Lokal
Niederlande stoppen ihre Gaslieferungen. Erdgasumstellung auf H‑Gas ist gestartet.
Erdgasumstellung auf H‑Gas ist gestartet
- Gasmonteure besuchen alle Verbraucher mit Erdgasanschluss, um Gasgeräte anzupassen.
- Großprojekt dauert noch bis 2027 und sichert Gasversorgung der Region.
- Rund 98 Prozent aller Geräte sind anpassbar.
- Nur nach der Umrüstung können Geräte auch das aus LNG gewonnene Erdgas verbrennen.
Die Niederlande müssen die Lieferungen ihres L‑Erdgases nach Deutschland, Belgien und Frankreich bereits in wenigen Jahren beenden. Daher erhielt EWE Netz einen gesetzlichen Bundesauftrag, den Nordwesten Deutschlands auf H‑Erdgas umzustellen. Das H‑Erdgas stammt aus einem Nordverbund, zum Beispiel aus Norwegen und Großbritannien. Bei den zwei Gassorten liegt der Unterschied im Energiegehalt: H‑Gas setzt bei der Verbrennung mehr Energie frei als das niederländische L‑Gas, daran muss EWE Netz auch nahezu alle Erdgasgeräte manuell anpassen.
In den nächsten Jahren erhalten alle Erdgasverbraucher in Ostfriesland mindestens zwei Besuche von EWE Netz — unabhängig davon, bei welchem Gaslieferanten sie letztlich ihre Gasrechnung bezahlen. Gestartet ist das Projekt jetzt in den Gemeinden Uplengen und Jümme, danach geht es in Ostfriesland weiter. Die Besuchstermine versendet EWE Netz immer einige Wochen zuvor auf dem Postwege, per Einschreiben.
Das geschieht bei den Besuchen
Bei dem ersten Besuch stehen zwei Fragen im Vordergrund: Zum einen welche Erdgasgeräte setzen die Kunden in ihrem Gebäude überhaupt ein? Betroffen sind alle Geräte, die mit Erdgas betrieben werden, zum Beispiel Herde, Heizungen oder erdgasbetriebene Waschmaschinen, Trockner oder Geschirrspüler. Ausgenommen sind Geräte, die zum Beispiel mit Flaschen- beziehungsweise Flüssig- oder Propangas betrieben werden. Gasbetriebene PKW müssen auch nicht umgerüstet werden. Zum anderen klären die Monteure vor Ort, ob die Kundengeräte das H‑Gas möglichst sauber und vor allem sicher verbrennen können. „Daher setzen wir an den Geräten immer eine wichtige Sicherheitsprüfung um und nehmen jeweils Daten vom Typenschild der Geräte auf, viel mehr geschieht während dieses ersten Besuchs noch nicht“, erklärt Jens Witthus, Sprecher des Projekts bei EWE Netz.
Sehr hohe Komplexität
Die Informationen vom Typenschild gleicht EWE Netz mit einer Datenbank ab, die vom „Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Die Geräte-Hersteller hinterlegen hier insbesondere drei Informationen: Ist das vom Kunden eingesetzte Modell überhaupt an H‑Gas anpassbar? Wie kann es angepasst werden? Und zu welchem Zeitpunkt sollte EWE Netz das Gerät anpassen?
„Wenn notwendig, bestellen wir für jeden Kunden und jedes seiner Geräte einen individuellen Umrüstsatz für das H‑Gas“, so Witthus weiter. Und genau das macht das Projekt zu einer wahren Mammutaufgabe: Denn im Nordwesten nutzen Verbraucher nicht nur über 700.000 Erdgasgeräte aus verschiedenen Jahrzehnten. Die Geräte unterscheiden sich auch in weit über 22.000 Varianten. „Und nahezu jede Variante braucht eventuell eine individuelle Umrüstung. Hinzu kommen dann ja noch die unterschiedlichsten Reparatur- und Wartungszustände, daher müssen wir jedes Gerät persönlich prüfen“, ergänzt Witthus.
98 Prozent sind anpassbar
Über 200.000 Erdgasgeräte konnte EWE Netz bereits an das H‑Gas anpassen. „Mit der hier gemachten Erfahrung können wir sagen, dass sich insgesamt rund 98 Prozent aller Kundengeräte an das H‑Gas anpassen lassen“, berichtet Witthus. EWE Netz rechnet damit, diesen Wert auch in Ostfriesland erreichen zu können. „Sollte eine Heizung zum Beispiel heute 20–25 Jahre alt sein, muss man sich der Eigentümer in der Regel keine Sorgen machen“, beruhigt Witthus und ergänzt: „Auch bei noch älteren Markengeräten gelingt es meistens, diese an das H‑Gas anzupassen.“
Wenn sich ein Gerät doch einmal nicht mehr anpassen lässt, dann liegt es meistens daran, dass es den Geräte-Hersteller heute nicht mehr gibt und dieser daher kein Umrüstmaterial mehr liefern kann. In Einzelfällen haben die Hersteller auch den Support für bestimmte Geräte aufgegeben, auch dieses betrifft in der Regel nur sehr alte Geräte. Aber auch dann kann EWE Netz häufig kein Material mehr erhalten. Technische Probleme während des Umrüstens gab es laut Witthus unterdessen bislang nahezu ausschließlich bei alten Heizungen, die noch nie oder zu selten durch einen Fachbetrieb gewartet wurden. „Regelmäßige Wartungen der Heizungen unterstützen eine reibungslose Umrüstung auf das H‑Gas, sie sparen aber auch deutlich Erdgas und verlängern die Lebenszeit der Geräte.“
Keine Rechnungen
Grundsätzlich entstehen Kunden durch das Projekt keine direkten Kosten. Daher versendet EWE Netz weder für die Service-Besuche noch für das Material Rechnungen. Und die Gasmonteure verlangen vor Ort niemals Geld von Kunden. Eine Ausnahme gibt es bei den Service-Besuchen aber: Falls die Monteure vor Ort feststellen, dass ein Gerät eine Reparatur braucht oder gewartet werden muss, beauftragt der Eigentümer dafür wie gewohnt einen Fachbetrieb seiner Wahl und bezahlt ihn.
Erdgasgeräte und LNG
Nahezu alle Erdgasgeräte, die das Unternehmen bei Privatkunden derzeit auf das H‑Erdgas umrüstet, sollten anschließend auch das aus LNG gewonnene Erdgas zuverlässig verbrennen können. Die noch auf L‑Erdgas eingestellten Geräte können das in der Regel nicht. Denn LNG ist H‑Erdgas, das aus außereuropäischen Herkunftsländern stammt. Es wird bei einer Temperatur von ca. ‑161 °C flüssig – also zu LNG (Liquefied Natural Gas bzw. Flüssigerdgas) und lässt sich dann auch per Schiff transportieren. Für das Einspeisen in Gas-Pipelines wird LNG wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht.
Um die Gasversorgung des Nordwestens darüber hinaus weiter zu sichern, plant EWE Netz parallel ein zweites Großprojekt: Das Unternehmen wird in Rekordzeit eine rund 70 Kilometer lange Pipeline vom Raum Sande (Friesland) zu den EWE-Gasspeichern in Ostfriesland bauen, um das Netz für die Aufnahme großer Mengen von in Wilhelmshaven anlandendem LNG vorzubereiten. Bereits 2023 soll diese Pipeline in Betrieb gehen. Perspektivisch hat die Leitung auch das Potential, eine der wichtigsten Hauptverkehrsadern für den Transport von per Schiff importiertem grünen Wasserstoff zu werden.
Schutzmaßnahmen gegen Trickbetrüger
Bei den Besuchen beachtet das Unternehmen nach wie vor die Vorgaben des Robert Koch-Instituts zum Schutz vor dem Corona-Virus. Zusätzlich entwickelte EWE Netz zusammen mit Polizeibehörden zahlreiche Schutzmaßnahmen gegen potenzielle Haustür-Trickbetrüger. Jeder Kunde erhält zusammen mit seinem Terminanschreiben einen Flyer, der darüber informiert, wie man den „echten“ Gasmonteur erkennt. Einige entwickelte Schutzmaßnahmen werden öffentlich nicht genannt. Verbraucher können sich auch hier informieren: www.ewe-netz.de/trickbetrug
Wie geht es weiter?
Ab Februar 2024 schaltet EWE Netz große Teile der Gemeinden Uplengen und Jümme auf das H‑Gas um. EWE Netz teilte auch Ostfriesland in Umstellbezirke ein, die man bis 2027 nacheinander auf das H‑Gas umstellen wird. Diese Umstellbezirke orientieren sich an den Gasleitungen, die bereits im Boden liegen und nicht an Orts- oder Landkreisgrenzen. Daher kann es geschehen, dass Gemeinden nur schrittweise auf H‑Gas umgeschaltet werden. EWE Netz kann jeden Bezirk in eine Art Gasinsel wandeln und jeweils entscheiden, ob schon das H‑Gas oder weiterhin das niederländische L‑Gas eingespeist wird.
Warum stoppen die Niederlande ihre Gaslieferungen?
Ein Auslöser ist das zunehmende Schwinden der Förderkapazitäten des niederländischen L‑Erdgases. Hinzu kommen rund 14.000 Erdstöße und Erdbeben insbesondere in der Region Groningen in den letzten Jahrzehnten. Niederländische Experten machen inzwischen die Gasförderung als Verursacher für die Beben aus.
Stand heute werden die Niederlande daher bereits ab 2023 in der Region Groningen kein L‑Erdgas mehr fördern. Bereits heute kaufen die Niederlande daher H‑Erdgas auf den Weltmärkten ein, wandeln dieses mittels Stickstoff in „Pseudo-L-Gas“ und liefern Anteile davon auch in den Nordwesten. So kann unser Nachbar seinen Lieferverpflichtungen nachkommen und gleichzeitig seine Einwohner besser vor weiteren Beben schützen. Ab Ende 2029 wollen die Niederlande (Stand heute) nahezu gar kein L‑Gas mehr liefern. In Deutschland sind von der niederländischen Entscheidung mehrere Millionen Gasverbraucher in zahlreichen deutschen Bundesländern betroffen. Der deutsche Gesetzgeber verpflichtete daher über 40 Gasnetzbetreiber, jeweils ihre Region auf das alternative H‑Gas umzustellen.
Anzeige

Lokal
Drohnen in Leer: Flugschau und Barcamp zeigen neue Einsatzmöglichkeiten in Ostfriesland
Drohnen in Ostfriesland: Flugschau und Barcamp zeigen neue Einsatzmöglichkeiten in Leer
Von der Landwirtschaft über die Rettungskette bis zur professionellen Luftbildvermessung: Beim Drohnen-Stammtisch des Digital Hub Ostfriesland am 5. November 2026 stehen moderne Drohnentechnik, praktische Erfahrungen und neue Ideen im Mittelpunkt. Eine Flugschau auf dem Flugplatz Leer-Papenburg eröffnet das Programm, bevor sich die Teilnehmenden beim Drohnen-Barcamp in Leer austauschen.
Drohnen können weit mehr als spektakuläre Luftaufnahmen liefern. Sie unterstützen Vermessungsarbeiten, eröffnen neue Möglichkeiten in der Landwirtschaft und können bei Einsätzen im Natur- und Katastrophenschutz wertvolle Dienste leisten. Welche Chancen die moderne Drohnentechnik bietet und wie sie bereits heute eingesetzt wird, zeigt der nächste Drohnen-Stammtisch des Digital Hub Ostfriesland (DHO) am Donnerstag, 5. November 2026, in Leer.
Die Veranstaltung verbindet eine Flugschau mit einem Drohnen-Barcamp. Dabei stehen der Austausch zwischen Interessierten, neue Ideen und praktische Erfahrungen im Mittelpunkt.
Flugschau auf dem Flugplatz Leer-Papenburg
Den Auftakt bildet um 15.30 Uhr eine Flugschau auf dem Flugplatz Leer-Papenburg an der Kloster-Thedinga-Straße 83 in Leer. Dort wird eine große Agrardrohne vorgeführt. Die Demonstration soll zeigen, welche Dimensionen moderne Drohnentechnik inzwischen erreicht hat und welche Einsatzmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Die Flugschau findet witterungsabhängig statt.
Die Anreise zum Flugplatz erfolgt eigenständig. Auch der anschließende Wechsel zum Digital Hub Ostfriesland ist selbstständig zu organisieren.
Drohnen-Barcamp im Digital Hub Ostfriesland
Von 17 bis 20 Uhr wird der Drohnen-Stammtisch im Digital Hub Ostfriesland, Gaswerkstraße 18 in Leer, fortgesetzt. Anders als bei klassischen Veranstaltungen mit festgelegtem Programm und prominenten Hauptrednern setzt das Drohnen-Barcamp auf die aktive Beteiligung der Teilnehmenden.
Ein Barcamp ist eine offene Konferenz, bei der die Teilnehmenden eigene Themen und Fragen einbringen, Erfahrungen teilen und gemeinsam diskutieren. So entsteht Raum für neue Perspektiven, konkrete Anregungen und Gespräche auf Augenhöhe.
Einige Programmpunkte stehen bereits fest. Sie zeigen, wie unterschiedlich Drohnen und moderne Luftfahrttechnik eingesetzt werden können.
Diese Themen und Vorträge stehen auf dem Programm
Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland: Drohnengestützte Rettungskette
Die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland stellt ihre Idee einer drohnengestützten Rettungskette entlang der ostfriesischen Nordseeküste vor. Dabei geht es um neue Möglichkeiten, Drohnen in Rettungsabläufe einzubinden.
Northern Helicopter GmbH aus Emden: Erfahrungen aus der professionellen Luftfahrt
Die Northern Helicopter GmbH aus Emden bringt ihre Erfahrungen aus der professionellen Luftfahrt ein. Das Unternehmen ist unter anderem in der Offshore-Luftrettung, bei Ambulanzflügen sowie im Personen- und Frachttransport tätig. Damit steht es für unterschiedliche Einsatzbereiche moderner Luftfahrttechnik.
Airborne Luftbildservice aus Uplengen: Vermessung, Inspektion und Luftaufnahmen
Der Airborne Luftbildservice aus Uplengen zeigt, wie vielseitig professionelle Drohnentechnik genutzt werden kann. Das Leistungsspektrum reicht von hochpräzisen Luftbildvermessungen und 3D-Geländemodellen über Inspektionsflüge bis hin zu Foto‑, Video- und 360-Grad-Aufnahmen.
Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik: Drohnenführerscheine und Vorschriften
Das Bundestechnologiezentrum für Elektro- und Informationstechnik e. V. (BFE) aus Oldenburg informiert über die erforderlichen Drohnenführerscheine und die geltenden Regelungen für den Drohnenbetrieb. Interessierte erfahren, welche Nachweise für einen sicheren und regelkonformen Flug benötigt werden und worauf es beim Einstieg in die Drohnentechnik ankommt.
Drohnen eröffnen neue Perspektiven für Beruf und Freizeit
Ob Luftbilder, präzise Vermessungen, landwirtschaftliche Anwendungen oder Unterstützung bei Natur- und Katastrophenschutzeinsätzen: Drohnen eröffnen Perspektiven, die vom Boden aus häufig verborgen bleiben. Was vor wenigen Jahren noch außergewöhnlich war, ist heute in vielen Bereichen ein praktisches Werkzeug.
Der Drohnen-Stammtisch richtet sich deshalb nicht nur an erfahrene Drohnenpiloten. Willkommen sind sowohl Menschen, die Drohnen privat als Hobby nutzen, als auch beruflich Interessierte aus Vermessung, Handwerk und Landwirtschaft. Ebenso angesprochen sind Fachleute aus Feuerwehr, Sicherheits- und Katastrophenschutz sowie Naturschutz.
Auch wer bislang wenig Erfahrung mit Drohnen hat und sich für die Technik interessiert, kann bei der Veranstaltung neue Einblicke gewinnen.
Im Mittelpunkt stehen neben den technischen Möglichkeiten vor allem der persönliche Austausch, das Knüpfen neuer Kontakte und die gemeinsame Entwicklung von Ideen.
Termin, Veranstaltungsorte und Anmeldung
Drohnen-Stammtisch des Digital Hub Ostfriesland am 5. November 2026
-
15.30 Uhr: Flugschau einer großen Agrardrohne auf dem Flugplatz Leer-Papenburg, Kloster-Thedinga-Straße 83, Leer (witterungsabhängig)
-
17 bis 20 Uhr: Drohnen-Barcamp im Digital Hub Ostfriesland, Gaswerkstraße 18, Leer
-
Anreise: Die Anfahrt zur Flugschau und der anschließende Wechsel zum Digital Hub erfolgen eigenständig.
-
Teilnahme: Die Anmeldung ist kostenfrei.
Weitere Informationen zum Programm und die Möglichkeit zur kostenlosen Anmeldung gibt es online unter www.landkreis-leer.de/drohnen-stammtisch.
Anzeige
Lokal
Historisches Pferdekarussell auf dem Gallimarkt Leer: 16 Holzpferde und über 120 Jahre Tradition
Nostalgie auf dem Gallimarkt: Das historische Pferdekarussell der Familie Böltes
Seit 1904 dreht sich das Pferdekarussell der Schaustellerfamilie Böltes und begeistert mit handbemalten Details, kunstvoller Holzbesetzung und einer langen Geschichte. Auch auf dem Gallimarkt in Leer gehört das traditionsreiche Fahrgeschäft zu den besonderen Attraktionen für alle, die den Charme vergangener Jahrmarktzeiten lieben.
Wer über den Gallimarkt in Leer schlendert, entdeckt zwischen modernen Fahrgeschäften und rasanten Attraktionen einen Klassiker, der eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlt: das historische Pferdekarussell der Schaustellerfamilie Böltes aus Oldenburg-Varel. Das Fahrgeschäft stammt aus dem Jahr 1904 und lässt die Besucher in eine Zeit eintauchen, in der Volksfeste noch von handwerklicher Gestaltung und traditioneller Jahrmarktkultur geprägt waren.
16 Holzpferde für eine Fahrt wie vor über 100 Jahren
Das Karussell ist eine sogenannte Bodenmühle – ein historisches Bodenkarussell mit originaler Holzbesetzung. Insgesamt 16 Pferde stehen für eine nostalgische Runde bereit. Statt auf spektakuläre Geschwindigkeit setzt das Fahrgeschäft auf liebevolle Gestaltung, traditionelle Handwerkskunst und den besonderen Charme eines echten Jahrmarktklassikers.
Jedes Detail trägt zum unverwechselbaren Erscheinungsbild bei. Die Pferde und die kunstvoll gestalteten Verzierungen erinnern an die lange Geschichte des Karussellbaus. Gerade für Familien mit Kindern ist das Fahrgeschäft eine Möglichkeit, den Gallimarkt einmal von seiner ruhigen, traditionellen Seite kennenzulernen.

Handbemalte Tafeln zeigen die Verbundenheit mit Leer
Besonders sehenswert sind die liebevoll gestalteten und handbemalten Tafeln des Karussells. Darauf finden sich auch Motive mit Bezug zur Stadt Leer, darunter das Leeraner Rathaus. Diese Details machen deutlich, wie eng traditionelle Fahrgeschäfte mit den Orten verbunden sind, an denen sie über viele Jahre hinweg auf den Volksfesten gastieren.
Damit ist das Pferdekarussell nicht nur ein Fahrgeschäft, sondern auch ein Stück gelebte Jahrmarktkultur. Die Motive erzählen von regionaler Verbundenheit und verleihen dem historischen Klassiker eine persönliche Note.
Von Pferdestärken zum Elektromotor
Auch die Technik des Karussells hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Früher wurde das Fahrgeschäft von zwei Pferden angetrieben. Später übernahm ein Elektromotor diese Aufgabe. So blieb die traditionelle Optik erhalten, während sich der Antrieb an die technischen Möglichkeiten der jeweiligen Zeit anpasste.
Das Baujahr 1904 macht das Karussell zu einem besonderen Zeugnis der Volksfestgeschichte. Während viele moderne Fahrgeschäfte auf immer größere Höhe, Geschwindigkeit und technische Effekte setzen, begeistert dieser Klassiker mit seiner ursprünglichen Gestaltung und seiner historischen Ausstrahlung.
Ein Traditionsgeschäft in Familienhand
Die Schaustellerfamilie Böltes pflegt und betreibt das Pferdekarussell seit Jahrzehnten. Das Fahrgeschäft wurde über Generationen hinweg erhalten und ist regelmäßig auf Volksfesten und Jahrmärkten in Nordwestdeutschland anzutreffen. Dazu gehören unter anderem der Vareler Kramermarkt, das Frühlingsfest in Wilhelmshaven und der Gallimarkt in Leer.
Dass ein solches Fahrgeschäft über einen so langen Zeitraum erhalten bleibt, ist keine Selbstverständlichkeit. Es braucht Pflege, handwerkliches Können und die Bereitschaft, historische Schaustellertraditionen weiterzuführen.
Ein Stück Nostalgie auf dem Gallimarkt
Wer den Gallimarkt besucht und historische Jahrmarktsatmosphäre liebt, sollte sich das Pferdekarussell der Familie Böltes genauer ansehen. Die 16 Holzpferde, die handbemalten Tafeln und die traditionelle Bauweise machen es zu einem besonderen Blickfang zwischen den modernen Attraktionen.
Hier stehen nicht Geschwindigkeit und Nervenkitzel im Mittelpunkt, sondern Erinnerungen, Handwerkskunst und die Freude an einer Tradition, die seit mehr als 120 Jahren besteht. Eine Fahrt auf dem historischen Pferdekarussell ist damit nicht nur ein Vergnügen für Kinder, sondern auch eine kleine Reise in die Geschichte der Volksfeste.
Fotos: Ingo Tonsor @LeserECHO — Okt. 2026

Lokal
Wichtige Fragen im Alter? Der Senioren- und Pflegestützpunkt kommt zu Ihnen!
Gut beraten im Alter: Der Senioren- und Pflegestützpunkt des Landkreises Leer direkt vor Ort
Das Älterwerden und insbesondere das Thema Pflege bringen oft viele Fragen und Herausforderungen mit sich. Wo finde ich Unterstützung? Welche Leistungen stehen mir zu? Welche Wohnformen gibt es? Um Antworten auf diese wichtigen Fragen zu geben, hat das Amt für Teilhabe und Soziales des Landkreises Leer sein Beratungsangebot deutlich ausgebaut.
Der Senioren- und Pflegestützpunkt Niedersachsen (SPN) im Landkreis Leer versteht sich als zentrale Beratungs- und Vermittlungsstelle. Das Besondere: Die Expertinnen und Experten sind nicht nur im Amt in Leer erreichbar, sondern kommen direkt zu den Menschen in die Region.
AnzeigeDas Angebot: Kostenfrei, unabhängig und neutral
Die Arbeit des Stützpunktes umfasst das gesamte Themenspektrum rund um Senioren und Pflege. Das Angebot richtet sich an:
-
Senioren
-
Pflegebedürftige
-
Angehörige
-
alle Interessierten
In den Beratungsgesprächen werden individuelle Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt. Die Beratung ist dabei stets kostenfrei, unabhängig und neutral.
Der Stützpunkt informiert unter anderem über:
-
Leistungen der gesetzlichen Pflege- und Krankenversicherungen
-
Pflegegerechte Wohnformen
-
Seniorenrelevante Themen und Angebote
Senioren- und Pflegestützpunkt bietet im November kostenlose Beratungen an
Landkreis Leer – Der Senioren- und Pflegestützpunkt bietet auch im November kostenfreie und neutrale Beratungen für Pflegebedürftige, Angehörige und Interessierte an. Die Beratungstermine finden in verschiedenen Gemeinden, Samtgemeinden und Städten innerhalb des Landkreises Leer statt.Interessierte können sich vor Ort über Fragen rund um Pflege und Unterstützung informieren. Die Beratungen werden an zehn Standorten angeboten. Die Termine verteilen sich auf den ersten bis vierten Dienstag beziehungsweise Donnerstag im Monat.
AnzeigeBeratungstermine und Standorte im Überblick
RhauderfehnUplengen
- Ort: Treffpunkt Anleger/Familienstützpunkt
- Termin: Erster Dienstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Ostrhauderfehn
- Ort: Upkamer
- Termin: Zweiter Dienstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Jümme
- Ort: Rathaus
- Termin: Dritter Dienstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Bunde
- Ort: Rathaus
- Termin: Vierter Dienstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Weener
- Ort: Familienzentrum
- Termin: Erster Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 9 bis 10.30 Uhr
Moormerland
- Ort: Rathaus
- Termin: Erster Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 11 bis 12.30 Uhr
Jemgum
- Ort: Café Klönsnack
- Termin: Zweiter Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Westoverledingen
- Ort: Rathaus
- Termin: Dritter Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Hesel
- Ort: Rathaus
- Termin: Dritter Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Die Beratungsangebote richten sich an Menschen mit Pflegebedarf, ihre Angehörigen sowie alle Interessierten. Die Gespräche sind kostenfrei und neutral.
- Ort: Rathaus
- Termin: Vierter Donnerstag im Monat
- Uhrzeit: 10 bis 12 Uhr
Hinweis: Die Beratungen sind kostenfrei und neutral. Sie richten sich an Pflegebedürftige, Angehörige sowie alle Interessierten im Landkreis Leer.
Kontakt und weitere Informationen
Wer die Sprechzeiten vor Ort nicht wahrnehmen kann oder vorab Fragen hat, findet nähere Informationen zur Arbeit und zum umfassenden Service des Senioren- und Pflegestützpunktes online unter:
Internet: www.landkreis-leer.de/SPN
Nutzen Sie dieses niederschwellige Angebot des Landkreises – für eine gute und sichere Planung Ihrer Zukunft oder der Ihrer Angehörigen.
Anzeige

























