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Ernste Lage auch in Niedersachsen – erneute Verschärfung der Corona-Regelungen
In der heutigen Pressekonferenz stellten Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die neuen Corona-Verordnungen vor.
Ernste Lage auch in Niedersachsen – erneute Verschärfung der Corona-Regelungen
Bei einer immer bedrohlicheren Pandemielage werden mit Wirkung vom morgigen Mittwoch (24. November 2021) die Schutzmaßnahmen in der niedersächsischen Corona-Verordnung noch einmal deutlich ausgeweitet und intensiviert. Das Zusammentreffen vieler Menschen in Innenräumen wird nur noch geimpften und genesenen Menschen gestattet. Bei einer stärkeren Belastung des Gesundheitssystems werden diese zusätzlich einen negativen Test benötigen.
In vielen Bereichen des öffentlichen Lebens greifen von morgen an verschärfte 2G-Regeln und später in Warnstufe 2 dann auch 2Gplus-Regeln. Dies gilt etwa in der Gastronomie, bei Veranstaltungen, beim Sport, beim Frisör oder bei der Beherbergung. Maskenpflicht und Abstandsgebote werden ausgeweitet. Drinnen gelten strengere Schutzmaßnahmen als draußen!
Das niedersächsische Warnstufenkonzept wird erneut verschärft: Die Warnstufen treten früher in Kraft, Warnstufe 1 bereits ab einer 7‑Tages-Hospitalisierungsinzidenz von drei (vorher sechs), Warnstufe 2 bei einer Hospitalisierungsinzidenz von sechs und Warnstufe 3 dann bei neun. Damit wird der Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 18. November 2021 eins zu eins umgesetzt. Auch vor der Warnstufe 1 treten erste Verschärfungen bereits ab einer 7‑Tages-Neuinfektionsinzidenz von 35 ein, statt zuvor erst bei 50.
Ministerpräsident Stephan Weil: „In zahlreichen Teilen Deutschlands ist die Pandemielage dramatisch. In Niedersachsen ist sie zwar noch etwas besser, aber durchaus ernst und besorgniserregend. Das zeigen die stetig steigenden Zahlen von Corona-Patientinnen und Patienten in unseren Krankenhäusern und auf den Intensivstationen. Wir ergreifen heute bei einer landesweiten Inzidenz von 181 Schutzvorkehrungen, die andere Bundesländer erst bei deutlich höheren Werten angeordnet haben und bitten die Niedersächsinnen und Niedersachsen dafür um Verständnis. Wir wollen und müssen die Brandschutzmauer weiter erhöhen. Insbesondere ungeimpfte Menschen müssen mit teils massiven Einschränkungen rechnen – ausgenommen werden Personen, die sich nicht impfen lassen können sowie weitgehend auch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.“
Wirtschaftsminister Bernd Althusmann: „Corona geht leider in die Verlängerung. Damit sind Unternehmen und Selbstständige pandemiebedingt erneut von Umsatzeinbußen bedroht, leider erneut im umsatzstarken Weihnachtsgeschäft. Angesichts dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation ist es ein wichtiges Signal, dass der Bund der Forderung der Wirtschaftsministerinnen und ‑minister der Länder gefolgt ist und die Überbrückungshilfe III Plus sowie die Kurzarbeiterregelung bis Ende März 2022 verlängert hat. Auch auf Landesebene werden wir der von der aktuellen Entwicklung besonders betroffenen Gastronomie- und Schausteller-Branche erneut helfen und die Bundeshilfen ergänzen: Mit zusätzlichen 55 Millionen Euro sollen Gaststätten bei Investitionen unterstützt werden, die eine Modernisierung von Betrieben auch unter Pandemiebedingungen ermöglichen. Um die erwartbaren Umsatzdefizite der Schausteller- und Veranstaltungsbranche zu kompensieren, werden wir zusätzlich 25 Millionen Euro bereitstellen, mit denen die Bundeshilfen aufgestockt werden können.“
Die Gastronomie-Förderung ist eine Neuauflage des erfolgreichen Gaststättenförderprogramms, das mit bisher 94 Millionen Euro das am stärksten nachgefragte Hilfspaket im Rahmen des Sonderprogramms Tourismus und Gastronomie war. Die „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung niederschwelliger Investitionen des von der COVID-19 Pandemie betroffenen Gaststättengewerbes“ muss dafür entsprechend geändert werden. Die inhaltlichen Fördermodalitäten sollen unverändert bleiben, derzeit stimmt das Wirtschaftsministerium mit der NBank die frühestmögliche Öffnung des Antragsportals ab. Die Corona-Hilfen für die Schausteller- und Veranstaltungsbranche in Höhe von 25 Millionen Euro stammen aus dem Corona-Sondervermögen des Landes und sollen voraussichtlich zu Beginn 2022 beantragt werden können.
Die Änderungen in der Corona-Verordnung im Einzelnen:
Schon vor der Warnstufe 1, also vor einem Überschreiten des Hospitalisierungswertes 3 dürfen an Veranstaltungen mit mehr als 25 Personen in Innenräumen nur noch geimpfte, getestete oder genesene Menschen teilnehmen (3G) sobald die 7‑Tage-Neuinfektionsinzidenz bei mehr als 35 liegt. Das gilt dann im Innenbereich auch für alle Kultur‑, Sport- und Freizeiteinrichtungen, für Weihnachtsmärkte (dort auch draußen), Discotheken, Gastronomie, Beherbergung und für Körpernahe Dienstleistungen. Bei Veranstaltungen in Innenräumen mit mehr als 1.000 Personen greift bereits in dieser frühen Stufe die Beschränkung auf geimpfte und genesene Personen (2G).
In Warnstufe 1 galt schon bislang für größere Veranstaltungen in Innenräumen die Beschränkung auf geimpfte und genesene Personen (2G). Diese Beschränkung wird jetzt im Innenbereich ausgeweitet auf alle Veranstaltungen, auf Kultur‑, Sport- und Freizeiteinrichtungen, auf Discotheken, Gastronomie, Beherbergung und Körpernahe Dienstleistungen
Bei den Weihnachtsmärkten gilt in Warnstufe 1 2G drinnen und draußen. Neu ist von morgen an eine durchgängige Maskenpflicht – drinnen wie draußen und unabhängig von der Warnstufe. Die Maske darf nur kurz abgenommen oder angehoben werden, wenn gegessen oder getrunken wird.
Messen bleiben bei 3G, hier sind also weiterhin Menschen zugelassen, die geimpft, genesen oder getestet sind. Am ersten Messetag muss jedoch ein negativer PCR-Test vorgelegt werden – an jedem weiteren Tag ein POC-Test. Damit wird Niedersachsen seiner Bedeutung als internationaler Messestandort gerecht.
Ansonsten gilt in Warnstufe 1 – wie bisher – unter freiem Himmel 3G.
In Warnstufe 2 wird neu die Beschränkung auf 2Gplus eingeführt. 2Gplus bedeutet, dass zusätzlich zu einem Impf- oder Genesenennachweis ein aktueller negativer Testnachweis vorgelegt werden muss. Dies gilt in Warnstufe 2 für alle Veranstaltungen im Innenbereich (draußen 2G) und generell für Weihnachtsmärkte. Die 2Gplus Vorgabe erstreckt sich zudem auf die Innenbereiche von Kultur‑, Sport- und Freizeiteinrichtungen Discotheken, Gastronomie, Beherbergung und auf alle Körpernahen Dienstleistungen. Draußen gilt in Warnstufe 2 die Beschränkung auf 2G. Messen bleiben bei 3G – notwendig ist jetzt aber ein PCR-Test.
In Warnstufe 2 wird zudem die Maskenpflicht verschärft auf FFP2 in allen Innenbereichen!
Generell gilt, dass in Warnstufe 2 nur noch bis zu 15 Personen ohne 2Gplus in Innenbereichen bzw. 2G unter freiem Himmel zusammenkommen dürfen.
In Warnstufe 3 dürfen es dann nur noch bis zu 10 Personen sein. Für Veranstaltungen wird dann ein sehr viel strengerer Prüfungsmaßstab gelten und deutlich höhere Auflagen. Die Ausgestaltung von Warnstufe 3 erfolgt in Kürze, in Betracht kommen dabei durchaus auch besonders stark eingreifende Maßnahmen nach § 28 a Infektionsschutzgesetz. Hierfür wird dann gegebenenfalls der Landtag vorab um Feststellung der konkreten Gefahr der epidemischen Ausbreitung der Coronavirus-Krankheit gebeten werden.
Unabhängig von der jeweiligen Warnstufe sind Jugendliche bereits von morgen an im Hinblick auf den Zutritt zu Discotheken nicht mehr privilegiert. Alle über 12-Jährigen müssen bei 2G im Innenbereich einen Impf- oder Genesenennachweis vorzeigen, bei 2Gplus zusätzlich einen Nachweis über einen negativen Test. Alle weiteren noch bestehenden Privilegierungen werden zum 1. Januar 2022 fallen – auch Jugendliche müssen sich also dringend impfen lassen, wenn sie auch im nächsten Jahr am öffentlichen Leben teilnehmen wollen.
In sämtlichen Warnstufen gilt zudem, dass die Privilegierungen bei 2G (kein Abstand, keine Maske) zurückgenommen werden. Und es gibt zukünftig keinen Bestandsschutz mehr für bereits genehmigte Veranstaltungen. Die Kommunen werden gebeten, bereits erteilte Genehmigungen dahingehend zu überprüfen, ob der Schutzstandard geplanter Veranstaltungen hinter dem der morgen in Kraft tretenden Regeln zurückbleibt. Alle Veranstalterinnen und Veranstalter sollen die neuen, strengeren Regeln einhalten.
Ministerpräsident Weil appelliert: „Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger dieses Landes, sich der sehr ernsten Lage bewusst zu sein und sich entsprechend verantwortungsvoll zu verhalten. Wir werden die Einhaltung der neuen Regelung nicht alle staatlich kontrollieren können, auch wenn die Kontrollen selbstverständlich stark ausgeweitet werden. Letztlich sind wir darauf angewiesen, dass sich jede Bürgerin und jeder Bürger freiwillig an die neuen Regeln hält und dass Veranstalter, Gastronomen, Frisöre, Trainer etc. sehr gewissenhaft Zugangskontrollen vornehmen.
Wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen, um die vierte Welle zu bremsen. Das wird erneut ein Kraftakt werden, deshalb meine herzliche Bitte an alle Bürgerinnen und Bürger: Helfen Sie mit, verhalten Sie sich umsichtig und verantwortungsvoll, reduzieren Sie ihre Kontakte, schützen Sie sich und andere!“
Impfen – Erst- und Zweitimpfungen sowie Auffrischungen
Ein weiterer wesentlicher Beitrag zur Überwindung der Pandemie ist und bleibt das Impfen. Dazu Sozialministerin Daniela Behrens: „Die Inzidenzen steigen, die Auslastung unserer Intensivstationen nimmt zu, die Lage ist besorgniserregend. Und doch steht Niedersachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern eher gut da. Mit unserer Impfquote sind wir unter den Top 5. Das ist gut, denn Impfen ist und bleibt der wichtigste Faktor für ein Ende der Pandemie. Deswegen haben wir die Impfkapazitäten noch einmal erheblich hochgefahren.
Im Fokus diesen Winters stehen die Auffrischungsimpfungen, um insbesondere die stark gefährdeten alten und kranken Menschen vor einer schweren Covid-Erkrankung zu schützen. Daneben behalten wir die Erst- und Zweitimpfungen im Blick. Denn es gilt, vor allem die Impflücke zu schließen.
Wir müssen die noch nicht geimpften Menschen erreichen und von den Vorteilen einer Impfung überzeugen, um weitere Wellen möglichst zu verhindern. Dazu tragen die leider notwendigen 2G-Regelungen und unsere Impfwerbekampagne ‚Geimpft sind wir stärker. Darum impfen, schützen, testen!‘ bei. Mit vielen niedrigschwelligen Impfangeboten, die wir gemeinsam mit den mobilen Teams der Kommunen und der Ärzteschaft erfolgreich auf den Weg gebracht haben und noch weiter ausbauen werden, leisten wir einen wichtigen Beitrag für den Gesundheitsschutz und zur Bewältigung der Lage. Die mobilen Impfteams können voraussichtlich bis Jahresende rund 770.000 Impfungen durchführen, die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte noch einmal etwa 2 Millionen. Insgesamt sind also bis zu 2,8 Millionen Impfungen in Niedersachsen möglich. Damit erhöhen die Impfquote weiter und meistern die anstehenden Auffrischungen.“
Ministerpräsident Stephan Weil: „Wir werden das Virus nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Griff bekommen – das gilt in der aktuell besonders schwierigen Lage mehr denn je. Die überwiegende Mehrheit der Niedersächsinnen und Niedersachsen verhält sich umsichtig und verantwortungsvoll – vor allem auch deshalb stehen wir bei Infektionen und Impfquote besser da als zahlreiche andere Länder. Viele empfinden es als große Zumutung, dass sich noch so viele Erwachsene nicht impfen lassen wollen – das geht mir ganz genauso. Es sind die Ungeimpften, die unserer Gesundheitssystem zunehmend an seine Belastungsgrenze bringen, deshalb sind massive Einschränkungen für diesen Personenkreis mehr als gerechtfertigt. Ich appelliere dringend an alle Ungeimpften: Lassen Sie sich jetzt bitte endlich impfen, damit Sie nicht doch noch schwer erkranken und wir alle aus diesem Teufelskreis der Pandemie herauskommen.“
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Die Grand Dame des Plattdeutschen: Das Vermächtnis von Wilhelmine Siefkes
Ein bleibendes Denkmal für Leer: Der Wilhelmine-Siefkes-Platz. Als Würdigung für eine der prägendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts benannte die Stadt Leer am 23. September 2011 feierlich den Wilhelmine-Siefkes-Platz. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag

Wilhelmine Siefkes (1890–1984)
Die bekannte Leeraner Schriftstellerin, Pädagogin und christliche Sozialdemokratin prägte maßgeblich die niederdeutsche Literatur. Während der NS-Zeit mit einem Veröffentlichungsverbot belegt, schrieb sie unter dem Pseudonym Wilmke Anners.
Ihr 1939 veröffentlichter Roman Keerlke gilt als ihr Hauptwerk. Nach dieser bekannten Romanfigur ist heute der wichtigste ostfriesische Preis für Verdienste um die plattdeutsche Sprache benannt. Zudem wirkte Siefkes als literarische Übersetzerin aus dem Niederländischen und Westfriesischen.
Stadtführung in Leer: Auf den Spuren von Wilhelmine Siefkes
Erleben Sie eine Zeitreise durch Leer: Am Sonntag, den 17. Mai 2026, lädt eine besondere Stadtführung dazu ein, das beeindruckende Leben der Ehrenbürgerin Wilhelmine Siefkes (1890–1984) kennenzulernen. Die Tour findet im Rahmen der landesweiten Initiative „frauenORTE“ statt und beleuchtet die Stationen einer Frau, die als Autorin, Lehrerin und politische Vorkämpferin Geschichte schrieb.
Alle Infos zur Stadtführung auf einen Blick:
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Termin: Sonntag, 17. Mai 2026, um 11:30 Uhr
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Treffpunkt: Bahnübergang Bremer Straße / Ecke Reimersstraße
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Dauer: ca. 1,5 Stunden
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Kosten: 7,50 € pro Person
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Ziel: Wilhelmine-Siefkes-Platz
Von der „Goldenen Kuh“ in die Politik
Die Führung nimmt Sie mit zu den wichtigsten Lebensstationen der bekanntesten Schriftstellerin Ostfrieslands.
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Das Geburtshaus: In der Rathausstraße 9 (Haus „Goldene Kuh“) erblickte Wilhelmine Siefkes 1890 das Licht der Welt. Das historische Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Häusern der Leeraner Altstadt.
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Politisches Erwachen: Als eine der ersten Frauen in der Leeraner Politik stritt sie ab 1928 für die SPD und im „Volksboten“ gegen soziale Not und für die Rechte der Arbeiterfamilien.
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Widerstand und „Keerlke“: Aufgrund ihrer Weigerung, den Treueeid auf die Nationalsozialisten zu leisten, verlor sie 1933 ihre Stelle als Lehrerin. In dieser schweren Zeit entstand ihr berühmtester Roman „Keerlke“, ein Meilenstein der plattdeutschen Literatur.
Die Wilhelmine-Siefkes-Schule in Leer: Ein Denkmal der Bildungsgeschichte
Im Herzen der Stadt Leer, an der Königstraße, steht ein beeindruckendes Zeugnis norddeutscher Schularchitektur: die Wilhelmine-Siefkes-Schule. Errichtet in den Jahren 1852/53 als städtisches Schulhaus, spiegelt der Bau die wechselvolle Bildungs- und Verwaltungsgeschichte der Region wider. Seit 1984 steht das historische Gebäude unter Denkmalschutz und trägt heute den Namen der Ehrenbürgerin, Lehrerin und bedeutenden Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes.

Als dieses 1909 in den Neubau des heutigen Ubbo-Emmius-Gymnasiums umzog, begann eine Phase multipler Nutzungen:
Frühes 20. Jahrhundert: Einzug der Handwerkerschule und der Präparandenanstalt.
Ab 1929: Nutzung als Finanzamt der Stadt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Funktion als Berufsschule.
Ab 1967: Sitz der katholischen Ludgerischule.
Spätere Moderne: Nutzung durch die Volkshochschule (VHS).
Heute schlägt das historische Gemäuer eine Brücke in die Moderne. Neben der Funktion als Kreismedienzentrum bietet das Gebäude Raum für soziale Infrastruktur und dient als Standort für eine vorläufige Kindertagesstätte. Damit bleibt die ehemalige Wilhelmine-Siefkes-Schule auch ohne aktiven Regelschulbetrieb ein lebendiger Ort des Lernens und der Gemeinschaft im Stadtbild von Leer.


Ein Vermächtnis, das bleibt
Nach dem Krieg widmete sich Wilhelmine Siefkes ganz der Literatur und der Heimatpflege. Für ihr Wirken erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Leer.
Die Stadtführung macht dieses Erbe greifbar. Sie führt von den engen Gassen der Altstadt bis hin zu ihrem langjährigen Wohnsitz am Großen Oldekamp. Entdecken Sie, warum Wilhelmine Siefkes bis heute als eine der interessantesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Ostfriesland gilt.
Die Tour endet am Wilhelmine-Siefkes-Platz, unweit des Wasserturms – ein idealer Ort, um den Spaziergang durch das historische Leer ausklingen zu lassen.

Die Tafeln an der Fassade des Hauses „Goldene Kuh“ weisen auf die historische Bedeutung des Gebäudes hin. Hier wurde im Jahr 1890 die spätere Leeraner Ehrenbürgerin und Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes geboren. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag

In der Rathausstraße 9, dem geschichtsträchtigen Haus „Goldene Kuh“, erblickte Wilhelmine Siefkes im Jahr 1890 das Licht der Welt. Das historische Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern im historischen Stadtkern von Leer. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag


Am 28. August 1984 verstarb die Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes im Alter von 94 Jahren friedlich in ihrem Arbeitszimmer im Großen Oldekamp 2 in Leer. Das Foto zeigt das Familiengrab auf dem lutherischen Friedhof an der Heisfelder Straße, wo sie ihre letzte Ruhe fand. Während der Beerdigungsfeier sprach die bekannte Lyrikerin Greta Schoon aus Spetzerfehn ein Gedicht aus der Feder von Wilhelmine Siefkes. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag
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Kitzrettung Moormerland: Erfolgreicher Saisonstart & Helferaufruf
Während der dichte Nebel noch über den Wiesen von Moormerland liegt und die erste Morgensonne den Horizont färbt, sind unsere Teams bereits hochkonzentriert im Einsatz. Jeder Lichtpunkt auf dem Monitor der Wärmebilddrohne könnte ein Leben bedeuten. Ein Moment voller Stille, Technik und Hoffnung.
Wettlauf gegen die Mähwerke: Ein hoffnungsvoller Saisonstart in den Moormerländer Wiesen
Die Kitzrettung-Moormerland e. V. zieht eine erste positive Bilanz der neuen Saison
Ein goldener Start in die neue Rettungssaison
Wenn die ersten Sonnenstrahlen des 07. Mai die nebelverhangenen Weiden Moormerlands in ein goldenes Licht tauchten, begann für die ehrenamtlichen Helfer der Kitzrettung-Moormerland e. V. eine neue, entscheidende Zeit. Es ist der Startschuss in eine Saison, in der jede Minute zählt, um das Leben der kleinsten Wiesenbewohner zu bewahren. Die ersten Einsätze liegen bereits hinter dem Team – und sie waren von Erfolg, Teamgeist und atemberaubenden Naturmomenten geprägt.
Präzisionsarbeit aus der Luft: 142 Hektar bereits gesichert
In den kühlen, frühen Morgenstunden wurden bereits beeindruckende 142 Hektar Grünland systematisch mit modernster Drohnentechnik abgesucht. Das Ziel ist klar: Wildtiere vor dem grausamen Mähtod zu bewahren. Auch wenn in diesen ersten Tagen glücklicherweise noch keine Kitze direkt gesichert werden mussten, war die Arbeit alles andere als ereignislos.
Artenvielfalt hautnah: Besondere Begegnungen am Wiesenrand
Die Helfer erlebten hautnah, wie lebendig unsere Heimat ist. Neugierige Kuhherden beobachteten die Arbeit der Teams, zahlreiche Hasen und Gänse kreuzten die Wege, und sogar tragende Ricken sowie ein prächtiger Rehbock konnten in ihrem natürlichen Habitat beobachtet werden. Ein besonderer Erfolg war bereits zu verzeichnen: Mehrere Hasenbabys konnten erfolgreich gesichert werden und sind nun in Sicherheit.
Geduldsprobe im Morgengrauen: Zwischen Action und Naturidylle
Für eine Prise „Action“ sorgten derweil die gefiederten Bewohner: Mehrere Austernfischer lieferten sich lautstarke Begleitflüge mit der Drohne. Die Teams bewiesen hierbei viel Geduld und Fingerspitzengefühl, um die Tiere nicht zu stören und dennoch die Flächen lückenlos zu kontrollieren. Die besondere Stimmung am frühen Morgen, wenn der dichte Nebel über den Wiesen aufsteigt und die Natur erwacht, entschädigt dabei für jedes frühe Aufstehen.

Ausblick & Dringender Aufruf
Das Fazit der ersten Tage fällt durchweg positiv aus. Die Zusammenarbeit im Team funktioniert reibungslos, und die Motivation ist hoch. Doch die größte Herausforderung steht erst noch bevor: Mit den angekündigten trockeneren Tagen wird das Einsatzaufkommen in den kommenden Wochen massiv ansteigen. Die ersten Anfragen der Landwirte liegen bereits vor.
Helfer dringend gesucht! Die Kitzrettung-Moormerland kämpft aktuell mit personellen Ausfällen. Um den Schutz der Tiere flächendeckend gewährleisten zu können, werden dringend weitere Helfer und Drohnenpiloten gesucht. Du bist mindestens 16 Jahre alt, ein Frühaufsteher und möchtest aktiv zum Tierschutz beitragen? Dann melde dich direkt per Telefon oder Messenger unter dem folgenden Link: https://www.facebook.com/share/1CtsNEE9pt/
Unterstützung durch Spenden
Der Schutz unserer Wildtiere ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Kitzrettung finanziert sich durch Engagement und Spenden. Wer die Arbeit finanziell unterstützen möchte – sei es für Technik, Ausrüstung oder als Fördermitglied – findet hier die Details:
Spendenkonto: Kitzrettung-Moormerland Raiffeisenbank Moormerland IBAN: DE45 2856 3749 3003 1168 00 BIC: GENODEF1MML
(Auf Wunsch kann eine Spendenquittung ausgestellt werden)
Spenden sind auch unkompliziert via PayPal möglich. Informationen dazu sowie zur Fördermitgliedschaft finden Sie auf der Homepage: Kitzrettung-Moormerland.de
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Kondolenzbuch für Ehrenbürger Albrecht Weinberg eingerichtet
In stillem Gedenken an Albrecht Weinberg: Das Online-Kondolenzbuch ist ab sofort geöffnet; ab dem 19. Mai liegt zudem ein Buch im Historischen Rathaus aus.
In stillem Gedenken: Kondolenzbücher für Ehrenbürger Albrecht Weinberg
Der Landkreis und die Stadt Leer trauern um ihren Ehrenbürger Albrecht Weinberg, der am 12. Mai verstorben ist. Sein unermüdlicher Einsatz als Zeitzeuge und seine Mahnungen gegen das Vergessen haben tiefe Spuren in den Herzen der Menschen hinterlassen. Um allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihre persönliche Anteilnahme auszudrücken und Abschied zu nehmen, wurden nun verschiedene Wege des Gedenkens geschaffen.
Digitales Gedenken ab sofort
Für all jene, die ihre Gedanken zeitnah und ortsunabhängig teilen möchten, ist bereits ein Online-Kondolenzbuch eingerichtet worden. Unter der folgenden Adresse können persönliche Erinnerungen und Abschiedsworte hinterlassen werden:
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Link zum Online-Portal: https://anteilnahme.online/albrecht-weinberg/
Kondolenzbuch im Historischen Rathaus
Zusätzlich zur digitalen Möglichkeit wird es einen Ort des stillen Gedenkens direkt vor Ort geben. Ab kommendem Dienstag, dem 19. Mai, wird für die Dauer von zwei Wochen ein physisches Kondolenzbuch im Erdgeschoss des Historischen Rathauses ausliegen.
Interessierte können sich zu den folgenden Zeiten eintragen:
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Montag bis Donnerstag: 09:00 – 18:00 Uhr
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Freitag: 09:00 – 13:00 Uhr
Es ist eine Einladung an alle, die Albrecht Weinbergs Lebensweg würdigen und der Familie sowie den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aussprechen möchten. In seinen Worten und in unserem gemeinsamen Gedenken wird sein Vermächtnis für Toleranz und Menschlichkeit weiterleben.
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