Wirtschaft

Hand­werk 2024/25: Rezes­si­on und Insol­ven­zen belas­ten, aber ers­te Hoff­nungs­zei­chen zei­gen sich

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Wirt­schafts­la­ge und Finan­zie­rung im Hand­werk 2024/25: Opti­mis­mus trotz schwie­ri­ger Rahmenbedingungen

Die aktu­el­le Lage im Hand­werk ist von einem deut­li­chen Stim­mungs­tief geprägt. Nach zwei Jah­ren Rezes­si­on sehen sich die Betrie­be mit einer anhal­tend schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on kon­fron­tiert. Laut der jüngs­ten Pres­se­mit­tei­lung von Cre­dit­re­form ist die Stim­mung im Hand­werk auf dem tiefs­ten Stand seit der Welt­fi­nanz­kri­se. Beson­ders der Bau­sek­tor lei­det unter den Aus­wir­kun­gen der wirt­schaft­li­chen Rück­schlä­ge. Doch neben den Her­aus­for­de­run­gen gibt es auch Zei­chen der Hoffnung.

Stim­mung im Hand­werk auf einem 15-Jahres-Tief

Die zwei­jäh­ri­ge Rezes­si­on hat tief­grei­fen­de Spu­ren im Hand­werk hin­ter­las­sen. Der Geschäfts­la­ge­in­dex ist auf 45,8 Punk­te gefal­len und erreicht damit den nied­rigs­ten Stand seit 2010. Nur noch 51,6 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men bewer­ten ihre Geschäfts­la­ge als gut oder sehr gut, was einen Rück­gang von 3,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr bedeu­tet. Auch die Umsät­ze zei­gen ein durch­wach­se­nes Bild: 26,9 Pro­zent der Betrie­be ver­zeich­ne­ten Rück­gän­ge, wäh­rend 25,4 Pro­zent ein Umsatz­plus meldeten.

„Die Rezes­si­on trifft das Hand­werk mit vol­ler Wucht“, kom­men­tiert Patrik-Lud­wig Hantzsch, Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung. Beson­ders die Bau­wirt­schaft steht unter enor­mem Druck, wäh­rend Hand­werks­be­trie­be im gewerb­li­chen Bedarf leich­te Erho­lungs­ten­den­zen ver­zeich­nen. Die Repa­ra­tur­bran­che, beson­ders im Bereich von Pkw und Haus­halts­ge­rä­ten, zeigt posi­ti­ve Entwicklungen.

Opti­mis­ti­sche Umsatz­er­war­tun­gen, aber vor­sich­ti­ger Ausblick

Trotz der schwie­ri­gen Lage zei­gen sich ers­te Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Die Umsatz­pro­gno­sen der Hand­werks­be­trie­be sind weni­ger pes­si­mis­tisch als im Vor­jahr. Rund 24,3 Pro­zent der Betrie­be erwar­ten ein Umsatz­plus, was dem Vor­jah­res­wert ent­spricht. Doch der Anteil der Pes­si­mis­ten bleibt mit 22,8 Pro­zent hoch. Auch die Ertrags­aus­sich­ten sind wei­ter­hin über­wie­gend nega­tiv, auch wenn eine leich­te Ver­bes­se­rung erkenn­bar ist.

Ein erfreu­li­ches Signal ist die stei­gen­de Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Betrie­be. Der Anteil der Unter­neh­men, die Inves­ti­tio­nen pla­nen, stieg von 41,5 Pro­zent auf 49,2 Pro­zent und erreich­te damit das höchs­te Niveau seit Jah­ren. „Trotz der unsi­che­ren Aus­sich­ten könn­te das Hand­werk gemein­sam mit der Bin­nen­nach­fra­ge zur Sta­bi­li­sie­rung der Kon­junk­tur bei­tra­gen“, so Hantzsch.

Per­so­nal­ab­bau setzt sich fort

Die ange­spann­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen spie­geln sich auch im Per­so­nal­ab­bau wider. 22,9 Pro­zent der Betrie­be haben ihren Per­so­nal­be­stand redu­ziert, wäh­rend nur 19,3 Pro­zent neue Mit­ar­bei­ter ein­stell­ten. Haupt­ur­sa­che für den Per­so­nal­ab­bau ist das Aus­schei­den von Fach­kräf­ten auf­grund des Ren­ten­ein­tritts und eine zurück­hal­ten­de Ein­stel­lungs­po­li­tik auf­grund der unsi­che­ren wirt­schaft­li­chen Lage.

In den kom­men­den Mona­ten dürf­ten sai­so­na­le Effek­te jedoch zu mehr Ein­stel­lun­gen füh­ren. Etwa 21,4 Pro­zent der Unter­neh­men pla­nen, ihr Per­so­nal auf­zu­sto­cken, wäh­rend 10,6 Pro­zent wei­ter­hin Stel­len abbau­en wol­len. Lang­fris­tig bleibt jedoch die Fra­ge, ob dem Hand­werk die Fach­kräf­te feh­len wer­den, warnt Hantzsch.

Insol­ven­zen stei­gen, Eigen­ka­pi­tal­quo­te unter Druck

Die Zahl der Insol­ven­zen im Hand­werk ist 2024 um 18,9 Pro­zent auf ins­ge­samt 4.350 Fäl­le gestie­gen. Beson­ders betrof­fen sind Betrie­be im gewerb­li­chen Bedarf und im Aus­bau­ge­wer­be. „Vie­le Hand­werks­un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re im Bau­be­reich, sehen sich mit weg­bre­chen­den Auf­trä­gen kon­fron­tiert und haben mit stei­gen­den Kos­ten zu kämp­fen. Dies führt zu einem Anstieg der Insol­ven­zen“, erläu­tert Hantzsch.

Dar­über hin­aus ist die Zahl der eigen­ka­pi­tal­schwa­chen Hand­werks­be­trie­be gestie­gen. 34,5 Pro­zent der Unter­neh­men ver­fü­gen über eine Eigen­ka­pi­tal­quo­te von weni­ger als 10 Pro­zent, der höchs­te Wert seit mehr als einem Jahr­zehnt. Die stei­gen­de Abhän­gig­keit von Fremd­ka­pi­tal und unsi­che­ren Kre­dit­kon­di­tio­nen stellt eine zusätz­li­che Belas­tung dar.

Büro­kra­tie als Belas­tung für das Handwerk

Ein wei­te­res gro­ßes Pro­blem für vie­le Hand­werks­be­trie­be ist die zuneh­men­de Büro­kra­tie. 79,3 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men berich­ten von einem Anstieg des Ver­wal­tungs­auf­wands. Etwa ein Drit­tel der Betrie­be gibt an, mehr als zehn Stun­den pro Woche mit admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben zu ver­brin­gen. Der stei­gen­de büro­kra­ti­sche Auf­wand wird von den Betrie­ben als erheb­li­cher Kos­ten­fak­tor und Wett­be­werbs­nach­teil wahr­ge­nom­men. Mehr als die Hälf­te der Betrie­be muss mitt­ler­wei­le Mit­ar­bei­ter für Büro­kra­tie­auf­ga­ben abstel­len, was zu wei­te­ren Kos­ten führt.

„Es ist drin­gend not­wen­dig, den Büro­kra­tie­ab­bau vor­an­zu­trei­ben, um den Unter­neh­men zu hel­fen“, for­dert Hantzsch und appel­liert an die neue Bun­des­re­gie­rung, hier ent­schlos­se­ner zu handeln.

Sta­bi­li­sie­rung in Sicht, aber vie­le Her­aus­for­de­run­gen bleiben

Obwohl die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage des Hand­werks von Her­aus­for­de­run­gen wie stei­gen­den Insol­ven­zen, einem anhal­ten­den Per­so­nal­ab­bau und einer schwa­chen Eigen­ka­pi­tal­quo­te geprägt ist, gibt es auch Hoff­nungs­schim­mer. Die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft steigt, die Stim­mung ist weni­ger pes­si­mis­tisch und es gibt Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Doch die struk­tu­rel­len Pro­ble­me, die in den letz­ten Jah­ren gewach­sen sind, und die Büro­kra­tie­be­las­tung stel­len nach wie vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für die Bran­che dar. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich die wirt­schaft­li­che Lage in den kom­men­den Mona­ten ent­wi­ckeln wird und ob das Hand­werk in der Lage sein wird, sich wie­der nach­hal­tig zu erholen.


 

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Wirtschaft

Nie­der­sach­sens Infla­ti­ons­ra­te steigt im März auf 2,6 Prozent

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Ver­brau­cher­prei­se in Nie­der­sach­sen: Infla­ti­on steigt im März 2026 auf 2,6 %

Die Infla­ti­ons­ra­te in Nie­der­sach­sen hat im März 2026 einen neu­en Höchst­stand erreicht. Wie das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) in der aktu­el­len Pres­se­mit­tei­lung Nr. 033 mit­teilt, erhöh­ten sich die Ver­brau­cher­prei­se im Ver­gleich zum Vor­jah­res­mo­nat um 2,6 %. Dies ist der höchs­te gemes­se­ne Wert seit Dezem­ber 2024.

Zum Ver­gleich: Im Febru­ar 2026 lag die Teue­rungs­ra­te noch bei mode­ra­te­ren 1,9 %. Auch im direk­ten Ver­gleich zum Vor­mo­nat (Febru­ar 2026) zogen die Prei­se im März spür­bar um 1,1 % an.


Ener­gie­prei­se als Haupt­trei­ber der Teuerung

Ein wesent­li­cher Fak­tor für den aktu­el­len Anstieg sind die Ener­gie­prei­se, die im März 2026 um ins­ge­samt 5,6 % über dem Niveau des Vor­jah­res lagen. Beson­ders die ange­spann­te Lage im Nahen Osten führ­te zu mas­si­ven Preis­sprün­gen an den Zapf­säu­len und bei der Heizölbelieferung:

  • Kraft­stof­fe gesamt: +18,4 %

    • Die­sel: +30,8 %

    • Super­ben­zin: +14,7 %

  • Heiz­öl: +38,1 %

Inter­es­san­ter­wei­se zeigt sich bei der Haus­halts­en­er­gie ein gegen­sätz­li­ches Bild: Die­se war ins­ge­samt um 2,4 % güns­ti­ger als im Vor­jahr. Preis­rück­gän­ge gab es hier vor allem bei Erd­gas (-8,2 %), Strom (-4,8 %) und Fern­wär­me (-3,0 %). Ohne die Berück­sich­ti­gung von Heiz­öl und Kraft­stof­fen läge der Gesamt­in­dex ledig­lich bei einer Stei­ge­rung von 2,0 %.

Mode­ra­te Ent­wick­lung bei Nah­rungs­mit­teln – Aus­rei­ßer bei Fleisch und Kaffee

Die Prei­se für Nah­rungs­mit­tel und alko­hol­freie Geträn­ke stie­gen im März um 1,0 % und blie­ben damit deut­lich hin­ter der all­ge­mei­nen Infla­ti­ons­ra­te zurück. Den­noch müs­sen Ver­brau­cher in bestimm­ten Waren­grup­pen tie­fer in die Tasche greifen:

  • Süß­wa­ren: +7,6 % (Scho­ko­la­de sogar +12,4 %)

  • Fleisch & Geflü­gel: +4,0 % (Geflü­gel und Rind­fleisch jeweils +10,9 %)

  • Fisch: +4,1 %

  • Geträn­ke: Kaf­fee, Tee und Kakao ver­teu­er­ten sich um 11,4 %.

Ent­las­tung gab es hin­ge­gen bei Spei­se­fet­ten und Ölen (-15,5 %), wobei ins­be­son­de­re But­ter mit einem Minus von 26,9 % deut­lich güns­ti­ger wur­de als im März 2025.


Dienst­leis­tun­gen: Hohes Preis­ni­veau belas­tet Haushalte

Dienst­leis­tun­gen blei­ben mit einem Plus von 3,4 % ein mas­si­ver Preis­trei­ber. Wäh­rend die Net­to­kalt­mie­ten mit einem Anstieg von 1,9 % noch dämp­fend auf die Gesamt­sta­tis­tik wirk­ten, gab es in ande­ren Berei­chen extre­me Steigerungen:

Dienst­leis­tungs­be­reich Ver­än­de­rung zum Vorjahr
Per­so­nen­be­för­de­rung (Luft­ver­kehr) +17,1 %
Häus­li­che Alten- und Behindertenpflege +10,2 %
Sozia­le Ein­rich­tun­gen gesamt +6,8 %
Müll­ab­fuhr +5,6 %

Hin­ter­grund: Die Kerninflation

Die soge­nann­te Kern­in­fla­ti­on (Ver­brau­cher­preis­in­dex ohne Berück­sich­ti­gung von schwan­kungs­an­fäl­li­gen Nah­rungs­mit­tel- und Ener­gie­prei­sen) lag im März 2026 eben­falls bei 2,6 %. Dies unter­streicht, dass der Preis­druck längst in der Brei­te der Wirt­schaft ange­kom­men ist.


Metho­di­scher Hinweis:

Der Ver­brau­cher­preis­in­dex (VPI) bil­det die durch­schnitt­li­che Preis­ent­wick­lung aller Waren und Dienst­leis­tun­gen ab, die pri­va­te Haus­hal­te kon­su­mie­ren. Die Ergeb­nis­se vom 30.03.2026 sind vor­läu­fig. Sofern bis zum 7. April 2026 kei­ne Kor­rek­tur erfolgt, gel­ten die Wer­te als endgültig.

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Wirtschaft

Umsatz­rück­gang und struk­tu­rel­ler Wan­del in der nie­der­säch­si­schen Wirtschaft

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Wirt­schaft in Nie­der­sach­sen 2024: Umsatz­rück­gang trotz stei­gen­der Unternehmenszahlen

Nach einer mehr­jäh­ri­gen Pha­se des Wachs­tums ver­zeich­ne­te die nie­der­säch­si­sche Wirt­schaft im Jahr 2024 erst­mals wie­der einen Umsatz­rück­gang. Wie das Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) mit­teilt, sank der Gesamt­um­satz der rund 276.260 umsatz­steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men um 1,8 % auf cir­ca 746 Mrd. Euro. Im Vor­jahr hat­te die­ser Wert noch bei rund 760 Mrd. Euro gelegen.

Trotz der rück­läu­fi­gen Ein­nah­men stieg die Anzahl der Unter­neh­men im Land um 0,6 % an. Damit setzt sich der seit 2021 beob­ach­te­te Trend einer zuneh­men­den Unter­neh­mens­dich­te wei­ter fort.


Kon­trast­rei­che Ent­wick­lung in den Wirtschaftsabschnitten

Die aktu­el­le Sta­tis­tik offen­bart eine deut­li­che Zwei­tei­lung der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung: Wäh­rend klas­si­sche Indus­trie- und Han­dels­be­rei­che mit Ver­lus­ten kämp­fen, flo­riert der Dienstleistungssektor.

1. Rück­gän­ge in der Pro­duk­ti­on und im Großhandel

Der nega­ti­ve Gesamt­trend wird maß­geb­lich durch zwei Schwer­ge­wich­te der nie­der­säch­si­schen Wirt­schaft bestimmt:

  • Ener­gie­ver­sor­gung: Hier brach der Umsatz um 17,0 % (minus 8,0 Mrd. Euro) ein. Das LSN wer­tet dies als eine Rück­kehr auf das Vor­kri­sen­ni­veau nach den außer­ge­wöhn­li­chen Spit­zen­wer­ten der Jah­re 2022 und 2023.

  • Ver­ar­bei­ten­des Gewer­be: Der Sek­tor ver­zeich­ne­te ein Minus von 5,5 % (16,71 Mrd. Euro). Beson­ders betrof­fen waren der Maschi­nen­bau sowie die Metall­erzeu­gung und ‑bear­bei­tung.

  • Groß­han­del: Wäh­rend im Ein­zel­han­del die Zah­len sta­bil blie­ben, muss­te der Groß­han­del einen Rück­gang von 3,66 Mrd. Euro hin­neh­men. Zudem ver­rin­ger­te sich die Anzahl der steu­er­pflich­ti­gen Unter­neh­men in der gesam­ten Spar­te „Han­del und Kfz-Instand­hal­tung“ um 913 Betriebe.

2. Wachs­tum im Dienst­leis­tungs­sek­tor und Immobilienwesen

Posi­ti­ve­re Signa­le kamen aus dem Dienst­leis­tungs­be­reich, der die Ver­lus­te der Indus­trie jedoch nicht voll­stän­dig kom­pen­sie­ren konnte:

  • Finanz- und Ver­si­che­rungs­dienst­leis­tun­gen: Ein Plus von 5,06 Mrd. Euro.

  • Frei­be­ruf­li­che, wis­sen­schaft­li­che und tech­ni­sche Dienst­leis­tun­gen: Umsatz­stei­ge­rung um 5,72 Mrd. Euro.

  • Grund­stücks- und Woh­nungs­we­sen sowie Land­wirt­schaft: Die­se Berei­che tru­gen wesent­lich zum Anstieg der Unter­neh­mens­zah­len bei und gene­rier­ten deut­li­che Umsatz­wach­stü­me (zusam­men rund 4,27 Mrd. Euro).


Struk­tu­rel­ler Wan­del erkennbar

Die Daten für das Jahr 2024 ver­deut­li­chen eine struk­tu­rel­le Ver­schie­bung inner­halb der nie­der­säch­si­schen Wirt­schafts­land­schaft. Weg von den klas­si­schen Pro­duk­ti­ons- und Han­dels­be­rei­chen, hin zu einer stär­ke­ren Gewich­tung dienst­leis­tungs­ori­en­tier­ter Sek­to­ren. Da die Zuwäch­se bei den Dienst­leis­tern die schwe­ren Ein­bu­ßen im Ver­ar­bei­ten­den Gewer­be und der Ener­gie­ver­sor­gung jedoch nicht aus­glei­chen konn­ten, schließt das Jahr in der Gesamt­bi­lanz nega­tiv ab.

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Wirtschaft

Neue Anlauf­stel­le beglei­tet Struk­tur­wan­del der deut­schen Küstenfischerei

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Ein leben­di­ges Stück Ost­fries­land: Im Dit­zu­mer Hafen lie­gen die Krab­ben­kut­ter der ein­hei­mi­schen Flot­te bereit für den nächs­ten Fang. Die Fische­rei prägt hier noch immer das Ortsbild.

Struk­tur­wan­del an der Küs­te: Neue Anlauf­stel­le für die Fische­rei nimmt Arbeit auf

Die deut­sche Küs­ten­fi­sche­rei an Nord- und Ost­see steht vor einem tief­grei­fen­den Umbruch. Um die­sen Pro­zess aktiv zu beglei­ten, hat die neue Infor­ma­ti­ons- und Koor­di­nie­rungs­stel­le Trans­for­ma­ti­on Fische­rei (IKTF) in der Ham­bur­ger Hafen­Ci­ty ihre Arbeit auf­ge­nom­men. Als zen­tra­le Anlauf­stel­le soll sie Fische­rin­nen und Fischer dabei unter­stüt­zen, den Sek­tor wirt­schaft­lich trag­fä­hig und öko­lo­gisch nach­hal­tig für die Zukunft aufzustellen.

Unter­stüt­zung in schwie­ri­gen Zeiten

Die Her­aus­for­de­run­gen für die Betrie­be sind viel­schich­tig: In der Ost­see set­zen schlech­te Umwelt­be­din­gun­gen den Bestän­den von Dorsch und Hering zu, wäh­rend in der Nord­see der Aus­bau der Off­shore-Wind­ener­gie und neue Schutz­ge­bie­te die ver­füg­ba­ren Fang­ge­bie­te ver­knap­pen. Hin­zu kom­men eine ver­al­te­te Flot­te und ein mas­si­ver Nachwuchsmangel.

Die IKTF, die im Auf­trag des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Land­wirt­schaft, Ernäh­rung und Hei­mat (BMLEH) arbei­tet und am Thü­nen-Insti­tut ange­sie­delt ist, fun­giert hier­bei als:

  • Netz­werk­part­ner: Sie ver­bin­det die Pra­xis mit Poli­tik, Ver­wal­tung und Wissenschaft.

  • För­der­mit­tel-Lot­se: Sie unter­stützt bei der Ver­mitt­lung von Pro­gram­men und zeigt Anpas­sungs­mög­lich­kei­ten auf.

  • Inno­va­ti­ons­mo­tor: Im Fokus ste­hen Pro­jek­te wie der „Fisch­kut­ter der Zukunft“ mit kli­ma­neu­tra­len Antrie­ben sowie nach­hal­ti­ge Fangtechniken.

Per­spek­ti­ven über das Netz hinaus

Ein wesent­li­cher Schwer­punkt der neu­en Stel­le liegt in der Diver­si­fi­ka­ti­on. Da der rei­ne Fisch­fang oft nicht mehr aus­reicht, rücken alter­na­ti­ve Ein­kom­mens­quel­len in den Fokus. Dazu gehö­ren unter anderem:

  • Die Erhe­bung von Mee­res­da­ten für die Wis­sen­schaft wäh­rend der Fangfahrten.

  • Tätig­kei­ten im Bereich des Mee­res-Ran­gings oder tou­ris­ti­sche Ausfahrten.

  • Poten­zia­le in der mari­nen Aqua­kul­tur oder der Freizeitfischerei.

„Die Fische­rei prägt seit Jahr­hun­der­ten die Kul­tur der Küs­te“, betont IKTF-Lei­ter Dani­el Schnei­der. Ziel sei es, den Beruf für jun­ge Men­schen wie­der attrak­tiv zu machen und ver­läss­li­che Zukunfts­per­spek­ti­ven zu schaf­fen. Durch den engen Aus­tausch zwi­schen For­schung und Pra­xis sol­len Lösun­gen ent­wi­ckelt wer­den, die den Erhalt der Mee­re mit einer erfolg­rei­chen Wirt­schafts­tä­tig­keit in Ein­klang bringen.

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Mit SEO erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men vom Lese­r­ECHO-Por­tal profitieren

Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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Mar­ke­ting: Geschäfts­er­öff­nung: So wird Ihr Event zum unver­gess­li­chen Erlebnis!

Per­fek­te Pla­nung für Ihre Geschäfts­er­öff­nung, Fir­mener­wei­te­rung oder Ihr Firmenjubiläum Eine erfolg­rei­che Geschäfts­er­öff­nung, eine Erwei­te­rung oder ein Fir­men­ju­bi­lä­um sind idea­le Anläs­se,...

Lokal

Vor­trag in Leer: Bio­gra­fien von Über­le­ben­den des KZ Bergen-Belsen

Bild­rech­te: LBZH BS — Mar­tin Bein  Über­le­ben nach dem Grau­en: Vor­trag über Bio­gra­fien aus dem KZ Ber­gen-Bel­sen in Leer LEER. Die Fol­gen...

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Blau-weiß-schwar­ze Nacht: Die HSV-Kult­band kehrt nach Hin­te zurück!

Schon 2019 und 2024 waren die Ham­bur­ger ABSCHLACH! im Live Music Cen­ter Emden in Hin­te zu Gast und prä­sen­tier­ten ihre...

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War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Gro­ßes Früh­lings­fest mit Hand­werk und Kulinarik

War­den­bur­ger Land­par­tie 2026: Ein Fest für die Sin­ne mit Hand­werk, Musik und Genuss WARDENBURG. Das Pflan­zen-Cen­ter Warn­ken ver­wan­delt sich am...

Veranstaltung

Vor­trag in Leer the­ma­ti­siert die Unan­tast­bar­keit der Menschenwürde

Die Men­schen­wür­de – für immer unan­tast­bar? Ein Abend zum Mit­re­den in Leer  LEER – „Die Wür­de des Men­schen ist unan­tast­bar.“ Die­ser...

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His­to­ri­sche Spu­ren­su­che bei Kri­mi­füh­rung am Muse­ums­ha­fen Leer

Mör­der­jagd im his­to­ri­schen Leer: Kri­mi­füh­rung „Mord am Hafen“ Wer ermor­de­te den Ehe­mann der Wit­we Gesche Mein­ders? Tau­chen Sie ein in das...

Veranstaltung

Lions Musik­preis: Jun­ge Kla­vier­ta­len­te in der Even­burg Leer

Kla­vier­kunst in der Even­burg: Lions Musik­preis sucht Publikumsliebling Der Lions Musik­preis kehrt zurück und stellt in die­sem Jahr ein beson­ders...

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Gar­ten­Ta­geN­ord 2026 laden zur Sai­son­er­oeff­nung nach Wues­t­ing ein

Bei­trags­bild: Gar­ten­Ta­geN­ord — Hol­ler Land­stra­ße 2 — 27798 Hude/Wüsting   Gar­ten­Ta­geN­ord 2026: Inspi­ra­tio­nen für die Grü­ne Oase in Wüsting  ...

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Par­ty-Duo „Die Fid­gets“ sorgt für Stim­mung in Niedersachsen

Die Fid­gets: Par­ty-Power aus Han­no­ver erobert Niedersachsen Leer/Hannover – Wenn in Nie­der­sach­sens Par­ty­hoch­bur­gen die Stim­mung ihren Höhe­punkt erreicht, ste­cken oft...

Veranstaltung

Digi­ta­ler Schutz: VHS Leer klärt über Online-Betrug auf

Sicher im Netz: VHS Leer klärt über Online-Betrug auf Die Digi­ta­li­sie­rung bie­tet unzäh­li­ge Mög­lich­kei­ten, birgt jedoch auch wach­sen­de Gefah­ren. Betrü­ge­ri­sche...

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Knei­pen­fes­ti­val Leer Live: DJ-Beats und Saxo­fon im 360 Grad

DJ Casa & Tobi­as Leon Hacker: Ein ein­ge­spiel­tes Team In der Müh­len­stra­ße 36–38 erwar­tet die Besu­cher von 21:00 bis 24:00 Uhr...