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Leserbrief — Stadtbusfahrten
Leserbrief* zum Thema Stadtbusfahrten
Sehr geehrte Redaktion vom LeserECHO, zu Ihrem Artikel im Leserecho und zu o.a. Thema, möchte ich als überzeugte Busfahrerin, zu meinen diesbezüglichen Erfahrungen in Leer und insgesamt zu diesem Thema, einige Anmerkungen machen. Ähnliches hatte ich mal der Partei der Grünen geschrieben, aber offensichtlich mit wenig Erfolg.
Ich wohne seit einigen Jahren in Leer. Zu Beginn fiel es mir schwer, mich in diesem Bussystem überhaupt zu orientieren, da:
- an den Bushaltestellen keine oder veraltete Fahrpläne aushängen
- es keine Übersicht zur Gesamt-Fahrtenroute (incl. Umsteigepunkte) der einzelne Buslinien an den Haltestellen gibt
- man oft nicht erkennen kann, wie die Haltestelle heißt
- manchmal Haltestellen, wie z.B. am Bahnhof auf der einen Seite Unkel und auf der anderen Seite Post heißen
- viele Bushaltestellen für mich Namen ohne ersichtlichen Bezug hatten (z.B. Leding-Wilken, Staklies, Unkel etc.) und man erst heraus finden muss, wo einzelne Haltestellen liegen
Dazu kommen Routen, die es schwierig machen, so einfache Ziele wie z. B. Multi-Süd oder das Rathaus zu erreichen.
Selbst wenn es jetzt an den Haltestelle Post/Unkel einen Knotenpunkt zum erleichterten Umsteigen geben sollte, bleibt dies für Ortsfremde schwierig, da z.B. die Zehner-Fahrkarten nur mit Datum abgezeichnet (vom Fahrer) werden. Es gibt keine Uhrzeit, die nachweist, wann ich in den ersten Bus eingestiegen bin. Also muss ich dem Busfahrer Bescheid sagen, dass ich umsteigen möchte. Anders müsste man im zweiten Bus noch einmal bezahlen, da der neue Busfahrer ja nicht wüsste, dass man nur umgestiegen ist. Ganz schön schwierig für Ortsfremde und Urlauber.
In den meisten Städten ist der Knotenpunkt am Bahnhof, der dann auch so benannt wird, damit jeder weiß, dass er hier in die Bahn, auf andere nicht-städtische Buslinien und in städtische Busse umsteigen kann.
Damit sind wir bereits beim nächsten Problem. Es ist schön, wenn jetzt die Schulbusse aufeinander abgestimmt sind. Aber wer z.B. als Feriengast mit der Bahn abreisen möchte„ wird schnell bemerken, dass er morgens weder ein Taxi bekommt (die Schulkinder werden transportiert), noch die Buslinien auf die Abfahrtszeiten der Züge abgestimmt sind. Das sollte eigentlich in einer Tourismus Region möglich sein.
Bisher musste man z.B. als Feriengast in Leer, der zum Bahnhof möchte, erst einmal im Internet herausfinden, welche Busse um welche Uhrzeit dort hin fahren. Dann musste man obendrein noch herausfinden, dass Unkel die Bezeichnung für die Haltestelle in der Nähe des Bahnhofs ist und von dort zum Bahnhof zurück laufen. Dies ist in einer Ferienregion etwas destruktiv.
Da ich Tagesfreizeit habe und gerne spazieren gehe, begegnen mir durchaus Touristen, alte, aber auch junge Leute, die mit dem System in Leer nicht klar kommen.
Ein weiterer Punkt ist, dass nicht viele Busse fahren. Das ist in vielerlei Hinsicht ein Problem. Zum einen sind Hin- und Rückfahrten nicht aufeinander abgestimmt. Wenn ich z.B. und 8:51 bei Leding-Wilken einsteige, bin ich ca. 9:10h in der Innenstadt. Wenn ich dort nur eine Kleinigkeit zu erledigen habe, muss ich aber bis 11:20h warten, bis ein Bus zurück nach Loga fährt. Die Alternative ist sich ein ein Taxi zu nehmen. Genauso geht es einem abends oder am Wochenende. Ein Essen mit Freunden ist nicht drin, da der letzte Bus Richtung Loga bereits um 19:00h fährt. Samstags fährt um 14:00h der letzte Bus Richtung Loga. Sonntags fahren keine Busse. Immer ist die Alternative ein Fahrt mit dem Taxi. Insofern kauft man sich besser keine Monatskarte, da man immer zwischen Bus und Taxi hin und her wechseln muss. Ein auf die Dauer teures Vergnügen. Das ist für eine Stadt – in der nicht alle ein hohes Einkommen haben – eigentlich so nicht hinnehmbar. Eine regelmäßige Taktung der Busse an allen Tagen wäre zumindest hilfreich.
Erschwerend hinzu kommt, dass die Busse zu unterschiedlichen Uhrzeiten jeweils andere Routen fahren. Wohlgemerkt: ein und dieselbe Linie hat unterschiedliche Fahrtrouten. Man muss immer einen Fahrplan bei sich haben, um zu sehen, ob man evtl. zu einer anderen Haltestelle gehen muss. Das macht das Busfahren in Leer nicht attraktiver.
Auch das Zahlsystem ist sehr undurchsichtig. Weder im Bus selbst, noch im Internet erhält man eine Übersicht, was welche Strecken kosten. Man muss immer den Fahrer fragen und hat keine Möglichkeit zur Kontrolle. Als ich nach Leer-Loga gezogen war, habe ich erst nach einem halben Jahr zufällig bemerkt, dass ich an der Haltestelle Leding-Wilken noch einen höheren Fahrpreis zahlen muss, während ich beim Einstieg an der Haltestelle Staklies nur einen geringeren Fahrpreis zahle. Beide Haltestellen liegen in Loga. Für mich eine unverständliche Preisgestaltung.
Dann fehlt m.E. auch die Möglichkeit ein Ticket für Kurzstrecken zu erwerben. In den meisten Städten gibt es diese Möglichkeit; einfach für einen günstigen Preis 2–3 Haltestellen zu fahren. Dies bedeutet i.d.R eine zusätzliche Auslastung der Busse.
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Heutzutage gibt es doch vielfältige Wege finanzielle Mittel zu rekrutieren. Man könnte anstelle Haltestellen nach Läden zu benennen, die es schon seit Jahrzehnten nicht mehr gibt, Haltestellen mit einem Namen z.B. nach Straßen oder Plätzen benennen. So könnte z.B. die Haltestelle Unkel in Bahnhof umbenannt werden. Gleichzeitig könnte gegen Zahlung eines entsprechenden Entgeltes der Zusatz Bahnhof – Kaufhaus Leffers genannt werden. Eine schöne Reklame, wenn dies im Bus so angezeigt oder benannt wird. Andere Städte sind in der Rekrutierung von Geldern weitaus findiger. An jeder Haltestelle könnte man eine Werbefläche gestalten, usw. .
In Stoßzeiten kommen die Busse oft mit viel Verspätung an den Haltestellen an. Man steht dumm in der Gegend rum und weiß nicht, ob und wann der Bus kommt. Das ist sehr ärgerlich, wenn man an vielen Haltestellen noch zu allen Jahreszeiten ohne Unterstand dem Wetter ausgesetzt ist und es keine Sitzgelegenheit an den Haltestellen gibt. Gerade für ältere Mitbürger ist dies beschwerlich. Ein Informationssystem (evtl. Internet, App., etc.) gibt es nicht. Selbst eine App. kann man gewinnbringend vermarkten.
Wenn ich mich mit älteren Leuten unterhalte, scheuen diese (obwohl sie nicht mehr in der Lage sind mit dem Rad zu fahren) die Busfahrt, da sie schlichtweg keinen Durchblick beim System in Leer haben.
Ein nicht nur juristisch bedenkliche Zustand. Es drängt sich einem der Eindruck auf, dass bei dem Thema Busfahren in Leer fortlaufend Personen mitbestimmen, die das Bussystem in Leer nie nutzen. Andernfalls wären solche Zustände nicht über Jahre möglich. Andere Städte geben sich Mühe den Busverkehr für alle Einwohner attraktiv zu gestalten.
Ich habe nur noch wenig Hoffnung, dass es möglich sein sollte, diese seit Jahren vertrauten Pfade zu verlassen und das Busfahren in Leer zeitgemäß zu gestalten.
Mit freundlichen Grüßen
Elke Müller
Hinweis der Redaktion
*Leserbriefe geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Sie haben eine andere Meinung zu diesem Thema oder möchten etwas dazu ergänzen? Dann schreiben Sie Ihren Kommentar oder eigenen Leserbrief an: info@leserecho.de — Betr. Leserbrief
Links zu diesem Thema — herausgesucht von der LeserECHO Redaktion:
Nahverkehrsplan 2019 — 2023 für den Landkreis Leer
Stadtbusverkehr ab 2021 – Vertragsunterzeichnung
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Neue Straße in Leer: Historische Häuser und die Geschichte der Altstadt
Neue Straße in Leer: Historische Häuser erzählen die Geschichte der ostfriesischen Handelsstadt
Leer. Die Neue Straße gehört zu den historisch bedeutsamen Straßen der Leeraner Altstadt. Mit ihren alten Wohn- und Handwerkerhäusern, historischen Packhäusern und charakteristischen Fassaden vermittelt sie bis heute das Bild einer kleinen ostfriesischen Handels- und Hafenstadt. Teile des Gebäudebestands reichen im Kern bis ins 16. und 17. Jahrhundert zurück. Die gesamte historische Gebäudegruppe ist im Denkmalverzeichnis des Landes Niedersachsen eingetragen.
Historische Altstadt mit denkmalgeschütztem Gebäudebestand
Die Neue Straße liegt im Süden der Leeraner Altstadt und setzt den Verlauf der Rathausstraße nach Südwesten fort. Von der Waage führt sie am historischen Marktplatz am Ufer der Leda vorbei und verläuft parallel zum früheren Handelshafen. Nach Westen zweigen die Garrelstraße und die Kampstraße ab. Weiter südlich knickt die Neue Straße nach Südwesten ab und mündet schließlich in den Straßenzug Pferdemarktstraße und Groninger Straße.
Der südliche Abschnitt ist durch einen weitgehend geschlossenen historischen Gebäudebestand geprägt. Die Häuser stehen auf einer alten Parzellenstruktur und säumen den Straßenraum in dichter Folge. Schmale Grundstücke, unterschiedliche Gebäudehöhen und vielfältige Fassadengestaltungen verleihen der Straße ihren besonderen Charakter.
Die Gebäudegruppe „Neue Straße“ ist im Denkmalatlas Niedersachsen als Gruppe baulicher Anlagen gemäß § 3 Absatz 3 Satz 1 des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes erfasst. Ihre Bedeutung wird sowohl aus geschichtlicher als auch aus städtebaulicher Sicht begründet.
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Wohn- und Handwerkerhäuser aus mehreren Jahrhunderten
Das Straßenbild wird von ein- bis zweigeschossigen Wohnhäusern mit Steildächern bestimmt. Die Gebäude stehen entweder mit ihrem Giebel oder mit ihrer Traufseite zur Straße. Viele der älteren Häuser wurden im Laufe der Jahrhunderte umgestaltet, sodass sich unterschiedliche Bauphasen und Baustile miteinander verbinden.
Zu den ältesten Gebäuden zählen eingeschossige, giebelständige Wohn- und Handwerkerhäuser, deren bauliche Ursprünge teilweise im 16. und 17. Jahrhundert liegen. Im 18. und 19. Jahrhundert erhielten mehrere dieser Häuser neue, verputzte Straßenfassaden. Beispiele dafür finden sich unter anderem bei den Häusern Neue Straße 45, 46, 48, 51 und 57.
Die jüngeren historischen Gebäude entstanden überwiegend zwischen dem späten 18. und dem späten 19. Jahrhundert. Viele von ihnen sind zweigeschossig und traufständig ausgerichtet. Architektonisch spiegeln sie insbesondere den Klassizismus und den Historismus wider.
Als qualitätvolle klassizistische Beispiele nennt der Denkmalatlas die Wohnhäuser Neue Straße 39, 49 und 52. Das Wohnhaus Neue Straße 56 steht beispielhaft für den späten Historismus. Sichtbares Backsteinmauerwerk und verputzte Fassaden wechseln sich ab und sorgen für ein abwechslungsreiches, zugleich regionaltypisches Straßenbild.
Historische Packhäuser erinnern an den Handel über die Leda
Die Lage am ehemaligen Handelshafen prägte die Nutzung der Grundstücke entlang der Neuen Straße. Insbesondere die östliche, dem Hafen zugewandte Straßenseite bot einen direkten Zugang zum Wasser. Neben Handwerkern siedelten sich deshalb auch Kaufmannsfamilien an.
Die historischen Packhäuser erinnern an die wirtschaftliche Bedeutung des Groß- und Seehandels. Dazu gehören die Packhäuser Neue Straße 41 und 57 sowie das stattliche Wohn-Packhaus Neue Straße 63.
Das Wohn-Packhaus mit der Hausnummer 63 wurde im Jahr 1757 errichtet. Es zählt zu den besonders markanten Gebäuden der Straße und dokumentiert die Verbindung von Wohnen und Warenlagerung, wie sie für historische Handelsorte typisch war.
Auch das Haus Neue Straße 44 nimmt eine besondere Stellung ein. Es wurde 1811 als Gastwirtschaft und Hotel gebaut. Aufgrund seiner Größe hebt es sich deutlich von der übrigen Bebauung ab und erinnert an die einstige Bedeutung der Neuen Straße als eine der Hauptstraßen der Leeraner Altstadt.
Ergänzt wird das Gebäudeensemble durch weitere Pack- und Hinterhäuser, die teilweise von der Straße aus weniger stark in Erscheinung treten.
AnzeigeDie Entstehung der Neuen Straße vor 1700
Die Geschichte der Neuen Straße ist eng mit der Entwicklung Leers zu einem bedeutenden Handelsplatz verbunden. Der älteste Siedlungskern lag im Bereich Kaakspütte und Alte Marktstraße. Am westlichen Ortsrand befand sich die Kirche St. Liudger. Von ihr ist auf dem reformierten Friedhof noch die um das Jahr 1200 in Steinbauweise errichtete Krypta erhalten.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Handel und Schifffahrt verlagerte sich der Schwerpunkt des Ortes im 15. und 16. Jahrhundert nach Südosten in Richtung Leda. Am dortigen Anleger entstand ein neuer Marktplatz. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde auch die Waage verlegt, die sich zuvor im Turm der Liudgerkirche befunden hatte.
Die Neue Straße entstand vor dem Jahr 1700. Sie stellte die Verbindung zwischen dem Markt- und Handelsplatz an der Waage und der Landstraße nach Leerort her. Von dort führten überregionale Handelswege weiter, wobei Fähren über die Ems und die Leda eine wichtige Rolle spielten.
Die Entwicklung Leers wurde im 18. Jahrhundert durch wirtschaftliche Veränderungen zusätzlich begünstigt. Nach der Übernahme des Fürstentums Ostfriesland durch das Königreich Preußen im Jahr 1744 und der schrittweisen Einschränkung des Emder Stapelrechts gewann Leer in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts weiter an Bedeutung und entwickelte sich zu einem wichtigen Seehafen.
Im Jahr 1823 erhielt Leer die Stadtrechte. Mit dem Anschluss an die Hannoversche Westbahn im Jahr 1854 setzte eine weitere Phase der Stadtentwicklung ein. Das Geschäftszentrum verlagerte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend nach Osten in Richtung Bahnhof. Entlang der Brunnen- und Mühlenstraße entstanden gründerzeitliche Wohn- und Geschäftshäuser.
Für die Neue Straße hatte diese Entwicklung eine besondere Folge: Da sich der Einzelhandel zunehmend an anderer Stelle konzentrierte, blieb der historische Charakter der Straße weitgehend erhalten. Tiefgreifende Abbrüche sowie umfangreiche Um- und Neubauten, wie sie andernorts durch die Ausweitung des Geschäftsbetriebs entstanden, blieben hier größtenteils aus.
„Auf dem Kamp“: Ein Straßenabschnitt mit eigener Geschichte
Der südliche Teil der Neuen Straße wurde ursprünglich ab der Kampstraße als „Auf dem Kamp“ bezeichnet. Bis zum Jahr 1967 trug dieser Abschnitt die Bezeichnung „Kamp“.
Auch die heutige Platzanlage an der Einmündung der Kampstraße entstand erst vergleichsweise spät. Mitte der 1960er-Jahre wurde dort ein Wohnhaus abgebrochen, das unmittelbar nördlich des Gebäudes Neue Straße 45 gestanden hatte. Durch diesen Abriss entstand die kleine Platzfläche, die das Straßenbild heute mitprägt.
Weiter südlich schwenkt die Neue Straße nach Südwesten. Zusammen mit den unterschiedlichen Gebäudeausrichtungen, den historischen Fassaden und der dichten Bebauung entsteht dadurch ein abwechslungsreicher Straßenverlauf, der für das Erscheinungsbild der historischen Altstadt charakteristisch ist.

Altstadtsanierung: Bürgerinitiative bewirkte ein Umdenken
In den 1960er-Jahren plante die Stadt Leer eine umfassende Flächensanierung in der Altstadt, um städtebauliche Missstände zu beseitigen. Die Neue Straße war von diesen Planungen zwar nicht unmittelbar betroffen, dennoch kam es auch dort vereinzelt zum Abbruch historischer Bausubstanz.
Ein entscheidender Wendepunkt war die Gründung der Bürgerinitiative „Altstadtsanierung Leer“ im Juli 1973. Der öffentlichkeitswirksame Protest der Initiative führte im Laufe des Jahres 1974 zu einem Umdenken bei den politischen Entscheidungsträgern.
In der Folge setzte sich zunehmend eine erhaltende, auf einzelne Gebäude ausgerichtete Stadtsanierung durch. Auch in der Neuen Straße wurde damit der historische Gebäudebestand stärker berücksichtigt.
Diese Entwicklung trug dazu bei, dass die Straße ihren kleinstädtischen Charakter bewahren konnte. Das Zusammenspiel aus historischen Wohnhäusern, ehemaligen Handelshäusern, Packhäusern und unterschiedlichen Fassadengestaltungen blieb weitgehend erhalten.
Warum die Neue Straße unter Denkmalschutz steht
Die Denkmalbegründung hebt insbesondere die geschichtliche Bedeutung der Straße für die Orts‑, Siedlungs- und Stadtbaugeschichte Leers hervor. Der historische Gebäudebestand auf der überkommenen Grundstücksstruktur dokumentiert die städtebauliche Entwicklung und die regionale Baugeschichte vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.
Darüber hinaus vermitteln die unterschiedlichen Gebäudetypen, Baustile und Nutzungen wichtige Einblicke in die Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Stadt. Wohn- und Handwerkerhäuser stehen neben ehemaligen Kaufmannshäusern und Packhäusern, die an den früheren Hafen- und Warenhandel erinnern.
Die Neue Straße ist damit mehr als eine historische Häuserzeile. Sie veranschaulicht, wie sich Leer von einem älteren Siedlungskern zu einer bedeutenden Handels- und Hafenstadt entwickelte und wie sich wirtschaftliche Veränderungen auf die Stadtstruktur auswirkten.
Die Verlagerung des Geschäftszentrums im 19. Jahrhundert und die Erfolge der erhaltenden Altstadtsanierung seit Mitte der 1970er-Jahre trugen wesentlich dazu bei, dass das historische Straßenbild bis heute erlebbar ist.
Aus diesen Gründen liegt die Erhaltung der gesamten Gebäudegruppe „Neue Straße“ im öffentlichen Interesse.
Quelle: Denkmalatlas Niedersachsen, Landesamt für Denkmalpflege – Denkmalthema „Leer_Altstadt“, Objekt „Neue Straße“, Landkreis Leer.
Bildnachweis: Hans-Albert Dirks
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Landgericht verhandelt wegen versuchten Tötungsdelikts in Leer
Versuchtes Tötungsdelikt in Leer: Prozessbeginn am Dienstag
Prozessbeginn am 13. Oktober 2026 – 28-jähriger Angeklagter soll einen Mann mit zahlreichen Faustschlägen schwer verletzt haben
Leer/Aurich – Vor dem Landgericht beginnt am Dienstag, 13. Oktober 2026, ein Strafverfahren gegen einen 28-jährigen Angeklagten aus Leer. Die Schwurgerichtskammer verhandelt den Vorwurf eines versuchten Tötungsdelikts. Nach der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Aurich soll der Mann im Juni 2026 in Leer einen anderen Menschen mit zahlreichen massiven Faustschlägen schwer verletzt haben.
Angeklagter soll mit Tötungsvorsatz gehandelt haben
Dem Angeklagten wird vorgeworfen, dem Geschädigten zahlreiche kräftige Faustschläge gegen das Gesicht, den Kopf und den Oberkörper versetzt zu haben. Dabei soll er mit Tötungsvorsatz gehandelt haben. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen musste der Geschädigte nach Angaben der Anklageschrift im Krankenhaus in ein künstliches Koma versetzt werden.
Der Tat soll eine Auseinandersetzung des Angeklagten mit einer weiteren Geschädigten vorausgegangen sein. Im Verlauf dieses Streits soll der 28-Jährige die Frau unter anderem ins Gesicht geschlagen und getreten haben.
Der Angeklagte befindet sich inzwischen vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus.
Drei Verhandlungstermine angesetzt
Die Hauptverhandlung beginnt am Dienstag, 13. Oktober 2026, um 9 Uhr im Saal 116 des Landgerichts. Den Vorsitz führt der Vorsitzende Richter am Landgericht Sanders. Das Verfahren wird unter dem Aktenzeichen 11 KLs 10/26 geführt.
Als weitere Verhandlungstermine sind der 20. Oktober und der 5. November 2026, jeweils um 9 Uhr in Saal 116, vorgesehen.
Für den ersten Hauptverhandlungstag sind fünf Zeugen, ein Dolmetscher und ein Nebenkläger geladen.
Unschuldsvermutung gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung
Im Verlauf der Hauptverhandlung soll geklärt werden, ob sich die erhobenen Vorwürfe bestätigen. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.
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Stadtrat Leer verabschiedet 18 Mitglieder: Engeline Kramer war 38 Jahre politisch aktiv
Stadt Leer verabschiedet 18 Ratsmitglieder: Engeline Kramer war rund 38 Jahre politisch aktiv
Leer – In der Stadt Leer steht ein personeller Umbruch im Stadtrat bevor. Bei der letzten Sitzung des Gremiums in der laufenden Wahlperiode haben Bürgermeister Claus-Peter Horst und Ratsvorsitzender Hauke Sattler am Donnerstagabend 18 Ratsmitglieder verabschiedet. Während 20 Mandatsträgerinnen und Mandatsträger auch dem künftigen Rat angehören werden, waren 18 entweder nicht erneut angetreten oder nicht wiedergewählt worden.
Die Verabschiedung fand im Festsaal des historischen Rathauses statt. Bürgermeister Claus-Peter Horst würdigte das kommunalpolitische Engagement der ausscheidenden Ratsmitglieder und dankte ihnen für ihre Arbeit zum Wohle der Stadt Leer.
Bürgermeister würdigt Engagement im Stadtrat
In seiner Ansprache betonte Horst, dass es keineswegs selbstverständlich sei, sich in der Ratsarbeit zu engagieren. Dazu gehöre auch Mut, zumal der Respekt, der den politisch Aktiven entgegengebracht werde, leider immer weiter abnehme.
„Danke, dass Sie durchgehalten haben“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die ausscheidenden Mitglieder.
Anschließend bat Horst jedes anwesende Ratsmitglied einzeln nach vorne und würdigte dessen kommunalpolitischen Einsatz mit persönlichen Worten. Dabei erinnerte er an das langjährige Engagement und die unterschiedlichen Beiträge zur Entwicklung der Stadt Leer.
Diese 18 Ratsmitglieder scheiden aus
Im Festsaal des historischen Rathauses wurden folgende Mitglieder des Stadtrates verabschiedet:
-
Mihdi Acar
-
Sven Albert
-
Egon Diekmann
-
Siegbert Knoop
-
Engeline Kramer
-
Gerd Lübbers
-
Friedhelm Penning
-
Günter Podlich
-
Christoph Runden
-
Freya Schäfer
-
Heinz-Dieter Schmidt
-
Dr. Heiner Schröder
-
Susanne Smit
-
Beate Stammwitz
-
Christina Stoye-Grunau
-
Hermann Visser
Ebenfalls nicht mehr dem künftigen Stadtrat angehören werden Katharina Birch und Olav Fricke. Beide konnten an der Verabschiedung nicht teilnehmen.
Vier langjährige Kommunalpolitiker besonders gewürdigt
Besonders ausführlich fiel die Würdigung von vier Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitikern aus, die die politische Arbeit in Leer über viele Jahre hinweg geprägt haben.
Engeline Kramer war rund 38 Jahre kommunalpolitisch aktiv. Damit gehörte sie zu den dienstältesten Mitgliedern des Stadtrates. Bürgermeister Horst blickte anhand älterer Zeitungsberichte und Schlagzeilen auf ihr Wirken, ihre politischen Schwerpunkte und ihre Erfolge zurück.
Heinz-Dieter Schmidt gehörte dem Rat 30 Jahre lang an. Auch bei ihm erinnerte der Bürgermeister an wichtige Stationen seiner kommunalpolitischen Arbeit.
Christina Stoye-Grunau war 29 Jahre politisch aktiv. Horst hob ebenfalls ihre langjährige Mitwirkung und ihre Beiträge zur Entwicklung der Stadt hervor.
Beate Stammwitz engagierte sich 25 Jahre im Stadtrat. Auch ihre politischen Schwerpunkte und Erfolge wurden anhand älterer Zeitungsberichte näher beleuchtet.
Die Rückblicke machten deutlich, wie lange die vier Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker die Ratsarbeit und damit die Entwicklung der Stadt Leer mitgestaltet haben.
Engeline Kramer will sich weiterhin für Leer einsetzen
Engeline Kramer nutzte die Gelegenheit, um selbst auf ihre langjährige Zeit im Stadtrat zurückzublicken. Mit dem Ausscheiden aus dem städtischen Gremium endet ihr politisches Engagement jedoch nicht vollständig: Sie wird weiterhin dem Kreistag angehören und sich dort nach eigenen Worten für die Belange der Stadt Leer einsetzen.
Mit Blick auf die Zukunft richtete sie einen Appell an Politik und Bevölkerung. „Bürgerinnen und Bürger und die Politik müssen mehr miteinander reden. Es geht darum, voneinander zu lernen“, betonte Kramer.
Damit setzte sie zum Abschluss ihrer Zeit im Stadtrat ein Zeichen für den Dialog zwischen kommunaler Politik und Bevölkerung.
Personeller Wechsel im Rat der Stadt Leer
Mit der Verabschiedung von 18 Mitgliedern endet für zahlreiche Kommunalpolitiker eine teilweise jahrzehntelange Tätigkeit im Rat der Stadt Leer. Gleichzeitig werden 20 bisherige Mandatsträgerinnen und Mandatsträger ihre Arbeit im künftigen Gremium fortsetzen.
Die letzte Sitzung der laufenden Wahlperiode stand damit nicht nur im Zeichen des Abschieds, sondern auch der Anerkennung für das ehrenamtliche politische Engagement, das die Entwicklung der Stadt über viele Jahre begleitet hat.
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