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25 Jah­re „Fritz Filap­per“: Mal­buch zur Ver­kehrs­er­zie­hung fei­ert Jubi­lä­um mit 8.500 neu­en Exem­pla­ren für Ostfriesland

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Die Vor­sit­zen­den aller ost­frie­si­schen Ver­kehrs­wach­ten freu­en sich über die neu­en Fritz Filap­per-Mal­bü­cher. Über­ge­ben wur­den Sie sei­tens des Ver­eins Oost­frees­ke­taal, des Platt­düütskbü­ros und der Brand­kas­se in Gegen­wart der Autorin und des Mit­au­tors Bri­git­te und Heinz Klee­mann (4. und 6. von rechts)

Mal­buch „Fritz Filap­per“ fei­ert 25. Geburtstag

8.500 Mal­bü­cher für ost­frie­si­sche Verkehrswachten

Eine der gro­ßen Erfolgs­ge­schich­ten der ost­frie­si­schen Ver­kehrs­wach­ten und der Ost­frie­si­schen Land­schaft­li­chen Brand­kas­se wird fort­ge­setzt: Die über­ar­bei­te­te ach­te Auf­la­ge des 1999 erschie­ne­nen zwei­spra­chi­gen Mal­buchs zur Mobi­li­täts­er­zie­hung „Fritz Filap­per“ wur­de ver­öf­fent­licht. Zum 25-jäh­ri­gen Jubi­lä­um erhiel­ten alle fünf ost­frie­si­schen Ver­kehrs­wach­ten 8.500 Arbeits­hef­te im Wert von rund 6.500 Euro. Die­se Mal­bü­cher sind für Kin­der in Kin­der­gär­ten und Grund­schu­len gedacht und haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren knapp 90.000 Kin­dern im Stra­ßen­ver­kehr gehol­fen – auf Hoch- und Plattdeutsch.

Ein bedeu­ten­des Jubiläum

Hajo Reer­s­he­mi­us, Gebiets­be­auf­trag­ter der ost­frie­si­schen Ver­kehrs­wach­ten, erläu­tert: „Ziel des Mal- und Lese­bu­ches ist die Aus­ein­an­der­set­zung mit dem Stra­ßen­ver­kehr. Unse­re Auf­ga­be ist es, die siche­re Teil­nah­me der Kin­der am Stra­ßen­ver­kehr trotz der zuneh­men­den Stress­fak­to­ren zu ermög­li­chen. Wir sind stolz dar­auf, dass wir mit der neu­en Auf­la­ge wei­ter­hin dazu bei­tra­gen kön­nen. Beson­ders freut es uns, dass wir von Nach­bar-Ver­kehrs­wach­ten und ‑Schul­lei­tun­gen um die­sen Schatz benei­det wer­den. Ein paar der Mal­bü­cher wur­den sogar exportiert!“

Unfall­prä­ven­ti­on und Sprachförderung

„Jeder Unfall ist ein Unfall zu viel,“ ergänzt Signe Foetz­ki, Pres­se­spre­che­rin der Brand­kas­se. „Unser Ziel ist es, Unfäl­le und damit ein­her­ge­hen­de Ver­let­zun­gen oder Schlim­me­res zu ver­mei­den. Kin­der glau­ben oft: ‚Wenn ich das Auto sehe, sieht das Auto mich auch!‘ – so ein­fach ist das lei­der nicht. Bis heu­te haben fast 90.000 Kin­der Fritz Filap­per und sei­ne Tipps ken­nen­ge­lernt. Wenn wir dabei auch noch die Zwei­spra­chig­keit unse­rer Kin­der för­dern kön­nen, haben wir viel erreicht. Die um 20 % gesun­ke­nen Unfall­zah­len der letz­ten zehn Jah­re bestä­ti­gen unser Enga­ge­ment. Ich dan­ke der Ver­kehrs­wacht für ihre groß­ar­ti­ge, ehren­amt­li­che Arbeit!“

Posi­ti­ve Ent­wick­lung der Unfallzahlen

Hans-Gün­ter Jel­ting, Ers­ter Vor­sit­zen­der der Ver­kehrs­wacht Leer, fügt hin­zu: „Die Anzahl der Ver­kehrs­un­fäl­le in Ost­fries­land mit Kin­dern bis 14 Jah­re sinkt tat­säch­lich: 2014 kam es zu 212 Unfäl­len, 2018 zu 194 und 2023 noch zu 170 Unfäl­len. Von die­sen wur­den 27, 21 bzw. 13 Kin­der schwer ver­letzt, und in 2018 und 2023 starb je ein Kind. Doch die Teil­nah­me am Ver­kehr ist ein Stück Lebens­er­fah­rung, die unse­re Kin­der machen müs­sen. Dabei brau­chen sie die Hil­fe der Eltern, der Lehr­kräf­te und aller Verkehrsteilnehmenden.“

Zwei­spra­chi­ge Erzie­hung als Herzensangelegenheit

„Die Bedeu­tung der zwei­spra­chi­gen Erzie­hung nach dem Mot­to ‚je frü­her, des­to bes­ser‘ ist für uns eine Her­zens­an­ge­le­gen­heit“, infor­miert Hans Free­se, Vor­sit­zen­der des Ver­eins Oost­frees­ke Taal. „Den Begriff ‚Filap­per‘ kann man sowohl mit dem ver­nied­lich­ten mit­tel­hoch­deut­schen ‚fîlen‘ (für put­zen, strei­chen) als auch mit dem alt­frie­si­schen ‚fila‘ (für schla­gen, schwin­gen, strei­chen) erklä­ren. Das ‚-lap­per‘ könn­te zu ‚lap­pen‘ (schla­gen, z. B. mit den Flü­geln) gehö­ren. Das Han­deln des Tie­res benennt somit das Tier, das schwin­gend und flü­gel­schla­gend umherfliegt.“

Unter­stüt­zung für Lehrkräfte

Griet­je Kamm­ler, Lei­te­rin des Platt­düütskbü­ros der Ost­frie­si­schen Land­schaft, ergänzt: „Ober­fläch­lich betrach­tet, ist die­ses Büch­lein für vie­le viel­leicht ein­fach nur ein Mal­buch. Aber die­ses Buch hat es in sich. Gera­de für nicht Platt­deutsch-spre­chen­de Lehr­kräf­te ist es her­vor­ra­gend geeig­net, die platt­deut­sche Spra­che zusätz­lich zum Ver­hal­ten im Stra­ßen­ver­kehr näher zu brin­gen. Je nach Ein­satz kön­nen die Geschich­ten ‚nur vor­ge­le­sen‘ oder das Malen ‚beglei­tet‘ werden.“

Die Ver­tre­ter von Bun­des­wehr, Poli­zei, Ver­kehr­si­cher­heits­fo­rum und Brand­kas­se haben mit Bri­git­te Klee­mann das neue Mal­buch „Fritz Filap­per“ auf den Weg gebracht.

 


Der Hin­ter­grund

Im Jahr 1998 hat­te die Ver­kehrs­wacht Aurich die Idee, ein Ver­kehrs­si­cher­heits-Mal­buch für ost­frie­si­sche Kin­der­gar­ten- und Grund­schul­kin­der zu pro­du­zie­ren. Bis dahin gab es nur klei­ne­re Mal­bü­cher mit viel Wer­bung und ohne regio­na­len Bezug. Die Auricher Logo­pä­din Bri­git­te Klee­mann setz­te die­se Idee um und brach­te den Schmet­ter­ling „Filap­per“ auf die Welt. Sie ent­warf Figu­ren, die Kin­dern wie Pau­la und Nils über Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr auf­klä­ren. Mit 11 illus­trier­ten Geschich­ten deckt das Mal­buch ver­schie­de­ne Ver­kehrs­si­tua­tio­nen ab, ein­schließ­lich der wich­ti­gen „Sicht­bar­keit bringt Sicherheit“-Thematik, dar­ge­stellt durch Pau­la in einer Warnweste.

Über­set­zung und Erfolg

Heinz Klee­mann, ehe­ma­li­ger Lei­ter der Bun­des­wehr­fahr­schu­le in der Blü­cher-Kaser­ne und Mit­glied der Ver­kehrs­wacht Aurich, über­setz­te die Geschich­ten ins Platt­deut­sche mit Unter­stüt­zung von Ger­not de Vries und dem Platt­düütskbü­ro der Ost­frie­si­schen Land­schaft. Dank der finan­zi­el­len Unter­stüt­zung der Brand­kas­se konn­te 1999 eine Auf­la­ge von 20.000 Exem­pla­ren des ers­ten zwei­spra­chi­gen Mal­buchs zur Ver­kehrs­er­zie­hung ver­öf­fent­licht wer­den. Auf­grund des Erfolgs wur­den bis heu­te fast 90.000 Mal­bü­cher verteilt.

Fritz Filap­per als Syn­onym für Verkehrssicherheit

Fritz Filap­per ist mitt­ler­wei­le ein Syn­onym für Ver­kehrs­si­cher­heits­ar­beit in Ost­fries­land. Kin­der ler­nen spie­le­risch, wie man sich sicher im Stra­ßen­ver­kehr ver­hält. Neue Geschich­ten, wie das rich­ti­ge Ver­hal­ten an Bahn­über­gän­gen und Bus­hal­te­stel­len, wer­den stän­dig inte­griert, um den sich ver­än­dern­den Bedürf­nis­sen der Kin­der gerecht zu werden.

Ansprech­part­ner und wei­te­re Informationen

Bei Bedarf kön­nen sich Schu­len und Kin­der­gär­ten an ihre ört­li­che Ver­kehrs­wacht wenden:

Hajo Reer­s­he­mi­us betont abschlie­ßend: „Als Ver­kehrs­wach­ten bedan­ken wir uns herz­lich bei den Her­aus­ge­bern für die groß­zü­gi­ge Unter­stüt­zung. Wir hof­fen, mit den neu­en Mal- und Lese­bü­chern Anrei­ze für die Mobi­li­täts­er­zie­hung zu schaf­fen und die Unfall­zah­len zu redu­zie­ren. Das Mal­buch kann dazu ein Bau­stein sein, aber mit­ma­chen muss letzt­end­lich jeder Verkehrsteilnehmende!“

Kon­kre­te Tipps für das Ver­hal­ten von und mit Kin­dern im Straßenverkehr

Kin­der sind im Stra­ßen­ver­kehr beson­ders gefähr­det, weil:

  • sie bis zum Alter von etwa 10 bis 12 Jah­ren noch ein ein­ge­schränk­tes Blick­feld haben und Fahr­zeu­ge, die sich ihnen von der Sei­te nähern, spä­ter bemer­ken als Erwachsene.
  • sie Geräu­sche nicht exakt ver­or­ten kön­nen und daher nicht recht­zei­tig bemer­ken, aus wel­cher Rich­tung ein Ret­tungs­fahr­zeug kommt.
  • sie auf­grund ihrer Kör­per­grö­ße oft­mals über par­ken­de Autos und ande­re Hin­der­nis­se nicht hin­weg­se­hen können.
  • sie Gefah­ren oft­mals nicht oder nur unzu­rei­chend ein­schät­zen können.
  • sie frü­hes­tens ab dem Grund­schul­al­ter Geschwin­dig­kei­ten abschät­zen können.
  • sie nicht meh­re­re Aspek­te gleich­zei­tig erfas­sen und in kom­ple­xen Situa­tio­nen schnell über­for­dert sind.
  • sie einen star­ken Bewe­gungs­drang haben und des­halb unver­mit­telt auf die Fahr­bahn laufen.
  • sie beim Lau­fen oft­mals nicht nach links und rechts sehen und nicht so gut abrupt abstop­pen können.
  • sie impul­siv sind und sich in vie­len Situa­tio­nen nicht ver­nünf­tig verhalten.
  • sie auf­grund ihrer gerin­gen Kör­per­grö­ße von ande­ren Ver­kehrs­teil­neh­mern häu­fig spät wahr­ge­nom­men werden.

Emp­feh­lun­gen für Eltern und Autofahrer

Eltern:

  • Begin­nen Sie früh mit der Verkehrserziehung.
  • Üben Sie das Ver­hal­ten am Fahrbahnrand.
  • Sei­en Sie ein Vor­bild und leben kor­rek­tes Ver­hal­ten vor.
  • Trai­nie­ren Sie gemein­sam den Kin­der­gar­ten- und Schulweg.
  • Sichern Sie Ihr Kind im Auto rich­tig in Kindersitzen.
  • Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Kind einen Helm und reflek­tie­ren­de Klei­dung trägt.

Auto­fah­rer:

  • Redu­zie­ren Sie das Tem­po und sei­en Sie bremsbereit.
  • Rech­nen Sie mit unbe­re­chen­ba­rem Ver­hal­ten, beson­ders vor Ihrem Fahrzeug.
  • Sei­en Sie an Schu­len, Kin­der­gär­ten, Spiel­plät­zen, Zebra­strei­fen und Bus­hal­te­stel­len beson­ders vor­sich­tig, auch wenn Sie zunächst kei­ne Kin­der sehen.

Die­se Maß­nah­men und das Enga­ge­ment der Ver­kehrs­wach­ten tra­gen dazu bei, die Sicher­heit im Stra­ßen­ver­kehr zu erhö­hen und die platt­deut­sche Spra­che zu fördern.


 

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Ver­ein Stra­ßen­an­ker hilft Bedürf­ti­gen in der Regi­on – Nico Blo­em zeigt sich beeindruckt

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Zum Bild: Beim Ver­ein Stra­ßen­an­ker in Steen­fel­de (von links): Ilo­na van San­ten, Micha­el Lake­berg, Nico Blo­em und Ger­hard Wie­chers. Foto: privat

Stra­ßen­an­ker hilft Bedürf­ti­gen in der Regi­on: Nico Blo­em beein­druckt von ehren­amt­li­chem Engagement

Westoverledingen/Leer/Weener – Beim Ver­ein Stra­ßen­an­ker ste­hen Men­schen im Mit­tel­punkt, die häu­fig am Rand der Gesell­schaft ste­hen. Obdach­lo­se, Bedürf­ti­ge und alters­ar­me Men­schen erhal­ten Unter­stüt­zung, Essen und vor allem eine Anlauf­stel­le. Bei sei­ner Som­mer­rei­se infor­mier­te sich der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Nico Blo­em aus Wee­ner über die Arbeit des Ver­eins und zeig­te sich beeindruckt.

„Hier wird von Ehren­amt­li­chen Außer­ge­wöhn­li­ches für die Schwächs­ten in unse­rer Gesell­schaft geleis­tet. Dafür kann ich mich nur bedan­ken“, sag­te Nico Blo­em bei sei­nem Besuch beim Ver­ein Stra­ßen­an­ker. An dem Ter­min nahm auch der SPD-Rats­frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Ger­hard Wie­chers teil.

Der Ver­ein wird von zwölf Ehren­amt­li­chen getra­gen und steht unter der Lei­tung von Ilo­na van San­ten und Micha­el Lake­berg. Stra­ßen­an­ker küm­mert sich um Men­schen, die Unter­stüt­zung benö­ti­gen – ins­be­son­de­re um Obdach­lo­se, Bedürf­ti­ge und alters­ar­me Men­schen aus der gesam­ten Region.

Der Ver­ein ist mit zwei Stand­or­ten in Steen­fel­de und Leer aktiv und finan­ziert sei­ne Arbeit aus­schließ­lich über Spen­den.

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Hil­fe unab­hän­gig von Berechtigungsscheinen

Ein wich­ti­ger Bestand­teil der Arbeit sind die Essens­aus­ga­ben in Leer und Wee­ner. Dar­über hin­aus arbei­tet Stra­ßen­an­ker mit der Leera­ner Sup­pen­kü­che und der Begeg­nungs­stät­te „Kopf an“ zusammen.

Dabei setzt der Ver­ein bewusst auf einen nied­rig­schwel­li­gen Zugang. „Bei uns wird jeder bedient, egal ob er einen Berech­ti­gungs­schein hat oder nicht“, erklärt Ilo­na van Santen.

Wie groß der Bedarf ist, zei­gen die Besu­cher­zah­len. In Leer erreicht der Ver­ein regel­mä­ßig zwi­schen 60 und 80 Bedürf­ti­ge, in Wee­ner sind es etwa 30 bis 40 Men­schen.

Für vie­le Besu­cher ist die Unter­stüt­zung längst zu einem fes­ten Bestand­teil ihres All­tags gewor­den. „Wir haben einen fes­ten Kreis von Men­schen, die regel­mä­ßig zu uns kom­men – für sie sind wir tat­säch­lich ein Anker“, sagt van Santen.

Wunsch nach weni­ger Büro­kra­tie und mehr Zusammenarbeit

Im Gespräch mit Nico Blo­em mach­ten Ilo­na van San­ten und Micha­el Lake­berg auch deut­lich, wo sie Ver­bes­se­rungs­be­darf sehen. Sie wün­schen sich ins­be­son­de­re weni­ger Büro­kra­tie und eine stär­ke­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen den ver­schie­de­nen Initia­ti­ven, die sich in der Regi­on um Men­schen in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen kümmern.

Denn die Her­aus­for­de­run­gen sind viel­fäl­tig. Nicht alle Men­schen, die Unter­stüt­zung benö­ti­gen, errei­chen die bestehen­den Hilfs­an­ge­bo­te. Bei man­chen rei­chen die staat­li­chen Leis­tun­gen nicht aus, bei ande­ren kom­men die vor­han­de­nen sozia­len Hil­fen aus unter­schied­li­chen Grün­den nicht an.

Nico Blo­em: „Es muss sich poli­tisch was tun“

Auch Nico Blo­em sieht hier Hand­lungs­be­darf. „Es gibt auch bei uns in der Regi­on vie­le Men­schen, denen es nicht gut geht. Bei denen die sozia­len Hil­fen, die unser Sozi­al­staat bie­tet, nicht ankom­men oder ein­fach nicht rei­chen – aus wel­chen Grün­den auch immer. Das ist eine Situa­ti­on, die kei­ner akzep­tie­ren darf“, beton­te der SPD-Landtagsabgeordnete.

Aus sei­ner Sicht müs­se des­halb auch auf poli­ti­scher Ebe­ne nach Lösun­gen gesucht wer­den. Gleich­zei­tig hob Blo­em die Bedeu­tung des ehren­amt­li­chen Enga­ge­ments hervor.

„Es muss sich poli­tisch was tun, kei­ne Fra­ge. Ich bin sehr froh, dass es in unse­rer Regi­on Initia­ti­ven wie den Ver­ein Stra­ßen­an­ker gibt, der mit viel Lei­den­schaft und Herz­blut hilft. Respekt und herz­li­chen Dank für die­sen beein­dru­cken­den Ein­satz“, sag­te Bloem.

Stra­ßen­an­ker als wich­ti­ger Anlaufpunkt

Der Besuch mach­te deut­lich, wel­che Bedeu­tung ehren­amt­li­che Hilfs­an­ge­bo­te für Men­schen in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen haben. Mit sei­nen Stand­or­ten und den zahl­rei­chen Koope­ra­tio­nen leis­tet der Ver­ein Stra­ßen­an­ker einen wich­ti­gen Bei­trag zur Unter­stüt­zung von Bedürf­ti­gen in Leer, Wee­ner, Wes­t­ov­er­le­din­gen und der gesam­ten Regi­on.

Finan­ziert wird die Arbeit aus­schließ­lich durch Spen­den. Das Enga­ge­ment der zwölf Ehren­amt­li­chen ermög­licht es dem Ver­ein, Men­schen unab­hän­gig von büro­kra­ti­schen Hür­den Unter­stüt­zung und eine Anlauf­stel­le zu bieten.

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Land­kreis Leer erhält neu­es Groß­tank­lösch­fahr­zeug mit 26.800 Litern Wasser

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Land­rat Mat­thi­as Groo­te (r.) über­reicht Kreis­brand­meis­ter Ernst Ber­ends den sym­bo­li­schen Fahr­zeug­schlüs­sel für das neue Groß­tank­lösch­fahr­zeug. Foto: J. Bambrowicz

Neu­es Groß­tank­lösch­fahr­zeug für den Land­kreis Leer: 26.800 Liter Was­ser für den Notfall

Land­kreis Leer stärkt Kata­stro­phen­schutz mit Spe­zi­al­fahr­zeug – GTLF kann Trink­was­ser bereit­stel­len und bei Brän­den ein­ge­setzt werden

Leer – Der Land­kreis Leer hat sei­nen Kata­stro­phen­schutz um ein leis­tungs­fä­hi­ges Spe­zi­al­fahr­zeug erwei­tert. Am Diens­tag, 25. August 2026, wur­de bei der Feu­er­wehr­tech­ni­schen Zen­tra­le in Leer ein neu­es Groß­tank­lösch­fahr­zeug (GTLF) offi­zi­ell an die Kreis­feu­er­wehr über­ge­ben. Der Tank des Fahr­zeugs fasst 26.800 Liter Was­ser. Als Zug­ma­schi­ne kommt ein Vol­vo FM mit 420 PS zum Einsatz.

Bei der Über­ga­be mach­te Land­rat Mat­thi­as Groo­te deut­lich, wel­che Bedeu­tung das neue Fahr­zeug für den Land­kreis hat. „Damit schaf­fen wir eine zusätz­li­che Fähig­keit, die im nor­ma­len All­tag kaum sicht­bar ist, im Ernst­fall aber von unschätz­ba­rem Wert sein wird. Kata­stro­phen­schutz bedeu­tet vor allem, vor­be­rei­tet zu sein“, sag­te Groote.

Gro­ßes Was­ser­re­ser­voir für den Katastrophenschutz

Eine der wich­tigs­ten Auf­ga­ben des neu­en Groß­tank­lösch­fahr­zeugs liegt in der Ver­sor­gung der Bevöl­ke­rung mit Trink­was­ser. Je nach Lage kann das GTLF auch ein­ge­setzt wer­den, um die Ver­sor­gung von Tie­ren sicherzustellen.

Beson­ders rele­vant ist das Fahr­zeug für Situa­tio­nen, in denen die regu­lä­re Was­ser­ver­sor­gung aus­fällt. Ein sol­ches Sze­na­rio könn­te bei­spiels­wei­se bei einem lang­an­hal­ten­den Strom­aus­fall, bei Hoch­was­ser oder bei schwe­ren Sturm­la­gen eintreten.

Soll­te die Trink­was­ser­ver­sor­gung zusam­men­bre­chen, kann das GTLF mit sei­nen 26.800 Litern Trink­was­ser zumin­dest vor­über­ge­hend Ver­sor­gungs­lü­cken schlie­ßen. Damit ver­fügt der Land­kreis Leer über eine zusätz­li­che Mög­lich­keit, die Bevöl­ke­rung auch in außer­ge­wöhn­li­chen Not­la­gen mit Was­ser zu versorgen.

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Auch für Brand­ein­sät­ze geeignet

Das neue Spe­zi­al­fahr­zeug ist aller­dings nicht aus­schließ­lich für die Trink­was­ser­ver­sor­gung vor­ge­se­hen. Das GTLF kann auch im Lösch­ein­satz ein­ge­setzt werden.

Das ist ins­be­son­de­re dort von Bedeu­tung, wo kein aus­rei­chen­des Lösch­was­ser über Hydran­ten oder Gewäs­ser zur Ver­fü­gung steht. Als mög­li­che Ein­satz­be­rei­che gel­ten unter ande­rem Brän­de auf oder neben Auto­bah­nen sowie Ein­sät­ze in abge­le­ge­nem Gelän­de.

Die Anschaf­fung des neu­en Fahr­zeugs umfasst die Sat­tel­zug­ma­schi­ne, den Auf­lie­ger sowie eine Dreh­kol­ben­pum­pe. Die Gesamt­kos­ten belau­fen sich auf rund 405.000 Euro.

Feu­er­wehr­leu­te aus dem Milch­ge­wer­be brin­gen beson­de­re Erfah­rung mit

Bei einem Fahr­zeug die­ser Grö­ße kommt es nicht nur auf die tech­ni­sche Aus­stat­tung an. Auch die Aus­bil­dung und Erfah­rung der Fah­rer spie­len eine wich­ti­ge Rolle.

Dabei gibt es beim neu­en GTLF eine beson­de­re Ver­bin­dung zur regio­na­len Milch­wirt­schaft. Wie Kreis­schirr­meis­ter Remon Hafer­mann bei der offi­zi­el­len Über­ga­be berich­te­te, stammt der Tank von einem Her­stel­ler, der unter ande­rem auch die Ammer­land-Mol­ke­rei ausstattet.

Auch bei der Besat­zung des Fahr­zeugs zeigt sich die­se Ver­bin­dung. Für den Ein­satz des GTLF wur­den zehn Feu­er­wehr­an­ge­hö­ri­ge aus ver­schie­de­nen Weh­ren im Land­kreis Leer gefun­den, die beruf­lich Milch­sam­mel­wa­gen fah­ren.

Der stell­ver­tre­ten­de Brand­ab­schnitts­lei­ter Süd, Hol­ger Blei­cher, erläu­ter­te den Vor­teil die­ser Erfah­rung: „Sie brin­gen damit sowohl Fahr­pra­xis als auch Kennt­nis­se im Umgang mit Pum­pen sowie in Hygie­ne und Rei­ni­gung mit.“

Damit ver­fü­gen die Ein­satz­kräf­te nicht nur über Erfah­rung im Umgang mit gro­ßen Fahr­zeu­gen, son­dern brin­gen auch Kennt­nis­se mit, die gera­de bei der Auf­ga­be der Trink­was­ser­ver­sor­gung von beson­de­rer Bedeu­tung sind.

Kreis­feu­er­wehr erhält wei­te­re Fahr­zeu­ge und Ausstattung

Mit der Über­ga­be des Groß­tank­lösch­fahr­zeugs wur­de die Aus­stat­tung des Kata­stro­phen­schut­zes im Land­kreis Leer gleich an meh­re­ren Stel­len erwei­tert. Die „Blau­licht-Fami­lie“ des Land­krei­ses erhielt an die­sem Tag wei­te­re Fahr­zeu­ge und Ausstattung.

Die Kreis­feu­er­wehr bekam zwei Mann­schafts­trans­port­wa­gen. Einer die­ser Trans­port­wa­gen ist für die Was­ser­ret­tung vor­ge­se­hen. Zusätz­lich wur­de ein Anhän­ger mit Kraft­stoff­tank als Reser­ve übergeben.

Auch die Mal­te­ser erhiel­ten neue Aus­stat­tung. Über­ge­ben wur­de ein Betreu­ungs­an­hän­ger, der bei Ein­sät­zen sowohl für die Ver­sor­gung von Ein­satz­kräf­ten als auch für Men­schen mit beson­de­rem Betreu­ungs- und Pfle­ge­be­darf ein­ge­setzt wer­den kann.

Betreu­ungs­an­hän­ger umfang­reich ausgestattet

Der Anhän­ger ver­fügt über eine umfang­rei­che Aus­stat­tung für unter­schied­li­che Ein­satz­la­gen. Dazu gehö­ren unter anderem:

  • ein Not­strom­ag­gre­gat
  • Feld­bet­ten
  • Ret­tungs­de­cken
  • eine Tee­kü­che mit Kaffeebereiter
  • ein Pavil­lon
  • ein Tele­skop-Beleuch­tungs­mast
  • Hygie­ne­ar­ti­kel für Erwach­se­ne, Kin­der und Babys
  • Spiel­zeug
  • Not­fall­kof­fer
  • wei­te­re Aus­rüs­tung für die Betreu­ung und Versorgung

Damit wird der Kata­stro­phen­schutz im Land­kreis Leer nicht nur durch die zusätz­li­che Was­ser­ver­sor­gung gestärkt. Auch für die Betreu­ung und Ver­sor­gung von Men­schen in beson­de­ren Ein­satz- und Not­la­gen ste­hen künf­tig zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten zur Verfügung.

Vor­be­rei­tung auf außer­ge­wöhn­li­che Einsatzlagen

Mit dem neu­en Groß­tank­lösch­fahr­zeug und den wei­te­ren über­ge­be­nen Fahr­zeu­gen und Anhän­gern erwei­tert der Land­kreis Leer sei­ne Mög­lich­kei­ten für den Kata­stro­phen­schutz deut­lich. Beson­ders das GTLF schließt dabei eine wich­ti­ge Lücke: Es kann im Ernst­fall gro­ße Men­gen Trink­was­ser trans­por­tie­ren und bereit­stel­len und gleich­zei­tig als leis­tungs­fä­hi­ges Lösch­fahr­zeug ein­ge­setzt werden.

Die Inves­ti­tio­nen zei­gen, dass Kata­stro­phen­schutz weit über den klas­si­schen Feu­er­wehr­ein­satz hin­aus­geht. Gera­de bei län­ger andau­ern­den Strom­aus­fäl­len, Hoch­was­ser, Stür­men oder einem Aus­fall der öffent­li­chen Was­ser­ver­sor­gung kommt es dar­auf an, über ent­spre­chen­de Fahr­zeu­ge, Tech­nik und geschul­te Ein­satz­kräf­te zu verfügen.

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Wär­me­pum­pen in Ost­fries­land gefragt: Woort­mann in Flachs­meer mit vol­len Auftragsbüchern

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Im Gespräch (von links): Nico Blo­em, Fried­helm Wort­mann, Pro­ku­rist Ubbo Höne­ke und Ernst-Ingo Lind. Bild: pri­vat

Nach­fra­ge nach Wär­me­pum­pen steigt deut­lich: Hand­werks­be­trieb Woort­mann in Flachs­meer gut ausgelastet

Westoverledingen/Flachsmeer – Die Nach­fra­ge nach Wär­me­pum­pen zieht deut­lich an. Immer mehr Men­schen ent­schei­den sich beim Ein­bau einer neu­en Hei­zung für die­se Tech­no­lo­gie. Das berich­te­te Fried­helm Wort­mann, Chef des Hand­werks­be­triebs „Woort­mann Hei­zung – Bäder – Elek­tro“ in Flachs­meer, beim Besuch des SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Nico Blo­em im Rah­men sei­ner Som­mer­rei­se. Beglei­tet wur­de Blo­em vom Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ten und SPD-Orts­ver­eins­vor­sit­zen­den Ernst-Ingo Lind.

„Wer sich eine neue Hei­zung anschafft, wählt jetzt immer häu­fi­ger die Wär­me­pum­pe“, erklär­te Fried­helm Wort­mann. Sein 1990 gegrün­de­ter Betrieb ist im Raum Leer und Papen­burg tätig und der­zeit gut aus­ge­las­tet. Die Auf­trags­bü­cher sind voll, ins­ge­samt 25 Män­ner und Frau­en haben bei Woort­mann einen Arbeitsplatz.

Hei­zung, Bäder und Elek­tro aus einer Hand

Ein Mar­ken­zei­chen des Unter­neh­mens ist das brei­te Ange­bot. „Wir bie­ten alles an. Wenn jemand ein Swim­ming­pool auf einem Schorn­stein haben möch­te, dann machen wir das“, sag­te Wort­mann mit einem Augenzwinkern.

Auch mit der Aus­bil­dungs­si­tua­ti­on zeigt sich der Fir­men­chef zufrie­den. Der­zeit beschäf­tigt der Betrieb drei Aus­zu­bil­den­de. Den­noch sieht Wort­mann Her­aus­for­de­run­gen für das Hand­werk und die gesam­te Baubranche.

„Es wird zu viel gebremst. Wenn Unsi­cher­hei­ten da sind, zögern die Kun­den eben“, kri­ti­sier­te der Unter­neh­mer. Gera­de bei Inves­ti­tio­nen in neue Hei­zun­gen und Gebäu­de­tech­nik könn­ten unkla­re Rah­men­be­din­gun­gen dazu füh­ren, dass Ent­schei­dun­gen hin­aus­ge­zö­gert werden.

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Hand­werk wünscht sich neu­en Schwung beim Neubau

Wie vie­le Hand­werks­un­ter­neh­men in der Regi­on hofft auch Fried­helm Wort­mann dar­auf, dass der Neu­bau­sek­tor in Ost­fries­land wie­der stär­ker in Schwung kommt. Eine Bele­bung der Bau­tä­tig­keit wür­de nach sei­ner Ein­schät­zung auch dem regio­na­len Hand­werk zugutekommen.

Nico Blo­em ver­wies in die­sem Zusam­men­hang auf den Bau­tur­bo und neue Bau­ord­nun­gen, die das Bau­en ins­ge­samt erleich­tern sol­len. Ziel sei es, Hemm­nis­se abzu­bau­en und Bau­vor­ha­ben schnel­ler auf den Weg zu bringen.

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Blo­em: „Es muss eine kla­re Linie in der Ener­gie­po­li­tik geben“

Der SPD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te bedank­te sich bei Fried­helm Wort­mann für den Ein­blick in den Betrieb und die offe­nen Wor­te. „Die klei­nen und mitt­le­ren Hand­werks­un­ter­neh­men tra­gen unse­re Wirt­schaft und damit auch unse­re Gesell­schaft“, beton­te Bloem.

Die Kri­tik des Unter­neh­mers kön­ne er gut nach­voll­zie­hen und tei­le die­se eben­falls. „Es darf kei­ne Ver­un­si­che­run­gen geben. Es muss eine kla­re Linie in der Ener­gie­po­li­tik geben“, so der Landtagsabgeordnete.

Dazu gehö­re sei­ner Mei­nung nach auch, dass die Anschaf­fung von Wär­me­pum­pen wei­ter­hin geför­dert wer­den müs­se. Gera­de für Hand­werks­be­trie­be sei­en ver­läss­li­che poli­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen wich­tig, damit Unter­neh­men und Kun­den lang­fris­tig pla­nen könnten.

Auch die Ent­wick­lung des Betriebs Woort­mann wür­dig­te Blo­em: „Woort­mann hat sich über Jah­re einen her­vor­ra­gen­den Ruf in der Regi­on erar­bei­tet – und ich freue mich natür­lich über jede Nach­richt, dass der Laden läuft“, sag­te der Landtagsabgeordnete.

Der Besuch mach­te deut­lich, wel­che The­men das regio­na­le Hand­werk der­zeit beschäf­ti­gen: eine stei­gen­de Nach­fra­ge nach Wär­me­pum­pen und moder­ner Heiz­tech­nik, vol­le Auf­trags­bü­cher, Fach­kräf­te- und Aus­bil­dungs­fra­gen sowie der Wunsch nach ver­läss­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen und mehr Dyna­mik im Neubau.

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