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Nie­der­lan­de stop­pen ihre Gas­lie­fe­run­gen. Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet.

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Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet

 

  • Gas­mon­teu­re besu­chen alle Ver­brau­cher mit Erd­gas­an­schluss, um Gas­ge­rä­te anzupassen.
  • Groß­pro­jekt dau­ert noch bis 2027 und sichert Gas­ver­sor­gung der Region.
  • Rund 98 Pro­zent aller Gerä­te sind anpassbar.
  • Nur nach der Umrüs­tung kön­nen Gerä­te auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas verbrennen.

Die Nie­der­lan­de müs­sen die Lie­fe­run­gen ihres L‑Erdgases nach Deutsch­land, Bel­gi­en und Frank­reich bereits in weni­gen Jah­ren been­den. Daher erhielt EWE Netz einen gesetz­li­chen Bun­des­auf­trag, den Nord­wes­ten Deutsch­lands auf H‑Erdgas umzu­stel­len. Das H‑Erdgas stammt aus einem Nord­ver­bund, zum Bei­spiel aus Nor­we­gen und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den zwei Gas­sor­ten liegt der Unter­schied im Ener­gie­ge­halt: H‑Gas setzt bei der Ver­bren­nung mehr Ener­gie frei als das nie­der­län­di­sche L‑Gas, dar­an muss EWE Netz auch nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te manu­ell anpassen.

In den nächs­ten Jah­ren erhal­ten alle Erd­gas­ver­brau­cher in Ost­fries­land min­des­tens zwei Besu­che von EWE Netz — unab­hän­gig davon, bei wel­chem Gas­lie­fe­ran­ten sie letzt­lich ihre Gas­rech­nung bezah­len. Gestar­tet ist das Pro­jekt jetzt in den Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me, danach geht es in Ost­fries­land wei­ter. Die Besuchs­ter­mi­ne ver­sen­det EWE Netz immer eini­ge Wochen zuvor auf dem Post­we­ge, per Einschreiben.

Spei­se­kar­ten aus Ostfriesland

 

Das geschieht bei den Besuchen

Bei dem ers­ten Besuch ste­hen zwei Fra­gen im Vor­der­grund: Zum einen wel­che Erd­gas­ge­rä­te set­zen die Kun­den in ihrem Gebäu­de über­haupt ein? Betrof­fen sind alle Gerä­te, die mit Erd­gas betrie­ben wer­den, zum Bei­spiel Her­de, Hei­zun­gen oder erd­gas­be­trie­be­ne Wasch­ma­schi­nen, Trock­ner oder Geschirr­spü­ler. Aus­ge­nom­men sind Gerä­te, die zum Bei­spiel mit Fla­schen- bezie­hungs­wei­se Flüs­sig- oder Pro­pan­gas betrie­ben wer­den. Gas­be­trie­be­ne PKW müs­sen auch nicht umge­rüs­tet wer­den. Zum ande­ren klä­ren die Mon­teu­re vor Ort, ob die Kun­den­ge­rä­te das H‑Gas mög­lichst sau­ber und vor allem sicher ver­bren­nen kön­nen. „Daher set­zen wir an den Gerä­ten immer eine wich­ti­ge Sicher­heits­prü­fung um und neh­men jeweils Daten vom Typen­schild der Gerä­te auf, viel mehr geschieht wäh­rend die­ses ers­ten Besuchs noch nicht“, erklärt Jens Wit­thus, Spre­cher des Pro­jekts bei EWE Netz.

Sehr hohe Komplexität

Die Infor­ma­tio­nen vom Typen­schild gleicht EWE Netz mit einer Daten­bank ab, die vom „Deut­schen Ver­ein des Gas- und Was­ser­fa­ches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Die Gerä­te-Her­stel­ler hin­ter­le­gen hier ins­be­son­de­re drei Infor­ma­tio­nen: Ist das vom Kun­den ein­ge­setz­te Modell über­haupt an H‑Gas anpass­bar? Wie kann es ange­passt wer­den? Und zu wel­chem Zeit­punkt soll­te EWE Netz das Gerät anpassen?

„Wenn not­wen­dig, bestel­len wir für jeden Kun­den und jedes sei­ner Gerä­te einen indi­vi­du­el­len Umrüst­satz für das H‑Gas“, so Wit­thus wei­ter. Und genau das macht das Pro­jekt zu einer wah­ren Mam­mut­auf­ga­be: Denn im Nord­wes­ten nut­zen Ver­brau­cher nicht nur über 700.000 Erd­gas­ge­rä­te aus ver­schie­de­nen Jahr­zehn­ten. Die Gerä­te unter­schei­den sich auch in weit über 22.000 Vari­an­ten. „Und nahe­zu jede Vari­an­te braucht even­tu­ell eine indi­vi­du­el­le Umrüs­tung. Hin­zu kom­men dann ja noch die unter­schied­lichs­ten Repa­ra­tur- und War­tungs­zu­stän­de, daher müs­sen wir jedes Gerät per­sön­lich prü­fen“, ergänzt Witthus.

98 Pro­zent sind anpassbar

Über 200.000 Erd­gas­ge­rä­te konn­te EWE Netz bereits an das H‑Gas anpas­sen. „Mit der hier gemach­ten Erfah­rung kön­nen wir sagen, dass sich ins­ge­samt rund 98 Pro­zent aller Kun­den­ge­rä­te an das H‑Gas anpas­sen las­sen“, berich­tet Wit­thus. EWE Netz rech­net damit, die­sen Wert auch in Ost­fries­land errei­chen zu kön­nen. „Soll­te eine Hei­zung zum Bei­spiel heu­te 20–25 Jah­re alt sein, muss man sich der Eigen­tü­mer in der Regel kei­ne Sor­gen machen“, beru­higt Wit­thus und ergänzt: „Auch bei noch älte­ren Mar­ken­ge­rä­ten gelingt es meis­tens, die­se an das H‑Gas anzupassen.“

Wenn sich ein Gerät doch ein­mal nicht mehr anpas­sen lässt, dann liegt es meis­tens dar­an, dass es den Gerä­te-Her­stel­ler heu­te nicht mehr gibt und die­ser daher kein Umrüst­ma­te­ri­al mehr lie­fern kann. In Ein­zel­fäl­len haben die Her­stel­ler auch den Sup­port für bestimm­te Gerä­te auf­ge­ge­ben, auch die­ses betrifft in der Regel nur sehr alte Gerä­te. Aber auch dann kann EWE Netz häu­fig kein Mate­ri­al mehr erhal­ten. Tech­ni­sche Pro­ble­me wäh­rend des Umrüs­tens gab es laut Wit­thus unter­des­sen bis­lang nahe­zu aus­schließ­lich bei alten Hei­zun­gen, die noch nie oder zu sel­ten durch einen Fach­be­trieb gewar­tet wur­den. „Regel­mä­ßi­ge War­tun­gen der Hei­zun­gen unter­stüt­zen eine rei­bungs­lo­se Umrüs­tung auf das H‑Gas, sie spa­ren aber auch deut­lich Erd­gas und ver­län­gern die Lebens­zeit der Geräte.“

 

Kei­ne Rechnungen

Grund­sätz­lich ent­ste­hen Kun­den durch das Pro­jekt kei­ne direk­ten Kos­ten. Daher ver­sen­det EWE Netz weder für die Ser­vice-Besu­che noch für das Mate­ri­al Rech­nun­gen. Und die Gas­mon­teu­re ver­lan­gen vor Ort nie­mals Geld von Kun­den. Eine Aus­nah­me gibt es bei den Ser­vice-Besu­chen aber: Falls die Mon­teu­re vor Ort fest­stel­len, dass ein Gerät eine Repa­ra­tur braucht oder gewar­tet wer­den muss, beauf­tragt der Eigen­tü­mer dafür wie gewohnt einen Fach­be­trieb sei­ner Wahl und bezahlt ihn.

 

Erd­gas­ge­rä­te und LNG

Nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te, die das Unter­neh­men bei Pri­vat­kun­den der­zeit auf das H‑Erdgas umrüs­tet, soll­ten anschlie­ßend auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas zuver­läs­sig ver­bren­nen kön­nen. Die noch auf L‑Erdgas ein­ge­stell­ten Gerä­te kön­nen das in der Regel nicht. Denn LNG ist H‑Erdgas, das aus außer­eu­ro­päi­schen Her­kunfts­län­dern stammt. Es wird bei einer Tem­pe­ra­tur von ca. ‑161 °C flüs­sig – also zu LNG (Lique­fied Natu­ral Gas bzw. Flüs­sig­erd­gas) und lässt sich dann auch per Schiff trans­por­tie­ren. Für das Ein­spei­sen in Gas-Pipe­lines wird LNG wie­der in einen gas­för­mi­gen Zustand gebracht.

 

Um die Gas­ver­sor­gung des Nord­wes­tens dar­über hin­aus wei­ter zu sichern, plant EWE Netz par­al­lel ein zwei­tes Groß­pro­jekt: Das Unter­neh­men wird in Rekord­zeit eine rund 70 Kilo­me­ter lan­ge Pipe­line vom Raum San­de (Fries­land) zu den EWE-Gas­spei­chern in Ost­fries­land bau­en, um das Netz für die Auf­nah­me gro­ßer Men­gen von in Wil­helms­ha­ven anlan­den­dem LNG vor­zu­be­rei­ten. Bereits 2023 soll die­se Pipe­line in Betrieb gehen. Per­spek­ti­visch hat die Lei­tung auch das Poten­ti­al, eine der wich­tigs­ten Haupt­ver­kehrs­adern für den Trans­port von per Schiff impor­tier­tem grü­nen Was­ser­stoff zu werden.

 

Schutz­maß­nah­men gegen Trickbetrüger

Bei den Besu­chen beach­tet das Unter­neh­men nach wie vor die Vor­ga­ben des Robert Koch-Insti­tuts zum Schutz vor dem Coro­na-Virus. Zusätz­lich ent­wi­ckel­te EWE Netz zusam­men mit Poli­zei­be­hör­den zahl­rei­che Schutz­maß­nah­men gegen poten­zi­el­le Haus­tür-Trick­be­trü­ger. Jeder Kun­de erhält zusam­men mit sei­nem Ter­min­an­schrei­ben einen Fly­er, der dar­über infor­miert, wie man den „ech­ten“ Gas­mon­teur erkennt. Eini­ge ent­wi­ckel­te Schutz­maß­nah­men wer­den öffent­lich nicht genannt. Ver­brau­cher kön­nen sich auch hier infor­mie­ren: www.ewe-netz.de/trickbetrug

Wie geht es weiter?

Ab Febru­ar 2024 schal­tet EWE Netz gro­ße Tei­le der Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me auf das H‑Gas um. EWE Netz teil­te auch Ost­fries­land in Umstell­be­zir­ke ein, die man bis 2027 nach­ein­an­der auf das H‑Gas umstel­len wird. Die­se Umstell­be­zir­ke ori­en­tie­ren sich an den Gas­lei­tun­gen, die bereits im Boden lie­gen und nicht an Orts- oder Land­kreis­gren­zen. Daher kann es gesche­hen, dass Gemein­den nur schritt­wei­se auf H‑Gas umge­schal­tet wer­den. EWE Netz kann jeden Bezirk in eine Art Gas­in­sel wan­deln und jeweils ent­schei­den, ob schon das H‑Gas oder wei­ter­hin das nie­der­län­di­sche L‑Gas ein­ge­speist wird.

War­um stop­pen die Nie­der­lan­de ihre Gaslieferungen?

Ein Aus­lö­ser ist das zuneh­men­de Schwin­den der För­der­ka­pa­zi­tä­ten des nie­der­län­di­schen L‑Erdgases. Hin­zu kom­men rund 14.000 Erd­stö­ße und Erd­be­ben ins­be­son­de­re in der Regi­on Gro­nin­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Nie­der­län­di­sche Exper­ten machen inzwi­schen die Gas­för­de­rung als Ver­ur­sa­cher für die Beben aus.

Stand heu­te wer­den die Nie­der­lan­de daher bereits ab 2023 in der Regi­on Gro­nin­gen kein L‑Erdgas mehr för­dern. Bereits heu­te kau­fen die Nie­der­lan­de daher H‑Erdgas auf den Welt­märk­ten ein, wan­deln die­ses mit­tels Stick­stoff in „Pseu­do-L-Gas“ und lie­fern Antei­le davon auch in den Nord­wes­ten. So kann unser Nach­bar sei­nen Lie­fer­ver­pflich­tun­gen nach­kom­men und gleich­zei­tig sei­ne Ein­woh­ner bes­ser vor wei­te­ren Beben schüt­zen. Ab Ende 2029 wol­len die Nie­der­lan­de (Stand heu­te) nahe­zu gar kein L‑Gas mehr lie­fern. In Deutsch­land sind von der nie­der­län­di­schen Ent­schei­dung meh­re­re Mil­lio­nen Gas­ver­brau­cher in zahl­rei­chen deut­schen Bun­des­län­dern betrof­fen. Der deut­sche Gesetz­ge­ber ver­pflich­te­te daher über 40 Gas­netz­be­trei­ber, jeweils ihre Regi­on auf das alter­na­ti­ve H‑Gas umzustellen.


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Job, Fami­lie & Pfle­ge im Land­kreis Leer: Wie klappt der Spa­gat bei Ihnen?

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Zu wenig Kita-Plät­ze und Sor­ge um den 8‑Stun­den-Tag: NGG warnt vor Belas­tung für Fami­li­en im Land­kreis Leer

LANDKREIS LEER. Die Ver­ein­bar­keit von Beruf und Fami­lie bleibt für vie­le Eltern im Land­kreis Leer eine täg­li­che Her­aus­for­de­rung. Nach aktu­el­len Anga­ben der amt­li­chen Sta­tis­tik ste­hen im Kreis­ge­biet der­zeit 1.440 Kita­plät­ze für Kin­der unter drei Jah­ren (U3) zur Ver­fü­gung. Das ent­spricht einer Betreu­ungs­quo­te von gut 31 Pro­zent. Nach Ein­schät­zung der Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) Olden­burg-Ost­fries­land reicht die­ser Wert bei Wei­tem nicht aus, um den tat­säch­li­chen Bedarf zu decken.

Gro­ße Lücke bei der U3-Kin­der­be­treu­ung im Kreis Leer

Unter Beru­fung auf eine Stu­die des Deut­schen Jugend­in­sti­tuts (DJI) weist die NGG dar­auf hin, dass der tat­säch­li­che Betreu­ungs­be­darf von Eltern für Unter-3-Jäh­ri­ge in Nie­der­sach­sen bei rund 53 Pro­zent liegt.

„Das ist zu wenig. Vor allem wenn Eltern arbei­ten, müs­sen sie sich dar­auf ver­las­sen kön­nen, dass ihre Kin­der betreut wer­den“, betont Ibra­him Ergin, Geschäfts­füh­rer der NGG-Regi­on Olden­burg-Ost­fries­land. Eine ver­läss­li­che Kin­der­be­treu­ung sei für berufs­tä­ti­ge Müt­ter und Väter zwin­gend erfor­der­lich, da Arbeits- und Öff­nungs­zei­ten der Kin­der­ta­ges­stät­ten meist eng auf­ein­an­der abge­stimmt sind.

Geplan­te Ände­rung am Arbeits­zeit­ge­setz: Kri­tik am XL-Arbeitstag

Zusätz­li­che Sor­gen berei­ten der Gewerk­schaft aktu­el­le Plä­ne der Bun­des­re­gie­rung zur Über­ar­bei­tung des Arbeits­zeit­ge­set­zes. Soll­te der klas­si­sche 8‑Stun­den-Tag auf­ge­weicht wer­den, dro­hen aus Sicht der NGG erheb­li­che Aus­wir­kung auf den All­tag von Fami­li­en im Land­kreis Leer.

Ergin warnt vor den Fol­gen fle­xi­ble­rer und län­ge­rer Arbeitszeiten:

„Wenn das pas­siert, dann bricht für Eltern jede Pla­nung bei der Kin­der­be­treu­ung zusam­men. Denn dann kann ein Arbeits­tag auch mal zwei oder sogar drei­ein­halb Stun­den län­ger wer­den. Mit Ver­läss­lich­keit, die Eltern drin­gend brau­chen, hat das nichts mehr zu tun.“

Wer sein Kind pünkt­lich vor der Schlie­ßung der Kita abho­len müs­se, gera­te bei spon­ta­nen Arbeits­ta­gen von 10 oder 12 Stun­den in orga­ni­sa­to­ri­sche Nöte. Am Ende beein­träch­ti­ge die­se Unsi­cher­heit die beruf­li­che Exis­tenz der Betroffenen.

Auch häus­li­che Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen betroffen

Neben der Kin­der­be­treu­ung sieht die NGG auch Risi­ken für die häus­li­che Pfle­ge von Ange­hö­ri­gen. Wenn Ver­sor­gungs­zei­ten eng mit Pfle­ge­diens­ten getak­tet sind, füh­ren über­lan­ge Arbeits­ta­ge zu erheb­li­chen Abstimmungsproblemen.

Nach Zah­len einer bun­des­wei­ten Beschäf­tig­ten­be­fra­gung des Deut­schen Gewerk­schafts­bun­des (DGB, Index Gute Arbeit) geben 51 Pro­zent der Frau­en und 41 Pro­zent der Män­ner an, sich zu Hau­se um Kin­der oder älte­re Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge zu küm­mern. Bereits unter den aktu­el­len Rah­men­be­din­gun­gen fällt es gut einem Fünf­tel aller Beschäf­tig­ten schwer, Job und Fami­lie zeit­lich zu ver­ein­ba­ren. Bei Allein­er­zie­hen­den liegt die­ser Anteil sogar bei 42 Prozent.

Soll­ten künf­tig Wochen­ar­beits­zei­ten mit Höchst­li­mits von 48 oder in Aus­nah­me­si­tua­tio­nen bis zu 73,5 Stun­den mög­lich wer­den, pro­vo­zie­re Schwarz-Rot aus Sicht der NGG erheb­li­che Pro­ble­me für vie­le Haus­hal­te in der Region.

Fach­kräf­te­man­gel und gesund­heit­li­che Risiken

Der Ursa­che des Arbeits­kräf­te­man­gels in Bran­chen wie dem Gast­ge­wer­be, dem Lebens­mit­tel­hand­werk oder der Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie wird man nach Ansicht der Gewerk­schaft mit ver­län­ger­ten Schich­ten nicht gerecht.

„Den Arbeits­kräf­te­man­gel in die­sen Betrie­ben lösen wir nicht durch län­ge­re Arbeits­ta­ge, son­dern durch bes­se­re Arbeits­be­din­gun­gen und mehr Kita-Plät­ze“, erklärt Ergin.

Zudem ver­weist die NGG auf gesund­heit­li­che Gefah­ren durch über­lan­ge Arbeits­zei­ten. Unter­su­chun­gen zei­gen, dass das Unfall­ri­si­ko nach acht Stun­den kon­ti­nu­ier­lich ansteigt und nach zwölf Stun­den dop­pelt so hoch ist wie bei einem regu­lä­ren 8‑Stun­den-Tag. Auch Schlaf­stö­run­gen, Herz-Kreis­lauf-Erkran­kun­gen und Burn­out wer­den als mög­li­che Spät­fol­gen genannt.

Wei­ter­füh­ren­de Informationen

Wei­te­re Details und Posi­tio­nen der Gewerk­schaft zur Arbeits­zeit­de­bat­te sind auf der offi­zi­el­len Web­site unter www.ngg.net/themen/mit-macht-fuer-die‑8 zu finden.

Bei­trags­bild: KI-Symbolfoto

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Star­kes Enga­ge­ment im Land­kreis Leer: Das sind die Preis­trä­ger von „Löppt!Mitnanner 2026“!

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Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger des “Löppt! Mitnanner”-Preises 2026 (Copy­right: J. Bam­bro­wicz 2026)

Aus­zeich­nung für das jun­ge Ehren­amt: Zehn Prei­se bei „Löppt!Mitnanner 2026“ verliehen

LANDKREIS LEER. Beein­dru­cken­des Enga­ge­ment, fri­sche Ideen und uner­müd­li­cher Ein­satz für die Gemein­schaft: Im Land­kreis Leer wur­den 18 jun­ge Men­schen im Alter von 15 bis 25 Jah­ren fei­er­lich mit dem dies­jäh­ri­gen „Löppt!Mitnanner“-Preis aus­ge­zeich­net. Land­rat Mat­thi­as Groo­te über­gab die begehr­ten Aus­zeich­nun­gen und Prei­se gemein­sam mit Cars­ten Rin­ne, dem Vor­stands­vor­sit­zen­den der Spar­kas­se LeerWittmund.

Aus ins­ge­samt 59 ein­ge­gan­ge­nen Vor­schlä­gen wähl­te eine Fach­ju­ry die dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger aus. Ins­ge­samt wur­den zehn Prei­se ver­ge­ben. Mit die­ser Aus­zeich­nung bedankt sich der Land­kreis Leer öffent­lich und sicht­bar für den unschätz­ba­ren ehren­amt­li­chen Ein­satz der jün­ge­ren Generation.

Hin­ter­grund: Das Pro­jekt „Löppt!Mitnanner“

„Löppt!Mitnanner“ steht seit Jah­ren für die geziel­te För­de­rung des jun­gen Ehren­am­tes im Land­kreis Leer. Neben regel­mä­ßi­gen Work­shops an Schu­len bil­det die jähr­li­che Preis­ver­lei­hung den Höhe­punkt der Initiative.

  • Wert­schät­zung: Jede Aus­zeich­nung ist mit 500 Euro dotiert.

  • Aner­ken­nung: Die Ein­ge­la­de­nen erhiel­ten eine hoch­wer­ti­ge Glas­tro­phäe sowie ein per­sön­li­ches Geschenk.

  • His­to­rie: Der Preis wird bereits seit 2020 ver­lie­hen. Stif­tungs­ge­be­rin des Prei­ses ist die Spar­kas­se LeerWittmund.

Die Preis­trä­ge­rin­nen und Preis­trä­ger 2026 im Überblick

Kate­go­rie #wirdenkenanAndere

  • Lea Matsch­ke (23 Jah­re, Leer):

    Enga­giert sich seit vie­len Jah­ren im CVJM War­singsfehn und prägt als Vor­stands­mit­glied die Arbeit aktiv mit. Ihr Her­zens­pro­jekt ist „TEN SING“ – die musi­ka­lisch-kul­tu­rel­le Jugend­grup­pe, in der sie Work­shops lei­tet, krea­ti­ve Kon­zep­te ent­wi­ckelt sowie Tref­fen und Auf­trit­te koordiniert.

  • Maryam Al-Ani (25 Jah­re, Bunde):

    Setzt sich bereits seit acht Jah­ren im Ver­ein Offe­ne Arme Rhei­der­land e.V. für Migran­tin­nen und Migran­ten ein. Sie unter­stützt beim Ankom­men, bei der Ori­en­tie­rung sowie bei Behör­den­gän­gen und leis­tet damit einen wert­vol­len Bei­trag zur akti­ven Inte­gra­ti­on in der Region.

Kate­go­rie #wirdenkenanMorgen

  • Mal­te Jaco­bi (24 Jah­re, Moormerland):

    Setzt sich für Sicher­heit, Gemein­schaft und Zukunft ein. Bei der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr War­singsfehn bringt er sich im nor­ma­len Dienst­be­trieb ein, unter­stütz­te beim Neu­bau des Feu­er­wehr­hau­ses, über­nimmt die tech­ni­sche Betreu­ung der Grup­pen, gestal­tet die Social-Media-Bericht­erstat­tung und beglei­tet die Kin­der- und Jugend­feu­er­wehr. Zudem enga­giert er sich im Gemein­de­rat als Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für öffent­li­che Sicherheit.

  • Sascha Mül­ler (19 Jah­re, Moormerland):

    Zeigt ein breit gefä­cher­tes Enga­ge­ment im Schüt­zen­ver­ein und Spiel­manns­zug Nen­dorp, wo er sich beson­ders für die Jugend ein­setzt. Dar­über hin­aus ist er seit acht Jah­ren Mit­glied der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr Veen­husen und bringt sei­ne Erfah­run­gen im Orts­rat Veen­husen ein.

Kate­go­rie #wirmotivieren

  • Inka Goud­schaal (25 Jah­re, Rhauderfehn):

    Ein ehren­amt­li­ches Mul­ti­ta­lent: Sie enga­giert sich im Kin­der­chor ihrer Kir­chen­ge­mein­de, singt selbst im Chor „akzen­te“ und gehört seit 2024 dem Kir­chen­vor­stand an. Beim TuS Col­ling­horst ist sie als Ten­nis­trai­ne­rin und Jugend­war­tin aktiv und bringt sich zusätz­lich im Fest­aus­schuss des Bür­ger­ver­eins Backe­moor ein.

  • Thor­ben Bross (25 Jah­re, Weener):

    Eine tra­gen­de Säu­le im Tisch­ten­nis-Kreis­vor­stand Leer als Staf­fel­lei­ter und Kreis­schul­spor­tob­mann, feder­füh­rend betei­ligt an Jugend­ver­an­stal­tun­gen und Tur­nie­ren. Beim SV Teu­to­nia Sta­pel­moor bringt er zudem die Social-Media-Arbeit und Digi­ta­li­sie­rung voran.

Kate­go­rie #wirVer-einen

  • André Pas­to­or (25 Jah­re, Weener):

    Ist in der DLRG Wee­ner und im Tur­ner-Musik-Ver­ein (TMV) Wee­ner ehren­amt­lich aktiv. Er begeis­tert Kin­der und Jugend­li­che für den Schwimm­sport, berei­tet sie auf Wett­kämp­fe vor und unter­stützt den TMV Wee­ner sowohl musi­ka­lisch als auch bei der Veranstaltungsorganisation.

  • Jule Jakobs (17 Jah­re, Leer):

    Ihr Herz schlägt für den Sport: Sie ist Jugend­fuß­ball-Trai­ne­rin beim VfR Heis­fel­de, orga­ni­siert das Wochen­end-Ange­bot „Tobe­kis­te“, gehört zum Kin­der­turn­team beim SC 04 und unter­stützt das Inte­gra­ti­ons­pro­jekt „Sport­pick­nick“. Zudem wirkt sie im Orga-Team der Ost­frie­si­schen Turn­show mit und enga­giert sich an ihrer Schu­le, dem Teletta-Groot­huis-Gym­na­si­um (TGG), als Schul­sa­ni­tä­te­rin und Medienscout.

Publi­kums­preis #wirgewinnen-Ihrentscheidet

  • Ole Stoel­ken (24 Jah­re, Filsum):

    Bringt sich beim TSV Lam­merts­fehn als Bei­sit­zer im Vor­stand ein, orga­ni­siert den Spiel­be­trieb sowie die Sport­platz­pfle­ge und koor­di­niert die Logis­tik des Ver­eins-Kiosks. Dabei moti­viert er Jugend­li­che, ihre eige­nen Talen­te einzubringen.

  • Schü­ler-Grup­pe der Guten­berg­schu­le / Segel-AG (15–19 Jah­re, Leer):

    Die neun Schü­ler unter­stüt­zen seit 2023 das Schip­per Klott­je Leer e.V. und die Schipper­gil­de Fried­rich Leer e.V.. Sie packen bei Ver­an­stal­tun­gen wie dem Wieh­nachts­markt ach­ter d’Waag, dem Tra­di­ti­ons­schif­fe-Tref­fen oder dem Neu­jahrs­emp­fang an. Zudem hel­fen sie bei der Pfle­ge des Schif­fes „Fried­rich“ und stel­len die Besat­zung bei Hafen­rund­fahr­ten für Schulklassen.

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Dampf­schiff-Roman­tik auf der Ems: Mit der „Prinz Hein­rich“ von Leer nach Emden!

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Mari­ti­me Zeit­rei­se auf der Ems: Mit dem Dampf­schiff „Prinz Hein­rich“ von Leer nach Emden

LEER / EMDEN – Ein beson­de­res mari­ti­mes Erleb­nis erwar­tet Aus­flüg­ler und Lieb­ha­ber his­to­ri­scher Schiff­fahrt am Don­ners­tag, den 30. Juli 2026. Das dop­pel­schrau­bi­ge Dampf­schiff „Prinz Hein­rich“ lädt zu einer drei­ein­halb­stün­di­gen Aus­flugs­fahrt von Leer nach Emden ein. Die mari­ti­me Schiffs­rei­se führt über Leda und Ems vor­bei an ost­frie­si­schen Wahr­zei­chen direkt in den Emder Außenhafen.

Schiffs­fahrt von Leer über die Ems nach Emden

Der Start­schuss für die Tour mit dem Tra­di­ti­ons­schiff fällt um 12:30 Uhr an der Wil­helm-Klopp-Pro­me­na­de (Ernst-Reu­ter-Platz) in Leer. Mit dem Erlin­gen der Dampf­pfei­fe öff­net sich die Rat­haus­brü­cke für die Pas­sa­ge durch die See­schleu­se Leer. Pas­sa­gie­re ver­fol­gen das Manö­ver wahl­wei­se vom Ober­deck oder aus dem Salon bei Kaf­fee, Kuchen und Snacks aus der Bordküche.

Von der Leda geht es vor­bei an der his­to­ri­schen Fes­tung Leer­ort und durch die geöff­ne­te Jann-Berg­haus-Brü­cke auf die Ems. Die Fahr­rou­te folgt dem Kurs der Kreuz­fahrt­schif­fe der Mey­er Werft ent­lang der Ort­schaf­ten Jem­gum und Ter­borg bis zum Ems-Sperr­werk in Gan­der­sum. Das Ziel der Tour ist die Anle­ge­stel­le an Brü­cke II nahe dem Yacht­ha­fen im Außen­ha­fen Emden.

Tech­nik­ge­schich­te haut­nah: Maschi­nen­raum und Ruder­haus besichtigen

Wäh­rend der Fahrt bie­tet ein Rund­gang über das Aus­flugs­schiff Ein­bli­cke in die his­to­ri­sche Schiff­fahrts­tech­nik. Im Ruder­haus befin­den sich das klas­si­sche Steu­er­rad sowie die Maschi­nen­te­le­gra­phen. Im Maschi­nen­raum lässt sich die Arbeit der Maschi­nis­ten an den bei­den betrie­be­nen Dampf­ma­schi­nen direkt beobachten.

Anschluss nach Bor­kum und Fahrradmitnahme

Die Ankunft im Hafen von Emden bie­tet einen direk­ten Anschluss für eine wei­ter­füh­ren­de See­rei­se zur Nord­see­insel Bor­kum (sepa­rat buch­bar). Für Rad­wan­de­rer ist eine Fahr­rad­mit­nah­me an Bord nach vor­he­ri­ger Buchung eines Fahr­rad-Tickets in begrenz­ter Anzahl möglich.

Fahr­zei­ten, Prei­se und Tickets

Datum: Don­ners­tag, 30.07.2026 Uhr­zeit: 12:30 Uhr bis 15:30 Uhr Abfahrts­ort: Tra­di­ti­ons­schiff „Prinz Hein­rich“, Wil­helm-Klopp-Pro­me­na­de, 26789 Leer Ankunfts­ort: Emden Außen­ha­fen (Brü­cke II / Yacht­ha­fen) Fahr­prei­se: Erwach­se­ne 35,00 € | Kin­der 4,00 €

Ver­an­stal­ter der Ems­fahrt ist der Ver­ein Tra­di­ti­ons­schiff Prinz Hein­rich e.V. aus Leer. Infor­ma­tio­nen zu Tickets und Buchung sind tele­fo­nisch unter 0491 / 9879374 sowie online über die Web­site des Ver­an­stal­ters erhältlich.

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