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Nie­der­sach­sen: Deut­li­cher Rück­gang der regis­trier­ten Kauf­ver­trä­ge — ins­be­son­de­re Bau­land stark betroffen

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Immo­bi­li­en­markt­da­ten für Nie­der­sach­sen 2023: Deut­li­cher Rück­gang der regis­trier­ten Kauf­ver­trä­ge — ins­be­son­de­re Bau­land stark betroffen

BEHRENS: „TEURERE KREDITE SOWIE HÖHERE KOSTEN IN VIELEN LEBENSBEREICHEN HABEN UNMITTELBAREN EINFLUSS AUF DIE FINANZIERUNG VON IMMOBILIEN“

 

Die Nie­der­säch­si­sche Minis­te­rin für Inne­res und Sport, Danie­la Beh­rens, hat heu­te (09.02.2023) zusam­men mit dem Vor­sit­zen­den des Obe­ren Gut­ach­ter­aus­schus­ses in Nie­der­sach­sen, Andre­as Teu­ber, die Grund­stücks­markt­da­ten 2023 der Gut­ach­ter­aus­schüs­se für Grund­stücks­wer­te in Nie­der­sach­sen vor­ge­stellt. Im Jahr 2022 wur­den in Nie­der­sach­sen 13,3 % weni­ger Kauf­fäl­le über Immo­bi­li­en regis­triert als noch im Jahr 2021. Gleich­zei­tig sank auch der Geld­um­satz, jedoch ledig­lich um ca. 400 Mio. Euro auf 28,5 Mrd. Euro.

Minis­te­rin Beh­rens: „Zum ers­ten Mal seit 2010 ist die Zahl der ver­kauf­ten Immo­bi­li­en im letz­ten Jahr deut­lich gesun­ken und liegt wie­der unter 100.000. Auch der bis­he­ri­ge Trend, dass in jedem Jahr ins­ge­samt immer mehr Geld in Immo­bi­li­en inves­tiert wird, setz­te sich nicht fort. Die Gesamt­hö­he der Inves­ti­tio­nen in Immo­bi­li­en war erst­mals seit 2009 wie­der leicht rück­läu­fig. Zeit­gleich stie­gen in 2022 die Kre­dit­zin­sen an. Außer­dem muss­ten für fos­si­le Ener­gie­trä­ger und Strom teils immer höhe­re Prei­se bezahlt wer­den. All­ge­mei­ne Lebens­hal­tungs­kos­ten und ins­be­son­de­re auch die Bau­kos­ten sind im ver­gan­ge­nen Jahr eben­falls deut­lich gestie­gen. All das hat einen unmit­tel­ba­ren Ein­fluss auf die Finan­zie­rung von Immo­bi­li­en. Beson­ders deut­lich zu erken­nen war der Rück­gang an regis­trier­ten Kauf­fäl­len bei den unbe­bau­ten Bau­flä­chen. In die­sem Seg­ment wur­den 25,8 % weni­ger Kauf­fäl­le regis­triert als noch im Jahr 2021. Hier wie­der­um sind die Bau­flä­chen für Wohn­im­mo­bi­li­en am stärks­ten betrof­fen. Die Anzahl der Ver­trä­ge über Käu­fe von Bau­flä­chen für den Geschoss­woh­nungs­bau sind um 30,5 % gesun­ken, die für den indi­vi­du­el­len Woh­nungs­bau um 26 %.

„Es ist nicht unwahr­schein­lich, dass wir auch in naher Zukunft wei­ter rück­läu­fi­ge Zah­len bei den ver­kauf­ten Immo­bi­li­en ver­zeich­nen wer­den. Da das Markt­seg­ment des Bau­lan­des am stärks­ten betrof­fen ist, hat der Trend auch per­spek­ti­vi­sche Kon­se­quen­zen: Das Ziel, den Wohn­raum­be­darf adäquat zu bedie­nen, kann nur gelin­gen, wenn aus­rei­chend Bau­flä­chen bereit­ge­stellt wer­den. Genau die­ser Markt ist jedoch am stärks­ten ins Sto­cken gera­ten. Über die Moment­auf­nah­me hin­aus betrach­tet bleibt die Nach­fra­ge nach Woh­nen jeden­falls hoch und mit den zu erwar­ten­den Zubau­ra­ten wird es wei­ter her­aus­for­dernd blei­ben, ein ange­mes­se­nes Ange­bot bereit­zu­stel­len“, so Minis­te­rin Beh­rens weiter.

Der Rück­gang der ver­äu­ßer­ten Bau­flä­chen für den Geschoss­woh­nungs­bau war beson­ders in den gro­ßen Städ­ten bemerk­bar. Der in die­sem Markt­seg­ment für die zu erwar­ten­de Zubau­ra­te wich­ti­ge Flä­chen­um­satz lag in den sechs größ­ten nie­der­säch­si­schen Städ­ten Han­no­ver, Braun­schweig, Olden­burg, Osna­brück, Wolfs­burg und Göt­tin­gen im Jahr 2022 nur bei 44 % des Mit­tel­wer­tes der Jah­re 2018 bis 2021.

Der Rück­gang der Kauf­fäl­le für Eigen­heim­bau­plät­ze lässt sich anhand der Monats­ana­ly­sen inner­halb des Jah­res 2022 nach­voll­zie­hen. Seit Beginn der monat­li­chen Auf­zeich­nun­gen im Jahr 2017 bis in das Jahr 2022 hin­ein wur­den in Nie­der­sach­sen in jedem Monat min­des­tens 1.000 Bau­plät­ze ver­äu­ßert, in der Spit­ze auch über 1.500. Seit Juni 2022 liegt die­ser Wert kon­ti­nu­ier­lich unter­halb die­ser Gren­ze von 1.000 Bau­plät­zen und fiel im Okto­ber sogar auf einen Wert von unter 600. Wie die Aus­wer­tun­gen auch zei­gen, führt die offen­sicht­lich gesun­ke­ne Nach­fra­ge jedoch bis­her nicht zu einem sicht­ba­ren Rück­gang der Preise.

Immo­bi­li­en­geld­um­satz bleibt trotz Rück­gangs der Ver­trags­zah­len fast konstant

Trotz des mas­si­ven Rück­gangs der Trans­ak­ti­ons­zah­len ist der Geld­um­satz ver­gleich­bar mit dem Niveau von 2021. Mit ins­ge­samt 28,5 Mil­li­ar­den Euro wur­den knapp 400 Mil­lio­nen Euro weni­ger umge­setzt als im Vor­jahr. Das ent­spricht einem Rück­gang von 1,3 %. Bei den bebau­ten Immo­bi­li­en war sogar eine Geld­um­satz­stei­ge­rung um 1,6 % zu ver­zeich­nen, obwohl die Zahl der Trans­ak­tio­nen um 10,7 % gesun­ken ist. Erst­mals wur­den in einem Jahr 20 Mil­li­ar­den Euro in bebau­te Immo­bi­li­en inves­tiert. Das deckt sich wei­test­ge­hend mit den Zah­len für die Trans­ak­tio­nen von Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­sern, dem gewich­tigs­ten Teil­markt der bebau­ten Grund­stü­cke. Hier fiel die Zahl der Ver­trä­ge um 10,3 %, der Geld­um­satz um mar­gi­na­le 0,5 %.

Die monats­wei­se Ana­ly­se der Trans­ak­ti­ons­da­ten aus dem Jahr 2022 zeigt, dass etwa im Mai 2022 ein Maxi­mum bei der Preis­ent­wick­lung für Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser erreicht wor­den ist. Der mitt­le­re Preis lag zu dem Zeit­punkt im Land Nie­der­sach­sen bei 320.000 Euro. Seit August lie­gen die mitt­le­ren Kauf­prei­se etwa auf dem Niveau der Vor­jah­res­mo­na­te und somit bei knapp 300.000 Euro im Mit­tel. Der Kauf­preis im Jah­res­mit­tel­wert für ein Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­haus beträgt eben­falls 300.000 Euro. Damit liegt der aus dem gesam­ten Berichts­jahr abge­lei­te­te Mit­tel­wert zwar um 30.000 Euro über dem des Vor­jah­res, ein rück­läu­fi­ger Trend ist jedoch wahrnehmbar.

Die regio­na­le Kauf­preis­span­ne in den Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten reicht von mitt­le­ren 572.000 Euro für ein Ein- oder Zwei­fa­mi­li­en­haus in der Stadt Han­no­ver bis zu 160.000 Euro im Land­kreis Holz­min­den. Die Span­ne zwi­schen die­sen Extrem­wer­ten ist gegen­über dem Vor­jahr um rund 100.000 Euro geschrumpft. Wäh­rend in der Lan­des­haupt­stadt ein leicht rück­läu­fi­ger Preis regis­triert wur­de, sind im Land­kreis Holz­min­den und vie­len wei­te­ren länd­lich gepräg­ten Krei­sen die mitt­le­ren Prei­se um bis zu 50.000 Euro gestiegen.

Rei­hen­häu­ser und Dop­pel­haus­hälf­ten erreich­ten in der monat­li­chen Ent­wick­lung schon zum Jah­res­wech­sel 2021/22 ihren maxi­ma­len mitt­le­ren Kauf­preis, der lan­des­weit bei etwa 300.000 Euro lag. Schon etwa seit der Jah­res­mit­te erreicht der mitt­le­re Kauf­preis nur knapp das Niveau des Vor­jah­res. Im gesam­ten Jah­res­ver­gleich lag der mitt­le­re Preis mit 283.000 Euro um 13.000 Euro über dem Wert von 2021.

Neue Eigen­tums­woh­nun­gen seit Mit­te 2022 kaum gefragt

Die Zahl der regis­trier­ten Kauf­ver­trä­ge über Eigen­tums­woh­nun­gen ist gegen­über dem Vor­jahr um 11,3 % gesun­ken. Ins­ge­samt 23.350 Trans­ak­tio­nen stel­len den gerings­ten Wert seit 2014 dar. Unter­jäh­rig war ins­be­son­de­re bei den Erst­ver­käu­fen ein deut­li­cher Rück­gang zu verzeichnen.

„Wur­den im März lan­des­weit noch fast 700 neue Eigen­tums­woh­nun­gen ver­äu­ßert, so waren es im Okto­ber nur rund 200“, so der Vor­sit­zen­de des Obe­ren Gut­ach­ter­aus­schus­ses Andre­as Teu­ber. Die Mona­te Juli bis Okto­ber 2022 waren die ver­kaufs­schwächs­ten seit Beginn der monats­wei­sen Ana­ly­sen im Jahr 2017. Die mitt­le­ren Prei­se über neue Eigen­tums­woh­nun­gen zeig­ten sich über das Jahr 2022 sta­bil und lagen im Mit­tel bei rund 3.900 Euro pro Qua­drat­me­ter Wohnfläche.

Auch bei gebrauch­ten Eigen­tums­woh­nun­gen lag die Zahl der Kauf­fäl­le seit Juni 2022 stets um mehr als 10 % unter dem Mit­tel der Vor­jah­re. Das Preis­ni­veau blieb im Jah­res­ver­lauf über­wie­gend sta­bil bei rund 2.200 Euro pro Qua­drat­me­ter Wohnfläche.

Bei den land- und forst­wirt­schaft­li­chen Flä­chen ist der Flä­chen­um­satz das fünf­te Jahr in Fol­ge zurück­ge­gan­gen auf nun­mehr rund 19.900 Hekt­ar. Vor 15 Jah­ren wur­de noch fast dop­pelt so viel Agrar­land­flä­che gehandelt.

 

Wirt­schaft­li­che Rah­men­be­din­gun­gen füh­ren offen­bar zu Nachfragerückgang

Ins­ge­samt ist der Immo­bi­li­en­markt in Nie­der­sach­sen gekenn­zeich­net von den äuße­ren öko­no­mi­schen Ein­flüs­sen. In die­sem Zusam­men­hang sind die gestie­ge­nen Kapi­tal­markt­zin­sen und die zwi­schen­zeit­lich deut­lich gestie­ge­nen Ener­gie­prei­se zu nen­nen. In Kom­bi­na­ti­on mit der Vola­ti­li­tät und der Unvor­her­sag­bar­keit der wei­te­ren Ent­wick­lung hat dies im Lau­fe des Jah­res 2022 zu einer stark gedämpf­ten Nach­fra­ge geführt. Am stärks­ten wirkt sich dies auf den per­spek­ti­vi­schen Markt des Bau­lands aus. Das bedeu­tet auch, dass ein 30-pro­zen­ti­ger Rück­gang bei Trans­ak­tio­nen über Bau­land für den Geschoss­woh­nungs­bau künf­tig zu einer gerin­ge­ren Anzahl ver­äu­ßer­ba­rer neu­er Eigen­tums­woh­nun­gen füh­ren wird. Die Aus­wir­kung der gerin­ge­ren Nach­fra­ge auf die Preis­ent­wick­lung ist in den ein­zel­nen Teil­märk­ten unter­schied­lich zu beur­tei­len. Sie ist am ehes­ten bei den Eigen­hei­men spür­bar, wo seit der zwei­ten Jah­res­hälf­te in vie­len Tei­len des Lan­des ein Preis­rück­gang fest­zu­stel­len ist. Auch in den übri­gen Teil­märk­ten haben die lang­jäh­ri­gen kon­stan­ten Preis­stei­ge­run­gen ein vor­läu­fi­ges Ende gefun­den. Durch die monats­wei­sen Ana­ly­sen in den wich­tigs­ten Märk­ten sind die amt­li­chen Gut­ach­ter­aus­schüs­se für Grund­stücks­wer­te in der Lage, die wei­te­re Ent­wick­lung am Immo­bi­li­en­markt mit hoher Qua­li­tät zeit­nah abzu­bil­den und zu beschreiben.

Vie­le wei­te­re Infor­ma­tio­nen kön­nen Inter­es­sier­te ab sofort hier abrufen.

 

Zum Hin­ter­grund:

Die Grund­stücks­markt­da­ten sind das Ergeb­nis der ört­li­chen Grund­stücks­markt­ana­ly­sen der neun Gut­ach­ter­aus­schüs­se für Grund­stücks­wer­te und der lan­des­wei­ten Aus­wer­tung des Obe­ren Gut­ach­ter­aus­schus­ses. Sie basie­ren auf der Aus­wer­tung sämt­li­cher nota­ri­ell beur­kun­de­ten Grund­stücks­kauf­ver­trä­ge. Auf der Grund­la­ge der anony­mi­siert regis­trier­ten Kauf­ver­trä­ge wer­den Boden­richt­wer­te und Grund­stücks­markt­da­ten abge­lei­tet und kos­ten­frei im Inter­net dar­ge­stellt. Die Arbeit der Gut­ach­ter­aus­schüs­se ist im Übri­gen auch durch die Zusam­men­ar­beit mit ehren­amt­li­chen Gut­ach­tern aus ver­schie­de­nen Fach­rich­tun­gen geprägt.


 

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Ver­zö­ge­rung auf B70: Stadt prüft recht­li­che Schritte

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Stadt prüft recht­li­che Schrit­te: Erneu­te Ver­zö­ge­rung an der B70 sorgt für Unmut

Leer. Die Geduld der Stadt­ver­wal­tung Leer ist am Ende: Die für Mon­tag­mor­gen um 9:00 Uhr ange­kün­dig­te halb­sei­ti­ge Sper­rung der Papen­bur­ger Stra­ße (B70) süd­lich der Leda­brü­cke wur­de erneut nicht umge­setzt. Ange­sichts der wie­der­hol­ten Miss­ach­tung von Ver­ein­ba­run­gen prüft die Stadt nun recht­li­che Schrit­te gegen die zustän­di­ge Baufirma.

Kom­mu­ni­ka­ti­ons­de­fi­zi­te und aus­ge­blie­be­ne Infos

Nach­dem die Sper­rung am Vor­mit­tag nicht wie geplant akti­viert wur­de, blieb zudem die erfor­der­li­che Infor­ma­ti­on der städ­ti­schen Ver­kehrs­be­hör­de durch das Bau­un­ter­neh­men aus. Erst Stun­den spä­ter gelang es der Stadt­ver­wal­tung, die Ver­ant­wort­li­chen zu erreichen.

Die Stadt Leer hat auf­grund die­ser Vor­fäl­le sowohl gegen­über der Bau­fir­ma als auch gegen­über der Nie­der­säch­si­schen Lan­des­be­hör­de für Stra­ßen­bau und Ver­kehr (NLStBV) als Auf­trag­ge­be­rin der Bau­maß­nah­me ihren deut­li­chen Unmut geäu­ßert. Es ist nicht das ers­te Mal, dass getrof­fe­ne Abspra­chen bei die­sem Pro­jekt nicht ein­ge­hal­ten wurden.

Neu­er Ter­min für Mitt­woch geplant

Nach den nun erfolg­ten Gesprä­chen gibt es einen neu­en Zeit­plan für die Ver­kehrs­ein­schrän­kung. Die halb­sei­ti­ge Sper­rung soll nun vor­aus­sicht­lich am Mitt­woch um 9:00 Uhr akti­viert werden.

Die Stadt­ver­wal­tung betont, dass die Zuver­läs­sig­keit bei Bau­maß­nah­men an solch zen­tra­len Ver­kehrs­kno­ten­punk­ten wie der B70 obers­te Prio­ri­tät haben müs­se, um das Ver­kehrs­chaos für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger so gering wie mög­lich zu halten.

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Geden­ken im Wes­ter­hamm­rich: Mah­nung gegen das Vergessen

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Geden­ken im Wes­ter­hamm­rich: Der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Bru­no Schach­ner und Heis­fel­des Orts­vor­ste­he­rin Bea­te Stamm­witz mahn­ten am Sonn­abend anläss­lich des 81. Jah­res­ta­ges der Ermor­dung von fünf nie­der­län­di­schen Wider­stands­kämp­fern durch die Grup­pe um den Hoch­stap­ler Wil­li Herold zu Frie­den und Menschlichkeit.

„Nicht zulas­sen, dass sich Geschich­te wie­der­holt“: Bewe­gen­des Geden­ken im Westerhammrich

Leer. Ein stil­ler Nach­mit­tag im Wes­ter­hamm­rich wur­de am ver­gan­ge­nen Sonn­abend zum Ort tie­fer Erin­ne­rung und mah­nen­der Wor­te. Im Zen­trum stan­den fünf Namen: Kor­ne­lis Fiel­stra, Johan­nes Kok, Caro­lus Mager­mans, Johan­nes Mager­mans und Johan­nes Ver­biest. Die­se fünf Nie­der­län­der wur­den vor genau 81 Jah­ren, am 24. April 1945, Opfer eines grau­sa­men Ver­bre­chens, das kurz vor Ende des Zwei­ten Welt­kriegs die Stadt Leer erschütterte.

Ein Ver­bre­chen kurz vor Kriegsende

Die Geschich­te hin­ter dem Geden­ken ist erschüt­ternd. In der Nähe des heu­ti­gen Gedenk­orts wur­den die fünf Män­ner von der Grup­pe um den damals erst 19-jäh­ri­gen Hoch­stap­ler Wil­li Herold ermor­det. Herold, der sich als Haupt­mann aus­gab und als „Hen­ker vom Ems­land“ trau­ri­ge Berühmt­heit erlang­te, ließ die Wider­stands­kämp­fer nach einem will­kür­li­chen Schein­pro­zess erschießen.

Der stell­ver­tre­ten­de Bür­ger­meis­ter Bru­no Schach­ner erin­ner­te in sei­ner Anspra­che an die­se dunk­len Stun­den und die Skru­pel­lo­sig­keit der Täter. Er zeich­ne­te den Weg der Män­ner nach, der sie über das Leera­ner Rat­haus – wo damals die Poli­zei­wa­che und ein Gefäng­nis unter­ge­bracht waren – in den Tod führ­te. Bereits am Mit­tag wur­den dort, an der Gedenk­ta­fel am Sei­ten­ein­gang, Rosen als Zei­chen der Ehr­erbie­tung niedergelegt.

Mah­nung für die Gegenwart

Heis­fel­des Orts­vor­ste­he­rin Bea­te Stamm­witz schlug in ihrer Rede die Brü­cke zur Gegen­wart. Ihr Appell an die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von Leer war deutlich:

„Wir dür­fen nicht zulas­sen, dass sich Geschich­te wiederholt.“

Frie­den, Frei­heit und Mensch­lich­keit sei­en kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, son­dern die höchs­ten Güter, die es jeden Tag aufs Neue zu schüt­zen gelte.

Ein per­sön­li­cher Abschluss: Dank an die Aufarbeitung

Beson­ders emo­tio­nal wur­de die Gedenk­stun­de durch die Anwe­sen­heit von Kees Fiel­stra, dem Sohn des damals getö­te­ten Kor­ne­lis Fiel­stra. In einer bewe­gen­den Dan­kes­re­de rich­te­te er sich direkt an Men­na Hens­mann, die ehe­ma­li­ge Lei­te­rin des Stadtarchivs.

Ein bewe­gen­der Moment des Dan­kes: Kees Fiel­stra mit der ehe­ma­li­gen Stadt­ar­chi­va­rin Men­na Hens­mann. Jahr­zehn­te­lang wuss­te Fiel­stra nicht, wie sein Vater 1945 ums Leben kam – erst die Recher­chen von Hens­mann brach­ten 2010 die ent­schei­den­de Gewiss­heit und ermög­lich­ten ihm so eine spä­te Ver­bin­dung zu sei­ner Familiengeschichte.

Lan­ge Zeit blieb für die Fami­lie Fiel­stra im Unkla­ren, wie der Vater genau zu Tode gekom­men war. Erst durch ein Zusam­men­tref­fen mit Hens­mann im Jahr 2010 konn­ten die Puz­zle­tei­le zusam­men­ge­setzt wer­den. „Men­na hat mein Leben im Hin­blick auf die Ereig­nis­se im April 1945 berei­chert“, beton­te Fiel­stra. Dank ihrer For­schungs­ar­beit habe er auf eine beson­de­re Wei­se einen spä­ten Kon­takt zu sei­nem Vater gefun­den und Gewiss­heit über des­sen Schick­sal erhalten.

Die Gedenk­fei­er unter­strich ein­mal mehr, wie wich­tig die loka­le Erin­ne­rungs­kul­tur ist – nicht nur zur Auf­ar­bei­tung der Ver­gan­gen­heit, son­dern als Kom­pass für eine mensch­li­che Zukunft.

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Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis 2026 im Leera­ner Rathaus

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Fest­akt im his­to­ri­schen Rat­haus: Stadt Leer ver­leiht den Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis 2026

Ein beson­de­res Jubi­lä­um wirft sei­ne Schat­ten vor­aus: Zum zehn­ten Mal ehrt die Stadt Leer her­aus­ra­gen­des lite­ra­ri­sches Schaf­fen im Geis­te ihrer bedeu­ten­den Ehren­bür­ge­rin und Schrift­stel­le­rin Wil­hel­mi­ne Sief­kes (1890–1984). In fei­er­li­chem Rah­men wird im Mai der renom­mier­te Wil­hel­mi­ne-Sief­kes-Preis ver­lie­hen, um das kul­tu­rel­le Erbe der Regi­on und die platt­deut­sche Spra­che leben­dig zu halten.

Eine hoch­ka­rä­ti­ge Jury hat entschieden

Die Aus­wahl der dies­jäh­ri­gen Preis­trä­ge­rin oder des Preis­trä­gers lag in den Hän­den einer fach­kun­di­gen Jury. Neben Bür­ger­meis­ter Claus-Peter Horst brach­ten Dr. Rein­hard Goltz aus Bre­men, Griet­je Kamm­ler aus Aurich sowie Claus Drei­er aus Holt­land ihre Exper­ti­se ein. Als Lite­ra­tur­wis­sen­schaft­ler und pro­fun­de Ken­ner der platt­deut­schen Spra­che bür­gen sie für die hohe Qua­li­tät die­ser Aus­zeich­nung, die alle vier Jah­re ver­ge­ben wird.

Ein­la­dung zur öffent­li­chen Preisverleihung

Die Stadt Leer lädt alle Bür­ge­rin­nen, Bür­ger und Lite­ra­tur­in­ter­es­sier­ten herz­lich dazu ein, die­sem kul­tu­rel­len Höhe­punkt bei­zu­woh­nen. Der Fest­akt fin­det statt am:

  • Datum: Sonn­tag, 10. Mai 2026

  • Uhr­zeit: 17:00 Uhr

  • Ort: Fest­saal des his­to­ri­schen Rat­hau­ses, Leer

Der his­to­ri­sche Fest­saal bie­tet die idea­le Kulis­se, um das Werk der Namens­ge­be­rin zu wür­di­gen und die aktu­el­le Preis­trä­ge­rin oder den Preis­trä­ger gebüh­rend zu feiern.


Anmel­dung erforderlich

Da die Kapa­zi­tä­ten im his­to­ri­schen Rat­haus begrenzt sind, wird um eine recht­zei­ti­ge Anmel­dung gebe­ten. Inter­es­sier­te kön­nen sich über die fol­gen­den Wege einen Platz reservieren:

  • Tele­fon: 0491 97 82 242

  • E‑Mail: kultur@leer.de

Erle­ben Sie einen Abend im Zei­chen der Lite­ra­tur und der regio­na­len Iden­ti­tät – ganz im Sin­ne von Wil­hel­mi­ne Siefkes.

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Blaulicht

Poli­zei­mel­dun­gen vom 24.04.2026 – Betrugs­ver­su­che und Zeu­gen gesucht

POL-LER: Pres­se­mit­tei­lung der Poli­zei­in­spek­ti­on Leer/ Emden für den 24.04.2026     Fahr­rad­dieb­stahl ++ Zim­mer­brand ++ Fal­sche Poli­zei­be­am­te ++ Körperverletzung   ...

Lokal

Frie­sen­brü­cke wei­ter ein­ge­schränkt: Pro­be­be­trieb verlängert

Frie­sen­brü­cke: Gedulds­pro­be für Rad­fah­rer und Fuß­gän­ger hält an Weener/Westoverledingen – Wer in die­sen Tagen die Ems über die Frie­sen­brü­cke über­que­ren möch­te,...

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Face­book­sei­te Stadt und Land­kreis Leer

Ob Stadt oder Land­kreis Leer – die Even­burg ist das Sym­bol unse­rer Hei­mat. Auf der Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ infor­mie­ren wir...

Marketing

Frei­er Zugang zu regio­na­len News: Lese­r­ECHO-Ver­lag for­ciert media­le Teilhabe

Medi­en für alle: Lese­r­ECHO-Ver­lag stärkt regio­na­le Teil­ha­be durch kos­ten­freie Newsportale In einer Zeit, in der Infor­ma­tio­nen zuneh­mend hin­ter Bezahl­schran­ken ver­schwin­den,...

Marketing

Online-Anzei­gen rich­tig gestal­ten: Smart­phone & Tablet im Fokus

Online-Anzei­gen: Das rich­ti­ge For­mat für Smart­phone & Tablet In der heu­ti­gen digi­ta­len Welt grei­fen immer mehr Nut­zer über Smart­phones und...

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BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händler

BauWoLe.de – Das star­ke Bran­chen­ver­zeich­nis für Hand­wer­ker & Händ­ler aus Ost­fries­land und dem Emsland Regio­nal. Exklu­siv. Effi­zi­ent.Wer als Hand­werks­be­trieb oder...

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SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on – Lese­r­ECHO für nach­hal­ti­ges Marketing

SEO-Agen­tur mit eige­ner Redak­ti­on: War­um Lese­r­ECHO der rich­ti­ge Part­ner für nach­hal­ti­ges Mar­ke­ting ist Im digi­ta­len Wett­be­werb reicht es längst nicht mehr...

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Reich­wei­te, Rele­vanz, Regio­na­li­tät – Media­da­ten der Sei­te „Wir Leeraner“

Media­da­ten – Face­book­sei­te „Wir Leeraner“ Ein Ange­bot des LeserECHO-Verlags Die Face­book­sei­te „Wir Leera­ner“ ist die reich­wei­ten­star­ke Social-Media-Platt­form des Lese­r­ECHO-Ver­lags für...

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Mit SEO erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men vom Lese­r­ECHO-Por­tal profitieren

Erfolg­reich in Deutsch­land: Wie nie­der­län­di­sche Unter­neh­men mit SEO durchstarten Die Digi­ta­li­sie­rung macht es für Unter­neh­men immer ein­fa­cher, über Län­der­gren­zen hin­weg...

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Fir­men­events in Ost­fries­land & Ems­land: Per­fekt pla­nen und erfolg­reich umsetzen

Fir­men­events pla­nen in Ost­fries­land und Ems­land: Wich­ti­ge Tipps und krea­ti­ve Ideen Ein gelun­ge­nes Fir­men­event kann die Mar­ken­be­kannt­heit stei­gern, Kun­den bin­den und...

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Best Of Poet­ry Slam 2026 kehrt nach Leer zurück

Durch den Abend führt wie gewohnt Andy Strauß, gebür­ti­ger Leera­ner, lang­jäh­ri­ger Mode­ra­tor und einer der prä­gends­ten Köp­fe der deutsch­spra­chi­gen Slam-Sze­ne. Foto:...

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19. Klein­bahn-Lauf in Rhauderfehn

Lau­fen und Wal­ken in Gemein­schaft – das steht beim 19. Klein­bahn-Lauf in Rhau­der­fehn im Mit­tel­punkt. Bild: KI-generiert 19. Klein­bahn-Lauf in...

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80er-Par­ty bringt Kult­mu­sik ins LMC Hinte

Das Team DJ, Lopi (li) und Brun­ki (re), wird die Gäste wie­der zurück in eine ande­re Zeit kata­pul­tie­ren. Dies­mal sind...

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Eins­Sein-Mes­se Olden­burg: Impul­se für Gesund­heit und bewuss­te Lebensgestaltung

Die Eins­Sein-Mes­se in Olden­burg bie­tet Mes­se­be­su­chern eine beein­dru­cken­de Viel­falt: Rund 70 Exper­ten prä­sen­tie­ren am 18. und 19. April 2026 in...

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Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Kunst­hand­wer­ker­markt in Gro­te­gas­te lädt ein

Krea­ti­ve Köp­fe gesucht: Wes­t­ov­er­le­din­gen lädt zum gro­ßen Kunst- und Hand­wer­ker­markt in Grotegaste Wes­t­ov­er­le­din­gen. Alle zwei Jah­re ver­wan­delt sich einer der...

Veranstaltung

Arten­viel­falt im Even­burg­park ent­de­cken: Exkur­sio­nen und digi­ta­les Monitoring

Mit dem NABU die Flo­ra und Fau­na des Even­burg­parks ent­de­cken: Exkur­sio­nen in die viel­fäl­ti­ge Parklandschaft In Leer bie­tet sich die...

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Früh­lings­treff 2026 in August­fehn: Sai­son­auf­takt mit Action und Verlosung

Sai­son­auf­takt im Ammer­land: Der Früh­lings­treff 2026 bei Börjes In August­fehn hat der Beginn der Motor­rad­sai­son eine lan­ge Tra­di­ti­on und einen...

Lokal

Vor­trag in Leer: Bio­gra­fien von Über­le­ben­den des KZ Bergen-Belsen

Bild­rech­te: LBZH BS — Mar­tin Bein  Über­le­ben nach dem Grau­en: Vor­trag über Bio­gra­fien aus dem KZ Ber­gen-Bel­sen in Leer LEER. Die Fol­gen...

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Blau-weiß-schwar­ze Nacht: Die HSV-Kult­band kehrt nach Hin­te zurück!

Schon 2019 und 2024 waren die Ham­bur­ger ABSCHLACH! im Live Music Cen­ter Emden in Hin­te zu Gast und prä­sen­tier­ten ihre...

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Ver­kaufs­of­fe­ner Sonn­tag in Moorm­er­land bie­tet Früh­jahrs­trends und Wohndesign

Früh­lings­er­wa­chen in Moorm­er­land: Ein Sonn­tag zwi­schen Wohn­de­sign, Trö­del­glück und einer beson­de­ren Premiere Moorm­er­land. Wenn sich der April von sei­ner bes­ten...

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