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Nie­der­lan­de stop­pen ihre Gas­lie­fe­run­gen. Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet.

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Erd­gas­um­stel­lung auf H‑Gas ist gestartet

 

  • Gas­mon­teu­re besu­chen alle Ver­brau­cher mit Erd­gas­an­schluss, um Gas­ge­rä­te anzupassen.
  • Groß­pro­jekt dau­ert noch bis 2027 und sichert Gas­ver­sor­gung der Region.
  • Rund 98 Pro­zent aller Gerä­te sind anpassbar.
  • Nur nach der Umrüs­tung kön­nen Gerä­te auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas verbrennen.

Die Nie­der­lan­de müs­sen die Lie­fe­run­gen ihres L‑Erdgases nach Deutsch­land, Bel­gi­en und Frank­reich bereits in weni­gen Jah­ren been­den. Daher erhielt EWE Netz einen gesetz­li­chen Bun­des­auf­trag, den Nord­wes­ten Deutsch­lands auf H‑Erdgas umzu­stel­len. Das H‑Erdgas stammt aus einem Nord­ver­bund, zum Bei­spiel aus Nor­we­gen und Groß­bri­tan­ni­en. Bei den zwei Gas­sor­ten liegt der Unter­schied im Ener­gie­ge­halt: H‑Gas setzt bei der Ver­bren­nung mehr Ener­gie frei als das nie­der­län­di­sche L‑Gas, dar­an muss EWE Netz auch nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te manu­ell anpassen.

In den nächs­ten Jah­ren erhal­ten alle Erd­gas­ver­brau­cher in Ost­fries­land min­des­tens zwei Besu­che von EWE Netz — unab­hän­gig davon, bei wel­chem Gas­lie­fe­ran­ten sie letzt­lich ihre Gas­rech­nung bezah­len. Gestar­tet ist das Pro­jekt jetzt in den Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me, danach geht es in Ost­fries­land wei­ter. Die Besuchs­ter­mi­ne ver­sen­det EWE Netz immer eini­ge Wochen zuvor auf dem Post­we­ge, per Einschreiben.

Spei­se­kar­ten aus Ostfriesland

 

Das geschieht bei den Besuchen

Bei dem ers­ten Besuch ste­hen zwei Fra­gen im Vor­der­grund: Zum einen wel­che Erd­gas­ge­rä­te set­zen die Kun­den in ihrem Gebäu­de über­haupt ein? Betrof­fen sind alle Gerä­te, die mit Erd­gas betrie­ben wer­den, zum Bei­spiel Her­de, Hei­zun­gen oder erd­gas­be­trie­be­ne Wasch­ma­schi­nen, Trock­ner oder Geschirr­spü­ler. Aus­ge­nom­men sind Gerä­te, die zum Bei­spiel mit Fla­schen- bezie­hungs­wei­se Flüs­sig- oder Pro­pan­gas betrie­ben wer­den. Gas­be­trie­be­ne PKW müs­sen auch nicht umge­rüs­tet wer­den. Zum ande­ren klä­ren die Mon­teu­re vor Ort, ob die Kun­den­ge­rä­te das H‑Gas mög­lichst sau­ber und vor allem sicher ver­bren­nen kön­nen. „Daher set­zen wir an den Gerä­ten immer eine wich­ti­ge Sicher­heits­prü­fung um und neh­men jeweils Daten vom Typen­schild der Gerä­te auf, viel mehr geschieht wäh­rend die­ses ers­ten Besuchs noch nicht“, erklärt Jens Wit­thus, Spre­cher des Pro­jekts bei EWE Netz.

Sehr hohe Komplexität

Die Infor­ma­tio­nen vom Typen­schild gleicht EWE Netz mit einer Daten­bank ab, die vom „Deut­schen Ver­ein des Gas- und Was­ser­fa­ches e.V.“ (DVGW) geführt wird. Die Gerä­te-Her­stel­ler hin­ter­le­gen hier ins­be­son­de­re drei Infor­ma­tio­nen: Ist das vom Kun­den ein­ge­setz­te Modell über­haupt an H‑Gas anpass­bar? Wie kann es ange­passt wer­den? Und zu wel­chem Zeit­punkt soll­te EWE Netz das Gerät anpassen?

„Wenn not­wen­dig, bestel­len wir für jeden Kun­den und jedes sei­ner Gerä­te einen indi­vi­du­el­len Umrüst­satz für das H‑Gas“, so Wit­thus wei­ter. Und genau das macht das Pro­jekt zu einer wah­ren Mam­mut­auf­ga­be: Denn im Nord­wes­ten nut­zen Ver­brau­cher nicht nur über 700.000 Erd­gas­ge­rä­te aus ver­schie­de­nen Jahr­zehn­ten. Die Gerä­te unter­schei­den sich auch in weit über 22.000 Vari­an­ten. „Und nahe­zu jede Vari­an­te braucht even­tu­ell eine indi­vi­du­el­le Umrüs­tung. Hin­zu kom­men dann ja noch die unter­schied­lichs­ten Repa­ra­tur- und War­tungs­zu­stän­de, daher müs­sen wir jedes Gerät per­sön­lich prü­fen“, ergänzt Witthus.

98 Pro­zent sind anpassbar

Über 200.000 Erd­gas­ge­rä­te konn­te EWE Netz bereits an das H‑Gas anpas­sen. „Mit der hier gemach­ten Erfah­rung kön­nen wir sagen, dass sich ins­ge­samt rund 98 Pro­zent aller Kun­den­ge­rä­te an das H‑Gas anpas­sen las­sen“, berich­tet Wit­thus. EWE Netz rech­net damit, die­sen Wert auch in Ost­fries­land errei­chen zu kön­nen. „Soll­te eine Hei­zung zum Bei­spiel heu­te 20–25 Jah­re alt sein, muss man sich der Eigen­tü­mer in der Regel kei­ne Sor­gen machen“, beru­higt Wit­thus und ergänzt: „Auch bei noch älte­ren Mar­ken­ge­rä­ten gelingt es meis­tens, die­se an das H‑Gas anzupassen.“

Wenn sich ein Gerät doch ein­mal nicht mehr anpas­sen lässt, dann liegt es meis­tens dar­an, dass es den Gerä­te-Her­stel­ler heu­te nicht mehr gibt und die­ser daher kein Umrüst­ma­te­ri­al mehr lie­fern kann. In Ein­zel­fäl­len haben die Her­stel­ler auch den Sup­port für bestimm­te Gerä­te auf­ge­ge­ben, auch die­ses betrifft in der Regel nur sehr alte Gerä­te. Aber auch dann kann EWE Netz häu­fig kein Mate­ri­al mehr erhal­ten. Tech­ni­sche Pro­ble­me wäh­rend des Umrüs­tens gab es laut Wit­thus unter­des­sen bis­lang nahe­zu aus­schließ­lich bei alten Hei­zun­gen, die noch nie oder zu sel­ten durch einen Fach­be­trieb gewar­tet wur­den. „Regel­mä­ßi­ge War­tun­gen der Hei­zun­gen unter­stüt­zen eine rei­bungs­lo­se Umrüs­tung auf das H‑Gas, sie spa­ren aber auch deut­lich Erd­gas und ver­län­gern die Lebens­zeit der Geräte.“

 

Kei­ne Rechnungen

Grund­sätz­lich ent­ste­hen Kun­den durch das Pro­jekt kei­ne direk­ten Kos­ten. Daher ver­sen­det EWE Netz weder für die Ser­vice-Besu­che noch für das Mate­ri­al Rech­nun­gen. Und die Gas­mon­teu­re ver­lan­gen vor Ort nie­mals Geld von Kun­den. Eine Aus­nah­me gibt es bei den Ser­vice-Besu­chen aber: Falls die Mon­teu­re vor Ort fest­stel­len, dass ein Gerät eine Repa­ra­tur braucht oder gewar­tet wer­den muss, beauf­tragt der Eigen­tü­mer dafür wie gewohnt einen Fach­be­trieb sei­ner Wahl und bezahlt ihn.

 

Erd­gas­ge­rä­te und LNG

Nahe­zu alle Erd­gas­ge­rä­te, die das Unter­neh­men bei Pri­vat­kun­den der­zeit auf das H‑Erdgas umrüs­tet, soll­ten anschlie­ßend auch das aus LNG gewon­ne­ne Erd­gas zuver­läs­sig ver­bren­nen kön­nen. Die noch auf L‑Erdgas ein­ge­stell­ten Gerä­te kön­nen das in der Regel nicht. Denn LNG ist H‑Erdgas, das aus außer­eu­ro­päi­schen Her­kunfts­län­dern stammt. Es wird bei einer Tem­pe­ra­tur von ca. ‑161 °C flüs­sig – also zu LNG (Lique­fied Natu­ral Gas bzw. Flüs­sig­erd­gas) und lässt sich dann auch per Schiff trans­por­tie­ren. Für das Ein­spei­sen in Gas-Pipe­lines wird LNG wie­der in einen gas­för­mi­gen Zustand gebracht.

 

Um die Gas­ver­sor­gung des Nord­wes­tens dar­über hin­aus wei­ter zu sichern, plant EWE Netz par­al­lel ein zwei­tes Groß­pro­jekt: Das Unter­neh­men wird in Rekord­zeit eine rund 70 Kilo­me­ter lan­ge Pipe­line vom Raum San­de (Fries­land) zu den EWE-Gas­spei­chern in Ost­fries­land bau­en, um das Netz für die Auf­nah­me gro­ßer Men­gen von in Wil­helms­ha­ven anlan­den­dem LNG vor­zu­be­rei­ten. Bereits 2023 soll die­se Pipe­line in Betrieb gehen. Per­spek­ti­visch hat die Lei­tung auch das Poten­ti­al, eine der wich­tigs­ten Haupt­ver­kehrs­adern für den Trans­port von per Schiff impor­tier­tem grü­nen Was­ser­stoff zu werden.

 

Schutz­maß­nah­men gegen Trickbetrüger

Bei den Besu­chen beach­tet das Unter­neh­men nach wie vor die Vor­ga­ben des Robert Koch-Insti­tuts zum Schutz vor dem Coro­na-Virus. Zusätz­lich ent­wi­ckel­te EWE Netz zusam­men mit Poli­zei­be­hör­den zahl­rei­che Schutz­maß­nah­men gegen poten­zi­el­le Haus­tür-Trick­be­trü­ger. Jeder Kun­de erhält zusam­men mit sei­nem Ter­min­an­schrei­ben einen Fly­er, der dar­über infor­miert, wie man den „ech­ten“ Gas­mon­teur erkennt. Eini­ge ent­wi­ckel­te Schutz­maß­nah­men wer­den öffent­lich nicht genannt. Ver­brau­cher kön­nen sich auch hier infor­mie­ren: www.ewe-netz.de/trickbetrug

Wie geht es weiter?

Ab Febru­ar 2024 schal­tet EWE Netz gro­ße Tei­le der Gemein­den Uple­n­gen und Jüm­me auf das H‑Gas um. EWE Netz teil­te auch Ost­fries­land in Umstell­be­zir­ke ein, die man bis 2027 nach­ein­an­der auf das H‑Gas umstel­len wird. Die­se Umstell­be­zir­ke ori­en­tie­ren sich an den Gas­lei­tun­gen, die bereits im Boden lie­gen und nicht an Orts- oder Land­kreis­gren­zen. Daher kann es gesche­hen, dass Gemein­den nur schritt­wei­se auf H‑Gas umge­schal­tet wer­den. EWE Netz kann jeden Bezirk in eine Art Gas­in­sel wan­deln und jeweils ent­schei­den, ob schon das H‑Gas oder wei­ter­hin das nie­der­län­di­sche L‑Gas ein­ge­speist wird.

War­um stop­pen die Nie­der­lan­de ihre Gaslieferungen?

Ein Aus­lö­ser ist das zuneh­men­de Schwin­den der För­der­ka­pa­zi­tä­ten des nie­der­län­di­schen L‑Erdgases. Hin­zu kom­men rund 14.000 Erd­stö­ße und Erd­be­ben ins­be­son­de­re in der Regi­on Gro­nin­gen in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Nie­der­län­di­sche Exper­ten machen inzwi­schen die Gas­för­de­rung als Ver­ur­sa­cher für die Beben aus.

Stand heu­te wer­den die Nie­der­lan­de daher bereits ab 2023 in der Regi­on Gro­nin­gen kein L‑Erdgas mehr för­dern. Bereits heu­te kau­fen die Nie­der­lan­de daher H‑Erdgas auf den Welt­märk­ten ein, wan­deln die­ses mit­tels Stick­stoff in „Pseu­do-L-Gas“ und lie­fern Antei­le davon auch in den Nord­wes­ten. So kann unser Nach­bar sei­nen Lie­fer­ver­pflich­tun­gen nach­kom­men und gleich­zei­tig sei­ne Ein­woh­ner bes­ser vor wei­te­ren Beben schüt­zen. Ab Ende 2029 wol­len die Nie­der­lan­de (Stand heu­te) nahe­zu gar kein L‑Gas mehr lie­fern. In Deutsch­land sind von der nie­der­län­di­schen Ent­schei­dung meh­re­re Mil­lio­nen Gas­ver­brau­cher in zahl­rei­chen deut­schen Bun­des­län­dern betrof­fen. Der deut­sche Gesetz­ge­ber ver­pflich­te­te daher über 40 Gas­netz­be­trei­ber, jeweils ihre Regi­on auf das alter­na­ti­ve H‑Gas umzustellen.


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Mord in Emden: Land­ge­richt Aurich ver­hängt lebens­lan­ge Freiheitsstrafe

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Lebens­lan­ge Frei­heits­stra­fe nach Mord in Emden: Land­ge­richt Aurich ver­ur­teilt 38-Jährigen

Das Land­ge­richt Aurich hat einen 38-jäh­ri­gen Mann wegen Mor­des und gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer lebens­lan­gen Gesamt­frei­heits­stra­fe ver­ur­teilt. Der Ange­klag­te soll Ende Janu­ar 2026 in einer Woh­nung in Emden einen 55-jäh­ri­gen Mann mit äußers­ter Gewalt ange­grif­fen haben. Das Opfer erlag zwei Tage spä­ter sei­nen schwe­ren Verletzungen.

Mord in Emden: 55-Jäh­ri­ger stirbt nach schwe­rem Angriff

Die Schwur­ge­richts­kam­mer des Land­ge­richts Aurich hat am 1. Sep­tem­ber 2026 einen 38-jäh­ri­gen Ange­klag­ten wegen Mor­des sowie gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung ver­ur­teilt. Das Ver­fah­ren wird unter dem Akten­zei­chen 11 Ks 4/26 geführt.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Gerichts hielt sich der viel­fach vor­be­straf­te Ange­klag­te Ende Janu­ar 2026 in einer Woh­nung in Emden auf, die dem Milieu der Obdach­lo­sen- und Alko­ho­li­ker-Sze­ne zuge­ord­net wurde.

Zwi­schen dem Ange­klag­ten und dem spä­te­ren Opfer, einem 55-jäh­ri­gen Mann, hat­te es bereits seit län­ge­rer Zeit Span­nun­gen gege­ben. Hin­ter­grund war unter ande­rem die Annä­he­rung des Ange­klag­ten an die Lebens­ge­fähr­tin des 55-Jährigen.

Gewalt­tat in der Nacht vom 29. auf den 30. Januar

In der Nacht vom 29. auf den 30. Janu­ar 2026 tra­fen der Ange­klag­te und der 55-Jäh­ri­ge in der Woh­nung auf­ein­an­der. Nach den Fest­stel­lun­gen der Schwur­ge­richts­kam­mer war das spä­te­re Opfer zu die­sem Zeit­punkt auf­grund eines mas­si­ven Alko­hol- und Dro­gen­kon­sums stark into­xi­kiert und dadurch wehrlos.

Gegen etwa 0:30 Uhr ver­such­te der 55-Jäh­ri­ge, sich ver­bal gegen Inti­mi­tä­ten zwi­schen sei­ner Lebens­ge­fähr­tin und dem Ange­klag­ten zu weh­ren. Dar­auf­hin geriet der Ange­klag­te nach den gericht­li­chen Fest­stel­lun­gen in Wut.

Er schlug dem Mann mehr­fach mit Schlag­schutz­hand­schu­hen gegen den Kopf. Anschlie­ßend trat er wie­der­holt mit beschuh­ten Füßen gegen den Ober­kör­per und den Kopf des Opfers. Die Gewalt setz­te er dem­nach auch dann fort, als der 55-Jäh­ri­ge bereits das Bewusst­sein ver­lo­ren hatte.

Der Mann erlitt schwers­te Schä­del-Hirn-Ver­let­zun­gen sowie wei­te­re Ver­let­zun­gen am Ober­kör­per. Er wur­de in ein Kran­ken­haus gebracht, wo er am 31. Janu­ar 2026 an den Fol­gen des Angriffs verstarb.

Auch Lebens­ge­fähr­tin des Opfers angegriffen

Wäh­rend des Gesche­hens griff der Ange­klag­te nach den Fest­stel­lun­gen des Gerichts außer­dem die Lebens­ge­fähr­tin des 55-Jäh­ri­gen an.

Er zog die Frau an den Haa­ren zu Boden und trat ihr mehr­fach ins Gesicht. Dabei erlitt sie Ver­let­zun­gen und erheb­li­che Schmerzen.

Für die­sen Angriff wur­de der 38-Jäh­ri­ge wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung zu einer Ein­zel­frei­heits­stra­fe von einem Jahr und acht Mona­ten verurteilt.

Gericht wer­tet die Tötung als Mord aus nied­ri­gen Beweggründen

Die Schwur­ge­richts­kam­mer wer­te­te die Tötung des 55-Jäh­ri­gen als Mord aus nied­ri­gen Beweg­grün­den.

Nach den Fest­stel­lun­gen des Gerichts betrach­te­te der Ange­klag­te den 55-Jäh­ri­gen als min­der­wer­tig und sprach ihm jede Gleich­ran­gig­keit ab. Aus die­ser Hal­tung her­aus habe er mit äußers­ter Gewalt auf den Ver­such des Man­nes reagiert, sich gegen die Demü­ti­gun­gen zur Wehr zu setzen.

Für die Tötung ver­häng­te das Land­ge­richt Aurich des­halb eine lebens­lan­ge Frei­heits­stra­fe.

Aus die­ser Stra­fe und der Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und acht Mona­ten wegen gefähr­li­cher Kör­per­ver­let­zung bil­de­te die Kam­mer eine lebens­lan­ge Gesamt­frei­heits­stra­fe.

Gericht schließt erheb­li­che Ein­schrän­kung der Schuld­fä­hig­keit aus

Auch die Fra­ge der Schuld­fä­hig­keit spiel­te im Ver­fah­ren eine wich­ti­ge Rol­le. Der Ange­klag­te war zum Tat­zeit­punkt erheb­lich alkoholisiert.

Eine erheb­li­che Ver­min­de­rung der Schuld­fä­hig­keit auf­grund der Alko­ho­li­sie­rung schloss die Kam­mer jedoch aus. Nach den Fest­stel­lun­gen des Gerichts waren sowohl die Ein­sichts­fä­hig­keit als auch die Steue­rungs­fä­hig­keit des alko­hol­ge­wöhn­ten Ange­klag­ten nicht wesent­lich ein­ge­schränkt.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Das Land­ge­richt Aurich ver­häng­te damit am 1. Sep­tem­ber 2026 eine lebens­lan­ge Gesamt­frei­heits­stra­fe wegen Mor­des und gefähr­li­cher Körperverletzung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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38 Mil­lio­nen Euro für neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le in Brin­kum: Land­kreis Leer legt Grundstein

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Mar­kus Wit­te von der Fir­ma Kreutz­jans (v. l.), Land­rat Mat­thi­as Groo­te, Kreis­brand­meis­ter Ernst Ber­ends und Johann Duis, Vor­sit­zen­der des Feu­er­schutz­aus­schus­ses, befül­len bei der Grund­stein­le­gung die Zeit­kap­sel für die neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le (FTZ) des Land­krei­ses Leer in Brinkum

38 Mil­lio­nen Euro für Sicher­heit und Zukunft: Neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le in Brin­kum entsteht

Grund­stein­le­gung für die neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le des Land­krei­ses Leer: Auf rund 32.400 Qua­drat­me­tern ent­steht in Brin­kum ein moder­nes Zen­trum für Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Vete­ri­när­we­sen. Die Fer­tig­stel­lung ist für das ers­te Quar­tal 2029 vorgesehen.

Brin­kum – Mit einer sym­bo­li­schen Grund­stein­le­gung haben am Frei­tag, 28. August 2026, die Bau­ar­bei­ten für die neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le (FTZ) des Land­krei­ses Leer begon­nen. Auf einem rund 32.400 Qua­drat­me­ter gro­ßen Gelän­de in Brin­kum ent­steht ein moder­nes Zen­trum, das künf­tig wich­ti­ge Auf­ga­ben für die Sicher­heit und den Kata­stro­phen­schutz im Land­kreis Leer bün­deln wird.

Die Flä­che ent­spricht unge­fähr fünf Fuß­ball­fel­dern. Ins­ge­samt inves­tiert der Land­kreis rund 38 Mil­lio­nen Euro in das Großprojekt.

Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Vete­ri­när­amt unter einem Dach

Die neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le soll künf­tig weit mehr als ein Stand­ort für den Brand­schutz sein. Neben der Feu­er­wehr wer­den dort auch wich­ti­ge Berei­che des Kata­stro­phen­schut­zes sowie das Amt für Vete­ri­när­we­sen mit sei­nem Tier­seu­chen-Logis­tik­zen­trum untergebracht.

Damit ent­ste­hen an einem zen­tra­len Stand­ort moder­ne Struk­tu­ren für die Aus­bil­dung von Ein­satz­kräf­ten, die Bewäl­ti­gung von Kri­sen und die Lebens­mit­tel- und Vete­ri­när­über­wa­chung im Land­kreis Leer.

Land­rat Mat­thi­as Groo­te und Kreis­brand­meis­ter Ernst Ber­ends grif­fen gemein­sam mit Ver­tre­tern aus Poli­tik und Feu­er­wehr zur Kel­le, um den Grund­stein für das neue Zen­trum zu legen.

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Tra­di­tio­nel­le Zeit­kap­sel im Grundstein

Ein beson­de­rer Bestand­teil der Grund­stein­le­gung war eine Zeit­kap­sel, die im Inne­ren des Grund­steins ver­senkt wur­de. Dar­in befin­den sich unter ande­rem die Bau­plä­ne, eine Zei­tung und ein Satz Mün­zen.

Auch zwei beson­de­re Sym­bo­le wur­den in die Zeit­kap­sel gelegt: eine kup­fer­ne Figur des hei­li­gen Sankt Flo­ri­an, dem Schutz­pa­tron der Feu­er­wehr, sowie eine klei­ne 3D-Druck-Figur von Rind, Schwein und Ente. Die Tie­re ste­hen sym­bo­lisch für die Auf­ga­ben des Veterinäramtes.

„Wir legen somit heu­te den Grund­stein für Sicher­heit, für Leis­tungs­fä­hig­keit und für die Zukunft des Land­krei­ses Leer. Die FTZ ist eines der Gebäu­de, die funk­tio­nie­ren müs­sen, wenn es dar­auf ankommt“, sag­te Land­rat Mat­thi­as Groo­te bei der Grundsteinlegung.

Moder­ne Aus­bil­dung und bes­se­re Krisenbewältigung

Mit dem Neu­bau wer­den wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für die zukünf­ti­ge Arbeit der Ein­satz­kräf­te geschaf­fen. Geplant sind moder­ne Räu­me für die Aus­bil­dung der Feu­er­wehr sowie zusätz­li­che Kapa­zi­tä­ten für die Kri­sen­be­wäl­ti­gung.

Auch die Auf­ga­ben im Bereich der Lebens­mit­tel- und Vete­ri­när­über­wa­chung sol­len von dem neu­en Stand­ort pro­fi­tie­ren. Durch die Bün­de­lung ver­schie­de­ner Auf­ga­ben­be­rei­che ent­steht ein leis­tungs­fä­hi­ges Zen­trum, das den Land­kreis Leer für zukünf­ti­ge Her­aus­for­de­run­gen bes­ser auf­stel­len soll.

Die Fer­tig­stel­lung der neu­en Feu­er­wehr­tech­ni­schen Zen­tra­le ist für das ers­te Quar­tal 2029 geplant.

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Kli­ma­freund­li­ches Ener­gie­kon­zept für die neue FTZ

Auch beim Ener­gie- und Umwelt­kon­zept setzt der Land­kreis auf zukunfts­ori­en­tier­te Tech­nik. Für den kli­ma­freund­li­chen Neu­bau erhält das Pro­jekt eine Bun­des­för­de­rung der KfW in Höhe von 355.800 Euro.

Geplant sind unter anderem:

  • eine Luft-Wär­me­pum­pe
  • eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit 1.037 PV-Modulen
  • rund 455 kWp instal­lier­te Photovoltaik-Leistung
  • Klein­wind­kraft­an­la­gen
  • ein Bat­te­rie­spei­cher mit 400 kWh
  • eine Regen­was­ser­nut­zung für Brauchwasser

Damit soll die neue Feu­er­wehr­tech­ni­sche Zen­tra­le nicht nur funk­tio­nal, son­dern auch ener­ge­tisch zukunfts­ori­en­tiert auf­ge­stellt werden.

Mehr als 50 Gewer­ke am Bau beteiligt

Mit der Grund­stein­le­gung beginnt nun der Roh­bau. Anschlie­ßend wer­den die wei­te­ren Arbei­ten Schritt für Schritt fol­gen. Ins­ge­samt wer­den mehr als 50 Gewer­ke an der Rea­li­sie­rung des Groß­pro­jekts betei­ligt sein.

Für Land­rat Mat­thi­as Groo­te ist die neue FTZ des­halb auch ein Gemein­schafts­pro­jekt der Wirt­schaft: „Ein Bau­vor­ha­ben die­ser Grö­ßen­ord­nung gelingt nie­mals allein. Das Pro­jekt ist damit auch ein Gemein­schafts­pro­jekt der regio­na­len und über­re­gio­na­len Wirtschaft.“

38 Mil­lio­nen Euro für die Zukunft des Land­krei­ses Leer

Mit der neu­en Feu­er­wehr­tech­ni­schen Zen­tra­le inves­tiert der Land­kreis Leer rund 38 Mil­lio­nen Euro in Sicher­heit, Kata­stro­phen­schutz, Feu­er­wehr und Vete­ri­när­we­sen.

Auf dem rund 32.400 Qua­drat­me­ter gro­ßen Gelän­de in Brin­kum ent­steht damit ein zen­tra­ler Stand­ort, der unter­schied­li­che Auf­ga­ben mit­ein­an­der ver­bin­det und moder­ne Vor­aus­set­zun­gen für die Arbeit der Ein­satz­kräf­te und Behör­den schafft.

Wenn die Bau­ar­bei­ten plan­mä­ßig ver­lau­fen, soll das neue Zen­trum im ers­ten Quar­tal 2029 fer­tig­ge­stellt sein. Dann soll die neue FTZ dazu bei­tra­gen, dass Feu­er­wehr, Kata­stro­phen­schutz und Vete­ri­när­we­sen auch bei beson­de­ren Lagen schnell und leis­tungs­fä­hig han­deln können.

 
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20 Jah­re Nes­se­brü­cke in Leer – ein Wahr­zei­chen fei­ert Jubiläum!

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20 Jah­re Nes­se­brü­cke in Leer: Ein archi­tek­to­ni­sches High­light über dem Handelshafen

Seit 2006 ver­bin­det die Nes­se­brü­cke in Leer die his­to­ri­sche Alt­stadt und Fuß­gän­ger­zo­ne mit dem neu erschlos­se­nen Gelän­de auf der Halb­in­sel Nes­se. Die geschwun­ge­ne Fuß- und Rad­weg­brü­cke über den Han­dels­ha­fen ist längst zu einem mar­kan­ten Wahr­zei­chen der Stadt gewor­den und ver­bin­det dabei Funk­tio­na­li­tät mit außer­ge­wöhn­li­cher Ingenieurkunst.

 

Eine Brü­cke mit beson­de­rer Architektur

Wer die Nes­se­brü­cke über­quert, bemerkt schnell ihre beson­de­re Form. Die Brü­cke ist nicht ein­fach gerad­li­nig über den Han­dels­ha­fen geführt, son­dern besitzt einen geziel­ten Knick im Grund­riss. Die­ser archi­tek­to­ni­sche Kniff erfüllt nicht nur gestal­te­ri­sche Zwe­cke: Wäh­rend der Über­que­rung eröff­net sich dadurch ein frei­er und beson­ders schö­ner Blick auf das gegen­über­lie­gen­de Ufer.

Eine wei­te­re Beson­der­heit sind die inno­va­ti­ven Spreiz­stä­be. Sie sor­gen dafür, dass der eigent­li­che Fuß­gän­ger­raum frei von stö­ren­den Sei­len bleibt. Dadurch wirkt die Kon­struk­ti­on trotz ihrer tech­ni­schen Kom­ple­xi­tät aus­ge­spro­chen leicht und offen.

123 Meter lang und teil­wei­se klappbar

Die Nes­se­brü­cke ist ins­ge­samt 123 Meter lang und ver­fügt über eine Spann­wei­te von 82 Metern. Ihre Brei­te vari­iert zwi­schen drei und fünf Metern, sodass Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer aus­rei­chend Platz haben.

Eine beson­de­re tech­ni­sche Her­aus­for­de­rung stellt die Schiff­fahrt dar. Die Brü­cke besitzt eine Durch­fahrts­brei­te von 14 Metern und kann für grö­ße­re Schif­fe hydrau­lisch auf­ge­klappt werden.

Im Mit­tel­teil befin­det sich dafür eine rund 42 Qua­drat­me­ter gro­ße Stahl-Klapp­brü­cke. Damit ver­bin­det die Nes­se­brü­cke die Anfor­de­run­gen des Fuß- und Rad­ver­kehrs mit der Bedeu­tung des Leera­ner Han­dels­ha­fens für die Schifffahrt.

 

Die Nes­se­brü­cke ver­bin­det die his­to­ri­sche Leera­ner Alt­stadt und Fuß­gän­ger­zo­ne rund um den Wil­ly-Brandt-Platz und den Ernst-Reu­ter-Platz mit dem neu erschlos­se­nen Gelän­de auf der Halb­in­sel Nesse.
Eine beson­de­re Pre­mie­re erleb­te die Nes­se­brü­cke 2025: Zum Leera­ner Weih­nachts­markt wur­de sie erst­mals fest­lich beleuch­tet. Rund 500 Meter Gelän­der­be­leuch­tung setz­ten die Brü­cke stim­mungs­voll in Szene.

Schlan­ke Stahlverbundkonstruktion

Auch die Bau­wei­se macht die Nes­se­brü­cke zu einem inter­es­san­ten Bei­spiel moder­ner Inge­nieur­kunst. Die Kon­struk­ti­on wur­de als schlan­ke Stahl­ver­bund­kon­struk­ti­on aus­ge­führt. Ins­ge­samt ver­fügt die Brü­cke über eine Flä­che von rund 520 Qua­drat­me­tern.

Der Ent­wurf stammt vom renom­mier­ten Inge­nieur­bü­ro schlaich ber­ger­mann part­ner, das für außer­ge­wöhn­li­che Brü­cken- und Trag­werks­kon­struk­tio­nen bekannt ist.

Ein Wahr­zei­chen von Leer

Seit ihrer Fer­tig­stel­lung im Jahr 2006 ist die Nes­se­brü­cke zu einem fes­ten Bestand­teil des Stadt­bil­des gewor­den. Sie schafft eine direk­te Ver­bin­dung zwi­schen der his­to­ri­schen Innen­stadt und dem Bereich auf der Halb­in­sel Nes­se und ist damit sowohl für den täg­li­chen Fuß- und Rad­ver­kehr als auch für Spa­zier­gän­ger von Bedeutung.

Beson­ders reiz­voll ist die Per­spek­ti­ve vom und auf den Leera­ner Han­dels­ha­fen. Die Kom­bi­na­ti­on aus Was­ser, his­to­ri­scher Innen­stadt, moder­ner Brü­cken­kon­struk­ti­on und vor­bei­fah­ren­den Schif­fen macht die Nes­se­brü­cke zu einem beson­de­ren Fotomotiv.

Die wich­tigs­ten Daten zur Nessebrücke

📅 Bau­jahr: 2006
📏 Gesamt­län­ge: 123 Meter
↔️ Spann­wei­te: 82 Meter
📐 Brei­te: 3 bis 5 Meter
🚢 Durch­fahrts­brei­te: 14 Meter
🏙️ Brü­cken­flä­che: rund 520 Qua­drat­me­ter
🏗️ Bau­wei­se: schlan­ke Stahl­ver­bund­kon­struk­ti­on
🔧 Klapp­brü­cke: rund 42 Qua­drat­me­ter, hydrau­lisch klapp­bar
✍️ Ent­wurf: schlaich ber­ger­mann partner

Ob beim Spa­zier­gang durch die Leera­ner Innen­stadt, auf dem Fahr­rad oder beim Blick auf den Han­dels­ha­fen: Die Nes­se­brü­cke ist auch zwei Jahr­zehn­te nach ihrer Fer­tig­stel­lung ein prä­gen­des Stück Leera­ner Stadt­bild und ein gelun­ge­nes Bei­spiel dafür, wie moder­ne Inge­nieur­kunst und his­to­ri­sche Stadt­land­schaft mit­ein­an­der ver­bun­den wer­den kön­nen. 

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