Lokal
Sperrung Innenstadtring
Verkehrsbehördliche Mitteilung
- Heisfelder Straße ab Einmündung Ubbo Emmiusstraße (Kreuzung Bummert) in Richtung Altstadt bis Höhe Heisfelder Straße/Ostersteg
- Ostersteg
- Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße
- Friesenstraße ab Einmündungsbereich Großstraße bis zur Heisfelder Straße


Lokal
Leer als „wassersensible Stadt der Zukunft“: Uni-Projekt liefert wichtige Impulse
Das Foto zeigt von links Stadtbaurat Jens Lüning, Klimaschutzmanagerin Cindy Grätz, die Studentinnen Luca Kühne, Jule Oldewurtel, Ilka Urbanski, Arya Pattath und Lina Schumann sowie Professor Dr. Rainer Danielzyk, Klimafolgenanpassungsmanagerin
Die wassersensible Stadt der Zukunft: Uni-Masterprojekt liefert wegweisende Impulse für Leer
Leer. Der Klimawandel stellt Kommunen weltweit vor massive Herausforderungen: Auf der einen Seite fordern extreme Starkregenereignisse die städtische Entwässerung heraus, auf der anderen Seite verlangen langanhaltende Trockenperioden nach klugen Speicherkonzepten. Wie kann sich die Stadt Leer vor diesem Hintergrund zukunftssicher und resilient aufstellen?
Mit genau dieser Frage haben sich Studentinnen und Studenten der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover intensiv beschäftigt. Im Rahmen eines wegweisenden Masterprojekts im Studiengang Umwelt- und Regionalplanung entwickelten die angehenden Experten eine maßgeschneiderte Wassermanagement-Strategie für Leer. Ein Kooperationsangebot, das die Stadtverwaltung dankend angenommen hatte. Nun wurden die Ergebnisse im Rathaus präsentiert.
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Grün-blaue Infrastruktur: Der Abschied vom klassischen Kanaldenken
Die zentralen Erkenntnisse der Studierenden basieren auf internationalen Praxisbeispielen. Das klare Credo für Leer lautet: Weg von der reinen Ableitung des Wassers, hin zu einer wassersensiblen Stadtplanung.
„Dezentrale Versickerung ist der Trend“,
unterstrich Professor Dr. Rainer Danielzyk, der das Projekt gemeinsam mit der Dozentin Johanna Richter wissenschaftlich begleitet hat. Das Ziel ist eine sogenannte grün-blaue Infrastruktur, bei der Wasser gezielt im Stadtbild gehalten, gespeichert oder versickert wird, statt die Kanalisation zu überlasten.
Für eine fundierte Analyse arbeiteten die Studierenden über mehrere Monate hinweg mit hochpräzisen Geodaten. Zudem führten sie zahlreiche Experteninterviews mit Schlüsselakteuren der Region – darunter die Stadtverwaltung, das Amt für Wasserwirtschaft des Landkreises, der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie die Stadtwerke. Das Resultat ist ein umfangreicher Abschlussbericht mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Die Kernempfehlungen: Naturnah und vernetzt
Die Ausarbeitungen der Universität Hannover zeigen deutlich, dass ein zukunftsfähiges Wassermanagement nicht an administrativen Grenzen haltmachen darf. Die Studierenden betonten, wie entscheidend eine enge Zusammenarbeit zwischen städtischen und ländlichen Gebieten sowie eine optimierte Koordinierung aller beteiligten Akteure ist.
Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick:
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Naturbasierte Rückhaltung im Straßenbild: Regenwasser sollte dort aufgefangen werden, wo es fällt. Empfohlen wird die Integration von Grünstreifen, Biofiltrationsflächen, durchlässigen Pflasterungen und offenen Gräben direkt in den Straßenraum.
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Klimaresiliente Stadtviertel: Bei Neubauten und Quartierssanierungen müssen Rückhalteflächen sowie flächendeckende Entwässerungs- und Regenwasserspeichersysteme von vornherein mitgedacht werden.
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Digitale Innovation & Bürgerbeteiligung: Die Bedeutung von Monitoring und präziser Risikobewertung nimmt rasant zu. Hier schlagen die Studierenden den Einsatz von Fernsensoren vor, die in Smartphone-Anwendungen integriert werden könnten. Bürgerinnen und Bürger könnten so aktiv Überschwemmungen oder die Regenwasserqualität im Blick behalten.
Bürger im Boot: Vom privaten Garten bis zur Aufklärung
Das Konzept setzt stark auf die Mithilfe der Bevölkerung. Auch auf privaten Gartenflächen schlummert großes Potenzial, um Regenwasser dezentral zu versickern oder über Zisternen zwischenzuspeichern. Flankiert werden sollte dies nach Ansicht der Planer durch gezielte Aufklärungskampagnen zum Thema Wassereinsparung, um das Bewusstsein für die wertvolle Ressource im Alltag zu schärfen.
Direktes Fundament für das Klimafolgenanpassungskonzept
Im Leeraner Rathaus stießen die Ergebnisse auf große Resonanz. Stadtbaurat Jens Lüning und Klimfolgenanpassungsmanagerin Carolin Heiler dankten der studentischen Delegation für die wertvolle und detailreiche Ausarbeitung.
Viele der vorgeschlagenen Impulse sind für die Stadt nicht neu, sondern decken sich erfreulicherweise mit den bereits laufenden Planungen: Die Stadt Leer arbeitet derzeit intensiv in Kooperation mit einem Gutachterbüro an einem eigenen Klimafolgenanpassungskonzept. Carolin Heiler versprach, dass die wertvollen Ergebnisse und Daten der Leibniz-Universität Hannover direkt in diesen laufenden Prozess einfließen werden. Leer stellt damit die Weichen für eine klimagerechte und wassersensible Zukunft.
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Lokal
Stil, Charme und Benzin: Der Distinguished Gentleman’s Ride Leer 2026 punktet mit purer Leidenschaft
Stilvolle Ankunft am Etappenziel: Die Teilnehmer des Distinguished Gentleman’s Ride Leer 2026 rollen auf das historische Gelände des Tammenshofs in Bunderhee. Hier bot die Mittagspause den perfekten Rahmen für Benzingespräche, erstklassigen Service und das Knüpfen neuer Kontakte innerhalb der regionalen Biker-Szene. (Foto: Katrin Wienberg Photography)
Stilvoller Korso für den guten Zweck: Der Distinguished Gentleman’s Ride Leer 2026 glänzt mit Charakter und starker Spendenbilanz
Leer. Ein Hauch von klassischer Eleganz, glänzendem Chrom und der unverkennbare Duft von Motorenöl wehten gestern, am 17. Mai 2026, durch Leer. Mit viel Herz und Stil bewies die lokale Motorrad-Community, dass echte Leidenschaft keine lange Anlaufzeit braucht: Der Distinguished Gentleman’s Ride (DGR) Leer 2026 rollte im Rahmen einer perfekt genutzten Gelegenheit erfolgreich für den guten Zweck durch Ostfriesland.
Der Auftakt: Stilvolles Treffen bei „Schöne Aussichten“
Der Startschuss fiel morgens ab 10:00 Uhr an der passend gewählten Location Schöne Aussichten in Leer. Nach und nach fanden sich die Fahrer ein – getreu dem weltweiten DGR-Kodex in feinster Tweed-Kleidung, mit Weste, Krawatte oder Fliege.
Insgesamt versammelten sich neun Gentlemen und eine Lady, um gemeinsam Flagge zu zeigen. Auch wenn im Vorfeld ursprünglich 17 Anmeldungen vorlagen, zieht die Organisation eine positive Bilanz: Angesichts der kurzen Vorbereitungszeit und der eher durchwachsenen Wetterlage sind zehn engagierte Teilnehmer ein schönes und wertvolles Ergebnis. Zum Vergleich: Beim letzten regulären Ride vor zwei Jahren lag die Teilnehmerzahl bei 32 Personen. Der gestrige Tag hat jedoch bewiesen, dass die Leidenschaft für die Sache auch im kleineren Kreis ungebrochen ist.
Fahrspaß für die Männergesundheit: Der gute Zweck im Fokus
Der Distinguished Gentleman’s Ride ist längst eine weltbekannte Institution. Die internationale Wohltätigkeitsveranstaltung verfolgt das Ziel, weltweit Spenden und Aufmerksamkeit für die Männergesundheit zu generieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere die Erforschung und Bekämpfung von Prostatakrebs sowie die Unterstützung bei psychischen Erkrankungen und der mentalen Gesundheit.
Wichtig zu betonen: Der Name täuscht keineswegs – bei diesem Event sind neben den „Gentlemen“ ausdrücklich auch Frauen auf ihren klassischen Maschinen herzlich willkommen, wie die diesjährige Teilnehmerliste sympathisch unter Beweis stellte.
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Die Route: Von Leer über Bunderhee zurück zum Hafen
Die gemeinsame Ausfahrt erstreckte sich über eine malerische Strecke von rund 50 bis 60 Kilometern durch Leer und das direkte Umland. Das erste große Etappenziel war der historische Tammenshof in Bunderhee. Bei hervorragendem Service nutzte die Gruppe die Mittagspause für ein gemeinsames Essen, intensiven Austausch und das Knüpfen neuer Kontakte innerhalb der regionalen Biker-Szene.
Frisch gestärkt trat die Kolonne anschließend den Rückweg an. Die Route führte über Bunde und Weener zurück in Richtung Leer. Das fahrerische Finale fand am Hafen und an der historischen Waage statt, wo der Ride traditionell mit einem gemeinsamen Gruppenfoto gebührend abgeschlossen wurde.
Start: Leer (Schöne Aussichten)
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Etappenziel: Bunderhee (Tammenshof) – Mittagspause & Networking
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Rückweg: Über Bunde & Weener
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Ziel: Leer (Hafen & Waage) – Abschluss & Gruppenfoto
Starke Bilanz: Knapp 800 Euro Spenden und lokale Unterstützung
Obwohl der Media Award in diesem Jahr aufgrund der zeitnahen Planung etwas kleiner ausfiel als gewohnt, tat dies der Stimmung keinen Abbruch. Das gemeinsame Fahren und der Dienst an der guten Sache standen ohnehin im Vordergrund.
Das finanzielle Ergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen: Insgesamt wurden knapp 800 Euro an Spenden für die internationale Initiative gesammelt. Ein Erfolg, der ohne lokale Unterstützung kaum denkbar gewesen wäre. Als Hauptsponsor für Leer agierte auch in diesem Jahr die Sparkasse. Diese Förderung ist essenziell, um die anfallenden organisatorischen Fixkosten – wie beispielsweise die behördlichen Anmeldungen oder die Bereitstellung der Media Wall – verlässlich zu decken.
Der DGR Leer 2026 hat gezeigt, dass die Kombination aus stilvoller Motorradkultur und sozialem Engagement in Ostfriesland fest verankert ist – und dass mit großem Einsatz auch kurzfristig ein rundum gelungenes Event auf die Beine gestellt werden kann.

Mehr Impressionen des Tages: Viele weitere großartige Aufnahmen von Katrin Wienberg Photography und die schönsten Momente des gestrigen Rides im Detail sind auf der Leeraner Facebookseite „Wir Leeraner“ zu finden. Ein Blick in die Galerie lohnt sich!


Lokal
Die Grand Dame des Plattdeutschen: Das Vermächtnis von Wilhelmine Siefkes
Ein bleibendes Denkmal für Leer: Der Wilhelmine-Siefkes-Platz. Als Würdigung für eine der prägendsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts benannte die Stadt Leer am 23. September 2011 feierlich den Wilhelmine-Siefkes-Platz. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag

Wilhelmine Siefkes (1890–1984)
Die bekannte Leeraner Schriftstellerin, Pädagogin und christliche Sozialdemokratin prägte maßgeblich die niederdeutsche Literatur. Während der NS-Zeit mit einem Veröffentlichungsverbot belegt, schrieb sie unter dem Pseudonym Wilmke Anners.
Ihr 1939 veröffentlichter Roman Keerlke gilt als ihr Hauptwerk. Nach dieser bekannten Romanfigur ist heute der wichtigste ostfriesische Preis für Verdienste um die plattdeutsche Sprache benannt. Zudem wirkte Siefkes als literarische Übersetzerin aus dem Niederländischen und Westfriesischen.
Stadtführung in Leer: Auf den Spuren von Wilhelmine Siefkes
Erleben Sie eine Zeitreise durch Leer: Am Sonntag, den 17. Mai 2026, lädt eine besondere Stadtführung dazu ein, das beeindruckende Leben der Ehrenbürgerin Wilhelmine Siefkes (1890–1984) kennenzulernen. Die Tour findet im Rahmen der landesweiten Initiative „frauenORTE“ statt und beleuchtet die Stationen einer Frau, die als Autorin, Lehrerin und politische Vorkämpferin Geschichte schrieb.
Alle Infos zur Stadtführung auf einen Blick:
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Termin: Sonntag, 17. Mai 2026, um 11:30 Uhr
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Treffpunkt: Bahnübergang Bremer Straße / Ecke Reimersstraße
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Dauer: ca. 1,5 Stunden
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Kosten: 7,50 € pro Person
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Ziel: Wilhelmine-Siefkes-Platz
Von der „Goldenen Kuh“ in die Politik
Die Führung nimmt Sie mit zu den wichtigsten Lebensstationen der bekanntesten Schriftstellerin Ostfrieslands.
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Das Geburtshaus: In der Rathausstraße 9 (Haus „Goldene Kuh“) erblickte Wilhelmine Siefkes 1890 das Licht der Welt. Das historische Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Häusern der Leeraner Altstadt.
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Politisches Erwachen: Als eine der ersten Frauen in der Leeraner Politik stritt sie ab 1928 für die SPD und im „Volksboten“ gegen soziale Not und für die Rechte der Arbeiterfamilien.
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Widerstand und „Keerlke“: Aufgrund ihrer Weigerung, den Treueeid auf die Nationalsozialisten zu leisten, verlor sie 1933 ihre Stelle als Lehrerin. In dieser schweren Zeit entstand ihr berühmtester Roman „Keerlke“, ein Meilenstein der plattdeutschen Literatur.
Die Wilhelmine-Siefkes-Schule in Leer: Ein Denkmal der Bildungsgeschichte
Im Herzen der Stadt Leer, an der Königstraße, steht ein beeindruckendes Zeugnis norddeutscher Schularchitektur: die Wilhelmine-Siefkes-Schule. Errichtet in den Jahren 1852/53 als städtisches Schulhaus, spiegelt der Bau die wechselvolle Bildungs- und Verwaltungsgeschichte der Region wider. Seit 1984 steht das historische Gebäude unter Denkmalschutz und trägt heute den Namen der Ehrenbürgerin, Lehrerin und bedeutenden Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes.

Als dieses 1909 in den Neubau des heutigen Ubbo-Emmius-Gymnasiums umzog, begann eine Phase multipler Nutzungen:
Frühes 20. Jahrhundert: Einzug der Handwerkerschule und der Präparandenanstalt.
Ab 1929: Nutzung als Finanzamt der Stadt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Funktion als Berufsschule.
Ab 1967: Sitz der katholischen Ludgerischule.
Spätere Moderne: Nutzung durch die Volkshochschule (VHS).
Heute schlägt das historische Gemäuer eine Brücke in die Moderne. Neben der Funktion als Kreismedienzentrum bietet das Gebäude Raum für soziale Infrastruktur und dient als Standort für eine vorläufige Kindertagesstätte. Damit bleibt die ehemalige Wilhelmine-Siefkes-Schule auch ohne aktiven Regelschulbetrieb ein lebendiger Ort des Lernens und der Gemeinschaft im Stadtbild von Leer.


Ein Vermächtnis, das bleibt
Nach dem Krieg widmete sich Wilhelmine Siefkes ganz der Literatur und der Heimatpflege. Für ihr Wirken erhielt sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Leer.
Die Stadtführung macht dieses Erbe greifbar. Sie führt von den engen Gassen der Altstadt bis hin zu ihrem langjährigen Wohnsitz am Großen Oldekamp. Entdecken Sie, warum Wilhelmine Siefkes bis heute als eine der interessantesten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Ostfriesland gilt.
Die Tour endet am Wilhelmine-Siefkes-Platz, unweit des Wasserturms – ein idealer Ort, um den Spaziergang durch das historische Leer ausklingen zu lassen.

Die Tafeln an der Fassade des Hauses „Goldene Kuh“ weisen auf die historische Bedeutung des Gebäudes hin. Hier wurde im Jahr 1890 die spätere Leeraner Ehrenbürgerin und Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes geboren. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag

In der Rathausstraße 9, dem geschichtsträchtigen Haus „Goldene Kuh“, erblickte Wilhelmine Siefkes im Jahr 1890 das Licht der Welt. Das historische Gebäude zählt zu den ältesten erhaltenen Wohnhäusern im historischen Stadtkern von Leer. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag


Am 28. August 1984 verstarb die Schriftstellerin Wilhelmine Siefkes im Alter von 94 Jahren friedlich in ihrem Arbeitszimmer im Großen Oldekamp 2 in Leer. Das Foto zeigt das Familiengrab auf dem lutherischen Friedhof an der Heisfelder Straße, wo sie ihre letzte Ruhe fand. Während der Beerdigungsfeier sprach die bekannte Lyrikerin Greta Schoon aus Spetzerfehn ein Gedicht aus der Feder von Wilhelmine Siefkes. Foto: Ingo Tonsor @LeserECHO-Verlag

























