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Corona: Impfungen am Samstag im Zollhaus in Leer
Erst‑, Zweit- und Boosterimpfungen von 10 bis 17 Uhr für Personen ab 12 Jahren

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Nächtliche Bauwerksprüfung: Stadtringbrücke in Leer halbseitig gesperrt
Verkehrsbehördliche Maßnahme: Halbseitige Sperrung der Stadtringbrücke (B70/B436)
Um die langfristige Sicherheit und Stabilität der Infrastruktur zu gewährleisten, steht an der Stadtringbrücke (B70 / B436) eine wichtige routinemäßige Untersuchung an. Im Auftrag der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr wird der Bauwerkszustand detailliert begutachtet.
Zeitplan und betroffener Bereich
Für die Durchführung dieser Bauwerksprüfung ist eine vorübergehende Änderung der Verkehrsführung erforderlich. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf den Brückenbereich über den Bahnanlagen sowie der Großen Roßbergstraße.
Um die Beeinträchtigungen für den Pendler- und Schwerlastverkehr so gering wie möglich zu halten, finden die Arbeiten in den Nachtstunden statt:
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Zeitraum: Von Montag, den 11.05.2026, auf Dienstag, den 12.05.2026.
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Dauer: Jeweils von 19:00 Uhr bis 06:00 Uhr.
Verkehrsregelung vor Ort
Während dieses Zeitfensters wird die Stadtringbrücke halbseitig gesperrt. Damit der Verkehrsfluss in beiden Richtungen aufrechterhalten werden kann, wird eine mobile Lichtsignalanlage (Baustellenampel) installiert, die den Verkehr wechselseitig an der Prüfstelle vorbeiführt.
Die verkehrsbehördlichen Maßnahmen treten unmittelbar mit der Aufstellung der entsprechenden Verkehrszeichen in Kraft. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Bereich mit erhöhter Aufmerksamkeit zu passieren und die nächtlichen Wartezeiten an der Ampelanlage in der Routenplanung zu berücksichtigen.
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Wilhelmine-Siefkes-Preis für Yared Dibaba in Leer
Das Foto zeigt (von links) Sabine Santjer, Insina Lüschen, Annie Heger, Claus Dreier, Grietje Kammler, Yared Dibaba, Dr. Reinhard Goltz und Claus-Peter Horst.
Herzschlag für das Plattdeutsche: Yared Dibaba mit dem Wilhelmine-Siefkes-Preis geehrt
Es war ein Abend voller Emotionen, Wertschätzung und lebendiger Tradition im Festsaal des Historischen Rathauses in Leer. Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum einen Mann, der wie kaum ein anderer Brücken zwischen Kulturen schlägt und der plattdeutschen Sprache ein modernes, sympathisches Gesicht verleiht: Yared Dibaba. Der bekannte Rundfunk- und TV-Moderator, Schauspieler, Autor und Sänger wurde am Sonntagabend offiziell mit dem Wilhelmine-Siefkes-Preis der Stadt Leer ausgezeichnet.
Eine Auszeichnung für die Förderung der Identität
Der mit 2.500 Euro dotierte Preis wird in Gedenken an die bedeutende Leeraner Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes (1890–1984) verliehen. Er würdigt Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um den Erhalt und die Pflege der plattdeutschen Sprache verdient machen. Bürgermeister Claus-Peter Horst überreichte die Urkunde und betonte dabei die außergewöhnliche Rolle Dibabas.
Die Jury – bestehend aus dem Bürgermeister selbst, Grietje Kammler vom Plattdüütskbüro der Ostfriesischen Landschaft, dem Sprachwissenschaftler Dr. Reinhard Goltz und Pastor Claus Dreier – hob hervor, dass Dibaba als „Gesicht des Plattdeutschen“ und wichtiger Botschafter agiert. Seine Arbeit trage maßgeblich dazu bei, die Sichtbarkeit der Sprache in den Medien und auf der Bühne zu erhöhen und deren Ansehen nachhaltig zu steigern.
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Bewegende Worte und familiäre Atmosphäre
Besonders persönlich wurde es bei der Laudatio von Annie Heger, selbst Siefkes-Preisträgerin des Jahres 2018. Die enge Freundschaft zwischen ihr und dem Preisträger verlieh der Zeremonie eine familiäre Note. Heger erinnerte sich schmunzelnd an den Moment, als der Bürgermeister sie kontaktierte, um die Verbindung zu Dibaba herzustellen – und sie in diesem Augenblick zufällig gemeinsam in der Küche saßen.
„Du büst een Geschenk, büst heel wat Besünners – und dat up heel vööl Ebenen“, so Hegers herzliches Urteil über den 57-Jährigen.
Dibaba, der in Begleitung seiner Familie nach Leer gekommen war, zeigte sich sichtlich gerührt. Der Preisträger, der als Kind mit seiner Familie vor dem Bürgerkrieg in Äthiopien geflüchtet war und 1993 die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt, bezeichnete sich selbst als „Entwicklungshelfer der plattdeutschen Sprache“. Für ihn seien Sprache und Heimat untrennbar miteinander verbunden – zwei Werte, die in seinem Leben eine zentrale Rolle spielen.
Ein Fest der Sprache und der Musik
Die Verleihung fand in einem Rahmen statt, der die kulturelle Bedeutung des Anlasses unterstrich. Für die musikalische Gestaltung sorgten Sabine Santjer, Insina Lüschen und Annie Heger, die den Abend klangvoll abrundeten.
Mit dieser Auszeichnung würdigt die Stadt Leer nicht nur das künstlerische Schaffen Yared Dibabas, sondern auch seine Fähigkeit, Menschen durch das gemeinsame Kulturgut Sprache zusammenzuführen und den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern.
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Pünte Amdorf-Wiltshausen: „Fährmann hol over!“ – Erleben Sie die historische Handfähre
Die Pünte: Seit über 450 Jahren im Rhythmus der Gezeiten
Wiltshausen. „Fährmann hol over!“ – Wenn dieser Ruf am 1. Mai an den Ufern von Leda und Jümme erschallt, beginnt für eine der ältesten Attraktionen Ostfrieslands die neue Saison. Die Pünte, eine handgezogene Treidelpünte, verbindet seit über 450 Jahren die Seiten des Flusses und ist heute ein lebendiges Denkmal regionaler Verkehrsgeschichte.
Ein Erbe aus dem Jahr 1562
Bereits im Jahr 1562 fand die Pünte ihre erste schriftliche Erwähnung. Während früher Postkutschen und Viehgespanne auf dem Weg von Westfalen nach Ostfriesland den Fluss an dieser strategisch wichtigen Stelle überquerten, sind es heute vor allem Ausflügler, Radfahrer und Oldtimer-Fans, die den Entschleunigungseffekt der Überfahrt suchen. Trotz der Jahrhunderte ist die Bauform der Fähre identisch geblieben: Ein stählernes Seil, Muskelkraft und das Wissen um das Wasser sind die Zutaten für den Fährbetrieb.
Volles Haus beim Saisonstart: Die Pünte feiert den 1. Mai
Wiltshausen. Strahlender Sonnenschein und ein Rekordandrang: Die Pünte Amdorf-Wiltshausen ist mit einem Paukenschlag in die Saison 2026 gestartet. Rund um das Fähranleger-Gelände herrschte eine Atmosphäre wie auf einem Volksfest, als der traditionelle Ruf „Fährmann hol over!“ die ersten Fahrgäste über die Jümme begleitete.
Ein Fest für alle Generationen
Das Programm bot beste Unterhaltung für Jung und Alt: Während ein Chor für maritimes Flair sorgte, heizte ein DJ dem Publikum ordentlich ein. Gemeinsam mit den Schaustellern verwandelten sie das Ufer bei der Landgaststätte in eine lebendige Festmeile, auf der ausgiebig getanzt und gelacht wurde.
Geduldsprobe am „stillen Örtchen“
Wo so viele Menschen feiern, rückt ein Thema zwangsläufig in den Fokus, das vor Ort für reichlich Gesprächsstoff sorgte: die Situation der sanitären Anlagen. Die Warteschlangen vor den Toiletten waren zeitweise fast so lang wie die Geschichte der Pünte selbst. Doch die Besucher nahmen es gelassen und nutzten die Wartezeit in der Schlange einfach für den nächsten geselligen Klönschnack.
Ein gelungener Auftakt
Trotz der kleinen Herausforderungen im Sanitärbereich war die Eröffnung ein voller Erfolg. Die enorme Besucherzahl zeigt einmal mehr, wie tief die historische Handfähre in den Herzen der Region verankert ist. Einem Sommer voller erfolgreicher Überfahrten steht nun nichts mehr im Wege.


Handarbeit und Naturkräften zum Trotz
Der Betrieb der Pünte ist eng mit der Natur verknüpft, denn die Jümme ist ein Tidegewässer. Wie an der Nordsee wechseln Ebbe und Flut etwa alle sechs Stunden. Das fordert von den Fährleuten vollen Einsatz: Je nachdem, aus welcher Richtung das Wasser drückt, muss das schwere Fährseil auf unterschiedliche Rollen gelegt werden. Bei extremem Hoch- oder Niedrigwasser kann es daher vorkommen, dass der Betrieb kurzzeitig pausieren muss. Wer sichergehen möchte, kann die Einsatzbereitschaft direkt beim Fährpersonal unter der Nummer 0151 62427171 oder per E‑Mail unter faehrmann@puentenverein.de erfragen.
Saisonstart und Fährzeiten
Vom 1. Mai bis zum 4. Oktober 2026 ist die Pünte wieder im Einsatz. Die Überfahrten finden jeweils von Mittwoch bis Sonntag zwischen 10:00 Uhr und ca. 17:30 Uhr statt. Montag und Dienstag sind Ruhetage.
Preisübersicht für die Überfahrt:
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Fußgänger: 2,00 €
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Fahrradfahrer: 3,00 €
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Motorradfahrer: 5,00 €
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PKW (inkl. Fahrer): 6,00 €
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Jeder weitere Mitfahrer: 2,00 €
Zu finden ist die historische Fähre in der Amdorfer Straße 101, 26789 Leer. Ein Besuch bietet die seltene Gelegenheit, Technikgeschichte nicht nur zu betrachten, sondern hautnah zu erleben, wenn die Fährleute die Fracht per Hand über den Strom ziehen.
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