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25 Azu­bis been­de­ten Aus­bil­dung zur/zum „Kauf­frau/-mann für Ver­si­che­run­gen und Finan­zen“ erfolgreich

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Der IHK-Bezirk Ost­fries­land-Papen­burg hat 25 Prüf­lin­gen in der Ver­si­che­rungs­bran­che die  Aus­zu­bil­den­den-Prü­fung für den Bereich „Kauf­leu­te für Ver­si­che­run­gen und Finan­zen“ abgenommen.

25 Azu­bis been­de­ten Aus­bil­dung zur/zum „Kauf­frau/-mann für Ver­si­che­run­gen und Finan­zen“ erfolgreich

 

Die Azu­bis haben ihre 2 bzw. 3‑jährige Aus­bil­dung zur/zum „Kauf­frau/-mann für Ver­si­che­run­gen und Finan­zen“ erfolg­reich been­det. Zu die­sem zusam­men­fas­sen­den Ergeb­nis kamen der Prüfungs­ausschuss der IHK Ost­fries­land-Papen­burg, die Leh­rer der Berufs­bil­den­den Schu­le I in Emden sowie der Ver­ein für Berufs­fach­bil­dung der Ver­si­che­rungs­wirt­schaft Ost­fries­land-Papen­burg nach Abschluss der münd­li­chen Prü­fun­gen im Semi­nar­ho­tel in Aurich. Dass alle Prü­fungs­teil­neh­men­de die Aus­bil­dung so erfolg­reich abge­schlos­sen haben zeigt wie­der ein­mal, dass das dua­le Aus­bil­dungs­sys­tem im IHK-Bezirk Ost­fries­land-Papen­burg sehr gut funk­tio­niert.  

Der Prüf­ling mit der bes­ten Gesamt­leis­tung war Frau Svea Peter­sen, die mit der Note „sehr gut“ die Aus­bil­dung been­det hat.

Herz­li­chen Glück­wunsch den Absol­ven­ten (in alpha­be­ti­scher Reihenfolge):

Domi­nik Bel­ling (AXA), Sarah Eiben (LVM), Lenn­art Ein­nolf (LVM), Enzo Escher (Brand­kas­se), Hayung Fre­my (NV), Imke Ger­des (NV), Falk-Micha­el Ger­ke (HUK), Fabi­an Gren­se­mann (NV), Enri­co Här­ing (ERGO), Kim Vanes­sa Hei­den (Würt­tem­ber­gi­sche) Alex­an­dra Jans­sen (Brand­kas­se), Tobi­as Krieg (Brand­kas­se), Isa­bel­le Mül­ler (Würt­tem­ber­gi­sche), Kath­rin Ohlen­dorf (R+V), Svea Peter­sen (VGH), Niki­ta Pli­uto (Brand­kas­se), Lara Rem­mers (LVM), Julia Schaaf (Alli­anz), Jan­na Schip­per (NV), Pas­cal Schmö­kel (Debe­ka), Domi­nik Spe­cker (AXA), Eme­ly Stein­hau­er (Brand­kas­se), Sebas­ti­an Titze (NV), Luka Alex­an­der Tjards (ERGO), Kiti­ja Utki­na (ERGO).


 

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Aus 350 Jah­re alter Even­burg-Lin­de wächst eine neue Generation

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His­to­ri­sche Schloss­lin­de der Even­burg lebt in ihren Nach­kom­men weiter

Able­ger der rund 350 Jah­re alten Lin­de wach­sen im Schloss­park her­an – Nach­zucht „Evi“ soll das gene­ti­sche Erbe des his­to­ri­schen Bau­mes bewahren

Leer. Eine rund 350 Jah­re alte Lin­de an der Schloss­brü­cke der Even­burg bekommt eine beson­de­re Zukunft: Im Schloss­park wach­sen seit eini­gen Jah­ren jun­ge Nach­kom­men des his­to­ri­schen Bau­mes her­an. Das Gärt­ner­team des Schlos­ses zieht die neu­en Lin­den aus soge­nann­ten Absen­kern von Stock­aus­schlä­gen der alten Linde.

Ziel des Pro­jekts ist es, den cha­rak­te­ris­ti­schen und geschütz­ten Baum­be­stand des Schloss­parks lang­fris­tig zu erhal­ten und gleich­zei­tig das gene­ti­sche Erbe des his­to­ri­schen Bau­mes zu bewahren.

Gärt­ner­meis­ter Joa­chim Kös­ter erklärt den Hin­ter­grund: „Wenn ein Baum seit meh­re­ren 100 Jah­ren erfolg­reich an einem Stand­ort wächst, muss er sich opti­mal an die ört­li­chen Bege­ben­hei­ten und kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen ange­passt haben.“ Das gel­te auch für die his­to­ri­sche Lin­de an der Even­burg. Sie habe sich nach Ein­schät­zung des Gärt­ner­meis­ters auch unter den Bedin­gun­gen des Kli­ma­wan­dels bewährt.

„Des­we­gen ist es nur sinn­voll, die Gene zu erhal­ten und für wei­te­re Pflan­zun­gen im Park zu nut­zen“, so Köster.

 

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Anzucht der jun­gen Lin­den begann 2016

Mit der Anzucht der Nach­kom­men wur­de bereits im Jahr 2016 begon­nen. Inzwi­schen konn­ten meh­re­re jun­ge Lin­den erfolg­reich her­an­ge­zo­gen werden.

Ein Teil der Nach­zuch­ten wur­de bereits im Schloss­park ein­ge­setzt. Dabei kommt ein beson­de­res Ver­fah­ren zum Ein­satz: die soge­nann­te „Baum-im-Baum-Pflan­zung“.

An Stand­or­ten, an denen zu Jah­res­be­ginn aus Grün­den der Ver­kehrs­si­cher­heit ein­zel­ne Lin­den gefällt wer­den muss­ten, wur­den jun­ge Nach­zuch­ten der his­to­ri­schen Schloss­lin­de gepflanzt. Die jun­gen Bäu­me wach­sen nun in den Über­bleib­seln ihrer Vor­gän­ger her­an und sol­len deren Platz lang­fris­tig übernehmen.

Denk­mal­schutz und Kli­ma­schutz mit­ein­an­der verbunden

Für die­se beson­de­re Form der Nach­pflan­zung gibt es einen wich­ti­gen Grund. Der Schloss­park der Even­burg steht eben­so wie das Schloss selbst unter Denkmalschutz.

„Jede Pflan­zung muss mit der Denk­mal­schutz­be­hör­de der Stadt Leer abge­spro­chen wer­den“, erläu­tert Kös­ter. Wenn ein gefäll­ter Baum an sei­nem bis­he­ri­gen Stand­ort durch einen Nach­kom­men eins zu eins ersetzt wer­de, erleich­te­re dies das Verfahren.

Denn das Ziel, das his­to­ri­sche Erschei­nungs­bild des Schloss­parks mög­lichst genau zu erhal­ten, kön­ne auf die­se Wei­se beson­ders gut umge­setzt werden.

Wei­te­re Nach­zuch­ten wach­sen der­zeit in den Strei­fen­bee­ten des Schloss­parks her­an. Sie kön­nen bei Bedarf an geeig­ne­ten Stel­len ver­pflanzt werden.

Damit ver­bin­det das Pro­jekt auf unge­wöhn­li­che Wei­se Denk­mal­schutz und Kli­ma­schutz: Der his­to­ri­sche Cha­rak­ter des Parks soll erhal­ten blei­ben, wäh­rend zugleich Bäu­me nach­ge­zo­gen wer­den, die bereits an die ört­li­chen Bedin­gun­gen ange­passt sind.

Nach­zucht erhält den Namen „Evi“

Die regio­na­le Nach­zucht der Even­burg-Lin­de ist inzwi­schen so beson­ders, dass die neu ent­stan­de­ne und selek­tier­te Sor­te einen eige­nen Namen erhal­ten hat.

Beim dies­jäh­ri­gen Früh­lings­markt tauf­te Land­rat Mat­thi­as Groo­te die Nach­zucht­ge­nera­ti­on auf den Namen „Evi“.

Die jun­gen Lin­den ste­hen damit sinn­bild­lich für die lang­fris­ti­ge Bewah­rung des his­to­ri­schen Baum­be­stan­des der Even­burg. Aus einem Baum, der bereits seit rund 350 Jah­ren an sei­nem Stand­ort wächst, ent­steht auf die­se Wei­se eine neue Gene­ra­ti­on, die künf­tig selbst Teil des Schloss­parks wer­den soll.

Für Joa­chim Kös­ter reicht der Blick dabei weit über die Gegen­wart hin­aus: „Schön wäre natür­lich, wenn jemand in 350 Jah­ren dann Able­ger aus unse­ren Nach­zuch­ten nimmt.“

Dann könn­te auch die „Evi“ wei­ter­le­ben – und das gene­ti­sche Erbe der his­to­ri­schen Even­burg-Lin­de über Jahr­hun­der­te hin­weg erhal­ten bleiben.

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CDU Ost­fries­land for­dert Zukunft für VW Emden und zwei­ten Marinehafen

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CDU-Bezirks­vor­sit­zen­der Ulf Thie­le for­der­te in sei­ner Rede beim Bezirks­par­tei­tag im Fähr­haus in Emden die Ent­wick­lung eines „Ost­fries­land­plans 2.0“. Die­ser sol­le vor allem als Inno­va­ti­ons­stra­te­gie für die Regi­on die­nen und erneu­er­ba­re Ener­gien, Indus­trie, Mit­tel­stand, mari­ti­me Wirt­schaft sowie die Hoch­schu­le Emden/Leer stär­ker mit­ein­an­der verknüpfen.

CDU Ost­fries­land beschließt Zukunfts­pro­gramm für Land­wirt­schaft, Indus­trie und Häfen

Bezirks­par­tei­tag in Emden: CDU for­dert kla­re Zukunfts­per­spek­ti­ve für VW Emden, einen zwei­ten Mari­ne­ha­fen an der Ems und einen „Ost­fries­land­plan 2.0“

Emden, 15. August 2026. Die CDU Ost­fries­land hat auf ihrem Bezirks­par­tei­tag in Emden zen­tra­le poli­ti­sche Leit­li­ni­en für die kom­men­den Jah­re beschlos­sen. Unter dem Mot­to „Ganz klar für Ost­fries­land“ ver­ab­schie­de­ten die Dele­gier­ten am Sonn­abend im Fähr­haus am Emder Bor­kum­kai ein umfang­rei­ches Arbeits­pro­gramm für die Region.

Im Mit­tel­punkt stan­den die Zukunft der Land­wirt­schaft, die Siche­rung indus­tri­el­ler Arbeits­plät­ze, die Ent­wick­lung der ost­frie­si­schen Häfen, erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff sowie der Aus­bau der Infra­struk­tur und die Stär­kung der Kom­mu­nen und des länd­li­chen Raumes.

Als Gäs­te dis­ku­tier­ten unter ande­rem der Prä­si­dent des Land­volks Nie­der­sach­sen und Vize­prä­si­dent des Deut­schen Bau­ern­ver­ban­des, Dr. Hol­ger Hen­nies, sowie der Gene­ral­se­kre­tär der CDU Nie­der­sach­sen und agrar­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Dr. Mar­co Mohr­mann, mit den Dele­gier­ten. Auch die poli­ti­sche Lage vor der Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber spiel­te eine wich­ti­ge Rolle.

Land­volk­prä­si­dent Hen­nies for­dert mehr Pla­nungs­si­cher­heit für die Landwirtschaft

Dr. Hol­ger Hen­nies ver­wies auf die beson­de­re Bedeu­tung Nie­der­sach­sens als Agrar­land. Die land­wirt­schaft­li­chen Betrie­be sei­en leis­tungs­fä­hig und inno­va­tiv, stün­den gleich­zei­tig aber zuneh­mend unter wirt­schaft­li­chem Druck.

Hohe Pro­duk­ti­ons­kos­ten, wach­sen­de Auf­la­gen und feh­len­de Pla­nungs­si­cher­heit wür­den Inves­ti­tio­nen erschwe­ren und damit die Zukunft vie­ler Fami­li­en­be­trie­be gefährden.

„Unse­re Land­wirt­schaft braucht nicht immer neue Auf­la­gen, son­dern ver­läss­li­che Rah­men­be­din­gun­gen, unter denen unse­re Betrie­be wett­be­werbs­fä­hig pro­du­zie­ren und inves­tie­ren kön­nen. Wer hei­mi­sche Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on will, muss den Fami­li­en­be­trie­ben auch eine wirt­schaft­li­che Zukunft ermög­li­chen“, sag­te Hennies.

In der anschlie­ßen­den Dis­kus­si­on bestand nach Anga­ben der CDU brei­te Über­ein­stim­mung dar­über, dass Land­wirt­schaft, Natur- und Kli­ma­schutz nicht gegen­ein­an­der aus­ge­spielt wer­den dürf­ten. Gefor­dert wur­den pra­xis­taug­li­che Lösun­gen, Pla­nungs­si­cher­heit und eine stär­ke­re Ori­en­tie­rung am Verursacherprinzip.

Mohr­mann: Arbeit müs­se sich wie­der stär­ker lohnen

Dr. Mar­co Mohr­mann for­der­te sowohl in der agrar­po­li­ti­schen Dis­kus­si­on als auch in sei­ner Rede zur poli­ti­schen Lage einen grund­le­gen­den Kurs­wech­sel. Nie­der­sach­sen müs­se sei­ne wirt­schaft­li­chen Stär­ken wie­der stär­ker in den Mit­tel­punkt stel­len. Unter­neh­men, Land­wirt­schaft und Beschäf­tig­te soll­ten von unnö­ti­gen Belas­tun­gen ent­las­tet werden.

Mit Blick auf die Land­wirt­schaft erklär­te Mohr­mann: „Wir müs­sen wie­der dafür sor­gen, dass die­je­ni­gen, die Lebens­mit­tel erzeu­gen, inves­tie­ren und Arbeits­plät­ze sichern, nicht durch immer neue Kos­ten und Auf­la­gen aus­ge­bremst wer­den. Land­wirt­schaft braucht unter­neh­me­ri­sche Frei­heit, Ver­läss­lich­keit und fai­re Wettbewerbsbedingungen.“

Mit Blick auf die Kom­mu­nal­wah­len stell­te Mohr­mann zudem das The­ma Leis­tungs­ge­rech­tig­keit in den Mit­tel­punkt. Men­schen, die arbei­ten und mit ihren Steu­ern und Sozi­al­ab­ga­ben zur Finan­zie­rung des Gemein­we­sens bei­tra­gen, müss­ten am Monats­en­de spür­bar mehr von ihrem Ein­kom­men behal­ten können.

Die CDU müs­se ins­be­son­de­re auf kom­mu­na­ler Ebe­ne zei­gen, dass sie kon­kre­te Pro­ble­me lösen kön­ne, wirt­schaft­li­che Ver­nunft mit sozia­ler Ver­ant­wor­tung ver­bin­de und Städ­ten, Gemein­den und Land­krei­sen wie­der grö­ße­re eige­ne Hand­lungs­spiel­räu­me verschaffe.

CDU for­dert lang­fris­ti­ge Per­spek­ti­ve für VW-Werk in Emden

Der CDU-Bezirks­vor­sit­zen­de Ulf Thie­le MdL stell­te die Zukunft des Indus­trie­stand­or­tes Emden beson­ders her­aus. Das Volks­wa­gen-Werk sei von gro­ßer Bedeu­tung für die Stadt, aber auch für Beschäf­ti­gung, Kauf­kraft, Zulie­fe­rer und die wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät der gesam­ten Region.

Thie­le for­der­te den VW-Kon­zern auf, bestehen­de Ver­ein­ba­run­gen ein­zu­hal­ten. Wenn die Beschäf­tig­ten und die Werk­lei­tung in Emden ihren Teil der ver­ein­bar­ten Kos­ten­zie­le erfüll­ten, müs­se auch der Volks­wa­gen-Vor­stand zu sei­nen Zusa­gen stehen.

„Der Tigu­an gehört dann wie zuge­sagt nach Emden. Und für mich ist eben­so klar: Auch das künf­ti­ge Nach­fol­ge­mo­dell des ID.7 muss in Emden gebaut wer­den“, sag­te Thiele.

Die For­de­rung wur­de auch in den beschlos­se­nen Leit­an­trag auf­ge­nom­men. Die CDU Ost­fries­land erwar­tet dem­nach aus­drück­lich Ver­trags­treue des VW-Vor­stan­des und bei Errei­chen der ver­ein­bar­ten Ein­spar­zie­le die zuge­sag­te Pro­duk­ti­on des ID. Tigu­an am Stand­ort Emden.

Emden soll zwei­ter Mari­ne­ha­fen­stand­ort werden

Eine wei­te­re zen­tra­le For­de­rung betrifft die mari­ti­me Bedeu­tung Emdens. Thie­le sprach sich dafür aus, den Emder Hafen neben Wil­helms­ha­ven zu einem Mari­ne­ha­fen­stand­ort der Deut­schen Mari­ne auszubauen.

Emden ver­fü­ge über geeig­ne­te Flä­chen, mari­ti­me Kom­pe­tenz, Hafen­in­fra­struk­tur und eine stra­te­gisch güns­ti­ge Lage. Ange­sichts der ver­än­der­ten Sicher­heits­la­ge in Euro­pa sei­en zusätz­li­che mari­ti­me Fähig­kei­ten und belast­ba­re Hafen­struk­tu­ren notwendig.

Auch die­se For­de­rung wur­de in den Leit­an­trag auf­ge­nom­men. Die Bun­des­re­gie­rung soll dem­nach die ver­füg­ba­ren Außen­ha­fen­flä­chen Emdens, ins­be­son­de­re am Rysumer Nacken, als stra­te­gi­schen Mari­ne­ha­fen­stand­ort der Deut­schen Mari­ne neben Wil­helms­ha­ven ent­wi­ckeln. Gleich­zei­tig soll die Pro­duk­ti­on von Defence-Gütern im ost­frie­si­schen Mit­tel­stand gestärkt werden.

 

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„Ost­fries­land­plan 2.0“ soll Inno­va­ti­on und Arbeits­plät­ze schaffen

Mit dem Leit­an­trag „Ganz klar für Ost­fries­land – Star­ker länd­li­cher Raum, ver­läss­li­che Infra­struk­tur und wirt­schaft­li­che Dyna­mik“ ver­ab­schie­de­te die CDU ein umfang­rei­ches poli­ti­sches Arbeitsprogramm.

Eine zen­tra­le Rol­le spielt dabei die Idee eines „Ost­fries­land­plans 2.0“. Dahin­ter steht eine neue Inno­va­ti­ons­stra­te­gie, die die unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und wis­sen­schaft­li­chen Stär­ken der Regi­on stär­ker mit­ein­an­der ver­bin­den soll.

Genannt wer­den ins­be­son­de­re erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff, die mari­ti­me Wirt­schaft, die Auto­mo­bil­in­dus­trie, der Mit­tel­stand sowie die Hoch­schu­le Emden/Leer.

Nach den Vor­stel­lun­gen der CDU soll Ost­fries­land stär­ker als Modell­re­gi­on für Inno­va­ti­on ent­wi­ckelt wer­den. Geplant bezie­hungs­wei­se gefor­dert wer­den unter ande­rem ein inten­si­ve­rer Tech­no­lo­gie- und Wis­sens­trans­fer zwi­schen Hoch­schu­le und Mit­tel­stand, bes­se­re Bedin­gun­gen für Unter­neh­mens­grün­dun­gen und Start-ups sowie neue Finanzierungsinstrumente.

Der Leit­an­trag sieht unter ande­rem Real­la­bo­re für Was­ser­stoff­spei­cher und Netz­sta­bi­li­sie­rung, Tech­no­lo­gie­trans­fer-Gut­schei­ne für klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men sowie einen regio­na­len Risi­ko­ka­pi­tal-Grün­der­fonds vor.

„Wir brau­chen jetzt einen Ost­fries­land­plan 2.0. Er muss vor allem eine Inno­va­ti­ons­stra­te­gie für unse­re Regi­on sein“, erklär­te Thie­le. Ziel müs­se es sein, aus der vor­han­de­nen erneu­er­ba­ren Ener­gie neue Inno­va­tio­nen, Inves­ti­tio­nen, Wert­schöp­fung und siche­re Arbeits­plät­ze ent­ste­hen zu lassen.

Das von der CDU for­mu­lier­te Leit­mo­tiv lau­tet dabei: „Indus­trie folgt der Ener­gie.“ Der in Ost­fries­land erzeug­te Strom soll stär­ker vor Ort für indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on, Was­ser­stoff­wirt­schaft und neue Arbeits­plät­ze genutzt werden.

 

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Land­wirt­schaft, Ener­gie und Infra­struk­tur als wei­te­re Schwerpunkte

In der Land­wirt­schaft bekennt sich die CDU zu den bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­ben. Gefor­dert wer­den weni­ger Büro­kra­tie, mehr Pla­nungs­si­cher­heit und fai­re Bedin­gun­gen für regio­na­le Lebens­mit­tel. Außer­dem spricht sich die Par­tei für ein akti­ves Wolfs­ma­nage­ment und einen koope­ra­ti­ven Moor­schutz anstel­le diri­gis­ti­scher Vor­ga­ben aus.

Beim Wirt­schafts­stand­ort setzt die CDU auf die Siche­rung des indus­tri­el­len Drei­ecks aus VW Emden, Ener­con und Mey­er Werft. Gleich­zei­tig sol­len neue Wert­schöp­fungs­mög­lich­kei­ten rund um erneu­er­ba­re Ener­gien und Was­ser­stoff entstehen.

Für den Emder Hafen for­dert die Par­tei neben der Fahr­rin­nen­an­pas­sung der Außen­ems neue Groß­schiffs­lie­ge­plät­ze sowie einen vom Land finan­zier­ten Hafen­pakt. Der Mas­ter­plan Ems müs­se öko­lo­gi­sche Sanie­rung und wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung mit­ein­an­der verbinden.

Wei­te­re For­de­run­gen betref­fen den Lücken­schluss der A20 und die B210n, den Aus­bau von Schie­ne, Glas­fa­ser und Mobil­funk sowie eine zukunfts­fes­te medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Auch die Hoch­schu­le und die beruf­li­che Bil­dung sol­len gestärkt und die Unter­richts­ver­sor­gung ver­bes­sert werden.

Zudem for­dert die CDU grö­ße­re finan­zi­el­le Hand­lungs­spiel­räu­me für Städ­te, Gemein­den und Landkreise.

„Die­ser Leit­an­trag ist kein Wunsch­zet­tel, son­dern unser poli­ti­scher Arbeits­auf­trag für Ost­fries­land“, sag­te Thie­le. Ost­fries­land sol­le nicht Zuschau­er des Wan­dels sein, son­dern von den Ver­än­de­run­gen wirt­schaft­lich profitieren.

CDU legt Zukunfts­plan für die ost­frie­si­sche Küs­ten­fi­sche­rei vor

Mit einem wei­te­ren Beschluss stell­te sich der Bezirks­par­tei­tag hin­ter die ost­frie­si­sche Küs­ten­fi­sche­rei. Gefor­dert wird ein ergeb­nis­of­fe­ner Fische­rei­dia­log auf Grund­la­ge trans­pa­ren­ter wis­sen­schaft­li­cher und sozio­öko­no­mi­scher Daten.

Dabei soll die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der Fische­rei­be­trie­be stär­ker berück­sich­tigt wer­den. Bereits bestehen­de Fische­rei­ver­bots­zo­nen sol­len auf die euro­päi­schen Flä­chen­zie­le ange­rech­net wer­den. Gleich­zei­tig for­dert die CDU gesi­cher­te Durch­fahrts­rech­te und pra­xis­taug­li­che, dyna­mi­sche Schutzgebiete.

Statt eines rei­nen Flot­ten­ab­baus ver­langt die Par­tei einen ver­bind­li­chen Trans­for­ma­ti­ons­fahr­plan. Die­ser soll die Betrie­be sta­bi­li­sie­ren, die Moder­ni­sie­rung von Flot­te und Häfen ermög­li­chen und lang­fris­tig eine öko­lo­gisch wie wirt­schaft­lich trag­fä­hi­ge Küs­ten­fi­sche­rei sichern.

Dafür soll nach dem Beschluss ein mehr­jäh­ri­ges Inves­ti­ti­ons­pro­gramm von Bund und Land mit einem Finanz­rah­men zwi­schen 90 und 135 Mil­lio­nen Euro auf­ge­legt werden.

Zusätz­lich for­dert die CDU ein ver­bind­li­ches Fische­rei­ha­fen- und Stand­ort­kon­zept. Im Beschluss heißt es: „Die Küs­ten­fi­sche­rei gehört zu Ost­fries­land wie die Dei­che und das Meer.“

Aus­bil­dung auf den Ost­frie­si­schen Inseln soll ver­bes­sert werden

Auch die beson­de­ren Bedin­gun­gen für Aus­zu­bil­den­de auf den Ost­frie­si­schen Inseln waren The­ma des Parteitages.

Die CDU for­dert, den Block­un­ter­richt für wich­ti­ge Aus­bil­dungs­be­ru­fe aus­zu­bau­en. Ab dem Schul­jahr 2027/28 sol­len die Aus­bil­dungs­gän­ge Hotelfachfrau/Hotelfachmann sowie Restaurantfachfrau/Restaurantfachmann für alle Aus­bil­dungs­jah­re an der BBS Bor­kum ein­ge­rich­tet werden.

Ergän­zend soll geprüft und geför­dert wer­den, ob theo­re­ti­sche Aus­bil­dungs­in­hal­te teil­wei­se im Distanz­un­ter­richt ver­mit­telt wer­den können.

Damit sol­len Rei­se­zei­ten und Kos­ten redu­ziert, mehr prak­ti­sche Aus­bil­dungs­zeit in den Betrie­ben ermög­licht und die Nach­wuchs­ge­win­nung für Gas­tro­no­mie und Hotel­le­rie auf den Inseln ver­bes­sert werden.

Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber im Blick

Mit Blick auf die Kom­mu­nal­wahl am 13. Sep­tem­ber stell­te der Bezirks­par­tei­tag außer­dem die Bedeu­tung der kom­mu­na­len Ebe­ne heraus.

Die CDU wür­dig­te die Arbeit der ehren­amt­li­chen Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und for­dert eine bes­se­re finan­zi­el­le Aus­stat­tung der Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se. Bund und Land müss­ten für über­tra­ge­ne Auf­ga­ben auch die not­wen­di­gen finan­zi­el­len Mit­tel bereitstellen.

Das Kon­ne­xi­täts­prin­zip – ver­ein­facht: „Wer die Musik bestellt, bezahlt“ – müs­se kon­se­quent ange­wen­det werden.

Thie­le fass­te den Anspruch der CDU Ost­fries­land am Ende des Par­tei­ta­ges zusam­men: „Wir haben heu­te deut­lich gemacht, wofür die CDU Ost­fries­land steht: für wirt­schaft­li­che Stär­ke statt schlei­chen­den Struk­tur­ver­lust, für eine Land­wirt­schaft mit Zukunft, für siche­re Arbeits­plät­ze, star­ke Häfen und Kom­mu­nen, die wie­der han­deln können.“

Die Par­tei wol­le die anste­hen­den Ver­än­de­run­gen nicht ledig­lich beglei­ten, son­dern aktiv aus Ost­fries­land her­aus gestal­ten. Das zen­tra­le Mot­to des Bezirks­par­tei­ta­ges lau­te­te ent­spre­chend: „Ganz klar für Ostfriesland.“

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Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: Kla­re Wor­te für Soli­da­ri­tät, Viel­falt und glei­che Rechte

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Laut Sophie Koch sind Demons­tra­tio­nen wie der CSD gera­de für jun­ge Men­schen wich­tig: Sie kön­nen Mut machen, zu sich selbst zu ste­hen, Sicht­bar­keit zu zei­gen und zu erfah­ren, dass sie mit ihrer Iden­ti­tät nicht allein sind.

Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: „Wir wer­den nie wie­der lei­se sein“

Leer – Mit deut­li­chen Wor­ten hat sich Sophie Koch, Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Akzep­tanz sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Viel­falt, beim 5. CSD in Leer an die que­e­re Com­mu­ni­ty und die zahl­rei­chen Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer gewandt. In ihren Gruß­wor­ten wür­dig­te sie das Enga­ge­ment der Orga­ni­sa­to­ren und Hel­fer und mach­te zugleich deut­lich, dass die poli­ti­sche Aus­ein­an­der­set­zung um Gleich­be­rech­ti­gung und Akzep­tanz wei­ter­ge­führt wer­den müsse.

Sophie Koch beim 5. CSD in Leer: „Wir wer­den nie wie­der lei­se sein“

Sophie Koch, Mit­glied des säch­si­schen Land­ta­ges und Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die Akzep­tanz sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Viel­falt. Sie sprach beim 5. CSD in Leer zu den Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mern der Ver­an­stal­tung. Foto: Ingo Ton­sor @ LeserECHO

Koch beton­te zunächst, dass sie als Que­er-Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung spre­che, jedoch nicht als Spre­che­rin der Bun­des­re­gie­rung. Sie zeig­te Ver­ständ­nis für den teil­wei­se deut­li­chen Unmut inner­halb der Com­mu­ni­ty gegen­über der aktu­el­len Bun­des­re­gie­rung. Gleich­zei­tig stell­te sie ihre per­sön­li­che Ver­bin­dung zum The­ma her­aus: Sie sei selbst que­er, kom­me aus dem Osten Deutsch­lands und sei in einem klei­nen Dorf aufgewachsen.

Beson­ders bewegt zeig­te sich Koch ange­sichts der Grö­ße und Sicht­bar­keit des CSD in Leer. Sie erklär­te, sie hät­te sich in ihrer eige­nen Jugend einen sol­chen CSD gewünscht. Ver­an­stal­tun­gen wie die­se könn­ten für jun­ge Men­schen ein ent­schei­den­der Moment sein, erst­mals offen zu sich selbst zu ste­hen und das Gefühl zu bekom­men, mit der eige­nen Iden­ti­tät nicht allein zu sein.

„Der Wind gegen uns wird rauer“

Mit Blick auf die zuneh­men­de Que­er­feind­lich­keit sprach Koch von einem rau­er wer­den­den gesell­schaft­li­chen Kli­ma. Gera­de des­halb sei­en CSD-Ver­an­stal­tun­gen und poli­ti­sche Demons­tra­tio­nen wich­ti­ger denn je. Deutsch­land­weit gebe es inzwi­schen mehr als 250 ent­spre­chen­de Ver­an­stal­tun­gen, an denen Mil­lio­nen Men­schen teilnähmen.

Die Que­er-Com­mu­ni­ty habe dabei eine beson­de­re Stär­ke, so Koch: die Fähig­keit, immer wie­der gemein­sam sicht­bar zu wer­den und für ihre Rech­te auf die Stra­ße zu gehen. Sie rief die Teil­neh­mer dazu auf, sich von aktu­el­len Ent­wick­lun­gen nicht ent­mu­ti­gen zu las­sen. Trotz aller Wider­stän­de müs­se die Com­mu­ni­ty selbst­be­wusst auf­tre­ten und deut­lich machen, dass sie eine star­ke gesell­schaft­li­che Mehr­heit hin­ter sich habe.

Ein zen­tra­les Anlie­gen ihrer Rede war die geplan­te Ergän­zung des Arti­kels 3 des Grund­ge­set­zes. Koch kün­dig­te an, sich wei­ter­hin dafür ein­zu­set­zen, dass der Schutz vor Dis­kri­mi­nie­rung auf­grund der sexu­el­len Iden­ti­tät aus­drück­lich im Grund­ge­setz ver­an­kert wird. Auch die voll­stän­di­ge recht­li­che Aner­ken­nung quee­rer Fami­li­en sei ein Ziel, für das wei­ter gekämpft wer­den müsse.

Dank an Orga­ni­sa­to­ren und Helfer

Aus­drück­lich wür­dig­te Koch die Arbeit der Men­schen, die den CSD in Leer orga­ni­siert und mög­lich gemacht hat­ten. Sie dank­te den Orga­ni­sa­to­ren, Stand­be­trei­bern, Ord­nern und zahl­rei­chen Hel­fern, die teil­wei­se über Mona­te hin­weg Zeit und Ener­gie in die Ver­an­stal­tung inves­tiert hätten.

Beson­ders posi­tiv hob sie die sicht­ba­re Unter­stüt­zung durch Eltern und Groß­el­tern her­vor. Die Prä­senz von Initia­ti­ven wie „Eltern gegen Rechts“ und „Omas gegen Rechts“ habe für sie ein wich­ti­ges Signal aus­ge­sen­det: Fami­lie kön­ne ganz unter­schied­lich aus­se­hen, und jun­ge Men­schen soll­ten unab­hän­gig von ihrer sexu­el­len oder geschlecht­li­chen Iden­ti­tät Unter­stüt­zung erfahren.

Auch das Selbst­be­stim­mungs­ge­setz sprach Koch an. Sie bezeich­ne­te des­sen Ein­füh­rung als einen wich­ti­gen poli­ti­schen Erfolg der Com­mu­ni­ty und erklär­te, dass die­ses Gesetz bestehen blei­ben wer­de. Grund­sätz­lich müs­se die Rich­tung wei­ter­hin nach vor­ne gehen, nicht zurück.

Appell: „Nutzt eure Stimme“

Mit Blick auf die anste­hen­den Wah­len rief Koch die Men­schen dazu auf, ihre demo­kra­ti­sche Stim­me zu nut­zen und auch im per­sön­li­chen Umfeld für Mehr­hei­ten ein­zu­tre­ten, die die Rech­te quee­rer Men­schen unterstützen.

Zum Abschluss ihrer Gruß­wor­te rich­te­te sie den Blick noch ein­mal auf die Men­schen­men­ge vor der Büh­ne. Die Viel­falt inner­halb der quee­ren Com­mu­ni­ty sei kei­ne Schwä­che, son­dern eine beson­de­re Stär­ke. Auch Men­schen, die sich ansons­ten viel­leicht nie begeg­nen wür­den, ver­bin­de beim CSD ein gemein­sa­mer Gedan­ke: Soli­da­ri­tät und der Ein­satz für glei­che Rechte.

Koch bedank­te sich abschlie­ßend erneut bei allen Betei­lig­ten des 5. CSD in Leer und rich­te­te einen per­sön­li­chen Gruß an die Com­mu­ni­ty: „Leer, Hap­py Pride.“

Zahl­rei­che Stän­de auf dem Zoll­haus­ge­län­de boten Infor­ma­tio­nen und Raum für den Aus­tausch mit der quee­ren Com­mu­ni­ty. Ver­tre­ten waren unter ande­rem der Land­kreis Leer, die Poli­zei sowie Par­tei­en wie SPD, Grü­ne, Lin­ke und FDP und vie­le wei­te­re Organisationen.

Was bedeu­tet eigent­lich „que­er“? Ein Begriff für sexu­el­le und geschlecht­li­che Vielfalt

Leer/Ostfriesland. Beim Chris­to­pher Street Day, kurz CSD in Leer Ost­fries­land, ist der Begriff „que­er“ all­ge­gen­wär­tig. Doch was genau bedeu­tet er eigent­lich? Wer ist damit gemeint und woher stammt das Wort? Gera­de weil „que­er“ heu­te ganz selbst­ver­ständ­lich in gesell­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen ver­wen­det wird, lohnt sich ein genaue­rer Blick auf sei­ne Bedeu­tung und Geschichte.

„Que­er“ wird heu­te vor allem als Sam­mel­be­griff für Men­schen ver­wen­det, deren sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder geschlecht­li­che Iden­ti­tät nicht der klas­si­schen gesell­schaft­li­chen Vor­stel­lung von Hete­ro­se­xua­li­tät und einer ein­deu­ti­gen Zuord­nung als Mann oder Frau ent­spricht. Der Begriff umfasst damit unter­schied­li­che Lebens­wei­sen und Identitäten.

Dabei ist „que­er“ kei­ne ein­zel­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder Geschlechts­iden­ti­tät. Viel­mehr dient das Wort als Ober­be­griff. Men­schen kön­nen sich bei­spiels­wei­se als les­bisch, schwul, bise­xu­ell, pan­se­xu­ell, trans, nicht-binär, inter­ge­schlecht­lich, ase­xu­ell oder aro­man­tisch ver­ste­hen und sich gleich­zei­tig unter dem Begriff „que­er“ wiederfinden.

Ein Begriff, der vie­le Men­schen einschließt

Zum quee­ren Spek­trum gehö­ren unter ande­rem Les­ben und Schwu­le, also Men­schen, die sich zum glei­chen Geschlecht hin­ge­zo­gen füh­len. Auch bise­xu­el­le und pan­se­xu­el­le Men­schen kön­nen sich als que­er ver­ste­hen. Bei ihnen spielt die sexu­el­le bezie­hungs­wei­se roman­ti­sche Anzie­hung zu Men­schen unter­schied­li­cher Geschlech­ter eine Rolle.

Eine wei­te­re Grup­pe sind trans Men­schen. Damit sind Men­schen gemeint, deren geschlecht­li­che Iden­ti­tät nicht oder nicht voll­stän­dig mit dem Geschlecht über­ein­stimmt, das ihnen bei der Geburt zuge­wie­sen wurde.

Auch nicht-binä­re Men­schen kön­nen unter den Begriff que­er fal­len. Sie ver­ste­hen sich nicht aus­schließ­lich als Mann oder Frau und bewe­gen sich damit außer­halb der klas­si­schen Ein­tei­lung in zwei Geschlechter.

Zum Spek­trum gehö­ren außer­dem inter­ge­schlecht­li­che Men­schen. Bei ihnen wei­sen die kör­per­li­chen Geschlechts­merk­ma­le Vari­an­ten auf, die sich nicht ein­deu­tig in die tra­di­tio­nel­len Kate­go­rien „männ­lich“ oder „weib­lich“ ein­ord­nen lassen.

Auch ase­xu­el­le und aro­man­ti­sche Men­schen kön­nen sich als que­er ver­ste­hen. Ase­xu­el­le Men­schen emp­fin­den wenig oder kei­ne sexu­el­le Anzie­hung, wäh­rend aro­man­ti­sche Men­schen wenig oder kei­ne roman­ti­sche Anzie­hung empfinden.

Wich­tig ist dabei: Que­er ist in ers­ter Linie eine mög­li­che Selbst­be­zeich­nung. Nicht jeder Mensch, der einer die­ser Grup­pen zuge­rech­net wer­den könn­te, bezeich­net sich selbst auch als queer.

Vom Schimpf­wort zur Selbstbezeichnung

Die Geschich­te des Begriffs ist beson­ders inter­es­sant. „Que­er“ stammt aus dem Eng­li­schen und bedeu­te­te ursprüng­lich unter ande­rem „selt­sam“, „son­der­bar“ oder „anders“. Über vie­le Jahr­zehn­te wur­de das Wort vor allem im eng­lisch­spra­chi­gen Raum als abwer­ten­de Bezeich­nung für homo­se­xu­el­le Men­schen verwendet.

Im Lau­fe der Zeit ver­än­der­te sich die Bedeu­tung. Tei­le der betrof­fe­nen Gemein­schaf­ten began­nen, den Begriff bewusst für sich selbst zu ver­wen­den und ihm damit eine neue Bedeu­tung zu geben. Aus einer Belei­di­gung wur­de zuneh­mend eine selbst­be­wuss­te Bezeich­nung für Men­schen, die sich außer­halb klas­si­scher Vor­stel­lun­gen von Sexua­li­tät und Geschlecht sehen.

Heu­te wird „que­er“ des­halb von vie­len Men­schen posi­tiv ver­stan­den. Gleich­zei­tig gibt es Men­schen, die den Begriff auf­grund sei­ner frü­he­ren Ver­wen­dung nicht für sich ver­wen­den möchten.

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War­um der Begriff beim CSD eine wich­ti­ge Rol­le spielt

Beson­ders sicht­bar wird die Bedeu­tung des Wor­tes beim Chris­to­pher Street Day. Der CSD erin­nert an den his­to­ri­schen Kampf quee­rer Men­schen gegen Dis­kri­mi­nie­rung und für glei­che Rech­te. Gleich­zei­tig sind die Ver­an­stal­tun­gen heu­te Demons­tra­ti­on, poli­ti­sche Kund­ge­bung und viel­fach auch ein gro­ßes öffent­li­ches Fest.

Auch beim 5. CSD in Leer stan­den Sicht­bar­keit und gesell­schaft­li­che Akzep­tanz im Mit­tel­punkt. Unter dem Mot­to „Sicht­bar. Laut. Jetzt erst recht!“ gin­gen Men­schen auf die Stra­ße, um für Viel­falt und gegen Aus­gren­zung ein Zei­chen zu setzen.

Dabei geht es für vie­le Teil­neh­mer nicht allein um die eige­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung oder geschlecht­li­che Iden­ti­tät. Es geht auch um die grund­sätz­li­che Fra­ge, wie eine Gesell­schaft mit­ein­an­der umge­hen möch­te: mit Respekt, Akzep­tanz und der Mög­lich­keit, das eige­ne Leben selbst­be­stimmt zu führen.

„Que­er“ ist kein fes­tes Etikett

Der Begriff kann des­halb ganz unter­schied­li­che Bedeu­tun­gen haben. Für man­che Men­schen ist „que­er“ eine per­sön­li­che Iden­ti­tät, für ande­re ein poli­ti­scher oder gesell­schaft­li­cher Begriff. Wie­der ande­re nut­zen ihn als prak­ti­sche Sam­mel­be­zeich­nung für unter­schied­li­che For­men sexu­el­ler und geschlecht­li­cher Vielfalt.

Was Men­schen gemein­sam haben, lässt sich daher nicht auf eine ein­zel­ne Lebens­wei­se redu­zie­ren. Gera­de die­se Offen­heit ist für vie­le ein Grund, den Begriff zu verwenden.

Que­er beschreibt somit kei­ne ein­zel­ne Grup­pe, son­dern ein brei­tes Spek­trum unter­schied­li­cher Men­schen und Lebens­rea­li­tä­ten. Im Mit­tel­punkt steht dabei die Vor­stel­lung, dass sexu­el­le Ori­en­tie­rung und geschlecht­li­che Iden­ti­tät viel­fäl­ti­ger sind, als es tra­di­tio­nel­le gesell­schaft­li­che Vor­stel­lun­gen lan­ge ver­mit­telt haben.

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