern­ver­eins für krebs­kran­ke Kin­der und ihre Fami­li­en in Ost­fries­land...

Blaulicht

Unbe­kann­te besprü­hen Bahn­hofs­fas­sa­de und beschä­di­gen drei Autos – Poli­zei sucht Zeugen

POL-LER: Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/Emden für Sonn­tag den 01.11.2026     Wee­ner — Sachbeschädigung In dem Zeit­raum von Frei­tag, 30.10.2026,...

Lokal

Land­ge­richt Aurich: Ver­ge­wal­ti­gungs­vor­wür­fe und mut­maß­li­cher Koka­in­han­del in Ostfriesland

Land­ge­richt Aurich: Drei Straf­ver­fah­ren begin­nen im Novem­ber – Vor­wür­fe rei­chen von Ver­ge­wal­ti­gung bis Kokainhandel Aurich/Ostfriesland – Am Land­ge­richt Aurich begin­nen...

Blaulicht

Zwei­jäh­ri­ges Mäd­chen bei Ver­kehrs­un­fall mit Lauf­rad ver­letzt – Zusam­men­stoß in der Schulstraße

POL-LER: Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/Emden für Sams­tag, den 31.10.2026 Kör­per­ver­let­zung in Emden ++ Ver­kehrs­un­fall­flucht und Sach­be­schä­di­gung an Pkw in Emden...

Veranstaltung

Hal­lo­ween in Leer: Gru­sel­ge­schich­ten und schau­ri­ge Fami­li­en­füh­rung im Hei­mat­mu­se­um am 31. Oktober

Hal­lo­ween im Hei­mat­mu­se­um Leer: Drei Gru­sel­füh­run­gen am Refor­ma­ti­ons­tag – Zusatz­ter­min um 20 Uhr Leer – Hal­lo­ween steht vor der Tür und...

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