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Niederlande stoppen ihre Gaslieferungen. Erdgasumstellung auf H‑Gas ist gestartet.
Erdgasumstellung auf H‑Gas ist gestartet
- Gasmonteure besuchen alle Verbraucher mit Erdgasanschluss, um Gasgeräte anzupassen.
- Großprojekt dauert noch bis 2027 und sichert Gasversorgung der Region.
- Rund 98 Prozent aller Geräte sind anpassbar.
- Nur nach der Umrüstung können Geräte auch das aus LNG gewonnene Erdgas verbrennen.
Die Niederlande müssen die Lieferungen ihres L‑Erdgases nach Deutschland, Belgien und Frankreich bereits in wenigen Jahren beenden. Daher erhielt EWE Netz einen gesetzlichen Bundesauftrag, den Nordwesten Deutschlands auf H‑Erdgas umzustellen. Das H‑Erdgas stammt aus einem Nordverbund, zum Beispiel aus Norwegen und Großbritannien. Bei den zwei Gassorten liegt der Unterschied im Energiegehalt: H‑Gas setzt bei der Verbrennung mehr Energie frei als das niederländische L‑Gas, daran muss EWE Netz auch nahezu alle Erdgasgeräte manuell anpassen.
In den nächsten Jahren erhalten alle Erdgasverbraucher in Ostfriesland mindestens zwei Besuche von EWE Netz — unabhängig davon, bei welchem Gaslieferanten sie letztlich ihre Gasrechnung bezahlen. Gestartet ist das Projekt jetzt in den Gemeinden Uplengen und Jümme, danach geht es in Ostfriesland weiter. Die Besuchstermine versendet EWE Netz immer einige Wochen zuvor auf dem Postwege, per Einschreiben.
Das geschieht bei den Besuchen
Bei dem ersten Besuch stehen zwei Fragen im Vordergrund: Zum einen welche Erdgasgeräte setzen die Kunden in ihrem Gebäude überhaupt ein? Betroffen sind alle Geräte, die mit Erdgas betrieben werden, zum Beispiel Herde, Heizungen oder erdgasbetriebene Waschmaschinen, Trockner oder Geschirrspüler. Ausgenommen sind Geräte, die zum Beispiel mit Flaschen- beziehungsweise Flüssig- oder Propangas betrieben werden. Gasbetriebene PKW müssen auch nicht umgerüstet werden. Zum anderen klären die Monteure vor Ort, ob die Kundengeräte das H‑Gas möglichst sauber und vor allem sicher verbrennen können. „Daher setzen wir an den Geräten immer eine wichtige Sicherheitsprüfung um und nehmen jeweils Daten vom Typenschild der Geräte auf, viel mehr geschieht während dieses ersten Besuchs noch nicht“, erklärt Jens Witthus, Sprecher des Projekts bei EWE Netz.
Sehr hohe Komplexität
Die Informationen vom Typenschild gleicht EWE Netz mit einer Datenbank ab, die vom „Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Die Geräte-Hersteller hinterlegen hier insbesondere drei Informationen: Ist das vom Kunden eingesetzte Modell überhaupt an H‑Gas anpassbar? Wie kann es angepasst werden? Und zu welchem Zeitpunkt sollte EWE Netz das Gerät anpassen?
„Wenn notwendig, bestellen wir für jeden Kunden und jedes seiner Geräte einen individuellen Umrüstsatz für das H‑Gas“, so Witthus weiter. Und genau das macht das Projekt zu einer wahren Mammutaufgabe: Denn im Nordwesten nutzen Verbraucher nicht nur über 700.000 Erdgasgeräte aus verschiedenen Jahrzehnten. Die Geräte unterscheiden sich auch in weit über 22.000 Varianten. „Und nahezu jede Variante braucht eventuell eine individuelle Umrüstung. Hinzu kommen dann ja noch die unterschiedlichsten Reparatur- und Wartungszustände, daher müssen wir jedes Gerät persönlich prüfen“, ergänzt Witthus.
98 Prozent sind anpassbar
Über 200.000 Erdgasgeräte konnte EWE Netz bereits an das H‑Gas anpassen. „Mit der hier gemachten Erfahrung können wir sagen, dass sich insgesamt rund 98 Prozent aller Kundengeräte an das H‑Gas anpassen lassen“, berichtet Witthus. EWE Netz rechnet damit, diesen Wert auch in Ostfriesland erreichen zu können. „Sollte eine Heizung zum Beispiel heute 20–25 Jahre alt sein, muss man sich der Eigentümer in der Regel keine Sorgen machen“, beruhigt Witthus und ergänzt: „Auch bei noch älteren Markengeräten gelingt es meistens, diese an das H‑Gas anzupassen.“
Wenn sich ein Gerät doch einmal nicht mehr anpassen lässt, dann liegt es meistens daran, dass es den Geräte-Hersteller heute nicht mehr gibt und dieser daher kein Umrüstmaterial mehr liefern kann. In Einzelfällen haben die Hersteller auch den Support für bestimmte Geräte aufgegeben, auch dieses betrifft in der Regel nur sehr alte Geräte. Aber auch dann kann EWE Netz häufig kein Material mehr erhalten. Technische Probleme während des Umrüstens gab es laut Witthus unterdessen bislang nahezu ausschließlich bei alten Heizungen, die noch nie oder zu selten durch einen Fachbetrieb gewartet wurden. „Regelmäßige Wartungen der Heizungen unterstützen eine reibungslose Umrüstung auf das H‑Gas, sie sparen aber auch deutlich Erdgas und verlängern die Lebenszeit der Geräte.“
Keine Rechnungen
Grundsätzlich entstehen Kunden durch das Projekt keine direkten Kosten. Daher versendet EWE Netz weder für die Service-Besuche noch für das Material Rechnungen. Und die Gasmonteure verlangen vor Ort niemals Geld von Kunden. Eine Ausnahme gibt es bei den Service-Besuchen aber: Falls die Monteure vor Ort feststellen, dass ein Gerät eine Reparatur braucht oder gewartet werden muss, beauftragt der Eigentümer dafür wie gewohnt einen Fachbetrieb seiner Wahl und bezahlt ihn.
Erdgasgeräte und LNG
Nahezu alle Erdgasgeräte, die das Unternehmen bei Privatkunden derzeit auf das H‑Erdgas umrüstet, sollten anschließend auch das aus LNG gewonnene Erdgas zuverlässig verbrennen können. Die noch auf L‑Erdgas eingestellten Geräte können das in der Regel nicht. Denn LNG ist H‑Erdgas, das aus außereuropäischen Herkunftsländern stammt. Es wird bei einer Temperatur von ca. ‑161 °C flüssig – also zu LNG (Liquefied Natural Gas bzw. Flüssigerdgas) und lässt sich dann auch per Schiff transportieren. Für das Einspeisen in Gas-Pipelines wird LNG wieder in einen gasförmigen Zustand gebracht.
Um die Gasversorgung des Nordwestens darüber hinaus weiter zu sichern, plant EWE Netz parallel ein zweites Großprojekt: Das Unternehmen wird in Rekordzeit eine rund 70 Kilometer lange Pipeline vom Raum Sande (Friesland) zu den EWE-Gasspeichern in Ostfriesland bauen, um das Netz für die Aufnahme großer Mengen von in Wilhelmshaven anlandendem LNG vorzubereiten. Bereits 2023 soll diese Pipeline in Betrieb gehen. Perspektivisch hat die Leitung auch das Potential, eine der wichtigsten Hauptverkehrsadern für den Transport von per Schiff importiertem grünen Wasserstoff zu werden.
Schutzmaßnahmen gegen Trickbetrüger
Bei den Besuchen beachtet das Unternehmen nach wie vor die Vorgaben des Robert Koch-Instituts zum Schutz vor dem Corona-Virus. Zusätzlich entwickelte EWE Netz zusammen mit Polizeibehörden zahlreiche Schutzmaßnahmen gegen potenzielle Haustür-Trickbetrüger. Jeder Kunde erhält zusammen mit seinem Terminanschreiben einen Flyer, der darüber informiert, wie man den „echten“ Gasmonteur erkennt. Einige entwickelte Schutzmaßnahmen werden öffentlich nicht genannt. Verbraucher können sich auch hier informieren: www.ewe-netz.de/trickbetrug
Wie geht es weiter?
Ab Februar 2024 schaltet EWE Netz große Teile der Gemeinden Uplengen und Jümme auf das H‑Gas um. EWE Netz teilte auch Ostfriesland in Umstellbezirke ein, die man bis 2027 nacheinander auf das H‑Gas umstellen wird. Diese Umstellbezirke orientieren sich an den Gasleitungen, die bereits im Boden liegen und nicht an Orts- oder Landkreisgrenzen. Daher kann es geschehen, dass Gemeinden nur schrittweise auf H‑Gas umgeschaltet werden. EWE Netz kann jeden Bezirk in eine Art Gasinsel wandeln und jeweils entscheiden, ob schon das H‑Gas oder weiterhin das niederländische L‑Gas eingespeist wird.
Warum stoppen die Niederlande ihre Gaslieferungen?
Ein Auslöser ist das zunehmende Schwinden der Förderkapazitäten des niederländischen L‑Erdgases. Hinzu kommen rund 14.000 Erdstöße und Erdbeben insbesondere in der Region Groningen in den letzten Jahrzehnten. Niederländische Experten machen inzwischen die Gasförderung als Verursacher für die Beben aus.
Stand heute werden die Niederlande daher bereits ab 2023 in der Region Groningen kein L‑Erdgas mehr fördern. Bereits heute kaufen die Niederlande daher H‑Erdgas auf den Weltmärkten ein, wandeln dieses mittels Stickstoff in „Pseudo-L-Gas“ und liefern Anteile davon auch in den Nordwesten. So kann unser Nachbar seinen Lieferverpflichtungen nachkommen und gleichzeitig seine Einwohner besser vor weiteren Beben schützen. Ab Ende 2029 wollen die Niederlande (Stand heute) nahezu gar kein L‑Gas mehr liefern. In Deutschland sind von der niederländischen Entscheidung mehrere Millionen Gasverbraucher in zahlreichen deutschen Bundesländern betroffen. Der deutsche Gesetzgeber verpflichtete daher über 40 Gasnetzbetreiber, jeweils ihre Region auf das alternative H‑Gas umzustellen.
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Beiräte in Leer werden neu gewählt: Kandidaten für Seniorenbeirat und Behindertenbeirat gesucht
Beiräte in Leer werden neu gewählt: Kandidaten für Behinderten- und Seniorenbeirat gesucht
In Leer stehen im Herbst zwei wichtige Wahlen an: Der Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Leer und der Seniorenbeirat werden neu gewählt. Für beide Gremien werden Menschen gesucht, die sich ehrenamtlich engagieren und die Interessen verschiedener Bevölkerungsgruppen in der Stadt vertreten möchten.
Beirat für Menschen mit Behinderung: Engagierte Kandidaten gesucht
Für den Beirat für Menschen mit Behinderung werden Menschen gesucht, die schwerbehindert sind, ihren ersten Wohnsitz in Leer haben und Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit im Beirat mitbringen.
Der Beirat hat die wichtige Aufgabe, sich für die Interessen und Belange von Leeraner Einwohnerinnen und Einwohnern mit einer Behinderung einzusetzen. Ziel ist es, die Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft zu stärken und einer möglichen Isolation entgegenzuwirken.
Wer sich für die Arbeit des Beirates interessiert oder Fragen zur Kandidatur hat, kann sich vorab bei der Vorsitzenden Andrea Rohe informieren.
Kontakt: Andrea Rohe
Telefon: 0491 / 9279848
E‑Mail: andrea.rohe@outlook.com
Informationsveranstaltung am 15. September
Wer an der Wahl teilnehmen oder selbst für den Beirat kandidieren möchte, muss dies bis Dienstag, 15. September 2026, anmelden.
Am selben Tag findet um 17 Uhr im Festsaal des Rathauses eine Informationsveranstaltung zur Arbeit und zur Wahl des Beirates für Menschen mit Behinderung statt. Dabei sollen sich auch mögliche Kandidatinnen und Kandidaten vorstellen.
Die Wahl des neuen Beirates ist für Dienstag, 6. Oktober 2026, am Nachmittag geplant. Die angemeldeten Wahlberechtigten werden rechtzeitig unter Angabe von Uhrzeit und Ort zur Zusammenkunft eingeladen.
Auch Vereine, Verbände und Organisationen, die Menschen mit Schwerbehinderung betreuen, können Delegierte zur Wahl entsenden. Für die Benennung dieser Delegierten steht ein entsprechender Vordruck zur Verfügung.
Alle wichtigen Informationen sowie die erforderlichen Vordrucke zur Anmeldung und zur Benennung von Delegierten sind online bei der Stadt Leer zu finden:
https://leer.de/beirat-für-menschen-mit-behinderung
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Seniorenbeirat vertritt seit mehr als 40 Jahren die Interessen älterer Menschen
Auch der Seniorenbeirat der Stadt Leer wird neu gewählt. Gesucht werden Menschen ab dem vollendeten 60. Lebensjahr, die ihren ersten Wohnsitz in Leer haben und sich ehrenamtlich für die Interessen älterer Einwohnerinnen und Einwohner einsetzen möchten.
Der Seniorenbeirat blickt dabei auf eine lange Tradition zurück. Seit mehr als 40 Jahren vertreten seine Mitglieder die Interessen der älteren Bevölkerung in Leer und setzen sich für deren Anliegen ein.
Auch Vereine, Organisationen und Gruppierungen, die eine aktive Seniorenarbeit anbieten, können sich an der Wahl beteiligen. Sie haben die Möglichkeit, jeweils zwei Delegierte zur Wahlversammlung zu entsenden.
Voraussetzungen für eine Kandidatur
Neben dem Mindestalter und dem ersten Wohnsitz in Leer gibt es für die Wählbarkeit weitere Voraussetzungen. Kandidatinnen und Kandidaten dürfen kein Mitglied des Rates der Stadt Leer oder des Kreistages des Landkreises Leer sein.
Zusätzlich zu den von Vereinen, Organisationen und Gruppierungen entsandten Delegierten können sich auch Einzelpersonen als Mitglied des Seniorenbeirates zur Wahl stellen.
Informationsveranstaltung am 17. September
Wer an der Wahl teilnehmen oder selbst für den Seniorenbeirat kandidieren möchte, kann dies bis Donnerstag, 17. September 2026, anmelden.
Ebenfalls am 17. September findet um 17 Uhr im Festsaal des Rathauses eine Informationsveranstaltung zur Arbeit und zur Wahl des Seniorenbeirates statt. Die Wahlkandidatinnen und ‑kandidaten sollen sich bei dieser Gelegenheit ebenfalls vorstellen.
Die Wahl der Mitglieder des neuen Seniorenbeirates ist für Donnerstag, 1. Oktober 2026, am Nachmittag geplant. Die angemeldeten Wahlberechtigten werden unter Angabe der genauen Uhrzeit und des Ortes der Zusammenkunft eingeladen.
Für Vereine, Organisationen und Gruppierungen, die aktive Seniorenarbeit anbieten, steht ein Vordruck zur Benennung von Delegierten zur Verfügung. Auch die Anmeldung zur Wahl des Seniorenbeirates kann über die bereitgestellten Unterlagen erfolgen.
Alle wichtigen Informationen und Vordrucke sind auf der Internetseite der Stadt Leer zu finden:
https://leer.de/seniorenbeirat
Ehrenamtliches Engagement für Leer
Mit den beiden Beiräten haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich aktiv in die Entwicklung der Stadt einzubringen und die Interessen älterer Menschen sowie von Menschen mit Behinderung zu vertreten. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte und die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt, kann sich noch im September über die Arbeit der Gremien informieren und für eine Teilnahme an den Wahlen anmelden.
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Landesbühne Niedersachsen Nord in Leer startet neue Spielzeit 2026/27 mit „Der große Gatsby“
Gemeinsam für eine erfolgreiche neue Spielzeit: Landrat Matthias Groote, Intendant Olaf Strieb und Bürgermeister Claus-Peter Horst (von links) präsentieren den vielseitigen Spielplan der Landesbühne Niedersachsen Nord für die Saison 2026/27.
Neue Spielzeit der Landesbühne in Leer: Klassiker, moderne Stücke und große Unterhaltung
Mit dem Musical „Der große Gatsby“ startet am heutigen Freitag, 4. September 2026, die neue Spielzeit der Landesbühne Niedersachsen Nord in Leer. Im Theater an der Blinke erwartet das Publikum bis Juni 2027 ein abwechslungsreiches Programm mit Klassikern, zeitgenössischen Werken, modernen Inszenierungen und unterhaltsamen Produktionen.
„Der große Gatsby“ eröffnet die Spielzeit
Der Vorhang hebt sich am Freitag, 4. September 2026, für das Musical „Der große Gatsby“. Einlass im Theater an der Blinke ist ab 19 Uhr, Beginn der Vorstellung um 19.30 Uhr.
Der neue Spielplan wurde in dieser Woche bei einem Pressetermin im Rathaus gemeinsam von Intendant Olaf Strieb, Landrat Matthias Groote und Bürgermeister Claus-Peter Horst vorgestellt. Strieb machte dabei deutlich, dass die Landesbühne in der neuen Saison bewusst auf eine große stilistische Bandbreite setzt.
„Wir sind sehr breit aufgestellt“, sagte der Intendant. Neben bekannten Klassikern stehen zeitgenössische und moderne Stücke sowie Produktionen aus dem Bereich Unterhaltung auf dem Programm.
Zehn Stücke und ein Weihnachtsmärchen
Von September 2026 bis Juni 2027 stehen insgesamt zehn Stücke auf dem Spielplan. Hinzu kommt das Weihnachtsmärchen „Der Hoffnungsvogel“, das sich an Kinder ab sechs Jahren richtet und am 27. November gleich zweimal aufgeführt wird.
Eine Vorstellung ist bereits ausverkauft: Rund 1000 Schülerinnen und Schüler werden das Weihnachtsmärchen besuchen. Bürgermeister Claus-Peter Horst konnte diese positive Nachricht bereits zu Beginn des Pressetermins verkünden.
Von „Gatsby“ bis „Virginia Woolf“
Intendant Olaf Strieb stellte die einzelnen Produktionen auf seine bekannt kreative Art vor und machte dabei deutlich, wie unterschiedlich die Stücke in der kommenden Saison sind.
Den Auftakt bildet „Der große Gatsby“ mit viel Glanz und Glamour sowie einer „irre tollen Choreografie“. Die Musicalproduktion verspricht damit einen besonders opulenten Start in die neue Spielzeit.
Mit „Spatz & Engel“ folgt die Geschichte zweier außergewöhnlicher Künstlerinnen: Edith Piaf und Marlene Dietrich. Im Mittelpunkt stehen die höchst unterschiedlichen Diven und ihre Lebensgeschichten.
Ein weiterer Höhepunkt ist „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“. Strieb bezeichnete die Produktion als „Fest für vier Schauspielende“ und als „Verbalschlacht par excellence“. Das bekannte Stück verspricht entsprechend intensive Dialoge und große Schauspielkunst.
In „Heimsuchung“ wird wiederum ein Haus zum Mittelpunkt der Handlung. Über die Jahrzehnte hinweg verändert sich das Gebäude, während sich darin 14 Lebensgeschichten abspielen. Die Handlung reicht von den 1920er Jahren bis zur Wiedervereinigung. Eine zentrale Frage zieht sich dabei durch das Stück: „Was bleibt, wenn wir vergangen sind?“
Landesbühne erreicht wieder Vor-Corona-Niveau
Nicht nur der neue Spielplan gibt Anlass zur Freude. Auch die Besucherzahlen der Landesbühne haben sich ausgesprochen positiv entwickelt.
Rund 3700 Besucherinnen und Besucher sahen in der vergangenen Saison die zwölf Stücke der Landesbühne in Leer. Über das gesamte Spielgebiet hinweg kamen die Vorstellungen auf rund 96.000 Zuschauer.
Damit verzeichnete die Landesbühne ein Plus von fast sieben Prozent. Für Intendant Olaf Strieb ist diese Entwicklung besonders erfreulich: Das Vor-Corona-Niveau sei damit wieder erreicht worden.
Auch Landrat Matthias Groote, Bürgermeister Claus-Peter Horst und Intendant Olaf Strieb betonten die positive Entwicklung der Landesbühne und ihre Bedeutung für die Region.
Der Spielplan 2026/27 in Leer
Der große Gatsby – Freitag, 4. September 2026
Macbeth – Freitag, 25. September 2026
Marie Antoinette oder Kuchen für alle – Dienstag, 10. November 2026
Heimsuchung – Montag, 14. Dezember 2026
Das Feuerschiff – Mittwoch, 13. Januar 2027
Spatz und Engel – Donnerstag, 18. März 2027
Call me god – Mittwoch, 7. April 2027
Haimon (UA) – Mittwoch, 28. April 2027
Wer hat Angst vor Virginia Woolf? – Dienstag, 11. Mai 2027
Alibi (The murder of Roger Ackroyd) – Donnerstag, 3. Juni 2027
Das Weihnachtsmärchen „Der Hoffnungsvogel“ für Kinder ab sechs Jahren wird am 27. November 2026 zweimal aufgeführt.
Preise für die Spielzeit 2026/27
Bühnenpass: 10 Stücke für 140 Euro
Bühnenabenteuer: 5 Stücke nach Wahl für 70 Euro
Bühnenzauber: 3 Stücke nach Wahl für 45 Euro
Einzelticket: 18 Euro
Schüler und Studenten bis 25 Jahre sowie Schwerbehinderte ab 50 Prozent erhalten 50 Prozent Ermäßigung.
Karten und Beratung
Für Beratung und Verkauf ist der Fachdienst Kultur der Stadt Leer zuständig. Ansprechpartnerin ist Frau Ramm.
Telefon: 0491 / 97 82 242
E‑Mail: kultur@leer.de
Einzeltickets gibt es außerdem im Bürgerbüro der Stadt Leer, Schmiedestraße 7, in der Tourist-Information, Ledastraße 10, sowie im OZ Media Store, Mühlenstraße 57, in Leer.
Online-Tickets sind über www.reservix.de erhältlich.
Damit bietet die Landesbühne Niedersachsen Nord auch in der Spielzeit 2026/27 wieder ein vielseitiges Theaterprogramm für Leer und die Region – von großen Klassikern über moderne Theaterstoffe bis hin zu Musical und Unterhaltung.
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VW-Zukunftsplan beschlossen: Was wird aus dem Werk Emden?
VW-Zukunftsplan 2030 beschlossen: Was der Milliarden-Umbau für das Werk Emden bedeutet
Volkswagen stellt die Weichen für einen tiefgreifenden Konzernumbau. Der Aufsichtsrat hat den Zukunftsplan 2030 einstimmig beschlossen. Geplant sind Investitionen in Milliardenhöhe, weniger Modelle, schlankere Strukturen – und der Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen weltweit. Besonders aufmerksam blickt Ostfriesland nach Wolfsburg: Für das Volkswagen-Werk Emden ist eine wettbewerbsfähige Nachfolgeproduktion über das Jahr 2030 hinaus bislang nicht gesichert.
Wolfsburg/Emden. Der Aufsichtsrat der Volkswagen Group hat nach intensiven Beratungen den sogenannten Zukunftsplan 2030 einstimmig gebilligt. Damit soll die Transformation des Volkswagen-Konzerns deutlich beschleunigt werden. Vorstand, Marken, Gesellschaften und Arbeitnehmervertreter sollen den beschlossenen Kurs nun gemeinsam umsetzen.
Für die Region Ostfriesland hat die Entscheidung eine besondere Bedeutung. Das VW-Werk Emden gehört neben den Standorten Zwickau, Hannover und Neckarsulm zu den vier deutschen Werken, für die nach Angaben des Konzerns derzeit noch keine wettbewerbsfähige Folgebelegung für die Jahre 2031 bis 2034 gesichert ist. Gleichzeitig sollen weltweit rund 50.000 Stellen, einschließlich Stellen im Management, abgebaut werden.
Damit ist die Zukunft des Standorts Emden erneut eines der zentralen Themen im Volkswagen-Konzern.
Drei Milliardenbeträge für die Zukunft – aber auch massive Einschnitte
Volkswagen will trotz des harten Sparkurses in den kommenden Jahren einen dreistelligen Milliardenbetrag investieren. Das Geld soll unter anderem in neue Produkte, Technologien und künftige Wachstumsfelder fließen.
Konzernchef Oliver Blume bezeichnete die einstimmige Zustimmung des Aufsichtsrats als starkes Signal. Volkswagen müsse seine bekannten Marken attraktiver, stärker und wettbewerbsfähiger machen. Gleichzeitig müsse der Konzern seine Kosten deutlich reduzieren und seine Strukturen effizienter aufstellen.
Das Ziel ist klar formuliert: Volkswagen will bis 2030 eine operative Umsatzrendite von neun Prozent erreichen. Bei einem geplanten Absatz von rund neun Millionen Fahrzeugen pro Jahr würde dies einem operativen Ergebnis von etwa 31 Milliarden Euro entsprechen.
Für den Planungszeitraum 2027 bis 2031 sind insgesamt rund 135 Milliarden Euro für Sachinvestitionen sowie Forschung und Entwicklung vorgesehen. Die einzelnen Investitions- und Entwicklungsprojekte sollen im üblichen Planungsprozess weiter konkretisiert und dem Aufsichtsrat erneut zur Entscheidung vorgelegt werden.

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VW will Modellangebot drastisch reduzieren
Ein wesentlicher Bestandteil des Zukunftsplans ist eine deutliche Vereinfachung des Produktprogramms.
Bis 2035 soll das Modellangebot um rund 50 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig soll die Angebotskomplexität sogar um etwa 75 Prozent sinken.
Volkswagen setzt künftig stärker auf weniger, dafür größere und stärker ausgelastete Modelle. Durch die Konzentration auf weniger Varianten sollen höhere Stückzahlen pro Modell, niedrigere Kosten und bessere Skaleneffekte erreicht werden.
Auch Plattformen, elektronische Architekturen, Fahrerassistenzsysteme und Software sollen stärker vereinheitlicht werden.
Effizienzprogramm über den gesamten Konzern
Mit einem konzernweiten Operational-Excellence-Programm will Volkswagen die Effizienz deutlich steigern. Dabei werden unter anderem die Bereiche Technische Entwicklung, Einkauf, Produktion, Qualität, Vertrieb und die Gemeinkosten betrachtet.
Ziel sind bessere Prozesse, schnellere Entscheidungen und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.
Auch die Führungsstrukturen sollen schlanker werden. Verantwortlichkeiten sollen klarer verteilt, Entscheidungswege verkürzt und Teams mit mehr Verantwortung ausgestattet werden.
Für Führungskräfte ist außerdem ein einheitlicheres Leistungs- und Bonussystem vorgesehen, das stärker auf Ergebnisse und den gemeinsamen Unternehmenserfolg ausgerichtet werden soll.
Volkswagen-Werk Emden: Zukunft nach 2030 bleibt offen
Für Emden ist vor allem eine Passage des Zukunftsplans von großer Bedeutung.
Volkswagen sieht innerhalb des Konzerns eine Überkapazität von rund 500.000 Fahrzeugen in Europa. Deshalb soll bis Ende Juni 2027 ein Konzept für eine langfristig wettbewerbsfähige Produktionsstruktur der europäischen Werke entwickelt werden.
Für vier Standorte ist derzeit jedoch noch keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gesichert:
- Emden
- Zwickau
- Hannover
- Neckarsulm
Die Zeiträume für die offenen Zukunftsperspektiven liegen zwischen 2031 und 2034.
Für das VW-Werk Emden bedeutet dies: Eine konkrete wettbewerbsfähige Nachfolgeproduktion über den bisherigen Planungshorizont hinaus ist derzeit nicht abgesichert. Gleichzeitig sollen alternative Nutzungsmöglichkeiten der betroffenen Standorte geprüft werden.
Die Nachricht ist deshalb für Ostfriesland von erheblicher Bedeutung. Das VW-Werk ist nicht nur ein großer Arbeitgeber in Emden, sondern hat auch Auswirkungen auf zahlreiche Unternehmen und Arbeitsplätze in der Region.
Aktuelle Berichte bestätigen, dass Emden zu den vier besonders im Fokus stehenden deutschen Volkswagen-Standorten gehört.
Rund 50.000 Stellen sollen weltweit wegfallen
Neben den Veränderungen bei den Werken sieht der Zukunftsplan einen weiteren grundlegenden Personalabbau vor.
Volkswagen geht davon aus, dass weltweit zusätzlich zu bereits laufenden Programmen eine weitere Anpassung der Personalkapazitäten notwendig ist. Als Gründe nennt der Konzern den zunehmenden internationalen Wettbewerb, veränderte Nachfragestrukturen und den technologischen Wandel.
Insgesamt sieht der Zukunftsplan einen Abbau von rund 50.000 Stellen weltweit vor – einschließlich Managementpositionen.
Wie sich diese Zahl konkret auf einzelne Marken, Gesellschaften, Länder und Standorte verteilt, ist mit der jetzigen Entscheidung noch nicht festgelegt. Auch für Emden lässt sich aus der genannten Gesamtzahl daher noch keine konkrete Zahl für den Standort ableiten.
Niedersachsen fordert Perspektiven für die Standorte
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sieht die Herausforderungen für Volkswagen und die gesamte deutsche Automobilindustrie ebenfalls als enorm an. Der internationale Wettbewerb habe sich deutlich verschärft.
Gleichzeitig müsse es nach seiner Auffassung einen gemeinsamen Weg geben, um die Transformation zu bewältigen. Investitionen in Zukunftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit seien notwendig, müssten aber mit langfristigen Perspektiven für die Standorte verbunden werden.
Die Politik müsse Volkswagen dabei unterstützen, unter anderem durch bessere Wettbewerbsbedingungen und eine Handelspolitik, die den Industriestandort Deutschland im internationalen Wettbewerb stärkt.
Gerade für Niedersachsen und Ostfriesland ist die Entwicklung von besonderer Bedeutung. Das Land Niedersachsen ist als Anteilseigner eng mit Volkswagen verbunden.
Arbeitnehmervertreter sehen weiterhin große Verantwortung
Auch die Arbeitnehmerseite betont die Bedeutung des jetzt beschlossenen Zukunftsplans.
Christiane Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende und Erste Vorsitzende der IG Metall, erklärte, man habe intensiv an Lösungen gearbeitet. Der Zukunftsplan sei gemeinsam mit Vorstand und Anteilseignern entwickelt worden.
Jetzt müsse es darum gehen, die entscheidenden Aufgaben anzugehen und Zukunftsszenarien für sämtliche Werke zu entwickeln.
Volkswagen trage als einer der größten Industriekonzerne eine besondere Verantwortung für seine Beschäftigten und ganze Regionen. Die Mitbestimmung müsse dabei weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Auch Gesamt- und Konzernbetriebsratschefin Daniela Cavallo sieht den Zukunftsplan als notwendig an, um Volkswagen erfolgreich in das kommende Jahrzehnt zu führen. Gleichzeitig müsse verhindert werden, dass die Beschäftigten die Last der Veränderungen einseitig tragen.
Aus Sicht des Betriebsrats gehören Beschäftigungssicherung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zusammen. Beide Ziele seien keine Gegensätze, sondern könnten sich gegenseitig bedingen.
Für die Beschäftigten an allen Standorten sollen auf dieser Grundlage attraktive Modelle und langfristige Perspektiven entwickelt werden.
Nordamerika und China werden neu ausgerichtet
Der Volkswagen-Konzern will seine internationale Strategie ebenfalls verändern.
In Nordamerika soll der Schwerpunkt künftig stärker auf besonders profitablen Fahrzeugsegmenten liegen.
In China reagiert Volkswagen auf die veränderten Wachstumserwartungen des chinesischen Automobilmarktes. Gleichzeitig sollen die Exportaktivitäten in Richtung des sogenannten Global South ausgebaut werden.
Damit reagiert Volkswagen auf die erheblichen Veränderungen des internationalen Automobilmarktes und den zunehmenden Wettbewerbsdruck.
Konzernstruktur soll einfacher und schneller werden
Auch die Struktur des Volkswagen-Konzerns selbst soll sich verändern.
Der Vorstand soll ein Modell für eine weiterentwickelte Entscheidungs- und Konzernstruktur erarbeiten. Ziel sind technologische und weitere Synergien, geringere Kosten, klarere Verantwortlichkeiten sowie schnellere und effizientere Entscheidungen.
Außerdem soll der Aufsichtsrat seine Zustimmungsvorbehalte stärker auf Maßnahmen konzentrieren, die für den gesamten Konzern von wesentlicher Bedeutung sind. Die entsprechenden Schwellenwerte sollen an die übliche Praxis großer DAX-Unternehmen angepasst werden.
Auch das Beteiligungsportfolio von Volkswagen soll deutlich schlanker werden.
Nach den Vorgaben des Zukunftsplans sollen Beteiligungen und Geschäftsaktivitäten anhand ihres strategischen und wirtschaftlichen Beitrags zum Kerngeschäft überprüft werden. Das Beteiligungsportfolio soll um rund ein Drittel reduziert werden.
Nichtstrategische Aktivitäten sollen verkauft oder neu strukturiert werden. Auch der Immobilienbestand des Konzerns wird überprüft.
Ziel ist eine schlankere Konzernstruktur und eine effizientere Nutzung des vorhandenen Kapitals.
Was bedeutet der Beschluss für Emden?
Der einstimmige Beschluss des Aufsichtsrats bringt für Volkswagen zunächst Klarheit über die strategische Richtung. Für das VW-Werk Emden bedeutet er allerdings noch keine langfristige Standortgarantie.
Entscheidend wird sein, welche Produktionsstruktur Volkswagen für Europa entwickelt und welche Nachfolgeprodukte für die einzelnen Werke vorgesehen werden.
Bis spätestens Ende Juni 2027 soll das Konzept für eine wettbewerbsfähige europäische Produktionsstruktur vorliegen. Bis dahin dürfte die Frage nach der Zukunft des Emder Volkswagen-Werks deshalb eines der wichtigsten industriepolitischen Themen in Ostfriesland bleiben.
Parallel dazu sollen bereits laufende Maßnahmen fortgeführt und weitere Schritte unmittelbar eingeleitet werden. Dort, wo Vereinbarungen mit Arbeitnehmervertretern notwendig sind, sollen die zuständigen Gremien der Marken und Gesellschaften einbezogen und Gespräche zügig aufgenommen werden.
Der Konzernvorstand trägt die Gesamtverantwortung für die Umsetzung. Der Aufsichtsrat will den Prozess eng begleiten, regelmäßig informiert werden und sich dort beteiligen, wo Entscheidungen erforderlich sind.
Für Ostfriesland steht damit viel auf dem Spiel: Der Zukunftsplan 2030 soll Volkswagen international wieder wettbewerbsfähiger machen. Gleichzeitig bleibt die Frage offen, welche konkrete Zukunft das Werk Emden nach 2030 haben wird.
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