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Nie­der­lan­de stop­pen ihre Gas­lie­fe­run­gen. Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet.

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Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet

 

  • Gas­mon­teu­re besu­chen alle Ver­brau­cher mit Erd­gas­an­schluss, um Gas­ge­rä­te anzupassen.
  • Groß­pro­jekt dau­ert noch bis 2027 und sichert Gas­ver­sor­gung der Region.
  • Rund 98 Pro­zent aller Gerä­te sind anpassbar.
  • Nur nach der Umrüs­tung kön­nen Gerä­te auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas verbrennen.

Die Nie­der­lan­de müs­sen die Lie­fe­run­gen ihres L‑Erdgases nach Deutsch­land, Bel­gi­en und Frank­reich bereits in weni­gen Jah­ren been­den. Daher erhielt EWE Netz einen gesetz­li­chen Bun­des­auf­trag, den Nord­wes­ten Deutsch­lands auf H‑Erdgas umzu­stel­len. Das H‑Erdgas stammt aus einem Nord­ver­bund, zum Bei­spiel aus Nor­we­gen und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den zwei Gas­sor­ten liegt der Unter­schied im Ener­gie­ge­halt: H‑Gas setzt bei der Ver­bren­nung mehr Ener­gie frei als das nie­der­län­di­sche L‑Gas, dar­an muss EWE Netz auch nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te manu­ell anpassen.

In den nächs­ten Jah­ren erhal­ten alle Erd­gas­ver­brau­cher in Ost­fries­land min­des­tens zwei Besu­che von EWE Netz — unab­hän­gig davon, bei wel­chem Gas­lie­fe­ran­ten sie letzt­lich ihre Gas­rech­nung bezah­len. Gestar­tet ist das Pro­jekt jetzt in den Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me, danach geht es in Ost­fries­land wei­ter. Die Besuchs­ter­mi­ne ver­sen­det EWE Netz immer eini­ge Wochen zuvor auf dem Post­we­ge, per Einschreiben.

Spei­se­kar­ten aus Ostfriesland

 

Das geschieht bei den Besuchen

Bei dem ers­ten Besuch ste­hen zwei Fra­gen im Vor­der­grund: Zum einen wel­che Erd­gas­ge­rä­te set­zen die Kun­den in ihrem Gebäu­de über­haupt ein? Betrof­fen sind alle Gerä­te, die mit Erd­gas betrie­ben wer­den, zum Bei­spiel Her­de, Hei­zun­gen oder erd­gas­be­trie­be­ne Wasch­ma­schi­nen, Trock­ner oder Geschirr­spü­ler. Aus­ge­nom­men sind Gerä­te, die zum Bei­spiel mit Fla­schen- bezie­hungs­wei­se Flüs­sig- oder Pro­pan­gas betrie­ben wer­den. Gas­be­trie­be­ne PKW müs­sen auch nicht umge­rüs­tet wer­den. Zum ande­ren klä­ren die Mon­teu­re vor Ort, ob die Kun­den­ge­rä­te das H‑Gas mög­lichst sau­ber und vor allem sicher ver­bren­nen kön­nen. „Daher set­zen wir an den Gerä­ten immer eine wich­ti­ge Sicher­heits­prü­fung um und neh­men jeweils Daten vom Typen­schild der Gerä­te auf, viel mehr geschieht wäh­rend die­ses ers­ten Besuchs noch nicht“, erklärt Jens Wit­thus, Spre­cher des Pro­jekts bei EWE Netz.

Sehr hohe Komplexität

Die Infor­ma­tio­nen vom Typen­schild gleicht EWE Netz mit einer Daten­bank ab, die vom „Deut­schen Ver­ein des Gas- und Was­ser­fa­ches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Die Gerä­te-Her­stel­ler hin­ter­le­gen hier ins­be­son­de­re drei Infor­ma­tio­nen: Ist das vom Kun­den ein­ge­setz­te Modell über­haupt an H‑Gas anpass­bar? Wie kann es ange­passt wer­den? Und zu wel­chem Zeit­punkt soll­te EWE Netz das Gerät anpassen?

„Wenn not­wen­dig, bestel­len wir für jeden Kun­den und jedes sei­ner Gerä­te einen indi­vi­du­el­len Umrüst­satz für das H‑Gas“, so Wit­thus wei­ter. Und genau das macht das Pro­jekt zu einer wah­ren Mam­mut­auf­ga­be: Denn im Nord­wes­ten nut­zen Ver­brau­cher nicht nur über 700.000 Erd­gas­ge­rä­te aus ver­schie­de­nen Jahr­zehn­ten. Die Gerä­te unter­schei­den sich auch in weit über 22.000 Vari­an­ten. „Und nahe­zu jede Vari­an­te braucht even­tu­ell eine indi­vi­du­el­le Umrüs­tung. Hin­zu kom­men dann ja noch die unter­schied­lichs­ten Repa­ra­tur- und War­tungs­zu­stän­de, daher müs­sen wir jedes Gerät per­sön­lich prü­fen“, ergänzt Witthus.

98 Pro­zent sind anpassbar

Über 200.000 Erd­gas­ge­rä­te konn­te EWE Netz bereits an das H‑Gas anpas­sen. „Mit der hier gemach­ten Erfah­rung kön­nen wir sagen, dass sich ins­ge­samt rund 98 Pro­zent aller Kun­den­ge­rä­te an das H‑Gas anpas­sen las­sen“, berich­tet Wit­thus. EWE Netz rech­net damit, die­sen Wert auch in Ost­fries­land errei­chen zu kön­nen. „Soll­te eine Hei­zung zum Bei­spiel heu­te 20–25 Jah­re alt sein, muss man sich der Eigen­tü­mer in der Regel kei­ne Sor­gen machen“, beru­higt Wit­thus und ergänzt: „Auch bei noch älte­ren Mar­ken­ge­rä­ten gelingt es meis­tens, die­se an das H‑Gas anzupassen.“

Wenn sich ein Gerät doch ein­mal nicht mehr anpas­sen lässt, dann liegt es meis­tens dar­an, dass es den Gerä­te-Her­stel­ler heu­te nicht mehr gibt und die­ser daher kein Umrüst­ma­te­ri­al mehr lie­fern kann. In Ein­zel­fäl­len haben die Her­stel­ler auch den Sup­port für bestimm­te Gerä­te auf­ge­ge­ben, auch die­ses betrifft in der Regel nur sehr alte Gerä­te. Aber auch dann kann EWE Netz häu­fig kein Mate­ri­al mehr erhal­ten. Tech­ni­sche Pro­ble­me wäh­rend des Umrüs­tens gab es laut Wit­thus unter­des­sen bis­lang nahe­zu aus­schließ­lich bei alten Hei­zun­gen, die noch nie oder zu sel­ten durch einen Fach­be­trieb gewar­tet wur­den. „Regel­mä­ßi­ge War­tun­gen der Hei­zun­gen unter­stüt­zen eine rei­bungs­lo­se Umrüs­tung auf das H‑Gas, sie spa­ren aber auch deut­lich Erd­gas und ver­län­gern die Lebens­zeit der Geräte.“

 

Kei­ne Rechnungen

Grund­sätz­lich ent­ste­hen Kun­den durch das Pro­jekt kei­ne direk­ten Kos­ten. Daher ver­sen­det EWE Netz weder für die Ser­vice-Besu­che noch für das Mate­ri­al Rech­nun­gen. Und die Gas­mon­teu­re ver­lan­gen vor Ort nie­mals Geld von Kun­den. Eine Aus­nah­me gibt es bei den Ser­vice-Besu­chen aber: Falls die Mon­teu­re vor Ort fest­stel­len, dass ein Gerät eine Repa­ra­tur braucht oder gewar­tet wer­den muss, beauf­tragt der Eigen­tü­mer dafür wie gewohnt einen Fach­be­trieb sei­ner Wahl und bezahlt ihn.

 

Erd­gas­ge­rä­te und LNG

Nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te, die das Unter­neh­men bei Pri­vat­kun­den der­zeit auf das H‑Erdgas umrüs­tet, soll­ten anschlie­ßend auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas zuver­läs­sig ver­bren­nen kön­nen. Die noch auf L‑Erdgas ein­ge­stell­ten Gerä­te kön­nen das in der Regel nicht. Denn LNG ist H‑Erdgas, das aus außer­eu­ro­päi­schen Her­kunfts­län­dern stammt. Es wird bei einer Tem­pe­ra­tur von ca. ‑161 °C flüs­sig – also zu LNG (Lique­fied Natu­ral Gas bzw. Flüs­sig­erd­gas) und lässt sich dann auch per Schiff trans­por­tie­ren. Für das Ein­spei­sen in Gas-Pipe­lines wird LNG wie­der in einen gas­för­mi­gen Zustand gebracht.

 

Um die Gas­ver­sor­gung des Nord­wes­tens dar­über hin­aus wei­ter zu sichern, plant EWE Netz par­al­lel ein zwei­tes Groß­pro­jekt: Das Unter­neh­men wird in Rekord­zeit eine rund 70 Kilo­me­ter lan­ge Pipe­line vom Raum San­de (Fries­land) zu den EWE-Gas­spei­chern in Ost­fries­land bau­en, um das Netz für die Auf­nah­me gro­ßer Men­gen von in Wil­helms­ha­ven anlan­den­dem LNG vor­zu­be­rei­ten. Bereits 2023 soll die­se Pipe­line in Betrieb gehen. Per­spek­ti­visch hat die Lei­tung auch das Poten­ti­al, eine der wich­tigs­ten Haupt­ver­kehrs­adern für den Trans­port von per Schiff impor­tier­tem grü­nen Was­ser­stoff zu werden.

 

Schutz­maß­nah­men gegen Trickbetrüger

Bei den Besu­chen beach­tet das Unter­neh­men nach wie vor die Vor­ga­ben des Robert Koch-Insti­tuts zum Schutz vor dem Coro­na-Virus. Zusätz­lich ent­wi­ckel­te EWE Netz zusam­men mit Poli­zei­be­hör­den zahl­rei­che Schutz­maß­nah­men gegen poten­zi­el­le Haus­tür-Trick­be­trü­ger. Jeder Kun­de erhält zusam­men mit sei­nem Ter­min­an­schrei­ben einen Fly­er, der dar­über infor­miert, wie man den „ech­ten“ Gas­mon­teur erkennt. Eini­ge ent­wi­ckel­te Schutz­maß­nah­men wer­den öffent­lich nicht genannt. Ver­brau­cher kön­nen sich auch hier infor­mie­ren: www.ewe-netz.de/trickbetrug

Wie geht es weiter?

Ab Febru­ar 2024 schal­tet EWE Netz gro­ße Tei­le der Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me auf das H‑Gas um. EWE Netz teil­te auch Ost­fries­land in Umstell­be­zir­ke ein, die man bis 2027 nach­ein­an­der auf das H‑Gas umstel­len wird. Die­se Umstell­be­zir­ke ori­en­tie­ren sich an den Gas­lei­tun­gen, die bereits im Boden lie­gen und nicht an Orts- oder Land­kreis­gren­zen. Daher kann es gesche­hen, dass Gemein­den nur schritt­wei­se auf H‑Gas umge­schal­tet wer­den. EWE Netz kann jeden Bezirk in eine Art Gas­in­sel wan­deln und jeweils ent­schei­den, ob schon das H‑Gas oder wei­ter­hin das nie­der­län­di­sche L‑Gas ein­ge­speist wird.

War­um stop­pen die Nie­der­lan­de ihre Gaslieferungen?

Ein Aus­lö­ser ist das zuneh­men­de Schwin­den der För­der­ka­pa­zi­tä­ten des nie­der­län­di­schen L‑Erdgases. Hin­zu kom­men rund 14.000 Erd­stö­ße und Erd­be­ben ins­be­son­de­re in der Regi­on Gro­nin­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Nie­der­län­di­sche Exper­ten machen inzwi­schen die Gas­för­de­rung als Ver­ur­sa­cher für die Beben aus.

Stand heu­te wer­den die Nie­der­lan­de daher bereits ab 2023 in der Regi­on Gro­nin­gen kein L‑Erdgas mehr för­dern. Bereits heu­te kau­fen die Nie­der­lan­de daher H‑Erdgas auf den Welt­märk­ten ein, wan­deln die­ses mit­tels Stick­stoff in „Pseu­do-L-Gas“ und lie­fern Antei­le davon auch in den Nord­wes­ten. So kann unser Nach­bar sei­nen Lie­fer­ver­pflich­tun­gen nach­kom­men und gleich­zei­tig sei­ne Ein­woh­ner bes­ser vor wei­te­ren Beben schüt­zen. Ab Ende 2029 wol­len die Nie­der­lan­de (Stand heu­te) nahe­zu gar kein L‑Gas mehr lie­fern. In Deutsch­land sind von der nie­der­län­di­schen Ent­schei­dung meh­re­re Mil­lio­nen Gas­ver­brau­cher in zahl­rei­chen deut­schen Bun­des­län­dern betrof­fen. Der deut­sche Gesetz­ge­ber ver­pflich­te­te daher über 40 Gas­netz­be­trei­ber, jeweils ihre Regi­on auf das alter­na­ti­ve H‑Gas umzustellen.


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Neue Stra­ße in Leer: His­to­ri­sche Häu­ser und die Geschich­te der Altstadt

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Neue Stra­ße in Leer: His­to­ri­sche Häu­ser erzäh­len die Geschich­te der ost­frie­si­schen Handelsstadt

Leer. Die Neue Stra­ße gehört zu den his­to­risch bedeut­sa­men Stra­ßen der Leera­ner Alt­stadt. Mit ihren alten Wohn- und Hand­wer­ker­häu­sern, his­to­ri­schen Pack­häu­sern und cha­rak­te­ris­ti­schen Fas­sa­den ver­mit­telt sie bis heu­te das Bild einer klei­nen ost­frie­si­schen Han­dels- und Hafen­stadt. Tei­le des Gebäu­de­be­stands rei­chen im Kern bis ins 16. und 17. Jahr­hun­dert zurück. Die gesam­te his­to­ri­sche Gebäu­de­grup­pe ist im Denk­mal­ver­zeich­nis des Lan­des Nie­der­sach­sen eingetragen.

His­to­ri­sche Alt­stadt mit denk­mal­ge­schütz­tem Gebäudebestand

Die Neue Stra­ße liegt im Süden der Leera­ner Alt­stadt und setzt den Ver­lauf der Rat­haus­stra­ße nach Süd­wes­ten fort. Von der Waa­ge führt sie am his­to­ri­schen Markt­platz am Ufer der Leda vor­bei und ver­läuft par­al­lel zum frü­he­ren Han­dels­ha­fen. Nach Wes­ten zwei­gen die Garr­el­stra­ße und die Kamp­stra­ße ab. Wei­ter süd­lich knickt die Neue Stra­ße nach Süd­wes­ten ab und mün­det schließ­lich in den Stra­ßen­zug Pfer­de­markt­stra­ße und Gro­nin­ger Straße.

Der süd­li­che Abschnitt ist durch einen weit­ge­hend geschlos­se­nen his­to­ri­schen Gebäu­de­be­stand geprägt. Die Häu­ser ste­hen auf einer alten Par­zel­len­struk­tur und säu­men den Stra­ßen­raum in dich­ter Fol­ge. Schma­le Grund­stü­cke, unter­schied­li­che Gebäu­de­hö­hen und viel­fäl­ti­ge Fas­sa­den­ge­stal­tun­gen ver­lei­hen der Stra­ße ihren beson­de­ren Charakter.

Die Gebäu­de­grup­pe „Neue Stra­ße“ ist im Denk­mal­at­las Nie­der­sach­sen als Grup­pe bau­li­cher Anla­gen gemäß § 3 Absatz 3 Satz 1 des Nie­der­säch­si­schen Denk­mal­schutz­ge­set­zes erfasst. Ihre Bedeu­tung wird sowohl aus geschicht­li­cher als auch aus städ­te­bau­li­cher Sicht begründet.

 

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Wohn- und Hand­wer­ker­häu­ser aus meh­re­ren Jahrhunderten

Das Stra­ßen­bild wird von ein- bis zwei­ge­schos­si­gen Wohn­häu­sern mit Steil­dä­chern bestimmt. Die Gebäu­de ste­hen ent­we­der mit ihrem Gie­bel oder mit ihrer Trauf­sei­te zur Stra­ße. Vie­le der älte­ren Häu­ser wur­den im Lau­fe der Jahr­hun­der­te umge­stal­tet, sodass sich unter­schied­li­che Bau­pha­sen und Bau­sti­le mit­ein­an­der verbinden.

Zu den ältes­ten Gebäu­den zäh­len ein­ge­schos­si­ge, gie­bel­stän­di­ge Wohn- und Hand­wer­ker­häu­ser, deren bau­li­che Ursprün­ge teil­wei­se im 16. und 17. Jahr­hun­dert lie­gen. Im 18. und 19. Jahr­hun­dert erhiel­ten meh­re­re die­ser Häu­ser neue, ver­putz­te Stra­ßen­fas­sa­den. Bei­spie­le dafür fin­den sich unter ande­rem bei den Häu­sern Neue Stra­ße 45, 46, 48, 51 und 57.

Die jün­ge­ren his­to­ri­schen Gebäu­de ent­stan­den über­wie­gend zwi­schen dem spä­ten 18. und dem spä­ten 19. Jahr­hun­dert. Vie­le von ihnen sind zwei­ge­schos­sig und trauf­stän­dig aus­ge­rich­tet. Archi­tek­to­nisch spie­geln sie ins­be­son­de­re den Klas­si­zis­mus und den His­to­ris­mus wider.

Als qua­li­tät­vol­le klas­si­zis­ti­sche Bei­spie­le nennt der Denk­mal­at­las die Wohn­häu­ser Neue Stra­ße 39, 49 und 52. Das Wohn­haus Neue Stra­ße 56 steht bei­spiel­haft für den spä­ten His­to­ris­mus. Sicht­ba­res Back­stein­mau­er­werk und ver­putz­te Fas­sa­den wech­seln sich ab und sor­gen für ein abwechs­lungs­rei­ches, zugleich regio­nal­ty­pi­sches Straßenbild.

His­to­ri­sche Pack­häu­ser erin­nern an den Han­del über die Leda

Die Lage am ehe­ma­li­gen Han­dels­ha­fen präg­te die Nut­zung der Grund­stü­cke ent­lang der Neu­en Stra­ße. Ins­be­son­de­re die öst­li­che, dem Hafen zuge­wand­te Stra­ßen­sei­te bot einen direk­ten Zugang zum Was­ser. Neben Hand­wer­kern sie­del­ten sich des­halb auch Kauf­manns­fa­mi­li­en an.

Die his­to­ri­schen Pack­häu­ser erin­nern an die wirt­schaft­li­che Bedeu­tung des Groß- und See­han­dels. Dazu gehö­ren die Pack­häu­ser Neue Stra­ße 41 und 57 sowie das statt­li­che Wohn-Pack­haus Neue Stra­ße 63.

Das Wohn-Pack­haus mit der Haus­num­mer 63 wur­de im Jahr 1757 errich­tet. Es zählt zu den beson­ders mar­kan­ten Gebäu­den der Stra­ße und doku­men­tiert die Ver­bin­dung von Woh­nen und Waren­la­ge­rung, wie sie für his­to­ri­sche Han­dels­or­te typisch war.

Auch das Haus Neue Stra­ße 44 nimmt eine beson­de­re Stel­lung ein. Es wur­de 1811 als Gast­wirt­schaft und Hotel gebaut. Auf­grund sei­ner Grö­ße hebt es sich deut­lich von der übri­gen Bebau­ung ab und erin­nert an die eins­ti­ge Bedeu­tung der Neu­en Stra­ße als eine der Haupt­stra­ßen der Leera­ner Altstadt.

Ergänzt wird das Gebäu­de­en­sem­ble durch wei­te­re Pack- und Hin­ter­häu­ser, die teil­wei­se von der Stra­ße aus weni­ger stark in Erschei­nung treten.

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Neue Stra­ße 21 in Leer: His­to­ri­sche Sub­stanz trifft moder­nes Wohnen

Die Ent­ste­hung der Neu­en Stra­ße vor 1700

Die Geschich­te der Neu­en Stra­ße ist eng mit der Ent­wick­lung Leers zu einem bedeu­ten­den Han­dels­platz ver­bun­den. Der ältes­te Sied­lungs­kern lag im Bereich Kaak­spüt­te und Alte Markt­stra­ße. Am west­li­chen Orts­rand befand sich die Kir­che St. Liud­ger. Von ihr ist auf dem refor­mier­ten Fried­hof noch die um das Jahr 1200 in Stein­bau­wei­se errich­te­te Kryp­ta erhalten.

Mit der zuneh­men­den Bedeu­tung von Han­del und Schiff­fahrt ver­la­ger­te sich der Schwer­punkt des Ortes im 15. und 16. Jahr­hun­dert nach Süd­os­ten in Rich­tung Leda. Am dor­ti­gen Anle­ger ent­stand ein neu­er Markt­platz. Mit­te des 16. Jahr­hun­derts wur­de auch die Waa­ge ver­legt, die sich zuvor im Turm der Liud­ger­kir­che befun­den hatte.

Die Neue Stra­ße ent­stand vor dem Jahr 1700. Sie stell­te die Ver­bin­dung zwi­schen dem Markt- und Han­dels­platz an der Waa­ge und der Land­stra­ße nach Leer­ort her. Von dort führ­ten über­re­gio­na­le Han­dels­we­ge wei­ter, wobei Fäh­ren über die Ems und die Leda eine wich­ti­ge Rol­le spielten.

Die Ent­wick­lung Leers wur­de im 18. Jahr­hun­dert durch wirt­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen zusätz­lich begüns­tigt. Nach der Über­nah­me des Fürs­ten­tums Ost­fries­land durch das König­reich Preu­ßen im Jahr 1744 und der schritt­wei­sen Ein­schrän­kung des Emder Sta­pel­rechts gewann Leer in der zwei­ten Hälf­te des Jahr­hun­derts wei­ter an Bedeu­tung und ent­wi­ckel­te sich zu einem wich­ti­gen Seehafen.

Im Jahr 1823 erhielt Leer die Stadt­rech­te. Mit dem Anschluss an die Han­no­ver­sche West­bahn im Jahr 1854 setz­te eine wei­te­re Pha­se der Stadt­ent­wick­lung ein. Das Geschäfts­zen­trum ver­la­ger­te sich im Lau­fe des 19. Jahr­hun­derts zuneh­mend nach Osten in Rich­tung Bahn­hof. Ent­lang der Brun­nen- und Müh­len­stra­ße ent­stan­den grün­der­zeit­li­che Wohn- und Geschäftshäuser.

Für die Neue Stra­ße hat­te die­se Ent­wick­lung eine beson­de­re Fol­ge: Da sich der Ein­zel­han­del zuneh­mend an ande­rer Stel­le kon­zen­trier­te, blieb der his­to­ri­sche Cha­rak­ter der Stra­ße weit­ge­hend erhal­ten. Tief­grei­fen­de Abbrü­che sowie umfang­rei­che Um- und Neu­bau­ten, wie sie andern­orts durch die Aus­wei­tung des Geschäfts­be­triebs ent­stan­den, blie­ben hier größ­ten­teils aus.

„Auf dem Kamp“: Ein Stra­ßen­ab­schnitt mit eige­ner Geschichte

Der süd­li­che Teil der Neu­en Stra­ße wur­de ursprüng­lich ab der Kamp­stra­ße als „Auf dem Kamp“ bezeich­net. Bis zum Jahr 1967 trug die­ser Abschnitt die Bezeich­nung „Kamp“.

Auch die heu­ti­ge Platz­an­la­ge an der Ein­mün­dung der Kamp­stra­ße ent­stand erst ver­gleichs­wei­se spät. Mit­te der 1960er-Jah­re wur­de dort ein Wohn­haus abge­bro­chen, das unmit­tel­bar nörd­lich des Gebäu­des Neue Stra­ße 45 gestan­den hat­te. Durch die­sen Abriss ent­stand die klei­ne Platz­flä­che, die das Stra­ßen­bild heu­te mitprägt.

Wei­ter süd­lich schwenkt die Neue Stra­ße nach Süd­wes­ten. Zusam­men mit den unter­schied­li­chen Gebäu­de­aus­rich­tun­gen, den his­to­ri­schen Fas­sa­den und der dich­ten Bebau­ung ent­steht dadurch ein abwechs­lungs­rei­cher Stra­ßen­ver­lauf, der für das Erschei­nungs­bild der his­to­ri­schen Alt­stadt cha­rak­te­ris­tisch ist.

Neue Stra­ße — Stadt Leer Ostfriesland 

Alt­stadt­sa­nie­rung: Bür­ger­initia­ti­ve bewirk­te ein Umdenken

In den 1960er-Jah­ren plan­te die Stadt Leer eine umfas­sen­de Flä­chen­sa­nie­rung in der Alt­stadt, um städ­te­bau­li­che Miss­stän­de zu besei­ti­gen. Die Neue Stra­ße war von die­sen Pla­nun­gen zwar nicht unmit­tel­bar betrof­fen, den­noch kam es auch dort ver­ein­zelt zum Abbruch his­to­ri­scher Bausubstanz.

Ein ent­schei­den­der Wen­de­punkt war die Grün­dung der Bür­ger­initia­ti­ve „Alt­stadt­sa­nie­rung Leer“ im Juli 1973. Der öffent­lich­keits­wirk­sa­me Pro­test der Initia­ti­ve führ­te im Lau­fe des Jah­res 1974 zu einem Umden­ken bei den poli­ti­schen Entscheidungsträgern.

In der Fol­ge setz­te sich zuneh­mend eine erhal­ten­de, auf ein­zel­ne Gebäu­de aus­ge­rich­te­te Stadt­sa­nie­rung durch. Auch in der Neu­en Stra­ße wur­de damit der his­to­ri­sche Gebäu­de­be­stand stär­ker berücksichtigt.

Die­se Ent­wick­lung trug dazu bei, dass die Stra­ße ihren klein­städ­ti­schen Cha­rak­ter bewah­ren konn­te. Das Zusam­men­spiel aus his­to­ri­schen Wohn­häu­sern, ehe­ma­li­gen Han­dels­häu­sern, Pack­häu­sern und unter­schied­li­chen Fas­sa­den­ge­stal­tun­gen blieb weit­ge­hend erhalten.

War­um die Neue Stra­ße unter Denk­mal­schutz steht

Die Denk­mal­be­grün­dung hebt ins­be­son­de­re die geschicht­li­che Bedeu­tung der Stra­ße für die Orts‑, Sied­lungs- und Stadt­bau­ge­schich­te Leers her­vor. Der his­to­ri­sche Gebäu­de­be­stand auf der über­kom­me­nen Grund­stücks­struk­tur doku­men­tiert die städ­te­bau­li­che Ent­wick­lung und die regio­na­le Bau­ge­schich­te vom 16. bis ins 20. Jahrhundert.

Dar­über hin­aus ver­mit­teln die unter­schied­li­chen Gebäu­de­ty­pen, Bau­sti­le und Nut­zun­gen wich­ti­ge Ein­bli­cke in die Sozi­al- und Wirt­schafts­ge­schich­te der Stadt. Wohn- und Hand­wer­ker­häu­ser ste­hen neben ehe­ma­li­gen Kauf­manns­häu­sern und Pack­häu­sern, die an den frü­he­ren Hafen- und Waren­han­del erinnern.

Die Neue Stra­ße ist damit mehr als eine his­to­ri­sche Häu­ser­zei­le. Sie ver­an­schau­licht, wie sich Leer von einem älte­ren Sied­lungs­kern zu einer bedeu­ten­den Han­dels- und Hafen­stadt ent­wi­ckel­te und wie sich wirt­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen auf die Stadt­struk­tur auswirkten.

Die Ver­la­ge­rung des Geschäfts­zen­trums im 19. Jahr­hun­dert und die Erfol­ge der erhal­ten­den Alt­stadt­sa­nie­rung seit Mit­te der 1970er-Jah­re tru­gen wesent­lich dazu bei, dass das his­to­ri­sche Stra­ßen­bild bis heu­te erleb­bar ist.

Aus die­sen Grün­den liegt die Erhal­tung der gesam­ten Gebäu­de­grup­pe „Neue Stra­ße“ im öffent­li­chen Interesse.

Quel­le: Denk­mal­at­las Nie­der­sach­sen, Lan­des­amt für Denk­mal­pfle­ge – Denk­mal­the­ma „Leer_Altstadt“, Objekt „Neue Stra­ße“, Land­kreis Leer.

Bild­nach­weis: Hans-Albert Dirks

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Neue Stra­ße — Stadt Leer — Ostfriesland
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Land­ge­richt ver­han­delt wegen ver­such­ten Tötungs­de­likts in Leer

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Ver­such­tes Tötungs­de­likt in Leer: Pro­zess­be­ginn am Dienstag

Pro­zess­be­ginn am 13. Okto­ber 2026 – 28-jäh­ri­ger Ange­klag­ter soll einen Mann mit zahl­rei­chen Faust­schlä­gen schwer ver­letzt haben

Leer/Aurich – Vor dem Land­ge­richt beginnt am Diens­tag, 13. Okto­ber 2026, ein Straf­ver­fah­ren gegen einen 28-jäh­ri­gen Ange­klag­ten aus Leer. Die Schwur­ge­richts­kam­mer ver­han­delt den Vor­wurf eines ver­such­ten Tötungs­de­likts. Nach der Ankla­ge­schrift der Staats­an­walt­schaft Aurich soll der Mann im Juni 2026 in Leer einen ande­ren Men­schen mit zahl­rei­chen mas­si­ven Faust­schlä­gen schwer ver­letzt haben.

Ange­klag­ter soll mit Tötungs­vor­satz gehan­delt haben

Dem Ange­klag­ten wird vor­ge­wor­fen, dem Geschä­dig­ten zahl­rei­che kräf­ti­ge Faust­schlä­ge gegen das Gesicht, den Kopf und den Ober­kör­per ver­setzt zu haben. Dabei soll er mit Tötungs­vor­satz gehan­delt haben. Auf­grund der Schwe­re sei­ner Ver­let­zun­gen muss­te der Geschä­dig­te nach Anga­ben der Ankla­ge­schrift im Kran­ken­haus in ein künst­li­ches Koma ver­setzt werden.

Der Tat soll eine Aus­ein­an­der­set­zung des Ange­klag­ten mit einer wei­te­ren Geschä­dig­ten vor­aus­ge­gan­gen sein. Im Ver­lauf die­ses Streits soll der 28-Jäh­ri­ge die Frau unter ande­rem ins Gesicht geschla­gen und getre­ten haben.

Der Ange­klag­te befin­det sich inzwi­schen vor­läu­fig in einem psych­ia­tri­schen Krankenhaus.

Drei Ver­hand­lungs­ter­mi­ne angesetzt

Die Haupt­ver­hand­lung beginnt am Diens­tag, 13. Okto­ber 2026, um 9 Uhr im Saal 116 des Land­ge­richts. Den Vor­sitz führt der Vor­sit­zen­de Rich­ter am Land­ge­richt San­ders. Das Ver­fah­ren wird unter dem Akten­zei­chen 11 KLs 10/26 geführt.

Als wei­te­re Ver­hand­lungs­ter­mi­ne sind der 20. Okto­ber und der 5. Novem­ber 2026, jeweils um 9 Uhr in Saal 116, vorgesehen.

Für den ers­ten Haupt­ver­hand­lungs­tag sind fünf Zeu­gen, ein Dol­met­scher und ein Neben­klä­ger geladen.

Unschulds­ver­mu­tung gilt bis zu einer rechts­kräf­ti­gen Verurteilung

Im Ver­lauf der Haupt­ver­hand­lung soll geklärt wer­den, ob sich die erho­be­nen Vor­wür­fe bestä­ti­gen. Bis zu einer rechts­kräf­ti­gen Ver­ur­tei­lung gilt für den Ange­klag­ten die Unschuldsvermutung.

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Stadt­rat Leer ver­ab­schie­det 18 Mit­glie­der: Enge­li­ne Kra­mer war 38 Jah­re poli­tisch aktiv

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Stadt Leer ver­ab­schie­det 18 Rats­mit­glie­der: Enge­li­ne Kra­mer war rund 38 Jah­re poli­tisch aktiv

Leer – In der Stadt Leer steht ein per­so­nel­ler Umbruch im Stadt­rat bevor. Bei der letz­ten Sit­zung des Gre­mi­ums in der lau­fen­den Wahl­pe­ri­ode haben Bür­ger­meis­ter Claus-Peter Horst und Rats­vor­sit­zen­der Hau­ke Satt­ler am Don­ners­tag­abend 18 Rats­mit­glie­der ver­ab­schie­det. Wäh­rend 20 Man­dats­trä­ge­rin­nen und Man­dats­trä­ger auch dem künf­ti­gen Rat ange­hö­ren wer­den, waren 18 ent­we­der nicht erneut ange­tre­ten oder nicht wie­der­ge­wählt worden.

Die Ver­ab­schie­dung fand im Fest­saal des his­to­ri­schen Rat­hau­ses statt. Bür­ger­meis­ter Claus-Peter Horst wür­dig­te das kom­mu­nal­po­li­ti­sche Enga­ge­ment der aus­schei­den­den Rats­mit­glie­der und dank­te ihnen für ihre Arbeit zum Woh­le der Stadt Leer.

Bür­ger­meis­ter wür­digt Enga­ge­ment im Stadtrat

In sei­ner Anspra­che beton­te Horst, dass es kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich sei, sich in der Rats­ar­beit zu enga­gie­ren. Dazu gehö­re auch Mut, zumal der Respekt, der den poli­tisch Akti­ven ent­ge­gen­ge­bracht wer­de, lei­der immer wei­ter abnehme.

„Dan­ke, dass Sie durch­ge­hal­ten haben“, sag­te der Bür­ger­meis­ter mit Blick auf die aus­schei­den­den Mitglieder.

Anschlie­ßend bat Horst jedes anwe­sen­de Rats­mit­glied ein­zeln nach vor­ne und wür­dig­te des­sen kom­mu­nal­po­li­ti­schen Ein­satz mit per­sön­li­chen Wor­ten. Dabei erin­ner­te er an das lang­jäh­ri­ge Enga­ge­ment und die unter­schied­li­chen Bei­trä­ge zur Ent­wick­lung der Stadt Leer.

Die­se 18 Rats­mit­glie­der schei­den aus

Im Fest­saal des his­to­ri­schen Rat­hau­ses wur­den fol­gen­de Mit­glie­der des Stadt­ra­tes verabschiedet:

  • Mih­di Acar

  • Sven Albert

  • Egon Diek­mann

  • Sieg­bert Knoop

  • Enge­li­ne Kramer

  • Gerd Lüb­bers

  • Fried­helm Penning

  • Gün­ter Podlich

  • Chris­toph Runden

  • Freya Schä­fer

  • Heinz-Die­ter Schmidt

  • Dr. Hei­ner Schröder

  • Susan­ne Smit

  • Bea­te Stammwitz

  • Chris­ti­na Stoye-Grunau

  • Her­mann Visser

Eben­falls nicht mehr dem künf­ti­gen Stadt­rat ange­hö­ren wer­den Katha­ri­na Birch und Olav Fri­cke. Bei­de konn­ten an der Ver­ab­schie­dung nicht teilnehmen.

Vier lang­jäh­ri­ge Kom­mu­nal­po­li­ti­ker beson­ders gewürdigt

Beson­ders aus­führ­lich fiel die Wür­di­gung von vier Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und Kom­mu­nal­po­li­ti­kern aus, die die poli­ti­sche Arbeit in Leer über vie­le Jah­re hin­weg geprägt haben.

Enge­li­ne Kra­mer war rund 38 Jah­re kom­mu­nal­po­li­tisch aktiv. Damit gehör­te sie zu den dienst­äl­tes­ten Mit­glie­dern des Stadt­ra­tes. Bür­ger­meis­ter Horst blick­te anhand älte­rer Zei­tungs­be­rich­te und Schlag­zei­len auf ihr Wir­ken, ihre poli­ti­schen Schwer­punk­te und ihre Erfol­ge zurück.

Heinz-Die­ter Schmidt gehör­te dem Rat 30 Jah­re lang an. Auch bei ihm erin­ner­te der Bür­ger­meis­ter an wich­ti­ge Sta­tio­nen sei­ner kom­mu­nal­po­li­ti­schen Arbeit.

Chris­ti­na Stoye-Gru­n­au war 29 Jah­re poli­tisch aktiv. Horst hob eben­falls ihre lang­jäh­ri­ge Mit­wir­kung und ihre Bei­trä­ge zur Ent­wick­lung der Stadt hervor.

Bea­te Stamm­witz enga­gier­te sich 25 Jah­re im Stadt­rat. Auch ihre poli­ti­schen Schwer­punk­te und Erfol­ge wur­den anhand älte­rer Zei­tungs­be­rich­te näher beleuchtet.

Die Rück­bli­cke mach­ten deut­lich, wie lan­ge die vier Kom­mu­nal­po­li­ti­ke­rin­nen und Kom­mu­nal­po­li­ti­ker die Rats­ar­beit und damit die Ent­wick­lung der Stadt Leer mit­ge­stal­tet haben.

Enge­li­ne Kra­mer will sich wei­ter­hin für Leer einsetzen

Enge­li­ne Kra­mer nutz­te die Gele­gen­heit, um selbst auf ihre lang­jäh­ri­ge Zeit im Stadt­rat zurück­zu­bli­cken. Mit dem Aus­schei­den aus dem städ­ti­schen Gre­mi­um endet ihr poli­ti­sches Enga­ge­ment jedoch nicht voll­stän­dig: Sie wird wei­ter­hin dem Kreis­tag ange­hö­ren und sich dort nach eige­nen Wor­ten für die Belan­ge der Stadt Leer einsetzen.

Mit Blick auf die Zukunft rich­te­te sie einen Appell an Poli­tik und Bevöl­ke­rung. „Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und die Poli­tik müs­sen mehr mit­ein­an­der reden. Es geht dar­um, von­ein­an­der zu ler­nen“, beton­te Kramer.

Damit setz­te sie zum Abschluss ihrer Zeit im Stadt­rat ein Zei­chen für den Dia­log zwi­schen kom­mu­na­ler Poli­tik und Bevölkerung.

Per­so­nel­ler Wech­sel im Rat der Stadt Leer

Mit der Ver­ab­schie­dung von 18 Mit­glie­dern endet für zahl­rei­che Kom­mu­nal­po­li­ti­ker eine teil­wei­se jahr­zehn­te­lan­ge Tätig­keit im Rat der Stadt Leer. Gleich­zei­tig wer­den 20 bis­he­ri­ge Man­dats­trä­ge­rin­nen und Man­dats­trä­ger ihre Arbeit im künf­ti­gen Gre­mi­um fortsetzen.

Die letz­te Sit­zung der lau­fen­den Wahl­pe­ri­ode stand damit nicht nur im Zei­chen des Abschieds, son­dern auch der Aner­ken­nung für das ehren­amt­li­che poli­ti­sche Enga­ge­ment, das die Ent­wick­lung der Stadt über vie­le Jah­re beglei­tet hat.

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