Politik
Beiträge 2022: Krankenkassen haben im 1. Halbjahr 2021 ein Defizit von 1,9 Mrd. Euro verbucht.
Finanzentwicklung der GKV im 1. Halbjahr 2021
Die 103 gesetzlichen Krankenkassen haben im 1. Halbjahr 2021 ein Defizit von 1,9 Mrd. Euro verbucht. Hierbei ist berücksichtigt, dass die Krankenkassen in diesem Jahr pro Quartal rund 2 Mrd. Euro ihrer Finanzreserven an den Gesundheitsfonds abführen. Die Finanzreserven der Krankenkassen betrugen Ende Juni 2021 rund 14,8 Mrd. Euro und entsprechen damit im Durchschnitt 0,6 Monatsausgaben. Die gesetzlich vorgesehene Mindestreserve für die einzelnen Krankenkassen beträgt 0,2 Monatsausgaben.
“Die Pandemie hat auch im 1. Halbjahr 2021 die Einnahmen- und Ausgabenentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung deutlich geprägt. Trotzdem ist es uns gelungen, für 2021 die Zusatzbeitragssätze der Krankenkassen stabil und damit die Sozialabgaben unter 40 Prozent zu halten. Das ist auch das gesetzlich festgelegte Ziel für 2022. Sobald im Oktober eine aktuelle Finanzprognose für die GKV vorliegt, prüfen wir, ob der von der Koalition beschlossene ergänzende Bundeszuschuss von sieben Mrd. Euro angepasst werden muss. Klar ist: Die Bundesregierung steht zur gesetzlichen Sozialgarantie.” — Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Den Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von rund 138,4 Mrd. Euro standen Ausgaben von rund 140,3 Mrd. Euro gegenüber. Die Ausgaben für Leistungen und Verwaltungskosten verzeichneten bei nahezu konstanten Versichertenzahlen einen Zuwachs von 6,4 Prozent. Der durchschnittlich von den Krankenkassen erhobene Zusatzbeitragssatz war im 1. Halbjahr stabil bei 1,28 Prozent und damit leicht unterhalb des Ende Oktober 2020 für das Jahr 2021 bekannt gegebenen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes von 1,3 Prozent.
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Unterschiedliche Finanzentwicklung nach Krankenkassenarten
Die Landwirtschaftliche Krankenkasse, die aufgrund ihrer Sonderstellung im System der GKV keine Finanzreserven an den Gesundheitsfonds abführt, erzielte einen Überschuss von 22 Mio. Euro. Alle anderen Krankenkassenarten verzeichneten Defizite in unterschiedlichen Höhen. So betrug das Defizit der Allgemeinen Ortskrankenkassen rund 1,6 Mrd. Euro, das der Ersatzkassen 14 Mio. Euro, die Innungskrankenkassen verzeichneten ein Defizit von 25 Mio. Euro, die Betriebskrankenkassen 235 Mio. Euro und die KNAPPSCHAFT buchte ein Defizit von 18 Mio. Euro. Einzelkassenbezogen verbuchten 72 Krankenkassen Defizite und 30 Krankenkassen Überschüsse. In dieser Heterogenität der Finanzergebnisse spiegelt sich auch die unterschiedliche Verteilung der Finanzreserven der einzelnen Krankenkassen als Maßstab für die Vermögensabführung wider. Von den rund 4 Mrd. Euro, die dem Gesundheitsfonds von allen gesetzlichen Krankenkassen im 1. Halbjahr zugeführt und als Zuweisungen wieder an die Krankenkassen ausgezahlt wurden, haben die AOKen etwa 2,1 Mrd. Euro, die Ersatzkassen etwa 1,1 Mrd. Euro, die Betriebskrankenkassen rund 400 Mio. Euro, die Innungskrankenkassen 240 Mio. Euro und die KNAPPSCHAFT knapp 100 Mio. Euro aufgebracht.
Ergebnis des Gesundheitsfonds
Der Gesundheitsfonds, der zum Stichtag 15. Januar 2021 über eine Liquiditätsreserve in einer Größenordnung von rund 5,9 Mrd. Euro verfügte, verzeichnete im 1. Halbjahr 2021 ein Defizit von 311 Mio. Euro.
Die Beitragseinnahmen (ohne Zusatzbeiträge) stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent. Dieser Anstieg blieb damit weiter hinter den Veränderungsraten der Jahre vor Beginn der Covid-19-Pandemie mit durchschnittlich über vier Prozent zurück.
Der Anstieg der gesamten Einnahmen des Gesundheitsfonds um 15,6 Prozent geht zu einem großen Teil auf die Erstattungen des Bundes im Rahmen der Covid-19-Pandemie zurück. Diese beliefen sich im 1. Halbjahr 2021 auf ca. 10,7 Mrd. Euro.
Entwicklungen bei den Ausgaben
Bei den Krankenkassen gab es im 1. Halbjahr 2021 einen absoluten Ausgabenzuwachs bei Leistungen und Verwaltungskosten von 6,4 Prozent. Die Leistungsausgaben stiegen um 6,7 Prozent, die Verwaltungskosten um 0,3 Prozent. Bei der Interpretation dieser Veränderungsraten ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Ausgabenzuwächse des 1. Halbjahrs auf einen sehr niedrigen Ausgabensockel des entsprechenden Vorjahreshalbjahres aufsetzen, der insbesondere im 2. Quartal des vergangenen Jahres während des ersten Lockdowns von erheblichen Rückgängen bei den von den Krankenkassen zu tragenden Ausgaben in einer Reihe von Leistungsbereichen geprägt war. Da der Ausgabensockel des 2. Halbjahres 2020 deutlich höher lag als im 1. Halbjahr, ist tendenziell zu erwarten, dass sich die Zuwachsraten im weiteren Jahresverlauf wieder abflachen werden.
Zweistellige Ausgabenzuwächse gab es im 1. Halbjahr 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum vor allem bei Heilmittel (+23,4 Prozent), bei zahnärztlicher Behandlung (+13,2 Prozent) und beim Zahnersatz (+22,1 Prozent) sowie bei ärztlichen Früherkennungsmaßnahmen (+13,4 Prozent). Diese hohen Zuwächse sind zum einem Teil auf Einbrüche im Leistungsgeschehen des Vergleichshalbjahres zurückzuführen, zu einem anderen Teil auf deutliche Preisanhebungen beispielsweise bei Heilmitteln oder auf Leistungsausweitungen beim Zahnersatz (höhere Zuschüsse).
Auch die großen Ausgabenbereiche haben sich deutlich auf einer niedrigen Ausgangsbasis des Vorjahreszeitraums dynamisch entwickelt. So sind die Ausgaben der Krankenkassen für Krankenhausbehandlungen um 5,7 Prozent, für ambulant-ärztliche Behandlungen um 6,8 Prozent und für Arzneimittel um 4,1 Prozent gestiegen. Die Dynamik ist basisbedingt bei den Krankenhausausgaben auf den starken Belegungsrückgang im ersten Lockdown im Frühjahr 2020 zurückzuführen. Aus Bundesmitteln haben die Krankenhäuser bzw. Vorsorge- und Reha-Einrichtungen von Januar bis Juni 2021 insgesamt rund 5,2 Mrd. Euro an Ausgleichszahlungen erhalten.
Die Krankengeldausgaben stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,5 Prozent. Die darin enthaltenen Aufwendungen für Kinderkrankengeld, die allerdings lediglich rund 4 % der gesamten Ausgaben für Krankengeld ausmachen, haben sich hingegen mehr als verdoppelt. Dies ist vor allem auf die Erweiterung des Anspruchs für Eltern, die ihre Kinder pandemiebedingt zu Hause betreuen, und die Verlängerung der möglichen Anspruchsdauer zurückzuführen.
Bei der Interpretation der Daten des 1. Halbjahres ist grundsätzlich zu berücksichtigen, dass die Ausgaben in vielen Leistungsbereichen, v. a. bei Ärzten und Zahnärzten, von Schätzungen geprägt sind, da Abrechnungsdaten häufig noch nicht oder nur teilweise vorliegen.
Weitere Entwicklung
Mit dem GVWG hat der Gesetzgeber bereits einen ergänzenden Bundeszuschuss von 7 Mrd. Euro für das Jahr 2022 beschlossen. Ferner ist das Bundesministerium für Gesundheit verpflichtet, per Rechtsverordnung im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen und Zustimmung des Bundestages bis Jahresende die Höhe des ergänzenden Bundeszuschusses für 2022 so anzupassen, dass der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz stabil bei 1,3 Prozent und somit der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz auch im kommenden Jahr unter 40 Prozent bleibt. Die Höhe des Anpassungsbedarfs wird nach Auswertung der Ergebnisse des GKV-Schätzerkreises, der im Oktober zusammenkommt, festgelegt. Der Schätzerkreis, der sich aus den Finanzexperten des Bundesamts für Soziale Sicherung, des GKV-Spitzenverbands und des Bundesministeriums für Gesundheit zusammensetzt, hat die gesetzliche Aufgabe, die Ausgaben und Einnahmen der GKV für das laufende und das kommende Jahr auf Basis dann vorliegender aktuellster Erkenntnisse zu prognostizieren.

Politik
5.084 mögliche Verstöße gegen 12-Uhr-Tankregelung in Niedersachsen – jetzt drohen Bußgelder
Niedersachsen erfasst weitere 5.084 mögliche Verstöße gegen die 12-Uhr-Tankregelung
Hannover/Niedersachsen. In Niedersachsen sind bei der Überprüfung der sogenannten 12-Uhr-Tankregelung weitere 5.084 mögliche Verstöße festgestellt worden. Die Fälle betreffen die Monate Mai, Juni und Juli und werden derzeit für eine mögliche Ahndung nach dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz geprüft.
Nach den bereits veröffentlichten Zahlen für April liegen nun auch die Auswertungen für die drei Folgemonate vor. Im Mai wurden 2.139 mögliche Verstöße, im Juni 1.755 und im Juli 1.190 Fälle erfasst. Damit wurden innerhalb dieser drei Monate insgesamt 5.084 mögliche Verstöße gegen die Vorgaben festgestellt.
Betroffen waren 577 Tankstellen und 453 Preishoheitsinhaber. Als Preishoheitsinhaber gelten Unternehmen oder Betreiber, die über die Kraftstoffpreise der jeweiligen Tankstellen entscheiden.
Verfahren wegen möglicher Verstöße laufen
Die festgestellten Fälle werden nun im Rahmen von Ordnungswidrigkeitenverfahren geprüft. Nach den Vorgaben des Kraftstoffpreisanpassungsgesetzes ist vor dem Erlass eines konkreten Bußgeldbescheides zunächst eine Anhörung zu den Vorwürfen vorgesehen. Die Verfahren befinden sich derzeit in diesem Stadium.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne betont, dass die sogenannte 12-Uhr-Regelung keine unverbindliche Empfehlung sei. Preiserhöhungen außerhalb der erlaubten Zeit seien ein Rechtsverstoß, der entsprechend geahndet werde.
„Wir prüfen die mehr als 5.000 gemeldeten Fälle und ahnden bestätigte Verstöße konsequent mit Bußgeldern“, erklärte Tonne. Wer die Kraftstoffpreise festlege, müsse sich an die geltenden Regeln halten.
Im April wurden bereits 2.039 Verstöße festgestellt
Bereits für den Monat April hatte Niedersachsen 2.039 Verstöße festgestellt. Dafür wurden jeweils 55 Euro Verwarngeld verhängt.
Für Verstöße ab Mai führt das Land nun Bußgeldverfahren durch. Für den Mai ist nach den Angaben ein Bußgeld von 100 Euro vorgesehen. Für die folgenden Monate soll das Bußgeld schrittweise erhöht werden.
Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums zeigte sich zugleich ein positiver Trend ab den Zeitpunkten, zu denen Verwarnungsgeld- und Anhörungsschreiben zugestellt wurden. Die sinkenden Fallzahlen seien damit auch auf das Tätigwerden des Landes Niedersachsen zurückzuführen.
Wirtschaftsminister fordert Änderung der 12-Uhr-Regelung
Grant Hendrik Tonne fordert gleichzeitig eine Änderung der gesetzlichen Uhrzeit für Preiserhöhungen an Tankstellen. Die derzeitige Regelung, nach der eine Preiserhöhung einmal täglich um 12 Uhr erfolgen darf, gehe am Alltag vieler Menschen vorbei.
Nach Auffassung des Ministers könnten insbesondere Berufstätige mittags häufig nicht von günstigeren Kraftstoffpreisen profitieren. Würden Preiserhöhungen erst um 20 Uhr erlaubt, könnten nach seiner Einschätzung deutlich mehr Menschen nach Feierabend noch zu einem günstigeren Preis tanken.
Tonne fordert deshalb den Bund auf, die entsprechende gesetzliche Regelung zu ändern.
Was gilt bei der 12-Uhr-Tankregelung?
Nach dem Kraftstoffpreisanpassungsgesetz dürfen Tankstellen ihre Preise derzeit einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich.
Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe erfasst die Preismeldungen und übermittelt die entsprechenden Daten an die Länder. Niedersachsen prüft die gemeldeten Fälle und ist für die Ahndung festgestellter Verstöße zuständig.
Mit den nun ausgewerteten Monaten Mai, Juni und Juli kommen damit weitere 5.084 mögliche Verstöße zu den bereits für April erfassten 2.039 Fällen hinzu. Ob aus den aktuell geprüften Fällen tatsächlich Bußgelder entstehen, wird im weiteren Verlauf der jeweiligen Ordnungswidrigkeitenverfahren entschieden.
Beitragsbild: KI-Symbolfoto
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Politik
Zuckersteuer vor dem Start? Staudte fordert endlich klare Entscheidung aus Berlin
Zuckersteuer: Verbraucherschutzministerin Staudte fordert klares Signal aus Berlin
Niedersachsens Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte drängt die Bundesregierung zu einer abgestimmten Position bei der geplanten Zuckersteuer. Die Debatte dürfe aus ihrer Sicht nicht durch interne Uneinigkeit weiter verzögert werden. Entscheidend sei, den Zuckerkonsum zu reduzieren und insbesondere Kinder und Jugendliche besser vor gesundheitlichen Folgen eines hohen Zuckerkonsums zu schützen.
Staudte fordert von der Bundesregierung ein geschlossenes Vorgehen. Bei einem aus ihrer Sicht überschaubaren Thema wie der Zuckersteuer müsse Berlin „unverzüglich mit einer abgestimmten Position“ auftreten. Andernfalls profitiere vor allem die Zuckerindustrie davon, wenn das Vorhaben politisch weiter zerredet werde.
Die Ministerin äußerte zugleich den Verdacht, dass die aktuelle Debatte möglicherweise durch ein gezielt durchgestochenes internes Papier – einen sogenannten Leak – angeheizt worden sein könnte. Dadurch könne das Vorhaben zusätzlich ins Stocken geraten.
Ziel: Weniger Zucker und mehr Gesundheit
Unabhängig von der konkreten Ausgestaltung einer möglichen Zuckersteuer müsse aus Sicht Staudtes vor allem ein Ziel im Mittelpunkt stehen: Der Zuckerkonsum soll sinken und gesundheitsschädliche Folgen sollen eingedämmt werden.
Besonders mit Blick auf Kinder und Jugendliche sieht die Verbraucherschutzministerin Handlungsbedarf. Eine politische Grundsatzentscheidung zugunsten der Gesundheit junger Menschen sei ihrer Auffassung nach längst überfällig.
„Wichtig ist doch, dass endlich etwas passiert und die Zuckersteuer nun bald kommt“, erklärt Staudte. Entscheidend sei daher weniger die aktuelle politische Auseinandersetzung über einzelne Details als vielmehr die grundsätzliche Entscheidung, Maßnahmen zur Reduzierung des Zuckerkonsums auf den Weg zu bringen.
Staudte: Gesundheit von Kindern muss im Mittelpunkt stehen
Mit ihrer Forderung beteiligt sich die niedersächsische Verbraucherschutzministerin an der bundesweiten Debatte über eine mögliche Zuckersteuer. Sie macht dabei deutlich, dass sie eine schnelle politische Entscheidung erwartet.
Aus ihrer Sicht sollte der Gesundheitsschutz – insbesondere von Kindern und Jugendlichen – Vorrang vor den Interessen der Zucker-Lobby haben. Eine abgestimmte Position der Bundesregierung sei deshalb dringend erforderlich.
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Politik
Nico Bloem: Frontalangriff auf „Lifestyle-Teilzeit“-Debatte
Bloem kritisiert CDU-Vorstöße: „Herber Schlag gegen die Beschäftigten“
WEEENER / HANNOVER – Der SPD-Landtagsabgeordnete Nico Bloem aus Weener bezieht in der aktuellen Debatte um die Einschränkung der Teilzeitarbeit klar Stellung. In einer scharfen Reaktion auf jüngste Vorschläge aus den Reihen der CDU kritisiert Bloem die Tendenz, Arbeitnehmerrechte systematisch zu schwächen.
Kritik an „Lifestyle“-Vorwürfen
Bloem ordnet die aktuelle Diskussion in eine Reihe von Vorstößen ein, die nach seiner Auffassung den Respekt gegenüber den Arbeitnehmern vermissen lassen. Ob es um die Kritik am Mindestlohn, Forderungen nach längeren Arbeitszeiten oder die Debatte um die telefonische Krankschreibung gehe – die Rhetorik sei besorgniserregend.
Besonders deutlich kritisiert der Abgeordnete die Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz und der Vorsitzenden der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Gitta Connemann. Den Vorwurf einer sogenannten „Lifestyle-Teilzeit“ bezeichnet Bloem als realitätsfern:
„Wer einen Teilzeitjob hat, hat in der Regel nicht genug Geld, um seinen Lifestyle in der Freizeit zu finanzieren. Wer das meint, kennt die Realität der Arbeitswelt nicht.“
Fokus auf Kinderbetreuung und Pflege statt Einschränkungen
Für Bloem ist Teilzeit kein Luxus, sondern für die meisten Beschäftigten eine Notwendigkeit, um den Alltag zwischen Beruf, Kinderbetreuung und der Pflege von Angehörigen zu bewältigen. Eine Einschränkung des Rechts auf Teilzeit würde nach seiner Einschätzung vor allem Frauen treffen und den bestehenden Fachkräftemangel durch einen Rückgang der Beschäftigung weiter verschärfen.
Statt Arbeitnehmerrechte zu beschneiden, fordert der SPD-Politiker Investitionen in die Infrastruktur des Alltags:
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Bessere Kinderbetreuung
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Gesteigerte Familienfreundlichkeit
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Stärkung der Pflege
Schulterschluss mit Arbeitnehmern und Unternehmen
Nico Bloem betont, dass die Menschen, die täglich „ackern“, Wertschätzung statt Misstrauen verdient hätten. Er signalisiert Gesprächsbereitschaft, sofern es um die Verbesserung der Vereinbarkeit von Job und Alltag geht. Abschließend unterstreicht er sein Engagement für die Region: „Ich stehe an der Seite aller Beschäftigten und Unternehmen und werde mich weiterhin für sie einsetzen, weil ich sehe, was täglich geleistet wird.“
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