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Hand­werk 2024/25: Rezes­si­on und Insol­ven­zen belas­ten, aber ers­te Hoff­nungs­zei­chen zei­gen sich

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Wirt­schafts­la­ge und Finan­zie­rung im Hand­werk 2024/25: Opti­mis­mus trotz schwie­ri­ger Rahmenbedingungen

Die aktu­el­le Lage im Hand­werk ist von einem deut­li­chen Stim­mungs­tief geprägt. Nach zwei Jah­ren Rezes­si­on sehen sich die Betrie­be mit einer anhal­tend schwie­ri­gen wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on kon­fron­tiert. Laut der jüngs­ten Pres­se­mit­tei­lung von Cre­dit­re­form ist die Stim­mung im Hand­werk auf dem tiefs­ten Stand seit der Welt­fi­nanz­kri­se. Beson­ders der Bau­sek­tor lei­det unter den Aus­wir­kun­gen der wirt­schaft­li­chen Rück­schlä­ge. Doch neben den Her­aus­for­de­run­gen gibt es auch Zei­chen der Hoffnung.

Stim­mung im Hand­werk auf einem 15-Jahres-Tief

Die zwei­jäh­ri­ge Rezes­si­on hat tief­grei­fen­de Spu­ren im Hand­werk hin­ter­las­sen. Der Geschäfts­la­ge­in­dex ist auf 45,8 Punk­te gefal­len und erreicht damit den nied­rigs­ten Stand seit 2010. Nur noch 51,6 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men bewer­ten ihre Geschäfts­la­ge als gut oder sehr gut, was einen Rück­gang von 3,7 Pro­zent im Ver­gleich zum Vor­jahr bedeu­tet. Auch die Umsät­ze zei­gen ein durch­wach­se­nes Bild: 26,9 Pro­zent der Betrie­be ver­zeich­ne­ten Rück­gän­ge, wäh­rend 25,4 Pro­zent ein Umsatz­plus meldeten.

„Die Rezes­si­on trifft das Hand­werk mit vol­ler Wucht“, kom­men­tiert Patrik-Lud­wig Hantzsch, Lei­ter der Cre­dit­re­form Wirt­schafts­for­schung. Beson­ders die Bau­wirt­schaft steht unter enor­mem Druck, wäh­rend Hand­werks­be­trie­be im gewerb­li­chen Bedarf leich­te Erho­lungs­ten­den­zen ver­zeich­nen. Die Repa­ra­tur­bran­che, beson­ders im Bereich von Pkw und Haus­halts­ge­rä­ten, zeigt posi­ti­ve Entwicklungen.

Opti­mis­ti­sche Umsatz­er­war­tun­gen, aber vor­sich­ti­ger Ausblick

Trotz der schwie­ri­gen Lage zei­gen sich ers­te Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Die Umsatz­pro­gno­sen der Hand­werks­be­trie­be sind weni­ger pes­si­mis­tisch als im Vor­jahr. Rund 24,3 Pro­zent der Betrie­be erwar­ten ein Umsatz­plus, was dem Vor­jah­res­wert ent­spricht. Doch der Anteil der Pes­si­mis­ten bleibt mit 22,8 Pro­zent hoch. Auch die Ertrags­aus­sich­ten sind wei­ter­hin über­wie­gend nega­tiv, auch wenn eine leich­te Ver­bes­se­rung erkenn­bar ist.

Ein erfreu­li­ches Signal ist die stei­gen­de Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Betrie­be. Der Anteil der Unter­neh­men, die Inves­ti­tio­nen pla­nen, stieg von 41,5 Pro­zent auf 49,2 Pro­zent und erreich­te damit das höchs­te Niveau seit Jah­ren. „Trotz der unsi­che­ren Aus­sich­ten könn­te das Hand­werk gemein­sam mit der Bin­nen­nach­fra­ge zur Sta­bi­li­sie­rung der Kon­junk­tur bei­tra­gen“, so Hantzsch.

Per­so­nal­ab­bau setzt sich fort

Die ange­spann­ten wirt­schaft­li­chen Bedin­gun­gen spie­geln sich auch im Per­so­nal­ab­bau wider. 22,9 Pro­zent der Betrie­be haben ihren Per­so­nal­be­stand redu­ziert, wäh­rend nur 19,3 Pro­zent neue Mit­ar­bei­ter ein­stell­ten. Haupt­ur­sa­che für den Per­so­nal­ab­bau ist das Aus­schei­den von Fach­kräf­ten auf­grund des Ren­ten­ein­tritts und eine zurück­hal­ten­de Ein­stel­lungs­po­li­tik auf­grund der unsi­che­ren wirt­schaft­li­chen Lage.

In den kom­men­den Mona­ten dürf­ten sai­so­na­le Effek­te jedoch zu mehr Ein­stel­lun­gen füh­ren. Etwa 21,4 Pro­zent der Unter­neh­men pla­nen, ihr Per­so­nal auf­zu­sto­cken, wäh­rend 10,6 Pro­zent wei­ter­hin Stel­len abbau­en wol­len. Lang­fris­tig bleibt jedoch die Fra­ge, ob dem Hand­werk die Fach­kräf­te feh­len wer­den, warnt Hantzsch.

Insol­ven­zen stei­gen, Eigen­ka­pi­tal­quo­te unter Druck

Die Zahl der Insol­ven­zen im Hand­werk ist 2024 um 18,9 Pro­zent auf ins­ge­samt 4.350 Fäl­le gestie­gen. Beson­ders betrof­fen sind Betrie­be im gewerb­li­chen Bedarf und im Aus­bau­ge­wer­be. „Vie­le Hand­werks­un­ter­neh­men, ins­be­son­de­re im Bau­be­reich, sehen sich mit weg­bre­chen­den Auf­trä­gen kon­fron­tiert und haben mit stei­gen­den Kos­ten zu kämp­fen. Dies führt zu einem Anstieg der Insol­ven­zen“, erläu­tert Hantzsch.

Dar­über hin­aus ist die Zahl der eigen­ka­pi­tal­schwa­chen Hand­werks­be­trie­be gestie­gen. 34,5 Pro­zent der Unter­neh­men ver­fü­gen über eine Eigen­ka­pi­tal­quo­te von weni­ger als 10 Pro­zent, der höchs­te Wert seit mehr als einem Jahr­zehnt. Die stei­gen­de Abhän­gig­keit von Fremd­ka­pi­tal und unsi­che­ren Kre­dit­kon­di­tio­nen stellt eine zusätz­li­che Belas­tung dar.

Büro­kra­tie als Belas­tung für das Handwerk

Ein wei­te­res gro­ßes Pro­blem für vie­le Hand­werks­be­trie­be ist die zuneh­men­de Büro­kra­tie. 79,3 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men berich­ten von einem Anstieg des Ver­wal­tungs­auf­wands. Etwa ein Drit­tel der Betrie­be gibt an, mehr als zehn Stun­den pro Woche mit admi­nis­tra­ti­ven Auf­ga­ben zu ver­brin­gen. Der stei­gen­de büro­kra­ti­sche Auf­wand wird von den Betrie­ben als erheb­li­cher Kos­ten­fak­tor und Wett­be­werbs­nach­teil wahr­ge­nom­men. Mehr als die Hälf­te der Betrie­be muss mitt­ler­wei­le Mit­ar­bei­ter für Büro­kra­tie­auf­ga­ben abstel­len, was zu wei­te­ren Kos­ten führt.

„Es ist drin­gend not­wen­dig, den Büro­kra­tie­ab­bau vor­an­zu­trei­ben, um den Unter­neh­men zu hel­fen“, for­dert Hantzsch und appel­liert an die neue Bun­des­re­gie­rung, hier ent­schlos­se­ner zu handeln.

Sta­bi­li­sie­rung in Sicht, aber vie­le Her­aus­for­de­run­gen bleiben

Obwohl die aktu­el­le wirt­schaft­li­che Lage des Hand­werks von Her­aus­for­de­run­gen wie stei­gen­den Insol­ven­zen, einem anhal­ten­den Per­so­nal­ab­bau und einer schwa­chen Eigen­ka­pi­tal­quo­te geprägt ist, gibt es auch Hoff­nungs­schim­mer. Die Inves­ti­ti­ons­be­reit­schaft steigt, die Stim­mung ist weni­ger pes­si­mis­tisch und es gibt Anzei­chen einer Sta­bi­li­sie­rung. Doch die struk­tu­rel­len Pro­ble­me, die in den letz­ten Jah­ren gewach­sen sind, und die Büro­kra­tie­be­las­tung stel­len nach wie vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen für die Bran­che dar. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich die wirt­schaft­li­che Lage in den kom­men­den Mona­ten ent­wi­ckeln wird und ob das Hand­werk in der Lage sein wird, sich wie­der nach­hal­tig zu erholen.


 

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Min­dest­lohn steigt 2027 auf 14,60 Euro

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Min­dest­lohn steigt 2027 auf 14,60 Euro: So hoch ist die Lohn­un­ter­gren­ze 2026

Der gesetz­li­che Min­dest­lohn ist 2026 auf 13,90 Euro brut­to pro Stun­de gestie­gen. Zum 1. Janu­ar 2027 folgt bereits die nächs­te Erhö­hung auf 14,60 Euro. Auch die Ver­dienst­gren­zen für Mini­jobs und Midi­jobs wur­den ange­passt. Mehr als sechs Mil­lio­nen Beschäf­tig­te pro­fi­tie­ren von den Änderungen.

Seit dem 1. Janu­ar 2026 gilt in Deutsch­land ein gesetz­li­cher Min­dest­lohn von 13,90 Euro brut­to pro Stun­de. Damit wur­de die Lohn­un­ter­gren­ze erneut ange­ho­ben. Gleich­zei­tig stieg die Ver­dienst­gren­ze für Mini­jobs auf 603 Euro im Monat.

Die Ent­wick­lung ist bereits für das kom­men­de Jahr fest­ge­legt: Zum 1. Janu­ar 2027 steigt der gesetz­li­che Min­dest­lohn auf 14,60 Euro brut­to pro Stun­de. Ins­ge­samt ent­spricht die zwei­stu­fi­ge Erhö­hung einer Stei­ge­rung von 13,88 Pro­zent.

Nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung pro­fi­tie­ren mehr als sechs Mil­lio­nen Men­schen von den Anpas­sun­gen. Dazu gehö­ren Beschäf­tig­te, die bis­lang weni­ger als 13,90 Euro brut­to pro Stun­de ver­dient haben.

Min­dest­lohn soll Kauf­kraft stärken

Mit der Erhö­hung des Min­dest­lohns soll unter ande­rem die Kauf­kraft der Beschäf­tig­ten gestärkt wer­den. Nach Ein­schät­zung der Bun­des­re­gie­rung kann ein höhe­rer Min­dest­lohn dazu bei­tra­gen, die Bin­nen­nach­fra­ge zu sta­bi­li­sie­ren. Gleich­zei­tig soll die höhe­re Lohn­un­ter­gren­ze Beschäf­tig­ten hel­fen, aus dem Nied­rig­lohn­sek­tor herauszukommen.

Da Frau­en über­pro­por­tio­nal häu­fig von nied­ri­gen Löh­nen betrof­fen sind, kann die Min­dest­lohn­er­hö­hung nach Anga­ben der Bun­des­re­gie­rung außer­dem dazu bei­tra­gen, den Lohn­ab­stand zwi­schen Frau­en und Män­nern zu verringern.

Bun­des­re­gie­rung erwar­tet kei­ne stei­gen­de Arbeitslosigkeit

Trotz der her­aus­for­dern­den gesamt­wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on erwar­tet die Bun­des­re­gie­rung durch die Anhe­bung des Min­dest­lohns kei­nen Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Die Erhö­hung erfolgt in zwei Schrit­ten. Dadurch sol­len die zusätz­li­chen Belas­tun­gen für Arbeit­ge­ber abge­fe­dert wer­den. Nach Anga­ben der Min­dest­lohn­kom­mis­si­on ist es den Unter­neh­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren über­wie­gend gut gelun­gen, sich an das stei­gen­de Lohn­kos­ten­ni­veau anzupassen.

Die unab­hän­gi­ge Min­dest­lohn­kom­mis­si­on hat­te im Juni 2025 ihre Vor­schlä­ge für die zwei­stu­fi­ge Anpas­sung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns vorgelegt.

Bei ihrer Ent­schei­dung berück­sich­tigt die Kom­mis­si­on ver­schie­de­ne Fak­to­ren. Sie prüft, wel­cher Min­dest­lohn einen ange­mes­se­nen Min­dest­schutz für Beschäf­tig­te gewähr­leis­tet, fai­re und funk­tio­nie­ren­de Wett­be­werbs­be­din­gun­gen ermög­licht und gleich­zei­tig die Beschäf­ti­gung nicht gefährdet.

Dar­über hin­aus ori­en­tiert sich die Kom­mis­si­on an der Ent­wick­lung der Tarif­löh­ne in Deutsch­land sowie am Refe­renz­wert der Euro­päi­schen Uni­on von 60 Pro­zent des Medi­an­lohns von Voll­zeit­be­schäf­tig­ten.

Wer ent­schei­det über den Mindestlohn?

Die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on ist ein unab­hän­gi­ges Gre­mi­um. Sie besteht aus einem Vor­sitz sowie jeweils drei Mit­glie­dern aus den Rei­hen der Arbeit­ge­ber und Gewerk­schaf­ten. Zusätz­lich gehö­ren zwei bera­ten­de Mit­glie­der aus der Wis­sen­schaft dem Gre­mi­um an.

Alle zwei Jah­re schlägt die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on der Bun­des­re­gie­rung eine Anpas­sung der gesetz­li­chen Lohn­un­ter­gren­ze vor. Zuletzt erfolg­te die Emp­feh­lung im Juni 2025.

Die Bun­des­re­gie­rung setzt den Vor­schlag anschlie­ßend per Ver­ord­nung um. Grund­la­ge dafür ist das Mindestlohngesetz.

Mini­job-Gren­ze steigt 2026 auf 603 Euro

Mit dem höhe­ren Min­dest­lohn wur­de auch die Ver­dienst­gren­ze für Mini­jobs ange­passt. Seit dem 1. Janu­ar 2026 liegt sie bei 603 Euro im Monat.

Zum Ver­gleich: Im Jahr 2025 konn­ten Mini­job­ber durch­schnitt­lich höchs­tens 556 Euro brut­to im Monat verdienen.

Auch für 2027 steht die nächs­te Anpas­sung bereits fest. Mit dem Anstieg des Min­dest­lohns auf 14,60 Euro erhöht sich die Mini­job-Gren­ze auf 633 Euro im Monat.

Die Gren­ze für gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gun­gen wird seit 2022 dyna­misch an die Ent­wick­lung des Min­dest­lohns ange­passt. Dadurch soll wei­ter­hin eine Wochen­ar­beits­zeit von bis zu zehn Stun­den zum jeweils gel­ten­den Min­dest­lohn mög­lich sein. Steigt der Stun­den­lohn, soll die zuläs­si­ge Arbeits­zeit nicht auto­ma­tisch redu­ziert wer­den müssen.

Midi­jobs: Ver­dienst­gren­ze 2026 bei 2.000 Euro

Auch die soge­nann­te Midi­job-Gren­ze ist mit der Anpas­sung des Min­dest­lohns gestiegen.

Als Midi­job­be­rin oder Midi­job­ber gilt im Jahr 2026, wer regel­mä­ßig zwi­schen 603,01 Euro und 2.000 Euro im Monat verdient.

Für Beschäf­tig­te inner­halb die­ses Über­gangs­be­reichs gilt ein redu­zier­ter Bei­trags­an­teil zur Sozi­al­ver­si­che­rung. Dadurch fällt der eige­ne Anteil an den Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen gerin­ger aus.

Seit 2015 gibt es den gesetz­li­chen Mindestlohn

Den all­ge­mei­nen gesetz­li­chen Min­dest­lohn gibt es in Deutsch­land seit 2015. Die Lohn­un­ter­gren­ze gilt grund­sätz­lich für Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeitnehmer.

Aller­dings gibt es gesetz­lich fest­ge­leg­te Aus­nah­men. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Aus­zu­bil­den­de, Selbst­stän­di­ge und Ehren­amt­li­che.

Wer über­prü­fen möch­te, wie sich der gesetz­li­che Min­dest­lohn auf den eige­nen Ver­dienst aus­wirkt, kann den Min­dest­lohn­rech­ner des Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­ums nutzen.

Höhe­re Löh­ne kön­nen auch Prei­se beeinflussen

Die Erhö­hung des Min­dest­lohns hat aller­dings nicht nur Aus­wir­kun­gen auf die Ein­kom­men der Beschäf­tig­ten. Für Unter­neh­men bedeu­tet ein höhe­rer Stun­den­lohn zugleich stei­gen­de Per­so­nal­kos­ten. Beson­ders arbeits­in­ten­si­ve Bran­chen kön­nen davon betrof­fen sein. Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se Gas­tro­no­mie, Schau­stel­ler­be­trie­be, Kios­ke, Ein­zel­han­del und Kinos.

Unter­neh­men haben ver­schie­de­ne Mög­lich­kei­ten, auf höhe­re Lohn­kos­ten zu reagie­ren. Sie kön­nen bei­spiels­wei­se ver­su­chen, Kos­ten an ande­rer Stel­le ein­zu­spa­ren, ihre Arbeits­ab­läu­fe ver­än­dern oder einen Teil der zusätz­li­chen Kos­ten über höhe­re Prei­se für Waren und Dienst­leis­tun­gen wei­ter­zu­ge­ben. Ob und in wel­chem Umfang dies geschieht, hängt von der jewei­li­gen Bran­che, dem Unter­neh­men und der Wett­be­werbs­si­tua­ti­on ab.

Für Ver­brau­cher könn­te sich die Ent­wick­lung daher bei­spiels­wei­se bei Restau­rant­be­su­chen, Ver­an­stal­tun­gen, Ein­tritts­prei­sen, Waren oder ande­ren Dienst­leis­tun­gen bemerk­bar machen. Gera­de bei Unter­neh­men mit einem hohen Anteil an Per­so­nal­kos­ten kann der höhe­re Min­dest­lohn einen zusätz­li­chen Kos­ten­druck erzeugen.

In der wirt­schaft­li­chen Dis­kus­si­on wird in die­sem Zusam­men­hang auch von einer mög­li­chen Lohn-Preis-Spi­ra­le gespro­chen: Stei­gen­de Löh­ne erhö­hen die Kos­ten der Unter­neh­men, die­se geben einen Teil der höhe­ren Kos­ten über Prei­se wei­ter, wodurch wie­der­um der Bedarf nach höhe­ren Löh­nen stei­gen kann. Ob eine sol­che Ent­wick­lung tat­säch­lich ein­tritt und wie stark sie aus­fällt, hängt aller­dings von zahl­rei­chen wei­te­ren Fak­to­ren ab, unter ande­rem von Pro­duk­ti­vi­tät, Nach­fra­ge, Ener­gie- und Mate­ri­al­kos­ten sowie der all­ge­mei­nen Preisentwicklung.

Die wich­tigs­ten Zah­len im Überblick

  • 2025: 12,82 Euro Min­dest­lohn pro Stunde
  • 2026: 13,90 Euro Min­dest­lohn pro Stunde
  • 2027: 14,60 Euro Min­dest­lohn pro Stunde
  • Mini­job-Gren­ze 2025: 556 Euro monatlich
  • Mini­job-Gren­ze 2026: 603 Euro monatlich
  • Mini­job-Gren­ze 2027: 633 Euro monatlich
  • Midi­job-Bereich 2026: 603,01 bis 2.000 Euro monatlich

Damit steht bereits heu­te fest: Der Min­dest­lohn steigt zum 1. Janu­ar 2027 erneut deut­lich an. Für Beschäf­tig­te bedeu­tet das einen höhe­ren gesetz­li­chen Stun­den­lohn. Gleich­zei­tig stei­gen die Gren­zen für gering­fü­gi­ge Beschäf­ti­gun­gen. Für Unter­neh­men bedeu­tet die Ent­wick­lung höhe­re Per­so­nal­kos­ten, wäh­rend für Ver­brau­cher zumin­dest teil­wei­se höhe­re Prei­se bei per­so­nal­in­ten­si­ven Waren und Dienst­leis­tun­gen mög­lich sind. 

Bei­trags­bild: KI-Symbolfoto 

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Wirtschaft

Bun­des­haus­halt 2027: Zins­aus­ga­ben stei­gen auf 41,9 Mil­li­ar­den Euro

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Bun­des­haus­halt 2027: Zins­aus­ga­ben stei­gen deut­lich – Bund plant mit 118,7 Mil­li­ar­den Euro neu­er Schulden

Im Regie­rungs­ent­wurf für den Bun­des­haus­halt 2027 stei­gen die Aus­ga­ben für den Schul­den­dienst des Bun­des deut­lich. Nach den vor­lie­gen­den Haus­halts­plä­nen sind im Ein­zel­plan 32 „Bun­des­schuld“ ins­ge­samt rund 43,61 Mil­li­ar­den Euro an Aus­ga­ben vor­ge­se­hen. Das sind knapp 9,96 Mil­li­ar­den Euro mehr als im Haus­halt 2026, für den rund 33,65 Mil­li­ar­den Euro ver­an­schlagt wurden.

Der wesent­li­che Grund für den Anstieg sind höhe­re Zins­aus­ga­ben. Für den Schul­den­dienst sind 2027 ins­ge­samt rund 41,77 Mil­li­ar­den Euro ein­ge­plant. Im Jahr 2026 waren dafür noch rund 30,19 Mil­li­ar­den Euro vorgesehen.

Net­to­kre­dit­auf­nah­me steigt auf 118,73 Mil­li­ar­den Euro

Auch die geplan­te Neu­ver­schul­dung des Bun­des nimmt wei­ter zu. Für die Net­to­kre­dit­auf­nah­me des Bun­des­haus­halts sind 2027 rund 118,73 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. 2026 lag der ent­spre­chen­de Ansatz bei rund 97,96 Mil­li­ar­den Euro.

Im Ein­zel­plan „Bun­des­schuld“ wer­den unter ande­rem die Kre­dit­auf­nah­me und der Schul­den­dienst des Bun­des sowie Ein­nah­men und Aus­ga­ben aus Bürg­schaf­ten, Garan­tien und sons­ti­gen Gewähr­leis­tun­gen abgebildet.

Bun­des­an­lei­hen ver­ur­sa­chen größ­ten Teil der Zinsausgaben

Den größ­ten Ein­zel­pos­ten bei den Zin­sen bil­den die Bun­des­an­lei­hen. Dafür sind 2027 rund 24,01 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. Im Jahr 2026 waren es rund 20,14 Mil­li­ar­den Euro.

Auch bei ande­ren Bun­des­wert­pa­pie­ren stei­gen die Zinsausgaben:

  • Bun­des­ob­li­ga­tio­nen: 4,54 Mil­li­ar­den Euro nach 3,19 Mil­li­ar­den Euro
  • Bun­des­schatz­an­wei­sun­gen: 2,69 Mil­li­ar­den Euro nach 2,43 Mil­li­ar­den Euro
  • Grü­ne Bun­des­wert­pa­pie­re: rund 1,27 Mil­li­ar­den Euro nach 865,6 Mil­lio­nen Euro

Damit wird die Belas­tung durch die Finan­zie­rung der bestehen­den und neu auf­ge­nom­me­nen Schul­den zuneh­mend größer.

Auch Infra­struk­tur-Son­der­ver­mö­gen schlägt bei den Zin­sen zu Buche

Erst­mals wer­den im Ein­zel­plan 32 in grö­ße­rem Umfang auch die Zins­aus­ga­ben für das Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät sichtbar.

Für 2027 sind dafür rund 2,31 Mil­li­ar­den Euro vor­ge­se­hen. 2026 waren es noch rund 673 Mil­lio­nen Euro.

Bei ande­ren Son­der­ver­mö­gen mit eige­ner Kre­dit­er­mäch­ti­gung wer­den die jewei­li­gen Zins­kos­ten dage­gen wei­ter­hin inner­halb des ent­spre­chen­den Son­der­ver­mö­gens ausgewiesen.

Zins­aus­ga­ben sol­len bis 2030 wei­ter stark steigen

Beson­ders deut­lich wird die Ent­wick­lung beim Blick auf die mit­tel­fris­ti­ge Finanz­pla­nung der Bun­des­re­gie­rung. Dem­nach sol­len die Zins­aus­ga­ben des Bun­des wei­ter erheb­lich steigen:

  • 2027: rund 41,9 Mil­li­ar­den Euro
  • 2028: rund 55,2 Mil­li­ar­den Euro
  • 2029: rund 68,1 Mil­li­ar­den Euro
  • 2030: rund 80,7 Mil­li­ar­den Euro

In die­sen Zah­len sind laut Finanz­pla­nung auch die Zins­aus­ga­ben für das Son­der­ver­mö­gen Infra­struk­tur und Kli­ma­neu­tra­li­tät enthalten.

Ab 2028 berück­sich­tigt die Finanz­pla­nung zudem Zins­zah­lun­gen für Kre­di­te, die das Son­der­ver­mö­gen Bun­des­wehr auf­neh­men soll. Hin­ter­grund ist das geplan­te Aus­lau­fen die­ses Son­der­ver­mö­gens und die anschlie­ßen­de Bedie­nung der auf­ge­nom­me­nen Kredite.

Bun­des­re­gie­rung ver­weist auf höhe­ren Schul­den­stand und gestie­ge­ne Renditen

Die Bun­des­re­gie­rung begrün­det den star­ken Anstieg der Zins­aus­ga­ben ins­be­son­de­re mit dem höhe­ren Schul­den­stand des Bun­des sowie mit gestie­ge­nen Ren­di­ten für Bun­des­wert­pa­pie­re.

Nach den Anga­ben in der Finanz­pla­nung hät­ten sich die Ren­di­ten infol­ge des Iran-Krie­ges und der damit ver­bun­de­nen gestie­ge­nen Infla­ti­on bezie­hungs­wei­se Infla­ti­ons­er­war­tun­gen erhöht. Dies wir­ke sich ins­be­son­de­re auf Anlei­hen mit kur­zen Lauf­zei­ten sowie auf die Vor­sor­ge für Schluss­zah­lun­gen bei infla­ti­ons­in­de­xier­ten Bun­des­wert­pa­pie­ren aus.

Weni­ger Aus­ga­ben für Bürg­schaf­ten und Garantien

Gleich­zei­tig sieht der Haus­halts­ent­wurf einen Rück­gang bei den Aus­ga­ben für Ent­schä­di­gun­gen und Kos­ten aus Bürg­schaf­ten, Garan­tien und sons­ti­gen Gewähr­leis­tun­gen vor.

Hier­für sind 2027 rund 1,73 Mil­li­ar­den Euro ein­ge­plant. 2026 waren es noch rund 3,37 Mil­li­ar­den Euro.

Von den für 2027 vor­ge­se­he­nen Mit­teln entfallen:

  • rund 470 Mil­lio­nen Euro auf inlands­be­zo­ge­ne Gewährleistungen
  • rund 1,26 Mil­li­ar­den Euro auf aus­lands­be­zo­ge­ne Gewähr­leis­tun­gen und Umschuldungen.

Die Zah­len zei­gen damit vor allem eines: Die Finan­zie­rungs­kos­ten des Bun­des gewin­nen im Haus­halt zuneh­mend an Gewicht. Wäh­rend für 2027 bereits rund 41,8 Mil­li­ar­den Euro für den Schul­den­dienst vor­ge­se­hen sind, rech­net die mit­tel­fris­ti­ge Finanz­pla­nung bis 2030 mit einem Anstieg der jähr­li­chen Zins­aus­ga­ben auf mehr als 80 Mil­li­ar­den Euro.

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Real­löh­ne in Nie­der­sach­sen stei­gen 2026 nur um 0,7 Pro­zent – Infla­ti­on bremst Kaufkraft

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Real­löh­ne in Nie­der­sach­sen stei­gen im zwei­ten Quar­tal 2026 nur leicht

Nomi­nal­löh­ne legen um 3,5 Pro­zent zu – nach Abzug der Infla­ti­on blei­ben 0,7 Pro­zent mehr im Portemonnaie

HANNOVER. Die Beschäf­tig­ten in Nie­der­sach­sen haben im zwei­ten Quar­tal 2026 erneut höhe­re Brut­to­löh­ne erhal­ten. Aller­dings fiel der Anstieg der tat­säch­li­chen Kauf­kraft deut­lich gerin­ger aus. Nach Anga­ben des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen (LSN) erhöh­ten sich die Nomi­nal­löh­ne gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal um 3,5 Pro­zent. Unter Berück­sich­ti­gung der gestie­ge­nen Ver­brau­cher­prei­se blieb davon ein Real­lohn­plus von 0,7 Pro­zent.

Nomi­nal­löh­ne stei­gen um 3,5 Prozent

Die Nomi­nal­löh­ne umfas­sen die Brut­to­mo­nats­ver­diens­te ein­schließ­lich Son­der­zah­lun­gen. Im zwei­ten Quar­tal 2026 lagen die­se in Nie­der­sach­sen durch­schnitt­lich 3,5 Pro­zent über dem Niveau des glei­chen Quar­tals im Vorjahr.

Damit ent­sprach die Zuwachs­ra­te exakt dem Anstieg, der bereits ein Jahr zuvor ver­zeich­net wor­den war.

Auf den ers­ten Blick bedeu­tet das eine spür­ba­re Stei­ge­rung der Ein­kom­men. Ent­schei­dend für die tat­säch­li­che finan­zi­el­le Situa­ti­on der Beschäf­tig­ten ist jedoch, wie stark gleich­zei­tig die Prei­se für Waren und Dienst­leis­tun­gen gestie­gen sind.

Infla­ti­on bremst Kaufkraft

Im glei­chen Zeit­raum erhöh­ten sich die Ver­brau­cher­prei­se in Nie­der­sach­sen durch­schnitt­lich um 2,8 Pro­zent. Dadurch fiel der Anstieg der preis­be­rei­nig­ten Brut­to­mo­nats­ver­diens­te – also der Real­löh­ne – wesent­lich gerin­ger aus.

Der Real­lohn­in­dex erhöh­te sich im zwei­ten Quar­tal 2026 gegen­über dem Vor­jah­res­quar­tal ledig­lich um 0,7 Pro­zent.

Für Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer bedeu­tet das: Zwar sind die Brut­to­löh­ne gestie­gen, ein gro­ßer Teil des nomi­na­len Ein­kom­mens­zu­wach­ses wur­de jedoch durch die höhe­ren Ver­brau­cher­prei­se auf­ge­zehrt. Die tat­säch­li­che Kauf­kraft nahm des­halb nur ver­gleichs­wei­se gering­fü­gig zu.

Real­lohn­ent­wick­lung so schwach wie seit 2023 nicht mehr

Der Anstieg der Real­löh­ne um 0,7 Pro­zent fiel laut Lan­des­amt für Sta­tis­tik Nie­der­sach­sen so nied­rig aus wie zuletzt im drit­ten Quar­tal 2023. Damals lag die Real­lohn­stei­ge­rung bei 0,8 Prozent.

Eine nega­ti­ve Real­lohn­ent­wick­lung wur­de zuletzt im zwei­ten Quar­tal 2023 regis­triert. Damals gin­gen die Real­löh­ne um 0,5 Pro­zent zurück.

Die aktu­el­len Zah­len zei­gen damit, dass die Beschäf­tig­ten in Nie­der­sach­sen zwar wei­ter­hin nomi­na­le Lohn­zu­wäch­se ver­zeich­nen, die Ent­wick­lung der Kauf­kraft aber deut­lich ver­hal­te­ner ausfällt.

Die wich­tigs­ten Zah­len im Überblick

  • Nomi­nal­löh­ne: +3,5 Pro­zent gegen­über dem 2. Quar­tal 2025
  • Ver­brau­cher­prei­se: +2,8 Prozent
  • Real­löh­ne: +0,7 Prozent
  • Real­lohn­ent­wick­lung im 3. Quar­tal 2023: +0,8 Prozent
  • Letz­te nega­ti­ve Real­lohn­ent­wick­lung: 2. Quar­tal 2023 mit ‑0,5 Prozent

Die Zah­len stam­men aus der Pres­se­mit­tei­lung Nr. 085 vom 27. August 2026 des Lan­des­am­tes für Sta­tis­tik Niedersachsen.

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